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December 1896 Gießener Anzeig er Kenerat-Anzeiger Die Gießener Aamttienvkälter R»erdcn dem Anzeiger Rvächeotlich dreimal beigelegt. Der OK-ener Anzeiger «scheint täglich, Wt Au-nahme des Montags. Vierteljährig« Avonnementsprels r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: -chnkstraße Ar.7. Fernsprech« 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Areir Gieren Anrtlicher Theil Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Deutsche* Reichstag. 146. Plenarfitzuug. Montag den 14. December 1896. Auf der Tagesordnung steht die dritte Lesung der Justiz- novelle. Abg. Spahn (Ctr.): Wir können einer BeschrSnkung deS Wiederaufnahmeverfahrens nicht zusttmmen. Die Berufung kann dem Volke nicht länger vorenthalten werden, aber durch ihre Einführung dürfen keinesfalls die Garantien für das erstinstanzliche Verfahren verringert werden, denn nicht Jeder legt die Berufung ein, aber Jeder bedarf der ersten Instanz und der Garantien für eine gute Rechtsprechung derselben. Wir müssen deshalb festhalten an dem Fünfmänner-Eollegium erster Instanz, namentlich aber dann, wenn die Berufung an die Oberlandesgerichte gewiesen wird, wie daS die Regierung oorschlägt und das Haus in zweiter Lesung beschlossen hat. Im Uebrtgen sind wir zu einer Verständigung bereit. Jedenfalls hoffe ich, daß, wenn auch diesmal die Berufung tm BundeSralhe scheitern sollte, sie dann wtedeikommt, denn das Volk bedarf ihrer. (Beifall.) Abg. v Buchka (cons.) bedauert, daß daS Haus die Vorlag«, wie sie von der Commission beschlossen worden, in allen wichtigen Punkten wieder abzeändert habe. Berufung und Entschädigung, diese Forderungen der Gerechtigkeit, find dadurch auf unabsehbare betrag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt. Hochachtend Verlag deS „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Univ.-Buch- u. Steindruckerei (Pietsch & Scheyda). Abonnements^Einladung. Sunt Bezug des „Gletzener Anzeiger" für 1. Vierteljahr 1897 laden wir hiermit ergebenst ein. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Tatsachen entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nach nchten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrichten-Bureaus sowie zahlreiche Mitthellungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorkommnisse in demselben auf dem Laufenden. Unterstütztdurch an allenOrtender Provinz O b e r h e ss en ansässige Berichterstatter, ist der „Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Dberhessen betriebenen Landwirthschaft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissenswerten aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie ün den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die „Gietzener Familienblätter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten. Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. Januar den Anzeiger kostenfrei zugestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Nummern nach auswärts postfrei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnements- Bekauutmachuml. Die Maul-und Klauenseuche In den Gemeinden Hörnsheim und Laufdorf, Kreis Wetzlar, und in Nodhetm, Kreis Biedenkopf, ist erloschen. Die angeordneten Sperrmaßregeln sind wieder aufgehoben worden. Gießen, den 14. December 1896. Großherzogltches KreiSamt Gießen. v. Gagern. »««ahme von Anze.gen zu d« Nachmittags für den I 177 p \ . 7--" ~~ _ _ , , r Agenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. | yH Altöl) : Hleßener Aammenökätter. Bekanntmachung, betreffend Maul- und Klauenseuche zu TraiS-Horloff. Nachdem in einem Gehöfte zu Tra^S - Horloff die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt wurde, wird dies mit dem Ansügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Gehöftsperre angeordnet worden ist. L8 Gießen, den 15. December 1896. Großherzogltches KreiSamt Gießen. v. Gagern. Zeit gefährdet. Kern aller Differenzen tst die Besetzung der Strafkammer, ob mit fünf oder drei Richtern und davon wird da« Schicksal deS Gesetz S abhängen. Die stärkste Gaiantte besteht nicht in der Zahl der Richter, sondern in deren moralischer Unantastbarkeit und Unabhängigkeit. Und diese Garantie haben wir trotz alledem waS von der äußersten Linken dagegen gesagt wirdl Redner wendet fich dann besonders noch gegm die Ausschließung der Affefforen von den Strafkammern. Abg. Bassermann (nl.): Meine Freunde find gespalten in den drei Fragen der Besetzung der Strafkammern, ob die Assessoren auSzuschließen find und ob für die Berufung die OberlandeSgerichte zuständig sein sollen. Bei den OberlandeSgertchten ist bk Mündlichkeit des Verfahrens zu kostspielig, bei den Landesgerichten läßt sich die nochmalige Zeugenvernehmung bester bewerkstelligen. Was die HilfSrtchterwirthfchaft anlangt, so begreifen wir in Süddeutschland nicht, daß man in Preußen nicht die Kosten für Besetzung nur mit Richtern aufbringen kann, lieber die Berufung müsse man zu einer Einigung kommen, ohne Verschlechterung der Garantien erster Instanz. Redner plädirt demg-mSß für das Fünfmänner-Collegium und für Ausschließung der Assessoren. Mit der Ueberwersung der Deltcte, wo die Beuriheilung besondere Schwierigkeiten mache, an die Strafkammern, so der Meineide und Bankerotte an die Strafkammern, sei er einverstanden. In Bezug aus das Wiederaufnahmeverfahren und die Entschädigung unschuldig Verurtbeilter dürfe man nicht so kleinlich Vorgehen, wie die Regierung wolle. Abg. Lenzmann (fr. Vp) hält sich für verpflichtet, noch in letzter Stunde eine Mahnung an Regierung und Reichstag zu richten, im Jntereffe des Zustandekommens des Gesetzes, wenn er auch miste, daß dieser sein Standpunkt von seiner eigenen Partei mißbilligt werde. Namentlich das Centrum solle doch nicht ein Weik von V/i Jebren, bezw. 10 Jahren fruchtlos werden lasten, würde das doch fast so aussehen, als wolle man nur „Recht behalten". (Unruhe im Centrum, Oho! rufe.) So lieb ihm selbst z. B. die Aufhebung deS Zeugnißzwanges fei, so solle man doch daran nicht die Vorlage scheitern lasten. Man sagt ja wohl, es sei eines Volksvertreters unwürdig, umzufallen. Aber was nützt es unS, wenn wir sagen können: Die Katz ist gerettet, wenn wir dadurch Alles in die Schanzen schlagen. Also: stellen wir unsere Wünsche zurück, um das Ganze nicht zu gefährden! Auch bezüglich der Besetzung der Strafkammern müßte eine Verständigung möglich sein. Am Ende find doch ein 3: und ein 5 Männer Collegium, also 8 Richter, b.sser, als ein 5-Mämier-Collegium ohne Appellation. Ich will wenigstens die Selbftgenugthuung haben, vor meine Wähler treten zu können mit dem Bewußtsein, daß ich ihnen meine Selbstverleugnung und meine beste Arbeitskraft gewidmet und ihnen das habe geben wollen, wonach sie seit 15 Jahren verlangen. Abg. Stadthagen (Soc.): Lenzmann bcfindet sich in einer Täuschung, wenn er hier als freiwilliger Regie,ungScommistar auftrete. Für Spitzel werde in Preußen und Sachsen mehr Geld aus- gegeben, als hier durch das 5 Männer-Collegium und durch Ausschluß der Hilssrichter benothtgt werde. Im Ganzen enhalte das Gesetz mehr Verschlechterungen als Verbesserungen, namentlich auch für die Presse. Seine Partei werde die Aufhetung des Rechtes vorgesetzter Behörden ihren Untergebenen die Erlaubniß zur Zeugniß- ablegung beantragen, damit es der politischen P lizei unmöglich gemacht werde, ihre Subjecte vor Aufdeckung von Meineiden zu bewahren. Statt der Aufhellung der Unwahrheiten Vorschub zu leisten, wolle man gar noch die Zuständigkeit der Schwurgerichte beseitigen. Wie wäre es wohl den armen Opfern in Opalenitza ergangen, wenn sie nicht vor das Schwurgericht gekommen wären! Habe man doch sie unter Anklage gestellt, statt den Herrn v Carnap, der von dem Erzbischof als von einem Schwein in der rothen Jacke gesprochen habe. Wie sollen die Zustände wohl bester werden, so lange man Feuilleton. Die Weihnachls-Karpscn der Familie Papperich. Humoreske von H. d' Alto na. (Nachdruck verboten.) Gestern traf ich auf meinem Nachmittagsspaziergang meinen Freund Papperich. Er hatte etwas Gedrücktes an sich, daS ich mir nicht zu erklären vermochte. Er befand fich augenscheinlich in einer hochgradig elegischen Stimmung, die daS Resultat irgend eines ungewöhnlichen Vorganges sein mußte. Weniger die berufsmäßige Neugier deS Journalisten, als daS durch mehrjährigen Umgang gepflegte Jntereffe an den Schicksalen der Papperich trieb mich, der Ursache seiner Melancholie nachzugehen. So schlau ich es aber auch anfing, RUf Umwegen dazu zu gelangen, er wich mir immer geschickt «u8, bis ich mich entschloß, den Stier bei den Hörnern zu faffen — natürlich bildlich gemeint, denn Freund Papperich hat fich die Hörner längst abgelaufen. »Lieber Papperich," sagte ich, „mit Ihnen ist etwas vorgegangen. Sie sind nicht der Alte. Was ist Ihnen denn, Mann? Was ist passirt?" Er öffnete den Mund, schloß ihn wieder, athmete tief auf und schüttelte dann stumm daS Haupt. „Aber Papperich, waS drückt Sie denn?" drängte ich imicber. „Mir können Ste'S doch sagen, Sie wiffen doch, ich Ibin verschwiegen!" • „Jawohl, damit Sie- wieder (in- Blatt) bringen, wie---" „Unsinn!" unterbrach ich ihn. „Wer wird denn gleich so mißtrauisch sein. Wenn Ste'S nicht veröffentlicht^ haben wollen, dann — —" „Na 'S soll mir auch egal sein," fiel er mir in'S Wort, „vielleicht können Sie mir mit 'n guten Rath an die Hand gehen. Sie sind ja auch ’n Mensch, in den gewissermaßen Verstand hinein gehört." Ich lächelte geschmeichelt. „Also dann schießen Sie 'mal los?" „Ja, sehen Sie," begann er, „es ist eigentlich von wegen der Karpfen! Hören Sie! Todtschlagen laß ich mich, wenn ich noch einmal einen Karpfen in meinem Hause dulde. Das find ja Bestien, niederträchtige Bestien! Sein Gesicht nahm dabet den Ausdruck fanatischer Wildheit an und er fuchtelte drohend mit seinem Spazierstock in der Lust herum, daß ich unwillkürlich einen Schritt von ihm zurückwich. „Ja, waS tst denn eigentltch mtt den Karpfen los?" fragte ich ängstlich. „Kennen Sie § 223 und 223 a des RetchSstrafgesetz bucheS?" fragte er mit hohler Stimme und grauenerfüllter Miene zurück. Ich blickte ihn überrascht an. Sollte Papperich, dieser Ausbund von Bürgertugend, Moral und Sitte, in Conflict mtt dem gefürchtesten Buch des deutschen Reiches gerathen sein? Unmöglich! „Soweit ich mich erinnere, handeln die Paragraphen von der Körperverletzung —* „Ganz recht — Gesängniß bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bis zu eintausend Mark und wenn mittels eines gefährlichen Werkzeuges oder mittelst hinterlistigen Ueberfalls, so tritt Gefängntßstrafe nicht unter zwei Monaten ein", sagte er düster: „Hier steht'S!* Dabei zog er aus der Brusttasche daS bekannte kleine Büchelchen, in welchem alle Laster und Verbrechen nebst den dazu gehörigen Ahndungen verzeichnet stehen. „Nun, was haben denn damit die Karpfen zu thun, und wie kommen Sie — —" „Ich ja nicht, meine Frau, meine Anastasia — das ist ja eben die scheußliche Geschichte — und die Auguste — dieser Hallunke, der Schuhmacher — auch so ein Anarchist — ach Gott, ich weiß ja gar nicht, wo mir der Kopf steht — na, na, hätt' ich doch der Günthern ihre Karpfen gelassen, was wär' ich heut für ’n glücklicher Mensch- muß mich aber der Satan reiten, daß ich früh am heiligen Abend — na — Sie wissen ja, man will feiner Frau ja auch 'mal ne kleine Ueberraschung bereiten und wie ich da aus ’m „Weißen Roß" komme, sehe ich da auf dem WeihnachtSmarkt die Fisch- Weiber stehen mit ihren Karpfen, sie redet mir zu wie ’m kranken Pferd und da kauf ich denn zwei so 'ne Bestien — Herrgott, verrückt könnte man werden, wenn man daran denkt!" „Aber Herr Papperich," suchte ich ihn zu besänftige», „dabei ist doch nichts Schlimmes, wenn Sie Ihre liebe Frau mit zwei Karpfen überraschen. Hoffentlich haben Sie gut geschmeckt!" „Nanu? Gar nicht gegessen? Hatten Sie denn etwa Trichinen oder Bandwurm. Bei Fischen soll so was nichts Seltenes — —" „Quatsch!" unterbrach er mich rauh. „Die Karpfen waren gesund wie ’n Fisch tm Wasser, der eine wie der andere. Leider zu gesund, zu ÜbermÜthig, zu wild, jawohl, wilde Bestien waren'S, schlimmer wie reißende Wölfe oh, mir soll noch mal Einer mit Karpfen kommen! Rausschmetßen thu ich iHv, verklagen!" — — (Schluß folgt.) noch an der politischen Pott,ei als einem mittelbaren Organ der | Aog? Wo^S zlegter - Gtlgenburg (Pole) erklärte, seine Freunde seien nicht gew-llt, für die Berufung Verschlechterungen in den Kauf *u nehmen. Werde das FünsmSnner- Collegium nicht aufrecht er- halten, würden sie gegen das ganze Gesetz stimmen, abenso wenn die Mündlichkeit in Berufungsverfahren bei den OberlandeSgerichten nicht gewahrt werde. „ . Iusttzminister Schönstedt erwidert auf eine vom Vorredner erhobene Beschwerde, die Regierung habe auf Heranziehung entsprechender ausgebildeter Dolmetscher hingewirkt, und mit Erfolg. Hine Verfügung des Oberlandesgcrichtsprästdenten in Marienwerder, wonach dem Mißbrauch entgegengetreten werden solle, daß Jemand vor Gericht seine Kenntniß der deutschen Sprache verleugne, sei ihm bekannt und werde von ihm gebilligt. Abg. Görtz (frs. Vg.) ist Gegner der Berufung und will dieselbe jedenfalls nicht gegen eine Verschlechterung der ersten Instanz einkausen. Sorgen wir nur dafür, daß die Richter eine sociale Stellung erhalten, welche ihnen volle Unabhängigkeit sichert, sorgen wir, daß Richter in genügender Zahl vorhanden find, dann rönnen wir die Berufung entbehren. Das Wiederaufnahmeverfahren dürfe nicht, wie die Regierung wolle, von dem Nachweis der Unschuld im Vorverfahren abhängig gemach: werden. Nichts habe ihn !?mals o erschüttert, wie die bekannten neuesten Vorkommnisse. Aber nichts habe ihn auch so gefreut, als daß eine kräftige Hand eingriff, fich an die O-ffentltchkeit wandte und alle diese Polizeispitzel ab- geschüttelt h^be.f Hernstorff-Lauenberg (R.-P.) bedauert, daß in zweiter Lesung eine Reihe von Beschlüsien gefaßt seien, welche ihm und seinen Freunden unannehmbar seien. Er sehe nicht ein, weshalb die Presse eines so besonderen Schutzes bedürfe, und weshalb das Dreimänner - Collegium eine Verschlechterung des Verfahrens r«in (.fr. ’ Abg. Förster (Ref.-P.) äußert fich im Sinne Bergmanns. Weiterberathung morgen 1 Uhr. Wolff« telegraphische« Eorrespondenz-Bureas. Berlin, 14. Drcember. Der Kaiser hat sein Erscheinen zu dem Diner, das Donnerstag Abend beim Reichskanzler Fürsten zu Hohenlohe stattfindet, zugesagt. Zu dem Diner find auch Einladungen an die Präsidien des Herren- und Abgeordnetenhauses ergangen. Berlin, 14. December. Die Finanzcommiffiou deS Herren- Hauses nahm heute mit großer Majorität die Converti- rungSvorlagean. Berlin, 14. December. Der Seniorenconveut des Reichstags beschloß, der Reichstag solle spätestens bis zum 18. December tagen und die WeihuachtSferien bis zum 12. Januar dauern. Dor den Ferien sollen nur noch Wahl- Prüfungen sowie die Zwangsversteigerung in Elsaß-Lothrtngeu berathen werden. Berlin, 14. December. Die „Nordd. Allg. Ztg." vernimmt, Staaksiecretär v. Marschall sei genöthigt, seit drei Tagen das Bett zu hüten. Sein Befinden gibt jedoch zu keinerlei Bedenken Anlaß. Erfreulicher Weise ist bereits eine Brsserung eingetreten. Berlin, 14. December. In der heutigen Sitzung des BundeSrathes wurden nachfolgende BerhandlungSgegeu- stände den zuständigen Ausschüssen überwiesen: Eine Mtt- thcilung des Präsidenten deS Reichstages über den Beschluß des Reichstages über die Petition wegen gesetzgeberischer Maßregeln gegen unsittliche Schriften, Kuppelei und Prostitution. Ferner der Antrag Preußens betr. die Ausführung des RrichsbörsengesetzeS vom 22. Juni 1896 und die Vorlage betr. die Anwendung des Börsengesetzes vom 22. Juni 1896 auf die Börse in Straßburg t. E. Dem mündlichen Ausschuß- bericht Über die Vorlage betr. eine Erklärung zwischen dem Reiche und Frankreich wegen Tunis wurde die Zustimmung ertheilt. Berlin, 14. December. Heute Mittag 12y8 Uhr fand in dem Vorraum am Eingang zur Gethsemane-Kirche in der Stargarder Straße eine Gasexplosion statt, wobei der Ktrchevpsörtner Sperber nicht unerheblich an den Händen verletzt wurde. Kiel, 14. December. Die zweite Panzerdivision unter dem Commando Sr. König!. Hoheit deS Prinzen Heinrich ist heute Nachmittag von der nach Schweden-Norwegen unternommenen UebungSfahrt zurückgekehrt. Hannover, 14. December. Senator Hornemaon, von 1870 bis 1885 Vertreter der Stadt Hannover im Abgeordnetenhause, ist, 86 Jahre alt, gestorben. Hamburg, 14. December. Ueber die auS Antwerpen und Brüffel gemeldeten Gerüchte betr. den angeblichen Untergang deS Hamburger Dampfers „Eduard Bohlen" ist der hiesigen Rhederei nichts bekannt. Der Dampfer verließ am 6. dS. Antwerpen und ging unter belgischer Flagge dtrect nach der Westküste von Afrika. Hamburg. 14. December. Eine in der Nacht auf Sonntag am Petersenquai eingetretene Erdsenkung ist 25 Meter lang, 5 Meter breit und 6 Meter tief. Triest, 14. December. In Pola werden jetzt nach Übereinstimmenden Berichten täglich 70 dis 80 Typhus- fälle constaltrt. Handel und Wandel der Stadt sind ernstlich gestört. _____________ Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 14. December. Die „Boss. Ztg." hört, daß der Kaiser sofort nach feiner Rückkehr nach Potsdam von dem Oberstlieuienant Gäbe einen schriftlichen Bericht über die daS KriegSministerium betreffenden Vorkommniffe im Prozeß Lecker» Lützow einfordern ließ, der inzwischen bereits in die Hände des Kaisers gelangt sei. Berlin, 14. December. Der „Post" wird von parla- mentarischer Seite geschrieben, daß die Nachrichten über eine bevorstehende Artillerie-Vorlage durch eine Anfrage entstanden zu sein scheine, welche in der Budget-Commission über Bewaffnung von Kriegsschiffen mit Schnelllade-Kanonen ergangen sei. Die neue Verstärkung der Landartillerie scheine sich noch im AnfangSstadtum der Erwägungen zu befinden, so daß eS noch immer lange dauern würde, bis dem Reichs- tage eine solche Vorlage zugehe. Berlin, 14. December. Der Gouverneur von Deutsch- Ostafrika, Oberst Liebert, tritt den „Neuesten Nachr." zu- folge seine Reise nach Ostafrika am 30. December von Neapel auS an mit dem Dampfer „General" der Deutsch Ostafrika- Ltnie. Von Berlin reist er jedoch schon am 20. December ab. «r begibt sich zunächst nach München und von dort nach s-eapel. Berlin, 14. December. Die »Nordd. Allgem. Ztg." chreibt: Die Angaben der „Deutschen Tageszeitung", in dem gegen sie eingeleiteten Strafverfahren sei ihr biS zum 12. dsS. MtS. eine Klageschrift noch nicht zugegangen, können w-r dahin ergänzen, daß mehrere Redacteure deS Blattes bereits in der Voruntersuchung vernommen find und die Klageschrift naturgemäß erst nach Abschluß der Bor- Untersuchung zugestellt werden kann. verlia, 14. December. Im Abgeordnetenhause gelangte heute zunächst der See-Feuer-Vertrag mit Holland in dritter Lrsung debatteloS zur Annahme. Alsdann wurde die Haufirsteuer Novelle in zweiter Lesung berathen und nach kurzer Debatte gegen die Stimmen der Freifinoigen und einzelner Nationalliberaler in der Commisfionsfaffung an- genommen. Hierauf folgte die erste Berathung der Städte- und Landgemeinde-Ordnung für Heffen-Naffau. Minister Freiherr v. d. Recke führte auS den Motiven etwa Folgendes aus: Infolge der Buutschecktgkeit der in Heffen-Naffau von früher her geltenden Bestimmungen naffauischer, kurhesflscher, Frankfurter und bayerischer Herkunft und deren Durch- brechung durch mancherlei neuere preußische und RetchSgesetze hatten fich dort ganz unhaltbare Zustände entwickelt, denen jetzt durch die Schaffung einer einheitlichen Gemeinde-Ord- nung, in die auch manches Brauchbare aus den früheren Gemeinde Verfaffuugen, besonders der sehr guten kurhesfischeu, ausgenommen werde, abgeholfen werden solle. Er bitte um eine wohlwollende Prüfung der Vorlage. Abg. Dr. Lieber (Centr.) gesteht die Nothwendigkeit einer Reform der Ge- meinde Ordnung für Heffen-Naffau zu. Die Reform wüffe aber nicht nur die Schaffung einer Einheit im Auge haben, sondern auch die wohlberechtigten Besonderheiten zu erhalten suchen. Nach längerer Debatte geht die Vorlage an eine Commisfion von 21 Mitgliedern. Zum Schluß wird noch die Hausirsteuer-Novelle in dritter Lesung endgiltig äuge- nommen. Nächste Sitzung Donnerstag 11 Uhr. Erste Berathung deS Handelskammer-Gesetzes, das noch heute dem Hause zugehen soll. r v Berlin, 14. December. Im Herrenhause findet übermorgen Präsidentenwahl statt. Die Entscheidung der großen Mehrheit dürfte den „N. Nachr." zufolge auf den Herzog von Ratibor fallen. Berlin, 14. December. Wegen MajestätSbeleidtgung wurde heute der Graveur Müncheberg, welcher wegen deffelbeu Vergehens bereits zweimal vorbestraft ist, zu zwei Jahren Gefängniß verurtheilt. Berlin, 14. December. Wie dem „Berl. Tagebl." ein Privat Telegramm aus New-York meldet, wurde gestern gegen den deutschen General-Consul Fetgel in New-York ein Mordanschlag auSgeführt. ES gelang, den Arten- tätet festzunehmen, der fich Ludwig Schnett nannte. Er er- klärte, auS London zu dem Zweck nach New-York gekommen zu sein, um den General-Consul zu erschießen, der ihm ein großes Unrecht zugefügt habe. Stettin, 14. December. Gegen den früheren Director und mehrere Auf sicht S räthe der Stettiner Maschinen- Rauanstalt und Schiffsbauwerst, Aktien • Gesellschaft, in Grabow ist Anklage auS § 249 b deS HandelS-GesetzbncheS erhoben worden. Frankfurt a. M., 14. December. Die „Frank. Ztg." melde» aus Saarbrücken: Die v. Stumm'fche Be- fchwerd eschrift über die evangelischen Geistlichen an der Saar ist vom Confistorium in Loblenz in ihren wesentlichen Punkten abschlägig beschteden worden. Auf Grund des reich- haltigen Beweismaterials, das die Geistlichen dem Con- fistorium vorgelegt, hat dieses die von Herrn v. Stumm an- gegriffenen Stellen in der Broschüre nicht al« Unwahrheit anerkannt, vielmehr Herrn v. Stumm ausdrücklich das klare Wort gesagt, daß der Beweis für feine Behauptungen nicht erbracht fei. Fraukfnrt a. M., 14. December. Die Stichwahl in Schwäbisch-Gmünd ist der „Frkf.Ztg." zufolge auf den 22. December festgesetzt worden. Wiesbaden, 14. December. Gestern fand hier die diesjährige ordentliche Versammlung der „Freien Vereinigung von Kraukeakaffen im Regierungsbezirk Wiesbaden" statt. Dieselbe war beschickt von den OrtSkrankenkaffen Biebrich, Bockenheim, Diez, Homburg, Oberursel, Wiesbaden. Als Vertreter der AuffichtSbehörde war Beigeordneter Man- gold-WieSbaden anwesend. Die Verhandlungen drehten fich in der Hauptsache um daS Verbot des preußischen MtnsterS sür Handel und Gewerbe, auS Kaffenmitteln Aufwendungen für größere Verbände zu machen. Der Vorsitzende, Schnegel- berger-WteSbaden, referirte über die in dieser Sache im vorigen Jahre von ihm in Berlin unternommenen persönlichen Schritte und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es, eventl. im Wege der Gesetzgebung, gelingen werde, eine Aushebung der Dersügung zu erreichen. Hierauf wurde im Gegensatz zu Hamel-Bockenheim, der eine Auflösung der Bereinigung befürwortete, ein Antrag Hückmann-Homburg angenommen, die Vereinigung weiterhin mit Wiesbaden als Vorort bestehen und dem Vorort die weiteren Schritte zu überlaffen. Hamburg, 14. December. Ein gestern erschienener soeialistischer Aufruf sagt, die Entscheidung muß nun fallen, entweder Krieg in Permanenz oder einen ehrlichen Frieden. Die Strikenden können auSharren. Ueber eine streng vertrauliche Sitzung des Ausschuffes sämmtlicher Bürger- vereine bringt das socialistische „Echo" einen Bericht. Darnach wurde nach stürmischer Debatte eine Resolution mit 43 gegen 27 Stimmen angenommen, dahin gehend, daß eS nicht zweckdienlich sei, zum Strike Stellung zu nehmen. Hamburg, 14. December. 260 ausständige Schauerleute haben zu den alten Bedingungen die Arbeit wieder ausgenommen. Augsburg, 11. December. Wie die „AugSb. Abendztg.* meldet, tft eine Vereinfachung deS bayerischen Eisen- bahnbilletwesenS projectirt. Berlin, 15. December. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet aus Wien: „Der hiesige türkische Botschafter überreichte in den letzten Tagen dem Grafen GoluchowSky ein Memorandum der Pforte, worin daS Reform Werk besprachen und dargestellt wird, waS schon geschehen sei und noch geschehen soll. Unter Hinweis auf die den umfaffenden Reiormen entgegenstehenden Schwierigkeiten wird die allmähliche Durchführung der Reformen versprochen. Gleichlautende Memoranden wurden den übrigen Mächten übermittelt. Berlin, 15. December. Die „Kreuzztg." meldet: Zu dem ReichSkanzler-Diner am 17. d. MtS. find u. A. auch die ReichStagS-Abgeordneten v. Levetzow, Manteuffel, Dr. Lieber und Rickert geladen. Berlin, 15. December. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Von dem Wiedereintritt des Geheimraths Max Jordan in preußischen Staatsdienst im CultuSminifterium fei in maßgebenden Kreisen nichts bekannt. Berlin, 15. December. Auf dem Bahnbofe Bernau entgleisten gestern Nachmittag 6 Uhr 20 Min. bei der Ausfahrt eines GüterzugmS 10 im Zuge laufende Wagen. Personen wurden nicht verletzt. Betriebsmittel find theilweise erheblich beschädigt. Hamburg, 15. December. Der Senat verbot die HauS- sammlungen für die Strikenden. Die Situation ist unverändert. Arbeitskräfte find vorhanden, schaffen aber wenig. Wien, 15. December. König Alexander von Serbien verschob die Abreise nach Belgrad. Er sährt heute seinem Vater, dem Exkönig Milan nach Linz entgegen und kehrt heute Abend mit ihm hierher zurück. Diese Zusammenkunft gilt als Beweis für den Ausgleich der bisherigen Differenzen zwischen Vater und Sohn wegen der Geldsorderungen des Ersteren. Pari«, 15. December. In der Kammer richtete Pellctan eine Reihe von Angriffen gegen daS Marine-Am», wobei er demselben auch Borwürfe machte, daß der Martneminister dem deutschen Marine-Attachv den Besuch deS Panzerschiffes „Carnot" nach deffen Unfall gestattet habe. Der Minister antwortete hierauf, er habe dem deutschen Marine- Attache den Besuch deS Touloner Hafens gestattet. Dem franzöfischen See-Attachv hätten alle deutschen Häfen offen gestanden. Ließen, den 15. December. •• Empfang. Seine König!. Hoheit der Großherzog empfingen am 14. December u. A. den Forstmeister Amendt von TreiS a. d. L., den Kreisarzt Dr. Wießner von Büdingen, den GertchtSschreiber Fetck von Friedberg. ** Veränderungen im Verwaltungsdienst. Herr Regierung-- rath Dr. Melior hier wurde an Stelle deS in den Ruhestand tretenden Herrn Dr. v. Grolman zum Kreisrath des Kreises Alsfeld ernannt. An die Stelle des Herrn RegierungSrattz Dr. Melior tritt Herr KreiSamtmann und RegierungSrath, Dr. Wagner in Dieburg. •• RecouvaleSeenteuhaufer. Die Oberbürgermeister der fünf Städte Mainz, Darmstadt, WormS, Offenbach und Gießen statteten in voriger Woche, laut „Mainz. Tgbl.", der ReconvaleScenten-Änstalt Neu en Hain einen Besuch ab, Um fich über deren Verwaltung, Organisation und Einrichtung zu unterrichten. Die von der Stadt Frankfurt errichtete Anstalt, die unter der ärztlichen Leitung des Herrn Dr. H a u p» steht, wurde als mustergiltig und uachahmenSwerth befunden. Die fünf Herren wurden von den Herren Roth und Dr. Haupt empfangen und durch die ganze Anlage geleitet. Die Ein- richtung der Anstalt ist einfach, aber nach jeder Richtung hin praktisch, die Verpflegung ausgezeichnet, die ärztliche Auf- ficht prompt. Die OrtSkrankenkaffe in Darmstadt und die Alters- und JnvaliditätSanstalt für daS Großherzogthum Hrffen benutzen die Anstalt fett längerer Zeit zur Unterbringung ihrer Patienten. Die Anstalt hat während der Zett ihres Bestehens schon segenSvoll gewirkt. Der Gedanke der Errichtung ähnlicher 'Anstalten für die fünf oben genannten Städte darf als der Verwirklichung viel näher gerückt angesehen werden, gewiß zum Segen der armen Leidenden. nnParlamentarisches euB Hessen. Der neue (30 ) hessische Landtag wird voraussichtlich gegen Ende deS nächste» Monats Januar einberufen werden. Nach seiner Eröffnung ist dessen erste Aufgabe die Constituirung, die Wahl des BureauS und der Ausschüsse. DaS Bureau besteht au» einem ersten und einem zweiten Präfideuten und zwei Schriftführern. Die beiden Präsidenten werden zu Anfang einer Landtagsperiode zunächst auf drei Monate und später für die übrige Dauer deS Landtages gewählt, während in der Ersten Kammer der erste Präsident von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog ernannt wird. Nach der Constituirung deS Landtages, der Wahl deS BureauS und der vier Ausschüsse wird vor Allem die Prüfung der Wahlen der neu oder wtedereingetre- tenen Mitglieder der Zweiten Kammer vorzunehmen sein- Die Entgegennahme und darauf die Berathung deS neuen Hauptvoranschlags über die Einnahmen und Ausgaben de» Staatshaushalts für 1897 bis 1900 wird die nächste Haupt- aufgabe der LandeSvertretung bilden. Nach Lage der Verhältnisse ist eS jetzt schon als sicher anzunehmen, daß da» nur bis Ende März 1897 wirksame Ftnanzgesetz auf weitere drei oder wahrscheinlich auf sechs Monate verlängert «erde» muß. Für solange werden die zur Zeit zur Erhebung %v langenden Steuern forterhoben werden. ♦♦ Riesenspargel. Im Schaufenster des Speceretwaaren' Händlers Emil Orbig in der Bahnhofstraße ist ein®1 Pracht-Rtesen-Spargel ausgestellt. Derselbe, für ° - Gartenbau-Ausstellung ursprünglich bestimmt, wurde da «ussttklu» iia k sMh'-tt' |ä)rui>9 * ■'«« ■h Ä «nr dicht besetzte" Kiaul zirlückzusu Wirkung und zet WH *?*‘ > D-'M- Künstler lebhaften daben wir die Freu ro ebtt als Gast hie überaus beifällig ° sehen!" zu. u Da« Panori wäriig einer ganz b Alt, denn eine der j/tzt zu schauen: ein afrikanischen S Süd-Westafrika Dihomen, Mauritius gocalcolr.üi der an Itn Bilder auS dem wir fühlen unS mit Scenerie dieser ftew Interesse erweckt, al lebens sind, die wi Einblick in Land un Beschauer wird eS plastischer und fark kommt, um so mehr feit nicht fehlt- wir von der Expedition Tanga, Bagamoho, Dahomkh SultanSp Gebirge, Wasserfälle mann im Tropruzeli und Königstochter v sind von eigenartigem Jeden von großem l ’* ffltimar-Mt 9tr. 102232, 3485t 74141, 61525, 1811 173887, 194650, 31 " WeihnachtSn Blätter erfahren, i WrihnachtSurla fauderS große sein, hin soll b-im Gewä! trägen soweit wir Die Urlaub-zrlt für ouSzu ch eben, wie d v. TraiS-Mvz hi» fiQttgcfunb.nen in weiten Kirisen I Herr Wilhelm Pk einstimmig erwählt.' H. «öl dem hi onft erscheint in dies !am dem Einsender W 1885 und dem ll und der M aufgethürmle W W ö,e Richtung na —"Ä :LLL! ®«nb »'tr'e*4'®1 Ml« M ” «Men $L'lne *it 8u, J,0,t Sanbi btI1 t sO^it bt, 8 .’M ik Seholtrnk» * x' 14. y ^^rh. sfl iit8tlrt8j|4 KZ-SÄ K-Mr t,tn Wochen. ®[eid?”Qt|hi|^ui4. °" ib’ija XiTn: ’^tten d. 9£bJv6, ^d u. 3, tott. ^oto/ iantenfiti, $le »Nordd. iqq nt., t beg nttlbtf • "«■SÄÄ '.‘Sä *** p"b b°'h'«d», Muffln nfe , Sinig A,Wdn ton Serbln fr fljtt f* I Mita m» Staj entgegen unb Mrtiutiii. $|t|e 3„f'we, ’’ b“ ?‘W bl< ‘W unb Sohn tutfitn btt MW 3n btt Äammtt ildjtttt fyfotir m baß Matine-Awt, tiiki fje mchle, baß btt Marlnenti «die btn Besuch big Pvp esse« Unfall gestattet habe. In ’ nf/ er habe bem deutschen W?atint< tonlontt Hafens gestattet. De« hätten ave deutschen Wa affen »6 PmHtzMr . Gieß«, den 15. Decewbet. ! Königs. Hoheit der Gtoßheijv, bet ii. 8. den Forstmeister Amevd! n Kreisarzt Dr. Wießurr w rtlbtr 5tl.TtvswanMKtürtchdeSKreistt . Zulle des Herrn Regiem-Sl-'i KteiSaiutmaun und Regtlmgtlüid hiafer Die Obetbürgemchtl in !-mP°dt, W°m«, *ta”l tijit »* 'n« f** fialt *■*। /.' ealwns, Crganifation urtb W lle non ber Stabt granlfurt tU4en Settnng jiltlj uni nataWti8WI,,i e ganze 8°l°ge 0«£eltet: JL, '.u *™»bjys gu°g Mi Lklavkcnkch >" D itsanstalt für da istalt seit länsererZtiN^ . •*cfax»l °LK- *B*ff®l**f5 n* Jfi«”»x* >weitevPlav° .^*V. st aas mahreud i"' g,., ijs!' S®***Ä&* I und »' M tia » f# :Kx;Ar 'yxS'SH zu Weihnachtsgeschenken passend, । werden in allen ' Preislagen ange- » fertigt in der T Brühl’schen Univ.-Druckerei Schulstrasse 7. 1 0 Mk. en $a$ren Hobe ich das Büchlein bei seinem ersten Gang in die Welt besprochen und empfohlen. Damals war uns Oeser als Schriftsteller noch ein Fremdling und nur um feines 9iumens als des Sohnes unseres beliebten hessischen VolkSschriftiiellers R. Oeser (Glaudrrcht) unb aus den persönlichen Beziehungen zu ihm, der unter uns ausgewachsen war, brachten wir auch feinem Erstlingswerk ein lebhaftes Interesse entgegen. Aber rasch gewann ,r?,ne begeisterte Lesergemeinde. Und das ist nur begreiflich. Alle geistig lebendigen Menschen unserer Tage sehnen sich ja heraus auS den ausgefahrenen Gleisen nach wirklich neuen Gedanken, man hungert nach echter wahrer Wirklichkeit, nach echtem wirklichen Lebm. Hier fktzt die modernste Kunst in allen ihren Zweigen ein, und da liegt das gute Recht ihrer Bestrebungen. Diesem «edürfniß entspricht auch Oeser in hohem Maße. Er ist rin Denker und Schriftsteller von durchaus ausgeprägter und durchgebildeter Eigenart. Aber rote weit ab liegt diese Eigenart von den Wegen deS modernen Realismus und Naturalismus. Er ist gewiß ein scharfer Beobachter der Wirklichkeit, er besitzt ein überaus feines und tiefeS Naturempfinden und weiß mit großer Anschaulichkeit zu malen, er kennt auch die Menschen biS in die tiefsten Falten ihres Wesens, und die Menschen, die er schildert, find wirkliche Menschen von sehr concreter Lebendigkeit. Aber die Wirklichkeit, die er darstrllt, greift er nicht von der Oberfläche deS Tageslebens und nicht aus dem Schmutz der Großstädte. Ihn interessiren nicht die Probleme, die dem sittlichen und socialen Gährungs- und ZerfetzungSproceß unserer Tage entstiegen. Er schöpft auS der Tiefe feines eigenen Innenlebens, und eine feiner Hauptoorzüge ist die Kraft und Tiefe feiner Innerlichkeit. ES ist kein Wunder, daß er sich, je länger, je mehr, von Jakob Böhme angezogen fühlt und sich in einem neuen Stück dieser vierten Auflage als dessen oerständnißvollen Schüler erweist. Mit besonderer Vorliebe geht er den feineren Problemen des sittlichen und religiösen Leben- nach und hält gerne mit feiner Ironie der pharisäischen Selbstgerechtigkeit ihr wahres Spiegelbild vor. Nehmen wir dazu eine hecoorragende Gabe für Kleinmalerei, das zarte poetische Empfinden, den feinen Humor, die OrserS Werke durchwehen, und eine Sprache von seltener Plastik und Schönheit, so wird die immer wachsende Anziehungskraft, die er ausübt, wohl verständlich werden. Außer jenem kleinen Heftchen „Stille Leute" ist von ihm erschienen: „Vom Tage", „Des Herrn Archemoros Gedanken über Irrende, Suchende und Selbstgewisse", „Am Wege und abseits" und etliche- Andere. Sie alle sind nicht ganz leichte Speise, und darum nicht nach Jedermanns Geschmack. Wer nach Sensation lüstern ist, wer den Werth eines Buches nach dem Grade der Spannung beurtheilt, für den ist Oeser nichts. Sinnig, wie er ist, bedarf er sinniger Leser, die sich gern sinnend vertiefen, Menschen, die für Stimmung empfänglich sind und für die Realität des innerlichen Lebens. Daß sich deren so viele gefunden haben, daß diese äußerlich so bescheidenen Schrfftchen sämmtlich mehrmals, die „Stillen Leute" sogar zu» vierten Male aufgelegt wurde, gehört mir zu den Hoffnung erweckenden Zrich'n unserer Zeit. Was diese neue Ausgabe speciell anlangt, so sei sie alten unb neuen Freunden besonder- empfohlen. Sie enthält außer den beiden ursprünglichen Stücken eines, da- früher in „Vom Tage" erschienen war, und zwei neue, das eine: „Wie der Präceptor Röhrle einen Schüler exemplarisch bestrafen ließ", ein wahres Cabinetsstückchen an Humor und feiner Ironie über die pädagogische Pedanterie, die sich heute vielfach als Gipfel pädagogischer Weisheit breit macht, unb daS schon erwähnte auS Böbme'schem Geist geborene: „Der Gnaduhtsch!" AlS Weihnachtsgeschenk für sinnige Leute wüßte ich nichts Besseres zu empfehlen. Ich will es auch verrathen, daß der Verfasser mit glühender Liebe an seiner hessischen Heimath hängt, und daß ihm nichts wohler thut, als wenn er dort Verständniß findet. Schlo ff er, Pfarrer. Meyers Konversations-Lexikon Äo angen. statt!. Aeuß., sucht Stelle « fein. Geschäft, gleichviel welcher Branche Zu erfragen in ber Exprbttion b. Bb TVT«. OK hat da» Tischchen * ■ OwP gewonnen. (1097b Cd.fritflrifd) - F-un-Verfichemng- licht ladenrein, pr. Pfd. 50 Pfg. 10988s Schön möbl. Zimmer mit vor- Eine alte ftcucröcrfid)eräugt zügl. Pension zu verm. Brandgasse 3- Gesellschaft sucht I Für Raucher I empfehle als passenbes Weihllulhtg-Gkslheuk meine in reeller Waare gepackten unb elegant auSgestatteten Weihnachts- Präsent-Kistchen ä25,50a.100€rKta6;rke„ in ben Preislagen von Mk. 1.25 Mk. 25. VIS MHaBW Achtungsvoll 10981 Louis Lind, Cigarren- Special-Geschäft 10 Kirch euplatz 10. 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