Uv.. । Handlung | enPlata U I Crs ^■heiit. ite bekannt nnu, ° PorUtreL r ar. Mr. 218__Erstes Blatt. Mittwoch dm 16. September___________________ ichener Anzeiger Kmerat-Wnzeiger. Die Gießener AamitienVtätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigrlegt. Der Hietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. 1896 Vierteljähriger Aöonncmentsprcisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schulstratze Fr.7. Fernsprecher 51. Amts- rmd Anzeigeblcrtt für den Tiveis Gieszen. aus den Fugen gegangen. Hoffmann in Grünberg, davon benachrichtigt, schickte zwar sein Factotum, den Fruchtmesser Weller, nach Hersfeld, um den Kasten auszubessern, aber MusäuS fand für nöthig, daß für den Fall einer weiteren Flucht oder selbst für die Rückkehr in ruhig und sicher gewordener Zeit, der Inhalt des Kastens in Gegenwart eines Bevollmächtigten der Universität in wenigstens zwei starke Verschlüge übergepackt werde- denn es sei zu befürchten, daß schon beim Herunterschaffen aus dem mit eisernen engen Thüren versehenen Gewölbe und der Treppe mit zwanzig Stufen ein Schaden nicht zu verhüten sei. Schlimmer noch aber wäre es, wenn der Verschlag unterwegs entzwei ginge und man in die Notwendigkeit versetzt würde, auf der Straße liegen zu bleiben und die einzelnen Actenstück« und andere Sachen auf der Straße zusammenzusuchen. So sei es mit den Kirchenkastensachen gegangen, die nicht gehörig verwahrt gewesen. Dem Bericht, den der Regierungsbevollmächtigte Prof. Musäus am 14. Juli 1796 an den Rektor über seine Erlebnisse erstattete, war am Schluß noch die Ermahnung beigefügt, alle seine Mittheilungen nur an wenige, die des Vertrauens würdig seien, gelangen zu lassen. So waren denn die Werthpapiere rc. der Hochschule vorerst sicher geborgen. Aber wie lange? Mit Schrecken dachte der alte Universitäts-Oeconom Vollhard an die Nothwendigkeit einer weiteren Flucht und wendete sich in beweglichen Worten an den Rektor, ihn in diesem Fall von dem Geschäft zu entbinden und die ganze Arbeit dem in Hersfeld befindlichen Fürstlichen Regterungsrath, Profeffor und Universitäts-Syndikus Musäus oder einem anderen beliebigen Bevollmächtigten von Gießen zu übertragen, da seine anderen Geschäfte ihn bei den gefährlichen Zeitläufen verhinderten, sich längere Zett von zuhaus zu entsernen. (Fortsetzung folgt.) Ohjeuge, «, Shltzsk, !«wir unser iäft wir n IWT Petry, LI. aefwrtftm, M lt mit denjmign vir avch nitouli ti, auch ich vihl arm güvstch lt raren zu billig D. 0. 'B (Hessen) ! ng Gegr. 1792.1 w-Weine,’ sofort zugesandt । amilie lten werben; «Ito «WM« “f" blatt r. pro MeckijchU !ohnt, auf die Mvochs: Mellen gsss* Porto prompt M n IW .gBÄ» itsch61. öl Annahme von Anzeigen zu der Nachinittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Hratisöeil'age: Gießener Kamikienökätter. Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehmen . Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. amtlicher ZbetL Bekanntmachung, betreffend: die Maul- und Klauenseuche zu Gießen. Die Maul- und Klauenseuche zu Gießen ist erloschen unb die verfügten Sperrmaßregeln sind aufgehoben. Gießen, am 14. September 1896. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gageru. Betr.: Maßregeln zur Unterdrückung des Milzbrandes in der Wetterau. Bekanntmachung. Da mit dem Inkrafttreten des Gesetzes vom 7. Juli I. I., blt Entschädigung für an Milzbrand und Rauschbrand ge- sollenen Thtere betreffend (vergl. „Gießener Anzeiger" Nr. 183), blt Gründe für das Fortbestehen deS im Jahre 1880 erlaßenen Pvltzeireglemeots zur Unterdrückung des Milzbrandes in der LSetterau in Wegfall kommen, wird hiermit mit Ermächtigung G roßh. Ministeriums des Innern das unter« 28. April 1880 rtlaffene Polizei-Reglement (vergl. „Gießener Anzeiger Nr. 102 vl»m 2. Mat 1880) wieder aufgehoben. Gießen, den 11. September 1896. GroßherzogltcheS KreiSamt Gießen, v. Gagern. Gießen, den 11. September 1896. 8 etr.: Wie oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a» die Gr. Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf-Gill, Gberstadt, Grosteu-Liuden, Grüningeu, Holzheim, Hungen, Inheiden, Klein-Linden, Langd, Lang- Göns, Langsdorf, Leihgestern, Sich, Muschen- heim, Obbornhofen, Ober-Hörgern, Raberts- lnrufen, Rodheim, Steiuheim, Trais-Horloff und Utphe. Indem wir Sie auf die vorstehende Bekanntmachung aufmerksam machen, beauftragen wir Sie, dieselbe in Ihren Gemeinden ortsüblich zu veröffentlichen. Selbstverständlich hat von nun an auch die durch Aus- schreiben vom 23. August 1880 („Gießener Anzeiger" Nr. 201) aageordnete halbjährliche Einsendung der Tabellen über die innerhalb Ihrer Gemeinden crepirten Thiere zu unterbleiben. v. Gagern. Nieste »slffS telegr>phis-eS Eorresponderu-Bmeiau Hamburg, 14. September. Heute Nachmittag gegen 51/2 Uhr entstand im Freihafen-Block A Nr. 12 am Kehr- wieder Groß feuer, daS durch drei Züge Feuerwehr nach mehrstündiger Thättgkeit auf seinen Herd beschränkt wurde. Zwei Böden, in denen große Quantitäten verschiedener Kauf- mannSwaaren, als Wein, Tabak, Kaffee, Leder lagerten, sind ausgebrannt. Zwei Feuerwehrleute wurden durch den Rauch betäubt, aber gerettet. Die Wiederbelebungsversuche waren von Erfolg. Der Schaden ist ziemlich bedeutend. Kiel, 14. September. Das kaiserliche Canalamt macht bekannt: Die Schifffahrt durch den Kaiser-Wilhelm- Canal bleibt auch über Montag Abend hinaus in bisheriger Weise für Schiffe von höchstens 8 Meter Breite und 4 Meter Tiefgang offen. Pofeu, 14. September. DaS „Posener Tageblatt" meldet: Dem commandirenden General des 5. Armeecorps, v. Seeckt, ist vom Kaiser der Schwarze Adler-Orden und vom Kaiser von Rußland der Weiße Adler-Ordeu verliehen worden. ZnuSbrock, 14. September. Der Historikertag ist heute geschloffen worden. Für den nächsten Congreß sind Nürnberg und Breslau in Aussicht genommen. Innsbruck, 14. Septembtr. Am heutigen dritten Ber- handlungStage der Versammlung deutscher Historiker hielten Vorträge: Profeffor Heigel München und Archivar Hafen Köln. Zum Vorsitzenden für die nächsten zwei Jahre wurde Profeffor Stieve-München gewählt. Nachmittags fand ein Festmahl statt, wobei u. A. Bondel Parts für die herzliche Aufnahme und die durch hervorragende Vertreter der deutschen GeschichtSwiffenschaft gegebene Anregung dankte. London, 14. September. Das Vorhaben der anarchistischen Bande, die in England Attentate aussühren wollte, wurde durch die Wachsamkeit und Thätigkeit Melvilles, des Chefs der geheimen Polizei, entdeckt. Die Mitglieder der Bande wurden gerade in dem Augenblick verhaftet, als alles -uc Ausführung des Planes reif und bereit war. Bell hätte mit Attentaten in Schottland beginnen sollen- die Bomben sollten nach und nach von Belgien aus versandt werden. Glasgow, 14. September. Der irländische Fenier Bill, der am SamStag Abend verhaftet worden war, er- schien heute vor Gericht unter der Anklage der Mitschuld an dem jüngst entdeckten Dynamitanschlag. Auf Antrag deS StaatSanwaltS wurde die Verhandlung in dieser Angelegenheit vertagt. Wie es heißt, soll die Polizei einem neuen großen Complott auf der Spur fein. Athen, 14. September, Jedes von Konstantinopel ankommende Schiff bringt eine Anzahl Armenier. Gestern find wieder mehrere derselben eingetroffeo. In Phaleron befinden sich bereit« gegen 1000 Armenier. de» Bnm .HerrlL". Berlin, 14. September. Wie der „StaatSb.-Ztg." zufolge in Hoskreisen verlautet, Hal Herr v. Kotze von der Festung Glatz auS an den Kaiser daS Gesuch gerichtet, ihn von seinem Amte als Ceremonienmeister zu entbinden. Der Kaiser hat dem Gesuch auch entsprochen, dagegen bleibt Herr v. Kotze Kammerherr und gehört auch ferner der Reserve der Cavallerie als Rittmeister an. Berlin, 14. September. Wie verlautet, wird die Ein- berufung deS preußischen Landtages schon Ende October erfolgen. Berlin, 14. September. Zu dem Zusammenstoß deS kaiserlichen HofzugeS mit dem Dresdener Schnell- zuge meldet das „Berl. Tagebl.", daß der Führer des Schnellzuges den Hofzug rechtzeitig wahrnahm und daß es ihm gelungen war, feinen Zug durch energisches Bremsen so rasch zum Stehen zu bringen, daß die zweite Maschine deS kaiserlichen ZugeS nur ein wenig bei Seite geschoben wurde. Unrichtig sei eS, daß der Salonwagen des Kaisers sich dicht hinter dem Tender befand. Auf den Tender folgte vielmehr erst der lange Gepäckwagen und dann der Wagen des Kaisers. Der Kaiser soll von dem Zusammenstoß zunächst überhaupt nichts gemerkt haben. Die Verantwortung für den Unfall trifft den Stationsvorsteher, der, um dem Kaiser ein bequeme- Etnstetgen zu ermöglichen, auf Anweisung eines höheren Eisenbahnbeamten den Hofzug etwas vorrückte, dabei aber vergaß, daß der Zug so in die Fahrt-Linie deS Schnellzuges hinein kam. Berlin, 14. September. Der Bund der Landwtrthe hat einen Gesetzentwurf über die Kunstwetn-Fabrtkation au«- gearbeitet. Derselbe enthält folgende Hauptpunkte: Der Kunstwein soll Vtnosine genannt werden und seine gewerbsmäßige Herstellung einer Besteuerung von 15 Mark pro Hectoliter unterliegen. Für die Fabrikation soll ein steuer- amtlicher Erlaubnißschein erforderlich sein, der auch die für Fabrikation und Lagerung zulässigen Räume bezeichnet. Jedem Hectoliter Vtnosine soll mindestens ein Gramm Phenolphtalrm zugesetzt werden. Die Bezeichnung Vtnosine soll überall deutlich auf Flaschen und Fäffern neben dem Namen der Firma angebracht werden. Berlin, 14. September. Im „Reichsanzeiger" werden heute das Gesetz betreffend die Gewährung von UmzugS- kosten an RegieruvgSbaumetster, vom 24. August 1896, sowie eine Verordnung vom 31. August 1896, betreffend die LeniUeton. Hör hundert Zähren. Die Flucht des Gießener Universitäts-Archivs vor den Franzosen 17 96. Von Dr. O. Buchner. (2. Fortsetzung.) Natürlich verbreitete sich die Schreckenskunde, daß Gießen ton den Franzosen besetzt sei, mit Blitzesschnelle durch die ganze Provinz. Schon vorher begann die Flucht der im offenen Lande wohnenden Frauen und Mädchen aufs neue. Geld und Geldeswerth wurde ebenfalls geflüchtet oder möglichst sicher versteckt. Schon am 5. Juli wurde der Regierungs- iLth und Profeffor Musäus vom Rector nach Grünberg geschickt, um sich über den Zustand des Oekonomats und der Gefälle zu unterrichten. Da die Gerüchte von der Annäherung brr Franzosen immer bedenklicher lauteten, reiste er am 7.. Juli nach Alsfeld weiter und nahm einen Kasten mit bcn wichtigsten Grünberger Vogteipapieren mit. Hier erhielt tr am 8. Juli Mittags die Nachricht, daß am Morgen des- seilben Tages Gießen von den Franzosen besetzt worden sei. Daraufhin wurde für nötig erachtet, das Regierungsarchiv weiter zu schaffen. Als der alte Universitäts-Oeconomus Vollhard davon Wind bekam, ruhte er nicht, bis er auch bi c Werthsachen der Hochschule an demselben Tage weiter ncoch dem Amthof in Grebenau verschickt hatte. Das war aber leichter gesagt, als ausgeführt. In A Isfeld entstanden, wie an vielen anderen Orten Unruhen untb Ausstände des ärmeren Volkes, das nicht flüchten konnte - t§§ fanden Zusammenrottungen der Bürger statt, welche verhindern wollten, daß ihresgleichen ihre Sachen in Sicherheit brächten. Nur mit Mühe gelang es, daß das Staats- und Universitätseigenthum freigegeben wurde und abfahren konnte. In Grebenau konnte man ruhiger an die weitere Flucht denken. Wohin? Die Feste Ziegenhain war nicht fester und sicherer als Gießen. Man entschloß sich deßhalb, das Regierungsarchiv nach Hersfeld zu schaffen. Daraufhin sollten auch die Universitäts-Acten rc. dorthin verbracht werden. Musäus selbst fuhr in der Nacht von Alsfeld ab und kam am 9. Juli morgens 10 Uhr in Hersfeld an. Gleich nach seiner Ankunft beschickte er den Stadt-Oberschultheiß Commissionsrath Victor und ließ um einen Platz in der Registratur nachsuchen, wo er die Universitätskisten unterbringen könne. Es wurde ihm darauf versichert, die Aufnahme sei nicht schwierig, doch möge sich Musaeus des geeigneten Platzes wegen an Privathäuser wenden. Da aber unterdeß für das Regierungsarchiv Platz im Stiftsgebäude bewilligt worden war, so erwirkte Musaeus die Erlaubniß, auch die Universitäts-Acten in diesem wohlverwahrten, sicheren Gebäude unterzubringen. Aber der Schatz war noch nicht da! Sollten neue Zusammenrottungen stattgefunden, sollte die Flucht verhindert, die Kisten zerschlagen und ihr werthvoller Inhalt von dem aufgeregten Volke zerstreut worden sein? Es wurde deßhalb ein Bote an Vollhard geschickt mit dem Auftrag, er solle sobald wie möglich die Universitätssachen schicken. Diese kamen dann endlich auch am 12. Juli in Hersfeld an und wurden auf wiederholtes dringendes Bitten des Regierungscommissärs Musäus im Stift in der alten Canzlei in sichere Verwahrung gebracht. Der unförmlich große, von nur schwachen Dielen verfertigte und allzuschwer beladene Kasten war inzwischen, obgleich der Oeconom Vollhard ihn noch mit hölzernen Reifen versehen lassen, auf den schlimmen Wegen nach Hersfeld auf der eine Seite 4»c«U» «nd provi«sicUc». ©legen, den 15. September. 6 »» güt die 8-i-r«U>er1am»loug de> »vaug-Iffch-a Bundel find Darmstädter Zeitangen gufolge bereit» Die & e ft t art e a ..»ruck, und auch die übrigen Feftborbereitungtn bringen auf befinitioen »bfchiutz. wer nach eine W.hnung hab'° mtn tbut gut, tal recht halb dem verfitzenden bei Boi) minaicomitil (Htrin Robnagei, R-ckrrftrahe 15) mit' gutbdlen. Bor «lltm aber wirb el gut fein, die Erwerbung einer Festkarte recht,eilig ,u betreiben; benn aller »«“ ’ ficht nach werben biefelben ipäterhln fchnter für bi ein heimliche Bevölkerung zu haben fein. Und dach ist °d" festkarte weder der Beinch der vtrlammlungen im Snalbnn, noch au» de. Festlplelaufführnng am 30. September mlgll»- Damit nämlich nicht wieder der Srwerb der Ftftkanen übt. Haupt umgangen weide, hat man mit der Fistkarte ' p Veranlagung der Ergänzungssteuer für die Zeit vorn | 1. flpril 1897 bis zum 31. Marz 1899 veröffentlicht. tJerlta, 14. September. Wie die „Nat.-Ztg. hort, j wird die Einberufung beß preußischen Landtages keinesfalls im October erfolgen. Betreffs der auS dem Ministerium des Innern zu erwartenden Vorlagen wird ge- melset, daß die Grundzüge des Entwurfes eines Sparkanen gesetzeS bereits fertigqestellt und dem Minister von der Recke unterbreitet find. ES ist jednch noch fraglich, ob der Entwurf dem Landtage wird zugehen können. Dagegen ist -- als ficher anzunehmen, daß die Landgemeindeorbnnng für Hefiea-Nnssau In der bevorstehenden Tagung an den Landtag gelangt. Der Entwurf liegt zu. demnächftigen Befchluß. faffuna durch daS Staat-Ministerium vor. Berlin. 14. September. Der Director der Colonial- abtheiluna im Auswärtigen Amt, Dr. Kayser, ist vorn Urlaub hierher zurückgekehrt und hat seine Amt-geschäs e I wieder übernommen. mVAP,c I Breslau, 14. September. Ein interessanter Proceß I wegen Beleidigung spielte sich heute, wie der „dSreSlomer Gen.-Aoz." meldet, vor der hiesigen Strafkammer ab Der Mühlenbauer Paul Kühn hatte tu einer soc:ialistischen Der sammlung am 22. März d. I. behauptet, die i°cialistische cibce faffe in den weitesten Kreisen Wurzeln, sogar Beamte feien von ihr ergriffen- sogar Polizeibeamte der Schutzmann, schäft und Gendarmerie, welche zur Ueberwachung der focia- ltstischen Versammlungen commanbirt seien, huldigten der Soctaldemokratie. Der Minister Freiherr v. d.Recke sah | in dieser Behauptung eine Beleidigung der Schutzmann chaft und Gendarmerie und stellte bei der StaatSanwaltscha Strafantrag. Der Staat-anwalt beantragte zwei Monate Grsängniß. Der Gerichtshof erkannte auf Freisprechung unter Zuerkennung de- Schutzes von § 193. Frankfurt a. M, 14. September. Die hier abgehaltene Delegirtenversammlung der hessischen Gewerbe- Vereine sprach sich in ihrer Mehrheit gegen deu Handwerk-, organisations Gesetzentwurf au-, da er für süddeutsche Der. bältniffe ungeeignet sei. , . . Frankfurt a. M., 14. September. Morgen wird der Fernsprech-Verkehr von hier nach Ulm und Heilbronn eröffnet. Ferner dürfte schon morgen der Fernsprechverkehr zwischen Frankfurt a. M. und Köln eröffnet worden. Heilbronn, 14. September. Gestern wurde hier der 15 deutsche Weinbau-Eong.eß in Anweienheit be« wlltttembergifchen Minister- be« Innern, v. Bischtck, eröffnet. Als erster vorfitzenber würbe gewählt; Geh. Comme.zlen.ath Wegele.-Mninz, zweiter vorfitzenber Freiherr v. Boihmnstn, bodlsch-r Oefonbler in München, britte. vorfitzenber Kammei- Herr v. Zehben-Nockenheim. De. erste Borfitzenbe sprach be. württembergischen Regierung bett btsonberenDank be-Weinbau- Beilin« au«, wobei er auf ble f. Z. brohenbe Weinsteuer und ble so wirksame Rebe be« Mluisterprästbenten v. Mittnacht dagegen hinwieö. „ , ... Wien. 14. September. Wie in hiesigen diplomatischen I Kreisen bestimmt versichert wird, hat in den letzten Tagen ein lebhafter Meinungsaustausch der Großmächte wegen der bedrohlichen Situation in Konstantinopel statt- gesun^en. Da« bereit- angekündigte energische Einschreiten der Mächte soll nunmehr Thatsache werden. Brüx, 14. September. Der gestrige Tag ist ruhig verlaufen. Die Eindämmungsarbeiten scheinen endlich I von Eriolg zu sein. _. , . Brüx. 14. September. Die Lage in der EinbruchS- ftelle hat sich infolge des heute eingetretenen Regenwetters wieder verschlimmert. Die Sachverständigen sind sehr vessimistisch gestimmt, da da- Waffer von Neuem steigt. Brüffel, 14. September. Der „Soir" veröffentlicht über I die Entdeckung des internationalen Anarchiften- EomplotS in Berchem folgende nähere Meldungen. Englische DrtectiveS find in Antwerpen angrkommen und haben in der Wohnung der verhafteten Anarchisten umfangreiche Correfpon- denzen beschlagnahmt, woraus hervorgeht, daß der bekannte I inländische Anarchist Tynan in Boulogne für Mer gestern tintreffen sollte. Der franzöfische Polizei-Eommiffar von Boulogne wurde hiervon telegraphisch verständigt. Derselbe I begab sich mit vier Polizisten in daS Absteigequartier TynanS, wo er diesen im Bett verhaftete. Tynan ist bekannt unter dem Spitznamen Nummero Eins und war der Urheber des Dynamit Attentats vom 6. Mai 1882 im Phönixpark bei I Dublin, wobei Lord Cavendish umS Leben kam. In feinem Reisekoffer entdeckte man sehr compromittirende Correfpon- I 6en5C«otil, 14. September. Angesicht- seiner vielfachen I Dienste für Rußland erhielt Baron Alfon» Rothschild den Großcordon deS Weißen Adler-Orden«. I Pari». 14. September. Den Morgenblattern zufolge beläuft sich der Materialschaden, welcher durch den Cyclon ungerichtet wurde, auf drei Millionen Franc-. Bis jetzt find 5 Opfer der Katastrophe beerdigt. Gestern befanden sich in den Spitälern noch 90 schwer Verwundete und | weitere 50 werden in ihren Wohnungen verpflegt. Paris. 14. September. Ein gewiffe« Aufsehen erregt ein Artikel, welchen der italienische Deputirte Colajanni in der Nouvelle Revue veröffentlicht. Der Artikel richtet fich gegen den Dreibund, welcher für unzweckmäßig und für die Betheiligtrn für lästig erklärt wird. Roubaix. 14. September. Gestern brannten in der Umgegend von Roubaix mehrere große Pachthöfe nieder. Unbeschreibliche Panik herrscht schon seit einigen Tagen in dieser Gegend, da zahlreiche Pächter Brandbriefe erhalten haben. Loudon, 14. September. Die Freunde Dr. IamefonS und seine mitverurtheilten Genoffen haben mit ihrer öffent- lichen Petition behufs Freilafsu-rg der Gefangenen klägliches Fiasco erlitten. Obschon einige Blätter, welche noch Sympathieen für Jameson bewahrt hatten, meldeten, daß da» Publikum die Petition unterzeichne, so trug dieselbe gtfttrn im Ganzen nur vier Unterschriften. bk •'ÄS’’* 1’ »'■ ^aftabt i. z« W, re- "“wO* *** Stioali c Grohhaodel Ulftruvg dtl vt la»»°d s ijitigenb. Dihhau xratcxitQtn Ha Id ter S'St" bmltfctnhn am Milt, h'erduv riii jugtfügl wird. Rtuorioung :i°«al in Nr/ Fragcr auf t Btf fi» Ur agtarl g/groübrrfichti', hat l^n Sezeniatz zwif tau voo havdrl v dm Untergang btt der »still @titd)it Dir rrfahmvg wti idjitbain Jnteressei Itählgt wird, totnr Bir werden nicht i find durch dir 6c ßezengeführl wird, ßninbt drS Müiti otzor einen fouflra Drr inländische Mc ibn ju erholten, ist Ungleich müfjtn wir stoodes unseres Volk Btnn btt Qtttiiü, ata zuzuir lowmi, uaMizrLanair auf ei allein möglich, di und zu unrerhalten. ls§eoonoten großen Kehrn sollen, den j ter tzoldwährung d leite R-Hregein H «sttden. Dir anbei Mahregel vppofitie üi vaihlnbeod ist, " Dir 6. or! «ewndevei 11 Stuttgart. : 6t* ^lelohandwerkS ^ialpolitik, vortr °°s Siultgarr- @r .? ?"°s»organisa I4e*ai de, unlaut Dr* S°rd Muth Miillr! " ob diel L.^7«« hl ui. tln lold Leben gerufen werden s der nationalliberalen Partei durchaus ferne liege und bafr dieselbe Fühlung genommen habe m t Herrn Oberbürgermeister Snauth. Ferner wurde berichtet, der Oberbürgermeister habe erklärt, er würde nur dann seiner «ufstrllung als Candi'at zustimmen, wenn auch die freifinnige Partei dies gemeinsam mit den Nanonalliberalen thuu würde. Es heißt in einem der erwähnten Zeitungsberichte weiter, daß von Seiten deS Vorstandes deS nationalltberalen BereivS vertraulich Fühlung genommen werden solle mit Mitgliedern des Vorstandes deS freisinnigen Verein». Diese» sei geschehen durch eine offieielle Mtttheiluug seitens de» Herrn Rech», anwalt Dr. Fuhr, woraufhin vor acht Tagen in einer Bor. ftandSfitzuug der Freisinnigen der nationalliberale Vorschlag einer Candidatar unsere» Oberbürgermeister» zum Landtag gemeinsam für beide Parteien berathen wurde. Der Vor- stand war nun einstimmig der Meinung, dem gemachten Vor- schlag nicht beizutreten, sondern festzuhalten an der Person deS bisherigen Abgeordneten Rechtsanwalt Metz. Diesem Beschluß lag fern der Gedanke, al» erblickten die Freisinnigen resp. deren Vorstand nicht auch in der Person unseres hochverehrten Herrn Oberbürgermeisters einen durch- aus geeigneten Mann, der in jeder Beziehung berufen wäre, unsere Stadt Gießen im Landtag zu vertreten. Der vorstandSbeschluß sei geleitet gewesen von nur politischen Rücksichten, die man der freis. Partei schuldig fei und welche darin gipfeln, da» Mandat zum Landtag der freisinnigen Partei zu erhalten, daß die Freisinnigen aber besonders die Pflicht haben, den bisherigen Abgrordneteu Metz nach Möglichkeit wieder zu wählen, nachdem derselbe । iTöif Jahre sich der mit der Ausübung de» Mandat» verbundenen Mühewaltung jederzeit dereitwilligft unterzogen und derselbe sich zur Annahme einer Wiederwahl bereit» vor Wochen bereit erklärt hatte. Der Vorstand de» frei- finnigen Vereins erachtete zudem nicht die Form, in welcher von Seiten der nationalliberalen Partei die Anregung zuerst durch die Preffe an ihn ergangen, bevor eine vertrauliche Aussprache mit einander stattgefunden hakte, für die richtige. Dieselbe sei geeignet, den Anschein zu erwecken, als sollten die Freifinnigen mit der Proclamation deS Herrn Oberbürgermeister- als Candidaten für den Landtag vor eine Thatsache gestellt werden, AngcfichtS deren es kein Nein gebe. Wenn in unserer Provinz unter den heutigen Berhältniffeu die Freisinnigen wieder einen größeren poii- I tischen Einfluß gewinnen wollen, so muß die Partei daran sesthalteu, sich nicht in dieser Weise daS Mandat für den Landtag auS der Hand nehmen zu laffen, zumal btt von den Gegnern gegen den bisherigen Vertreter erhobenen Vor- würfe durchaus unbegründet und unberechtigt seien. Herr Eichenauer bemerkte zum Schluffe: Nichts habe dem vor- stände ferner gelegen, al» etwa eine Aversion gegen Herrn Oberbürgermeister Gnauth, den wohl fämmtliche Freisinnige ebenso hoch schätzen und verehren, wie die Nationalliberalen, rein politische Erwägungen sind eS, die den Vorstand dabei leiteten, er bitte die Versammlung, einst,mm g ihre Zustimmung hierzu zu geben. Auf biefibejügliifce I Anfrage deS Herrn Stieb er theilt Herr Eichenauer mit, daß man sich dahin geäußert, daß die Zustimmung zum Antrag Wafferburg, betreffend Wiederzulafstmg der I Jesuiten und die Haltung deS RechtSanwaltS Metz b■ «i «L “ H«n> Rrchu, ,?tn rivrr $O|I b.t,1,t “ » 8«nl„: * * Beulten Aoi 'm.?" ** ®‘6' Ach, ' bl« 8* *n d» Pni„ f**11 il«m butt 'M""! bttufn >° otttritti. 7"° »•« v,T|ii Wulbl« |i «"« ftrttoi bi, Sretfillnlgin abu 9eD ^gtotbnttn nachdem dnselti 3t6 Mallbarr bt(. imterjegm Wiederwahl bettln Vorstand des jttb Form, In welchki e Anregung gunfi eine vertrau« eknden hatte, für Wv& zu erweckro, nwaüan des Hei» den Landtag tot hts deren es Idi »niet den hechn lim gröheren polt< j die Partei borti s Mandat für dtt tn, zumal die m eter erhabenen!>-,« 'echtigt seien, jm htS habe bea&f- ersinn gegen hm nmtliche Fleier ie Natlonalliderriln, die btn Sorftaad nfong, e/ofiiwmg Ruf diesbezügliche )txt b\t Vitderzulasimg dn SanvaltS Metz VA oigSbahn die Puck möglich machen, st dast er sich nie ui n daß ihm daisiii'. jten worden iet. 81 Thatigkeit als b als eine liebgew1 «Sher ja verhält ! Zett gelasirn W> wolle aber geflehi- ob er eventl. »W solle, er gefd)»^ * * Ml In den W ÜtwÄj Ls -M'i» 1 '«k ich* * Äb«W1* ■ V fysi * ms ;<««»“'®w i ->«' ® „ i'i 16)e' rSer* -Ls •■;'S=5 Bll» die Berechtigung zum Eintritt in« Festspiel für den 30. Sep- cember für eine Person verbunden und den Preis inSgesawmt auf 4 Mk. gesetzt. Für die Verhandlungen un) Abende gelten diese Karten als Familientarten. Auch ist damit die Berechtigung zum Zutritt zu den vorbehaltenen Plätzen in den Kirchen verbunden. Bestellungen auf Festtarten nimmt von Darmstadt und von auswärts entgegen Herr Ober- Confistorialbuchhalter Rothermel. Auch wird in diesen Tagen mit dem sonstigen Vertrieb der Festkarten begonnen werden. ES steht wohl zu hoffen, daß bet dem reichhaltigen Programm, daS geboten wird, auch daS mit den Festkarten tn Aussicht genommene finanzielle Resultat gleichen Schritt hält, weih es doch die Darmstädter Bevölkerung von den Familienabenden de« Eoang. Bundes her, daß man bet seinen Veranstaltungen nicht enttäuscht wird und so im besten Sinn de« Worte» „wieder auf seine Kosten kommt". •• Laodwirthslhast und Industrie. Ueber die wirthschafr- lichen Kämpfe der Gegenwart und ihre Austragung spricht sich der jüngste Jahresbericht der Handelskammer in Worms folgendermaßen aus: „Eine neue Scheidung der Nation In zwei Parteien hat fich vollzogen. Sie ist plötzlich mit elementarer Gewalt ausgetreten und an Schärfe des Gegen« satzeS der schon bestehenden Scheidung in Arbeiter und Arbeit« gebet vergleichbar. Zugleich zeigen sich weitere Gegensätze zwischen Großhandel und Kleinhandel, zwischen Großindustrie und Handwerk. Auf den verschiedenen Gebieten wirkt der Umschwung der Berhältniffe eineSrheil« außerordentlich be« fruchtend und wohlthätig, anderniheilS aber auch schwer schädigend. Deßhalb ist allenthalben der Kampf um die nateriellen Interessen entbrannt und drängt immer mehr den bd der Eigenart de« deutschen Volkes seither vor« herrschenden um die ideellen Güter zurück. Wir find der Ansicht, daß hierdurch unserem Volke ein bleibender Schaden nicht zugefügt wird. Die wirthschastliche Lage aller einzelnen Glieder eines Volksganzen ist doch wichtig genug, daß ihre Neuordnung einmal in den Vordergrund treten kann und andere Fragen auf eine andere Zeit verschoben werden können. Wie sich die agrarische Partei und ihre Gegner zur Zeit gcgenüberstehen, hat eS den Anschein, als ob ein unversöhn licher Gegensatz zwischen den Interessen deS Ackerbaues und denen von Handel und Industrie bestehe und die eine Partei den Untergang der andern beabsichtige. Aber auf die Hitze der ersten Gefechte wirb eine ruhige Ueberlegung folgen. Die Erfahrung wird zeigen, daß eine Solidarität der ver« f(Siebenen Interessen besteht, infolge deren das Ganze ge« sittädigt wird, wenn einzelne und wichtige Theile Roth leiden. Wir werden nicht ruhig zusehen können, wenn unser Bauern« stund durch die Concurrenz deS Auslandes dem Ruin ent» gegengeführt wird, und zwar nicht nur auS dem ethischen Grunde de« Mitleids, sondern weil Industrie und Handel otzne einen kaufkräftigen Bauernstand nicht bestehen können. Der inländische Markt ist der sicherste und wichtigste, und iin zu erhalten, ist eine der ersten Aufgaben deS Staates. Zugleich müssen wir vetmeiden, die jüngste Quelle deS Wohlstandes unseres Volkes, Handel und Industrie, zu verstopfen. Wenn der Gewinn, den beide abwerfen, auch nicht direct allen zugute kommt, so verthrilt er sich doch befruchtend durch unzählige Canäle auf da« Ganze und die gezahlten Löhne machen c« allein möglich, den Ueberschuß an Bevölkerung zu ernähren uab zu unterhalten. Auf agrarischer Seite wird man die |o genannten großen Mittel aufgeben müssen, die darin be« stehen sollen den Fruchthandel zu verstaatlichen und statt der Goldwährung d e Doppelwährung einzuführen, weil durch beide Maßregeln Handel und Industrie schwer geschädigt würden. Die andere Seite darf dagegen nicht gegen jede Maßregel Opposition machen, die der Landwirthschaft, soweit sie nothleideud ist, zu helfen geeignet erscheint." ♦* Die 5. ordentliche Hauptversammlung des Verbände- devlscher Gewerbevereine tagt vom 20. bis 22. September tu Stuttgart. Auf der Tagesordnung stehen: Die Lage be« KleinhandwcrkS nach den Erhebungen deS Verein« für Socialpolitik, Vortrag de« Finanzamtmanns Dr. Trüdinger auS Stuttgart- Erörterung der Gesetzesvorlage, betrcffrnd die ZwaogSorganifatton deS Handwerks- Gesetz zur Be- kLmpfung des unlauteren Wettbewerbs, Berichterstatter RcchtS- anttolt Dr. BergaS auS Wiesbaden; Gesetzesvorlage, bett. Sicherung der Forderungen der Bauhandwerker und Liefe« tonten, Berichterstatter RelchStag^abgeo, dnetrr Bossermann an» Mannheim- Verleihung der Berechtigung zum einjährig« freiwilligen Militärdienst an die Absolventen von Fachschulen, Berichterstatter Rechtsanwalt Calmann auS Alzcy- Prüfung der Frage, ob die Einrichtung von ständigen Schiedsgerichten zur Schlichtung oder Entscheidung von gewerblichen Streit« sollen, wie ein solches der Niederösterretchische Gewerbeveretn In» Leben gerufen hat, sich empfiehlt und durch den Vcrband Qfigeftrebt werden soll - Anträge ke« Gaunerbande« bir ober« badischen Gewerbevereine und de« GewetbevereioS zu Quer« flirt, betriffenb daS in Vorschlag gebrachte Gesetz über den Schluß der Derkaussladen an den Wochentagen um 8 Uhr Abends. * Für Rekruten. Angesicht« der demnächst stattfindenden Einstellung von Rekruten machen wir daraus aufmerksam, daß die Rekruten verpflichtet find, vor ihrer Einstellung ein etwa gegen sie schwebendes Gerichtsverfahren der Militärbehörde anzuzeigen. Sie werden eventuell nicht eher eicgefhQr, als bis die Strafsache, einschließlich Straf Vollstreckung, gegen sie erledigt ist. Unterlassen sie die Anzeige, so werden fie bei einer Verurteilung behufs Verbüßung der Strafe wieder entlassen, ungeachtet dessen, wie lange fie bereits dienen. Im nächsten Jahre werden fie bann erneut auSgehoden, ohne daß die vorhergegangene Dienstzeit ungerechnet wird. *♦ Kartentelegrawme Bon der ReichSpost wird gegen« ui artig die Einführung sogenannter Kartentelegramme erwogen. ES ist beabsichtigt, auf Wunsch offene Depeschen auf postkartenähnlichen Formularen den Empfängern zuzustellen. Die Kartentelegramme würden für 15 Worte (die Adresse mitgerechnet) nur 50 Psg. kosten. Die Poft erspart dabei aber viel Zeit unb Arbeit, mehrere dienstliche Vermerke über Abgang«, und Ablieferungsstunde, Faltung und Schließung der Depeschen, sowie Eintragung in daS AblieferungSheft. Die Bestellung wäre auch eine viel beschleunigtere. Die Ausnutzung solcher Kartentelegramme für CourSdepeschen rc. will man durch Beschränkung der erlaubten Anzahl von mit« telegrophirbaren Zahlen auf zwei ober drei Gruppen (zu je fünf Ziffern) verhindern. Ein Poststempel könnte, wie bei Postkarten, die AnkunstSbestimmungen ersetzen. •* Sine neue Prägung Funfzigpsennigstucke wird zur Zeit in der Königlichen Münze tn Berlin hergestellt und wird bereits in den nächsten Tagen zur Ausgabe gelangen. Die neuen Münzen zeigen auf der MünzbezeichnungSseite einen Elchenkranz und ebenfalls einen solchen auf der Rückseite. Der Adler ist bedeutend kleiner als bei den bisherigen Fünfzigpfennigstücken und mit schräg abfallenden Flügel« federn. Die Rette deS BrustschildeS wird durch kleine Adler gebildet. ______________ Bad-Nauheim. 11. September. General Gurko ist nebst Gemahlin unb Gefolge zu längerem Kurgebrauch hier etngetroffen und hat, wie auch im vergangenen Jahr, in der Vtlla Hohenzollern Wohnung genommen. * Marburg. 12. September. Infolge de« durch die lange Regenzeit hervorgerufenen landwirthschaftlichen Noth- standes beschloß die Kasseler Landwirthschaftskammer die sofortige Anschaffung zweier Getreidetrockner mit 6OOOMk. Kosten- der eine wird in Raffel, der andere in Fulda ausgestellt. ♦ Wurzburg. 14. September. Bei der gestrigen Hebung der Luftschiffer «Abtheilung in der Nähe unserer Stadt rief einer der zahlreichen Zuschauer die unangenehme Erinnerung an die traurige Fuchsmühl Affaire wach, indem er in dem Moment, al« der von dem FuchSmÜhl-Angriff her bekannte Premierlieutenant Mayr nach Füllung des Fessel- ballons „Los!" commanbtrte, mit lauter Stimme „Fuchsmühl!" rief. DaS Publikum wurde dadurch etwas erregt. Ein Polizeibeamter stellte die Persönlichkeit des Rufers fest, der ein älterer Schriftsetzer ist. * AuS der Pfalz. 13. September. Ein Unglücks fall ereignete fich heute Mittag auf dem Rhein bet Germersheim. Zwei Soldaten vom dortigen Trainbataillon unternahmen mit zwei Mädchen eine Kahnfahrt. An der Schwimmschule kippte der Nachen um und särnrntliche Insassen fielen inS Wasser. Ein Soldat und ein Mädchen verschwanden sofort in den Fluthen des Rheins, während die beiden anderen fich retten konnten. Die Leichen sind noch nicht gelandet worden. * Schaffhausen, 14. September. Als gestern Abend um 7 Uhr das von Constanz kommende Rheindampfboot bei der badischen Station Büsingen anhielt, brach der Landungssteg mitten entzwei. 45 Personen fielen ins Wasser, 2 Fabrikmädchen und 1 Knabe find ertrunken, 5 andere Personen wurden besinnungslos auS dem Wasser gezogen. ES ist nicht ausgeschlossen, daß noch weitere ertrunken und flußabwärts getrieben sind. — Ueber den Unfall, der fich gestern Abend an der Landungsbrücke in ©ue fingen ereignete, wurden folgende Einzelheiten bekannt: Der Landungssteg, der eine Länge von 12 Meter besaß, war dicht besetzt mit Leuten, die von der Ktrchweihe in Schaffhausen zurückkehrten. Der Einsturz erfolgte infolge Bruches eines Querbalkens in einer Ausdehnung von 3 Meier. Auf dem kreuzenden Dampfer „Arenenberg" entstand eine Panik. Die Passagiere, 200 an der Zahl, stürzten sämmtlich auf eine Seite de» Schiffes und nur mit größter Mühe war dessen Sinken zu verhindern. Die Zahl der Ertrunkenen ist noch nicht ermittelt. Mit Sicherheit steht nur der Tod eine« Mädchens unb eines Knaben fest. Die Brücke war vor sechs Jahren neu errichtet und erst vor wenigen Monaten amtlich untersucht worden. Cttexatur und KnnU — Die Verlagshandlung Breitkops u. Härtel in Leipzig, die es sich zur Ausgabe gestellt hat, durch ihre groß angelegten Bibliotheken sür den Concertgebrauch, wie durch die Volksausgabe und den „Deutschen Liederverlag", die Schätze classtscher und moderner Musikwerke in practisch eingerichteten Ausgaben zu bescheidenen Stufenpreisen Jedermann zugängig zu machen, kündigt in den soeben erschienenen Mittheilungen Nr. 46 als neue große Sammlung, btc zunächst auf 1350 Nummern berechnete Rammermufik-Vibliothek an. Bei dieser StimmenauSgabe tritt wiederum an Stelle der losen und gefälzelten Bogen das geheftete Stimmenbuch, daS auch einzeln abgegeben wird, um Demjenigen, der sich nur für sein Instrument eine werthvolle Musikaliensammlung anlegen will, die Anschaffung nach Möglichkeit zu erleichtern. — Neben der PartiturauSgade von Joh. Seb. BachS Wecken, welche die Bach-Gesellschaft im nächsten Jahre zu Ende führen wird, ist auch die Ausgabe für den practischen Gebrauch rüstig gefördert worden. Gegenwärtig beginnt die Herausgabe von Bach's Kammermusik in wöchentlichen Lieferungen zu 1 Mk. — Edgar Tinel, der Eomponist des viel aufgesührten Oratoriums „Franziskus", bietet der Musikwelt ein neues, groß angelegte- Werk, das 3artige Musikdrama „Godoleva", von dem der Klavier - aukzug Anfang November erscheinen wird. — Zum ersten Male wird jetzt eine GesammtauSgabe von Giuseppe Verdi'S 27 Werken in der Einrichtung für Gesang unb Pianoforte oder für Pianoforte allein veranstaltet. Monatlich sollen 2 Bände in sorgfältiger Ausstattung erscheinen. Anmeldungen zur Subscription werden bis Ende October von Breitkopf u. Härtel, als Vertreter der Originalverleger Ricorde u. Co. in Mailand angenommen. — Die Mittheilungen enthalten ferner einen kleinen Aussatz über Karl Loewe zur Erinnerung an seinen 100. Geburtstag, sowie kurze Biographien von Fr. GrÜtzmacher, Ernst Rudolf unb M. Enrico Bossi. AuS dem sonstigen reichen Inhalt sind heroorzuheben die als demnächst erscheinend angekündigten ausgewählten Schriften Hans v. BülowS, eine Sammlung in Darmstadt ausgefundener alter Militärmärsche, die inzwischen auf Allerhöchsten Befehl des Kaisers den preußischen Armeemärschen einverleibt worden sind, endlich auS dem Gebiete d S Kunstverlages HanS Thoma's eigenartige Schwarzkunstblätter und die von Kunstfreunden beifällig ausgenommenen neuen Flugblätter, die zum Preise von je 10 Psg. abgegeben werden. 2Kirc^lid?e Anzeige« der Stabt Gietzen. Evangelische Gemeinde Den neuconfirmirten Mädchen auS der MatthäuSgemeinde zur Mttheilung, daß der auf Mittwoch verabredete Spaziergang deS unsicheren Wetters wegen unterbleibt. Der in Aussicht genommene Ausflug der neuconfirmirten Mädchen der LucaSgemeinde muß verschoben werden. Gottesdienst in der Synagoge. Donnerstag den 17. September, BersShtMttgSfest. Vorabend 615 Uhr, Morgens 790 Uhr, Festesausgang 716 Uhr. Gottesdienst der israelitische« Religionsgesellschaft. Donnerstag den 17. September. BersShnungSfefi. Vorabend 615 Uhr, Vormittag 7 Uhr, FesteSausgang 7" Uhr. Verkehr, Canb» tmb Votkrwirthsehaft. Gieße«, 15.September. Marktbericht. Auf dem heutig« Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,05—1,20, Hühnereier pr. St. 6-7 X 2 St. 00 4, Enteneier U H, 2 St. u 4, Gänse» tiet pr. St. 00—00 H, Käse pr. St. 5-8 Käsematte pr. St. 3 * Erbsen pr. Liter 16 Linsen pr. Liter 28 4, Tauben pr. Paar X 0,50 bis 0,70, Hühner pr. Stück 0,90 bis 1,00, Hahnen pr. Stück X 0,50-0,75, Enten pr. Stück X 1,60—1,80, Gänse pr. Pfund X 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 70-74 H, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 64-68 H, Schweinefleisch pr. Pfd. 56 bis 66 4, Schweine« fleisch, gesalzen, pr. Pfd. 70 A, Kalbfleisch pr. Pfd. 60-00 * Hammelfleisch pr. Pfd. 60—70 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,00 bi« 6,00 u4L, Weißkraut pr. Stück 0--00 4, Zwiebeln pr. Centner X 3,50—4,00, Milch pr. Liter 16 Witterungsbericht vom 14. September. Die Wetterlage bleibt fortdauernd eine ungünstige. Fast ganz Europa mit Ausnahme des äußersten Nordostens, wo ein barometrisches Maximum lagert, gehört einem G-biete meist niederen Druckes an, innerhalb welchem außerdem noch die Luftdruckoertheilung eine unregelmäßige ist. Das DepresstonS-Centrum liegt mit einer Tiefe von unter 740 Mm. im Nordwesten der britischen Inseln. voaa«SHGUiGr »tttmmgi Auf unserem Gebiet meist unbeständig mit stellenweism Niederschlägen- Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemefien am 15.Septbr., Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 12'/,, Luft 13°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Obstversteigerung. Das Spätobst von den städtischen Bäumen am Krofdorferweg, Hardt- terg, in den Friedhofs Anlagen, am Lutherberg, an der Licherstraße, am llvneröderweg und im Lärchenwäldchen, sowie die Kastanien an der Licher- unb Grünbergerstraße sollen Freitag, 18. September, Nachmittags 3 Uhr, am Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist am Schlachthaus. Gießen, den 15. September 1896. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 8217 DorlmiioiliT llirr aus der Brauerei P. Overbeck, wieder stets frisch in Zapf. Lkstimratioui.AquariM, 7538 Wavthorftr. 5. Berfteigerung von Graben- und Wegebauarbkiteu in den Waldungen der Gemeinde Wieseck. Samstag deulS.September 1.1., Nachmittags 5 Uhr, sollen die nachstehenden Arbeiten, als: 1. Basaltstein-Lieferung, veranschlagt zu 645 Mk., 2. Aufsetzen derselben, veranschlagt zu 37 Mk. 50 Pfg., 3. Chaussiren,veranschlagtzu375Mk., 4. Ueberdecken, „ „ 50 „ 5. Grabenaufräumen, veranschlagt zu 97 Mk. 10 Pfg. auf hiesigem Rathaus versteigert werden. Wieseck, am 14. September 1896. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. Sommerlad. 81991 Obst- Versteigerung. Dienstag den 22. d. Mts. sollen die dem Hofgut Winnerod gehörigen Aepfel, darunter feinstes Tafel« und Kelterobst, meistbietend an den Bäumen versteigert werden. Die Versteigerung beginnt Vormittags 9 Uhr beim Hof. Winnerod b. Station Reiskirchen. 8202___________H. Erb» Donnerstag den 17. Sept. t.I, versteigere ich zu Gießen öffentlich gegen Baarzahlung: a. Nachmittags 3 Uhr im Adler: 1 Pferd, 1 Wagen, 1 Handwagen, 1 Partie Heu, 1 Partie Glaserleisten, 1 Cassaschrank, 1 Ladenschrank, drei SophaS, 2 Commodm, 1 Pianino, 1 Büffet und sonst Möbel, 1 neues Zweirad, Spiegel, Bilder rc.; b. Nachmittags 4 Uhr an Ort und Stelle (Zusammenkunft Ecke Grün» bergerstraße und Wolfstraße): die Kartoffeln, Meerrettig und sonst. Ernte von verschiedenen Trieboierteln. Versteigerung vorauSs.theilw. bestimmt. 8216_______Angel, Gerichtsvollzieher. Mittwoch den 16. Sept. I. I-, Nachmittags 2 Uhr, werden im Bieter'schen Saale — Neustadt 55 — versteigert: Möbel aller Arten, Silber, 1 vollst. Ladeneinrichtung, 1 Regulator, eine Nähmaschine, 1 Waschmaschine, drei Wagen, 1 Sammelwagen, 1 Pianino u. a. m. 8215 «eitler, Gerichtsvollzieher. V* Wer schnell und billigst Stell««O finde« will, verlange per Postkarte die »Deutsche Vacanzen-Pofti' tn Gfili«gsW. Hohen Feiertags halber bleiben meine sämmtlichen Geschäftsräume Donnerstag den 17. ds. TU. Z- tag jg Bttr.: Sntschä! gtfafltn Das GW a die Orotzh. vdi uWn hdicn tunbaufiga' Milzbrand und oebft dm zu de erlaffmeo vorschr Tievstexemplc beaahrrn und bei |u Mm. Der EnWl geigen. _____ betnßrnd '. die Abi Dir bringen Grotzh. Minisieriui < Alendorf c unter folgenden B 1. Für den .«rrelsoeter sÄffen. 2. Df den^ Citen de Händlern sieben D seuchestei werden. 3. Außer selbstver! der TP Gießen, 1 Gro ’ ■ Hungen, •omire, welches "leichteruog für als auch zur Sne l'ch eine Preis, Batten, »fit Jahre be jjfa 500 Mar ^i°°lnng non L j? }2' «I der ttt Bichnnie, * vereitelt. ^'gerSckten Jab Btria ?ldl« i° Wb M, 'u--h 1« " feit»«»! Üinfilg ÄfS * u. L N gtiUntW M L.r." r U^baidei< c Jerat d die tz, ifr ®»' xttu. Elchen 1wil ftt |i<6rt,rt t1* mp W . Marioth's verb. Malzkaffee hat in Folge seiner vorzüglichen Cualität in Städten wie auf dem Lande die beste Aufnahme gefunden und ist mit Zu- gäbe eines feinen Eßlöffels oder einer feinen Eßgabel oder zwei feinen Theelöffeln zu jedem zweiten Pfundpacket zu haben bei den Herren: Fr. Leo; H. Wallach; A. & « Wallenfels; G. Walter. 7401 Alexander Mayer geschlossen Mannsactur-, Kurz-, Moll- und Weitzwaarcn. 8213 Pferdeknecht gesucht. 8177 3904 I Stellen-Gesuche.« jon 3. Kurz & Co., Giessen, Kah-hsfflriift 63. Frankfurter Börse vom ^14^ September 1896. 3 Portugiesen Stadt Darmstadt v. 1891 —6 Stadt Worm» unk. b. 1901 103.40 4 Uhr 1887 Stfboction: R. e#el?ba. 4 4 104.16 99 16 103.70 3 3 Mexikaner Monopol-Griechen von Eisend. Rentenb. Dbl. BuderuS Obl.___ 8017] Lehrmädchen, aus guter Familie, per sofort in ein eines Geschäft gesucht. Rest, erbitte unter B 200 an die Exped. d. Bl. 8185] Einen Schneidergeselle« sucht Reinbard Greb, Sckloßgaffe 1b. 4Vi Oefterr. Lilberrente 4 Ung. 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