•i Mi** ®ep Vor, jetzt: »t. 241* ©hier, tz Oou Nr, 110^_ auäroätüflen »- l!«« »ieitaj, bis e»K-dt 78 ei,: metzgeif ■ferung befiet, fabel» mpsohlen. Hochachtungsvoll ch Rausch, ht ilitäten empfehl*: und Sommer-SäL-.r er-Handschuhe, ■Socken, reiss ■Socken, ne Damen* ur »trumpfe. Lager in 1 leider aller lemden. olf S »weg 20. 1S96 Samstag den 16 Mai Erstes Blatt 1U M Zlints. und Anzeigeblatt für den «reis Gieren Hratisöeilage: Hießener Jamilienölätter. IO ■t*n|o:< 6om Anzeigen zu bet Nachmittag« für bm Tag erscheinenden Nummer bi« Bonn. 10 Uhr. «lle «nnoncen-Bureaux de« In- und Äuilonbe« nehme» Anzeigen für ben „Gießener Anzeiger" entgegen. 1896. Pofadowskt, wird fortgesetzt Dentsehev Reichstag. 90. Sitzung. Mittwoch, den 18. Mai Aba. v. Komierowski (Pole) plaidirt für einen von ihm zum S 79 gestellten Antrag, daß die Feststellung der Conttngente der Fabriken „zugleich auch als eine Conttngentirung der Zuckerrüben- Anbaustächen zu erfolgen habe." Abg v. Staudy (cons.) ist bereit, feinen Widerspruch gegen das ganze Gesetz zurückzuziehen, falls der Antrag Podbielskt angenommen werde, falls ferner ein Antrag Carmer zum S 76 durchgehe und außerdem die Betrtebssteuer falle. (Der Antrag Carmer will, daß Fabriken, deren Thetlhaber fich zu ihrer Betheiligung entsprechenden Rübenlieferungen verpflichtet Haden, schon im ersten Jahre ihres Bestehens au der Conttngentirung theilnchmen, allerdings nur mit der Hälfte ihres normalen Anthetls.) vierteljähriger |l6oe»cmeeb|itri» t 2 Mark 20 Pfg. mtr Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pf«. Rebachon, tpebkler und Druckerei: KchnkstratzeMr.,. Fernsprecher 51. Amtliche* Theil. Bekanntmachung, betreffend: Maul- und Klauenseuche. ga Nieder-Wöllstadt, Kreis Friedberg, ist die Siaiml- ui.b Klauenseuche ausgebrochen und Gehöftsperre an- qeoirlbet worden. Sieben, den 13. Mai 1896. Großherzogliches KreiSamt Gießen. v. Gagern. llklec!' bestraft. Siirßen, den 11. Mai 1896. Großherzogliches KreiSamt Gießen, v. Gagern. Gießen, am 4. Mai 1896. Betr.: Die Ausführung der allgemeinen Bauordnung - hier: Gebühren der Beztiksbauauffeher und Sach- verständigen für Prüfung geuehmigungSpflichtiger Bauten. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir erinnern Sie an die Erledigung unserer Verfügung vom 4. dS. MtS. binnen drei Tagen. v. Gagern. Am BundesrathStifche: Staatssecretär Graf Minister Frhr. v. Hammerstein. Die Berathung des Zuckersteuer-Gesetzes bei S 75: Verfahren bei der Contingenttrung der Zuckerfabriken. Ein Antrag Müller-Fulda will folgenden Absatz hinzu- fügen: „Die Conttngentirung findet für alle Zuckerfabriken, statt, gleichviel ob solche nur Rüben oder Melasse oder Beides ver- arbettn^ q^obbielfiti (cons.) beantragt folgenden Zusatz: „Diejenigen Fabriken, welche thetlwetse ihre bisherigen regelmäßigen Rübenbauer von der Lieferung der Rüben ausschließen, können auf Antrag der ausgeschlossenen Rübenbauer eine entsprechende V r- mtnderung ihres Contingents erfahren.' Durch den Antragwerde verhindert, daß die Rübenbauer auf Gnade und Ungnade den Fabriken ausgeliefert würden. Den von den Fabriken ausgeschlossenen Ruben- bauern müsse eS ermöglicht werden, für etwa von tbnen zu errichtende genossenschaftliche Fabriken nachträglich noch Antheil an der Con- ttngenttrung zu erlangen aus Kosten der Fabriken, durch welche sie ausgeschlossen worden seien. _ t Schatzsecretär Graf Pofadowskt: Was der Antrag Muller wtll, daS würde fo wte so ex lege geschehen, auch wenn der Antrag nicht angenommen wird. . , . . Abg. Gamp (Rp.) befürwortet dringend den Antrag Pod- Bekanntmachung, betreffend: die Maul- und Klauenseuche. zi lllrtchstetn ist die Maul- und Klauenseuche erloschen dt : iie Sperre wieder aufgehoben worden. Sii ßen, den 13. Mai 1896. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. vekamtmachung, betreffend: Maul- und Klauenseuche. _______ Zu Klein-Altenstädten und zu Aßlar, Kreis ist die Maul- und Klauenseuche auSgebrochen und ^erniriaiigSsperre angeordnet worden. Sii'ßen, den 13. Mai 1896. Großherzogliches KreiSamt Gießen. v. Gagern.___ Polizeiverordnung, betreffend Verhütung von Waldbränden. M Rücksicht auf die zur Zett bestehende Gefahr der CnkWvvg von Waldbränden bestimmen wir auf Grund des «UU.79 Iber Kreis« und Provtnztalordnung daS Folgende: 1, WjS auf Weiteres ist daS Rauchen von Cigarren, 1 in mnttiBtn und ungedeckelten Tabakspfeifen in Waldungen rndi aaj 'Haiden außerhalb der chauffirten OrtSverbindungS- «egt* ütiäboten. 2, Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu Feuilleton. Der Hauptgewinn. Humoreske von Osc«r Sinke. (Nachdruck verbotm.) Ledersopha in der Stube, auS welcher Plättbrett, Kuchrnftuhl und Wäsche wie von unsichtbaren Elfenhanden mit Zauber- schnelle htnweggetragen waren. Die Zeitung legte er bald wieder weg. Er wollte em Gespräch ansangen, er zeigte sich sehr ausgeräumt, während fich sein armes Hirn vergeblich abmarterte, die Ereignisse des gestrigen Abends in klar bestimmter Reihenfolge vorüber- marfchiren zu lassen — umsonst - eine graue Wolke nach der andern dämmerte, stechend und bedrückend, gegen die Gehirnwand heraus. Und während er sah, wte die Gattin durch Stillschweigen ihr vorwurfsvolle- Grollen kundgab und auch Anna eine Winterfliege an der Wand gar gelangweilt betrachtete, kam er sich wieder einmal wie ein hilfloser, rechter Sünder vor. , „Ach," sagte er, „gestern haben wir einen prächtigen Geburtstag in BemmchenS Restaurant gefeiert. Ich war gleichsam Gast und konnte in Rücksicht auf ihn die Einladung nicht abschlagen." Eisige Stille. Nur vier Frauenaugen und vier Frauenohren wurden aufmerksamer, um die Lösung der mystischen Worte „auf ihn" zu vernehmen. „Der Doctor —" c , „Welcher Doctor?" fragte Anna, die ihre Neubegler nicht bezähmen konnte, „solcher Wuvderthiere gibt eS viele — auch der da oben —" „Ja, auch der da oben — gerade der da oben ist ein prächtiger Mensch. Den möchte ich schon zum Schwiegersoha haben. Er ist reich, aber wir als Subalterubeamter, ehe- maliger Feldwebel —" „Reich, reich!" kam es wie aus einem Munde, wahrend Frau RechnungSrath Malwina Schulz vorwurfsvoll hinzu- fügte: „Du wirft Dich wohl gestern Abend wieder ganz klein gemacht haben." „Na, der Doctor war gestern Abend etwas avgethrant und da erzählte er wir, so nebenbei gelegentlich, ohne prahlen zu wollen, daß er eine sehr reiche Tante habe." (Schluß folgt.) Mma, weißt Du -" Du so Angeredete kam eben aus der Küche zur Stube httM Sie hielt ein Plätteisen mit einem frisch glühenden Bosii»! im der rechten Hand und gab es ihrer Tochter Anna, dte Jkr dem Plättbrett stand und den Rest der Wäsche plättete, .drei ngeiaen, mit Monogrammen kunstvoll gestickten, leinenen DCiitfeo Taschentücher. Das soll ich wiffen?" sragte die Mutter, mit der Hand an i ki blauen Küchenschürze entlang fahrend und ihrem UdWien in die braunen, übermüthig leuchtenden Augen altdM während der schwarzbraune Zopf nicht minder lustig im ifticn fich bewegte. Drr Doctor über uns ist ein schlechter Mensch. Er Mtiuifiern Abend den Papa «leb« b-rsührt. Er wrtb, e» ft l|«n Sonnabend, da kann er ja wohl au-schlafen. .Met Kind!" V Mama, ich habe ihn die Treppe heraufkommeu hör M lind hast Du an PapaS blauem Winterüberzieher am rechÄtir Aermel nicht die Spuren von der weißen Flurwand zeserchi? Der Doctor hat ihn geführt. Sie find beide die TrrWa - na, wte soll ich sagen - heraufgeschwommen. Mer Kind!" Ja, und nun erst der Doctor! Die Köchin von seiner »Win ilnoa, Du spionirst bei der? Kttin, unsere Guste hat eS von ihr. Und die sagte tot i irr Doctor — gestern habe er — das heißt, von Rach- «iMMacht bis in die Dämmerung des heiligen Sonntag-- moMD Ihinein, auf dem Treppenflur geschlafen. Ueberzteher, RorcS, Zwiesel, Weste, Uhr und — ich mag gar nicht alles antem nnennen — hat er überS Treppengeländer geworfen. Hemr:2 Morgen fand fie eS. Ist daS anständig für einen ftudviM Menschen, der längst verheirat het sein sollte? Gießener Anzeig er Kenerat-Mnzeiger. Abg. Müller-Fulda zieht im Hinblick auf die Erklärung de« SchatziecietärS seinen Antrag zurück. Der Antrag Podbielskt wird gegen die Stimmen der Confer- vativen abgelehnt und $ 75 in der Fassung der Commission an- s n ber bm nad) „im J 1895 -rrlchl-lm Fabriken, soweit sie nicht schon an der erstmaligen Contingenttrung bethetltgt sind, ein Conttngent für das erste Betriebs,ahr verweigert, empfiehlt ^armer (cons.) seinen Antrag, welcher zu Gunsten von landwtrthschaftsgenossenschaftlichen Fabriken etne^utznahme zulasse, sie also gleich im ersten Betriebs,ahr am Contingent be- thetlige^n rocnbet sich ebenfalls dagegen, daß den nach dem 1. December 1895 errichteten beim, noch zu errichtenden Fabriken ausnahmslos für das erste Betrtebsjahr das Gonl‘n0tynVe^n(COmd^ werden solle. Er beantragt, diesen Fabriken wenigstens „tntoroett ein Contingent zuzutheilen, als dadurch den bei der erstmaligen Contingenttrung bethetligten Fabriken das GesammlcontMgent von 14 Millionen Doppelcentner nicht gekürzt wird. Hiernach sollen also die neuen Fabriken wenigstens an dem Rest d-S Gesammt- contingentS von 17 Millionen, mithin 3 Millionen, theilnehmen dürfen^ Redner befürwortet seinen Antrag «namentlich im Sntetefie der im Osten neuentstehmden Fabriken, im Gegensätze »u der bereit» entwickelten Industrie in den Provinzen Sachsen und Hannover. Minister v. Hammerstetn wtll diesen Gegensatz nicht gelten lassen, denn die Bestimmung des §76 würde ,a die neu entstehenden Fabriken in Sachsen und Hannover ebenso ungunstts trestm, wie die im Osten. Und wenn auch in Sachsen und Hannover bk Zucker^ Industrie hockentwickelt sei, so gebe e8 doch auch da noch immer Rübenandauflachen genug, welche zum Entstehen neuer Fabriken führen könnten. Er müsse es dem Hause überlassen, ob es. wder Weise des Antrages Gamp die Cmtingente der alten bestehenden ^^"Abg!^Rich"er 'wird für den Antrag Carmer stimmen, wett er nicht das Entstehen neuer Fabriken verhindern wolle, was durch die Commissionsbeschlüsse geschehen würde. Schatzsecretär Gras PosadowSky^. Der, Antrag warmer würde zu Gesetzumgehungen Anlaß geben, indem Kapitalisten^^ welche eine neue Zuckerfabrik gründen wollten, ohne selber Rubenbauer z« sein, solche vorschtebkn würden. Materiell sei gegen den Antrag einzuwenden, daß, je mehr neue Fabriken entstunden, desto mehr die alten Fabriken im Contingent geschädigt wurden. Abg. Gamp zieht seinen Antrag zu Gunsten des Anträge» Abg. Graf Carmer modificirt seinen Antrag, um den fo^ mellen Einwand des Schatzsecretär» hinfällig zu machen dahin, datz die von ihm gewollte Vergünstigung nur solchen Fabr km zu Thett werden soll, welche wirklich nur von ihren Theilhabern selber gebaute Rübel^veratt-e^ n^^ §flrmen wird mit 122 gegen 93 Stimmen angenommen. Dafür die ganze entschiedene Linke, die Eonservativen, einzelne vorn Centrum und ein Theil der Nattt>nalltbe alen. S 77 handelt von der Festsetzung der Etnzelcontingente auf Grund dreijähriger Betriebsdurchschnitte. „Vielleicht hat er einen Grund zu besonderer AuS- gelaffenheit gehabt und dann vergeffen —" „Den haben die Männer immer! Und der will ein practischer Arzt sein? Dieser Horst Wildermann? Karl, Ka—rel!" rief fie plötzlich nach dem Corridor hinaus. Der Knabe Karl erschien, ein nichtsnutziger Obertertianer; er benutzte den freien Sonntagsvormittag, um in der Küche seine eisernen Schlittschuhe mit Sandpapier blank zu machen- in Wirklichkeit neckte er die Köchin Guste beim Mefferputzen und Lampenreinigen. „Karl," fragte die ältere Schwester den Bruder, „was heißt eigentlich practisch?" „Einer der handelt, oder auch der thätig ist. Kommt auS dem Griechischen —“ „Und Du kannst wieder gehen . . . Thätig?" rief Anna lachend auS. „Der da über unS handelt nicht und thätig ist er auch nicht, also ist er ein unpractischer Arzt." „Aber Anna, waS geht unS eigentlich der Doctor an? Laß ihn doch!" „Ich ärgere mich über solche Menschen. Sie verleiden einem —" „Das Heirathen?" „Nein, das Unverheirathetsein! Den möchte ich erziehen." „Der heirathet nie!" „DaS ist nur Gerede! Sie heirathen alle! Hat er nicht auch gesagt, er wird gleichfalls einmal „reinfallen" ? Wer so redet, hat den Anschluß noch nicht versäumt! O, dieser Wildermann — wer den wohl zu einem zahmen macht!" „Wie sonderbar Du heute sprichst! Aber fieh nur, wie eS mit einem Male anfängt zu schneien, große weiße Flocken- die Häuser von drüben find gar nicht mehr zu sehen/ Da schlug eS vom nahen Kirchthurm elf Uhr. Drüben ließ fich auS dem Raum neben der Küche zugleich ein machtvolle-, dumpfes Brummen vernehmen, dann der laute Ruf im tiefsten Baffe: „Anna!" Diesem folgte im hellsten, gesangvollen Sopranton die militärisch pünktliche Antwort: „Ja, Papa, ich komme gleich." Nach zwanzig Minuten saß der alte RechnungSrath Schulz bei seinem Kaffee und der Morgenzeitung auf de« 2*er frt*« A«reig" airtjfrl täglich, ■IN i.:: ahme be« I Hag«. tt Meßener II« «MX»-kälter ®ni*r Anzeiger vfaxte t breimal Ein Antrag Graf Stolberg (c.) will nicht bloS bei der erst- ■teligcn Feststellung, sondern auf Dauer daS Feststellungsjahr ior Ermittelung des Durchschnitts herangezogen wissen. Abg. Röstcke legt dar, wie die Sucht nach zukünftiger Erhöhung ihrer Conttngente die einzelnm Fabriken verleiten würde, ihre Contingmte zu überschreiten. Die Zuschlagssteuer, welche ihnen Has koste, verzinse sich reichlich durch die daraus folgende Erhöhung des Kontingents. So wirke daS ganze ContingentirungSsystem nicht einer Uebervroduction entgegen, sondern fördere dieselbe. Der Antrag Stolberg wird nach längerer Debatte abgelehnt. Zu S 78 wird auf Antrag Rimpan ein Zusatz angenommen, welcher die erstmalige Contingentirung für den Fall regelt, daß ein Besitzer mehrerer Fabriken eine derselben etngehm läßt, um den Betrieb in den anderen zu vergrößern. Zu S 79 liegt ein Antrag v. Komierowskt vor, wonach die Feststellung der Kontingente zugleich als Contingenttrung der Rüben- anbauflöche, ferner ein Antrag Staudy, der gegen die Feststellung he- Contingents die Berufung an die Gerichte bezw. Derwaltungs- gertchte zulasien will. Beide Anträge werden abgelehnt und der Rest der Vorlage »ach den Commissionsbeschlüssen angenommen. Nur wurde auf Antrag Paasche noch beschlossen, daß neben den Vorschriften über die Tonttngentirung auch die Vorschriften über Zoll- und Zuckersteuer mtt Verkündigung des Gesetzes in Kraft trete. Freitag 2 Uhr: Dritte Lesung des Zuckersteuergesetzes. Schluß 6 Uhr. Deutsches Reich. verltu, 13. Mai. Der Kaiser ist heute Bormittag 9 Uhr 10 Miu. mittelst SonderzugeS auf der Wildpark- statton zu Potsdam eiugetroffen und von der Kaiserin am Bahnhofe empfangen worden. Um 10 Uhr 17 Mtn. fuhr daS Kaiserpaar in Begleitung der Herzogin Friedrich Ferdinand von Schleswig-Holstein nach Primkenau (Schlesien). Berlin, 13. Mai. Das Abgeordnetenhaus erledigte heute daS Auerbenrecht, ferner in zweiter Lesung die Vorlage betr. Gewährung von UmzugSkoften an RegierungSbaumeifter, sowie Petitionen. Nächste Sitzung Freitag 1 Uhr. Berlin, 13. Mai. Die Reichstags-Commission zur Berathuug des Gesetzes über die Errichtung von Handwerker-Kammern hält, da die Handwerker-Vorlage noch nicht etngegaugen ist, Freitag eine Sitzung ab. Berlin, 13. Mat. Die Fraktion der soctalisttschen Partei beschloß in ihrer letzten Sitzung, die Partei bet dem nächsten internationalen Arbetter-Congreß in London durch die Abgeordneten Bebel, Liebknecht und Singer vertreten zu lasten. Berlin, 13. Mai. Der japanische Feldmarschall Hamagata ist gestern Abend auf der Durchreise nach Moskau mit einem Gefolge von sechs Offizieren hier eingetroffeu. Die Weiterreise erfolgt heute Abend. Berlin, 13. Mat. Der Ausstand der Schuhmacher Berlins hat keine Aussicht auf Erfolg. Von 7000 Gesellen find nur noch 350 ausständig. Die Forderungen der Gesellen find bisher nur von zwei Geschäften bewilligt worden. Zu» gestänbniste haben 16 Meister gemacht. Berlin, 13. Mat. In der Commission für daS bürgerliche Gesetzbuch gelangten heute zunächst die die rechtliche Stellung der ehelichen Kinder und die väterliche Gewalt betreffenden Paragraphen zur Verhandlung. § 1612 erhielt auf Antrag des Freiherr» v. Stumm die Erweiterung, daß bet vorübergehender oder dauernder Verhinderung beS BaterS die Mutter zur Vertretung des Kindes berechtigt fein soll. Ferner wurde auf Antrag Gröber ein neuer Paragraph eingefügr, wonach der Vater nach dem Tode der Mutter ein Derzetchniß des seiner Verwaltung unterliegenden Vermögens der Kinder dem VormundschaftSgericht einzureichen hat. Berlin, 13. Mat. Der Seniorenconvent des Reichstages tritt der „Post" zufolge nach Schluß der heutigen Sitzung zusammen, um die allgemeine Geschäftslage zu besprechen, und gegenüber dem vom StaatSsecretär Dr. v. Bötticher geäußerten Wunsch der Regierung, die Verhandlungen bis zum Juli fortzusetzen und auch das Bürgerliche Gesetzbuch zu erledigen, Stellung zu nehmen. Soweit sich die Stimmung des Hauses übersehen läßt, ist man mit einer Verlängerung der Session bis in den Hochsommer wenig einverstanden. — Der „StaatSbürgerztg." zufolge verlautete heute in parlamentarischen Kreisen, daß auch daS Centrum und die Sozialdemokraten geneigt seien, noch in dem gegenwärtigen ArbeitSabschnitt daS Bürgerliche Gesetzbuch fertig zu stellen, wenn die Regierung die Zusicherung gibt, daß alsdann kein Schluß, sondern eine Vertagung der Session eiutritt, um daS Zustandekommen der Justiznovelle nicht zu gefährden. Berlin. 13. Mai. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Da eS im militärischen Interesse erwünscht ist, daß die GrenzauffichtSbeamten — Ober - Grenzcontrolleure und Srenzaufseher — bet Ausübung ihres Dienstes auf Fahnenflüchtige fahnden und diese, falls sie betroffen werden, vorläufig feftnehmen, ist von den Ministern tu diesem Sinne Anordnung getroffen worden. Um Zweifel über die Befug- niste der GrenzauffichtSbeamten zur Vornahme dieser landeS- poltzetlicheo Verrichtungen und über die Strafbarkeit des ihnen hierbei etwa geleisteten Widerstandes auSzuschließen, find sie insofern zu HülfSbeamten der LandeSpolizet bestellt worden. Berlin, 13. Mai. Die „Post" schreibt: In der «nt- wort an daS Ministerium, anläßlich der Aufforderung des Reichskanzlers und des preußischen LaudwirthschaftSministerS au die LaudwirthschaftSkammeru, über daS Gutachten, betreffend daS Verbot des börsenmäßtgen Getreideterminhandels, treten fämmtliche Kammern einstimmig für das Verbot ein und zwar auS moralischen und wirthschaft- ltchen Rücksichten. Primkena«, 13. Mai. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin trafen kurz nach 3 Uhr Nachmittag- hier ein. Unter brausendem Jubel und begeisterten Hurrah- rufen der vieltausendköpfigen Menge fuhren Allerhöchst, dieselben in Begleitung deS Herzogs Ernst Günther nach dem Schloß, wo die Begrüßung der Allerhöchsten Heerschafteu durch die Spitzen der Behörden erfolgte. Gegen 2000 Krieger und 1000 Schulkinder bildeten Spalier. Die Stadt prangt im festlichen Schmucke. Kiel, 13. Mai. Heute Bormittag fand die fererliche Eröffnung der Schleswig-Holsteinischen Pro- viuztal-Gewerbe-AnSstellllug, verbunden mit einer internationalen Schifffahrtsausstellung statt. Nach dem Vortrage eines die Feier einleitenden Festmarsches und einer Festcautate hielt Oberbürgermeister Fuß die Er- öffuuugSrede, welche in einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser gipfelte. Alsdann ertheilte auf Ersuchen des Geheimen CommerzieuratheS Satori der Oberpräfideut von Stetnmanu die Genehmigung zur Eröffaung, an welche sich etu Ruodgaug der zahlreichen Festversammlung durch die Ausstellung schloß. Kraakfurt a. M., 13. Mai. Der „Franks. Ztg." zufolge hat fich in Eisenach der Rechtsanwalt Wilke erschossen. DaS Motiv der That ist noch nicht bekannt. Frankfurt a. M., 13. Mai. Im Fahrkarten- schaffoerproceß wurde heute bet der Vernehmung des polizeilichen VertrauenSmauneS Winterling festgestellt, daß derselbe ein wegen Bedrohung, Unfugs, Körperverletzung, schweren Diebstahls, Widerstands gegen die Staatsgewalt, Beleidigung und Mißhandlung mit mehrjährigem Gefängntß und Zuchthaus vorbestrafter Zuhälter ist. Der Gerichtshof beschloß, von der Vereidigung der Zeugen Polizeicommiffar Kämpe, Schutzmann Willrich, Bigilavt Winterling und Zug- revisor Schäfer Abstand zu uehmen, weil sie sich nach Anficht des Gerichts der Unterschlagung und der Anstiftung dazu schuldig gemacht haben. Frankfurt a. M., 13. Mai. In dem Prozeß wegen der Fahrkarten-Unterschleife beantragte der Staatsanwalt gegen den Haupt-Angeklagten Schaffner Müller drei Jahre Zuchthaus, gegen die übrigen Angeklagten mit Ausnahme des Schaffners Jung, gegen den er die Anklage fallen läßt, Gefäugnißstrafen von 3 bis 17 Monaten. Der Gerichtshof vertagte die UrtheilSverkündiguug auf den 16. d. M. Nürnberg, 13. Mai. Anläßlich der morgen stattfindenden Eröffnung der zweiten bayerischen Landesausstellung traf der Prinz-Regent Luitpold heute Bormittag hier ein und wurde auf dem Bahnhofe von den Spitzen der Ctvil- und Militärbehörden empfangen. Die daselbst versammelte zahlreiche Volksmenge begrüßte den Prinz - Regenten mit brausenden Hochrufen. Nachdem der Regent die Ehreucompagnte abgeschritten und sich in den Köntgssalon begeben hatte, hielt Bürgermeister Dr. o. Schuch eine Ansprache, in der er einen historischen Rückblick auf Nürnbergs frühere Glanzzeit warf und hervorhob, daß das gegenwärtige Wiederaufblühen der Stadt dem Hause der Wittelsbacher zu danken sei,- die Rede schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Prinzregenten. Alsdann erfolgte die Fahrt des Prinzregenten durch die festlich geschmückte Stadt nach der alten Burg. Der dem Regenten durch die Bevölkerung bereitete Empfang war etu überaus herzlicher. Arr-Laud. Wien, 13. Mai. Heute fand die gerichtliche Verhandlung gegen die bet den Ruhestörungen am 1. Mai verhafteten Arbeiter statt. 14 Angeklagte wurden zu Strafen von 6 Wochen einfachen bis zu 2’/> Jahren schweren, durch Fasten verschärften Kerkers verurtheilt. Wien, 13. Mai. Heute haben fich die Demonstrationen gegen die ungarische MilleniumSfeier an der hiesigen Universität wiederholt. In der Aula hatten sich zahlreiche deutschnationale, slovenische und rumänische Studenten versammelt, die Pereatrufe auf Ungarn und die Juden, auf das Millenium, den UnterrichtSminister Gautsch und den Rector Menger ausbrachten. Erst nach einer Viertelstunde hörte der Lärm auf. Wie verlautet, soll morgen auf der Türkenschanze eine ungarische Fahne verbrannt werden. Wien, 14. Mat. Die Delegationen werden auf den 30. d. M. nach Budapest durch ein kaiserliches Handschreiben einberufen, welches die amtliche „Wiener Zeitung" heute veröffentlicht. Budapest, 14. Mai. Auf dem Platze des Tattersall- Vereins stürzte beim Freisprtngeu der Husarenlieutenant Kattoaradi so unglücklich, daß er sich schwere Verletzungen zuzog und bewußtlos vom Platze getragen werden mußte. Der Vorfall ereignete fich dicht vor der Hofloge, in welcher sich Kaiser Franz Joseph befand. Budapest, 14. Mat. Die auf dem Hacke'schen PalaiS befindliche Fahne stürzte heute Nachmittag herab und tödtete einen Paffanten. Budapest, 13. Mai. DaS „Amtsblatt" veröffentlicht ein königliches Handschreiben, welches gestattet, daß die Budapester Universität anläßlich des tausendjährigen Bestandes des ungarischen Staates den Erzherzog Joseph zum Ehrendoctor der Philosophie und den Herzog Carl Theodor in Bayern zum Ehrendoctor der Medtcin, ferner die Professoren Sohm-Letpzig, Hübler-Berltn, v. LiSzt- Halle zu Ehreudoctoren der gesummten RechtSwisseuschasteu, Professor Freisen Paderborn zum Ehrendoctor deS canontschen Rechtes, Professor Virchow-Berlin zum Ehrendoctor der Medtcin, die Professoren v. Bunsen-Heidelberg, Wundt-Leipzig, Grimm und Mommsen-Berlin zu Ehrendoctoreu der Philosophie promoviren und denselben die betreffenden Doctor- dtplome ausfolgen könne. Ra«, 14. Mai. Nach hierher gelaugten Meldungen steht der FriedenSabschluß mit Meneltk unmittelbar bevor. RaS Mangafcha erhalt für die Freilassung der Gefangenen kein LSfegeld. General Baldtffera ersucht dringend um Rückberufuug von 6000 Mann, da fich tu Abeffynteu großer Wassermangel fühlbar macht. 9Ub, 1». Mat. RaS Mangafcha hat die gefangenen Italiener noch nicht fretgegeben. Er soll deren 150 haben. DaS italienische OperatiouScorp» bet Adtgrat soll i stark sein als das der Tigrtner. fttil, 13. Mat. DaS „Journal osficiell« . die Verleihung des GrohkreuzeS der Ehrenlegion ■■ k ? schafter in Berlin, Her bette. Paris, 13. Mai. Der „Sott* fordert die Bevölkerung auf, sich an den foetaltsttscheo s gedungen zu Ehren Liebknechts nicht ia Pari«, 13. Mat. „Pettte Republtque' die Socialisten bet den letzteo Gemetudewahleo ln V* 166,000 gegen 111,000 Stimmen im Jahre 1895 haben. Loodoo, 13. Mai. Nach einer Meldung der r wurde in Hongkong der Capitäu und 6chjff deS deutschen Dampfers „Hohenzolleru" zu drei #2?' Zwangsarbeit verurtheilt, weil diese mit tintig1 graphischen Apparat die FortS besucht hatten. theilten haben Berufung eingelegt. Die öffentliche üE ist gegen daS Unheil. Petersburg, 14. Mat. In Gegenwart bei ea;rn, der Großfürsten und der Großfürsttuoen faad ßeüen^ Einweihung deS neuen Museums b« Cln gjj Stieglitz gegründeten Eentralschule für ie»trti>4? Zeichnen statt. Algier, 13. Mai. Im ersten Regiment der legion begingen zwei Unteroffiziere infolge rofafc^./ Seitens des Hauptmanns Selbstmord. Die PlLnn langen strengste Untersuchung der Angelegenheit. Netteste N fälle vorgekommen. Nordenham, 14. Mai. Capitän Willigerod, beritt। deS heute aus New York angekommenen Schnrlltrm'k-1 „Spree", hat feine 2 0 0. Reise auf Dampfern bti ,fcr" deutschen Lloyd" vollendet. Die Herren Platte, litl-d und DeliuS vom AufsichtSrath des Lloyd, die tm.iiri Wiegand und Bremermaon, drei Bremerhavener 1'bD‘ufpo toren und der Stadtdirector von Bremerhaven, Pazmr-i, waren dem Dampfer „Spree" zur Beglückwümch-iz H CapitänS entgegengefahren. Der Stadtdirector Paßnuu, überreichte dem Jubilar im Namen deS 8rteni; t? : StadtratbS eine Adresse. Sämmtliche Lloyd-Schmi tzm tn Bremerhaven hatten über die Toppen ge flagg' it „Spree" traf um 2 Uhr hier ein, und wurde mit llrorm falut empfangen. Sonntag findet zu Ehren Willi,wt> auf dem Dampfer „Spree" ein großes Fest flau, io Jubilar wurden seitens des Vorstandes und bei SofiA- rathS deS „Norddeutschen Lloyds" Adressen überreicht. U die „Spree"- auf der Rückfahrt den Hafen von verließ, hatten sämmtliche dort liegende deutsche eM g'flaggt. Athen, 14. Mai. Heute Vormittag fanb a j-' der Prinzessin Helene in Gegenwart des Minister, der Kaiserin Friedrich und der Pathm flau. Mafiauah, 14. Mai. Ungefähr 1300 VW"« - Soldaten haben heute an Bord deS „Gottarko* du reise nach Italien angetreten. Rom, 15. Mai. Ministerpräsident Rudini sprach >' Abficht auS, die tunesische Frage baldmöglichst zu rtgt'“ cl die Ursache deS franco-italienischen Zwiste- zu bi'ttnF- Brüssel, 15. Mai. Bei dem gestern fteugtljabtta gräbniß deS Socialistenführer» Bold er- wohnte ewr ;r geheure Volksmenge und Delegationen socialtstifcher verem Berlins und des Auslandes bet. 186 Kränze wuit» :« schwarz gekleideten Mädchen getragen, darunter Aufschrift: „Die Berliner Parteigenosseu an Bolku: o „Der Vorstand der soctalisttschen Partei Deutschlands Zuge befanden sich 200 rothe Fahnen. . __ Amsterdam, 15. Mai. Da- vor Helder aozeko^ deutsche Nordseegeschwader wurde gtftern Don von Personen besichtigt. Der Marinecommandant dobT«” gab den deutschen Offizieren ein Diner. Nachher die deutschen Offiziere Amsterdam. .. Rotterdam, 15. Mat. Die Haltung der tuiv dtschen AuSlader nimmt einen immer 7"; an. Zur Verstärkung der Bürgerwehr und der an der MaaSmündung ein Panzer geankert. ___— CoceUs mn- prwhtjUtK#* Gieße», den 15- Auszeichnungen. Nachdem Se. Großherzog durch Allerhöchsten Erlaß fom für die auS Anlaß der Rettung von Menschenleben - * leihende „Rettungsmedaille" ein besondere) van 1* ordnen geruht haben, soll auch den blsherigen J dieser Dekoration daS Tragen derselben an dem neuen 9Cft ParlimeRttntfcheS Wie die ,N. Hess. Aolksbl.^ Erfahrung gebracht haben, wird die oBC,'c erst nach Pfingsten und -war Anfang- 3uni x treten. Der Schluß de» 29. Landtag- soll vor «-S H «e »= ,1 jiw< I mim Sioealt.Js 1 rttsitnun der , Eide h-ue ste d- Mti h°hm l L bei Ortigeistltö ’ ' tn k-iechumei s-Sh dieser Tag ft । vier ihrer fl skierttv. f , :ii!, m em «ilte 1 tridlt, baß aber vor ei( tut iolchr Dier I lem 11 irgend th 3d unb deshalb le tzchloss deS < 11!«, ®o der \ dezlS^äolchtt und l-a4 ii Prachtemba überrnitie, in welä 1 figtatinbig gefchrie | hri*t 1. Georg i 1 ci Ding rc 1 la» »roßherzog ( | Vchalhauses in Tro I Aürzerneister, daS 1 , „FSr linMrige tre i 11 bei Herrn rc. < I l eb u. 4. Ltlheln vir drei lepten sind i.'chc In seiner frtbig । ifn* ao bititm Zag lPkohr. ui ™«I« d,l^ lt; Bet Dem Hw • abermals da- >i»- Durch dte L^ unterhalb des Mjite Die,Timet* E. rohe Anzahl bo*;? Znnehmell dn Shilkn! 36 Nellerkrankllvzro «u "ShJ l7*A. L'*'L' iai. Capltäu WM l>or! angtfommtntn v; 0. Reise aus Dachin: udet, Die Herrens ichtSrath des Llohd,: auu, drei Brewerhavi^ rector von Bremechi! „Spree" zur Beglui: en. Der StaWirrc r iw tarnen dr- i . TamwÜtche Ach-s: n über die Tvchv > hr hier ein, und M> untag findet za fcre - Spree" ein grofet-?- S des Vorstandes i! w ien LloydS" Adrep^ Rückfahrt den H°fv; tltche dort (legtnk W Heute Vormittag |s lene in Gegeuwait Friedrich und der P: Flat. Ungefähr 1301 on Bord deS „M angetreten. Ministerpräsident N fche Frage WWft . Set du» l’l*”'/ *.r« «-""2 «* ®Ä" Ä tdchen StMen, t(i«r H * «muHrt“** 10 wS*®1* M Lri*6 etinuni W I d" ,ln - B J? 1 »rteni*'1 j )UtT roarten stehen. Hiermit dürfte die Verstaatlichung der . ^rizSbahn zusammenhängen. * 8tueralvers«mmlo»g W Berbaube« «ittelrheinischer llÄiigBöeteine. Am 17. Mai, Mittags 12 Uhr, wird iu dr» dchönen Wiesbaden im „Nonuenhos" die General- Üllr nmlung deS BerbandeS mittelrheinischer Bildungsvereine aEilten werden, tu der der Jahresbericht pro 1895 uud d >«Sirathung darüber, was tu dem neuen DeretnSjahr ge- |i W r soll, um dem Streben des BerbandeS nach Bildung um! Veredelung deS Volkes gerecht zu werden, auf der ZKuSordunng steht. Jetzt gerade, wo man sich durch Ge- ■ qii-ung und auf privatem Wege bemüht, die soziale Lage d^k>clkeS zu heben, werden die Bestrebungen des BerbandeS giwitn Anklang finden. Nach der Versammlung findet ein 3 «imschastlicheS Mitlagefieu, sodaun Besichtigung deS Cur- tz W!S und Ausflug nach dem prächtig gelegenen Neroberge ftnci Zahlreicher Besuch auch von Gästen ist erwünscht. ml Alten Bvseck, 13. Mat. Vorigen Sonotag, am LSÄwtog Rogate, fand dahier die alle fünf Jahre wieder- WK|renle ordentliche Ktrcheuvtsitation durch den Super- u timt einten der Superintendeutur Gießen, Herrn Prälat 1 ^.Habicht, statt. Ein Festtag war dieser Tag für die Ge- mlwibe.. hatte sie doch die Freude, den noch so frischen und rMzen hohen Herrn tu ihrer Mitte begrüßen zu können. NormittagSgotteSdienst verlief wie gewöhnlich mit Pre- o i:|t tti» OrtSgetstltchen, Ansprache des BlfitatorS und Prü- siWg der Katechumenen. Bon ganz besonderer Bedeutung v wto dieser Tag für die Gemeinde dadurch, daß an dem- fiiilten vier ihrer ktrchenvorsteher ihr 25jährigeS Dteust- ! MlvllM feierten. An und für sich ist eS ja kein seltener c?*«!/ daß ein Ktrchenvorsteher eine 25 jährige Dienstzeit er- r Äht, »aß aber von sechs Kircheuvorstehern vier gleichzeitig a.:»| eine solche Dienstzeit zurückbltcken können, dürfte wohl Wes im irgend einer Gemeinde des Großherzogthums der SjÄ und deshalb einer besonderen Erwähnung Werth sein. /Uh Eahluffe deS GotreSdtensteS traten alle vier vor den ' (lütnr, iwo sie der hohe Herr mit einer Ansprache begrüßte, b aMwünschte und jedem ein neues hessisches LandeSgesaog- bilui ii Prachteinband in großem Format und großem Druck ülLrueichte, in welche er Widmung mit pasieudem Blbelwort ekzzmhLadig geschrieben hatte. Hier die Namen und Denk- jtlnrite 1. Georg Schwarz auS der Filiale Trohe: DaS ist ein» köstlich Ding :c. Derselbe erhielt von Sr. Kgl. Hoheit " tm Elroßherzog gelegentlich der Einweihung deS neuen Ek'chlllhuuseS in Trohe am 7. August 1892, als damaligem BkUrzcumeister, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Jnschrist: » .Zirlangjährige treue Dienste." 2. Eberhard Döll: Glaube □LT toi Herrn :c. 3. JustuS Wagenbach 3.: Herr ich habe li lei u. 4. Wilhelm Bogel: Selig sind, die das Wort rc. Wi triii letzten sind von hier. Daß sowohl der OrtSgeist- li.Hriu seiner Predigt wie der Herr Visitator in seiner Au- sp mihe lan diesem Tage, als am 10. Mai, deS vor 25 Jahren gcMojfrnen Friedens in gebührender Weise gedachten, ist seliMkisständlich. Der NachmittagSgotteSdienst wurde wie zepelMch durch Prüfung der Schulen ausgefüllt- an den- sellliw schloß sich die übliche Sitzung. Möge eS dem Herrn noch lange vergönnt sein, sein Amt zum Segen de« SarideSkirche zu führen. T. Bom Niederwald. 14. Mai. lieber 1000 Gesiunungs- geMissli der nationalliberalen Partei aus Manu- hekjiti, L armstadt, hessischen, preußischen und auch pfälzischen Otoi hatten sich heute zu einer (nachträglichen) Frie d enS - gef denk'tagS.Feier am Ntederwaldd enkmal zu- JaBoratnyefunben. Eine prächtige Rheinfahrt von Mainz, wo $i!:«Spiw.ift war, nach RüdeLheim ging derselben voraus. In bet! Fcstrede am weit in die gesegneten Fluren deS RheingaueS schauenden Denkmale führte Oberbürgermeister Lüchler- WormS die Entwickelung deS Reiches auS allmählicher Ohnmacht zur Erstarkung und dann zu der führenden Rolle in Europa trefflich auS, betonte vor allem das Große, das wir erreicht und schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch, auf das Vaterland, auf Kaiser und Reich. Die „Wacht am Rhein" folgte. An den Kaiser, den Fürsten BlSmarck, an die Großherzoge von Heffen und Baden und den Prinzregenten von Bayern wurden Huldigungstelegramme, an den Ober- Präsidenten v. Bennigsen in Hannover ein Begrüßungstele- gramm gesandt. In der prächtig landschaftlichen Umgebung deS Jagdschlosses, daS oberhalb deS Denkmals gelegen, wurde am Nachmittag ein Commers abgehalten. Von den zahlreichen Reden schlugen namentlich ein: diejenige deS Ober- landeSgerichtSrath Gösch en-Frankfurt a. M. auf daS Vaterland und des Reichstagsabgeordneten Dr. Osann - Darmstadt auf den Fürsten Bismarck als den Friedensstifter für Deutschland und Erbauer deS deutschen Reichs, mehrfache Beifallsbezeugungen unterbrachen die Rede. Auf Kaiser und Bundesfürsten toastete Dr. Ulm von Mannheim. Die ganze Veranstaltung nahm einen großartigen Verlauf. Eingesandt. Gieße«, den 15. Mai 1896. Am gestrigen Himmelsahrltage Abends durchfuhr der um 7 Uhr 31 Mtn. in Gießen abgehend« Schnellzug Nr. 72 die Haltestelle Großen-Linden mit offenem Gebläse, sodaß des zahlreich aus dem Bahnsteig versammelte und auf den Zug Nr. 107 von Frankfurt wartende Publikum mit einem wahren Funkenregen überschüttet wurde. Einsender dieses fand glühende Kohlenftückchen von 1 Qu.-Cim. Größe auf dem Bahnsteig und den Hüten nahestehender Damen, sodaß eine kleine Panik entstand, und war man allgemein bemüht, entstehenden Brandschaden zu unterdrückm. ES dürste doch wohl im öffentlichen Interesse liegen, daß die Locornotivsührer bei der Durchfahrt der Stationen etwa« vorsichtiger sind und das Gebläse der Maschinen so lange geschloffen halten! ^ttrchttche Anzeige« dee Statt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag, den 17. Mai. Exaudi. Au Int CUbtfieAe. Bormittags 9V« Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 11 Uhr: MilitSrgottesdienst. Pfarrer Dingeldey. Feier des heiligen Abendmahl». Nachmittags 21/» Uhr: Kinderkirche. Pfarrer Dr. Grein. Abends 6 Uhr: siehe Johanneskirche. Am nächsten Sonntag, 1. Pfingstfeiertag, wird im Anschluß an den Hauptgottesdienst Beichte und heil. Abendmahl für MatthSus- unb Marcusgemeinde gemeinsam gehalten werden. Anmeldungen bei dem Pfarrer der Gemeinde zuvor erbeten. I« bet AohauneSkirMa. Vormittags 9*/e Uhr: Pfarrer Dingeldey. Vormittag« 11 Uhr: Kinderkirche für die LucaSgemeinde: Geheime Kirchenrath D. Köstliu. Abends 6 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Am zweiten Pfingstfeiertag wird Beichte und heil. Abendmahl für Lucas- und Johannesgemeinde gehalten werden. Anmeldung vorher bei den Pfarrern erbeten. Sm ersten Pfingstfeiertag wird in beiden Kirchen nach den Gottesdiensten eine Collecte für die hessische Lutherstiftung, am zweiten eine solche für die Armen erhoben. Katholische gemeinte. (Nachdruck ohne Genehmigung untersagt.) SamStag den 16. Mai. Nachmittags um 5 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zu, hl. Beichte. Sonntag den 17. Mai. 6. Sonntag nach Ostern. Vormittags von 6'/, Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; , um 6»/, Uhr erste hl. Meffe; , um 7*/> Uhr AuStbeilung der hl. Communion; „ um 8 Uhr zweit: hl. Meffe; „ um 91/* Uhr Hochamt mit Predigt; Nachmittag» am 2 Ubr Christenlehre; darauf sacrame«talchche BrudelschaftSandacht. GotteSdieu? der iSraelttifcheu ReligiouSgesellschaft- Fr.ttag Abend 7* Uhr, SamStag vormittag 8 Uhr, Nachmittag 4 Uhr, EabbathauSaang 8M Ubr Nachmittag 3» Uhr Montag den 18. und DienSiag den 19. Mai. Wswenfest 1. Tag. Vorabend 7“ Uhr, Montag Vormittag 8 Uhr, Predigt, Nachmittag 4 Uhr 2. Tag- Vorabend 8“ Uhr, Dienstag Vormittag 8 Ubr, Nachmittag 4 Uhr, FesteSauSgang 9 Uhr- Wochengottesdienst Morgens 6 Uhr, Abends 7 Uhr. Gottesdienst in der Synagoge SamStag den 16. Mai s Vorabend 7* Uhr, Morgens 8>° Uhr, Nachmittags 4 Uhr, SabbathauSgang 9 vor. Montag den 18. Mai Wo»e«f«U. Vorabend 7* Ubr, «org-«gotteadi«nv » Uhr. Hm ersten Lager C»nstrMatto«»feter. Vermehr, LanH- «nd VoUswirtyichast. 84Wd«rG, 13. Mai. Fruchtmarkt. Rother Wetze« Jt 14,20, weißer Weizen X 14.00, Korn X 9.90, Gerste X 0.00, Hafer X 6.50. Witterungsbericht vom 14. Mai. Die im Nordosten gelegene Depresston hat fich unter gleichzeitiger Zunahme ihrer Tiefe ausgebildet und ihren Einfluß ziemlich weit in westlicher Richtung vorgeschoben. Ztachdem der Kern deS barometrischen Maximums an seiner alten Stelle vei harrt, zeige« beute die Jsolaren einen weridionalen Verlauf und bestehen vom finnischen Busen der deutschen Küste entlang erhebliche Gradieule«. Die Luftbewegung ist daher namentlich für gtorddeutschland eine stärkere geworden und zeigt sich der Himmel btS zu den Alpen größtentbeilS bedeckt. Such die Temperaturen haben im Allgemeinen einen Rückgang erfahren. «o,a«S»chUicha tSilUrtmo t Bei wechselnder Bewölkung etwas kühler. ,Temperatur bet Lahn und Lust nach Reaumur gemeffen am 15. Mai, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 13',, Lust 16°. RÜbsamen'sche Badeanstalt. Henneberg-Seide — nur Schi, wenn bircct ab meiner Fabrik bezogen - schwarz, weiß und farbig, von 60 Pf. bis Mk. 18.65 per Meter — glatt, gestreift, farrirt gemustert, Damaste rc. 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I. schriftlich oder mündlich zu Protocoll »en? littiag zu stellen, daß der auf die Steuercapitalien ihrer Grundstücke oben m;,elner derselben entfallende Beitrag zur BerufSgenoffenfchaft von eine« Linderen, als Betriebsunternehmer zur Zahlung Verpflichteten, er- hob'Än »ckrden. Die Anträge müffen auch die nöthigen Angaben über die Pac^irlliägniffe der einzelnen Loose enthalten. rodann wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach $ 10 ser -Sao rdnung vom 11. Juli 1888 von nachverzeichneten Objecten ein SeitÄl« jjur Berussgenoffenschaft nicht erhoben wird: Hßo Grundstücken, welche zu einem land- und forstwrrthschaftltchen teitricbe überhaupt nicht gehören; 2'Ütm allen Gebäuden nebst zugehörigen Hofraumen, Haus- und oittrgärten; Zs)wm Gründstücken von Betrieben, deren Sitz außerhalb des Landes liegen ist; 4IDr8i steuerpflichtigen Grundstücken, deren land- und forstwirthschaft- 'chie Benutzung dauernd eingestellt ist, sei es, daß jede Nutzung auf- Wrt hat, sei es, daß an Stelle der land- und forftwirthschaftlichen fotc! gewerbliche Benutzung getreten ist (z. B. Verwandlung eines Ui'.!rs in einen Steinbruch). tyiitnigen Grundbesitzer, welche derattige BefteiungSgründe, die fich »er "Micihen Kenntniß entziehen, gellend machen können, werden aufgefordert, die Befreiung bei der Bürgermeisterei derjenigen Gemarkung, in welcher das Grundstück gelegen ist, bis zum 1. Juui l. I zu beantragen. Gießen, den 5. Mai 1896. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Allen uormi! Umsonst und ohne Gefahr kann Jedermann auf meinem Radfahr-Lernrad JMT sofort und sicher fahren. -w; Prima erstklassige Pneumatic - Fahrräder, wie z. B. weltberühmte Dürkopp’sche „Diana“, bei reeller Garantie erstaunlich billig. 4700 Joh. Fr. Schaaf, Diezstratze. Fäcal-Guano (Poudrette) Pr«isg«krSnt an Berlin 1894, garantirt 7% Stickstoff, 3° 0 PboSphorsSure, 3% Kali, 75% organische humuS- bildende Substanz enthaltend. Vorzügliches Düngemtttel für Feld und Wiese, mit Vorliebe verwendet im Garten- und Weinbau. Mit echtem Peru-Gnauo in Vergleich zu ziehen nnd bedeutend billiger als dieser. Conttolle: Landwirtbschastliche VersuchSftatton Darmstadt und Deuttche landwirthschafiliche Gesellschaft Berlin. Muster und Preise, sowie Prospecie mit Versucbsresultaten gern zu Diensten- Alleinverkauf für Süddeutschland und die Reichslande 4693 Beruh. M. Hachenburger, Darmstadt. DerlrkhrserlkilhterMS zum Gebrauch der Badekur in Salzhausen. Die Oberhesfischen Eisenbahnen geben Abonnementskarten zur Fahrt in 2. und 3. Wagenklaffe mit 50% Fahrpreisermäßigung aus, welche z« 12, bezw. 20 einzelnen Fahrten zwischen der auf der Fahrkatte be- zeichneten Abgangsstation und der Station Nidda an beliebigen Tagen während der Dauer der Badesaison, bezw. vom 15. Mai bis zum 15. September d. I. berechtigen. Salzhausen, am 15.Mai 1896. Großherzogl. Badedirectiou ________Salzhausen. 4688 Bekanntmachung. Das von Karl Felfing Wittve, Elise, geb. Gsrr, von Sberstadt unter derFirma „Karl FelfingWittwe" betriebene kaufmännische Geschäft ist auf deren Sohn Ferdinand Felfing daselbst übergegangen, der es unter der Firma seines Namens weiter fühtt. Die Firma „Karl Felfing Wittwe" ist erloschen. Lich, am 13. Mai 1896. Großherzogliches Amtsgericht. Gebhardt. 4687 arbadem8/w6~ Hotel Stadt Wo»», Lahnstraße 42. Vollst. Pension m. Zimmer o- X 3,50 an. Bestens empfohlen. Anmeldung erwünscht. 4692 W. Deete*fel4 Wwe. belhei- Anfang Nachmittags 5 Uhr. Tod erlöst wurde. 4689 Abmarsch 2»/2 Uhr Nachmittags. Der Vorstand. 117 4690 Gießen, den 15. Mai 1896. L. Vogt, Neuenweg 19. 4^70 Mäusburg 7 Italiener Rothweine Zur Bade-Saison empfehle: Mäusburg 7 106.30 v. 1891. 103 90 6'/. SRcrkena »orml trat. b. 1901 105.00 *o/o 5lotwpoU»rtc*a »* 1 4-/, 99.66 104 26 ertd 16.25 2 .42 4.20 Eilen, 4695 387 ■mi®' M. Roth. M. Winn, geb. Roth, Mittridkutschkr GüttrverKrhr Am 15. d- Mts tritt in dem vorbezeichnet en Verkehr ein Seehafen-AuS- nahmetaris für Wetzen. Roggen, Gerste, Hafer, Hülsenfrüchte, RapS it. rc. iut Ausfuhr über See nach außerdeutfchen Ländern einschließlich der deutschen über- lebend. IUI. Gclügcl gut u. billig beziehen will, verlange Preiallite von Hane Mnlor in Ulm a. D. Croeeer hnpo.-t Hal.' Produkte. B l 16 21 I Fra»,, «anfnotert 20.38 Oefterr. dto. | 4 17 s Rmeric ____________bahnen._______ steberjähliges Pferd für Landwtrthe geeignet, wird verkauft von der 4677 Gießener Omnibus - Gesellschaft, «. « m. b. H.________ Stadt. 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