3 Nr. 40 Sonntag den 16. Februar Zweites Blatt 1896 "«kkald, Gießener Anzeiger Keneral-Wnzeiger Amts» und Zknzeigeblntt für d«n Ureis Gieren. Hratisbeitage: Gießener Kamitienblätter Amtlicher Theil deS ll an Kirch Feuilleton Beeren^^ r .rtuflld» 11«* «•«* daß die eine er sogar auf nahm fie sich All: Annoncm-Bureaux deS In- und Ausländer nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr. gung“. Herr Sürgertpums im N möge er ihm und al \ dir Mr tML en chrÄchMn^wriseir: M Wort! Die Gießener I»««irienStLtter wnbtn dem Anzeiger »Schmtlich dreimal beigelegt. noch!" sagte Abzug der nicht flüssigen Säuren verbleibende Exiract- gehalt nicht unter 1 Gramm, der nach Abzug der freien Säuren verbleibende Extractgehalt v'cht unter 1 Gramm, der Gehalt an Mineralbestandtheüen nicht unter 0,14 Gramm in einer Menge von 100 Cubikcentimeter Wein, herabgesetzt werden. (§ 3 des Ges. u. Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 29. April 1892.) IV. Als Verfälschung des Weines im Sinne des § "10 Gesetzes vom 14. Mai 1879 ist insbesondere anzusehen iaica-Ru® »*'• n Der chicheuer Anzeiger erscheint täglich, eit Ausnahme deS MonlagS. Meldungen und Anfragen find bis spätestens 1. März die unterzeichnete Directton, Neckarstraße 3, zu richten. Darmstadt, im Februar 1896. Die Directton der Großh. Landesbaugewerkschule. H. Müller. die Herstellung von Wein unter Verwendung 1) eine« Aufgusses von Zuckerwafser auf ganz oder theil- weise auSgepreßte Trauben/ 2) eines Aufgusses von Zuckerwaffer auf Weinhefe - 3) von Rofinen, Corinthen, Sacharin oder anderen als in § 3 Nr. 4 bezeichneten Süßstoffen, jedoch unbeschadet der Bestimmung im Absatz 3 dieser Paragraphen- 4) von Säuren oder säurehaltigen Körpern oder von Bouquet- stoffen- 5) von Gummi oder anderen Körpern, durch welche der Extractgehalt erhöht wird, jedoch unbeschadet der Bestimmungen in § 3 Nr. 1 u. 4. Die unter Anwendung eines der vorbezeichneten Verfahren hergestellten Getränke oder Mischungen derselben mit Wein dürfen nur unter einer ander- weiten, ihre Beschaffenheit erkennbar machenden oder einer au verwetten, fie von Wein unterschetdenden Bezeichnung (wie Tresterwein, Hefenwein, Rofinenwein, Kunstwein oder bergt) feil- gehalten oder verkauft werden. Der bloße Zusatz von Rofinen zu Most eher Wein gilt nicht als Verfälschung bei Herstellung von solchen Weinen, welche al- Dessertweine (Süd« Süßweine) ausländischen Ursprungs in den Verkehr kommen. (§ 4.) V. Die Vorschriften in den §§ 3 und 4 finden auf Schaumweine nicht Anwendung. (§ 5.) VI. Die Verwendung von Sacharin und ähnlichen Süßstoffen bei der Herstellung von Schaumweinen oder Obstwein, einschließlich Beerenobftwetn ist als Verfälschung im S'nne deS § 10 des Gesetzes vom 14. Mat 1879 anzusehen. l§ 6 ) VII. Auf Zuwiderhandlungen steht in einzelnen Fällen Gefäugntß bis zu 6 Monaten, Geldstrafe bis zu 1500 Mk., sowie Einziehung der Getränke. (§ 7 bis § 9.) Serdruß. Derselbe ließ sich sogar bei verschiedenen zufälligen Begegnungen nicht verbergen, waS Clara nicht entging und fie herb und unfreundlich machte. WaS hatte fie gethan, daß sich die alte Freundschaft löste, anstatt fich zum LebenS- baab zu knüpfen, wie fie gehofft hatte? Wie fie auch nach- iann, sie fand nichts. Und als fie den Doctor eines Tages tu dem Hause eine« höheren Beamten traf, in welchem fie Bcctor Meinhold, indem er vom Schreibtisch aufstand. „Daß «Ine Meldung Erfolg haben wird, ist mir nicht zweifelhaft, tar Bedarf an Aerzten in Ostafrika ist noch immer nicht jtbitdt. Sonderbar, wie das Rad des Schicksal« rollt. Als hebe wäre ich am liebsten ein Robin on Crusoe geworden, rls Mann wollte ich Sch ffSarzt werden, um die Welt zu It&M, und nun, wo mein Hau« fest gegründet steht, schien- fort mich die Welle doch noch hinaus? Aber ich fühle, daß H gehen muß, wenn ich nicht zu Grunde gehen will. Kann fie doch nicht vergeffen — trotz de« V-tterS? Gestern |ii||en fie miteinander zur Eisbahn . . . Rein, eine Kugel „Ich habe Geschäfte mit dem Fräulein und werde Hiederkommen," schloß er die Thür. „Empfehlen Sie mich." Diesmal kam er aber nicht wieder, vor Aerger und Bekanntmachung, betreffend den Verkehr mit Wein. Nachstehend bringen wir bad Reichsgesetz vom 2V. April 1892, betr. den Verkehr mit Wein, weinhaltigen und weinähnlicheu Getränken nebst lo^n ergangener AuSsührungSdestimmung des BuudeSrathS eit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß, baß wir eine befsondere Controle des Verkehrs mit Wein angeordnet haben. Da eS beobachtet worden ist, daß unter dem Namen Medicinalwein" gefälschte oder nachgemachte Weine vertrieben marben find, so machen wir darauf aufmerksam, daß in letzteren Fällen § 10 ff. deS Nahrungsmittelgesetzes vom 14. Mai 1879 Platz greift. Gießen, den 13. Februar 1896. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. E. v. Bechtold, Regierung« Assessor. ir '(Bi*) W nach 2 Monaten, d der Kritik genauer, Folge der vielfachen,> lung des nationMic Klärung gegeben m legeben' worden ist. h? l'tanb würde ohne Zi!- „ haben, er erachtete hm das Urtheil seiner Auszug aus dem Reichsgesetze vom 20. April 1892 betreffend „den Verkehr mit Wein, weinhaltigen und weinähnliche« Getränken", sowie aus der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 29. April 1892. I. Die nachbenanmen Stoffe, nämlich: lösliche Aluminiumsalze (wie Alaun und dergl.), Baryumverbtndungen, Borsäure, Glycerin, KerrneSbeeren, Magnesturnverbindungen, Salicylsäure, unreiner (freien Amylalkohol enthaltender) Sprit, unreiner (nicht technisch-reiner) Stärkezucker, Strontiumverbindungen, Theerfarbstoffe oder Gemische, welche einen dieser Stoffe enthalten, dürfen Wein, weinhaltigen ober wein- ähnlichen Getränken (wie Schaumwein, Obstwein, Kunstwein), welche bestimmt find, Anderen als Nahrung«- ober Genuß- mittel zu bienen, bei ober nach ber Herstellung nicht zugesetzt werben. (§ 1.) II Wern, weinhaltige und weinähnliche Getränke, welchem, den Vorschriften des § 1 zuwider, einer der dort bezeichneten Stoffe zugesetzt ist, dürfen weder feilgehalten noch verkauft werden. Daffelbe gilt für Rothweine, bei denen fich ein höherer Gehalt al« 2 Gramm neutrale« schwefelsaures Kalium in einem Liter vorfindet, mit Ausnahme von Dessertweinen (Süd-, Süßweine) ausländischen Ursprung«. (§ 2.) III. Als Verfälschung oder Nachmachung deS Weines im Sinne des § 10 des Gesetzes, betreffend den Verkehr mit Nahrungsmitteln, Genußmirteln und Gebrauchsgegenständen vom 14. Mai 1879 ist nicht anzusehen: 1) die anerkannte Kellerbehandlung einschließlich der Haltbarmachung deS Weine«, auch wenn dabei Alkohol oder geringere Mengen von mechanisch wirkenden Klärung«- mirteln (Eiweiß, Grlatin, Hausenblase und dergl.) von Kochsalz, Tannin, Kohlensäure, schwefllcher Säure ober daraus entstandener Schwefelsäure in den Wein gelangen, jedoch darf die Menge deS zugesetzten Alkohols bei Weinen, welche als deutsche Weine in den Verkehr kommen, nicht mehr als 1 Raumtheil auf 100 Raum- the le Weine betragen- 2) die Vermischung (Verschnitt) von Wein mit Wein, 3) sie Entsäuerung mittelst reinem gefällten kohlensauren Kulks- 4) ber Zusatz von technisch reinem Rohr«, Rüben- und Invertzucker, technisch reinem Stärk-zucker, auch in wässeriger Lösung- jedoch darf durch den Zusatz wässeriger Zuckerlösung der Gesamrntgehalt an Extracistoffen nicht unter 1,5 Gramm, der nach ub lur^' wäre Thorheit- wir wollen und vorerst einmal in Afrika umsehen. Zum Sterben g'.btS dort Gelegenheit vollauf . . . WaS willst Du, Karo?" wandte er sich an den Leonberger, ber feine kühle Schnauze mit zudringlicher Zärtlichkeit an feine Kniee schmiegte. „Ahnst Du vielleicht, daß wir uns bald trennen müssen? Wahrhaftig, an Dich habe ich noch gar nicht gedacht. Wohin mtt Dir?" Der Doctor sann nach. Plötzlich kommt ihm ein Gedanke. Clara Bernhard war eine Hundefreundin und kannte das Thier durch gelegentliche Beg-gnungen, bei welchen Karo seinen Herrn begleitet hatte. Vielleicht würde sie daS Thier behalten als zuverlässigen Wächter und aus alter Freundschaft. ES war nicht unmöglich. Die Meldung Doctor MeinholdS blieb in der Tbat nicht ohne Erfolg. Kaum zwei Wochen, nachdem dieselbe geschehen, et hielt er bereits die Nachricht, daß feinem Eintritt in den Colonialdienst nichts entgegenstehe. Der Doctor empfing die Nachricht mit gemischten Gefühlen. Wie allen, die die Verhältnisse in die Welt hinaus- fchleudern, kam ihm mit der Gewißheit, die Heimath verlassen zu müssen, erst vollständig daS Bewußtsein dessen, waS er ausgab. Dennoch mochte er nicht bleiben. Die gescheiterte Glückshoffnung, in welche er fich eingewiegt hatte, machte ihm das Dasein hier unerträglich. Die Eifersucht war nun einmal nicht zum Schweigen zu bringen, er vermochte Clara nicht ohne Bitterkeit zu sehen. Da blieb eS besser, bah er seinen Kummer in bie Welt hinaustrug, in ein paar Jahren würbe er hoffentlich beruhigt zurückkehren — falls ihn bie Eingeborenen ober bie Malaria nicht in Afrika fein Grab finden ließen! Indem er im Stillen die ersten Vorbereitungen zur Abreise traf, dachte er auch wieder an Karo. ES galt wenigsten« eine Anfrage bei Clara, da« Thier war dort in guten Händen. Auch war e« dem Doctor ein schmerzlich- Ihr Hund. Humoreske von Zoö von Re»ß. (Schluß.) Bekanntmachung. Zur Vorbereitung für die Prüfung ber Ho ch bau- aufs e h e r, Straßen- unb Dammmeister soll wie in bau Vorjahre auch in bem kommenden Sommer ein Unter« rid)tflcurfu« an ber Großh. Landesbaugewerkschule abgehalten »erben. Der Unterricht beginnt am 1. Mai d. I. und dauert 4 Monate. Bekanntmachung. E« wirb hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, baß bie nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Jmri 1887 über bie Naturalleistungen für bie bewaffnete Macht im Frieden ermittelten DurchschnittSmarktpreise, einschließlich eines Aufschlag« von Fünf vom Hundert pro Monat Januar 1896 fftr den Lieferungsverband Gießen pro 100 Kg betragen: Hafer Mk. 14,60, Heu Mk. 5,50, Stroh Mk. 4,50. Gießen, den 13. Februar 1896. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Vierteljähriger Avonnementsprei« 1 2 Mark 20 Pfg. mtt Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redoction, Expedition und Druckerei: KchukstratzeNr.7. Fernsprecher 61. piritnose B LEO, Giess jr.fl.X SflöSSff 4*61 renn- jjjnDfl':*’"'"1'1'- Unterricht erteilte, und wahrnehmen mußte, btt Töchter de« Hause« mit ihm kokettirte unb da« Spiel einging, so recht vor ihren Augen, fist vor, ihn zu vergessen. IIL »Also ben Brief in ben Kasten, heute süßer Gebanke, zu wissen, baß bie Geliebte etwas besitzen werbe, was ihm selbst einst thener gewesen war. So ging er eines Tages kurz entschlossen, um fie aus- zusuchen unb wies habet KaroS Begleitung nicht zurück. Der Besuch sollte zugleich ein AbschiebSbesuch sein. Wie würbe fie seinen Entschluß aufnehmen? Neugierig, gespannt, unruhig stieg er mit seinem vierbeinigen Gefährten die Treppe hinan. „Fraulein Bernhard zu sprechen?" frug er abermals die alte BebienungSfrau, bie zufällig mieber anwesend war. „Mein Fräulein ist z' HauS!" Der Doctor trat in das kleine, wohlbekannte Vorzimmer unb frug von Neuem: „Ist Ihr Fräulein allein?" Dabei hatte er den Gehstock schon in eine Ecke gestellt, *m Claras Wohnzimmer zu betreten. Plötzlich wachte er wieder Halt. Da liegt abermals bie verhaßte Soldatenmütze! Sie ist also wieder nicht allein. Mit neu ausflammender Eifersucht, innerlich wüthend, steht der Doctor wie angenagelt und denkt unwillkürlich wieder an den Rückzug. Zum Abschied wenigstens will er fie allein sprechen. Aber auch baß nicht einmal-- Doch Karo denkt ander«. Indem er mit der Schnauze die halb zugeklinkte Thüre von Clara« Wohnzirnrnrr geschickt geöffnet hat, zwängt er fich hinein und begrüßt bie Bewohnerin mit mächtigem Freubengebell. Auch scheint diese glücklicherweise nicht einmal stark erschrocken, benn kaum zwei Minuten später steht fie braußen im Vorzimmer nnb bittet Doctor Meinholb, näherzutreten. „O, ich mag nicht stören." „Stören? Wieso? — Sehen Sie nicht, daß ich allein bin, allein nnb unbeschäftigt? Diesmal dürfen Sie mich nicht mit einer Karte abspeisen." Der Doctor folgte zögernd. Medoc ■ • ' Marge*« • ° ' r Ausbruch • " 1 uBbrucb Ausbruch 11" * । icht ÄW&M * I 1 Muitte, Jx8'A ibera'en u kn i , U °I« Seit m “»mnnbe®',* Äy« • ?*? »ibrS "lt di-i üb | 18 Recht bestreiten, Ä W» bezweifel, »W ieii, öt' denn in der & 1 öon mindesten- enia ausgesprochen ward., ner „Berichtigung lnitgetheilt routbt, U < na? N °^e des Henn Rch ^nechMche Entwichu bet seinem „Kach luivejend war. Es a. Socioldemokraten jten bereits bekehrt c nth solcher Disc j|wB ie Socialdcmokratie br $01 der Rabenau, 12. Februar. Die Arbeiten an der dem Code im Rohbau Telti Mil« 1" Irisch ein Laudbutter den Rang abgelaufeu, liegt theilS au ihrer bessere« Güre, theil» au der An ihrer Herstellung, die eine viel bessere Gleichmäßigkeit der Butter ergibt, nud theil» au ihrer tägliche» Frische, mit der die Hau-butter bei »Scheut- lich damaliger Zubereitung nicht conearrken kann. Leichen. Diese Mode ist ein Beispiel, daß verrohend aus die große Masse des Volkes, auf die Heranwachsenden OW. AuS der östlichen Wetterau, 13. Februar. Bei unS, sowie in mehreren Dörfern de- vorderen BogelSbergeS ist die Influenza wieder auSgebrochen. In einigen Döc« fern find bis zu 40 pCt. der Einwohner von der Seuche ergriffen. Glücklicherweise tritt fie bis jetzt milde auf, denn nur in wenigen Füllen, die aber bann gefährlich werden, kommt Lungenentzündung oder eine andere Entzündung»- krankheit hinzu. F. Vsu der Feldkrücker höhe, 14. Februar. Ungefähr vier Wochen sind verfioff-n, feit ich Ihnen eine kurze Nach, richt (Gieß. Anz. Nr. 18, zweites Blatt) über die Anschaffung von Schneeschuhen sür daS Forstpersonal im höchsten BogelS- berge zusandte. Seitdem habe ich die Sache mit Interesse verfolgt, und ich will nicht versäumen, den Freunden des Wintersports meine Erfahrungen und Beobachtungen hierdurch zukommen zu lassen. ES steht zweifellos fest, daß sich die Schneeschuhe für die Vogelsberger Verhältnisse un- gemein gut bewährt haben. Dies ist aber nicht etwa durch den kurzen Gebrauch der Schuhe von Mitte December bis heute, Mitte Februar, nachgewiesen worden, sondern der Herr Oberförster des hiesigen Bezirks und drei Forstwarte benutzen die Schuhe schon seit zwei Jahren probeweise. Nachdem die Probe aber so günstig ausgefallen war, hat die Forstver- waltung weitere Schneeschuhe kommen lassen, und außerdem find jetzt, wie wir in unserer früheren Correspondenz sogleich vermuiheten, einige Handwerker mit der Herstellung dieses Vehikels (Fahrzeugs kann man wohl sagen) hervorgetreten. Das Schneeschuhlausen lernt sich ungemein rasch, viel rascher als z. B. das Schlittschuhlaufen, weil die UnterstützungS- fläche der ersteren und damit die Standfähigkeit (Stabilität) bei den ersteren viel größer ist, als bei den Schlittschuhen. Ewige Hebung ist erforderlich, welche sich nach zwei oder drei Versuchen einstcllt. Hat man diese Sicherheit erreicht, so mag man bet genügendem Schnee ohne Schneeschuhe schon gar nicht mehr inS Freie gehen. Schotten, 13. Februar. Ein schändlicher Baum- frevel wurde hier verübt. Herrn MeiSki jun. wurden in dem bei seinem Hause gelegenen Garten 37 junge und ältere Bäume angesägt, so daß sie zu Grunde gehen müssen. Alöseld, 13. Februar. Wegen Beleidigung und Bedrohung eines Lehrers auf offener Straße hatte fich ein hiesiger Fortbildungsschüler vor Großh Schöffengericht dahier zu verantworten. Derselbe wurde tu eine Gesängnißstrase von 4 Monaten und in die Kosten des Verfahrens verurtheilt. Möge dieser Fall Manchem zur Warnung dienen. Au8 dem Vogelsberg, 12. Februar. In den letzten zwanziger Jahren dürfte eß nicht vorgekommen sein, daß die HauSbutter oder Land butt er auf einer solch niedrigen Preisstufe um diese Zeit gestanden hat wie gegenwärtig, wo für daS Pfund nur 65 und 60 Pfg. bezahlt wird. Im Hochsommer, wo die Butter nicht gut transportabel war, mögen solche billigen Preise wohl vorgekommen sein, nicht aber zur Winterszeit. Auf dem Lande fragt man sich nach der Ursache dieses Rückganges der Butterpreise und weiß sich dieselbe um so weniger zu erklären, als in den Städten die Butterpreise keinesfalls billiger geworden sind, und hier um daS Doppelte den Landpreis übersteigen. Dreifach schiebt man das Sinken der Preise für Landbutter der Kunstbutter oder Margarine aufs Kerbholz, ohne dabei zu bedenken, daß in diesem Fall dann auch die Preise für Narurbutter in den Städten gefallen sein müßten. Die Ursache deS Preisrückganges der Landbutter liegt lediglich allein an der zunehmenden Production von Molkereibutter, die als Süßrahmbutter überall in den Städten trotz ihres weit höheren P esses den Vorzug erhält. So ist z. B. bei der Moikere Alsfeld die Nachfrage nach Butter so stark, daß fie nicht ganz befriedigt werden kann. Daß die Molkereibutter der Arthur j u ßochnm ‘ 8Peoialii Zum Vogelschutz. Der Vorstand beß deutschen Bunde» zur Bekämpfung des BogelmassenmordeS in Wiesbaden hat eine Petition an den Reichstag erlassen, die folgenden Wortlaut hat: An den Hohen Deutschen Reichstag! Die immer mehr überhaoduehmeude Mode, zum Frauenputz sogenannte Bogelbälge zu verwende«, veranlaßt unS, unsere schon einmal einem Hohen Deutschen Reichstag vor- getragene Bitte zu wiederholen: „Maßregeln erörtern zu wollen, um diesem, die „Vogelwelt vernichtenden, den Culturstandpunkt erniedrigenden und daS Franeugeschlrcht schändenden „Unfug ein Sude zu bereiten." Die Bewegung zum Schutze der Vögel ergreift immer weitere Kreise, da die Erkenntniß der verhängnißvollen Vogelvernichtung eine immer allgemeinere wird. Von maßgebender Seite find bezügliche Entwürfe zur Ergänzung beß bestehenden Vogelschutzgesetzes ausgearbeitet und zum Theil auch schon vorgelegt worden. Wir schließen unS dem Borttage der Bogelschutzvereine an, welche 1. zu Gunsten der Landwirtschaft die für solche als nützlich erkannten Vögel von den jagdbaren Vögeln ausgeschlossen sehen wollen - 2. wäre der KrammetSvogelfang in Schlingen, Dohnen und mit Sprenkeln zu verbieten, weil in diesen Fang- Vorrichtungen unzählige Sing- und sonstige sehr nützliche Vögel fich fangen und infolge erhaltener Verletzungen getödtet werden müssen - 3. wäre daß nach dem Reichßgesetz vom 22. März 1888 für die Zeit vom 16. September bis 28. Februars. I. erlaubte Fangen der Vögel einzuschränken- 4. werde bad Fangen, soweit eß überhaupt gestattet ist, nur aus Grund ortspolizeilicher Erlaubnißscheine und mit schriftlich ertheilter Genehmigung der Grundstück», besitzer bei Tage und so lange der Boden nicht mit Schnee bedeckt ist, vorgenommen. Wir fügen aber hinzu, daß so lange die erwähnte Mode bestehen darf, kein Bogelschutzgesetz zu vollem Segen für die Vogelwelt werden kann. Wir bitten einen Hohen Deutschen Reichstag, die Einfuhr der zu Jndustriezwecken dienenden tobten Vögel ober einzelnen Theile derselben zu verbieten. (Daß die Nutzung im eigenen Lande gefangener Vögel verboten ist, versteht fich von selbst.) Wir begründen unser Gesuch dadurch, daß: 1. die Mode die größte Vernichterin der ganzen Vogelwelt ist. (Wir bitten, von der anliegenden kurzen Uebersicht Kenntniß nehmen zu wollen.) Die Opferung dieser Unsummen von Vögeln ist, abgesehen von ihrer Unzulässigkeit in jedem Falle, eine zweck- und nutzlose, — denn die Bedürfnisse eines auß- gearteten Luxaß und einer außgearteten Eitelkeit der Frau find nur als Zwecke anzusehen, welche als solche schon zu bekämpsen sind. 2. daß ein Zustand unwürdig ist, in dem die Mode un- umschräukte Herrscherin über vernünftige Einsicht, Gewissen „O, wie lange haben wir unS nicht gesprochen!" ent* | fährt eS Clara unwillkürlich. Des DoctorS scharfes Ange ruhte voll auf der Geliebte, zärtlich und prüfend zugleich. Er findet fie blasser als früher und verhehlt feine Wahrnehmung nicht. AIS Arzt hat er ein Recht dazu. „Sie musiziren zu viel, Fräulein Clara," sagte er theilnehmend. „Sie werben Ihre Nerven ruiniren. Ich wollte einst Ihr Arzt werben, Ihr Arzt und Ihr Freund! Eß ist anders gekommen, dennoch möchte ich Sie noch einmal warnen — zum Abschied!" „Zum Abschied? Was soll baß heißen?" Der Doctor machte ihr Mittheilung von seinem Ent schliß, nach Asrika zu gehen, unb schl'eßt die Bitte baran, Karo zu behalten. „Sie find Hundefreunbin, ich weiß- werden Sie mir die letzte Bitte abschlagen, Fräulein Clara?" schließt er mit verhaltenem Zittern der Stimme. Clara steht starr vor Schreck. Und als baß Leben endlich In baß Steinbild zurückgekehrt ist, haben fich zwei große Thränen in die blauen Augen gedrängt. „Warum baß alleß? So ist eß gekommen? Ganz wider Erwarten! Ich verstehe nicht," stammelte fie, inbem fie die Vergißmeinnichtaugen verwundert und vorwurfsvoll auf den Doctor heftete. Die Augen gleichen j'tzt um ein Haar dem Blaublümlein, wenn die Bachwelle darüber hinweg * Der Doctor spricht äußerst emphatisch von seiner Sehn- sucht, die Welt zu sehen, die ganz plötzlich wieder in ihm erwacht sei. „Sonderbar!" werde fie auch behalten, wenn er die Garnison verläßt, wi» bald geschehen wird." „Kehrt er zurück?" frug der Doctor athemloß. „Hoffentlich bald — auf der Hochzeitsreise!" „So ist er verlobt?" „Längst — im Geheimen. Ich war seine vertraute.' „O liebe, thenre Clara, waß habe ich alle» zu beichten Die Mütze hier, ja fie — hat auch mich zweimal von Ihrer Schwelle vertrieben, — alß ich kam, um Ihnen mdne St* zu gestehen! Ich verwuthete Ihren Detter bei Ihne». Di- Eifersucht trieb wich nach Afrika." „Jstß möglich?" „Dars ich bleiben? Noch ist»Zeit! Reden Sie, thron einzig geliebte Clara j" Diese hatte Karo die Soldatenmütze auf den zottige. Kops gestülpt und lachte ausgelassen. Während fie die letzt Spur der Thränen auß den Augen trocknete, sagte fie » reizender Schelmerei: „Eigentl'ch — nicht, zur Strafe für Ihr Mißtraue« Da ich aber natürlich viel lieber in der deutschen Heimatl bleiben möchte ..." „Elara, Engel!" rief der Doctor freudig, indem er w Geliebte stürmisch an sein Herz zog. „Da ich aber lieber in der Heimath bleiben möchte, bleiben Sie natürlich auch. Die Mütze hier aber behaltet wir auf ewige Zeiten alß warnende» Beispiel unb •• Tali»rnan gegen Eifersucht und Mißverständnisse!" • im Thurmhau» am vnmtz, |l geöffnet täglich, mit Nutz- n ii biß 1 Ubr, am Mittwoch auch noch von 3 biß 5 Ubr. Cnntttagf Währe«» >t» v«a«terbr.chen »e* 11 H» 8 Uhr. - Eintrittspreis fh N^chtmitglieder an Werttagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pis Sinder wirken muß- denn fie zdgt, daß Achtung vo- Natur unb Leben und den sonst geltenben Moral begriffen ungestraft hinter einer Laune niedrigster Art zurücksiehen darf. 3. daß der NatnrhanShalt Schaden leidet. Die Erhaltung der Vögel entfp icht nicht nnr dem idealen, sondern auch dem materiellen Nutzen beß Menschen und bie allgemein anerkannte Schädigung der Land- wirtbschast durch den unerhört massenhafte« Vogel- verbrauch durch die Mode dürfte der Gesetzgebung den realen Anhaltepunkt zu einem Einschreiten auf diese» Gebiete geben. Wir bitten einen Hohen Reichßtag, wenn er nicht gendgt fein sollte, unserer Bitte Gehör zu geben, ein Verbot der Benutzung von Vögeln oder deren Beftandtheilen sür Modezwecke zu erlassen, wenigstens durch Einführung eineß hohen Zolleß auf die in Frage stehenden Putzartikel die Unfttte einschränken zu wollen. In der bestimmten Hoffnung, daß die Dichtigkeit de» Gegenstandes einen Hohen Deutschen Reichstag veranlasse« werde, auf unser ergebenste» Ansuchen eiozugehen unb fich burch Prüfung der Angelegenheit, resp. durch Einforderung von Gutachten competenter Persönlichkeiten noch näher selbst von der Wichtigkeit diese» Gegenstandes übeqiögtn zu wollen, zeichnet gehorsamst Der Vorstand deß Deutschen Bunde» rc. burch unsere Gegenb führenden Nebenbahn Grünberg Londorf schreiten infolge der sehr günstigen Witterung rasch _______ entgegen. Die Schienen find bereit« über die Hälfte der Strecke gelegt unb auch die Stationßhäuser find vollendet. Darmft. Zig Tritten A Ziehung am U Hanptgew. 8 hoje i 1 Mk.; 1 t' Rich. B i -Weil tein, _ ff. Ba i'«*1 Htiae j rs.M. N- Punjch-tz dichte« Bi „ "■ jamai ^"sch. ii, si Hiirthlil« aLL> lelbet. *?*?•** rr'®r M-ita iÜL***i< ° '‘Wfa Unb fi” flh“nod| "ähn fü ab«M«gm zu toittii bit Garnison wWi1 lhurmh.ur in W issvet 1 Ubr, am Mtwochv । vthrcrrd •*? an Sonntagw 20 W f4en Banbes rr. lttaschineüe» Sji*t,'S Wertin Bon JUB«t inbtn In atttn 3u)dgmk IneerSrtnnmattiii; «Witfinb bich°M iW mir aut allen btutfa »Wagen haben Jonte ' Chicago) mit benM __W chnnig von Dr. iiuii N lkwen Kindern c, ‘Win, mit aUet Sorg': 8 KtndeS richtig zu fotlü 3°hr das Beste, aber» kein gegriffen werden B '8e 3 au, die sür ihr Sri der M-nge von P, Spam» ige herauSzufiaden. Sri rsuchen und tjeobathir;- ie aus Hafer hnMa Imltlel erwiesen, tau in Neuem wiff-nschM^ etgeft Ut, nicht nur taa we ßstoffen (den Biut-L ililnochen und Wim ls alle anderen kmt-r filnbtr, bßä) ifi \iÄi ।trlM gut iß, bum PK- • Milch wird im M aexttagen, \onbtxn dck am besten baS Hasen» tum mub man in ir abritate in den handel n H untauglid) find. W> te und not meinen eit® mebl von C.-.»««« Bestandtherlehervomieüe auch alS Zusah »m W für die Kinder Idm* enn wie es sich tigl'6 IH ba§ Nehmen der Kuba- alber und bleiben w°r^ ung juiüd. DasKnorn überraschender Mt> gedeihen dabei ptMufl,» 5 demselben denn «H Dotier athevlos. cm war sei"t *»äs» j8tlf! Keta®11'1’ x-S S>' Holzversteigerung. Dienstag, den 18. Februar d. I. werden au« den Districten Schinderskopf 16 b, 21, 22, Rehhecke 65, 66 versteigert: 1 Birkenstamm oan 33 cm Durchmesser, 7 m Länge mit 0.60 fm, 22 Kiefernstämme von 27 — 50 cm Durchmesser, und 6 — 10 m Länge mit 16,34 fm 24 Lärchenstämme von 21 — 38 cm Durchmesser, und 7—12 m Länge mit 17,20 fm, 57 Fichten-Derbstanqen von 8—13 cm Durchmesser, und 10—13 m Länge mit 5,71 fm. Buchen: 2 rm Scheiter, 2 rm Knüppel, 580 Wellen, 7 rm Stöcke; Birken: 2 rm Scheiter, 2 rm Knüppel; wichen: 74,6 rm Scheiter, 61 rm Knüppel, 6660 Wellen, 188,6 rm Stöcke; Nadel: 13,8 rm Scheiter, 33,9 rm Knüppel, 800 Wellen, 35,4 rm Stöcke. Das in der Rehhecke lagernde Buchen- und Eichen, Inüppel, Reisig- und Stockholz, sowie das zerstreut liegende Weichholz- i eisig in Abth. 16 a, 17 a und 50 wird nicht vorgezeigt; es kommt gegen Mittag im Schinderskopf zum Aufgebot; Steigliebhaber wollen dieses Eher einsehen. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr auf der Sandkauten- lchneise am Uebergang über die Oberhessiiche Eisenbahn Gießen-Gelnhaufin. Nähere Auskunft ertheilt der Grohh. Forftwart Schlag zu Baumgarten. Gießen, den 4. Februar 1896. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Heyer. 1157 Holzversteigerung om Montag bett 17. Februar 1896, Vormittags 10 Uhr be e nnenb: Distrikt Thiergarten bei Hungen, 28 Stück Eichen Stamm-Schnittholz (Glaserholz) mit 22 fm, 10 Stck. Buchen-Stamm-Schnittholz = 14 fm, 16 rm Hainbuchen-Nutzscheit, BOO „ Buchen-Scheitholz, 2-10 „ „ Prügelholz, 900 u „ Reiser, 120 „ „ Stockholz. Zusammenkunft: Pflanzgarten im Niergarten. hnvgen. den 10. Februar 1896. Fürstliche Oberförsterei Hungen. 1381 Wiegmeyer. 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