8 18, r ÄS« 10904 0 :en. 10746 an Söhne ibrik 'rankfurt a. M. ner und Salons, Lese- in reicher Auswahl zu i, Nemlveg l Jtr in: und Kinderwäsche. genommen, dieselben rasch und '» großer Auswahl, dar und billigst auSgeHrt. 9590 tterjchneidmajchim ckwurzmühlen, ttosselquetjchen, itterdämpser, hrotmühleu, uchtputzmühle«, teure, mchcpumpen, .uchevertheiler tc. 1 oUe ankeren >-«dwE , w=u«L auf L°S-r "”b < | -l.z-bch-ch«' „ . , M«. DM Mhge. ÄÄSfft **>*««• «MtMit. ^rzauis "!'«• Mil *’ —____ 10893 OICTItt ii« ->> *’EC!,V L- »’S!’. «I'S»-*** 0 !) aw*» -p—^----101(0 » bei" . ae|ter8weS> —-'PL Tonn6' v» -SS^ V®/ W, B^uia’tPTasehe®- G ' toeiitenbft?S»«iH Ä Nr. 295 GrRes Blatt. Dienstag den 15 December 1S9O Die Gießmer S-amitieuStäiter werden dem Anzeiger wdchenllich dreimal beigelegt. Dierteljährißer Avonncmentspreise 2 Mark 20 Pf-, mit vringerloh». Durch die Post bez^ar 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expeditto« und Druckerei: -chutstrahe Ar.7. Fernsprecher 51. Der Htehener Z»zeiger erscheint täglich, «ü Ausnahme deS MonlagS. Gießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. Amts, und Anzeigeblatt für den Areir Gieren. Hratisöeikage: Gießener Kamilienökätter. «»nähme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis «orm. 10 Uhr. Alle Lnuonceu-Vureaux d«S I». und AuSlaudeS uehmcu Anzeigen für de» „Gieße»rr Anzeiger' «llgogen. | General Ponzto Baglta, als vertrauter Freund CriSpt» setner Stellung enthoben. Messina, 13. December. Aus Anlaß der hier entdeckten Zolldrfraudattoven, welche mehrere Millionen betragen, find zwölf Zollbeamte verhaftet und siebzehn ihre» Dienstes entlasten worden. Athen, 13. December. Die Kosten des zu errichtende« ständigen TruppenlagerS werden auf 360,000Drachmen berechnet, welche in den Etat eingestellt werden sollen. verli«, 14. December. Zu dem Hafenarbeiter« Strike in Hamburg nahm eine gestern Mittag abge« haltene, zahlreich besuchte Versammlung Stellung. Dieselbe erklärte sich für etu Schiedsgericht oder SintgungSamt. Verlin, 14. December. Das „Kleine Journal" meldet aus Warschau: In dem Befinden des Grafen Schuwa« low ist eine bedenkliche Verschlimmerung eingetreten. E» wurde ein allgemeiner Katarrh der AthmuvgSwege festgestellt, wozu sich eine Störung der BerdauungSorgane gesellt hat. Der Patient kann das Bett nicht mehr verlaffen. Prag, 14. December. Der Kaufmann Carl Kern, welcher in Erfurt einen Brief mit angeblich 25,000 Mark Inhalt an eine hiesige Bank auflteferte, hat eingestanden, den Brief selbst mit Papierfchnitzeln gefüllt zu haben. Ser« ist verhaftet worden. Paris, 14. December. Eine officlöse Note dementirt die Meldung, daß der frühere radikale Minister Douwer zum General - Gouverneur von Jndochina vorgeschlagen worden sei. Pari-, 14. December. Präsident Fanre erhielt die Insignien deS niederländischen LöwenordenS. Madrid, 14. December. Nach einer Meldung aus Havanna erklärte General Wehl er einem Journalisten, er sei nach Havanna zurückgekehrt, weil er erfahren habe, daß die Insurgenten sich dort concentriren wollten. Er hoffe, Moximo Gomez dasselbe Schicksal zu bereiten wie Maceo. Schwurgericht. W. Gießen, 12. December. Die Beweisaufnahme gegen den Angeklagten Scheerer ergab im Großen und Ganzen dessen Schuld. Nur in einigen Fällen wollten die Zeugen, deren Unterschriften gefälscht waren, mit Bestimmtheit nicht erklären, daß sie den Namen nicht geschrieben, trotzdem sie den Glauben haben, daß ihre Namensunterschrift vom Angeklagten gefälscht sei. Bei den Fälschungen erklärt der Angeklagte, daß eS schon immer in RüddingShausen Mode gewesen, die Eintragungen im Grundbuch bewirken zu lassen, wie er dies in den unter Anklage stehenden Fällen gethan habe. Man suchte sich eben Erben, die am Platze wohnen und machte mit diesen Kausnotul. Zur „Instandhaltung" deS Grundbuchs wurden unter Leitung Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 13. December. Die gestern Abend beim Kaiserpaare stattgehabte große musikalische Abendunterhaltung nahm einen glänzenden Verlauf. SS waren gegen 340 Einladungen dazu ergangen. DaS Programm dieser musikalischen Abendunterhaltung war etu sehr reichhaltiges und wurde von dem Berliner Lehrer-Gesangverein, von den Mitgliedern de» königlichen DomchorS, sowie von etwa 55 Kammermusikern auSgesüdrt. Berlin, 13. December. Herr v. Tausch legt in den täglich vor dem Untersuchungsrichter statlfiadenden längeren Vernehmungen große Seelenruhe an den Tag. Berlin, 13. December. In der am Freitag im Reichs- amt des Innern abgehalteneu Covferenz über die Ent- feuduug von Sachverständigen nach Ostasien, «n welcher übrigens die sächsische Regierung sich nicht bethei- ligen wird, wurde festgestellt, daß die Expedition Ende Januar von Bremen aus ihre Reise anrreten kann. Der Norddeutsche Llotzd hat freie Hin- und Rückfahrt zugesichert. Verli«, 13. December. Die „Deutsche Tageszeitung" erklärt, daß ihr bis gestern noch keine Klageschrift wegen Beleidigung deS StaatSsecretärS v. Marschall zugegangen war. Sie vermag eine Beleidigung in dem betreffenden Artikel nicht zu finden. Verli«, 18. December. Dem „Vorwärts" zufolge ist die Sonntag- Nummer der „Sächsischen Arbeiter-Zeitung" wegen MajestätSbeleidigung beschlagnahmt und der verantwortliche Redacteur verhaftet worden. verli», 13. December. Gestern Nachmittag 4 Uhr fand in einem Laboratorium in dem Hause Speuerstraße 23 zn Moabit eine Explosion statt, welcher vier Menschenleben zum Opfer fielen. Der Inhaber des Laboratoriums, Carl Jiaae, etu Sohn des Stadtraths Isaac zu Charlottenburg und früher Verleger der dortigen „Neuen Zett", und drei Arbeiter find getödtet und vollständig in Stücke gerissen. Berlin, 13. December. Die „Post" schreibt heute zu ihrer vorgestrigen Mittheilung, wonach man in juristischen Kreisen beabsichtige, wegen der Prozeßführung bei der Verhandlung gegen Leckert-Lützow eine Interpellation zum Justizetat im Abgeordnetenhause herbeizusühren, sie hätte mittlerweile feststellen können, daß in den Kreisen der engeren Freunde der „Post" eine solche Abficht auf das Entschiedenste deSavouirt wird. Salzburg, 13. December. Bei dem hiefigen Bankier Carl Leitner, welcher zum verwaltungsrath der Elec- trieitäts-Gesellschaft gehört, fand eine gerichtliche Haussuchung statt. Sämmtliche Geschäftsbücher wurden beschlagnahmt. ES soll sich um Unregelmäßigkeiten handeln, welche bei der ElectricitätS-Gesellschaft vorgekommen find. B»dapest, 13. December. „Magyar OrSzeg" veröffentlicht drei amtliche Documente, welche gestern in das ungarische Ackerbau Ministerium gelangt find, in denen über deutsch, russische Verhandlungen betreffs Schlichtung der handelspolitischen Differenzen zwischen diesen beiden Ländern berichtet wird. AuS diesen Documenten folgert daS Blatt, daß Deutschland die RückoerficherungSpolittk mit Rußland gegen Oesterreich-Ungarn sortsetzt. DaS Blatt fordert eine diesbezügliche Interpellation im Abgeordnetenhause. Die Regierung dürfte eine Untersuchung einleiten, auf welchem Wege der „Magyar OrSzag" in den Besitz dieser geheimen amtlichen Documente gekommen ist. Rom, 13. December. Infolge geheimer, gegen Rudtut gerichteter Jntriguen wurde der General-Adjutant deS Königs, Ausland. Lsubon, 12. December. 10 Kohlenarbeiter find infolge Ueberichioemmung in einer Grube deS Kohlen-Dtstrtct» von Aberdeen abgeschnttten. Taucher, von Cardiff kommend, sollen diele den auS ihrer mißlichen Lage retten. Lo»do«, 12. December. Die „Times" erhalten ein Telegramm aus Havanna, wonach am 5. d. MtS. eine spanische Colonue von 500 Mann Insurgenten in die Berge von Sabamllr versch agen wurde. Die Spanier verloren 70 Tobte. Der Verlust der Jukurgenten ist unbekannt. Kopenhagen, 12. December. Eine Versammlung von Mitgltebern der Rechtenpartet nahm heute mit großer Mehrheit einen Beichlußautrag an, in welchem als Grundsätze für die Partei ausgestellt werden: Friedliches Zusammenarbeiten mit anderen Parteien für Reformen auf Grund der bestehenden socialen Drbnung; Bekämpfung der Socialdemokratie und Derjenigen, weiche die Socialvemokratie heimlich oder öffentlich unterstützen- Widerstand gegen die von der linken Reformpartei vorgeschlagene Reform de- Grundgesetzes. Diesem Beschlußantrage war auch der Führer der vergleichsfreund, lichen Rechtenmänner Lars Btuesen beigetreten. Ein von dem Führer der vergletchsfetndlichen Rechtenmänner, dem früheren Minister Jacob ScaveniuS, vorgeschlagener Brschiußantrag wurde von der Versammlung verworfen. Deutsches Relch. Hamburg, 12. December. Einhundertacht englische Dockarbeiter fino heute hier anoekommen. In 37 Stauerei. betrieben arbeiteten am Freitag 2352 Arbeiter, während unter gewöhnlichen Verhältnissen eine Anzahl von 3307 Leuten erforderlich gewesen wäre. München, 12. December. DaS Schwurgericht ver- urthetlte heute den Kaufmann Jrlbeck, welcher am 2. Juli dS. Js. den Studenten Rosenblum im Pistoleuduell er. schossen hatte, zu 2 Jahren Festung und Tragung der Kosten. Der Staatsanwalt hatte 3 Jahre F stung beantragt. Feuilleton. Frankfurter Lheaterbrief. (Originalbericht für den „Gießener Anzeiger".) (Nachdruck verboten.) Fran Sigrid Aruoldson im Frankfnrter Opernhaufe. Dr. M. ES ist die Kunst des reinen, unverfälschten bei canto, dessen Genuß uns die schwedische Diva bereitete, die heute wie kaum eine Andere, von einem Anderen ganz zu schweigen, die Traditionen der älteren glanzvollen italienischen GrsaugSschule vertritt, den Stil einer Catalant, Pasta u. s. w. Jeder Gebildete weiß, waS bei canto besagen will, und doch umfaßt dieser Ausdruck im Grunde viel mehr, als der Laie sich darunter vorzustellen beliebt. ES ist darunter nicht nur Stimmansatz, Ebenmäßigkeit in der Tonbildung, tadellose Reinheit, sondern auch die Phra- firung, der Geschmack im Vortrag zu verstehen. Die Sigrid Aruoldson, noch eine jugendlichfrische Erscheinung, kommt auS der rühmlichst bekannten Mailänder Schule des Mor tz Strakosch. Sie hat erst drei Jahre Solseggieu und Passagen fingen müssen, bevor ihr erlaubt wurde, an das Studium einer Partie zu gehen. Solche gründliche Vorbereitungen scheuen heute die meisten unserer angehenden Primadonnen, ibie, wofern fie mit einem gewissen SttmwfoudS ausgerüstet «find, auch gleich auf künstlerische EroberungSzüge au-gehen möchten, ohne für eine solide Basis ihres Könnens zu sorgen. Die Schule, welche Frau Aruoldson genossen, bedingt ein voraussichtlich langes Vorhalten deS künstlerischen Vermögens, ver stimmlichen Mlttel. Bei der schwedischen Sängerin steht fieber Ton, eS wäre ihr wohl ganz unmöglich, auch nur um «ine Schwebe falsch zu singen? Die Stimme ist keine große und nicht geeignet, eine „Isolde" oder „Brunhilde" zu be- wältigeu, aber völlig ausreichend für das Rollenfach, welches Frau Arnoldfon mit souveräner Meisterschaft beherrscht. Den landläufigen Begriff von der Coloratursängerin, die nur „Kehle", aber wenig „Seele" besitzt, muß man dieser Künstler, erscheinung gegenüber völlig aufgeben. Die Sigrid Arnold, son singt nicht nur solche Partien, welche wie Rossinis „Rosine" im „Barbier" eine blendende Geläufigkeit in Trillern, Rouladen und Staccati erfordern, sondern verkörpert auch durch ihre Kunst Gestalten, an welche, wie an „Lakme", „Mignon", der GesühlSmaßstab gelegt werden muß, die unser seelisches Mitempfinden im vollen Sinne des Wortes erwecken. Mag die schwedische Sängerin fich in ihrer Technik m't den großen Meisterinnen des alten Stils auf eine Stufe stellen können, so ist sie doch zugleich auch eine moderne Künstlerin, indem fie ihren ganzen Menschen in die Rollen hineinträgt, diesen zum Leben, zum festen Bühnendasein auch in schauspielerischer Hinsicht verhilft. Eine Fülle glück- ltcher Naturanlagen unterstützt fie hierin. Die zierliche, zarte und doch keineswegs magere Gestalt, die feine Bildung des Profils, die dunklen, leuchtenden Augen üben von vornherein einen unwiderstehlichen Zauber. Vollendete Anmuth der Be- wegung, die aber niemals in'S oberflächlich Spielerische hin- übergleitet, verbunden mit dramatischer Verve, die allerdings auch bei den gesteigertsten Affecteu nie ganz die Schönheits- linie überschreitet, geben ihren Figuren ein ganz bestimmtes Gepräge. Man geht in der That nicht zu weit, wenn man von der Kunst der Sigrid Arnoldson als wie von einem ganz bestimmten Genre spricht. Die „Lakme", die „Mignon", die wir von ihr gehört, vergessen wir nie wieder, fie haften unlöschbar in unserem Gedächtniß gleich den großen Meister- werken der bildenden Kunst. Für Frankfurt a. M., wo die Sängerin noch unbekannt war, nur erst geschätzt durch ihren Ruf, hatte fie fich die Rollen der „Traviatore" und der „Mignon" gewählt. In ersterer hat man dort häufig die ebenfalls als Größe in der Opernwelt bekannte Signorina Prevosti gehört, welche ungefähr das gleiche Repertoire wie ihre schwedische Collegt« besitzt. Ein Vergleich lag also für daS Frankfurter Publikum nahe. Es ist möglich, daß man der Auffassung der Prevosti die vertieftere Leidenschaft zugestehen mag, wer aber von beiden die größere GesangSkünstlerin ist, darüber kann unter Kundigen kein Zweifel walten — das ist entschieden die Sigrid Aruoldson! Selbst da, wo man vielleicht an ein stürmischeres Pathos gewöhnt ist, enttäuscht fie uns keineswegs, denn was fie giebt, ist immer ein einheitlich geschloffenes Bild, ein in fich abgerundetes Kunstwerk, mag man es auch bei Anderen in paftoferem Farbenaustrag gesehen haben. Eine Leistung, bei welcher Form und Inhalt sich nun jedoch vollständig decken, wo die innerste Individualität der Künstlerin ihre ganze Rechnung findet, ist ihre entzückende „Mignon". Wer diese Verkörperung erlebt bat, findet die Worte, welche der enthufiasmirte DuwaS file einst der Sängerin tn's Album schrieb, nicht mehr übertrieben. I« freier Uebersetzung lautet die Huldigung etwa so: „Als die Menschen auS Eden vertrieben waren, blieb ihnen als Rückerinnerung an das verlassene Paradies dreierlei: die Liebe, die Poefie und Ihre Stimme, Madame!" Die Frankfurter Intendanz kann stolz darauf sein, solche Gäste wie Frau Aruoldson für die Saison gewonnen zu haben. des Angeklagten die schwierigsten Sachen gemacht, auf eine Fäl chung mehr oder weniger kam es dabei nicht an. Unter den Entlastungszeugen war eine 77 Jahre alte Wittwe, die in ihrem Leben noch keinen Eid geleistet hatte, unter ThrLneu stammelte die Alte dem Dorfitzenden die Eidesformel nach. Diese Z-ugiu sollte dem Angeklagten bestätigen, daß es Rüddingshäuser Gepflogenheit sei, daß auswärtige Erben bet Grundstlicksverkäafen nicht gehört worden seien. Aber die Zeugin behauptete das Gegentheil. Den Geschworenen wurden 17 Haupt- und 6 Hilssfrageu vorgelegt. Herr Staatsanwalt Zimmermann plaidirt für schuldig in vollem Sinne der Anklage. Der Dertheidiger, Herr Rechtsanwalt Kraft, beschränkte sich darauf, in zwei Fällen von Fälschungen von Pcivaturkunden Zweifel anzuregeu, ob hier sein Client auch wirklich gefehlt, er wolle für den Angeklagten, der ein schlechter Mensch sei, nicht etwa eine Lanze brechen, doch müsse auch dem Verbrecher sein Recht werden und seine Pflicht als Dertheidiger sei eS, darauf hiuzuwirken, daß Scherrer da schuldlos zu sprechen sei, wo noch Zweifel an seiner Schuld beständen. Die Geschworenen, deren Spruch durch Herrn Professor Netto - Gießen als Obmann verkündet wurde, sprachen den Angeklagten in einem Falle der Fälschung einer Prtvaturkunde frei, bejahten jedoch in 4 Fällen diese Urkundenfälschung in Jdealconcurrenz mit Betrug, bejahten ferner die weiteren sechs Fälle des AmtSverbrechens- in einem Falle jedoch verneinten sie, daß der Angeklagte sich oder einem andern einen VermögenSvortheil damit verschafft habe. Herr Staatsanwalt Zimmermann beantragte hierauf unter Einbeziehung der schon bekannten Strafe den Angeklagten zu dem höchst zulässigen Strafmaß von fünfzehn Jahren Zuchthaus zu verurtheilen mit dem Bemerken, daß der Angeklagte wegen der an seinen Mitgefangenen versuchten Verleitung zum Meineid sich demnächst noch zu verantworten haben wird und wenn er heute zu einer niedrigen Strafe als die beantragte verurtheilt werden sollte, er so wie so bei seiner nächsten Aburtheilung mit dem höchsten Strafmaß belegt werden müßte. Der Verthetdiger plaidtrte für eine geringere Strafe als die von dem Vertreter der Staatsbehörde beantragte. Der Gerichtshof erkannte auf eine Ge- fammtzuchthausstrafe von 11 Jahren, sowie auf eine Geldstrafe von 600 SRI. eventl. 40 Tage Zuchthaus und bestätigte die schon erfolgte Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren. Mit Gleich- muth hörte Scheerer diesen UrtheilSspruch an, dessen Rechtskraft er sofort anerkannte. W. Gießen, 14. December. Heute wurde in die Verhandlung gegen den Eisenbahnassistenten Karl August Laatsch, früher in Butzbach, zuletzt in Gießen stationirt, wegen Verbrechens im Amt verhandelt. Die Anklage vertritt Herr GerichtSasseffor Dr. Friedrich. Die Vertheidigung wird geführt von Herrn Rechtsanwalt Grünewald. Der Angeklagte, am 29. Juli 1853 zu R ssow geboren, ist unbestraft und Vater von sechs Kindern. Er bestreitet, das ihm zur Last gelegte Verbrechen begangen zu haben. Die Beschuldigung geht dahin, Laatsch habe, um sich einen VermögenSvortheil im Betrage von 3,90 Mk. zu verschaffen, eine Fahrkarte 3. Klaffe Butzbach—Frankfurt verfälscht an einen Passagier zu bringen gesucht und nachher vernichtet. Die Anklage behauptet das Folgende: Am 8. August verlangte der Postagent Metzler von Münzenberg beim Angeklagten, der an diesem Tage als Stationsassistent auf Bahnhof Butzbach den Schalterdienst versah, eine Fahrkarte 4. Klasse nach Frankfurt a. M. zu dem um 10 Uhr 45 Min. Vormittags von Butzbach abfahrenden Zuge. Metzler erhielt das Verlangte gegen Zahlung von 1 Mk. und betrat damit den Bahnsteig, nachdem die Durchlochung vom Bahnsteigfchaffaer besorgt war. Metzler traf auf dem Bahnsteig einen Bekannten, welcher ebenfalls die Reise nach Frankfurt unternehmen wollte, zu diesem Zwecke aber ein Billet 3. Klasse hin und zurück gelöst hatte. Man wollte zusammen die Tour zurücklegen, weshalb sich der Reisende mit dem Fahrschein 4. Klaffe zum Bahnsteigschaffner begab, der ihn zum Schalter zurückbegleitete, wo vom Angeklagten der gewünschte Fahrkartenumtausch gegen Nachzahlung von 1,90 Mk., der Differenz zwischen dem Preis der 4. Klaffe und einem Billet 3. Klasse hin und zurück, Butzbach—Frankfurt bewirkt wurde. Die Anklage beschuldigt nun den Laatsch, in diesem Falle eine bereits am 10. Mai d. IS. ausgegebene, mit dem Tagesstempel des 10. Mai versehen gewesene, bereits für eine Fahrt zwischen Butzbach—Franksurt a. M. benutzte und daher einmal durchlochte Fahrkarte 3. Klasse ausgehändigt zu haben, nachdem über dem schon vorhandenen Stempel vom Mai der damalige Tagesstempel gesetzt und so die alte Maistempelung dadurch auSgemerzt worden sei. Mit dieser Karte pasfirte Metzler das zweite Mal die Bahnsteigsperre, wobei der Schaffner, im Glauben, eß handele sich hier um eine Rück- sahrtkarte, welche von Frankfurt nach Butzbach schon benutzt und für diese Fahrt bereits durch Lochung entwerthet war, daS Billet an der noch undurchlochten Seite ebenfalls coupirte. Metzler, der sofort merkte, daß er nun im Besitz einer nur zur Hinfahrt nach Frankfurt benutzbaren Fahrkarte war, machte den Schaffner Buß, der den Dienst an der Sperre hatte, auf diesen Umstand aufmerksam und begab sich an den Schalter zurück. Inzwischen hatte sich auch Laatsch nach dem Perron begeben, um dem Bahnsteigschaffner Anweisung zu ertheilen, die Lochung des betreffenden B llets zu unterlassen, er kam aber zu spät und erfuhr von Buß die bereits vorgenommene Entwerthung, wobei er gesagt haben soll: WaS machen Sie für Dummheiten, jetzt muß ich ihm ein anderes Billet geben. Metzler hat dann eine ordnungsgemäße Fahrkarte 3. Klasse erhalten, wogegen er die zweimal gelochte an den Angeklagten zurückgab. DaS Anerbieten bcß Passagierß, den halben Schaden zu tragen, soll Laatsch zurückgewiesen haben. Alß der Metz'er seine Reise mit Hindernissen angetreten, d. h., alß der Personenzug den Bahnhof Butzbach verlassen hatte, soll der Angeklagte zum Schaffner Buß gesagt haben, indem er die verhängnißvolle Fahrkarte in der Hand hatte, jetzt kann ich baß Geld drauflegen. Später soll nach der Anklage Laatsch den betreffenden Fahrschein in 6 Stücke zerrissen in den Ofen geworfen haben, wo er vom Stationsarbeiter Müller wieder heraußgesucht wurden, der denselben dem StationSasfiftenten Ploch auShändigte, worauf dieser die Anzeige erstattet hat. ____________________________________________(Fortsetzung folgt.) und protHnjteUo, Gießen, den 14. December 1896. • • Schwurgericht. Für morgen Dienstag ist nachträglich noch eine Verhandlung anberaumt und zwar gegen den Bahnarbeiter Joh. Zimmer von Lang-GönS wegen Verbrechen wider die Sittlichkeit. * * BolkSbab. Der vorbereitende Ausschuß der Aktionäre beschloß in seiner ersten Sitzung, bei der Stadt Gießen anzufragev, zu welchem Preise dos an der Ecke zwischen Bißmarckftraße und Wieseck hinter dem Reimer'scheu Hause gelegene städtische Grundstück — der alte Turnplatz — für daS Bolksb ad zu haben sei. Ferner wurde beschlossen, 25 Procent der gezeichneten Seiten alsbald zu erheben, da nach den Bestimmungen des Aetiengesetzes vor Eintrag der Setten« gesellschaft dem Handelsgerichte der Nachweis erbracht werden muß, daß dieser Betrag des ActiencapitalS eingc« zahlt ist. Die Statuten wurden im Entwürfe festgestellt. * * Kuustvereiu. Bei der am 12. d. M. in Darmftad t vorgenommenen Berloosung von Kunstgegenständen an die Mitglieder des Kur.stvereinS für das Großherzogthum war die Gießener Abtheilung wieder recht von Glück begünstigt. Von B2 Gewinnsten find 12, von 20 Oelgemälden und Aquarellen sind 6 nach Gießen entfallen und zwar: 3. „Fraueninsel im Chiemsee" Oelgemälde von Barlach- Anacapri, an Fabrikant Georg Noll. 4. „Am Fenster", Oelgemälde von Roegge-München, an Architect I. Stein. 11. „Winterabend", Oelgemälde von Gehrig-München, an Amtsrichter Neuenhagen. 13. „Helgoländer Gepäckboot", Oelgemälde vonSturm-Berlin, an RendantDoering. 17. „Straße tn Werthhetm", Aquarell von Schlegel-Darmstadt, an Justizrath Dr. Reatz. 18. „Herbst in den Eisach-Auen", Aquarell von Schramm Klausen, an Fritz Kühn. 27. „Hochzeitsreise nach Italien" von Allers, an Geb. Justizrath Professor Dr. Kretschmar. 40.—43. „Frühling und Winter", Radtrung von Kuhn, je an Stadtverordneten C. Loos, Prof. Dr. Stein- brügge, Major a. D. von Roeder, Rechtsanwalt Kraft. 54. „Begrüßung Kaiser Wilhelms I. nach der Schlacht", nach Rocholl gestochen von Forberg, an Landgerichtßrath Kullmann. * • Sefellschaftsvereiu Gießen. Bei der am Samstag unter reger Betheiligung ftattgefunbenen Wahl wurde Herr AmtSgertchtSrath Gebhardt einstimmig zum ersten Director wiedergewählt. * *Pr. Concertverein. Das gestrige zweite Concert des ConcertvereinS, zu dem ein zahlreiches Publikum sich im Saale des Gesellschaftsvereins eingefunden hatte, war in mehrfacher Beziehung von besonderem Interesse. Wir nennen vor allen Dingen den neugewählten Universitätsmusikdtrector Herrn Gustav Trautmann, der gestern hier zum ersten Mal alß musikalischer Leiter des Concertvereins daß Dirigentenpodium betrat und sich, wie wir gleich hier bemerken wollen, auf daß Vortheilhasteste bei den hiefigen Musikfreunden einführte. Wenn wir heute auch noch kein endgültiges Urtheil über Herrn Trautmann außzusprechen wagen, so glauben wir doch nach dem, maß wir gestern von ihm gesehen und gehört haben, getrost behaupten zu dürfen, daß die mufikalische Leitung dcß Concertvereins bei ihm in durchaus würdigen Händen ruht. Seine Directionsweise ist energisch und bestimmt, und wenn auch vielleicht hie und da nervös, durchaus geeignet, den vorliegenden Orchesterwerken zu klarer und verständnißvoller Wiedergabe zu verhelfen. Wir versagen uns daher, auf Einzelheiten näher einzugehen, und erwähnen nur kurz, daß der Vortrag sowohl der Oxford- Symphonie von Hagen alß auch der Egmont - Ouvertüre von Beethoven und des Orchestersatzes von Monfignh ein fleißiges Studium erkennen, — (wir erwähnen z. B. die einheitliche Bogenführung des Streicherchors in der Egrnvnt- Ouvertüre), — und in der Wirkung nichts zu wünschen übrig ließ. Daß Orchester, in dem wir mehrere geschätzte hiesige Dilettanten bemerkten, folgte den Intentionen feineß neuen Leiters auf daß Pünktlichste und Bereitwilligste und zeigte sein Können in schönster Weise. Für den soliftischen Theil war der V olinvirtuoß Herr Willy 8ur meftcr gewonnen worden, ein Künstler, der unstreitig zu den berufensten Vertretern feineß Jnftrumenteß zählt und sich wie anderwärts, fo auch hier gestern einen bedeutenden Erfolg errungen hat. Seine schönste Leistung war unstreitig die Wiedergabe des „Air" von Bach, daß er mit vornehmem Ton und tiefinniger Empfindung vortrug, während er unß in dem Concert von Spohr mehr auf die virtuose Seite seines Könnens zu geben schien. Eine geradezu erstaunliche Fingerfertigkeit der linken Hand entwickelte er in den Paganinischen Variationen eigener Bearbeitung, doch schien eS uns, als ob hier die Reinheit der Intonation nicht immer auf der Höhe seiner technischen Gewandtheit stand. Die Orchesterbegleitung zu dem Violinconcert und zu dem „Air" von Bach war ausgezeichnet und nur geeignet, die Wirkung beider Stücke zu erhöhen. * • H. Stadttheater. Die gestrige Aufführung der immer noch beliebten und zugkräftigen Nestroy'schen Posse „Lum- paei-VagabundnS" war eine recht gute. Sie hatte ein besonders zahlreiches und beifallfreundlicheß Publikum gefunden und daS wirkte auf die Darsteller animtrenb zurück. Von befen war eS vor Allem Herr Hans Portz vom Kölner Stadttheater, welcher als Gast die Rolle des „Zwirn" übernommen unb mit seiner ausgelassenen Laune aufß Köstlichste arnüfirte. Er stattete btefe Figur mit fo viel glänzender, natürlicher Komik und vollendeter Mimik aus, daß ihm bald daß Hauptinteresse galt und der Beifall des Hanfes wahrhaft erschütternd wirkte. Von den übrigen Mitwirkenden verdienen namentlich Herr Director Helm als Schuster Snieriem und Herr P eickn er als Tischler Leim hervorgehoben zu werden, die das treffliche Trifolium der Handlung ergänzten unb nächst Herrn Portz ben Hauptantheil an bem Erfolg des Abends baoontrugen. Aber auch alle übrigen M twirkenden befriedigten durch Spiel und Gestaltung in hohem Maße, sodaß daß Ganze die beste Wirkung erzielte. B'vS der äußere Habitus contrastirte zu sehr im Vergleich zu den zur Zeit der Handlung in Mode gewesenen Costürnen sowohl bei den Damen alß auch bei den Herren. • • btabttheater. Morgen Dienßtag wird alß Schluß- Vorstellung vor den Feiertagen Schillerß „Wilhelm Teil" hier aufgeführt werden. Die Direction hat für die Titelrolle Herrn Oßcar Bohner vom Kölner Stadttheater alß Gast gewonnen. Der geschätzte Künstler, der unß vor einiger Zeit alß „Uriel Acosta" und „Conrad Bolz" entzückte, wird auch diesmal seinen zahlreichen Verehrern hochstehenden Kunstgenuß bieten. Möge diese letzte diesjährige Vorstellung sich eineß recht guten Besuchß erfreuen, umsomehr, alß die Direction weder Mühe noch Kosten gescheut, dieses herrliche klassische Stück zu bieten. * • Die allgemeine Sterbekaffe Gießen, welche vor nun mehr sieben Jahren gegründet wurde unb jetzt in ihr 8 Geschäftsjahr tritt, besteht zur Zeit auß 748 Mitgliedern. Dieselbe hatte im verflossenen Jahre einen Zuwachß von 92, dagegen eineu Abgang von nur 10 Mitgliedern (7 durch Tod unb 3 sonstige Abgänge), gewiß ein erfreuliches Resultat. Während seines siebenjährigen Bestehens hat der Verein 53 Sterbefälle unter fernen Mitgliedern gehabt unb wurden hierfür an 15 Mitglieder ä 75 Mk., an 15 ä 100 und an 23 & 120 Mk., in Summa 5385 Mk. außgezahlt. Außer- dem besitzt der Verein einen Reservefond von 2300 Mk. und ist mithin in der Sage, selbst in außergewöhnlichen Fällen seinen Verpflichtungen nachzukommen. Auch ist die Sterbekasse durch ständige Zunahme von Mitgliedern in der angenehmen Lage, vom 1. Januar 1897 ab daß Sterbegeld von 120 auf 150 Mk. zu erhöhen. Daß Eintrittsgeld beträgt für eine Person im Alter von 16—25 Jahr 50 Psg., 25—30 Jahr Mk. 1, 30—35 Jahr Mk. 1.50, 35—40 Jahr Mk. 2.50, 40—45 Jahr Mk. 4. Bei der Aufnahme ist außerdem noch ein Sterbefallbeitrag von 25 Pfg. zu bezahlen. Bei dem Sterbefall eines Mitgliedes hat jedes Mit- lieb der Kasse einen Beitrag von 25 Pfg. zu entrichten, welcher durch den Kassenboten gegen Quittung erhoben wird. Zur Auskunft in allen Fragen ist Herr Schneidermeister Pfaff, Kreuzplatz 10, Herr Schuhrnaqermeister Seidewand, Teufelslustgärtchen 20, sowie Herr H. Bruchhäuser, Wolfstraße 8, gerne bereit. • * Verleihung von Diplomen an der Grobherzoglichen Technischen Hochschule zu Darmstadt. Im Studienjahr 1895/96 wurden folgende Diplome ertheilt: DaS Diplom als Archi- ' tect den Herren Heinrich Gresser au« Darmstadt, Christoph Janz auß Mainz und Heinrich Steinberger auß Gießen, daß Diplom alß Bauingenieur den Herren August Göbel auß Groß-Gerau, Raby Owtscharow auß Eßki-Djouma (Bulgarien), Jordan Russew auß Razygrad (Bulgarien) unb Michael Stawreff auß Sliwen (Bulgarien), baß Diplom alß Maschinen- Ingenieur ben Herren Eduarb Mueller auß ©reßlau, Otto Trapp auß Uffhofen, Dito Brühl auß Ludwigßhütte, Joseph Löffelholz auß Mainz, Georg Schultheiß auß Gießen unb Hermann Schmarje auß Sonderburg, daß Diplom alß Electro- Ingenieur den Herren Georg Schick aaß Mainz, Boris Peters auß Odessa, Hanß ©irrenbad) auß Mülheim a. Rh., Wilhelm Horn aus Wiesbaden und Pierre Pictel auß (Senf, daß Diplom alß Chemiker bem Herrn Ubo Klünder auß Glesdrendorf. •• Beterauensache. Der Verband deutscher Kriegs- Veteranen (Sitz Leipzig), welchem die meisten Veteranen auß den KriegSjahren 1848, 1864, 1866, 1870/71 aogehören, hatte in seiner diesjährigen General-Versammlung in Hannover, wozu die Veteranen auß allen deutschen Stabten Vertreter entsendeten, beschlossen, an Se. Majestät den deutschen Kaiser und an den Reichstag Petitionen zu richten, inhaltßderen allen, größtentheilß erwerbsunfähigen und hilfsbedürftigen Veteranen eine fortlaufende Penfion aus Staatsmitteln gewährt werden sollte. Diese Petition kam in der Reichstagsitzung am 5. December b. I. zur Besprechung, und wurde hervorgehoben, daß die in der Petition niedergelegten Wünsche erfüllt werden müßten- eß wurde fast einstimmig beschlossen, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, schien- nigst Erhebungen darüber anzustellen, wieviel erwerbsunfähige, hülfsbedürstige Veteranen noch leben unb wie vielen davon die jährliche Beihülfe von 120 Mark bewilligt worden sei. Seitenß der Rebaction beß „Veteran", Organ beß Verbandes deutscher Kriegß-Veteranen zu Leipzig, werden wir nun ersucht, alle erwerbsunfähigen unb hülfsbebürftigen Veteranen barauf aufmerksam zu machen, baß sie schleunigst bei ihren Ortsbehörden ihre Ansprüche geltend wachen, wie ebenso auch, daß sie von der Einrichtung beß VerbanbeS, wonach kranken Kriegern in Bädern Freistellen und Vergünstigungen, arbeitslosen Veteranen unentgeltlich leichtere Beschäftigung nach- Gewiesen unb in bringenden Nothfällen armen Veteranen aus BerbandSrnitteln Unterstützungen gewährt werden, Gebrauch machen können. Alle Arbeitgeber, welche ehemalige Kreger beschäftigen wollen, werden gebeten, bieß dem Verband in Leipzig mitzutheilen. * Falsches Selb. Nachdem vorgestern Abend ein junger Mann von hier an zwei verschiedenen Stellen vergeblich versucht hatte, ein falsches Einmarkstück an den Mann ;u bringen, wurden heute Vormittag weitere Ermittlungen na- dem Ursprung beß falschen Geldes angestellt, die auch von Erfolg begleitet waren. Bei einem Schuhmacher, in denen Wohnung, sanden fich die Formen unb baß nvthige Matena unb eine Parthie falscher, theilß fertiger, theilß unfertiger Einmarkstücke vor. Der Schuhmacher, beffen Mutter, ben Onkel unb ber vorerwähnte junge Mann wurden tn V genommen. Abend« 10 Uhr geö li 972] Von Mitt Christbännu bei Die' stmonn Boe »•5.2 5 »'*5" hi."-- 8u,X.« Einwohner « beuttnbe ,nb «apierhoiz MHM- paffirtn "d-r tlrc« 26 bi» 80 W selbst ist eben ein e j| Empfehl M M Fr-'b Heute unb Ochsen vicht laben* pr. Sdjroein nicht labenrein, per l_ Vergnüg Giessener S| Dienstag, den 15. - Letzte Vorst Gastspiel von H. J!» TSlner et W ilheln £ «'Meb, Valoren u,G ÄL 10961 ne Nkhnu 10952 dm Abe im.»ailerhost Tagtßord 1. Ausnahme von D 2- Mnjinig des V 3. Vortrag deß dormtm Dr. H. niste in den Gri eine Besteigung d '• ^"tragSprogr Mn ung ” n hohem to„c ,M‘^Ä «ft ®**®tfenen 2^ btD J •'•«H ‘^«4. n®t bom o»[K '^r blt Jh.f »»«' mb J'"' d" uni b0, i"1" iiiitti'ta j «01i’ «et. '• Ms,! bi(i, h«»> •Mtfaji e ft »i- Meten. *>t, bit|t« *,äB>S Öä-s 1 5385 W. Mgezahlt. |nu, Är*b bon 2300 mL [6; tn außergewöhnlichen Wen ^tommen. Auch ist die Sterbe1 fBt 6oa MitMeru in hx L fanuM 1897 ab dar Sinbrarlt «Wm. Das »intrittiMib 6(: (tot bon 16-25 Jahr 50 W '35 Jahr M. 1.50, 35-40 fr: SRI. 4. Bei der Ausnahme esallbeittag bon 25 Psg. zu k ll eines Mitgliedes hat jeder!-, trag bon 25 Psg. zu entriß: « gegen Quittung erhoben teirt sragrn ist Herr Schneidenneß!' r Schuhwaqemeister Seidemc!^ iivie Herr H. Bruchhauser, Selb iploVttl an der GroW-Men nmftadt, Im Studienjahr 1895/96 e mheilt: Da- Diplom alr Ar chi1 Treffer aus Darmstabt, Lhch^ irtch Steinberger auf Sieben, hl u r -en Herren August Mel aut tarn aut M-DMwa Mgaxieuj, ^jxab ^Bulgarien) und Michat! zarirn), dar Diplom al« WflWmen- >uard Mueller auS »nfllau, Otte ! i Brühl auS LudwigShülte, Jeitpd ; Seorg Schultheis auS Gießen uri onderburg, da-Diplom all Ww Georg Schick au« Mainz. W Birrenbach auS Mülheim il * und Pierre Pietrl B^ er dem Herrn Udo W1 Der Berband beutscher^' TsöT 1866® --rä?Ä * “ SLuM, I« Ä'1 »'M 'rt Sw,w"3 f»DI,;r Mi»««» -■ cniiit »■ amen-Hlac4-Kandschuhe von Mk. 1.50 bis Mk. Schwarze gefütterte Pamen-Fricot-Kaudschuhe von 30 Pfg. an bis Mk. Kerren-Hkac6:Karrdschuhe mit Krimmer, la. Qualität, von Mk. 1.75 bis Mk. Korsetten von 45 Pfg. an bis Mk. 10.—. Aiöer-Kamen-Htöcke zu 70 Pfg. und 85 Pfg. Krtra schwere ßalmuc-Dameu-Mcke, la. waschechte Qualität, von 95 Pfg. bis Mk. 1.50. Damen- und Kerren-Aacken von 45 Pfg. an bis Mk. 5.—. Wormathemdeu von 65 Pfg. an bis Mk. 7.—. Hestreifte Arbeiterhemden von 90 Pfg. an bis Mk. 2.50. Gefütterte Kerrenyofen von 50 Pfg. an bis Mk. 1.80. Wollene Kinder-Aäckchen von 28 Pfg. an bis Mk. 3.—. Gestrickte Arauenstrümpfe von 25 Pfg. an. Schwarze, wollene, gestrickte Arauenstrümpfe |Wassersucht durch F. Nardenkötter, Sudmühle, Westfalen. Großes Füger in wollenen Strickgarnen das Pfund von Mk. 1.65 bis Mk. 5.—. Alleinverkauf der krimpffreien Wönir-Wosse. Sömmflidjt Strickwolle wird der Kundschaft vorgewogeu. 109501 Eine gute und gesunde Gcheukamme weist nach Dr. Heinrlcy in Ulrichstein» 10957] Sine Frau empfiehlt sich im Kleidermachen und Weißzeugnfihcn in und außer dem Haufe- Marktplatz 20, in. 1(970] Sin «chl-ffer, selbstständiger Arbeiter, sofort gesucht. Hohmeter, Tonnenstraße 11. T Zu Weihnachts-Geschenken * empfehlen wir: „J Kerren-Aalteuhemden von Mk. 2.25 bi« Mk. 6.—. i Kerreu-Kragen von 14 Pfg. bis 55 Pfg. Manschetten, das Paar von 25 Pfg. bis 80 Pfg. Kerren-Serviteurs von 18 Pfg. bis Mk. 1.00. Kerren-Fascheutücher, weiß u. bunt, Va Dtzd. von Mk. O.6O—3.— Kj I>amen- und Kerren-Kaschentücher, weiß Leinen, das Va Dtzd. von Mk. 1.10 bis Mk. 4.— I Kinder-Taschentücher das Va Dtzd. von 24 Pfg. an bis Mk. 1.80 @ Kinderlätzcheu Stück von 4 Pfg. bis 80 Pfa. M Weiße Damen- und Kinderhemden, Aachtjacken und Weinüleider in allen Preislagen. I Pamen Zierschürzen von 18 Pfg. bis Mk. 3.— I Wirthschaftsschürzen von 35 Psg. bis Mk. 3.50. I Schwarze Zamenschürzen von 65 Pfg bis Mk. 7.—. I Setour-Damen-Zleverrock mit Pliffö zu Mk. 1.75. 1 1 filtere Person zur Beaufsichtigung der 1 perfecle Köchin. Kinder. 9863 10971 10965 10967 um damit zu räumen, ganz billig. 10963 1 1 6 2 Hausburschkn. 17 Dienstmädchen. 2 1 1 2 3 5 1 2 Laufmfidchen. 1 Ladnerin. Bficker. Friseur. Weißbinder. Schlosser. Schreiner. Hausburschen. Wtckelmacher- Schriftsetzer. Metzger. Zimmermann. Schmied. Taglöhner. 1 Schmied. 2 Schraancr. 13 Lehrlinge 1 Kindermfidchen- 2 tüchtige Pferdeknechte. 2 tüchtige Schweizer- Für den Aufsichtsrath: Dörfel b. Louis Rothenberger Wwe Neuenweg 82. Conrad Bepler, Metzgermeister, Neustadt 27. Vom IO. bis ««gebot der Arbeitnehmer. Dicnstsg den 22. December, Abends 8'/- Ahr: General-Versammlung des Spar- und Vorschuß-Vereins Wieseck (e. G. m. u. H.) bei Wirth Adam Ziegler. Tagesordnung: Reoisionsbericht und Verschiedenes. Zu verkanten: Vertikow, Bücherschrank, Kommode mit Glasaufsatz, ovale und Ausziehtische, Etageres, Notenständer und Klavierstühle (schwarz), Kleiderschränke, Nacht- und Waschschräuke mit und ohne Marmorplatten, Sophas, Betten, Spiegel, Bilder re. sowie 2 vollständige Ladeneinrichtungen und eine Comptoir Einrichtung bet ___ 2 Erdarbeiter. 1 Fahrbursche. 3 Dienstmädchen. 1 Comptoirist. Concurrenzneid. Ich bringe hiermit zur Kenntniß, daß der Local-Artikel „Wieder abgefaßt" in der „Hessischen Landes Zeitung" auch auf mein Geschäft ebensowenig Bezug hat als auf andere. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Gartenftraße L Als paffende Weihnachtsgeschenke empfehle eine Partie Kragen-, Manschetten-, Mips-, Kandschuh- und Haschentuchkasten Wildunger Mineralwässer der «eorg'Vietor» und HeUnen Oaelle find altbewährt und unübertroffen bei Srierea», Blas««- u. Stelnleibe«, sehr wirksam bet Mage«- u- Darmkatarrhen, bei StSeuuge« der vlutmischunge« als vlutarmuth, Bleichsucht u. s. w. Waffer, käuflich in d-Mineralwafferbandl. u. Apotheken versendet in stets frisch.Füllung die Unterzeichnete. Versand in 1895 über 810 000 Flaschen. DaS im Handel vor, kommende angebliche Wilduuger Sal, ist ein zum Thetl ««lSHltche», nahezu »erthlose« künstl. Fabrikat AuS hies Quellen werden keine Salze brreitet- Schriften gratis u.frei. Di«Jnspektio«d. WtidungerMtaeralquell..AetiewGesellsch. 1 Tapezier (Polsterer) 2 Schlaffer. 1 Schuh nacher. 12. December: Nachfrage der Arbeitgeber. J. EE. Fuhr, Sonnenstrsße 15. Großes Lager in Pelzwaaren zu sehr billigen Preisen. 10960 J. Kaan jr., Kreuz 10. a | a ■■■ ■ in jeder beliebigen {Schriftart und Kartonaorte worden If löst I/O l*Tnn tu mälliKen Preisen angefertigt in der VlullKnl ü Brübl’schen Univ -Druckerei (Pietsch AScheyda) ■ ewe IWii Schuletraase 7. nA AwtArtR meines Kleidercurfus beginnt den ipr ß ||T9fin 6. Januar. Anmeldungen nehme ich in &JUI nillUliy meiner Wohnung, Sonnenstraße 12, entgegen. 10968 Achtungsvoll E. Kess- ML MlMhaus. Freibank. 10830 Heute und morgen: Ochsenfleiscd nicht ladenrein, pr. Pfd. 52 Pfg. 8chmemefleisch nicht ladenrein, per Pfd. 50 Pfg. SMF Die Freibank bleibt biß Abends 10 Uhr geöffnet. 1< 972] Von Mittwoch ab: schöne Christbäume bei Dier stmann Boeckner. jVerjoren^efundenJ 10958] Ein BerlobnngSrtng gefunden. Abzuholen gegen Belobnung Bahnhofstrasse 86, __Hinterhaus, 3. Stock. Rehbrauner Pinfcher, aut den Namen ^Butz" hörend, sei Dienstag entlaufen. Dem Wieder- bringer eine Belohnung. 10961___________H. Hettler. Taschenuhr Nachmttt. 3—4 Uhr. 1O9W «r. «etzler. Kirchenplatz 11,2 Tr. I Zu verkaufen. Eine vollständige, mittelmäßige, nur kurze Zeit im Gebrauch gewesene Einrichtung, bestehend in einem Schlaf- u. Wohnzimmer und Küche, ist Verhältnisse halber billig zu verkaufen. 10945 Bei wem? sagt die Exped. d. Bl. Zwei gute Geigen I zu verkaufen- Lsberstratze 8. Vereinsnachrichten. 10952 Deutsch, h. Oefierreich. Alpevvereiu. Sectiou Gießen. Außerordentliche Generalversammlung. Donnerstag den 17. Deebr t.J., Abends 9 Uhr pünkilich im ,»aifr. Fritz Haupt, Arzt, Pauline Haupt, geb. Buchheim, Gustav Becker, Pastor, Marie Becker, geb. Dreesen, und Kinder. Die Beerdigung findet Mittwoch den 16. December, Nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Asterweg 29, aus statt. 9t 8«Ui. 12. lommmion d-S iwelte Lesung des G kommen der Lehrer Solttschulen vor. D genommen. Gleichzel Ernttum und den Po angenommen betreffen anf christlicher und volksschulgesetzkS. Verla. 12. Dcc bestreitet heute, daß ( »artige Amt die Ver Haudelszettuug^ üoei beim Fürsten Bi, Bttlin, 12. De Folge ist gegen die lridiguug deS AuSwc worden. Berits, 12. De> reicher Letrugsfälle frühere Bank-Directo gestern zu heute in fi Bttlin, 12. Dec aus Konstantinopel t Jahren gelangen geh Bruder des regierend! schast geflohen se Btrlte, 12. ßtct der Gesetzentwurf über Versteigerung iugegang Berlin, 12. Deckt des Beichltages wurl etatS sortgesetzt. 8 sürwortet Abg. EchLk die Abendkost. Seine für die Mannschaften LrtegSmioiftkr v. Go Graf Posadowsky bei t Frau Pfarrer Dr. Charlotte Haupt, geb. Zentgraf, Redaktion: A. Echkhda. — $rurf -b 2?rrb.i-, > r riibl'scheu NnivkrsitStt-Buch- und €>teinbrudtrei (Pietsch & Echeyda) in Gießen. JHt heutige Mmmer umfaßt 10 Seite». Konrad Müller Forstwart i. P., am Samstag Abend 10 Uhr nach schwerem Leiden im 68. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Hießener W"*1!®। -It -usoahme ve» gjiontogt ___— Di- Sießen« AaailienvrSlte Lbtn dem W& betgclegu .Scham» ®ff , ein, Atln 3i«en fax gj Abt iO jllllg, gg W”**« zn inte»,. j*1« Wfa «ich unb i nvd xoXx nt* Freunde?» W tt nel A1 ÄS; ’'*• ®“8e tattt ** Wittig, beliebte ® ""Semein N'fio« "'“Sletli «»«' WynM r-, «W'“1" Todes-Anzeige. Theilnehmenden Verwandten, Freunden und Bekannten die Trauernachricht, dass unser lieber Vater, Schwiegervater und Grossvater Acad. Concertverein Marburg. Dienstag den 15. December, Abends 7Vi Uhr im Museumssaal: Zweites Concert unter Leitung des Herrn Universitäts-Musikdirectors Gustav Jenner Günstiger Gelegenheitskauf. za3M k Durch Einkauf eines großen Postens unter Werth bin im Stande, nachfolgende Artikel zu enorm billigen y Preisen zu offeriren: ► Kand schuhe, Strümpfe und Socken, d Aormalhemden, Zacken und Kosen, r Arbeilerhemden, SchullerKragen, r feinetzapollen,Damenröcke,Kinderkleidchen, Händel: Concerto grosso für Streichorchester, 2 obligate Violinen und o*. isfafce Violoncello. — Bozart: 2 Motetten: Adoramus für gemischten Chor h capella^ Ave verum corpus für gemischten Chor und Streichorchester. — Glinka: homn- rinskaja. Fantasie über 2 russ. Volkslieder für Orchc-tcr. — Brahms: op »*• Schicksalslieder für Chor und Orchester. — Schubert: Symphonie C-dur. Flelloftt e Nummerirte Karten ä 3 Mk.. nichtnnmmerirt ä ' Mk. sind in d« Plliei8‘ N. G. Elwert’*chen Univ.-Buchhandlung m haben. EEW" Der Gesammt-Auflage der heutigen Nummer ist ein ’3