M?. 270 Erstes Blatt. Sonnlag den 15 November 1NO6 Der Oießever Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme M Montags. Die Gießener Aamiktenvtälter »erden dem Anzeiger »Schentlich dreimal beigelegt. Meßener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger Abonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. tati Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstraße £Tr.7. Fernsprecher 51. Aints- und Anzeigeblntt füv den Ttveis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den falgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Corin. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Jamitienökälter. Alle LnnonceN'Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. 2lmtitd?er Thell. Bekauutmachung. Wegen AuSbruchS der Maul- und Klauenseuche In Dreihausen find die Gkmetndru HeSkem, Mölln, Drei Hausen, Roßberg und Leidenhofen, Kreis Marburg, als BeobachtungSgebiet im Sinne deS § 59a der BundeSiathS- tustructiou vom 27. Juni 1895 (ReichSgesetzblatt S. 373) bestimmt und zwar bis zum 21. d. MlS. etnschl eß ich. Bls bahtn dürfen Wiederkäuer, einschließlich des FahroieheS und Schweine, aus diesem Gebiet nicht ausgeführt werden und ist der Durchtrieb solcher Thtere durch daS BeobachtungS- gebiet verboten. AuSnahmegeftattungeu find bet den de« treffenden OrtSpolizeibrhörden unter Borlage einer thier- ärztlichen Bescheinigung über den Gesundheitszustand der uuSzuführenden Thtere zu beantragen. Die thterärztltche Untersuchung muß unmittelbar vor dem Transport statt« Kaden. Gießen, den 13. November 1896. Großherzogliches KreiSamt Gießen, d. Gagern. Bekanntmachung. Die Maul« und Klauenseuche in den Gemeinden Duten» Hofen, Hohensolms und Kraftsolms, Kreis Wetzlar, tst erloschen. Die augeordueten Sperrmaßregelu sind wieder aufgehoben Worten. Gießen, am 13. November 1896. GroßherzogltcheS KreiSamt Gießen, v. Gagern. Bekanntmachung. Nachdem io einem Gehöfte in Alsfeld die Maul' und Klauenseuche ausgebrochen ist, wird die Erlaubntß zur Ab- Haltung deS auf den 18. l. MlS. in Alsfeld geplanten Vieh« Marktes zurückgezogen. Alsfeld, den 6. November 1896. GroßherzogltcheS KreiSamt Alsfeld. I. V.: Hammann. Gefunden: 3 PoriemonnaieS mit Inhalt, 1 Zwicker, 1 Brache, 1 Schulheft, 1 Brieftasche, 1 Handschuh, 1 Spazier- Kock, 1 seidenes Tuch, 1 Paar Handschuhe, 1 Regenschirm, 1 Rosenkranz, 1 Stück schwarzes Band. Gießen, den 14. Navembcr 1896. Großherzogliches Polizeiamt Gießen, v. Bechtold. WslfiS lelezcavbifche» Eorrespondeur-Bnre«. Berlin, 13. November. Das „Marine Verordnungsblatt" enthält eine CabinetSortre betreffend die Trennung deS Santtätcorps der Marine von denjenigen der Armee. Die Wahrnehmung der bisher von dem Generalstabsarzt der Armee in der Marine auSgeübten Befugntffe wird einem Generalarzt der Marine übertragen. Zugleich werden die AuSführungS Bestimmungen zu vorstehender Ordre Seitens bes Marin-amtS veröffentlicht. Berlin, 13. November. Dem Reichstag ging ein Gesetz- entwurf zu, betreffend die Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der B-rwaltungen deS Reichsheeres, der Marine und der RetchSetfenbahnen bis zum Betrage von 56,763,747 Mk. znr Bestreitung der einmaligen Ausgaben dieser Berwal« tuugen für daS EtatSjahr 1897/98. Berlin, 13. November. Der „Nordd. Allg. Ztg." zu« folge ist für die Beraihungen der demnächst in Berlin zu- fammentreteuden russisch-deutschen Commission deutscherseits der Direktor der handelspolitischen Abtheilung des Auswärtigen Amtes Reich ar d t mit der Führung der Verhandlungen betraut worden. An den Verhandlungen nehmen Thetl: LegationSrath Raffauf und Vieeconsul Goebel Non Harrand. Für die Berathung gewtffer Stnzelfragen ist die Zuziehung von Delegirten der betheiligteu engeren ReffortS dorbehalten. ____________ Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 18. November. Der provisorische Börsen- Ausschuß wird am nächsten Donnerstag im Reichsamt deS Innern zufammentreten und fich zunächst mit folgenden Be- rathuogSgegeuständeu zu befaffen haben: 1) Entwurf von Bestimmungen bett, die Zulassung von Wertbpapiereu zum VSrfenhaudel, 2) Eingabe deS Bundes der Landwtrthe vom 19. v. M. wegen Neuordnung der Verkehrsnormen an den deutschen Productenbörseo, soweit die Eingabe an den Bundes« rath gerichtet ist. Berlin. 13. November. Major v. Wißmann ist in den Ausicpuß der deutschen Colonialgesellschaft gewählt worden. Berlin, 13. November. Wie das „Berl. Tagebl." wissen will, hat der Kaiser gestern Nachmittag unmittelbar im Anfch.uß an die Rekrutenvereidigung an die versammelten, zu dem Zweck zu engster Gruppe herangezogenen Offiziere ernste Worte über den Fall Brüsewitz gerichtet. Die Aussprache war streng intim und so leise gehalten, daß naturgemäß von dem Inhalt kein Wort in die weitere Oeffent- ltchkeit gelaugte. Berlin, 13. November. Reichskanzler Fürst Hohenlohe, welcher tu Begleitung des Geheimraths v. WilmowSkh heute Früh aus Bromberg hier wieder eiugetroffeu ist, hat fich heute, einer E nladung des Kaisers folgend, zu den Hofjagden nach Letzlingen begeben. Berlin, 13. November. Der Entwurf eines Handelsgesetzbuches nebst zugehörigem EtnführungS- gesetz ist dem Bundesrath zugegangen. Berlin, 13. November. Eine von etwa 600 Mitgliedern der hiesigen Bank weit besuchte Versammlung, welche der Verein für die Interessen der Fondbörse zu gestern Abend einberufen hatte, nahm eine Resolution an, welche be tont, daß die Versammlung die Nothwendigkeit der Eintragung in das Börsenregister nicht anzuerkennen vermöge, vielmehr glaube, daß daS Zeitgeschäft auf Treu und Glauben fich auf- recht erhalten ließe. Sie richtet an die Stempel Bereinigung das Ersuchen, den Beschluß betreffend die Eintragung aufzuheben und beantragt, daß eine Commission des Vereins für die Interessen der Fondbörse gemeinschaftlich mit der Stempelvereinigung die aus der Nicht-Eintragung erforderlich werdenden Einrichtungen an der Börse vorbereite. Hamburg, 13. November. Der „Hamb. Corresp." schreibt ossictös: Es unterliege keinem Zweifel, daß Deutschland zu einer Pression gegen England behufs Räumung Eghp- tens die Hand nicht bieten werde. Wien, 13. November. DaS „Extrablatt" meldet aus London: Nachdem nmerdings Versuche gemacht worden feien, die damalige Glückwunsch-Depesche Kaiser Wilhelms an den Piäsidenten Krüger gegen Deutschland auszunutzen, erklärte Lord Lonsdale, vom deutschen Kaiser ermächtigt zu sein, die Entstehung des Telegramms wie folgt darzustellen: Präsident Klüger hat den Kaiser noch vor dem Einfall Dr. JamesonS um Hilfe gebeten, was aber Kaiser Wilhelm ablehnte. Als dann der Einfall erfolgte und zurückgeschlagen wurde, habe der Kaiser den Präsidenten Krüger zu diesem Erfolge einfach beglückwünscht. Hätte er ahnen können, daß daS Glückwunschtelegramm in England einen üblen Endruck machen würde, so hätte er dasselbe unterlassen, da ihm jede Absicht fern gelegen habe, England zu beleidigen. Rom, 13. November. Ein zur Zoll Ueberwachung hier stationirreS Torpedoboot ist mit der ganzen Besatzung infolge eines Unwetters uutergegangen. Pari», 13. November. Der „Figaro" schreibt: Von dem Tage an, an welchem Belgien seme Armee verstärken und ein mächtiger Milttärftaat werden wolle, fei eS mit der Unabhängigkeit und Neutralität dieses Staates vorbei. Belgrad, 13. November. AuS dem Dotna-Gebiet werden furchtbare H och wassers ch äd en gemeldet. 150 Häuser, sowie sämmtliche Brücken erlitten schwere Beschädigungen. Berlin, 14. November. Wie daS „Berliner Tageblatt" erfährt, hat man tu CentrumSkreifen bei der Einbringung der Interpellation über die Enthüllungen der „Hamburger Nachrichten" von Anfang an keineswegs tue Absicht einer Demonstration gegen den Fürsten Bismarck gehabt. Es sollte gegenüber den bekannten Nachrichten des Hamburger BlatreS eine klare Interpretation unseres Der- hältniffeS zu Rußland im Besonderen und unseres Verhältnisses zu den Dreibund-Mächten veranlaßt werden. Sine ruhige und sachliche Erörterung wäre von vornherein seitens der CentrumSfraction zum Princip gemacht worden und soll in der Erklärung deS Grafen Hompesch zur Interpellation die Stellung der Fraktion zu den Enthüllungen ganz objektiv gekennzeichnet werden. Demselben Blatte zufolge u'mwt die Polenfraction dieselbe Stellung zu der Interpellation ein und würde deren Redner in der Debatte der lebhaften Beunruhigung Erwähnung thun, welche die Enthüllungen der „Hamburger Nachrichten" in Oesterreich und Italien hervor« gerufen hätten. WaS die Beantwortung dieser Interpellation betrifft, so weiß dasselbe Blatt zu melden, daß eine Entscheidung darüber während deS Aufenthalts der Reichskanzlers beim Kaiser in Letzlingen getroffen werden wird. Wichtige Depeschen, die dem Reichskanzler be- feiner Ankunft au* B.omderg übergeben wurden, werde dieser mitnehmeu, um ste dem Kaiser selbst zu überreichen. Berlin, 14. November. Dem „Kl. Journal" zufolge soll im Polizeipräsidium ein chemische- Laboratorium zur regelmäßigen Untersuchung von Nahrungsmitteln errichtet werden. Die Kosten trage die Stadt Berlin. Wien, 14. November. Die Polizei verhaftete gestern den Kaufmann Josef PolouowSkt aus Groduo (Ausstich Polen) wegen Hrrauslockung von Sensen von den ober- österreichischen und steyertschen Sensenwerken im Werthe von 6700 Gulden. Budapest, 14. November. Aufsehen erregt die gestrige Verhaftung deS angesehenen Arztes Korotnay wegen Verdachts, einer reichen, kürzlich verstorbenen Dame während deren Bihandlung Pretiosen und Effecten gestohlen zu haben. Bei einer Haussuchung wurden diese vorgefundev. Der Arzt behauptet, daß die Dame die Werthsachen ihm geschenkt habe. Petersburg, 14. November. Der französische Botschafter bleibt hier 12 Tage, um mit Steledow über die Regelung der türkischen Angelegenheiten zu conferiren. Er reist bis Nenjahr zurück nach Frankreich. Kiew, 14. November. Der Curterzug Kiew—Odessa stieß bei Konzanka mit einem Güterzug zusammen. Letzterer wurde fast vollständig zerttümmert. Bei dem Courierzug wurden drei Wagen zertrümmert, vier Reisende und ein Maschinist verletzt. Gießen, den 14. November 1896. Verzeichuiß der Hauptgefchworeueu für die am 7. December 1896 beginnende Sitzungsperiode des Schwur« gertchtS der Provinz Oberheffen: 1, Fenchel, Friedrich II., in Griedel. 2. Wenzel, Jacob, in Butzbach. 3 Jensch, August, in Nidda. 4. Zimmermann, Hermann Philipp, in Sich. 5. Fauerbach, Wilh. Gerh. Michael, in Dortelweil. 6 Küchel. Wilhelm Jacob, in Butzbach. 7. Steuernagel, Carl, in Windhausen. 8. Nottwkyer, Max, in Nteder-Ohmen. 9. Philippi, Heinrich, in Wohnbach. 10. Rappolt, LouiS, in Friedberg. 11. Vogt, Wilhelm Hermann, in Reichelsheim. 12. EnderS, JohS. IV., in Münzenberg. 13. Schudt, Heinrich, Gö'belheimer Mühle. 14. Kraft, August, in Butzbach. 15. Stichler, Heinrich, Stumpertenrod. 16. Schwan, August, in Gießen. 17. Hölscher, Heinrich II., in Alsfeld. 18. Bär, Löb, in Gießen. 19. Pröicher, Wilhelm IV., in Schotten. 20. Netto, Eugen, Professor tu Gießen. 21. Loos, Carl, In Gießen. 22. Merz, Philipp II., in Ruppertenrod. 23. v. Löw, Freiherr, Gilbrecht, tu Nieder - Florstadt. 24. Häberle, Ernst August, in Friedberg. 25. Ohmes, Ferdinand, in Ober Erlenbach. 26. Jacobi, Gg. Conrad Emil, in Rodheim v. d. H. 27. Amend, Philipp III., in Allendorf a. d. Lahn. 28. Fischer, Adolf in Gießen. 29. Fiedler, Jost, in Landenhausen. 30. Klingelhöfer, Joh I., in Mainzlar. ** Nochmals der Handelskammerbericht. Der Vorsitzende des Landesausschuffes der landwirthschaftlichen Vereine des Großherzogthums hat das nachstehende Schreiben an die Handelskammer Gießen gerichtet: In dem in Nr. 212 des „Gießener Anzeigers" veröffentlichten Jahresbericht der Großh. Handelskammer Gießen für das Jahr 1895 sind im Abschnitt über das Geschäft in Getreide, Landesproducten, Kraftfutter und Düngemitteln Mirtheilungen und Ansichten enthalten, welche der sachlich be- urtheilten wirklichen Lage der Landwirthschast und des Geschäfts in landwirthschaftlichen Erzeugnissen und Bedarfsstoffen derart widersprechen, daß ich mich veranlaßt sehe, gegen die Auffassung Großh. Handelskammer Stellung zu nehmen und Sie ergebenst ersuche, von Nachstehendem gefälligst Kenntniß nehmen zu wollen: Wenn es in dem betreffenden Abschnitt des Jahresberichtes heißt: „Das Geschäft in Getreide hat sich nicht wesentl ch gegen das Vorjahr verändert, in keinem Falle ist es als schlechter zu bezeichnen, die Ursache erblickt man darin, daß die Getreidepreise an Stabilität gewonnen und ungefähr 2 Mk. pr. 100 Kilogr. für Weizen und Roggen gegenüber dem Durchschnittspreis des vorigen Jahres höher gegangen si>-d", so liegt in dem Inhalt der beiden aufeinanderfolgenden Sätze an und für sich schon ein deutlicher Widerspruch. Es ist richtig und erfreulich, daß in einzelnen Perioden des Jahres 1895 die Weizen- und Roggenpreise um ca. 2 Mk. über den Durchschnittspreis des Jahres 1894 hinaufgegangen sind. Setzt man jedoch den Durchschnittspreis vom Jahr 1895 demjenigen des Jahres 1894 gegenüber, so ergibt fich kaum eine nennenswerthe Preisbesserung; keinesfalls ist man berechtigt, die Preislage von 1895 anders als nach wie vor mit „schlecht" zu bezeichnen. — Im weiteren heißt es: „Der Bedarf der Landwirthe an künstlichen Düngemitteln hat sich wegen mangelnden Vertrauens, das dieselben zu ihrem eigenen Erwerbszweige haben, wesentlich vermindert. Dieser Mangel an Vertrauen der Landwirthe in die Zukunft hat seine Ursache sicherlich nicht in schlechten Verhältnissen unserer Land- wirthschaft, wird vielmehr hervorgerufen durch die Agitation aus agrarischen Kreisen, welche vom Norden und Osten Deutschlands nach dem Süden und Westen ihre aufrührerischen Zwecke nicht verfehlt.' Besonders zu klagen ist über das schlechte Eingehen von Geldern aus landwirthschaftlichen Kreisen, in welchen eine gewisse Gleichgiltigkeit in der Erfüllung von Zahlungsverbindlichkeiten man sich angewöhnt hat." Für diesen Versuch, die Ursache des Rückgangs des Vertrauens und der Zahlungsfähigkeit und -Freudigkeit unter den Land- wirthen auf Verhetzung und plötzliche Annahme von schlechten Gewohnheiten zurückzuführen, können wir bei der klaren Ersichtlichkeit der heutigen Lage der Landwirthschaft nur eine Erklärung finden, wenn wir eine gewisse tendenziöse Verkennung der wirklichen Lage annehmen. — Sehr auffallend erscheint die Behauptung: „Der Verkauf in Kraftfuttermitteln war auch lohnender als in dem vorhergehenden Jahre, da sowohl größere als kleinere Landwirthe nach und nach von den Consumvereinen zurückkommen und mehr als seither ihren Bedarf wieder bei denjenigen Kaufleuten zu decken suchen, die ihnen ihr Getreide abkaufen! Lassen wir es dahingestellt, wie der Berichterstatter dieser Abtheilung des Handelskammerberichts Vorstehendes vertheidigen will. Mir ist von einem wesentlichen Rückgang des Consumvereinsgeschäftes nichts bekannt. Wohl aber haben wir die Ueberzeugung, daß die Entwickelung der landw. Consumvereine und des landw. Genossenschaftswesens überhaupt in starker Zunahme begriffen ist, und wenn wir etwas als eine günstige Folge der heutigen mißlichen Lage der Landwirthschaft bezeichnen wollen, so ist es die krättige Unterstützung, die dieselbe der Entwickelung der genossenschaftlichen Unternehmungen der Landwirthe gebracht hat. Ich bin sehr erstaunt, aus einem Bericht, der den Mangel der Landwirthe an«Vertrauen auf die Zukunft und die damit verbundene Zurückhaltung in der Ausgabe von Geld beklagt, gleichzeitig deutlich genug den Wunsch ausgedrückt zu sehen, daß dasjenige Mittel, welches nur auf der Erstärkung der Erkenntniß des Erfolges eigener Kraft sich aufbaut, die genossenschaftliche Selbsthülfe und hier fpeciell eines der wichtigsten Erzeugnisse derselben, der Zusammenschluß der Landwirthe zu landwirthschaftlichen Bezugsgenossenschaften (Consumvereinen) an Bedeutung verlieren möchten. Ich kann es wohl verstehen, wenn Leute, die aus einem Zurückgehen der Consumvereine einen Vortheil für ihr eigenes Geschäft erblicken, derart berichten, ich habe aber doch die Hoffnung, daß die Gesammtheit der Vertreter Großh. Handelskammer der Landwirthschaft wenigstens diejenigen Anstrengungen und Mittel zur Verbesserung ihrer Lage ungeschmälert lassen will, die rein dem Boden der Selbsthilfe entwachsen sind. Der Vorsitzende: gez.: Haas. • * Die Gartenbauausstellung, über deren Gesammt- Arrangement wir bereits gestern berichteten, wurde heute von den Schülern, unter Führung ihrer Lehrer und Lehrerinnen, besucht. Die Ausstellung bot gestern Abend bet effectvoller Beleuchtung ein prachtvolles Bild unserer heimischen Gärtner« kunst, zumal von 4 Uhr ab die RegimentSmufik ihre herrlichen Weisen ertönen ließ. Leider ließ bisher der Besuch noch zu wünschen übrig, waS angesichts der Schönheit der Ausstellung im Ganzen wie im Einzelnen lebhaft zu bedauern ist. — Besonders herrlich präsentirt sich die große Gruppe der Blumenbinderei, an welche ebenso wie am Gesammtarrangement sämmtliche Firmen betheiligt find. Man kommt bei Betrachtung der herrlichen Btnderarbeiten zu der lieber» zeugung, daß mit Unrecht die Leistungsfähigkeit unserer Gärtneret gerade in diesem Fache unterschätzt wird und leider noch vielfach die Meinung verbreitet ist, man könne wirklich Schönes nur von auswärts beziehen. Wir empfehlen daher der Einwohnerschaft Gießens und der Umgebung den Besuch der Ausstellung, dieselbe hat sich, da heute Mittag noch neue Gegenstände und Pflanzen Arrange- mentS hinzukamen, vortheilhaft vervollkommnet. Wir gedenken noch speciell auf das Gebiet der Blumenbinderet zurückzukommen. Sonntag Mittag findet wieder Covcert der RegimentSmustk und am Abend Beleuchtung der Grotten rc. statt. Der Eintrittspreis beträgt von 10 bis 1 Uhr 26 Pfg., von da ab 50 Pfg., am Montag den ganzen Tag 25 Pfg. Gartner-Versammlung. Morgen Sonntag Nachmittag findet in Stein» Elabltffement eine Versammlung der Gruppe Hessen und Hessen-Nassau des Verbandes deutscher Handelsgärtner statt. Tagesordnung: Bericht über die deutsche Gartenbau-Ausstellung in Stettin. Die Betheiligung an dieser Versammlung wird besonder» durch Frankfurter und Wiesbadener Gärtner eine sehr große sein. • • Steins Saalbau. Die angekündigten Coneerte des Scala-Ensembles finden, wie in heutigem Ja- seratentheil ersichtlich, Dienstag und Mittwoch Abend statt. DaS Ensemble verfügt über vorzügliche Kläste und findet allerort» große Anerkennung. So schreibt da» „Mülhauser Tagebl." unterm 6. d. Mts.: „Das gestrige erste Concert des Scala Ensembles hatte guten Besuch und großen künst- lertscheu Erfolg. Wenn auch nur 15 Manu stark, ist da» Orchester vermöge seiner Zusammensetzung au» lauter tüchtigen Musikern dennoch tu der Lage, den anspruchsvollsten Tonwerkeu in durchaus gediegener Weise gerecht zu werden, wofür die Aufführung der Ouvertüre zu „Wilhelm Tell" deutlichen Bewei» erbrachte. Eine« Biolin-BirtuoS allerersten Ranges lernten wir in Herrn Fusella kennen, der die Ballade und Polonaise von Vtevx-empS in wunderbarer Vollendung vortrug und dafür so rauschenden Applau» erntete, daß er eine Zugabe spenden mußte. Hervorragende» in Gesang leisteten Frl. victni und die Herren P. Maini und Cattadori- de» Letzteren wuchtiger Bariton-Stimme verdanken wir die prächtige Wiedergabe des Prolog» au» der Oper „Bajazzo". Wir können nach alledem da» heutige zweite Concert, welche» ebenfalls im großen Börsensaale uud mit vollständig neuem Programm stattfiudet, nur angelegentlichst empfehlen." * * Stadttheater. Wir wollen nicht unterlaffen, darauf aufmerksam zu machen, daß am Sonntag die beliebte Raeder'sche Poffe „Robert undBertram" oder „Die lustigen Baga- bonben" zur Aufführung gelangt. — Wie man un» au» dem Theaterbureau mittheilt, wird die erfolgreichste Lustspiel- Novität .dieser Saison, „Comtesse Guckerl" von Schön- than und Koppel-Ellfeld, am nächsten Dienstag zum ersten Male gegeben. • • Paul Balß in Moskau. Unter den rauschenden Bällen, Banketten, Gartenfesten, Soireen u. s. w., die jeder der Tage brachte, an welchen die Krönungsfeierlichketten stattfanden, waren die musikalischen Aufführungen in der deutschen Botschaft von besonderem Jntereffe. Um die neunte Abendstunde waren die mit herrlichen Blumen und Pflanzen geschmückten Säle und Cabinet» schon dicht gefüllt. Der Lzar erschien, vom Prinzen Heinrich, der seine russische Dragoneruniform angelegt hatte, und dem Botschafter, wie beffen schöner Gemahlin empfangen, kurz vor 10 Uhr, er trug bie bunkle Uniform seine» preußischen Husarenregiment» (Kaiser Nicolau» II. von Rußlanb, 1. Westfälische» Nr. 8), währenb bie Kaiserin eine kostbare türkisfarbene Seibenrobe mit funkelubem Brillantenschmuck um ben Hals unb im Haar gewählt hatte. (5tn langer Zug von russischen unb au»« ländischen Fürstlichkeiten, unter letzteren der Großherzog von Heffen unb bet Großherzog .von Sachsen Weimar schloß sich an unb füllte bereit» einen großen Theil de» kleinen weißen Musiksaale». Die ca. 500 Gäste mußten bem Concert in ben Nebenräumlichkeiten beiwohnen. Das Programm be- stanb au» zehn Nummern unb war von einer Mannigfaltigkeit und Schönheit, wie man es überhaupt in Rußland bis jetzt noch nicht gehört hatte. Zu dem Feste waren nur bie ersten unb berühmtesten beutschen Künstler etngelaben worben. In erster Linie hatte man natürlich an Paul Bulß ge dacht, der bie hohen unb höchsten Herrschaften u. A. mit LöweS „Heinrich bet Finkler" unb Beckers „Trompeter an bet Katzdach" entzückte unb zu großem Beifall hinrtß. Der Kaiser von Rußland schenkte dem gefeierten Künstler eine goldene Cigaretten Tabatiöre von coloffalem Werthe, eine ganz prächtige Arbeit, herrlich und fein gravirt unb ciselirt, mit burchfichtiger, dunkelrother Emaille bebeckt, was dem Ganzen eine strahlende Wirkung verleiht. Der solchermaßen emailltrte Deckel trägt in einer Ecke den russischen Adler in klarsten, schönsten Brillanten und bet Knopf ober Betschluß beß Etuis, das mit einem Druck hierauf geöffnet werben kann, ist mit einem seht großen Saphir ausgestattet. * • D'ZllNthaler, Tiroler Rational-Loncert-Sänger- uud Schuhplattler Gesellschaft. Directton Franz Jnnder aus Innsbruck. — Ucber die Leistungen dieser Gesellschaft, welche am nächsten Montag und Dienstag im neuen Saale be» „Cafe Ebel" zwei Concerte geben wird, lesen wir u. A. in der „Neuen Züricher Ztg.": „Die aus 4 Damen unb eben soviel Herten deftehenbe Truppe, welche' im Pavillon bet Tonhalle am Mittwoch Abend bei Gesang und Tanz bas zahlreich anwesende Publikum recht angenehm unterhalten hat, verfügt über ein ausgesuchte- Stimmenmatertal, ist vortrefflich zusammen eingesungen unb versteht sich ebensogut auf die Wiedergabe der leichten Weisen von Millöcker, Strauß, Supp« rc., wie der ernsten, schwermüthigen Liebet beS Meisters Koschat. In bet Begleitung dieses Ensembles befindet sich der jugendliche Zithervirtuose K. König, der mit feinen Darbietungen wirklich zum Staunen hinrih- wir dürfen wohl sagen, noch keinen bcfferen Vertreter diese» Faches hier gehört zu haben. Er spielte u. A drei große Phantasien und zeigte nachher noch mit einigen Stücken, daß er auch die Streichzither meisterhaft zu behandeln versteht. Lautlos folgt die Zuhörerschaft seinen Vorträgen unb spenbete ihm fortwährenden, lebhaften Beifall, bet nut burch mehrere Einlagen gestillt würbe." — Erwähnen wir noch, baß bie Gesellschaft ebenfalls mit größtem Erfolge zuletzt im Palmengatten zu Frankfurt a. M. auftrat, so bürfte ben hoffentlich recht zahlreich erscheinenben Gästen hinreichend Garantie für einen genußreichen Abend geboten fein. Panorama. Eine herrliche neue Reise wirb von heute, Sonntag, ab baß Panorama in bet N.uen Bäue seinen Besuchern bieten und zwar von bet schönen blauen Donau burch Stehermark, Laibach nach dem Erdbeben, Mitamate, Schloß des unglücklichen Kaiser» Maximilian mit seinen Herr- lichen Parkanlagen, Triest, Pola, ValeSca, Fiume unb Abbazia mit seinen herrlichen Villen unb Gestaden. Bei dieser herrlichen Prachtserie wird ein guter Besuch zu erwarten fein. • • eine Hochzeit mit Hindernissen. Eine hiesige stadtbekannte Persönlichkeit entnahm gestern mit Einwilligung eines hiesigen Handelsmannes ein Pferd au» dessen Stall, um es angeblich einem Oeconom zur Besichtigung vorzusühten. Da dem Oeconom das Pferd nicht paßte, unb betselbe von einem Kauf absah, brachte eS bet „gute Abolf" ohne jeglichen Auftrag zum Roßmetzger unb verkaufte e» für 25 Mk. Von diesem Gelde schickte er 20 Mk. dem früheren Besitzer beS Pferdes, mit dem Rest traf er Vorbereitungen, um heute Hochzeit feiern zu können. Die Trauung, bie heute vormittag statlfinden sollte, mußte vorerst unterbleiben, weil bie Polizei ben Bräutigam in Haft nahm, um erst bie Pferbegeschichte in Orknung zu bringen. • • Der Vorstand der Gießener Schlachtvieh verficheruugl- Sesellschast hat an bie Bürgermeisterei eia Gesuch gerichtet, bah'n gehend, baß sämmtlicheS, von Auswärts hier ein- geführte Fleisch im städtischen Schlachthof einer Untersuchung unterworfen wird. Dem vernehmen nach wirb biefe Frage bereits eine bet nächsten Stabtverorbueten-Ver- fammtungen beschäftigen. Weiter wurde beantragt, eine Kühlanlage zu schaffen, eventl. zu gestatten, baß die Petenten selbst auf ben städtische» Schlachthofe au» eigen« Mittel« diese Kühlanlage Herstellen. *♦ Gewarnt wird wt einer Schwindlerin, welche sich „Frau Stein" nennt und gegenwärtig Deutschland bereift. Dieselbe giebt an, an» Stettin zu kommen, und sucht auf Grund einer Mitgliedskarte be» GteisSwalbet HauSbeamr- innenveteinS Unterstützungen zu erschwinbeln. Die Gaunerin pflegt sich zunächst an Geistliche zu wenden, um durch diese bei vorstandSdamen von Vereinen eingeführt zu werden. Bei dieser Gelegenheit erzählt sie gewöhnlich, daß sie sich auf der Reise befinde, um eine ihr übertragene Stellung anzutreten, unb daß ihr baß Reisegeld auSgegangen fei. W. Troßeu-Liuden, 14. November. Wie nothwendig es ist, baß bie Gemeinben in ihre Jagdpachtverträge da» verbot des Abschüsse» von Rieken unb Kitzen im letzten Bestanbjahre ausnehmeu, zeigt baS Schicksal unserer Gemeindewaldjagb. In dem mit drei Herren Offizieren ber Gießener Garnison geschloffenen Pachtverträge ist bie fragliche Bestimmung nicht enthalten unb da bie Pacht zu Enbe geht, wirb gegenwärtig das Wild im Großen Lindener Wald energisch abgeschoffen. Aus ber vorgestrigen Treibjagb würben 7 Rehgeisen unb 1 Rehkitzchen erlegt unb anbere» Rehwild wurde angeschoffen. Die Großen-Lindener Jagd wird hierdurch auf lange Jahre hinan» entwerthet. — In Preußen ist das Schießen von Kitzen überhaupt verboten. W. Berstadt. 13. November. In einer hiesigen Wirth- schäft entspann sich gestern zwischen Freisinnigen unb Antisemiten ein Streit über bie ReichstagSftichwahl, in beffen Verlauf einer ber ersteren, Schmiebemeifter E., burch einen Schlag mit einem BierglaS erheblich am Kopfe verletzt würbe. Darmstadt, 13. November. DaS Schöffengericht ver- urtheilte heute zwei Stu dir ende ber technischen Hochschule, Ernst August Beck aus Meisenheim bei Kreuznach und Karl Göhrs aus Darmstadt wegen gemeinschaftlich auf bem hiesigen Main-Neckar-Bahnhof verübten HauSsriebenS- bruchs, Widerstand und Körperverletzung Beck; erhielt fünf Wochen, Göhr» einen Monat Gesangnitz. Brodpreise vom 15. November bis 29. November 1896. Der hiestgerr Bäcker. 1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrod......27 Pfg. bei Emil Noll unb H. Flick.....26 „ 2 Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod......M , 1 Kg'.' (2 Pfb.)'Wet"ßbrod *. *.*.*.*. *. Ä ", 24 _ » n ii ii h h » » • • • w 2 Kg. (4 Pfd.) Wetßbrod......60 r bei Emil Noll unb H. Flick.....« , 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrot)......28 , 2 Kg. (4 Pfb.)"Schwarz'brod".....46 r , w .....44 w 2 Kg. (4 Psd.) Kornbrob bei Gg. Keil 42 , 1 Kg. (2 Pfd.) Schlüchterner Brod bei Karl Spamer . 21 , 2 Kg. (4 Psd.) Schlüchterner Brod bei Karl Spamer . 42 „ 2 Kg. (4 Pfd) Roggen-Schwarzbrot) bet Ernst Muth, und W. Amend 44 „ 8 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrot)......08 , Der attßtv&rtigen Bäcker. 2 Kg. (4 Pfd.) Wetßbrod bet Louis Schmidt v.Gr.-Linden 44 e W. Weitzel von Lang-Gön» 46 , Wilh. Fabel von Wreseck 48 , Aug. Deibel von Wieseck 48 , 2 Kg. (4 Psd.) Schwarzbrot) beiJoh. Kd. Veite o. Kirch-Gön» 38 , W.Sletnmüller vLana-Gän» 40 „ L. Schmidt von Gr.-Ltnden 40 „ L. Stetnmüller, Gr.-Linden 40 „ W. Weitzel von Lang Gön» 42 „ Aug. Detbel v. Wieseck 44 „ W. Fabel von Wieseck 44 „ G. Jacoby o. Alten-Buseck 44 r 3 Kg. (6 Psd.) Schwarzbrot» bei G. Jacoby o. Alten-Buseck 66 , Ernst Christ von Wieseck 66 „ SB. Fabel von Wieseck 66 r Aug. Deibel von Wieseck 66 „ Der vrodverräufer. Dieselben Preise wie bet den hiesigen Bäckern. Gießen, den 14. November 1896. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. Auszug aus den Airchendücherit der Stadt (Siehe». Evangelische Gemeinde. •ttfMltl* JohanneSgemetnde. Den 10. November. Christian Gustav Earl Schmid, Gaftwtrth zu Gießen, und Sophie Weß, Tochter des Maurer» Valentin »eß zu Blankenau. Den 12. November. Johann Georg Schubecker, Z'mmermetster zu Gießen, unb Elisabethe Pfahl, geb. Weither, zu Gießen. ' Milttärgemetnde. Den 12. November. Werner Sinning, Hoboist, nnd Minna Bogel, Tochter des »erstorbenen Destillateurs KaSpar Vogel ,» Matthäus gemeinde. Den 8. November. Dem Packmeister Heinrich Hof eine Tochter, Minna Pauline, geboren ben 5. October. Denselben. Dem Bürgermeistereigehilfen Carl Brod ein Sohn, Georg Ludwig, geboren den 24. September. Denselben. Dem Bardier Laut» Zutt ein Sohn, Wilhelm Adolf, geboren den 18. September. MarkuSgemeinde. Den 8. November. Dem Dienstmann Gustav Schuchardt ein« Tochter, Marie Phisipplne Elisabeth, geboren den 25. August. LukaSgemeinde. Den 10. November. Dem Locomotivhetzer Heinrich Langn« ein Sohn, Fritz Red Wilhelm, geboren den 21. September. Milttärgemeinde. Den 8. November. Dem Sergeant Heinrich Dambmanv eine Tochter, Emma, geboren den 27. October. Den 10. November. Dem Hoboist Jakob Friedrich Müll« ein Sohn, Otto Theodor Jakob, gedo.en den 4. Cktober. MarkuSgemeinde. Den 10. November Johanne» Keil, Kutscher, »erhetrath«, 24 Jahre alt, starb den 8. November. JohanneSgemeinde. Den 10. November. Frirderikc Holzhäuser, geb. Walter, Btttwt bei Earl Holzhäuser zu Gießen, 76 Jahre alt, starb den 7. N»»»r. '■"««en, ’?"• »ttlift, L1"*' »»f Ulfe« .»® tuH Hth «k St^n,^ Quf dn DZ.: j ®«i" ■* *Äft ’ M*|>t ' unb antb ?8 rstichwahl in *»* *■' "Üblich am R0p|e btr, Dxöi Schöffttg„i^ ter. oertetoWo H^s^, W® M Kreuznach und 8« gemeinschaftlich aus verübten ^aaljtitbtnl. ®ed; t^idt 'M *__ A\T~ ■ November 1896. «LStt. • • . . M , 52 r . ... U . . . . . 22 , ....«, ....«, ... 42 , fiarl Spamn . 21 , M Spamtr. 42 . i M M mmb 44 , BUtt. 44 , 44 , 66 , 66 . 66 , 66 , Mufft. n hiesigen Bilkerv. r 1896. jeiamt Grehen. Hb._________ iirchenbüche»« M v.Tr.-LÄM . ,d DOtt£roy®bnl « . M non Wttieck « , ibtl von W jj . , ßdie v. Kiich-Töni 38 , Müller v.Lanz-WS <9 . iibt von Gr.-Lindw 40 , Müller, @r.:£inbm 40 . tzel von M@on8 42 , M v. Wtrsttk 44 , >el von Wtestck obv 0. Aiim-Luseck :Obo 0. Atm-Luk« ihrtst von Wteseek «I von BW«J >eibel von Wies«! StUtiubt- iflSSSS rSS/f S> • * E tSffjfi. Ittfl den£h _» »'*?&* **^ lran Ö Ta»6^9 Jfe *-*- •** r'vltt-dü Auszug ans -en Stait-esanrtsseglste*« der Stadt Siehe» QttffltHtt* November 10. Heinrich Wilhelm Jäger, Schreiner zu Homberg, mit Anna Wilhelm daselbst. 11. Karl Weller, Straßenwärter dahier, mit Katharine Margarethe Pfeiffer Hierselbst. 12. Friedrich Wilhelm ®roüj, Schreiner zu Bad-Nauheim, mit Elisab-the Stamm daselbst. 12. Wilhelm Ftltz, Zimmermann zu Frankfurt a. M., mit Elisabethe Klingel daselbst. 13. Heinrich Kari Förster, Schlosser dahier, mit Katharine Klemann von Leon. November: 10. Christian Gustav Karl.Schmied, Gastwirth dahier, mit Sophie Wetz hterselbst. 12. Werner Sinning, Hoboist dahier, mit Marie Anna Johanna Jos-fina Wilhelmine Vogel hterselbst. •rtotttu. November: 1. Dem Gefangenaufseher Friedrich Lang ein Sohn. 3. Dem Schutzmann Karl Sommerkorn ein Sohn. 5. Dem Mrtzger Heinrich Henkel eine Tochter, Elise Sophie. 6. Dem Taglöbner Johann Friedrich Rill eine Tochter. 6. Dem Stattonsgehü'fen Heinrich Sonntag eine Tochter, Johanna. 7. Dem Schuhmacher Georg Emil Baum II. eine Tochter, Maria Elisabeth Else. 8. Dem Restaurateur Prokop Schadet ein Sohn, Martin. 12. Dem Schreiner Earl Hofmann eine Tochter. ES — November: 6. JohS. Dietz, 70 Jabre alt, Knecht von Nteder- Wöllstadt. 7. Heinrich Karl Gutbud, 63 Jahre alt, Schuhmacher dahier. 7. Friederike Holzhäuser, geb. Walter, 79 Jahre alt, Wittwe von Taglöhner Carl Holzhäuser dahier. 8. Johannes Keil, 24 Jahre alt, Kutscher dahier. 8. Marie Eckhard, geb. Ktrberger, 42 Jahre alt, Wittwe von Lehrer Ferdinand Eckhardt zu Wetzlar. 8 Karoline Lotz, 1 Jahr alt, Tochter von Landwtrth Philipp Lotz zu Wieseck. 9. Johanna Hof, 23 Jahre alt, von Wtlsenrolh. 11. Adolf Oppenheimer, 55 Jahre alt, Liqueurfabi ikant dahier. 12. Dorothea Mann, geb. Dönges, 39 Jahre alt, Ehefrau von Bäcker Wilhelm Mann zu Ltßberg. Eingesandt. Gieße«, den 14. November 1896 Wir hatten gestern Gelegenheit, die hiesige Gartenbau» auSstelluug zu besichtigen und können nur sagen, daß wir von der wirklich großartigen Ausführung mehr wie überrascht waren. Wundern mußten wir unS jedoch sehr, daß ein derartiges Unternehmen, welches gewiß die Unterstützung aller, hauptsächlich der besseren Kreise verdien», am ersten Tage so schlecht besucht wurde und wäre zu wünschen, daß der Besuch ein lebhafterer würde, damit derartige Unternehmen in Zukunft nicht auS Mangel an Sinn für etwas wirklich Schönes unterbleiben müßtm. Verkehr, Land- und Dolfsurtrt^fd^afL Gieße«, 14. November. Marktbericht. Aut dem oeuttge« Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 1.05-1,10, Hühnereier pr. St. 7-8 A. 2 St. 00 A. Enteneier 0 H, 2 St i A. Gävsi- Her pr.St.lO—00 A, Käse pr. 6t. 5-8 A. Käsematte pr. St. 3 A. Erbsen pr. Liter 17 A, Linsen pr. Liter 28 A» Tauben pr. Paar 0,60 bi« 0,75, Hühner pr. Stück 1,00 bis 1,20, Hahnen pr. Stück X (,60-1,CO, Enten pr. Stück jl 1,50-1,70, Gänse pr. Pfund X 0,44-0,56, Ochsrnfleisch pr. Pfd. 66-74 A. Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 64-68 A. Schweinefleisch pr. Pfd. 56 bis 66 A, Schweine, fleisch, gesalzen, pr. Pfd. 70 3, Kalbfleisch pr. Pfd. 60-54 A, H-mmelfleisch pr. Pfd. 60-70 A. Kartoffeln pr. 100 Kilo 4 00 bi, 5 00 X, Weißkraut pr. Stück 0- 00 A. Zwiebeln pr. Centn« X 4,00—0 00, Milch pr. Liter 16 A. Zwetschen pr. Centner 8—10. Kunst-Ausstellung, nähme des Samstagß, von 11 ms 1 Uh , am Mittwoch auch noch von 3 bis 5 Uhr. Sonntag» ununterbrochen von 11 bi» 3 Uhr. — Eintrittspreis für Nichkmttglteder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pfg. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Weiters Hain für JS97/98 liegt auf dem Bürgermeisterei-Büreau vom 19. d. Mts. acht Tage lang zur Einsicht offen. Weiters Hain, am 14. November 1896. Grobherzogliche Bürgermeisterei Weiter-Hain. Faulftich. 10145 Versteigerungen Dirnstag den 17. Nov 1896, Nachmittags 2 Uhr, Im »Ublec* (Marktplatz 20) zu Gießen tollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 1 Fracht- und 1 Sommerwogen, ein Handkarren, eine Ladeneinrichtung, 1 EiSfchrank, 1 Roßhaarmaschine, 1 Nähmaschine, 1 Pariie Gold- und Politurleisten, 4Bettst.llen, «Sophas, 2 Commoden unb sonstige Mobilien, 1 Panorama, 2 Salonsptegel, eine Anzahl Bücher und Bilder, 1 großer Poften Cigarren, 1 Taschenuhr rc. Versteigerung vorauSs. theilw. bestimmt, betr der Spiegel bestimmt. 10117 Gugel. Gerichtsvollzieher. Vorschriftsmässige Besuchs« Aufforderungen werden billigst angefertigst in 10129 I. Wkiaerts Kiuhbrnidttei. Cacaopulver, garantirt rein, per Pfd. Mk. 1.60, Frühstückcakes, per Pfd. 50 Pfg., empfiehlt 10125 W. M. Noll, Ederftraße 1 Eüglich frische geräucherte Sch-Vfischr, Kieler Bücklinge und Sprotten 10104) bei L. Dort, Wallthorstr. 45. Kaffee roh, m aüku preislagell, gebrannt, von Mk. 1.40 an. 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Bertram oder Die lustigen Bagabonden. mit Gesang und Tan, in 4 Acten von »nstav Raeder. lanorama-photoplastik Neuen baue 1, Parterre. Neu! Diese Woche zum ersten Male: Von der Donsu bis Adbssts. u A.: Ettyermark, Mürz steg, Gemtzjagd, Laibach nach dem Eldbeben, Triest, Schloß Miramar, Fiume, Polo, Va- leSca, Abbazia u. f. w 16098 Bereinskarten Sonntag gültig Zum SchiffenbergerWl. Heute Sonntag r 10138 Hahneukegeln. Montag Abend t MLder. O-. ± . £ . 10126 Montag 8Vi Uhr Abend- bet Grün. ^ereinsnachrich^ Gießener Zitherkranz. Heute Sonntagr Fgmitten-jlutkrhaltuug bei Mitglied Knoch __________zum neue« Schützenhof. Gesangverein GemüthlichKcit. Sonntag den 15. November: Familienabend bei H. Felsing. 10141 10118 Harzer Kanarienvögel find zu haben 10115 Sonnenstrasse 18. Kanarienvögel Harzer Roller, mit schönen GesangS- touren, zu verkaufen. 10123 _____________Mrchenvlatz 11. in. HlllKspähue u. AWhch zu verkaufen. 9985 I Wellhöfer, Schloßgaffe. 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November, «beud- 8 Uhr, «ntree 40 Pfg.r sssr Concert *w ber alieft rfnommirten, so beliebten, zum ersten Mal hier anwesenden Tyroler National-Concertsänger- und Schuhplaltltänzer-Gesellschaft — - — d’Inn t haler — - Klunge Damen, 4 Herren, im Verein mit dem jugendlichen Zither-Virtuosen ersten Ranges, Herrn R König. - Letzte Concerte: Tonhalle in Zürich, Stad'garten in _________________Stuttgart, Palmengarten in Frankfurt a. M-____________10136 Restauration Kronprinz Licherstrasse. 10127 Sonntag den 15. d. Mts., von Nachmittags 4 Uhr ab: Auftreten der Gesangsklnuiker Gebr. Petrolvsky Enträe frei._____________aus Wien._____________Entree fr i. Aauer'scher Gesangverein. Sonntag den 15. November: Abend - Unterhaltung1 im Einhorn. Anfang 7*/, Uhr. Der Vorstand. Freunde können durch Mitglieder gegen ein Eintrittsgeld von 1 Mk. eingeführt werden.______________________________ 10131 M Marturg. wozu höflichst etnlabet. inl09 Peter Berg. Lebensgroße Portraits nach Natur unb jeder Photographie. 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Die regelmäßigen Turnstunden b* Winterhalbjahres 1896/97 finden statt: Dienstags und Freitags, Abends 8 Uhr, Riegeuturueu. Mittwochs, Abends 8 Uhr, hechte» nnb Turueu der Mäunerriege. Donnerstag-, Abends 8 Uhr, Turueu der Dameuriege. Todes-Anzeige. Theile hiermit Freunden, Verwandten nnd Bekannten mit, daß heute Morgen 6 Uhr meine liebe Frau und unsere gute Mutter Katharine Neeb, geb. Mnnecker, nach langem, schweren Leiden sanft dem Herrn entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Johannes Neeb und Kinder. Gießen, den 13. November 1896. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag B1/« Uhr von der alten Klinik aus statt. 10137 Todes - Anzeige. Heute Abend verschied nach langem, schweren Leiden unser innig geliebter Gatte, Vater, Bruder, Schwiegersohn und Schwager Gestern Abend verschied sanft nach kurzem, schweren Leiden unser innigstgeliebteS Töchterchen Minna im Alter von 3V2 Jahren. Heinrich Hammel, Heizer, und Familie, Grosser Weihnachts-Ausverkauf. Um meiner geehrten Kundschaft Gelegenheit zu geben gediegene, schöne Weihnachts-Geschenke zu ausserordentlich billigen Preisen einzukaufen, habe einen grossen Posten guter Kleider- Stoffe, Reste und einzelner Roben ausgesetzt. Ausserdem empfehle eine Parthie Stoffe zu Maus- und Strassenkleidern, dopp. Breite Meter ä 50 Pfg., Rein wollene Ralistoffe in allen Tdchtfarben, dopp. Breite Meter a 75 Pfg. Kattune Meter 25 Pfg. und 30 Pfg. Ebenso verkaufe von heute an meine sämmtliche Confection in reichster Auswahl nur moderner reeller Waare zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Todes-Anzeige. Statt besonderer Anzeige machen wir ungern Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung von dem gestern Mittag 12 ühr, nach kurzem, schweren Leiden erfolgten sanften Hinscheiden unseres innigstgeliebten, unvergesslichen Gatten, Vaters, Schwiegervaters und Grossvaters Herrn Karl Baitz, Ober-Telegrapheu-Assistent. Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen, den 14. November 1896. Die Beerdigung findet statt Sonntag Nachmittag 4 Uhr vom Sterbehause, Herr Emil Sclilapp OrossherzogL Ober am tsr ich ter dahier, «ebectitRi A. Scheyd >. — Druck in* vevl«q der vrühl'schen UmscrsiNUO-Buch. ttnb Stdnbruderti (Pietsch * Echehda) in Vießrn. Iie heutige Hlummer umfaßt 12 Seiten. 99 99 99 99 99 10. „ Statt jeder besonderen Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, dass unser gutes, liebes Töchterchen Martha in Helouan bei Cairo nach kurzem Leiden am 5. ds. Mts. sanft entschlafen ist. Giessen, den 13. November 1896.