lb-u w4 hing Krautze. ™ Rm Tag 25 ^-Verein. W Mch dich, 3au ' « M« dichr ffiot e"®M Birtuim N jeher Quittung eine abei weitere Seifarten \WW\ wrbtntiniun. her Wünschten Aktien Niemand Zutritt zur 10040 träges gilt nach $ S, 10 Der Vorstand. ÄMger? und bet Umgegend. M. MU eusteo. 10047 mmm >4M: , isüchch 20, • and Lonyßraße). 5 leHHIfM iihleissen. sSh- $84! messen 'her^Z 'jener va»* Xusscha^1^ sch» W" (Bärgerl. ,hl miinche"er sm1,1 urtibiwi. bX««** .... Sk* 1«. Rr. 270 Der ♦*jrigtr rrschmtt täglich, «tt «uSnahun dkS MoMog». Dir Gießener N«»itie»ßttlt«r »6 Vierteljähriger AöonnementspretS^ 2 Mark 20 Pfg. mir vringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. RAachen, Lxpedtti« und Druckerei: >4*Cflr«|< Mr.H. Fernsprecher 51. Amts, und Anzeigeblatt füv den Arers Gießen. ]~ Hratisöeilage: Gießener JiamitienKlätter Innah»» von In,eigen zu der Nachmittag« für den AEgenden Lag erscheinenden Nummer bi« Bonn. 10 Uhr. ----- - —..... i i II . Alle Annoncen-Vureaux be« In. und Su-lande« nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. ietr7aBxseoeeeeeeegeeeeeeiMee^—— Deutscher Reichstag. 121. Plenarsitzung. Freitag, den 18. November 1896. Die Berathung der Justiznovelle wird fortgesetzt bet $ 73, welcher von der Zuständigkeit der Strafkammern handelt. Die bisher den Schwurgerichten zur Aburthetlung übertragenen Delicle: intellectuelle Urkundenfälschung, gewtfle Verbrechen im Amte (gewtnnfüch'tge Beamten-Urkundenfälschung, sowie die mit einer Buch- ic. Fälschung verbundene Beamten Unterschlagung), sowie den betrügerischen Bankerott hat die Vorlage den Strafkammern über- wtefen. Auch die Commission hat dem zugestimmt. Ein Antrag Munckel will alle diese Delicte den Schwurgerichten belassen. Abg. Len,mann, als Referent den Beschluß der Commission empfehlend, bemerkt dabei, daß er persönlich allerdings mit dem Anträge Munckel sympathifire. Geh. Rath Lucas bittet, es bei den Beschlüssen der Commission zu belasten. Es handle sich gerade hier um juristisch sehr schwierige Fragen, welche beffer von den Straskammern abgeurlhetlt würden. Nachdem auch die Abgg. Stephan-Beuthen (Cenirum), sowie Pieschel (natl.) für Aufrechterhaltung der Commissionsbeschlüste etngeireten, wird der Antrag Munckel abgelehnt. Dafür stimmten nur Freisinnige, Südd. Volksp. und Soctaltsten. Zur Berathung steht sodann ein Antrag Beckh (frf. Vp), Schwurgerichten auch die Preßdeltcte zu überweisen. Abg. Beckh wist darauf hin, daß die Aburthetlung der Preßvergehen durch die Schwurgerichte ja in Bayern besteht, ebenso in Württemberg und Baden. Mil welchem Jubel habe man dort f. Z. die Einrichtung begrüßt, und wie sehr habe sich dieselbe b.währU Sie sei en Palladium der Freiheit. Gerade gegenüber gewiffen Kreisen, auch Ass.ssoren-Kretsen, daß die Presse gleichsam ein Scandal- vroduct — man könne auch sagen Scandalproducten — sei, müffe der Reichstag umsomehr auf den Schutz der Preste bedacht fein. Geh. Rath v. Lenthe: Die Herren, welche sich für daS Zustandekommen dieses Gesetzes inleressiren, hätten keinen Anlaß, diese streitige Frage, über die 1876 das bekannte Eompromtß geschloffen wurde, von Neuem wiederaufzunehmen. Damals schon sprachen sich die Regierungen entschieden dagegen aus, die Zuständigkeit der Schwurgerichte für Preßoergehen auch auf das ganze Reich auszudehnen und dieser Standpunkt der Regierungen hat sich seitdem nicht geändert. Etwa vorgekemmene Mißgriffe bei Adurthetlung solcher Vergehen können doch kein Grund sein, die Sache fundtlus zu ändern. Ebenso wie die Geschworenen, sehen auch die ordentlichen Richter es alS ihre höchste Ehre an, unparteiisch zu urthctlen, und parteiisch beeinflußt können auch Geschworene sein, wenn euch vielleicht nur unbewußt. Ich bitte, im Jntereffe des Zustandekommens des Gesetzes dm Antrag Beckh abzulehnen. Abg. Frohme (Soc.): Wir begnügen uns nicht mit dem Preßoergehen, wir wollen sämmtliche politische Vergehen von dm Schwurgei tchten abgeurlhetlt wissen. Es ist das um so nothwendiger, als in letzter Zeit die Abhängigkeit der B.amten eine immer größere geworden ist, dieselben sollen nur thun und lassen, was und wie es die Regierung will, wie der neueste Mtnisterialerlaß, nach welchem die Beamten nicht mehr an Bestrebungen gegen Maßnahmen der Regierung tbeilnebmen dürfen, beweist. Ist man doch schon dahin gekommen, Pr.ßproducte, die man nicht anbeis fassen konnte, unter den Begriff de« groben Unfug« zu b'tnaen. Die Richtercollegien find geradezu als Ob-rcenfurdehörden über die Preffe gesetzt worden. Am allerwenigsten ist man meiner Bartet gegenüber skrupulös gewesen. Abg. Günther (natl.) legi Verwahrung gegen die Art ein, wte Vorredner die Unabhänaigkett der Richter angezwetfelt habe. Die Richter urthetlten nach R cht und Gerechtigkeit und kümmerten fich nicht um die öffentliche Meinung. (Bravo.) Abg. Conrad (südd. Vp) rügt die .Haarspaltereien" in retchsgertchtltchm Erkenntn>ffen, vor denen der gesunde Menschm- verstand sich bekreuzen müsse. ES liege die reactionäre Absicht vor, die Schwurgerichte als Volksgerichte in Verruf zu bringen. Er und feine Freunde würden auf jeden Fall für den Antrag Beckb fttmmm. Abg. Träger (steif. 93er.): Die Berufung, so lieb sie unS ist, ist doch nur ein Phantom, wenn die Garantieen für ein gutes Strafverfahren verkürzt werden. Die Schwurgerichte sollen den starr,» Buchstaben mit den Auffaffungen des bürgerlichen Lebens versöhnen und gerade deshalb gehören auch die Preßvergehen vorzugsweise v >r die Schwurgerichte. Die Rechtsprechung muß mehr Fühlung mit der öffentlichen Meinung haben; das zeigen die UrtbrilSsprüche — auch höchster Gerichtshöfe — über den groben Unfug, Urthetle, welche dem gesunden Menschenverstand in'S Gesicht schlagen. Geh. Rath Lenthe: Die verbündeten Regierungen wollen mit ihrem Widerstand gegen den Antrag Munckel nur die allgemeinen Grundsätze aufrecht erhalten und nicht zu Gunsten der Presse eine Ausnahme machen. Die ordentlichen Gerichte find mit allen Garantteen der Unabhängigkeit umgeben, und wenn die „Hamburger Nachrichten" die Richter zum Kampf gegen die Umsturzpresse zu beetn- fluffen suchen, fie dazu auffordern, so folgt daraus noch nicht, daß diese Aufforderung von Erfolg ist. Abg. Stadthagen (Loc.) ist für Verweisung aller politischen Vergehen an die Schwurgerichte. Ein Urtheil, wie das im Gummt- schlauchprockß gefällte, würde kein Schwurgericht gefällt haben. Abg. Günther (nl.): Der mehr erwähnte Staatsministerial- Erlaß verbietet den Beamten nicht, ihre politische Meinung zu äußern, sondern nur gegen Maßnahmi» der Regierung zu agttiren. Würde Herr Stadthagen fich gefallen lassen, wenn er Inhaber eines Geschäfts wäre, daß ein Untergebener gegen ihn agittrt? Abg. Bebel (Soc.): Der Erlaß lasse den Beamten freilich da« Denken, aber er unterdrücke bei ihnen vollständig jede selbstständige Meinungsäußerung. Daß ein solcher Erlaß hier im Reichstage gebilligt werde, noch dazu von einem Manne, der dem Richterstande angehört, das bewrise. wohin wir in Deutschland treiben. Redner tritt dann noch speciell für Zuweisung der Preßoergehen an die Schwurgerichte ein. Bei diesen sei ein solcher JnteipretationS- FanattsmuS, wie er sich bei den ordentlichen Richtern zeige, ausgeschloffen. Er erinnere an den dolus eventualis der MajestSts- deletdigungen u. s. w. Der Antrag Beckh wird abgelehnt. Neben der entschiedenen Linken stimmten für ibn auch Einzelne vom Cenirum. Bei § 123, Zuständigkeit der Oberlandesgerichte, betont Abg. Schröder (freis. V .), daß die Berufung keineswegs immer alS etwas so völlig Selbstverständliches gegolten habe, wte dies die Herren weiter links behaupteten. Wollten diele dann etwa die Berufung auch gegen Urthetle der Schwurgerichte einsühren? Der Paragraph wird angenommen. Bet S 124, Bildung der oberlandesgerichtlich en Senate, entspinnt fich eine Debatte über die Besetzung der detachtr- ten Strafsenate, wozu mehrere Anträge vorliegen. Letztere werden abgelehnt und der Paragraph in der CommtsfionSsaffung angenommen. Auch die Rest'Paragraphen d s GertchtsverfiffungSgesetzeS werden bis auf den von der Zuständigkeit der Schöffengerichte handelnden 8 27 angenommen, worauf Vertagung eintritt. Weiterberathung morgen 1 Uhr. (Schluß 5 Uhr.) Deutsches Reich. Berlia, 12. November. Der RetchShauShalt für 1897/98 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 1 328 301 824 Mark ab. Die Ausgaben find auf 1 169 386 566 Mk. an fortdauernden, 101 311 621 Mk. an einmaligen Ausgaben des ordentl Etat- «nd 57 609 747 Mk. an einmaligen Ausgaben de- außerordentlichen Etat- festgestellt. Die fortdauernden und einmaligen Ausgaben übersteigen die Gefammt - Ausgaben des Vorjahres um 61 277 265 Mk. und -war kommen auf die fortdauernden Ausgaben 325 523 65 Mk. mehr, auf die einmaligen Ausgaben 287 24 900 Mk. mehr. Werden die durchlaufenden Ausgaben de- Reich- - JnvaltdenfondS In der Höhe von 28 604 497 Mk. (gegen 28 862 508 Mk. im Vorjahre) und die aus den Überweisungspflichtigen Einnahmen zu überweisenden Beträge in Höhe von 40 4 056 000 Mk. (gegen 387 472 000 Mk.), al- die Höhe der Matrtcularbetträge und da- Abschluß-Ergebniß des RelchShauShaltS nicht beelu- fluffend, auSgefchieden, so stellt fich für die verbleibenden fortdauernden Ausgaben und die einmaligen Ausgaben de» ordentl. Etats ein Gesammtbedarf von 8 381 381 37 680 Mk., bczw ein Mehrbedarf von 24 209 238 Mk. heraus, während der außerordentliche Etat der einmaligen Ausgaben mit eine» Gesammtbedarf von 57 603 747 Mk. und einem Mehrbedarf von 20 842 038 Mk. abschließt. Der Mehrbedarf von 24 209 234 Mk. vertheilt sich wie folgt: Reichskanzler und Reichskanzlei 4340 Mk. mehr an fortdauernden und 28 000 Mk. weniger an einmaligen Ausgaben,: Auswärtiges Amt 356 370 Mk. fortdauernd, 7 16 620 Mk. einmalig mehrReichsamt des Innern 3 144 417 Mk. fortdauernd mehr, 854 462 Mk. einmalig weniger - Retchsheer 6 935 671 Mk. fortdauernd, 772 370 Mk. einmalig mehr- Marine 3 542 971 Mk. fortdauernd, 6 704 127 Mk. einmalig mehr- Reichs-Justizverwaltung 6876 Mk. fortdauernd mehr- Reichsschatzamt 57 490 Mk. fortdauernd mehr- ferner wird fortdauernd mehr angesetzt für ReichS-Eiseubahnamt 1460Mk., Relchöschuld 248 760 Mk., Rechnungshof 3200 Mk., Allgemeinen Penfionsfonds 2 024 911 Mk.- einmalig wird mehr angesetzt für Post- und Telegrapheu-Verwaltung 298 297 Mk., RrichSdruckeret 35 000 Mk. und Eisenbahnverwaltung 2 400 000 Mk. Von den gewöhnlichen Einnahmen find veranschlagt: Zuckersteuer 1000 000 Mk. höher, Salzsteuer 1 129 000 Mk. höher, Maischbottich- und Braumatertalsteuer 904 000 Mk. niedriger, Brauftcuer 1097 000 Mk. höher, die für diese Steuern auskommenden Aversen 350 Mk. niedriger, Spielkarten- stempel 38 000 Mk. höher, Wechselstempelfteuer 347 000 Mk. höher, statistische Gebühr 49 000 Mk. höher, Ueberschuß der Poft- und Telegraphen Verwaltung 7 338 621 Mk. höher, Feuilleton. Wochenbriese «ns der Residrn,. (Originalbericht des „Gießener Anzeigers"). Städtische Angelegenheiten. — Au8 den Loncertfälen. — Großh. Hostheater. Z. Darmstadt, 12. November. Die schon des Oefteren an dieser stelle besprochene Frage der Erbauung einer electrischen Straßenbahn ist, nachdem Seine König!. Hoheit der Großherzog Aller- höchftseine Zustimmung zur AuS'ührung des Werkes ertheilt hat, nunmehr in eine neue, hoffentlich die letzte Phase vor ihrer Verwirklichung getreten: Die Großh. Bürgermeisterei hat an das Großh. KreiSamt ein Gesuch um Genehmigung de» BaneS gerichtet und die endgiltigen Pläne desselben dabet veröffentlicht. In der letzten Sitzung der Stadtverordneten wurden dieselben nochmals durchgesprochen und man entschied fich nun allgemein für zwei Linien, die die Stadt durchkreuzen, eine vom Bahnhof bis zum Böllenfallthor, wobei durch das Entgegenkommen der süddeutschen Eisenbahn- Gesellschaft die Schienen deren Bahnen theilweiie mitbenutzt werden, die zweite von der Bkffungerftraßr, in der Nähe drS Großh. Orangeriegartens, bis zum Beginne der Felsenkeller an der Dieburgerstraße. Die Versammlung nahm davon Abstand, diese Linie ebenfalls bis zum Waldeingange, hier den Hirschköpfen am Beginne deS Kranichsteiner Forstes, zu führen, weil voraussichtlich der Betrieb bis dorthin nur zur Sommerzeit rentabel wäre, während die zahlreichen, viel besuchten Ortschaften, welche an der am Böllenfallthor vorbei- sührenden Straße liegen, die außerdem mehrere hundert Arbeiter täglich in die Fabriken und Werkstätten der Stadt > entsenden, jene Linie, wie mit Bestimmtheit erwartet werden I kann, wohl dauernd zu einer ertragfähigen machen. Don der ' unterirdischen Stromzuführungsanlage, die wohl schöner alS die oberirdische sein mag, wurde abgestanden, ausgenommen die Speiseleiiungen zwischen vahnlmien und Kraftstationen, daS oberirdische System „Siemens u. Halske" gewählt. Wenngleich letzteres dem gesummten Straßenbilde auch nicht gerade förderlich erscheint, so hat es nach dem autoritativen Gutachten der Sachverständigen neben dem Vorzug der Billigkeit auch den der größeren Sicherheit für fich. Das Depot, die Wagenhalle und Werkstätte werden auf einem städtischen Platze nächst dem Böllenfallthor errichtet. Hoffentlich kommen wir jetzt recht bald in den Besitz des ersehnten Institutes, das bet der ausgedehnten Anlage der Stadt wirklich dringend nöthig ist. In der nämlichen Stadtverordneten-Sitzung, in der die genannte Angelegenheit zur Berathung kam, wurde auch die momentan immer noch „brennende" Orpheum frage dis- cutirt. Auch hier war man durchweg für die Erhaltung deS seit anderthalb Jahren florirenden EtabliffementS, deffen Roth- Wendigkeit von Allen anerkannt ward. Wenngleich von der Leitung der Stadt in der Erledigung dieser Frage, die nunmehr ganz in Händen des Großh. Ministeriums liegt, nichts gethan werden kann, so wurde doch auch von ihr die Entscheidung deS ProvinzialauSschuffe» lebhaft bedauert und dies Gefühl auch durch die einstimmige Abstimmung der Bersamm- ung öffentlich bekundet. In den Eoncertfälen brachte die vergangene Berichtswoche mehrere Veranstaltungen großen Stiles. Obenan steht daS zweite Eoncert der Großherzogl. Hofmufik, daS dem vorausgegangenen fich würdig anreihte. 68 gab diesmal den Darmstädtern Gelegenheit, einen Pianisten zu hören, der unter die allerersten feiner Kunst zu zählen ist: der Italiener Ferruccio Busoni. Der Künstler spielte Beethovens Ee-dar«(Soncert mit solcher Vollendung und Bravour, daß ihm die Herzen der Zuhörer im Fluge ge- I hörten. Seine Wiedergabe von Lißt'S „Spanische Rhapsodie", gehört zu dem Vollendetsten, was je in diesem Genre hier geboten ward! Großen Beifall errang auch die au demselben Abend vorgetrageue erste „Peer Gynt»©uite" von E. Grieg, eine Novität, die bei so vorzüglicher Durchführung, wie fie hier erfolgte, stets Sensation erregen wird. Überhaupt zeigte fich die Großherzogl. Hofmufik, waS Leistungsfähigkeit anlangt, wiederum von ihrer glänzendsten Seite in diesem Eoncert, dessen Eindruck für die Nachfolgen- den, wirklich sehr hoch gespannte Erwartungen hinterließ. Vor einem sehr zahlreichen Publikum fand ferner der erste Kammermusikabend deS Mozart-Verein» statt, der ebenso, wie daS von der Liedertafel veranstaltete Herbst-Eoncert bewies, daß in beiden Vereinigungen wahrer Sinn für das Schöne und Fleiß und künstlerisches Streben in reichstem Maße vorhanden ist. Endlich sei au- der Reihe der übrigen mufikaltschen Veranstaltungen noch das unter W. de Haans meisterhafter Leitung stehende, seit vielen Jahren hier geradezu Bürgerrecht genießende Eoncert zum Besten der Barmherzigen Schwestern erwähnt, das auch in diesem Jahre Dank der Mitwirkung künstlerischer Kräfte ersten Ranges die alte Zugkraft bewährte. Im Großherzoglichen Hoftheater fand zur Feier von Schillers Geburtstag die fast durchweg neu besetzte, plächtig inscenirte Aufführung von des Meisters unvergänglichem Trauerspiel „Maria Stuart* statt. Frl. Eram er spielte diesmal die „Elisabeth* mit hervorragendem Gesch ck, während Frl. EichelSheim ihr ganzes Können der Verkörperung der unglücklichen Titelheldin geliehen hatte und eine Leistung größten Stiles zu Wege brachte. Auch der neugewonnene Herr Heine gab als „Shrewsbury* eine tüchtige Probe seiner Kunst. — Die übrigen Vorstellungen der Woche geben zur Besprechung weniger Anlaß. Ueberschuß der Reichsdruckerei 21 160 Mk. höher, Ueberschuß Ser Elfenbahnverwaltung 1 941 700 Mk. höher, Einnahmen au- dem Bankwesen 2 116 800 Mk. niedriger, verschiedene Verwaltungs-Einnahmen 1 102 875 Mk. niedriger, Veräußerung ehemaligen FrstungSterrainS 1 171 138 Mk. niedriger und Ueberfchüffe aus früheren Jahren 4 662 457 Mk. höher, inSgesammt also um 12 328 775 Mk. höher. Diesem Mehrbeträge treten hinzu die als nachträglicher Capital« zuschuß für daS EtatSjahr 1895/96 vorgesehenen 178 483 Mk.- d e gewöhnlichen Einnahmen ergeben mithin gegen daS Vorjahr einen Mehrbetrag von 12 507 258 Mk. Zur Deckung de- Mehrbedarfes bet den Ausgaben in der Höhe von 24 209 238 Mk. fehlen hiernach 11 701 980 Mk., welche bet den Matrikularbeiträgen in Zugang gebracht find. WaS die Einzeletat- anlangt, so wird angesetzt für daS Auswärtige Amt selbst 74 270 Mk., für Gesandtschaften und Consulate 209 350 Mk., für Allgemeine Fonds 45 820 Mk. und für die Colonialverwaltung 32 930 Mk. mehr. Der Mehrbedarf des RrichSamtS des Innern ist hauplsächltch verursacht durch den um 3 331 500 Mk. erhöhten RerchSzuschuß zur In- validitätS- und AlterSverficherung. Ferner find mehr eingestellt: 10 000 Mk. zur Förderung der künstlichen Fisch- zücht,- neu eingestellt werden ein Betrag von 50 000 Mk. zu Anforderungen für Einrichtungen und Veranstaltungen, welche allgemeinen Interessen des deutschen Handels und Gewerbes dienen. Für den ordentlichen Etat der Verwaltung deS RetchSheereS wird angesetzt: 1. an fortdauernden Ausgaben bet einem Gesammtbedürfniß von 486 460645 Mk. gegen dar Vorjahr 6 935 571 Mk. mehr; 2. an einmaligen Ausgaben bei einem Gesammtbedürfniß von 46 046 965 Mk. gegen daS Vorjahr 772 370 Mk. mehr, zusammen also 7 707 941 Mk. mehr- davon entfallen an fortdauernden Ausgaben auf Preußen 5 629 936 Mk., Sachsen 27 109 Mk., Württemberg 493 459 Mk., Bayern 785 067 Mk.- an einmaligen ordentlichen Ausgaben kommen auf Preußen 1 832 549 Mk. weniger, auf Sachsen 1 925 352 Mk weniger, auf Württemberg 405 076 Mk. mehr- an einmaligen außerordentlichen Ausgaben entfallen auf Preußen 761 430 Mk. weniger, auf Bayern kommen autheilSmäßig an einmaligen ordentlichen Ausgaben 427 963 Mk. weniger, zusammen 4 542 218 Mk. weniger. Zur Erläuterung bemerkt die dem Etat beigegebene Denkschrift: Im Vorjahre war durch den Nachtragsetat von den darin vorgesehenen einmaligen Ausgaben deS ordentlichen Etats zu thunlichster Vermeidung einer nachträglichen Erhöhung der Matricularbeiträge ausnahmsweise ein Betrag von 5 314 588 Mk. auf den außerordentlichen Etat übernommen. Da für 1897/98 die Deckung der sämmtltchen einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etat- wieder aus den gewöhnlichen Einnahmen erfolgt, so kommt durch den Wegfall jenes Zuschusses jetzt im ordentlichen Etat ein Mehrbedarf von 5 314 588 Mk. zur Erscheinung, mithin gegen daS Vorjahr mehr 772 370 Mk. Im Einzelnen ist hervorzuheben, daß die Geldverpflegung der Truppen einen Mehrbedarf von 1 243 550 Mk., die Naturalverpflegung um 3 605 257 Mk. aufwetst. Im Martneetat ist vorgesehen eine Steigerung der Ausgaben für Geldverpflegung der Marine- thetle um 733 680 Mk., für den Betrieb der Flotte um 970049 Mk., Instandhaltung der Flotte und der Werftanlagen um 1 086 413 Mk. - an einmaligen ordentlichen und außerordentlichen Ausgaben für die Marine find vorgesehen: 66 545 594 Mk., darunter 7 673 000 Mk. erste Rate für ein Panzerschiff 1. Klasse, zwei Kreuzer 2. Klasse, einen Aviso, zwei Kanonenboote, ein TorpedodivistonSboot, vier Torpedoboote, ferner 1000 000 Mk. für ein großes Trockendock in Kiel. In dem Etat des Reichkschatzamtes find gegen daS Vorjahr an Ueberweisungen an die Bundesstaaten 16 584 000 Mk. mehr eingestellt. CocaU» rrnd JhwhtjkUef» Sieben, den 13. November. • • Die Bedürfnißfrage -um Ausschank von Braoutweiu betr. Der Pr ovtnztalauSschuß hatte kürzlich über ein Gesuch um Erlaubniß zum Betriebe einer Schankwüthschaft zu ent scheiden und dabei auch die Frage, ob eS ein Bedürfntß ist, vor dem Genüsse kalten Getränkes ein Gläschen Branntwein zu trinken, prüfen müssen. Diese Frage wurde jedoch verneint, und da die Begründung der Abweisung dieses TheileS deS Gesuchs weitere Kreise interesssren dürfte, so lassen wir dieselbe hier wörtlich folgen: „Daß auch auf die von 88 Prr- sonen unterschriebene Eingabe, durch welche ein Bedürfniß zum Branntweingenuß vor dem Btergenuß bewiesen werden sollte, kein entscheidende- Gewicht zu legen ist, nachdem durch die ausführlichen Gutachten deS Großh. KretSgesundhetts- awtS Gießen, und deS DirectorS deS hygienischen Instituts der Lande- Universität, Prof. Dr. Gafsky dargethan worden ist, daß die im Publikum Hierlands vielfach verbreitete Meinung, man müsse sich durch ein Gläschen Brann,wetu vor den Gefahren deS Genusses von kaltem Biere schützen, nicht berückftchtigenSwerth erscheint. Nach den genannten Gutachten ist eS zwar richtig, daß den gesundheitlichen Nachtheilen von in größerer Quantität genossenem kalten Getränke durch vorherigen Genuß von Branntwein vorgebeugt werden kann, welcher die Magenschleimhaut in einen Zustand reichlicherer BlutsÜllung versetzt, die Flüssigkeit in dem ziemlich unempfindlichen Magen entsprechend vorwärmt, und ihren Uebertritt aus dem Magen in den vorzugsweise reizbaren Dünndarm verzögert. Da aber ziemlich dieselbe Wirkung durch einen vor dem Biere genossenen Bissen fester Speise, z. B. BrodeS, erzielt werden kann, wie dies ja in anderen Ländern durchaus üblich ist, wo das Brod auf jedem Biertische steht. Da eS Überdies Pfl.cht des WirtheS ist, da« Bier nicht in zu kaltem Zustande zu schänken und auch die Gäste sich selbst dadurch schützen können, daß fie daS Bier anfänglich nur schluckweise und in hinreichenden zeitlichen Zwischenräumen genießen, so ist der Genuß von SchnapS zu dem fraglichen Zwecke entbehrlich und kann den mit der Gewöhnung des SchnapSgenuffeS' verbundenen phtzfischen und moralischen Gefahren gegenüber ketnenfalls als ein ve- dürfniß anerkannt werden." • • Organisation bei Handwerks betr. In der Sonntag- Sitzung des engeren Ausschusses des LandeSgew erbever- etnS in Darmstadt hob der Vorsitzende, Herr Geh. Baurath Sonne, in seiner Eröffnungsrede hervor, daß die von den OrtSgewrrbevereinen und von einzelnen Mitgliedern des LandeSgewerbvereineS in der OrganisationSangelegenheit er- statteten Berichte darin gipfeln, daß 37 von 43 OrtSvereinen und 8 von 10 einzelnen Mitgliedern die Zwangsinnungen ablehnen, während 6 Vereine und 2 einzelne Mitglieder dieselben als empfehlenSwerth bezeichnen. Die Ausführungen deS Vorsitzenden kamen zu dem Ergebutß, daß ZwangS- innungen im Allgemeinen trotz der ihnen zu Gebote stehenden größeren Geldmittel nicht leistungsfähiger fein würden, als freie Innungen, und daß dem ländlichen Handwerk (dem Handwerk in Dörfern n. f. w.) mit den Zwangsinnungen ganz entschieden nicht gedient sei. — Die am vergangenen Montag in Frankfurt a. M. stattgefundene gemeinschaftliche Sitzung der Süddeutschen Gruppe deS Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller und deS Mittelrheinischen Fabri- kanten-VereinS nahm bezüglich deS preußischen G-s-tzentwurfS über die Zwangsorganisation deS Handwerks nach drei aus- führlichen Referaten einstimmig folgende Resolution an: „Der Mittelrheinische Fabrikanten-Berein und die Süddeutsche Gruppe deS Vereins deutscher Elsen- und Stahltndustrieller sprechen sich unbedingt gegen die Annahme deS Gesetzentwurfs, betr. die Organisation deS Handwerks aus. Sie erachten die ZwangStnnungen, sowie die Organisation, der fie als Grundlage dienen sollen, um so weniger für annehmbar, als Unte scheidungsmerkmale zwischen den Gewerbetreibenden festgestellt werden sollen, die geeignet find, den Einzelnen in der freien Bethäligung seiner Kräfte und Fähigkeiten in einer der wirthschaftlich,n Entwickelung unserer Zeit nicht entsprechenden Weise etnzuengen und zu behindern. Die Bildung von Handwerkekammern wird für diejenigen Bezirke, in denen sich ein entsprechendes Bedürfniß geltend macht, unbedingt empfohlen." - f- Nidda, 12. November. In dem Etablissement der neuen Uhl'schen Brauerei ereignete sich heute ein bedauerlicher Vorfall. Zwei Arbeiter waren mit dem AuSpichen und Reinigen von Fäffern beschäftigt, als plötzlich ein größeres Faß borstete und der eine Braubursche durch die abspringenden Thetle getroffen und zu Boden geworfen wurde, wobei derselbe mehrere Verletzungen an dem Oberkörper davon trug. — Ein den hiesigen Pferdehändlern Gebrüder Leopold gehöriges amerikanisches braunes Wallachpferd ging vorgestern auf dem Felde vom Geschirre durch, ohne daß es wieder eingeholt werden konnte. Bis heute Nachmittag war der Ausreißer noch nicht ermittelt. J. B. Nidda, 12. November. In unserer Stadt wird, so Gott will, in Kürze ein Jubiläum gefeiert werden, daS mit Rücksicht auf die öffentliche Stellung deS Jubilars als ein sehr seltenes bezeichnet werden muß. Sind nämlich goldene HochzettSjubiläen an sich schon selten, so wird eS erst als recht selten bezeichnet werden müssen, wenn ein noch aettveS Stadloberhaupt die goldene Hochzeit feiert. Dieser Fall wird nun in aller Kürze bei unserem, auS einer hiesigen alteingesessenen Bürgerfamilie stammenden, alloerrhrtenBürger- meister, Herrn R u l l m a n u , eintreten, welcher mit seiner Gattin am 2. Adventssonntage (6. December) 1846 in den Stand der heiligen Ehe trat. Der Zufall will es, daß der JubiläumStag auch in diesem Jahre mit dem 2. AdventS- sonntage zusammrnsällt. Wenige Tage vor dem HochzeitS- jubtläum wird Herr Rullmann ein weiteres 50 jährigeS Jubiläum begehen und zwar in der Eigenschaft als Ktrchen- rechner. Die 25 jährigen Dtenstjubtläen als Bürgermeister, OrtSgerichtSoorsteher und Sparkassenrechner hat der Jubilar auch bereits zurückgelegt. Derselbe gehört, w e Wetter berichtet sei. bereit- seit 35 Jahren dem Stadtvorstand an, ist bereits 46 Jahre Gemeindeeinnehmer und trat vor 58 Jahren als Grhülse bet dem srüheren K eiSamt Nidda ein und ist somit im vollsten Sinne deS Wortes ein Veteran im öffent- ltchen Dienst. Wodurch Herr Bürgermeister Rullmann eS verstanden hat, sich die allgemeine Liebe und Verehrung zu erwerben, wosür gewiß die bereits dreimalige einftimmige Wiederwahl zum Bürgermeister als bester aber auch schönster Beweis gelten darf, sei späterer Mittheilung Vorbehalten. Was gewiß viele seiner Verehrer interesfiren dürfte, ist der erfreuliche Umstand, daß der Jubilar noch in voller körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische allen seinen Aemtern vorsteht - auch die Jubilarin erfreut sich der gleichen Vorzüge. Wenn wir auch sicher sind, dem Jubilar bet seiner allzugroßen Bescheidenheit mit vorstehenden Mittheilungen keinen Gefallen zu erzeigen, so glauben Mir unS doch den Dank vieler seiner Freunde und Verehrer, namentlich der auswärtigen, verdient zu haben. 4- Ober Wibdersheim, 12. November. Einem hiesigen Landwirthe sind in verflossener Woche kurz nacheinander zwei Stück Rindvieh gefallen, wovon daS eine mit Raufchbrand behaftet war. Für diese- Rind, welche- zu 130 Mark aß- geschätzt wurde, sind */| deS WertheS mit 104 Mark ander Kreiskasse dem betreffenden Viehbefitzer zu vergüten. SS ist diese- der erste Fall der Anwendung des am 1. September 1896 in Kraft getretenen hessischen Gesetzes Über die Entschädigung sür durch Milz- und Rauschbrand zu Grunde gehende Thiere. 4- Ranstadt, 13. November. Verflossenen SamStag stürzte der von hier gebürtige 19 Jahre alte Toglöhner Hämel in dem Sleinbruch seine- Brodherrn bei Bellmuth von seiner Arbeitsstätte au- einen 15 Mir. hohen Abhang herunter und trug hierbei solche innere Verletzungen davon, daß er a« Montag den Geist aufgab. Auf Antrag deS Arbeitgebers erfolgte gestern hier die Leichenöffnung behufs Feststellung der Todesursache. Gegen Abend konnte die irdische Hülle deS verunglückten dann auf dem hiesigen Friedhöfe beigesetzt werden, und folgte eine große Zahl Leidtragender de« Sarge. Hämel hinterließ eine verwittwete Mutter und noch unversorgte Geschwister. H. herchevhain, 13 November. Da die Gemeinde Herchenhatn sich besonders bemüht hat, einige Wüstungen, die sonst ziemlich ohne Werth und Ertrag waren, auszusorsten, ist ihr von der Staatskasse der ansehnliche Zuschuß von 200 Mark zu diesen Verbesserungsarbeiten in Aussicht gestellt worden, welcher Betrag in aller Nähe von der DistrictS- Eivnehmerei auSbezahlt werden soll. Bei anderen Gemeinden geschah eS auch, doch nicht in so ansehnlicher Weise, unsere arme Gemeinde kann den Zuschuß aber auch sehr gut brauchen. -b- Aul dem Dbermalbe, 13. November. Nunmehr haben sich unsere trefflichen Hölzer auch den Weg in die Cigarrenbranche gebahnt, denn eine Ctgarrenktsten- und Cigarrenw'ckelfabrik in Hanau hat eine sehr bedeutende Musse an Buchenhölzern erstanden, die jedenfalls durch ihre guten Eigenschaften daS Fabrikqeschäfr sehr befriedigen werden. n. Friedberg, 13. November. Nach Bekanntgabe der Geschäftsstelle deS Oberh. Obstbauvereins fielen auf der Allgem. Deutschen Obstausstellung zu Kassel nicht weniger als 26 Preise nach Oberhrssrn, darunter eine preußische StaatSmedaille und 6 Ehrenpreise. „In den Sortimenten Oberhcss.nS sah man besonders die Gravensteiner und Winter- Gold-Parmäne in vollendetster Ausbildung", sagt der Bericht. Vermischte». * Wahrend bei Kriegei von 1870/71 erhielt der jetzige Oberpostsecretär Mittenzwei in Greiz einen Schuß durch HalS und Lunge, doch heilte die Wunde und die Kugel trug der Genannte mit fich herum. Jetzt ist durch die Röntgen- strahlen der Sitz des Geschosses an der Spitze der dritten Rippe ermittelt worden. * Ein wohl einzig dastehendes Stäubchen wurde einem Bürger der Schweizer Gemeinde Sch leit heim zu Thiil. Die Trommler-Vereine von Zürich, Wrinfelden, Winterthur und Schaffhausen zogen dem dort wohnenden tüchtigen Trommler-Jnstructeur der sechsten Division, Adjutant-Unter' offizier Meyer, anläßlich eines gemeinsamen VeretnSauSflugcS vor'S Haus und „schlugen" ihm auf über 50 Trommeln ein Ständchen. Allerdings ein schlagender Beweis für die große Beliebtheit dieses Obertrommlers. * Die Kosten einer Präsidentenwahl in ben Bereinigten Staaten. In der „Contemporary Review" schätzte der Consul der Vereinigten Staaten in Birmingham, G. F. Parker, den ungefähren Betrag, der für politische Zwecke bei einer gewöhnlichen Wahl eines Präsidenten in der Zeit brm 1. August bis zum Wahltage im November au-gegeben wird, auf 30 bis 40 Millionen Dollars (135—200 Millionen Mk.) Dieser Betrag ist nur zur Beeinflussung der Menge für einen bestimmten Candidaten berechnet, da die wirklichen Kosten des Wahltages in jedem einzelnen Staate von d.n öffentlichen Abgaben und Steuern bestritten werden. Zwei Drittel der zuerst genannten Summe werden von sehr reichen Männern, die ein unmittelbare- Interesse an der Wall haben, zusammen gebracht, z. B. von Fabrikanten, die eirtu hohen Zoll für alle ihre Branche betreffenden Maaren wünschen, oder von Directoren verschiedener Gesellschaften, die fich beim neuen Präsidenten in Gunst setzen wollen. Auf diese Art fließen oft aus den entgegengesetzten Gründen große Summen in die Wahlbewegung. * Der bekannte Hungerkunstler Dr. Tanner ist bei eincm Feuer in Cleveland (Ohio, Amerika) verbrannt. Dr. tonnet wurde zuerst bekannt, als er im Jahre 1880 in New yo k 40 Tage lang fastete. Seitdem haben Andere schon länger gehungert. Später verkaufte Tanner im Westen Patent- Medicamente und bann gründete er ein FindelhauS, aber auch dies Geschäft ging nicht recht. Schon im Jahre 1882 ließ fich feine Frau von ihm scheiden. Aufschrift bcr Postsendungen. Zur Sicherung schneller Beförderong uudBestellun- ber Postsendungen müssen auf denselben Empfänger und Bestimmung-- art so genau bezeichnet sein, daß jeder Ungewißheit »orgebeugt wirb. Dabei find namentlich felgenbe Punkte zu beachten: 1. Bet Postsendungen nach größeren Orten ist in der Aufschrift die Wohnung deS Empfängers möglichst genau anzugeben. Auch ist eS von Wichtigkeit, daß die WohnungSongabe stets an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich unten recht-, unmittelbar unter der Angabe de« Bestimmungsorte«, erfolge. 2. Auf den nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer bei Wohnung de« Empfänger«, der Postbezirk (0., NO. k.), in welchem bie Wohnung fich befindet, hinter der Ortete* Jeichnung »Berlin* zu vermerken. libt e- mit dem Bestimmungsorte gleich oder ähnlich lautende Postorte, so ist dem Ort-namen eine zusätzliche Bezeichnung betzufügen. Welche Zusätze für die OrtSnamev im Postvcrkehr al- maßgebend anzuschen find, ergibt fich «ul dem .Berzeichniß gleichnamiger oder ähnlich lautender Post- orte^, da« zum Preise von 10 Pf. durch Vermittlung lebet Reich-:Postanstalt bezogen werden kann. 4. Wenn der im Reichs Postgebret belesene Bestimmungsort iwn mit einer Postanstalt versehen, dessenungeachtet aber nicht al- allgemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt rt fich, bi« Lage de- Ort« in der Aafschtift der Sendung noch bd Näheren zu bezeichne». Zu derartigen Bezeichnungen eigne« fich die Angabe deS Staate« und bei größeren Staaten bei palitischen Bezirk« (Provinz, RegterungSbeztik u. s. w.) io welchem der Bestimatung-oit beleg er. ist, ober auch die Angab« von größeren Flüssen ((Oder), (Elbe), (Rhein), (Main) uj, oder von Gebirgen ((Harz), (Niesengebtrge) icj Nicht m In bet find zusätzliche Bezeichnungen, wie ((Thüringen), (Altmark). »111 für den Zweck geeignet. tsenoungen nach Ortschaften ohne Postaustalt ist außer dem eigentlichen Bestimmungsorte noch diejenige Post- anstalt anzugeben, von welcher au« die Bestellung der Sendung an den Empfänger bewirkt weiden bez. die Abholung erfolgen soll- 6. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung in einem fremde» Postgebiete belegen und zu den weniger bekannten Orten »a rechnen ist, so ist außer dem Ortsnamen noch da« belrcflente Land bez. der Sanbeetbeil auf der Sendung anzugeben. Die Beachtung dieser Punkte wird lur Herbeiführung ein« schleunig en lle Herkunft der Sendungen an den Empfänger wesentlich beitragen, unb t% liegt daher t» eigenen Interesse der Absender, die Aufschriften Xr Sendungen ui em ach genau aniuferttgen. 611,1 ^nber. A7'«H°°.« ’rJeb{^tibe®ja«t b"'« lh W „9" »C»e». ef 1 QUf b(t 1J1®* prWtzr ?ti?u unb ©intet. 1' W bn tzrrich,. "^lt der jetzig Schuh Lch “nb Nuflel trug 'M «eWntien. Spitze der brüt« N« toarbr einem ^deim zu Lhiil. ^selbill, ®int(tii)ut ^ntnbtn IM^tn ini AbME-Unttt ntn VttrinSavsflugci er 50 Iiommtln ein beweis für dir glvhr l ia btü Serttnigki leölett" schätzte Vx rmingham, G. F. r Politische Zwecke bei iten in der Zeit dem ber auSgrgeben wiid, -200 Millionen SRf.) ung der Menge liir , da die wikklicken irn Staate von bin 'lUa totrbtn. Zwei 'bin boa \tf)i reichen esse an ber M bhtanten, bie tbtn mbtn ffiaaxw M> n Tesellschasiev, bie setzm vollen, llus ätzten Mvbengrotze , Tarnet ist bei ehun tbrannt. Dr.Joiiw [t 1880 in Ne«.y° ! j Andere schon IN1 t im Westen W1 ein Fillbelho««, J schon iw J-Hre 1882 Daalt*- Dgt?Mb«estim»^ Mtzeit »orsebeusl M aJoSnuneM»«**’* L le |& ft & Ä lf #216] Zwei Stück Land in meinem Satten am Nahrungsberg zu verkaufen _______NLbereS Saplanetgasf« II« 979u| Windspiele, schöne Schooß- htzmde, billig zu verkaufen. Seltersweg 48. Zu verkaufen. lvO66] Srotz.a ISei?ben. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorständsdamen gelangen zu lassen: Frl. Amalie Bansa, Nordanlage 41, Frau Dr. Brüel, Löberstraße 11, Frau Amtsgerichtsrath Gebhardt, Gartenstraße 15, Frau Rechnungsrath Kalbfleisch, Frl. Emilie Langermann, Südanlage 21, Frau Pfarrer Naumann, Südanlage 8, Frau Louise Ottens,. Bismarckstraße 11, Frau Auguste Schwan, Seltersweg 64, Frl. Louise Wortmann, Asterweg 16. Auch die Schwester« unserer Anstalt sind bereit, Gaben in Empfang zu nehmen. Gießen, den 14. November 1896. Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. Dr. Naumann, Pfarrer. Zmf ÄoHdäsnmg! Auf die vielfachen Anfragen betreffs unserer Bekanntmachung vom 31. OctobB in Nr. 258 und 259 ds. Bl. erklären wir, die unterzeichneten Rindsmetzger: Es ist eine vielfach im Publikum verbreitete irrige Annahme, daß alles Fleisch, welches in die hiesige Stadt eingeführt und so in den Handel gebracht wird, auf unserem Schlachthof betreffs seiner Beschaffenheit untersucht worden ist. Es ist u. A. vorgekommen, daß nicht ladenreines, ekelerregendes Fleisch — selbst Fleisch, welches später dem Wasen überwiesen werden mußte — versucht wurde, in den Verkehr zu bringen. Lediglich um unsere Mitbürger vor derartigen minderwerthigen und gesundheitsgefährlichen Nahrungsmitteln zu schützen, habsn wir beschlossen, alles Fleisch, welches in unseren Läden feil gehalten wird, im städtischen Schlachthause untersuchen zu lassen. Louis Vogt, Neuenweg 19. Fritz Schreiner, Seltersweg 65. August Hoffmann, Wallthorstraße 13. Julius Rosenbaum, Schloßgasse. Carl Schneider, Wallthorstraße 39. Ludwig Schneider, Neustadt 18. Philipp Malkomesius, Mäusburg 19. Suppenwürze ist zu haben bei Italiener Rothweine MAGGI* Spanische Weine direct bezogen, von ärztlicher Seite empfohlen, zu billigstem Preise. Feinst spanischen wie auch deutschen Cognac. Emil Fischbach, Skltttswkg. Bestens empfohlen werden Maggi'S praettschez Gietzhühuche« zum spar- samen und bequemen Gebrauch der Suppenwürze. 9785 ßr Rheinweine (Ober-Ingelheimer Rothwein, Hochheimer Weisswein) und Moselweine. 387 f Mäusburg 7. Louise Son der bürg. 1462 Ä 8709 •••©»•©•••••oeeeeeoeeeeee 9831 Kaplarisqaffe 14, 3. Stock. Möbelfabrik ®®®®®®®®®@®®®t®®®®®®®®®®® L. Süss Machf. 18 Marktplatz 18. —- Pensionat Sonderburg. — Campagne Reverdin, Geneve. Erziehung zu geistiger und moralischer Dinstinction und zu practischer Tüchtigkeit. Kräftige Küche. Gesunder, kräftigender Aufenthalt am See mit ausgedehntem Park Reinstes Französisch. Unterricht in jedem gewünschten Fach. 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Siegen hat ein Necht darauf, im Neich«ta^i"ll^ Wahl zweifelhaft^ semV •*"*-*«- ^ei, en ben WÄSÄSft-, et!?. tob*einra "Worbnf,en“ Men'be”WR @ifww r ^reihert - gegen Unterdrückung, für Wabrbeü und SMiAfrit ^bert — gegen die Herrschaft de» tobten Capital», Der Wahlkreis Gießen^muß^^"inen^Vntteter V ^^deutigkeit und Unentschiedenheit! -«-WWW-- Partei Deutschland. ” "" 6re"‘a« M «»«*« ”"ben! Vieltausendstimmig gehe al. Sieger au« dem Wahlkampfe hervor der Kandidat der Socialdemokratischm Philipp Scheidemann in Gießen. 10088 r uttcr und Bekleidungen 'Emil Funcke -- 16 ^r®nkfu»’t a. M. Niedenau 15 Ueber 100 verschiedene Thürsorten stets auf Lager Preislisten gratis. _________Näheres Wolken»aff« 84, (?n9l Ein sreundl. möbltrtee Zimmer Ift an einen ruhigen Herrn zu vermiethen. 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