rrKL ?'■*» ehbuch, M1 •4S?t >885$. -LS SJJ« d" Ä frrabet Ä J? ^etzbuihtz fort T>unb auf g »HS JW welche bk Mt ttntttJeJ2 dnen i ' N'in etfltt Clih ;;A,ttr. 6(Wmt Hfl. befonbete «eadi- Ä' $te ”4:' Än atuf: -®« Migrseh, er», ^'uhrltchen F,j i.Pros.d.Rechte in, °S von Emil Rois. Tüchtiges, braves msbürsch» l.E- ReaL Gesuch; Octobn eine tkchit- \,P Führung ekel 18 in der Ritze oon itn unter 8. A. t es. btiücs Wk ten Zeugnissen wki henden Dame gesch sagt die Expedition t?- I Ein williges, ot::. Mädch» Oktober zu miettzen L. Prtri II., te; ] Sei gutem Lohn e: i Dieostwabchtt Geschw. Lcht Wiyl tat F ische hüren A, Niedenau U ger. Gesuch Md-m sür M. und »tabttmlbM u Müller, ItufMe von in irzttiober 8* pfotiefli biiügstea Pt Spanische * dlrect W Italiener Roth* Feinet spanische Pfie -* deutscheres (fl6er4noe|hll”‘^ Hösel*0'118 Rr 217 Erstes Blatt. Dienstag den 15. September 1806 Der Hießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. -Die Gießener S-amirieuVtäller werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. nchener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Redaction, Expedition und Druckerei: Schntgratze Ar.7. Fernsprecher 51. vierteljähriger Avonncmentspretr: 2 Marl 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Marl 50 Psg. Amts- ttiid Zlnzeigeblatt für ds» Kreis Giefzen. ] Hratisöeil'age: chießener KamikienKlätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. durch Chinesen nach dem Festlande geschafft. Die Chinesen haben bei diesem Werk ihr Möglichstes gethan, sie haben die Mannschaften, die 36 Stunden nicht- zu essen und zu trinken hatten, erfrischt, so gut es den Derhältniffen nach ging. Sodann begaben sich sämmtliche Gerettete nach der Leucht- feuerstatiou, während ein Bote nach Tschifu zur Kreuzer- divtsion gesandt wurde, der in 48 Stunden den Weg Alle Annoncen-Bureaux dcS In- und Auslandes nehme» i Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgeg«. ' zurücklegte. Görlitz, 12. September. Kaiser Wilhelm hat heute früh 6V2 Uhr Görlitz verlassen, nachdem er vorher im Stände- Hause dem Landeshauptmann v. Setdewitz seinen Dank für die dem Zaren im Ständehause gewährte Unterkunft ausgesprochen und ihn gebeten hatte, feinen Dank den Com- munalständen der Oberlaufitz zu übermitteln. Siegersdorf, 12. September. Der Kaiser ist heute Nachmittag 21/* Uhr hier eingetroffen. Zu seinem Empfange war Graf zu SolmS-Klitschdorf anwesend. Der Kaiser begab sich sofort zur Jagd. Die Kriegervereine, die Schulen und Arbeiter der SiegerSdorfer Werke bildeten Spalter. Kiel, 12. September. In der heutigen Sitzung des Deutschen Vereins für öffentliche Gesundheit-, pflege sprachen der Geheime Regierungsxath Profeffor Dr. BuSley Kiel und der Hasenarzt Dr. Nocht-Hamburg über die gesundheitlichen Verhältniffe in der Handelsmarine und auf den modernen Dampfschiffen. Profeffor Dr. BuSley wieS nach, daß die sanitären Einrichtungen aus den deutschen Kriegsschiffen und den deutschen Paffagierdampfern diejenigen aller anderen Nationen überträfen, so daß man mit Stolz sagen könne, daS deutsche Schiff ist das gesundeste. Dr. Nocht führte au-, daß die sanitären Einrichtungen für Mannschaften auf den deutschen Handelsschiffen, wenn auch brffer al- die anderrr Nationen, gleichwohl noch vieles vermissen laffrn und dringend einer baldigen und durchgreifenden Reform bedürften. Hierauf wurde die Versammlung geschloffen. Ausland. Prag, 12. September. Der mit dem Zweirad auf der Weltreise begriffene englische Doctor der Theologie Wilton, welcher gestern von Dresden nach Prag fuhr, stürzte in der Nähe von Prag mit seiner Maschine und trug an der Stirn eine schwere Verletzung davon. Da- Rad ist zertrümmert. Brüx, 12. September. Das Wasser in dem AnnahilsS- Schachte tst im Steigen begriffen- da- Verbruchsterrain ist stellenweise in Bewegung. Die Senkung der Unterfahrt. berg kämen, abgenommen werden. Er bat daher Oßwald brieflich um fingirte Quittungen, „so könnte ich doch sagen, daß das Geld fort ist". Meine Nichte und viele Jungfern bestehn darauf, daß sie flüchten wollen, aber wohin?" In Gießen war kein Fuhrwerk für den Transport nach Grünberg zu haben- Hoffmann schickte daher einen mit zwei Pferden bespannten Wagen und einen anderen mit zwei Paar Ochsen von Grünberg aus nach Gießen. Wirklich ging die Sendung am Morgen des 8. Juni unter Bedeckung von zwei Jägern und mit Begleitung durch den Fruchtmesser Weller von Gießen nach Grünberg ab. Aber auch da war an die Möglichkeit einer weiter nöthigen Flucht zu denken. Der unermüdliche Oßwald wandte sich daher schon am 7. Juni nach Alsfeld an den Universitäts-Oekonomen Vollhard und setzte ihn von der Annäherung der Franzosen in Kenntniß und von der großen Beunruhigung, welche dadurch über die ganze Gegend gekommen sei. Vor drei Tagen habe das Flüchten seinen Anfang genommen und dauere noch ununterbrochen fort. Nicht nur Vornehme und Reiche, sondern auch Bauernfamilien suchen einen sicheren Ort. Eine Menge junger Bauersmädchen, die alle um ihre Sicherheit besorgt seien, wären in Gießen angelangt. Obgleich seit gestern etwas beruhigendere Nachrichten eingelangt seien, so wäre doch der wichtigste Theil des Universitäts-Archivs nach Grünberg an den Oekonomen Hoffmann abgegangen, mit der Anweisung , die SHften bei Annäherung der Gefahr nach Alsfeld weiterzusenden. Er gebe vorläufig davon Nachricht mit der Bitte, die Sendung ihrer Wichtigkeit und ihres großen Werthes wegen in sorgfältige Verwahrung zu nehmen. Sollte aber das Unglück so weit über uns verhängt werden, daß auch Alsfeld mit einem feindlichen Besuch bedacht würde, so möge er die Sendung ins neutrale Cassel'sche nach Ziegenhain oder Hersfeld befördern. Für Hoffmann in Grünberg war die Verwahrung der Werthkisten doppelt verantwortlich. Hatte er doch selbst. treu bleiben. Berlin, 12. September. Die „Nordd. Allg. Ztg." be- zeichnet die Mittheilungen der Blätter über den Ein- berufungötermin des Landtage- und über einzelne Regierungsvorlagen als verfrüht, da in beiden Beziehungen Näheres noch nicht bestimmt sei. Berlin, 12. September. Der „Localanzeiger" veröffentlicht nach einem Privatbrtef eine Schilderung de- Unterganges des Kanonenbootes „Iltis". Dieser Schilderung nach befand fich der „Iltis" am 23. Juli Abends um 6 Uhr bei dem Kap Schautung Promontory. Da man gegen heftigen Sturm zu kämpfen hatte, wurde beschloffen, über Steuerbordbug beizudrehen. Der Sturm nahm an Heftigkeit zu und hatte um 10 Uhr Windstärke 10 bei Regen, Schnee und Hagel. Kurz nach 10 Uhr erfolgten zwei heftige Stöße, das Schiff lag auf einem Felsen. Nun brach daS Schiff zwischen dem Maschinen- und MannschaftSraum völlig durch und die zerplitterten Flächen rieben heftig aneinander. Gleich darauf, als Offiziere wie Mannschaften den Untergang vor Augen sahen, brachte der Commandant ein dreifache- Kaiser« hoch auS. Dann wurde von dem OberfeuerwerkS-Maat Rehm da- Lied: „Stolz weht die Flagge schwarz-weiß-roth" angestimmt und von sämmtlichen an Deck befindlichen Personen gesungen. Gleichzeitig mit dem Zerbrechen deS „Iltis" fiel der Großmast und zertrümmerte die Commandobrücke, wobei der Commandant von derselben heruntergeschleudert wurde und wieder stehend auf Deck kam. Die See brach mit voller Gewalt über daS Schiff hinweg und riß alles mit fich, was auf Oberdeck war. Die beiden Schiffstheile wurden durch die hereinbrechenden Wellen mit colossaler Heftigkeit von einander geriffen und zum Theil ganz vernichtet. Bon den Mannschaften, die sich auf dem Hinterschiff aufgehalten haben, sind in Folge dessen fast alle dem Meere zum Opfer gefallen, bis auf zwei, die glücklich da- Ufer erreichten. Von denen, die im Vorderschiff Schutz gesucht hatten, find alle gerettet. Dieser Brief ist ein Beleg für den panischen Schrecken, den die ganze Bevölkerung beim Herannahen der Franzosen erfaßt hatte. Waren doch auch die vorausgeeilten Schreckensberichte dazu angethan, nicht die Besitzenden allein das Schlimmste von den Franzosen befürchten zu lasten. Nach Abel's Hausbuch kamen die ersten Kaiserlichen erst am 5. Juli auf der Retirade von der Sieg nach Krofdorf. Das Fußvolk blieb eine Nacht daselbst, die Reiteret aber blieb als Vorposten bis zum 7. Juli hier stehn- da kamen von Rodheim her die Franzosen, vor denen bte Kaiserlichen nach Gießen abzogen. Doch wurde diese Festung erst am 11. Juni von den Kaiserlichen besetzt. Wie die Franzosen nach Krofdorf kamen, fingen sie gleich damit an, die Leute zu plündern und zu mißhandeln. Sie drangen in die Häuser ein und erpreßten mit Drohungen und Gewalt von den Leuten Geld und plünderten bis in die Nacht. Viele Weibsleute wurden vergewaltigt. Gleich den folgenden Morgen wurde die Plünderung und der Raub an Kleidern, Eßwaaren, Geld und Schuhwerk fortgesetzt, alles mit Gewalt genommen und auch Hühner und Gänse fort5 geschleppt. Alles dieses ging noch bei etlichen Leuten leidlich, bis gegen 4 Uhr. Da kamen etliche tausend Mann von der Hardt, welchen Gleiberg und Krofdorf zu plündern prets- gegeben worden. Aber schon lange vorher war der Senat der Hochschule nicht unthätig. Es wurde sofort beschlossen, die Archivalten und Werthpapiere in eine Kiste zu packen und nach Grund erg zu schicken. Der Oberstlieutenant v. Schäffer stellte zwet Jäger zur Verfügung, welche die Kiste begleiten und bet derselben als Wache in Grünberg bleiben sollten. Der Universitäts-Oekonomus Hoffmann daselbst war schon an demselben Tage brieflich davon benachrichtigt und aufgefordert worden, für sichere Verwahrung der Werthsendung zu sorgen. Aber dieser war in derselben Verlegenheit wie Oßwald- er hatte etwa 1200 fl. Geldvorrath und fürchtete, diese könnten ihm von den Franzosen, wenn sie auch nach Grün« Feuilleton. Wor hundert Jahren. Die Flucht des Gießener Universitäts-Archivs vor den Franzosen 1796. Von Dr. O. Buchner. (1. Fortsetzung.) Als am 5. Juni 1796 die ersten Nachrichten von dem Anrücken der Franzosen nach Gießen kamen, wandte sich sofort der vorsichtige Univ.-Secretär Oßwald mit einem „unterthänigsten Bericht" an den Rector Müller der Hochschule, in welchem es heißt: Nach einer hier umgehenden und von Wetzlar hierher gekommen sein sollenden Nachricht sollen diesseits des Rheins die Kaiserlichen das Unglück haben, sich retiriren zu muffen, und beiderseitige Armeen nur noch 11 Stunden von hier entfernt sein. Wieweit die Sage gegründet ist, ist mir unbe- Tannt. Aber da der Fall, bei fernerem Glück der Franzosen einen Zuspruch von ihnen zu bekommen um so mehr jetzt möglich ist, als Gießen jetzt außer der Demarkationslinie Liegt, so räth die Vorsicht an, untertänig anzufragen, 1) ob, um den Geldvorrath zu vermindern, ich irgend die Besoldung des dritten Quartals schon jetzt zum voraus bezahlen soll, und 2) zum Einpacken und Transport der Documente, der Obligationen, des Geldes rc. einstweilen Anstalten getroffen werden sollen. Und um bei widrigen Ereignissen auch allem künftigen Zweifel und entstehen könnenden Fragen zuvor zu kommen, erkläre ich mich mit zu meiner Sicherheit bereit, den Geldvorrath vorzulegen und den Fruchtvorrath in Gegenwart eines der Herren Professoren (denn der Kontrolleur ist gegenwärtig nach Cassel verreist) stürzen zu lassen, und dies letztere Möchte auch nvthwendig bei der Universitäts-Vogtei sein . Dentsche» Leich. Berlin, 12. September. Der „Nordd. Allgem. Ztg." zufolge ist die Blätterweldung über den Zeitpunkt der Einberufung des Landtages und über einzelne Regierungsvorlagen für denselben als verfrüht zu betrachten, da Näheres in beiden Beziehungen noch nicht bestimmt ist. verliu, 12. September. In feiner heutigen Schlußsitzung berieth der deutsche Anwaltstag u. A. über die Anträge der Rechtsanwälte Dr. Staub und Dr. Simon zur Revision des Handelsgesetzbuches. Die von dem Referenten Dr. Staub aufgestellten Thesen wurden theils als Anträge angenommen, theils als beachtenSwerthe Anregungen für daS neue Handelsgesetzbuch bezeichnet. Zum Schluß wurde nach längerem Bortrage und nach längerer Debatte ein Antrag angenommen, worin erklärt wird, daß die Erweiterung der amtsgerichtlichen Lompetenz in Civilprozeßfachen weder im Interesse der Rechtspflege, noch de» rechtsuchenden Publikums liegt. " Berlin, 12. September. Der „Köln. Bolksztg." gegenüber stellt der „Reichsanzeiger" fest, daß ein Flotten- vermehrungSPlan von dem Contreadmtral Tirpitz weder an Allerhöchster, noch bei der verantwortlichen Stelle, welche einen solchen Plan allein den gesetzgebenden Körperschaften zugehen lassen könnte, zur Vorlage gebracht worden ist. Der Contreadmiral Tirpitz ist zu einer derartigen Vorlage nie berufen gewesen und hat fich auch nie in einer Stellung Lefunden, in welcher ihm ein Auftrag zur Ausarbeitung einer Mariveoorlage hätte zugehen können. Die Hereinziehung seines Namens in die Zeitungspolemik dürfte ebensowenig seinen persönlichen Interessen dienen, wie es der Gepflogen- hett militärischer Traditionen in unserem Lande entspricht, einen Offizier in unverantwortlicher Stellung in Gegensatz zu den leitenden Stellen zu bringen. Weiter erklärt der „Reichsanzeiger", daß es nicht in der Abficht der Marinevorlage liege, von dem bisherigen Gebrauch, durch den Etat Dasjenige zu fordern, was die Marine zur Erfüllung ihrer Aufgaben gebraucht, abzugehen, die durch die unübersehbare wettere Entwickelung der Dinge in kürzester Frist werthloS werden könnte. Drn Verstcherungen des Staat«secretarS des Reichsmarineamts im Reichstage und der Rudgetcommission, daß exorbitante Forderungen nicht werden gestellt werden, dieselben fich vielmehr in denjenigen Grenzen halten sollen, die entsprechend der wachsenden Bedeutung der Flotte für die Aufrechterhaltung deS Ansehens deS Reiches und zum Schutz desselben und seiner Jntereffen im Krieg und Frieden gezogen werden müssen, sollte von dem deutschen Volke und der patriotisch gefinnten Presie ein höherer Werth beigemesieu i Diese blieben drei Stunden im Wrack und wurden dann werden als den grundlosen Andeutungen über u,erlöse Pläne, ----- k™ «•«-•>• K6ln«,m von denen fich die maßgebenden Stellen fern wissen. Berlin, 12. September. Wie aus Brüssel gemeldet wird, enthält das Handschreiben König Leopolds, welches Kronprinz Albert dem Kaiser in BreSlau überreichte, eine lange Rechtfertigung des CongostaateS gegenüber den Angriffen der officiösen deutschen Presse. Indem der König auf die traditionelle Freundschaft Belgiens und Deutschlands htnwieS, betonte er die Schwierigkeiten, mit denen der Congostaat seit seiner Gründung kämpfe. Er versichert zum Schluß, der Congostaat werde seiner ctvilisatorischen Mission ötl »buo ,£xr»r6Ä. die Reform man, daß die Elfte Versa, für das tz Löbau i. dem hiesigen Vertrauensseligkeit gefolgt und der alte Vollhard dachte schon an eine Mcksendung der K sten und Koffer mit ihrem werthvollen Inhalt. War doch Gießen am 11. Juni ganz unvermuthet von kaiserlichen Truppen besetzt worden, welche auch auf den umliegenden Ortschaften untergebracht waren. Was konnten da die Franzosen noch wollen? Freilich zogen schon nach wenigen Tagen die Kaiserlichen wieder ab, um sich mit dem Heere deS Erzherzogs Karl zu vereinigen. Dann folgte am 15. Juni die Schlacht bei Wetzlar, in welcher die Franzosen bis über den Rhein zurückgedrängt wurden. In Gießen blieben nur zwei Compagnieen Kaiserlicher, bis sie Anfang Juli durch einen schwachen Zuzug anderer kaiserlicher Truppen verstärkt wurden, die auf der Flucht von der Sieg her über Krofdorf kamen, daselbst eine Nacht blieben (5./6. Jnli). Die Reiterei blieb als Vorposten bis zum 7. Juli daselbst. Da kamen die Franzosen über Rodheim und die Kaiserlichen zogen sich auf Gießen zurück. Dadurch stiegen aber die Sorgen und Befürchtungen wieder aufs Höchste. Schon am 7. Juli hatten die Fran- zosen die Höhen der Hardt besetzt, die Lahnbrücke war verrammelt, eine Commission aus den angesehensten Beamten der Stadt wurde gebildet, um für alle Fälle gerüstet zu sein, und um 2 Uhr früh am Morgen des 8. Juli verließ die kaiserliche Besatzung heimlich die Stadt und Festung Gießen. Schon nach wenigen Stunden waren die Franzosen am Neustädter Thor, die Deputation von Regierungsund Universilätsbcamten öffnete die Zugbrücke und das Thor erst als General Mortier selbst mit der Vorhut ankam. Sein Versprechen, Personen und Eigcnthum sollten sich voll- kommcner Sicherheit getrösten, har er nach Kräften wahr gemacht. Gießen wurde nicht geplündert, aber eS war doch gut, daß die Werlhpapiere der Hochschule fern in Alsfeld untergebracht und in Sicherheit waren. Diese hörte freilich jetzt ebenfalls auf. Die Dörfer des offenen Landes, Krofdorf z. B-, wurden von den Franzosen in unerhörter Weise heimgesucht. In den Aufzeichnungen des Bauers Abel daselbst heißt e» darüber, daß die Franzosen „bte Leute gleich plünderten, mißhandelten, in die Häuser gingen und mit Gewalt und Drohungen Geld von ihnen erpreßten und dabei bis in die Nacht forlplünderten, auch viel WeibSleut geschändet und den Morgen gleich wieder anfingen zu plündern an Montirung, Eßwaaren, Geld und Schuhe mit Gewalt wegnahmen, Hühner und Gäus, alles fortschleppten. Alles dies ging noch bei etlichen Leuten leidlich, bis gegen 4 Uhr kamen etliche tausend Mann von der Hardt, welchen Gleiberg und Krofdorf zu plündern preiSgegebcn worden. Die kamen wie eine rechte Räuberbande in voller Elt gezogen und überschwemmten alle Häuser von unten bis oben und nahmen alles was noch zu finden war. Als sie nue mit allerlei Effecten beladen, nahm noch jeder eine Ladung Stroh und zogen dann wieder in ihr Lager auf der Hardt. Den Morgen als den 9. Juli waren die auf der Hardt all, fort, den Kaisellichen nach über Gießen und verfolgten die Kaiserlichen bis an die Donau. In Gießen und Wetzlar blieb französische Besatzung mit Commandant und Eommissär, welche starke Eontributione» ausschrieben". Es ist wünschenSwerth, daß derartige alte Geschichte» auch jetzt nach dem Krieg 1870 nicht vergessen werden, da» namentlich unsere Jugend weiß, wie eS ihren Großeltern i» der Franzosenzeit ergangen ist. lFortirtzung folgt.) außer baarem (Selbe bie Giltbücher unb Pachtregister zu verwahren, unb bie Angst vor den Franzosen war daher bei ihm besonders groß. „Es sieht gar bös aus, Gott schicke unS den Frieden, weiter ist keine Hoffnung", schreibt er an Oßwald in einem eiligen Briefchen, in dem er um weitere Anordnungen bat. Er beeilte sich deßhalb auch, gleich am 8. Juni die große Kiste mit Akten und den Koffer mit Geld nach AlSfeld weiter befördern zu lassen, wo ihn der Univer- sitäts-Oekonom Vollhard erwartete. Wieder dienten dabei die zwei Jäger als Bedeckung, als weitere Hülse folgte der Fruchtmesser Weller von Grünberg. In Ermenrod wurde übernachtet. Doch hatte man schon Kunde, daß die Furcht übertrieben sei und man nichts mehr zu fürchten habe. „Die Friedberger Damen, die bis Alsfeld und weiter gereist waren, wurden zurückberufen und Großh. Rektor Roth nebst Großh. Justizrath Schnack fuhren am Freitag Mittag hier ab. Die Frau Rektor nebst Kind und zwei Brüdern, auch zwei Jungfern Rupprecht sind noch bei mir und trocknen noch an ihren Effecten in allen Stuben, denn das Waffer tropfte von ihnen aus allen Ecken und Enden. Sie erwarten heute ihre Zurückberufung, aber das Wetter ist sehr ungünstig und die Nachrichten wollen wieder zweideutig werden; sonst werde ich sie wieder mit meiner Emigrantenchaise mit den langen Heu- leiteni nachhauS fahren lassen müffcn. Dero Demoisell Tochter nebst Gesellschaft werden vermuthlich noch in Londorf sein. — ---Dergleichen Reisen sind ganz verzweifelte Geldsachen. und waS ist nicht an Kleidern und Effecten verdorben worden. ES soll mich freuen, auch bald von Ihnen etwas vom Oelblatt des Friedens, oder doch wenigstens von unserer Sicherheit zu lesen, um auch beiläufig zu wiffen, wann die Sachen wieder zurückgehn müssen". Der hochgradigen Aufregung war also rasch eine gewiffe geständig. Madrid. 13. September. Nach einer amtlichen Depesche aus Manila sind 13 Hauptführer der in der Provinz Cavite entdeckten Verschwörung erschossen worden. — Amt ltche Depeschen aus Cuba berichten von mehreren Zusammenstößen, die gestern mit den Aufständischen statt- sanden. Letztere sollen in diesen Gefechten 46 Todte und zahlreiche Verwundete gehabt haben. Athen, 13. September. Nachdem der Ferman, betr. in auf Kreta, verkündet worden ist, hofft Ruhe auf der Insel wieder einkehren werde. verlautet, an Stelle des zurücktretenden Grafen Trautmanu». dorf zum Präsidenten deS H-rrenhauseS ernannt werden. Linz. 13. September. Als Folge des diesjährigen hohen WafferftandeS der Donau tritt tu den au der Dona» gelegenen Theilen deS OitcSUrfahr der TyphuS in heftiger Weife auf. , Pest. 13 September. Der sehr vermögende Apotheker Roth in Dees, der erst vor zwei Tagen Hochzeit hatte, erschoß sich wegen eines unheilbaren Leidens in Gegenwart seiner Frau. r a Pttig, 13. September. Bei den großen Mavovern tn der Gegend von ArraS wurde gestern der Capitäu eine» englischen Füsilier-Regiments Namens Fltcher unter de« verdacht der Spionage verhaftet, jedoch nach Feststellung seine« Nationales eutlaffen und deS Landes verwiesen. Parts, 13. September. Der gestrige Mtnisterrath setzte endlich daS Festprogramm anläßlich der Anwesenheit de» ZareopaareS fest. Der Aufenthalt in Paris wird drei Tage dauern. Sodann soll eine Besichtigung des Lager» von Chalons stattfindeu und von dort die Abreise nach. Darmstatt erfolgen. Dijon. 13. September. In Ruffeh wurden vier Personen von dem Metzger Racotte ermordet, welcher in den Besitz eines ErbtheilS gelangen wollte. Der Mörder, welcher verhaftet ist, leugnet entschieden, die verbrechen begangen zu haben. London, 13. September. Lord Rofebery bezweifelt in einem Schreiben an vr. RogerS, daß sich zur Zeit würde viel gegen bie Greuel in Konstantinopel thun lasten. Die Verantwortlichkeit treffe die übrigen Großmächte mrh^ als England. Lord Rosebery verspricht sich viel von der hochherzigen Gesinnung deS Zaren, der sehr große Macht habe, Gutes zu stiften. London, 13. September. Trotz osficieller Dementt» bestätigt sich daö Gerücht, daß Lord Salisbury ernste Maßregeln gegen die Türkei zu ergreifen entschlossen ist. vorerst stehenFlotteudemovftrationen bevor. Berit», 14. September. Wie das „Kl. Journ." mir- theilt, hat Frau Anna Friedmann daS hiesige Ball- Local Club Royal übernommen. Fritz Friedmann befindet sich in Parts tn der elendesten Lage; da feine Einkünfte au» seiner Broschüre mit Beschlag belegt sind, hat er täglich nur eine Mark zu verzehren. Berit», 14. September. DaS „Kl. Journal meldet aus Brüffel: Zehn belgische Offiziere wurden auf Anordnung deS Königs wegen verübter Greuelthaten im Congo- gebiet verhaftet. vrauusberg (Ostpreußen), 14. September. Durch eia Großfeuer wurden hier sieben Speicher, sowie zwei Wohngebäude und drei Ställe eingeäschert. Könitz, 14. September. In dem hiesigen Gymnasium herrscht eine contagiöse Augenkrankheit, wovon bereits über hundert Schüler befallen worden sind. Paris, 14. September. Gestern fand daS Begräbnis der durch den Cyclon umgekommenen Persone» statt. In mehreren Kirchen wurden Leichenfeiern abgehalten. Zwei aus Belgien gebürtigte Opfer wurden nach «rüffel tranSportirt, von wo aus die Leichen den Angehörigen z gestellt wurden. m . Paris, 14. September. Der französische Botschafter !a Konstantinopel meldete dem „TempS" zufolge, daß er von dem armenischen RevolutionS - Comitö neue Meldungen über schwere Vorkommnisse erhalten habe. Bordeaux, 14. September. Der Justizmtnifter hielt gestern hier anläßlich der Enthüllung des Earnot- Denkmals eine Rede, worin er die Verdienste Caruots hervorhob, der hauptsächlich die Wege zu einem franco-ros- sischen Bündntß eingeleitet habe. Während des demnächftigr» Aufenthalts deS Zaren in Paris werden alle Augen auf das Pantheon gerichtet sein, wo daS dankbare Vaterland die Ueberreste CarnotS beigesetzt habe. Die royalistische Jugend pfiff während deS FestocteS. Aus einem Fenster wurden Bildniffe deS Herzogs von Orleans in die Mafien geworfen. Widerlage schreitet fort- die Gesammtlage ist noch immer nickt geklärt. ,, „ . No«, 12. September. Der „Eseretto Jtaliano bespricht die Lage in Eryerea und bestätigt dabei, daß General Ba ldissera die Idee eines Offeustv-Krtege» von der Hand weise. Für die Eventualität eines Defensiv-KliegeS erkläre Daldtffera die Verwendung von zwei ArmeecorpS in der Effectivstärke von 70,000 Mann sür unabweisbar. Aber, fährt der „Esercito" fort, in Anbetracht, daß dies daS bestehende System der Mobilmachung für den Fall europäischer | Verwickelungen umfloßen und Italien zu einem Appendix von Erytrra bis zum FrtedenSschluß machen würde, sei bte Regierung damit beschäftigt, bie Opportunität zu erwägen, die Grenzen der (Kolonie in bescheidenerem Maßstab zu ziehen, in der Absicht, jede Ursache zu einem Conflict und in Folge defien zu weiteren Ausgaben auSzuschlteßen. Der „Esercito sagt zum Schluß, die thatsächlichen Nachrichten über die Friedensverhandlungen seien erfreulich und berechtigten zu der Annahme, daß Italien- Ehre und Würde gewahrt blieben. — DaS römische Damen-Comilö zur Unterstützung der Ge- fangenen in Abeffynien erhielt heute die telegraphische Be- nachrichtigung auS Djibuti, daß 3 Gefangene, welche von den 50 vom NeguS Freigelassenen zurückgeblieben waren, n guter Gesundheit eingetroffen seien. Der Abbee Oudtn unterstützte sie in Harrar. Sie haben sich bereits nach Italien eingeschifft. Paris, 12. September. Der „Figaro^ weiß letzt zu melden, der Präsident Faur e werde dem Drucke der öffent- lichen Meinung nachgeben und vor dem Zaarenpaare in schwarzem Anzuge erscheinen. London, 12. September. Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, verlafien zahlreiche Christen die Stadt. Die türkischen Mackthaber werden durch das laue Auftreten einiger Botschafter ermuthigt, neue Unthaten vorzubereiten. Der „Daily Chrontcle" tritt für den sofortigen Abbruch der diplomatischen Beziehungen zur Türkei ein. London, 12. September. Hier werden wieder allerhand alarmirende Gerüchte über Konstantinopel verbreitet. New-York, 12. September. Nach einer Meldung aus Wilmington (Delaware) ist der Capitän des Dampfers „Laurada" heute unter der Anschuldigung, am 5. August eine militärische Expedition gegen Spanten orgauifirt zu haben, verhaftet worden. wurden heute tn ihrer Heimathgemeinde bestattet- die Leiche des Dr. Günther wurde von der aus Köln herbeigeeilten Mutter in Empfang genommen und wird nach Köln übergeführt. In der ganzen Bevölkerung herrscht riefe Trauer über das Unglück. Wien, 13. September. Im Arkadenhofe des RathhauieS begann heute der Bauerntag, der von etwa 10000 Per- fönen besucht ist. Statthalter Graf von KielmanoSegg be- grüßte denselben im Namen der R-gterung, sprach da- Be- dauern des AckerbaumimsterS Grafen von Ledebur aus, an dem Erscheinen verhindert zu fein und versicherte, die Regie- rung sei stets bestrebt, die berechtigten Inten firn des von ihr voll gewürdigten Bauernstandes nachhaltig zu fördern. (Stürmischer Beifall, Hochrufe.) ES wurde eine Anzahl Resolutionen angenommen, darunter eine solche, betretend daS verbot deS GettetdeterminhandelS sowie eine Resolution, nach welcher der Ausgleich nur unter namhafter Erhöhung der ungarischen Quote und unter Garantie einer ehrlichen Handhabung deS Zoll- und HandelsbündnisteS Seiten» Ungarns abzuschließen und eine österreichische Staatsbank zu gründen sei. ES wurde ein BegrüßungStelegramm des Acker- bauministerS verlesen, in welchem dieser versichert, daß er den Kundgebungen deS hartbedrängten und schwer geprüften Bauernstandes stets Rechnung tragen werde. DaS Telegramm wurde mit einem Dankestelegramm beantwortet und unter Hochrufen auf den Kaiser beschloffen, daS Präsidium als Deputation an den Kaiser zu entsenden. Wien, 13. September. DaS „Fremdenblatt" tritt den in auswärtigen Blättern verzeichneten Gerüchten entgegen, daß die Mächte sich ernstlich mit der Frage der Absetzung des Sultans beschäftigen. DaS Blatt glaubt nicht, daß ! in der englischen Regierung nahestehenden Kreisen so abenteuer- ltche Gedanken erwogen werden und sagt, die Unterschiebung solcher Absichten bei den festländischen Cabineten werde bei Niemandem Glauben finden. Paris, 13. September. Der Anarchist Clare ns en, bekannt unter dem Namen Rabardy, welcher im Jahre 1894 zu Paris die Explosionen auf dem Faubourg Saint Martin und in der Rue Saint Jacques herbeigeführt hat, ist tn Montpellier festgenommen worden. Der verhaftete ist »elffl teUgriphifche» Lorrefpondem-VurriR. Wildparkstation, 13. September. Seine Majestät der Kaiser tst um 8 Uhr vormittags hier wieder eingetroffen. Zum Empfange war Ihre Majestät die Kaiserin erschienen. Die Majestäten begrüßten sich herzlichst unb fuhren in offenem zweispännigen Wagen nach bem Neuen Palais. Hamburg, 13. September. Wie der „Hamburgische Correzpondent" aus Görlitz melbet, hat Seine Majestät der Kaiser den Generalobersten derCavallerie, Graf Walder- fee, zum Chef des SchleSwigschen Feld-ArtillerieRegiments Nr. 9 ernannt. München, 13. September. Wie die „Münchener Neuesten Nachrichten" melden, hat der Großherzog von Baden dem Prinzregenten seinen Dank für die Verleihung deS 8. Infanterie-Regiments übermittelt unb seinen persönlichen Dankbesuch in Münschen in Aussicht gestellt. Zermatt, 13. September. Die Leichen des Dr. Günther und der beiden Führer, die mit ihm auf dem Lyskamm verunglückten, wurden gestern Abend durch dreißig Zer« matter Führer, die von zehn italienischen Führern unterstützt worden waren, nach Zermatt gebracht. Die tu der Nacht vorgenommene ärztliche und gerichtliche Untersuchung ergab, daß der Tod der verunglückten sofort eingetreten sein muß. Der Absturz erfolgte von der fast senkrechten Firnwand auf mindestens 400 bis 500 Meter. Man nimmt an, daß der erste Führer zuerst durch die Schneedecke stürzte und daß die Anderen nach starken Anstrengungen, ihn zu halten, jählings mit hinabgerissen wurden. Die beiden Führer gri-l" iaf bie °nM Tarvtücha t ü^ei 8tntt W°A' Tarmr 1898 i° H- i,c iac|lti dr» stn° - Hii btt Crgi Jem brratmt ^°>°rdrl flj eine gtß«° jlTttuDttfamii o mibkilttblnbtli. Dit> Delk-littM naM *jg vir DM ßitbl △ « d fruchtbaren Wi ^'bbathal zum bieSj ias haben die für n "nauschien Tage tu Öettitl ber j, «tatrtffenb repiember eine Mt zusammen, n>, oon sachgtll l-Ia^ bi. ans ca 11 ' besetzten Tisc '■imaabttten Turn! Ä tlnt ; «'tan »alb« 9r,*uni btn (Earti :BI bilbete. 7" feint Pfl ,r,t bn »eutrgeif Wetters ' ^'Utliche Prol M la ri \ fob ”» für I - *•* *«W Stafc**** •n »tld hfr ? Vb °U den S., 13. September. Der Kaiser ist auf Bahnhofe gestern einer großen Gefahr entgangen. Der kaiserliche Souberzug staub bereits zur Ab- fahrt bereit und wartete nur die Durchfahrt des um diese Zeit fälligen Dresdener Schnellzuge- ab, welcher auf dem Nebengeleise einfahren sollte. Die erste Maschine des kaiser- lichen Zuges war aber über eine Weiche etwas hiuauS- gefahren, die der Schnellzug zu pasfiren hatte. Der Kaffer hatte sich bertltß vom König Albert verabschiedet und seinen hinter btt zweiten Maschine befindlichen Salonwagen bestiegen. Um 11 Uhr 55 Minuten fuhr ber Schnellzug ein. Der Zugführer desselben gab zwar, als er bie Gefahr bemerkte, sofort Gegendampf, allein eß gelang ihm nicht, ben Zug rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Der Zug fuhr in bte zweite Maschine beß Kafferzugeß hinein. — lieber den Unfall beß Kafferzugeß wird weiter gemeldet: Das auf dem Bahnsteig angeiammelte zahlreiche Publikum brach in Angstrufe auS, als es die Gefahr bemerkte. Man winkte mit Tüchern und rief: „Anhalten". Wie», 13. September. Der frühere Ministerprafibent Fürst Windischgrätz soll, wie in parlamentarischen Kreisen Marseile. 14. September. Bisher find dreihundert Tbüre eine Bombe mit halbverbrannter Dieselbe war gefüllt mit Sprengpulver M,«S 14. sand vor seiner Zündschnur vor. und Nägeln. flüchtige Armenier hier angekommen. Dieselben durch- streifen bettelnd die Stobt. 17 wurden wegen der Theil- nehme an dem Angriff auf die Ottomanbank eingekerkert. September. Der Pfarrer von St. Baast ,ft*- .Nltlt »an, »'ttoieftn. P“'» wirt bllt di« Jaotu 11 ®6nl|i Hart. I 1 tourten ttu '•’hWUerfct • Dn Mörder, e bi. bezweifelt ‘B sich zur ßtit °pel ihuu lafs,v. Srotzmöchte mehr viel vou du hr ßtofet Macht llrr Dementis bi- isbury ernste rsretfen tnlr iftratlontn bever. totale* rsnd prwhtjkUcf» Gieße«, den 14. September. •• Kirchliche Dieastoachrichteu. Ernannt wurden: Pfarr- vtcar Schreiber zu Langd, Decanat Nidda, zum Pfarrverwalter daselbst,- Pfarrverwalter Weigel zu Nieder Ram« stadt zum Pfarrverwalter tu Schwarz, Decanat Alsfeld. •• Turnerisches. An den Ausschuß der deutschen Turner« schäft ist auf die Eingabe des Borfitzenden au den Senat der Stobt Hamburg wegen Abhaltung bes nächsten brutschen Turnfestes in Hamburg bie nachfolgende Antwort ein gegangen: Hamburg, den 28. August 1896. Auf bie an ben hohen Senat gerichtete Eingabe ber deutschen Turnerlchaft vom 24. b. M. ist b*e unterzeichnete (Lrnzlet Eurer Wohlgeboren mttzuthetlen beauftragt, baß bie deutschen Turner zur Abhaltung befl 9. Turnfestes im Sommer 1898 in Hamburg willkommen sein werben. Die Eanzlei deS Senats ber freien unb Hanfastadt Hamburg. Dr. Bötzow. ♦* Mit der Organisation des Handwerks, wie solch; nach dem bekannt geworbenen Gesetzentwurf geplant ist, beschäftigte fitz eine gestern in Frankfurt a. M. stattgehabte Dele- girtenversammlung hefftscher Handwerker unb Gewerbetreibenden. Die Verhandlungen, an denen auch Gießener Delegtrte Thetl nahmen, trugen einen vertraulichen Character, so daß wir von Wiedergabe derselben vorerst abfehen müffeu. $1- Jouru." mit« M Ny Ball- dtbrnann btfivlet kine Eivküvftt au» hat er täglich nur Journal" mtltü den auf Anoldmz aten im Colizi- mber. Durch th sowie zwei M' /X Mainz, 13. September. Zn dem Eigenthum bei hessischen Lubwig Sbahn gehören, außer dem Verwal mngSgebäude unb bem Bahnhof hier, noch eine Reihe werthvoller Häuser und abkömmliche Verwaltungsräume, bie gegenwärtig zum Theil an Private vermikthet finb. ES ist nun beichloffen worben, diese sämmtlichen Gebäude, mit Ausnahme non einem Haus, welches wieder zu Verwaltungszwccken be* initzt werden wird, zu veräußern, weßhalb Seitens der Lpecialdirection der Bahn alle Wohnräume in den be« triffenden Häusern auf den 1. April kommenden JahreS gekündigt worden find. 2\ AuS Nheinheffen, 13. September. Wegen der durch da» fortgesetzte feuchte Wetter hervorgerufenen starken Fä u l n i ß ilt^tn GhmmM it, ttobou bereit» das Scgräboii m Personea ifüm abyW0- xbtn vLch W‘ n ÄogOrigtu p« der Trauben wird allgemein der Herbst sehr beschleunigt uwd wird morgen schon in Ingelheim, H:ideSheim unb Gau alzeshetm mit der Lese deS FrÜhburgunbers begonnen. In Falge ber ungünstigen Witterung ber letzten Wochen ist bie Qualität sehr hinter den Erwatungen zurückgeblieben, weß- halb auch die Preise außerordentlich gedrückt finb. So wurden beispielsweise in ben letzten Tagen in Gaualgesheim Ver« (äufc vollzogen, bei welchen für ben Ceotner rothe Trauben nur Mk. 10 bezahlt wurden. D'ch W fischt Botschaft» in folgt, lafc et mi ut Mtlduugtu fihi abt. stizmiuisttl^ g dtS 6arnot' Ltrditustt Sainf1 u einem ,d dtS dtmächst'k alle «ugtu auf I» bare Batnlm 1 rohaliM^" t» S-'"" bltM” «"•* wfhKf r W-il- Bel bafdbft HB11 unb „ Ä* Äff# s bieä 9ettid)C taustri leib* » °°°" !° * .ine e«W oly l,ber: tzer Hal" L°ge^ Hardts Teschs"! «*•£**& Elfte Versammlung des Forstvereins für das Grotzherzogthum Hessen. Ls. Schotten, 13. September 1896. Eine glückliche Wahl ist eS gewesen, als am 6. September 1893 in ber zehnten Versammlung befl Forstvereinfl ju Offenbach a. M. bafl am Fuße beß Oberwalbes gelegene, Den fruchtbaren Wiesen unb Obstgärten umrahmte liebliche Mddathal zum diesjährigen Versammlungsort gewählt wurde, das haben die für manchen jungen Fachgenoffen viel zu schnell venrauschten Tage von Schotten vollauf bestätigt. Bereits der zwischen 3 und 4 Uhr Nachmittags in Schotten eintreffenbe Zug führte am Donnerstag ben 10 September eine stattliche Anzahl Männer ber grünen Korbe zusammen, welche fich bis zur geselligen Vereinigung in ber von fachgemäßen Häubett künstlerisch geschmückten Turnhalle bis auf ca. 80 Theilnehmer gesteigert batte, wie die bichtbesetzten Tische in ber fast zu einem Fichtenwa'be imgewanbelten Turnhalle extennen ließen. Programmgemäß um 7 Uhr Morgens bewegte fich am lüchsten Tage eine lange Reihe leichter Jagbwagen bem htertffanten Walbgebiete zu, besten Befichttgung unb Be spirechunz ben Carbinalpunkt unserer biefljährigen Bersamm- ii i.i ng bildete. Mit gar düsterem Angeficht schaute ber Ober- ; rnalb auf seine Pfleger unb bereu zahlreichen Gäste herab, ji hatte ber Wettergeist beS Vogelsbergs doch nichts Geringeres tot, als bie Wetterfestigkeit seiner grünen Gäste einmal auf itne orbentliche Probe zu stellen. An ber Hand e'nrs sehr sorgfältig auflgearbeiteten KührerS war eS ben The^lnehmem ermöglicht, ohne münb- liche Erläuterung im Borüberfahren über bie in den berührten Keviertheilen vorgenommenen wirthschaftlichen Maßnahmen sich zu orientiren, sodaß fich bei bem aufmerksamen Beobachter i dec Gesammteinbruck bilden konnte, trotzbem bie meisten sach- bvtertffanten BestanbeSbilber, je höher fich die Excnrfion iewezte, in immer bichtere Nedelgebilbe fich verhüllten. LmgefichtS ber, für eine forstliche Excnrfion von solcher be* beatenben Ausdehnung, benkbar ungünstigsten Witterung-« verhältniffe lernt man einen guten ExcurfionSführer um so KTHer schätzen - wenn es uns jeboch gestattet ist, an biefer S telle einem Wunsche ÄuSbruck zu verleihen, so wäre cS ber, bluß bem Führer in Zukunft auch eine entsprechende Karte be igefügt wird, welche den Werth beß in Frage kommenden Sxc ri fionflführerS zweifellos noch ganz erheblich erhöht hätte. DaS von ber Excnrfion berührte Walbgebiet, zu den G roßherzoglichen Oberförstereien Schotten, Felbkrücken unb K'kebenhain gehörend, liegt auf ber südlichen Abdachung de- vx-gelSbergeS, an den Oberförstereien E'chelsdorf und Nidda erkennen ließen. Continental Pneumatik“, bester Badreiten. 7885 WitteruugSbericht vom 13. September. Der Einfluß niederen Druckes bezw. die Unregelmäßigkeit in ber Lustdrnck-Lerthetlnng bleibt bestehen, lieber bem Nordwester» beS ErbtheilS hat fich bas dort befinbvche Minimum in unveränberter Tiefe erhalten. Eine zweite flache Depresston bedeckt Sübost-Europa, von wo sie fich noch ziemlich wett in westlicher Richtung ausbehnt. BOTOttAMtlie» SiiUttMl) Fortdauernd unbeständiges Wetter. (755 Meter), Getselstetn (721 Meter) unb Neffelberg (713 Meter) nur noch unbeträchtlich emporsteigen. Die anbere Hälfte liegt auf ber westlichen Abbachung bes Gebirges, die hauptsächlich durch bie vorn Oberwald ausgehenden, langgestreckten Bergrücken ihre characteristische Gestalt erhält. DaS Grunbgestein bildet in dem ExcursionSgebiete, wie im VogelSberge überhaupt ber Basalt, besten VerwitternngS- probucte einen milben, mineralisch kräftigen, oft stark eisenhaltigen Lehmboden bilden und in Verbindung mit bem feuchten Gebirgsklima einen ungemein förbernben Einfluß auf ben HolzwuchS anSzuüben befähigt ist unb nur auf einzelnen Kuppen unb steilen Hängen, in welchen baS Grunbgestein in kugeliger ober plattenförmiger Abfonberung zu Tage tritt, zeigt ber Holzwuchs ber FlachgrÜnbigkeit be« Bodens halber ein weniger freudiges Gedeihen wie auch die m jDersammlungSlocal ausgelegten Stammscheiben deutlich Heizung ist vorgesehen. Die Beleuchtung geschieht durch GaS. Der Lauf der Wagen, deren innere Einrichtung von gediegener Pracht zeugt, ist ein äußerst ruhiger. Etwa 10 Schlosser und sonstige Handwerker find unter Leitung eines Werkstätten* Vorstandes bem Zuge betgegeben. Außer bem jeweiligen Reise- commiffar ber einschlägigen Bahnverwaltung, bereit Strecke ber Hofzug bnrchfährt, fahren auf ber Maschine noch ber Maschinen' unb Strecken-Jngenieur. Ferner ist noch ein Reisemarschall, ber alle Wünsche ber hohen Reisenben ver* wittelt, im Zuge. Für Abkühlung ber Wagen bei großer Hitze wirb in baS hoppelte Dach berfelben kaltes Master gepumpt, baS in Röhren wieber abfließt. • Man muß fich zu helfe» Wiste». Auf originelle Art wußte ein amerikanischer Corvettencapitän, ber in Monte- Carlo 25,000 Francs verspielt hatte, sich biefelben wieber zu verschaffen. Erst ließ er auf seinem im Hofen von Monaco liegenben Kriegsschiffe bie Kanonen blank putzen, bann schickte er einen Parlamentär in baS Cafino: wenn er biß 3 Uhr Nachmittagfl sein Gelb nicht zurückbekäme, werbe er bafl Casino zusammenschießen lasten . . Um 3 Uhr hatte er fein Gelb unb schleunigst lichtete er die Anker. • Bureaukratisches. Dafl Chicagoer Marinehoflpital brauchte eine neue Grasmähmaschine. Wie bafl Gesetz ober bie Trabitton vorschreibt, sortierte ber betreffenbe Beamte burch öffentliche Anzeige zu Angeboten auf. Die Anzeige kostete 33 Dollar, bie Maschine selbst würbe von bem Minbestforbernben für 71/, Dollar gekauft. Die Zeitung erhielt nach Jahr unb Tag, uachbem alle Formalitäten erle- bigt waren, bie Anzeige bezahlt unb ber Mafchinenverkäufer soll auch noch vor seinem Enbe sein Gelb erhalten haben. So berichten Chicagoer Blätter. Die bestanbeSbilbende Holzart ist vorherrschenb bie Buche, welcher in ben tieferen, milben Lagen bie Elche unb Esche, in ben höheren ber Ahorn theilfl einzeln, theilfl forst- weife beigemifcht ist. Daß ein Walbgebiet mit so bebeutenben Höhenunterschieben, welches Früh- und Spätfrösten, Schnee- Duft* unb Eisanhang in fo hohem Maße ausgesetzt ist, zu ! benen in ben höheren Lagen, in welchem bie Laubholzbestänbe mit einer mächtigen Laub« unb RohhumuSbecke überlagert finb, noch Forstunkräuter in anßerorbentlicher Menge treten, ganz außerordentliche Ansprüche an bie wirthschaftliche Thätigküt ber Revierverwalter stellen, ist unschwer zu erkennen. „Ziehe Dir Mischbestand, Schütze bie Bodenkraft, Habe stet« Schirm zur Hand, Treibe den jungen Schaft, Fülle die Lücken bald, Halte Dir vollen Wald." Die besichtigten BorbereitungS- und Berjüngungsschläge zeigten durchweg, daß die Localforst-Verwaltung diesen neueren forstlichen Grundsätzen zu huldigen und die gemachten Elfahrungen in verstandnißvollster Weise zu verwerthen bestrebt ist. Als gegen drei Uhr das gastlich winkende Schutzhaus des Vogelsberger Höhenclubs erreicht war, kehrte der durch das kurz zuvor empfangene heftige Douche- und Sitzbad etwas herab gestimmte Humor der ja an WitterungSunbllben gewöhnten grünen Farben sehr bald zurück, umsomehr, als der Hoherobskops-Capellmeifter Oberförster W. es vortrefflich verstaub, mit felnim eigenfi conftruirten Instrument, genannt ber „Brummbaß" ben gesellschaftlichen Theil zu beleben, fo daß sehr bald ber ja bet Forstverfammlungen übliche Humor se ne Rechte geltenb machte. Apotheker Scriba-Schotten begrüßte bie Versammlung im Namen beS Vogelsberger Höhen* clufl, tnbem er inSbesonbere barauf hinwiefl, wie bie Entstehung beS ClubhauseS in erster Linie dem Entgegenkommen ber Forstverwaltuvg zu danken sei. Der Abend vereinigte eine große Anzahl Theilnehmer zum gemeinschaftlichen Effen im Gasthof zur Post, bei welchem ber Präfibent deS Vereins, Ministerialrath Muhl-Darmstadt die Tischreden mit einem enthusiastisch aufgenommenen Hoch auf den hohen Pretector deS Vereins, Se. Kgl. Hoheit den Großherzog Ernst Ludwig eröffnete. Der Vormittag des zweiten BersammlungStageS war neben ber Erledigung von Vereinsangelegenheiten hauptsächlich ber Besprechung beß auf bie vorangegangene Excarfion bezüglichen Thema«: „Welche Holzarten, alS bemuachst be« staubSbildeud, find i» den höhere» Lage» bes Vogelsberges zu begünstigen a. bei der Verjüngung vorhandener Buchen« und Fichteubestände, b. bei der Aufforstung kahler Höhen (Oedlaud, Viehweiden), und welche Verjüngung-« und bezw. Cultur« Methoden empfehlen fich für beide Verfahren, welches ber Revierverwalter ber Oberföisterei Felbkrücken, Oberförster Dieffenbach Schotten, burch einen mit sichtlicher Aufmerksamkeit verfolgten lichtvollen Vortrag einleitete. Daran schloß sich eine Nachmittags-Excnrfion in bie Waldungen ber Ober- förderet EichelSborf unter Führung beS RevterverwalterS, Oberförster Trautwein, unb Rückfahrt über Oder-Schmitten, Unter-Schmitten unb Kohben nach Nibda, womit bie Versammlung ihren Abschluß fanb. Jebenfalls schieben bie Theilnehmer ber elften Versammlung beS ForstvereinS für bas Großherzogthum Heffen mit bem Bewußtsein, ein inte* reffanteS Walbgebiet unter sachkunbiger Führung gesehen zu haben. Temperatur der Lahn und Luft nach Reamnur gemeffm am 14.Septbr., Mittag« zwischen 11 und 12 Uhr: Wafier 12'/,. Luft 13°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Am Morgen, nach dem Aufstehen, leiden die Meisten häufig an Verschleimung und schlechtem Geschmack im Munde. Durch ben Gebrauch von AayS ächte« eobttttt Mineral Pastille« (3—4 Pastillen im Munde sich auflösen lassen) werden diese liebel erfolgreich beseitigt. Der Schleim wirb sehr rasch gelöst unb ber üble Geschmack im Munbe, bie Trockenheit und Reizbarkeit bet Rachenschleimhäute werben sofort verschwinben. Er- hälUich zum Preise von 85 Pfg. per Schachtel in allen Apotheken, Droguerien und Mineral-Wafferhandlungen. 8170 Literatur und Knnfi — Die mit Epa««vng erwartete Preiserzähl««g des Lahre» Hinkenden Bote« ist in bem eben ausgegebenen Jahrgang 1897 dieses weitverbreiteten Kalender« erschienen. Unter mehr als 300 Erzählungen wurde „Der GamSfchnitzer" von Irma v. Troll-BorofiyLni als beste Volkserzählung mit tausend Mark preisgekrönt. Näheres über die Preiserzählung mit ihren unübertrefflich schönen Naturschilberungen unb ihrem echt volksthümlichen Inhalt mitzutheilen, wollen wir an biefer Stelle unterlassen; man lese unb urtheile selbst. Der Kalenber enthält auch einmal wieder eine feiner fo sehr beliebten populär-wissenschaftlichen Standreden und zwar diesmal „über die Nährstoffe". Der weitere Inhalt setzt fich zusammen aus gediegenen Erzählungen, worunter eine treffliche kurze Schwarzwaldgeschichte von Hermine Villinger: „Ein Freudenfeuer", sowie dem mit bekannter volksthümlicher Schlagkraft geschriebenen Eapitel „Weltbegebenheiten". Die erweiterte Ausgabe, sowie der Große Volkskalender, der vornehmeren litterarischen An« sprüchen genügt, bringen eine ganze Anzahl besserer ernster und humoristischer Erzählungen. Wir zweifeln nicht, daß alte und neue Leser des Hinkenden auch an dem vorliegenden Jahrgang ihre Freude haben werden. Derfetyr, £an& tuet voUswirthschaft» •tfinbttt, 12. September. Frachtpreise. Weizen X 14,24 Korn X 13,84, Gerste X 11,74, Hafer X 10,74, Erbsen X 00,00, Linsen X 00,00, Wicken X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 0,00, Samen X 18,84. VeVMLßchtss ♦ Berlin, 14. September. In einem Gasthofe im Harz hat ein Liebefl-Der h ältniß, baS in Köln a. Rh. an« geknüpft unb in Berlin fortgesetzt worden war, mit dem Selbstmorde ber Liebenben ein Ende gefunben. Der Hanb- lungSgehilfe Gustav Kammerhof hat bie 26jährtge Luise Puetz mit ihrem Etnverstänbniß unb bann sich selbst erschossen. * Der gejammte Wagenpark bei kaiserliche» SonderzngeS besteht aus vierzehn Waggons, welche bei größeren Reisen vollstänbtg besetzt finb. Zwei ber stärksten Maschinen, manchmal auch noch eine brüte (Schubmaschiue) bienen zur Brsörberung beß Zugefl, ber etwa 12000 Centn» wiegt unb über 300 Meter lang ist. Sinb bie vierzehn kaiserlichen, blau unb hellgelb gestrichenen Wagen zu einem Zuge ver* MvchttcheAnzeigen der evnng.Gellneinde. I« der Iohanneflkirche. Am nächsten Sonntag findet Beichte unb heil. Abendmahl für die Lucasgemeinde im Hauptgottesbienste statt. Anmeldung, vorher erbeten. An demselben Sonntag: Wiederbeginn der Kinderktrche für die Lucasgemeinde. Vorbereitung ber Helferinnen hierzu zur seither üblichen Zeit. Pfarrer Dingelbey flirt*4*1*044-4 Hüttenarbeiter, Schlosser, Eifenarbeiter rc. beschmutzen bei der Arbeü ihre Kleider — das thruerste Material des Arbeitsmannes — am meisten, und muß deshalb jede sparsame Frau ein Waschmittel laufen, das die Wäsche schont, und doch gut reinigt. Wenn fie »Laim*« Wasch-Extraet* v. R. P. 82424 kauft, hatten die Arbeitskleider doppelt so lange: dies kann fie durch einen Versuch bald herauSfinden. 13» aufwärts anschließend, zum Theil an dem sogen. Vorgebirge, I, einigt, so besteht derselbe aus zwei Gepäck- unb Dienstwagen, zum Theil erstreckt eß sich biß in bie höheren Lagen bleseS I einem kleinen Speisewagen für zwölf Personen, einem große» GebirgflstockS unb finbet hier feine Fortsetzung in bem Küchenwagen mit großem Herb unb vollstänblger Einrichtung, „Oberwalb" ber Oberförstereien Felbkrücken unb Grebenhain. Wafferleitung, Wärmevorrichtungen, Anrichtetischen, Keller, Der am tiefsten gelegene Distrikt ber Oberförsterei Schotten Eiskasten u. f. w., aus einem kleinen Küchenwagen mit voll- (E'chelsächier Auerberg) erhebt fich 200 Meter, ber höchste I staubiger Einrichtung unb kleinerem Herd, aufl einem Schlaf« (Bilstein) 667 Meter über Meereflhöhe. wagen für b’n Kaiser, einem Schlafwagen für bie Kaiserin, Die Oberförsterei Felbkrücken, von 350 bis 760 Meter einem Salon- unb Arbeitswagen für ben Kaiser, einem onfteigenb, liegt zur Hälfte auf bem von bem sogen. Ober- Salonwagen für bie Kaiserin, ferner zwei Salonwagen für wald eingenommenen Hochplateau, in welchem ber Vogelsberg ben großen Generalstab, die Minister, Adjutanten, Hofchargen culnvnkt über da« bie höchsten Erhebungen desselben: Tauf- I unb enbiich aufl zwei Schlafwagen für bafl Gefolge. Die stein (772 Meter), Hoherobflkovf (767 Meter), Sieben Ahorn Heizung erfolgt im Winter mit Warmwaffer- auch Dampf- An die Arbeiterschaft Gießens! Bekanntmachung. er* bi» Andreas, Alwin, Buchdrucker. 2li 7877 gesucht. Neustadt 8. Amt Mieth-Gesuche. 81.— 6 102.05 do. v. 1885 . . MAGGI5 100.05 90.65 100.50 91.- 71.20 86.95 5 t < 3 100.20 100.20 100.30 100.— 103.50 Diehl, Johs., Schneider, n■ i Dillmauu, Jakob, MMer. ÄttUdbUtfCtlC Krüger, Gustav, Eisendreher. EV _ - —— > Kreiling,Ludw.,Schreiner,Wieseck. Alter 16—18 Jahre, suchen Aug. Moutauus Nachf., 8142 Markt 10. quvun. . - . >m II—VIII xenoä - Aire6 v. 1888 . . . Cdd, Karl, Fabrikarbeiter. Ttrobel, Hermann, Bäcker. Tchäser, Joh., Lackirer, Steinberg. Rudolph, JohS., Cigarrenmacher, Wieseck. Reuschliug, Wilhelm, Cigarren- machen, Klein Linden. v SM, 12. Sept Mpiluog- Chef Im srtaes «bschirdtgtsnä (jtnttabeituttnanl z J^^^^ngeboteJ 8185) Einen Lchveidergeselle« sucht Reinhard Greb, Lchloßgasie 1b. 3’ 4 37 103.95 102.60 101.80 73.45 117.05 104.70 95.85 93.85 92.90 do.S.-Braunf. do. Solms-Lich bo.Jsnb.-Bich. Grfl. S.-Laub. ÜftiL'lriitii. »«utsch«. tzeff. Ludw. v. 1868/69 . . do.v.1874 . . bo.n.1875/78 do Homburger I. . Pfülzer Rorbb. «utzlLndt,»«. Elisab.-B. stft. staschau-Oberb. v.1891 . . . Lombardische . Lombardische . Och. Staat-b. do....... boI.-VIII.em. bo. H. em. . 100.30 1100.50 4 I Ankauf alter Bücher und Büdecwerke. Aneibote gxnzer Bibliotheken, eewte einzelner BÖther erbittet die J. Ricker’sohe Buchhandlung Giessen. auf dauernde Beschäftigung gesucht. 8053 6. Bender, Neustadt 22. 8091] Tüchtiges, brave« Hansbürschchen sofort gesucht. Reustadt 24. bo Fkf.Hyp-Bk.M bo....... bo. Hyp.Creb. b,1905un!627 6 29 ... Lbw.Creb.-Bk. Hemburg.Hyv. bo.unl. b.1900 bo Mern.tzyp.alte bo. neue bo do unk. 1907 Lokles-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mit- theiiung, daß meine innigftgeUebte Gattin, unsere Tochter, Schwester, Schwiegertochter und Schwägerin Antonie Bellos, geb. Koch, heute Morgen 4 Uhr sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bittet Im Namen der trauernden Hinterbliebenen : Louis Bellos. Gießen, den 14. September 1896. 8187 Die Beerdigung findet Mittwoch den 16. September, Nachmittag« 5 Uhr, vom Trauerhause, Frankfurterstraße 13, au« statt. Drei Jahre sind verflossen, feit da« hiesige Gewerbegericht seme Tätigkeit begonnen. Wir stehen mm vor der Neuwahl demselben, welche noch daturch eine höhere Bedeutung gewinnt, weck d« zu wählendm Bu* sitzer auch gleichzeitig Commiffiontzmitglieder für den städtischen Arbeit«, nachweis oorzuschlagen haben. Indem wir der. Ueberzmgung sind, daß ete, gleich uns die segen-reiche Wirkung de- Gewerbegericht- erkannt Haden, fordern wir Euch alle auf, an der Wahlurne zu erscheinen und den von der Gießener Arbeiterschaft nominirten Candidaten Ihre Stimme zu geben. Dieselben werden jederzeit unparteiisch, ohne Ansehn der Person Recht sprechen und die Sache der Arbeiter in jeder Weise würdig vertreten. Die Candidaten sind: 0171 Bd bi- ««* xer Borfiaab bc ln»..«■ ■** । DfDng Don 9"** I 3. rnvistaltto zu tirrzu nnttr btr vrbti ,3 20000 W zu1 Hrf» uub stiuötsttNi titrfaoft brr Sooft in icretnbtn siab. ou8 Iirv^kizozlhum zrsta! Äirtzen, den Grotzhtrz Herr Dreschmaschiuknbrßher PH. Krnliog von hrnchkihtim hat meine Frucht gedroschen mit seiner neu beschafften Maschine au- der Maschinenfabrik Badcnia in Weinheim. Auf Wunsch bescheinige ich demselben hiermit, daß der Ausdrusch tadellos war, sogar bei nassem Getreide. Auch hat sich da« Putzen der «Frucht so vorzüglich vollzogen, daß ich e« nicht besser wünschen konnte und empfehle ich deshalb genannte Maschine aufs Beste. 8173 Gießen, 15. September 1896. Georg Simon, OrfOHlHL 2. td . tat# ***** >,,u£wn Bekanntmachung. Die erledigte Stelle eines Kreisstraßenwarts mit dem Sitz in Lumda ober einem der nächstgelegenen Orte soll demnächst wieder besetzt werden. Bewerber haben ihre Meldungen unter Angabe von Alter, Wohnort und seitheriger Beschäftigung, sowie unter Beifügung etwaiger Zeugnisse über Arbeitsleistungen ähnlicher Art schriftlich bei dem Bezirksbauaufseher Maringer in Grünberg, der über die Dienstobliegenheiten weitere Auskunft ertheilt, bis längstens 27. September l.J. einzureichen. Gießen, am 12. September 1896. Der Kreisausschuß des Kreises Gießen. v. Gagern. 8165 I Zu dem am 29. d. Mts. im Ballsaal „Zum Gambriuus" dahier stattsindenden 8 7< 1 «ours« vom *• I 5./9. | 12./9. 1^1 8188) El« oder zwei gut mSblirtt Zimmer mit Frühstück und aufmerk, samer Bedienung, in guter Lage, von einem Herrn -u miethen gesucht. Angebote unter C. C. an die Exped. dieses Blatte«.__ ladet ergebend ein Anfang Abend« 8 Uhr. Das < «ta C'l1”1'1 t tIlDaltUr Httrschn7^ir , Hrfn, Da$ kiB, Prag-Duxl891 Raab-Oed.v.91 Rudolfb. Gold Jtal. gar.E.B. Livorneser. . . Sicil. v. 1891 ToScanische. . Rufs. Sübwest RjLsan = Ural«! Anatolische B. Portug. v. 89 . bo. v. 1886 . . Salon.-Mon. . Iftiblrritft. D. Grnbschulb- ban! V-VI bo. I-ll Samslag den 26. September, Nachmittag« 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen OrtSgericht die den Erben der Marie Ramspeek in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 1 Nr. 257 — 19 qm Hofraum (Mist- stätte) in der Löwengasse, Flur 1 Nr. 76 — 75 qm Hofraithe daselbst freiwillig meistbietend versteigert werden. Gießen, den 14. September 1896. Großh. OrtSgericht Gießen. I. A.: Bogt. 816« ^^Zu^erkaufeii 81791 Eine electr- Schelle sowie eine noch neue Kahne bill. zu oer k. Eonueustr^SS. 81841 zwei ital. «iesen SSnse, zur Zucht, zu verkaufen. Näheres .PvtvermühleE. \ | SteileivGesuche. ■ 8033] Für einen in Zwangserziehung stehenden 15'/,jährigen Jungen wird eine Kehrstelle gesucht. Nähere Auskunft ertheilt daS «rmetv amt. Zimmer Nr. 3 der Bürgermeisterei. Zur diesjährigen Ausführung der Ebel-Stiftung werden u. A. forderlich und sollen auf dem Submissionswege bezogen werden: ca. 25 fertige Anzüge für Knaben, 60—80 Meter Stoff zu Winterkleidern für Mädchen, ca. 150 Meter Baumwollflanell bezw. Halbleinen zu Hemden. Leistungsfähige G-fchäfi- wollen ihre Angebote nebst Mustern spätesten« Tamstaa den 26. d. Mts., Nachmittags 5 Uhr, bet unserem Armenamte einreichen, woselbst auch die näheren Bedingungen^ Stoffmuster rc. einzusehen sind. Gießen, den 12. September 1896. Die armen Deputation der Stadt Gießen. I. V.: Georgi. Die Wahl findet am 19. September, von Mittag« 12 Uhr bi» Abends 6 Uhr auf dem Bürgermeistereigebäude statt. -— Stimmzettel sind jpUIWPIirfCyw Lor bem Wahllokal zu haben. Das Gewerkschasts-Cartell. 8182] Ein schöne« Mansardenlogis zu vermiethen. Moritz Semmlrr, Wallt borstrahe 15. 81V1] Äl- freundl. Logis an ruhige Leute zu vermiethen- Hammstraße i. 8176] Gut möbltrtes Zimmer zu ver- mietben Bahnhosstraße^Il- ""8167] Möbl. Zimmer billig zu x>tx> miethen. 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Tagesordnung: Rcichstagswahl. 81501 Suche zum baldigen Eintritt ° Landtaaswabl ein tüchtiges Mädchen. t M Näheres in der Exped. diese« Blatte«. ™ i frcr Wichtiqkeit der Tagesordnung ersucht um voll- 81561 Erscheinen ' Ter Vorstand. --------------1 Bahnhofstrasse 27, III., 8168] 2—3 Zimmer-Wohnung mit| . Q AMn 8183 allem Zubehör und Wasserleitung an > bei Kaufmann Lony. Uishs«* ruhige kleine Familie per 1. oder 15. Oct. Born, Geruytsvollsityer. zu vermiethen. Brandplatz 10. ' __ _ L________-— --- DNOlSn°I.ffI-,chch.n «ontoA »erben ,u 45 4 uni diejenigen 4 Mk. 1.10 ,u 7V A mit M°g°i4 Suppenwür.e nochg.Mt Coursbericht von Oonrasl Bankgesä ^^^mptehlu^n^^ Schellfische per Pfund 18 Pfg Dienstag. Mittwoch, Donnerstag und Freitaa frische Zufuhr 8175 im „Kebstock“. Im Krauteinschneiden hält sich bestens empfohlen 8180 Aaeob «chmidt, Tiefenweg 18. 103.45 4 4 102.60 3'/, 101.50 4*/, 73.85 4 117.25 4 104.80 3*;, 95.90 4 93.70 4 92.45 31/, 70.50 4 87.15 3 4 81.20 3 3 Coart« vom! 5./9. । 12./9. «xmdt Dom! | 5./9. | 12./9. | 5 ___ 3*. öonni . . . 102.3t 102.3t 3 Redaktion: U. kcheyda. — Druck