Mittwoch den 15 April 1896 Nr. 88 Zweites Blatt >95/96. Aints- und Anzeigeblatt für den Äreis Gieren. Hratisöeitage: Hießener Aamitienötattcr 'orstani Ich 17. 17 pCt., (Professoren) j ^/»pEt. usw. i-Anzelg«, rei befindet. 2811 n n n Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» jolgenden Lag erscheinenden Nummer bi- Sonn. 10 Uhr. ff n u n 12«/, 10 S'/- 77- 4 ff ff Alle Rnnoncen-Bureaux de- In» und Lu-lande- nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. den // // tt Gewerbetreibenden Landwirthen Kaufleutm Volksschullehrern Juristen ev. Geistltcheu Aerzten studirten Lehrern (70 pCt. kath., 29 pCt. ev., 1 pCt. iSrael.), (67 pCt. kath., 33pCt. ev.) Die Sießener M.mtltenvrälter »erbe» dem Anzeiger W-ch«ntlich dreimal IcigdcgL auf. sowie Sieftk! i weit nnlti (ßiiüidiihlidjt Biittr ilt ins hefte Mil hilliafte! Jn deßehr» dmlh alle ©asanftniten n. MWaltutf. AckengchllHH Kiihde, Krrlm 8., Ritterftr. 12. Der chiehener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de- MontagS. Hierdurch beehre ich mich, meiner geschätzten Kundschaft sowie einem geehrten hiesigen wie auswärtigen Publikum ergebenst mitzutheilen, dass sich mein Geschäft wegen Errichtung eines Neubaues bis auf Weiteres Weitaus am lehrreichsten und fesselndsten aber ist, waS das starre Meer der Zahlen dem Verfasser verkündet hinsichtlich der Frage: AuS welchen Kreisen ergänzen sich die einzelnen Berufsarten? und es bleibt nur zu bedauern, daß die Erörterung derselben wiederum auf Preußen sich beschränken mußte. Da die Procentsätze, die der Bersaffer hier leider beizufügen fast ganz unterließ, das Bild wesentlich anschaulicher gestalten, setzen wir sie bet der folgenden Ueberficht durchgängig hinzu. In der evangelischen Theologie bleiben 50pCt. Söhne dem väterlichen Berufe treu. Außerdem wenden sich ihr zu Söhne von nicht studirten Lehrern 183/,pCt., Kaufleuten 12pCt., Landwirthen 107, PCt., Subalternbeamten 7 pCt., Postbeamten 41/, p(5t., Rentiers fast 3pCt., studirten Lehrern 23/5p6t., Juristen l*/,pCt., Architecten 1 pCt.- ihnen schließen sich noch an Aerzte, Apotheker, Militärs, Ritter- gutsbefitzer, Forstbeamte und Künstler. Die katholischen Theologen find größrentheils Söhne von Landwirthen 327, pCt., weiter von Gewerbetreibenden 247t, Kaufleuten 124/„ nicht studirten Lehrern fast 11, Subalternbeamten über 6, Arbeitern 2%, Rentier- 1%, Architecten 17,pCt., eS folgen noch ftudirte Lehrer, Ritter- gutsbefitzer, Aerzte, Juristen, Förster, Apotheker, Künstler. Von Juristen, unter denen ebenfalls fast SOpCt. im Berufe des Vaters verbleiben, entstammen den Kaufleuten und Industriellen 26pCt., den Juristen 15'/,, Landwirthen 9»/;, Ritter baife 1 lur dar Gt ^schule M 50 der 6 hng dem s Gewerbetreibenden fast 6, Remters 53/<( Subalternbeamten 5Vv RittergutSbefitzern 5VS, studirten Lehrern 57s, Pastoren 33/„ nicht studirten Lehrern 38/„ Aerzten 31/,, Militär- 2S/S, Postbeamten 2 Vs# Architecten l3/,pCt., denen fich noch Forstbeamte und Apotheker, Künstler, Ingenieure und Schriftsteller anreihen. Unter den Medicineru folgen dem väterlichen Berufe 452/ß pCt.; außerdem stellen die Kaufleute 30 pEt., Landwirthe U2/5 pCt., Aerzre 9 pCt., Gewerbetreibende 83/6 pCt., VolkSschullehrer 6*/s pCt., Subalternbeamte 61/2 pCt., evangelische Geistliche 6Vs M., Rentiers 43/s pCt., Juristen 43/5 pCt., stud. Lehrer 4 pCt., Postbeamte 3*/2 pCt., Architecten l4/, pCt., ferner find vertreten Apotheker, Militärs, Schriftsteller, Künstler und Ingenieure, Forst- beamte. Die Philologen stammen meist, fast 24 pCt., aus KaufmanuSkreisen, weiter find es Söhne von nicht stud. Lehrern 177s PCt., Landwirthen 97, pCt., stud. Lehrern 9 pEt., Subalternbeamten 8% pCt., Gewerbetreibenden 74/6 pCt., Postbeamten 67, pCt., Juristen 57, pCt., Pastoren uno Rentiers 33/5 pCt., Aerzten l4/6 pCt. Der auffällig geringe Procentsatz (nur 5 pCt., mit Hinzufügung der übrigen akademischen Lehrfächer 10 pCt.) derjenigen Philologen, welche den Beruf des Vaters wählen, wirft ein grelles Schlaglicht auf dieses Fach. Zum Dienste im Heere und in der Marine entsenden Söhne die Landwirthe (RittergutSbefitzer) 167, pEt., Juristen 157, pCt., Militärs 15 pCt., Kaufleute 141/, PCt, Pastoren 63/4 pCt., Rentiers 53/5 pCt., stud. Lehrer 52/e pCt., Subalternbeamte fast 5 pCt., Aerzte 47, pTr. Postbeamte 23/, PTt., Architecten fast 2 pCt., Forftbeamte l8/6 pCt., es folgen noch Gewerbetreibende und Ingenieure, Künstler, Schriftsteller. 37 pCt. bleiben dem väterlichen Berufe treu. Für das Baufach und die übrigen technischen Fächer entscheiden fich Söhne von Kaufleuten (Industriellen, Ingenieuren) 293/5 pCt., Architecten fast 10 pCt., Gewerbetreibenden 93/4 pCt., Landwirthen 87s pEt., Subalternbeamten 67s, nicht stud. Lehrer 5% pCt., Pastoren und Juristen 57s pCt., stud. Lehrer 5Vs PCt., Rentiers 34/, pCt., Postbeamten fast 3 pTt., Künstlern 17s Rittergutsbesitzern 1 pCt., ferner Militärs. Auch im Postfach widmen sich über 35 pCt. dem Be rufe des Vaters- und die Postbeamten stehen mit 30 pCt. au der Spitze- ihnen zunächst kommen Gewerbetreibende mit 153/, pCt., Kaufleute H4/,pCt., Volksschullehrer Landwirthe 11 pCt., Subalternbeamte fast 11 pCt., Rentiers 28/, pCt., stud. Lehrer l*/$ pCt., Pastoren und Architecten 1 pCt., denen fich noch mit geringerem Autheile Juristen und Apotheker anschließeu. Alle diese Zahlen, dünkt unß, reden eine deutliche Sprache und geben zu manchen socialen Betrachtungen Anlaß. Fruchtbarer noch und ergiebiger dürfte unseres Erachtens eine anderweitige Beleuchtung und Gruppirung des überreichen Materials sein, die der Verfaffer hier nur zum Theil auS- geführt hat, die aber ohne den gesammten Apparat der dem Verfaffer zu Gebote stehenden statistischen Tabellen nicht vorgenommen werden kann, nämlich die Untersuchung der Frage, welchen Gebieten fich die Söhne innerhalb einer jeden einzelnen Berussgattung (der Aerzte, Juristen u. s. w.) mit Vorliebe zuwendeu. Sie würde unzweifelhaft manche culturhistorisch iutereffante Einzelheit zu Tage fördern. Wer find und was werden unsere deutschen Gymnafialabiturienteu? (Schluß.) Wa- nun die ReligtonSverhältuisse der Gym- nc.sialabiturienten betrifft, so war Mangels jeglicher genauen Aufzeichnungen für einen Theil der deutschen Länder ein abschließende- Ergebniß noch weniger möglich und auch eine Ucberficht über daS ganze Reich nicht zu gewinnen. In B a d e n, dessen Bevölkerung auS 622/,pCt. Katholiken, -SpTt. Evangelischen und l3/, pCt. Israeliten sich zusammen- setzt, find von den Abiturienten 557, p6t. Katholiken, 407s P^t. Evangelische und 47rpCt. JSraelneu. Ueber 42pCt. der Katholiken studtreu hier Theologie. Im Reichs!ande mit 764/,pCt. Katholiken, 21pCt. k»augelischeu und 2pCt. Israeliten begegnen wir unter den Abiturienten 43 pCt. Katholiken, 514/, PCt. Evangelischen und bpCt. Israeliten. Rechnet man noch die katholischen Abiturienten des bischöflichen Gymnafium- zu Monttgnh bei Metz, die hierbei, imil ziffernmäßige Belege fehlen, außer Betracht geblieben flnib, hinzu, so treten hier die Katholiken an die Spitze. In Preußen endlich stehen einer evangelischen Be- Mkerung von 642/, pCt., ev. Abiturienten mit 66 pCt., einer katholischen Bevölkerung von 342/, pCt., kath. Abiturienten itifc 26 PCt., einer mosaischen Bevölkerung von 17i P^t., mosaische Abiturienten mit 8pCt., gegenüber. ES studtreu aber mehr Israeliten und Katholiken, lehrend fich ein großer Theil der Evangelischen den nicht ftk«demischen Fächern (Militär, Steuerfach usw.) zuwendet. Lharacteristisch hierbei ist also, daß überall (die ReichS- lavde etwa ausgenommen) die Evangelischen und Israeliten riien höheren Procentsatz von Abiturienten aufweisen, als iht-er Bevölkerungszahl zukommt, daß dagegen die Katholiken hinter dieser zurückbleiben. Innerhalb der einzelnen Berufsarten erreichen in Preußen btt Protestanten ihren Procentsatz nicht in Theologie, Viiedtctn, Naturwissenschaft, überschreiten ihn dagegen in peiigender Reihenfolge in Chemie, Bau- und Katastersach, Geschichte, Rechtswissenschaft, neueren Sprachen, Mathematik, Hi oft, Philologie, Landwirthschaft, Kaufmannstaud, Postfach, Vnreaudtenst, Bank-, Forstfach, Bergfach, Steuerfach, Marine qqK> am höchsten im Heeresdienste. Die Katholiken überschreiten ihren Procentsatz in Ideologie, in allen anderen Fächern bleiben sie zurück, waS fich leicht daraus erklärt, daß der Dienst der katholischen Kirche viele fähige Elemente für sich in Anspruch nimmt. Bon den Israeliten wenden sich zu: der Kunst 10 pC., der Naturwissenschaft 25pCt., der Chemie 18pCt., der Medictu 177rp2t., dem Kaufmannstand 137» pCt., den neueren Sprachen und der Geschichte je 13pCt., dem Bau- utilb Jngenieurfach 12pCt., der Rechtswissenschaft 102/,pCt., brm Bankfach 77,pCt., der Mathematik 6pCt., der Philologie 57,pCt., bleiben dagegen in der Theologie hinter ihrer Procentzahl zurück und find in den übrigen Fächern nur mit «rschwindenden Zahlen vertreten. Culturgeschichtlich noch werthvoller ist der Bescheid, den btr Verfasser (in größerem Umfang und mit leidlicher Voll- släitdigkeit, allerdings leider wieder nur für Preußen und das Zie ichSland) auf die wichtige Frage ertheilen kann, aus welchen BrrufSarten und Bevölkerungsschichten unsere Abiturienten hervorgehen. In Preußen find die Väter der Abiturienten zu 222/, p(£t. Kaufleute (Industrielle), Vierteljähriger ASo»»n»t»L«,retB» 2 Mark 20 Pfg. mtf vringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. fUboction, ($rpcbittox unb Druckerei: Ach«rSrahtZlr.7. Fernsprecher 51. 8 9 «k löVjpöt. Landwirthe, 92/5p®t. Gewerbetreibende. Nicht ftudirte Lehrer 77,pCt., Juristen 77,pCt.» Pastoren 67-pCt., Subalternbeamte 67rpCt., Postbeamte 47z pCt., Rentiers 4pCt., ftudirte Lehrer (Professoren) kaum 4pCt., Aerzte 3