« 1896, 6 m ttat, ta9 btt SalifiJ WffliSe« 4?* ‘räge. * Ak.* * «< m. 11 Der fU|atet Anzeiger erscheint täglich, »it Ausnahme bei Montags. DK Gießener DlOwitlenStätter »erben dem Anzeiger M-chttttlich dreimal beigelqjt Zweites Blatt. Dienstag den 14. Januar Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. 1896 vierteljähriger Avonncmentspretsr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. < Durch du Post bezog«» 2 Mark 50 Pfg. Rcbodiee, ErpedittoN und Druckerei: Schntstraße Ar.A. Fernsprecher 51. j Amts- unb Anzeigeblatt für den Urei- Gießen. ' ■■ — »■■■■■- , ■ . ■■ Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Vtobe im wai, m ö^ottetbienj ----491 Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» fetynbtn Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. ■'■■■! .. ■ ...... ----- Hratiskeikage: Hießencr Aamikienökätter. ML 'den schlichen Ver ttUftfaHen. H ilttttg NFranaJ IS 8 W, sls Tßietz). Avrtüchev Lhell. Gießen, am 9. Januar 1896. vstr.: Anträge auf Bewilligung von Invalidenrenten. DaS Großherzoglicht Kreisamt Gießen M die Grstzh. BfttgetmeWtrtc* des Sreises. Unter Bezugnahme auf nachstehend abgedruckte Be- ßnnmnngen des Jnoaliditäts- und AlterSverficherungSgefetzes bringen wir das Verzeichniß der von der Invalidität-- und Alters Versicherungsanstalt bestellten Vertrauensmänner zu 16. Gieße« lcha °n M 3lZ 298‘/i ctt® N"5*" !affen>Controleur. Vorstand. SSI 1021t 2ßi 88.9® I. Bezirk Giehe«. 1. Armenpfleger-Bezirk. 86.25 16T10 129-30 124.- it 143.80 155.45 111.50 131.8° 40.35 131- 121-3° 131.9° 81.50 33.35 -- Lmmda ((Br.« und Kl.-Lumda), Merlau, Nteder-Ohmen, v-ior-Ohmen, Queckbom, Reinhard-Hain, Ruppertenrod, 144.4t 155.1» 128." 138.3t 40.2« 136.5t 128.9! 131-1 93.9t 32.8t 25.9t lOö.'t 45-- 25.»5 101.2° 58.1° 28.- 13.2 23.65 25.5° 24- 28,2t 13.6*, 1018 B.StuaLb.lOOb 101Ä M« W. itti. öl. Zhrer Kenntniß: Personen, welche den Anspruch auf Bewilligung einer Invaliden- oder Altersrente erheben, haben diesen Anspruch bei der für ihren Wohnort zuständigen unteren VerwaltungS- behSrde (Bürgermeisterei) anzumelden. Der Anmeldung sind die Quittungskarte sowie die sonstigen zur Begründung des Anspruchs dienenden Beweisstücke beizufügen. Handelt es 5« um Bewilligung einer Invalidenrente, so hat die untere Verwaltungsbehörde (Bürgermeisterei) die für den Wohnort db.A Ibw.lAt irdbahn- .Lttltral Lordost Itelmeer iri(2l5-) 1896. llbmaü aflt •eia'®- 1.100' LH. 1°° vM • Siinden- Th-100 , xo- io grajlO® n»*, Gießen (Vertreter der Versicherten). II. Bezirk Hungen 9»eller-heim, Graß, Inheiden, Langd, Obbornhofen, RabertS- haufe«, Ringelhausen, Rodheim a. d. Horloff, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen. vreaSranenSm-nuerr Christian Jockel, Dachdecker in Hungen (Vertreter der Arbeitgeber); Wilh. Gerhardt, Maurer in Hungen (Vertreter der Versicherten). Arsachmsnnerr Heinrich Ebersohn, Schlosser in Hungen (Vertreter der Arbeitgeber); Heinrich Sames, Maurer in Hungen (Vertreter der Versicherten). III- Bezirk Grünverg 23?j G-rünberg, Atzenhain, Beltershain, Flensungen, Flensungen 2, (tzof), Göbelnrod, Harbach, Ilsdorf, Kirschgarten, Lauter, d«4 Antragsteller- zuständigen Vertrauensmänner zu hören und dem Vorstande derjenigen im $ 48 Absatz 2 bezeichneten Krankenkasse u. s. w., welcher der Antragsteller angehört, Ge- logruheit zu geben, sich binnen einer angemeffenen Frist über dm Antrag zu äußern. Die untere Verwaltungsbehörde (Bürgermeisterei) hat den Antrag unter Anschluß der bei- aebrachten Urkunden und entstandenen Verhandlungen mit ihrer gutachtlichen Aeußerung dem Vorstande derjenigen Versicherungsanstalt zu übersenden, an welche ausweislich der ttnittmigskarte zuletzt Beiträge entrichtet worden waren. v. Sagern. t Direktor Ebristia» Bansa in (Vertreter der Arbeitgeber); JohS. Pahlke, Werkführer bei S. Bock in Gießen (Vertreter der Versicherten). 6rf<*wAttliet$ Friedrich Helfrlich, Ortsgerichtsmann in Gießen (Vertreter der Arbeitgeber); Moritz EnderS, Küfer in Gießen (Vertreter der Versicherten). 2. Armenpfleger ^Bezirk. ttt&nmrt Hermann Döring, Sparkasienrechner in Güßen (Vertreter der Arbeitgeber); Hermann Elle, Factor in der Brühl'fchm Druckerei in Gießen (Vertreter der Versicherten). S»s«MmLn«err Louis Fuhr, Spielwaarenbändler in Gießen (Vertreter der Arbeitgeber) ;WilhelmWerner, Werkführer bei Rohrle in Gießen (Vertreter der Versicherten). 3. Armenpfleger-Bezirk mit Schiffenberg. t Fromme, Professor in Güßen (Vertreter «,1» der Aroettgeber); Ludwig Friedrich, Monteur in der 8101 Gassabrik in Gießen (Vertreter der Versicherten). '„168# Snsachmünner r Karl Brück, Goldarbeiter in Gießen (Vertreter —J 4.11 der Arbeitgeber); Karl Nagel, Buchhalter bei Heyligm- —- staedt in Gießen (Vertreter der Versicherten). 4. Armenpfleger-Bezirk. Wilhelm Rudolph, Jnstrumentenhändler in Gießen (Vertreter der Arbeitgeber); Ludwig Müller S-«rst von Schmelzmeister in der Margarethenhütte bei Gießen (Ver- 111./1- treter der Versicherten). ... LouiS Lotz, Gerber in Gießen (Vertreter der 8° " Arbeitgeber); Heinr Haas, Werksührer in Gießen (Ber- 23J' treter der Versicherten). ;{r 5. Armenpfleger-Bezirk. 9561 Btttf t Emil Pistor, Kaufmann in Gießen (Ver- g*'qi treter der Arbeitgeber); Philipp Horn, Lacktrer (Ver- 8treter der Versicherten). Wilhelm Gail, Fabrikant in Gießen (Vertreter der Arbeitgeber); Adolf Gabi sch, Schreiner in Gießen (Vertreter der Versicherten). 6. Armenpfleger-Bezirk. t Karl Loos, Kaufmann in Gießen (Vertreter der Arbeitgeber); Wilhelm Junker, Werkfuhrer bei Georgi in Gießen (Vertreter der Versicherten). Edmund Wetter, Buchhalter in Gießen (Ver- treier der Arbeitgeber); Heinrich Sauer, Schreiner in 1G2JX Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirrberg, Stangenrod, Stockhausen, Wettsaasen, Weickartshain, Weitershain. r HeinrichSchmidt, Zeugweber in Grünberg (Vertreter der Arbeitgeber); Heinrich Linker, Buchhalter in Grünberg (Vertreter der Versicherten). Grsachmüarrerr Georg Keil, Müller in Grünberg (Dertteter der Arbeitgeber); Heinrich Wolf, Siadtdiener in Grünberg (Vertreter der Versicherten). IV. Bezirk Lich. Albach, Albach (Hof), Arnsburg, Bettenhausen, Birklar, Dorf- Gill, Eberstadt, Ettingshausen, Garbenteich, Grüningen, Hausen, Hof-Gill, Kolnhausen, Langsdorf, Mühlsachen (Hof), Münster, Muschenheim, Rieder-Bessingen, Ronnenroth, Ober-Besfingen, Ober-Hörgern, Röthges, Steinbach. »ertra«rer»-mü«nerr Wilh. Zimmer, Spenglermeister in Lich (Vertreter der Arbeitgeber); Hermann Diehlmann, Bürgermeistereigehütfe in Lich (Vertreter der Versicherten). Grs»tzmL««err Friedrich Eise, Ztmmermeister in Lich (Vertreter der Arbeitgeber); Junker, Hofgärtner in Lich (Vertreter der Versicherten). V. Bezirk Allendorf a. d. Lumda Treis a.d.Lda., Allettshausen, Appenborn, Bersrod, Climbach, Geilshausen, Keffelbach, Londorf, Odenhausen, Rüddingshausen. »eetrnnenümLnnerr Reinhold Welker, Apotheker in Allendorf a. d. Lda. (Vertreter der Arbeitgeber); Heinrich Wallenfels HL, Briefträger in Allendorf a. d. Lumda (Vertreter der Versicherten). Ersatzmänner: Johannes Kloos, Landwirth in Allendorf an der Lumda (Vertreter der Arbeitgeber); Konrad Damm I. Schäfer in Allendorf a. d. Lda. (Vertreter der Versicherten). M-j - K 8lfVI. Bezirk Lollar Staufenberg, Ruttershausen mit Kirchberg, Daubringen, Mainzlar, Friedelhausen, Heibertshausen. VertrauenOmünner rHeinrichSchadeck III., Landwirth in Lollar (Vertreter der Arbeitgeber); Johannes Schupp, Schlofier in Lollar (Vertreter der Versicherten). Grsatznttbnner r H e i n r t ch R o h r b a ch l v., Schreiner meister in Lollar (Vertreter der Arbeitgeber); Balthaser Schön, Hüttenarbeiter in Lollar (Vertreter der Versicherten). VII. Bezirk Grotzeu-Linden Lang-Göns, Leihgestern, Watzenborn, Steinberg, Allendorf an der Lahn, Klein-Linden, Holzheim. VeriranenSmünnerr Johannes Menges II., 'Landwirth in Großel.-Linden (Vertreter der Arbeitgeber); Ludwig Dietz Zimmermann in Großen-Linden (Vertreter der Versicherten). Grsatzmünnerr Phil. Schättler IV., Schreinermeister in Großen- Lmd-n (Vertreter der Arbeitgeber); Konrad Mehl, Maurer in G oßen-Linden (Vertreter der Versicherten). VIII. Bezirk Grotzeu-Buseck Alten - Buseck, Annerod, Rödgen, Trohe, Wieseck, Oppenrod, Reiskirchen, Lindenstruth, Burkhardsfelden, Hattenrod, Beuern, Winnerod. Bertranenlmünner r Johannes Demper, Zimmermeister in Grogen-Buseck (Vertreter der Arbeitgeber): Georg Konrad Schmidt, Werkführer in Großen-Buscck (Vertreter der Versicherten). Grsatzmünnerr Reinhard Wagner, Maurermeister in Großen- Buseck (Vertreter der Arbeitgeber); Stephan Büchsler, Gärtner in Großen-Buseck (Vertreter der Versicherten). IX. Bezirk Heuchelheim mit den benachbarten preußischen Orten. »ertranenSmünnerr Carl Lö ber, Zimmermeister in Heuchelheim (Vertreter der Arbeitgeber); Philipp Reuschling III. Taglöhner in Heuchelheim (Vertreter der Versicherten). Ersatzmännerr Jacob Gorr VII., Maurermeister in Heuchelheim (Vertreter der Arbeitgeber); Heinrich Henkelmann, Maurergeselle in Heuchelheim (Vertreter der Versicherten). Deutscher Reichstag. 13. Sitzung. Samstag, den 11. Januar 1896. Die Berathung des Börsenreform- und Ste,üergesetzeS wird fortgesetzt. Abg. Schönlank theilt ein ihm vom Professor Moritz Meyer zugegangenes Schreiben mit, wonach der Frankfurter „Aktionär" seine gegen Meyer erhobenen Verleumdungen zurückgenommen und der Verleger der „Voss. Ztg." Herrn Meyer, nicht entlaffen hat, weil er jenen Verleumdungen geglaubt, sondern nur deshalb, weil Meyer den dienstlichen Vorschriften zuwider gehandelt habe. Abg. Bachem (Ctr): Herr Liebermann von Sonnenberg hat fgestern auf Grund einer Brochüre dem Handelsredacteur der .Köln. Volksztg." unmoralische Beziehungen zu Börsenjobbern nachgesagt und vom Centrum verlangt, feine Presse in dieser Beziehung zu controlliren. Zunächst steht nun die genannte Zeitung, ganz unabhängig da, unabhängig auch vom Eentrum. Außerdem aber ist mir heute ein Telegramm des betreffenden Handelsredacteurs Braun zugegangen, in welchem ders.lbe die Begründung der gegm ihn erhobenen Verleumbungm auf das entfchiedenste in Abrede stellt. Ferner ein Telegramm des Verlags der Zeitung, worin ebenfalls versichert wird, daß das Verhalten des Herrn Braun niemals zu Bedenken Veranlasiung gegeben hat, daß dem Verlag die Beziehungen deS Herrn Braun zu der Börse genau bekannt sind, und daß eine Beeinflussung der Zeitung durch die Börse absolut ausgeschlosien ist. Abg. Liebermann o. Sonnenberg meint unter Heiterkeit des Hauses, er habe keineswegs Herrn Braun verdächtigt, sondern nur dem Centrum Gelegenheit geben wollen, sich zu äußern. Abg. Hahn (b. k. F.) will auf Einzelheiten der Vorlage nicht näher eingehen, denn das würde heißen: Eulen nach Athen oder Juden an die Berliner Börse tragen. Röthig sei jedenfalls eine b.ffere Zusammensetzung des Börsen-Ausschusses, ferner eine Reichs- Centralfte^e für Zulasiung von Emissionen. Den Emission-Häusern thle die nöthtge Intelligenz. Die verbündeten Regierungen haben eS den Emisstonshäusern auch an dem nöthigen Rath fehlen lassm; da sie doch beispielsweise die Verhältnisse Griechenlands, Portugals und Argentiniens kennen mußten. Auch könne die Regierung sehr wobl einen Druck auf diese Länder ausüben. Der Staatscommisiar müsse aut jeden Fall große Befugnisse zum Einschreiten gegen allen vorkommenden Unfug haben, auch eine DiSciplinaigewalt über dir Preffe zur Verhinderung unvertretbarer Notizen. Unter Assistenz von Beamten könne der Commissar auch als unparteiische AuSkunfts- stelle für Börsenpapiere sungiren. Von dem Terminhandel in Diotdendenpapieren müsse das Publikum ganz ausgeschlossen merben. Die Großbanken müssen ihren eigenen Beamten eine größere Fürsorge zuwenden, was besonders für die Darmstädter Bank gelte. Ueberhaupt sei für die Bankbeamten ein Beamtenrecht zu schaffen. Daß die russischen Papiere jetzt nicht mehr in dem Maße wie früher in Deutschland ctrculiren, sei durchaus wünschenswerth, denn je mehr diese Papiere in Frankreich, statt hier, verbreitet seien, desto sicherer seien wir vor einem russischen Kriege. Abg. Fürst Radziwill spricht sich Namens der Polen für die Vorlage aus. Hierauf wird die Börsen- und die Depotgesetzvorlage einer besonderen Commission überwiesen. Es folgte erste Berathung des Margarine-GesetzeS. Abg. Bachem (Ctr.): In weiten Kreisen meiner Freunde wird die Vorlage mit Freuden begrüßt. Ein großer Theil meiner Freunde bedauert aber, daß sie nicht noch weiter geht. In 8 9 ist ein guter, Ansatz zu einer Bestimmung zu finden, wonach Der Bundesrath überhaupt berechtigt sein sollte, minderwerthige Maare vom Vertrieb auSzuschließen. Wo Margarine zur Verwendung kommt, z. B. in Restaurationen, sollte der Wirth, wenn ein Butterbrod gefordert wird, entweder Butter geben oder gezwungen sein, falls er Margarine giebt, dies dem Empfänger mitzutheilen. Wenn Jemand sowohl Butter alS Margarine verkauft, müßte dies in getrennten Räumen geschehen bezw. die Aufbewahrung getrennt erfolgen. Die polizeiliche Controle solle nicht blos auf Margarine im Gegensatz zur Butter, sondern auch auf minder- ober hochwerthige Margarine ausgebehnt werden. Bei der ungeheuren Concurrenz der Margarine für die buttetprobncirenbe Bevölkerung wird auch die Frage der Besteuerung der Margarine kühl erwogen werden müssen. Es würde dadurch der Anreiz zu einer weiteren Ausdehnung der Margarine-Fabriken nachlasien und ebenso der Anreiz für den Kleinhändler zu einem unreellen Erwerbe. Die Margarine sollte um so höher besteuert werben, je mehr sie burch Färbung der Butter ähnlich gemacht ist. Abg. v. Podbielski (conf.) hält gleichfalls weitere Verschärfungen nöthig. Hauptsache wird freilich immer fein, daß bet Bundesrath von den ihm in SS 9 und 10 erteilten Ermächtigungen — betr. den Verkehr und den Handel mitzMargarine — den ausgiebigsten Gebrauch macht Bei der Margarine erhält das Volk für sein Geld nicht den vollen Gegenwerth. Vielfach ist das Margarine- effen gleichbedeutend mit dem früheren Talgeffen der Kosaken. (Lacherr links.) Davor, so werthlose Maare zu bekommen, müssen wir das Volk schützen. Durchaus durchführbar ist die Trennung der Verkaufsräume für Margarine und Butter. Ferner muß, wenn nicht für die Margarine, so doch für die Kunstspeisefette der Zusatz von Milch unbedingt oerbotm werden. Für den Vertrieb von Margarinekäse in Deutschland liegt überhaupt keine Nothwendigkeit vor. Den Molkereigenofienschaften sollte man daS Recht geben, von denen eine Buße zu beantragen, welche wegen betrügerischen Verkaufs von Margarine unter dem Namen Butter oerurtheilt sind. Leider ganz unberücksichtigt im Entwurf ist der Import. Abg. Krüger (nl.) spricht sich für die Grundzüge der Vorlage aus, namentlich werde man an dem Princip festhalten, daß andere als Geldstrafen nicht verhängt werden. Abg. Müller-Waldeck (Antis.) erklärt sich grundsätzlich für die Vorlage, hat aber Bedenken gegen die Definition des Margarine- Begr'ffs, dessen Einschränkung ihm geboten erscheint. Unter allen Umständen müsse oerbotm werden, einem Kunstproduct die Bezeichnung „Butter" beizulegen, wie dies beispielsweise bei der Kokusbutter geschehe. Mitte der achtziger Jahre wurden große Mengen gesundheitsschädlicher Margarine in Amerika producirt und exportirt. DaS muß für die Zukunft durch Ueberwachung der Einfuhr verhindert werden. Es ist unrichtig, daß die zur Margarine-ssabrikatiou verwendeten Rohstoffe von unserer Landwirthschast geliefert werben neun Zehntel davon sind aus dem AuSlande bezogen. Abg. Dr. Kr zyminski (Pole) ist im Ganzen für die Vorlage, will die gesundheitliche Seite der Sache mehr in den Vordergrund gerückt feben und warnt vor dem Bestreben, die Margarine ganz aus der Welt schaffen zu wollen. Montag: Weiterberathung, außerdem Strafproceßnooelle. Derstsche» Reich. Lettin, 11. Januar. Wie der ^Nat.'Ztg." aus Rom gemeldet wird, hat England den Durchmarsch der Italic» nifchen Truppen über Zeilah gestattet. Die italienischen Truppen treffen deshalb Vorbereitungen für den Vormarsch von 10 OOO Mann gegen Harrar, deren Commando General Eoreo übernehmen wird. Berlin, 11. Januar. Wie wir erfahren, ist ein Beamter der dem Criminal-Commissar Wolff unterstellten Angestellten bereit- gestern nach Brindisi abgereist, um dem Commiffar Wolff bei der Uebersührung Hammersteins nach Berlin behistich zu fein. In etwa acht Tagen dürfte Hammerstein in Berlin etntreffen. Berlin, 11. Januar. AIS erster Initiativantrag wird im Reichstage der Arbeiter-Schutz-Gesetzentwurf vom Abg. Hitze (Eentr.) berathen werden. Alsdann folgt der Antrag Sanitz. Berlin. 11. Januar. Fürst BtSmar ' hatte durch ein sehr gnädiges Handschreiben deS Kaiser« eine Einladung zu den Feierlichkeiten am 18. Januar erhalten. Wie auS gut informirter Quelle mitgetheilt wird, hat der Fürst fich beim Kaiser entschuldigt, da nach ärztlichem Unheil sein Ge- saodheitSzuftand die Reise und Theilvahwe au der Feier uicht gestatte. Loblenz, 11. Januar. Heute Morgen 3 Uhr 40 Minuten wurde hierselbft ein Erdstoß verspürt. Metz, 11. Januar. Das Resultat der Reichstag»' wähl, welches jetzt bi« auf zwei ONe bekannt ist, ist fol- gevde» Pierson 8832 Stimmen, Martin 386S Stimmen. Wie», 11. Januar. Der türkische Botschafter Galtf Pascha ist nach Con stantinopel abgeretst, und wird nur zur Ueberreichuv^ seine« Abberufungsschreibens zurück- kehren. Triest, 11. Januar. Seit gestern herrscht hier eine furchtbare Bora. Die Stadt ist verödet. Zahlreiche UuglückSfälle sind vorgekommen. Der Schiffrverkehr ist rheilweise gestört. Der Statthalter Riualdini, welcher au« Pareuzo mittelst Schiff nß* bier reisen wollte, mußte die Fahrt unterbrechen und die Reift per Bahn fortsetzen. Ra», 11. Januar. „Cnpitale" behauptet zu wiffeu, die Regierung habe beschloffeo, weitere 10,000 Mann nach Afrika zu senden, um nach Beendigung de« Feldzüge« Abessinien zu auuectiren. Venedig. 11. Januar. Der Lloyddampfer konnte heute wegen de« Orkan« die Reise nach Trieft uicht antreten. »euedig, 11. Januar. Gestern erhielt ein Theil der hiefigen Garnison seilen« der Regierung den Befehl, sofort nach Afrika abzugehen. Die Beurlaubten wurden telegraphisch zum octiven Dienst zurückberufen. Der Oberst Asraghi, der die Berhältniffe in der erythräischen Eolonie genau kennt, ist heute nach Maffauah abgereist. Pari«, 11. Januar. Der „Rappel" will nichts von einer Gemeinschaft zwischen Rußland und Frankreich und Deutschland wissen. Die „Autorttv" glaubt nicht, daß Frankreich jemals ein Bündniß mit Deutschland abschließen werde. Der „GauloiS" führt aus, Frankreich könne au« der gegenwärtigen Lage keinen Bortheil ziehen, da eS keine stabile Regierung besitze. Pari», 11. Januar. Anläßlich der Centeuarfeier de« Jistitut« de France erhielt Professor Birchow daS Com- mandeur-Kreuz der Ehrenlegion. Pari», 11. Januar. Der „Moniteur" veröffentlicht ein Interview mildem Herzog von Orleans, worin derselbe erklärt, daß sich seine Freunde bereit halten, und fich durch nicht« überrumpeln lassen werden. Das Jahr 1896 werde Ueberraschuugen bringen. Unter der Republik gebe e« kein Heilmittel gegen Krisen- das sei nur unter der Monarchie zu finden. Ich werde, so sagte der Herzog, mich auf den Posten begeben, den Frankreich mir anweist. Loudon, 11. Januar. Heute wird ein Ministerrath stattfiuden, dem man große Wichtigkeit beilegt. Gerüchtweise verlautet, die Regierung habe die Bewilligung zur Bildung eine« zweiten Geschwader« ertheilt. Kopeuhage», 11. Januar. DaS russische Kaiser- paar hat seinen Besuch im September hier angemeldet. Petersbnrg, 11. Januar. Für den Kaukasus ftc.z h wichtige Aenderungen bevor. Die dortige gegenwärtig schwierige Lage erheischt e«, daß eine besonders energische, mit höherer Autorität ausgerüstete Persönlichkeit au die Spitze der Verwaltung gestellt wird. Der Ezar gedenkt hiezu den Prinzen ton Oldenburg zu ernennen. Kew York. 11. Januar. Durch den Einsturz einer Brücke über den Ohio stürzte ein vollbesetzter, rlectrischer Tramway-Wagen auS einer Höhe von 150 Fuß in den Fluß. Bon den Jnsaffen deS Wagens konnte nur ein einziger gerettet werden. „ t ____ „ New-York, 11. Januar. Während fich der Millionär Isaak Bürden m'.r seiner Gemahlin in der Oper befand, brachen Diebe bei ihm ein und raubten Brillanten im Werthe von 60,000 Dollar«. Johannesburg, 11. Januar. Die Ruhe ist wieder her- gestellt. 22 Rädelsführer wurden verhaftet, darunter Oberst RhodeS, ein Bruder Cecile RhodeS._____________ Der Krieg von 1870(71, »«schildert durch Ausschnitte ei. Diese Prüfung fiel recht befriedigend au«. Die SchMerzatzi ist hn letzten Jahre etwas zurückgegaugen, wird sich aber sicher heben, wenn unsere Eisenbahn, welche noch ha laufenden Jahre fertig gestellt werden soll, fahrbar sein wirt. Besonders erfreulich ist, daß außer dem Zuschüsse zu dem Gehalte des Dirigenten der Schule auch ein weiterer namhafter Beitrag zu den allgemeinen Schultosteu in Aussicht gestellt wurde, wodurch das Fortbestehen der Anstalt für eine Reihe von Jahren gesichert ist. Hiermit ist wieder ein Beweis dafür gegeben, wie sehr unsere Regierung sich bestrebt, daS Schulwesen zu fördern. r. Herbstein, 10. Januar. Mir welchem Leichtfinn manche Radfahrer zu Werke gehen, zeigt nachfolgender Vorfall. Im vorigen Herbste während der Manöver spielte die Capelle deS Kaiser-Wilhelm Regiment« aus Gießen aus der Staat», straße vor der Restauration Ganß und hatte fich infolgedessen eine große Menge Zuhörer eiugefundeu, so daß die Passage auf der Straße sehr beeinträchtigt wurde. Plötzlich kam tu Radfahrer und fuhr auf der sehr abschüssigen Straße i» raschen Tempo gerade in den Menschenknäuel. Der Leme bemächtigte sich eine Panik und Jeder suchte so rasch wie möglich au»zuweichen, was auch so ziemlich gelang. Eru siebenjährige« Bübchen jedoch wurde vom Rad erfaßt und zu Boden geschleudert, wobei ihm einige Zähne eingedrückt wurden. Außerdem trug e« einige Hautabschürfungen davon, währen» daS Kind im übris'n wesentlich nicht verletzt wurde. Heute nun war vor dem hiesigen Schöfiengerichte Hauptverhandluvg. Der Radfahrer wurde wegen Körperverletzung in eine Gelt- strafe von 50 Mark und in eine, au den Verletzten zu zahlende Geldbuße von 25 Mark verunheilt. § Hungen, 11. Januar. Dahier verstarb plötzlich nach kurzem Kranksein der Kaufmann Louis Bach, Inhaber des bekannten Maschinengeschäfts in Firma A. Buch dahier. K. Ulfa, 11. Januar. Die Errichtung einer Molkerei- Genossenschaft dahier ist beschlossene Sache- e« soll nut dem Bau in diesem Frühjahr begonnen werden. △ An» de« BogelSberg, 10. Januar. In unterer Gegend findet man es häufig, daß die Landwirthe ihre Miftstätten vor dem Wohnhause angelegt haben, ohne daß durch einen Zaun ober Mauer den häufigen Unglücks- fällen, die durch derartige Zustände entstehen, gesteuert wirt. Oft find diese manchmal merertiefen, sogenannte Mistkaute, im Herbst mir Wasser angefüllt und gleichen einem Heine, Teich. Daß dies dann für den Verkehr, vamer tlich bn Kindern, lebensgefährlich ist, ist klar und nicht eher wir» eine ordnungsmäßige Vorkehrung getroffen, bis daß die Leu« durch ihren eigenen Schaden gezwungen werden. Kürzlich fehlte einem Landwirth in ReichloS schon ewige Tage ein zwei Jahre alttS Bübchen. Nach längerem Suchen fand man es ertrunken in der Mistkaute. Neben diesem Unglück h-k nunmehr der Betroffene auch noch ein Strafmandat erhalte" ES sollte jeder Landwirth im eigenen Interesse hier Adhülie schaffen, wa« mit Leichtigkeit geschehen kann. fi i o e nw> enschneidermaschinen auch mir Ätri schisschen, ju Fabrikpreisen Militari» Pneumat'k-Fadrrüber, 15 Kilo 175 Mark « Die zolrversteigtrMgkii vorn 8. und 10. d. Mts. in der Oberförsterei Schiffenberg stud genehmigt. Die Abfuhrscheine können vorn 23. d. Ws. an bei Großh. Rentamt Gießen bezogen werden. Die Neberweisung des Holzes erfolgt Freitag den 24. d. Mts., Vor- mittags 8 Uhr. Gießen, den 11. Januar 1896. Großh. Oberförsterei Schiffenberg. Heyer. 471 Mehrere Doppelspännrr W»go Kohlenfchlacken billigst abzugeben. Wo? sagt 6« Exved. d. Bl.___________________8? 408) 3m Klavierstimmer, hält N besten« empfohlen . _ Kermo«« Vouer, Schtllerstratze Ü Verdingung ES sollen 10000 cbm gesiebter Kie« zusammen oder gethellt vergeben werden Die Berdingungsuntrrlaaen find gegen post- und gebührenfreie Einsendung von 0,50 JL durch unS zu bezieben, be,w. in unserem AmtSgebäude, Postftraße S, Zim, mer 26, eimusehen. Die Eröffnung der geschlossenen, gebührenfrei, mit der entsprechenden Au - schritt an unS einzureichenden Angevole erfolgt am 22. Januar 1896, Vormittags 11 Uhr Auschlagsfrift "Tage. Frankfurt a. M-, den 6. tznuar 1896 König!. Eisenbahn-Bett'ebS-Inspektion 2. I Das Jagdrecht im Lützelliude- «erMarkwald,Vemakkung Großen- Linden, Oberförsterei Schiffenberg, wird Donnerstag den 23. ds. Mts.. Vormittags 11 Uhr — anschließend an die Verpachtung der Domanial- Jagden — in der Brauerei Röhrle zu Gießen öffentlich verpachtet werden. Groß-Rechtenbach, 11. Jan. 1896. 482 Das Bürgermeister-Amt. „ Eichen- „ Birken- „ Kiefern- Buchen-Wellen, Eichen- „ Kiefern- „ rm Buchen-Stöcke, „ Eichen- „ „ Kiefern- „ Eichen-Stämme mit Inhalt, Buchen Stämme mit Die weltbekannte und ii allenOrten elnreiührteFlr*» H. Jacobsobn, Berlin, l«™ea- str. 1Ä6, berühmt durch langi^httzk 8 eferung an Mitt«: ÄcUetfr, Post MUttLr- ««» » MN schlußkasten, Fußb. trieb fir 50«art.(5ed kennertarirmd'" selbe meist od 80 bi« 100 Mark Bicrwöcheniltchk Vrobozeil. 5M Garantie Rtchi- convenirende Maschinen werden anflenM los zurückgenommen. Meine Maschin» find an Beamte, Schneiderinnen nw> Private fast nach allen Orten Deutsch lar ds geliefert und können auch in Gieße» . und Umgegend im Gebrauch befichti^ werden. Kataloge, AnerkennungSschretbo Stets scharf! Kronentriti unmöglich. Das einzig Praktische fOr glatte Fahrt ahnet. Preisliste» und Zeagr'SM gratis eed fräseo • Leonhardt & C°, Berlin, Schintiaeerdemsn 1 Zagdverpachtung. Dienstag, 21. Januar l. I., Bormittags 10 Uhr, wird die Jagd der Gemarkung Allen- dorf a. d. Lumda, auf die Dauer von 6 Jahren, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, in zwei Ab- theilungen, auf hiesigem RathhaU'e öffentlich verpachtet. Mendorf a. d. Lda., 11. Jan. 1896. Grobherzogliche Bürgermeisterei Mendorf a. d. Lumda. 478 Rein. ptznidkN 11 tif ehb ebfl i Bitt roleni mb beihalb kW Io ®üibm st U(brtgtn9 bi ,8uitne sei! Ifwulen ha eiferen Ledi Uufm JU kc inlndldl »laher tci Iii ist n Mjdura he iu lasten. Farde nid man am Hamburg fjilidsgm ßjfin fin |a-noiam I W haubuliien mtqtgenmtrl lern Zeil hl eben an «eilige |oD vlelmehr nu Boridlag, I r-ürbtienai ist li läifHgt $1 Khrl tzl. I Luller E4 btt versteuern, Ibailo w wrbttlm. würde 16 zehei oichl in) billt I 8bg„ rramilld) tröste brr Ma Sußlv ’SSSS hi (|ti ' »>» $1.1 l'iltl. | •ihn ab] tinr »•« B.,i l’lltt M aa^r lt|lge io, l"8t in Ile hton hie i* ** So. 111 > hll »I Ä""8 (•?, M