Nr. 294 Zweites Blatt Somttag de« 13. December 1S96 Anrts- und Anzeigeblutt für den Tireis Giefzen ) Oratisöeisage: Gießener Jamilienökätter. [10918 W Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Ubr. Alle Lunoncen-Bureaux dcS In- und LuSlande« nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. UM Lahusteio^m i-Concert TN «er Zitherclub. iohltijQ Iflttiti-Sereln.) dea 20. December 1896, Uhr, finbet im ftiftfaal (Gafi 8 armer hiesiger Kinder, stall. Der Vorstand. V' 1887 W B 0 ff HuugM, 10. December. Die Arbeiten an der Bahnlinie Hungen—Friedberg nahmen seither einen ungestörten Fortgang. Gegenwärtig ist man mit dem Legen btt Bahnschienen beschäftigt, womit man von hier aus begonnen hat. Auch die Neubauten an den betreffenden Stationen find, soweit es für dieses Jahr vorgesehen war, aus- gesührt. Wie eS heißt, wird mancher Geschäftsmann, der hierzu feine Arbeiten nicht rechtz-.itig fertig stellte, nicht so glatt durchkommen. ES ist hier ein „in die Länge ziehen", wie zuweilen bei Privatbauten, nicht gut möglich. (?) Utphe, 10. December. Dahier wird demnächst die zwetteLehrerstelle errichtet werden. Die in den letzten Jahren stets wachsende Zahl der Schulkinder giebt hierzu die Veranlassung. §§ Bom höheren Vogelsberg, 10. December. Dieser Tage bereisten nicht weniger wiestebenSchnapsretsende die hiesige Gegend. Daß die Reisenden dabet aus ihren Touren stet« flotte Geschäfte gemacht haben, ist unzweifelhaft. Vierteljähriger Avonncmcntsprels t 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerloho. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Rcbaction, Expedition und Druckerei: -chukstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Bet festlichen Gelegenheiten erhält die Küche für die Couvert- 20, 24, 30 und mehr Mark bewilligt. Unter gewöhnlichen Verhältniffeu wird In der kaiserlichen Familie dreimal täglich gespeist. Der Kaiser ist ein Freund kräftiger Kost. Da er gesund ist und sich viel Bewegung macht, hat er auch einen starken Appetit. Er nimmt daher schon daS erste Frühstück nach englischer Sitte ein. An dem ersten Frühstück nimmt unter allen Umständen die Kaiserin Theil, u« dem Kaiser Gesellschaft zu leisten. Selbst wenn in den Zeiten der Besichtigung der Kaiser früh um 6 Uhr zu Pferde steigt und infolge dessen schon um 5 Uhr frühstückt, erscheint die Kaiserin bei Tisch, um den Gemahl zu begrüßen und mit ihm zusammen die erste Mahlzeit einzu- nehmen. ES gibt gewöhnlich zum Frühstück außer Kaffee oder Thee eine Eierspeise, Beefsteaks, Hammel- oder Kalbs. cotelettS. DaS zweite Frühstück findet um 2 Uhr statt und besteht aus einer Suppe, einem Fletfchftück mit Gemüse, aus Braten und süßer Speise. Beim zweiten Frühstück sehen Kaiser und Kaiserin sehr gern Gäste bet fich. ES werden Personen der Hofgesellschaft, Schriftsteller, Maler, Bildhauer, Gelehrte, höhere Beamte, durchreisende berühmte Persönlichkeiten zu den Frühstücks, tafeln geladen, bei denen eS sehr lustig und gar nicht stets zugeht. Der Kaiser liebt heitere Gesellschaft bei Tisch über alles, und wenn er sich irgendwo bet einem guten Bekannten oder einem Mitglied der Hofgesellschaft zu Gaste lädt, macht er immer darauf aufmerksam, daß er um heitere Ttschgenoffen bittet. Auch die Kaiserin ist bei diesen Frühstückstafeln, an denen gewöhnlich sechs bis acht Personen thetlnehmen, wie immer außerordentlich liebenswürdig und sehr heiter. Die LtebltngSspetsen deS Kaisers find große Fleischstücke. Besonders der bürgerliche Schmorbraten findet in ihm einen großen Verehrer. Dann liebt er Fische und Austern, außerdem klare Soppen mit irgend etner Einlage, wie Reis, Maccaroni, Fletsch in Würfel geschnitten; dann russische Suppen. Nachmittags um 5 oder 6 Uhr, bet feierlichen Gelegenheiten um 7 Uhr, findet das Diner statt. Wie Gieße«, den 12. December. ** Panorama. Auf, nach Deutsch-Ostafrtka! lautet von heute ab die Parole im Panorama. Wir werden nach den Stationen Dar-es-Saloam, Bagamoyo, Tanger, Ktlwa, Lindi, Sansibar mit Sultans - Palast, welcher vor Kurzem von den Engländern bombardirt wurde, rc. geführt. Wir sehen die Schutztruppen, Offiziers - Wohnungen, Lager, Karawanen, Hütten, Plantagen, Fluß, Urwald und Strand- parthien. Ferner ist Südwestafrika, Capstadt, Madagaskar, Dahomey zu sehen. Diese für uns Deutsche so hochwichtigen und interessanten Naturaufnahmen sollte Niemand versäumen anzusehen, und wird der Besuch jedenfalls ein starker werden. •• Die Srohherzogliche Vrandverfichernngskasse hatte nach der soeben beröffernliuren Statistik im Jahre 1894 eine Einnahme von 2 493 103 Mk. 6 Pfg. (darunter: Kaffevorrath 1 196 796 Mk. 96 Pfg., Beiträge aus Starkenburg 478 823 Mk. 83 Pfg., Oberhessen 305 670 Mk. 7 Pfg., Rheinhessen 427 600 Mk. 85 Pfg.) und eine Ausgabe von 1 192 598 Mk. 3 Pfg. Die Einnahmen und Ausgaben der Großherzogltcheu Landesfeuerlöschkasse balanctren mit 26 250 Mk. 50 Pfg. Unterstützungen an verunglückte Feuerwehrleute wurden der- liehen: nach Starkenburg 1672 Mk. 85 Pfg., Oberhessen 1985 Mk. 25 Pfg., Rheinhessen 720 Mk. 57 Pfg., Beihüifea an Gemeinden und Feuerwihren zur Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen: nach Starkenburg 1680 Mk., Ober- Hessen 3639 Mk. 19 Pfg., Rheinhessen 950 Mk. 3« Amerika verstorbene Hesse«. Detroit, Mich., Heinrich Maurer, 77 Jahre alt, aus Gießen. Findlay, O., Anton Reil, 46 Jahre alt, aus Elmshausen. SharpS- bürg, Pa., Jacob Keil sen., 73 Jahre alt, aus Beerfelden. MaScoutah, Jll., Frau Johanna Engelmann, geb. Kribben, 75 Jahre alt, aus WormS. Daselbst. Gustav Heßler, aus Hesien-Darmstadt. Astoria, L. I., Frau Anna Maria Hartt, geb. Allwteger, 81 Jahre alt, aus Bechenheim. Buffalo, N. U., Frau Margaretha Hot- tinger, 74 Jahre alt, aus Hessen Darmstadt. Madison, WiS., Ernst Bremer, aus Rheinheffen. eS bet einem solchen Diner zugeht, darüber berichtet ein Augenzeuge: Die Pracht, welche unser Katserpaar bei großen Mittags- tafeln entfaltet, ist schon zu oft beschrieben worden, als daß es nöthig wäre, nochmals darauf etnzugehen. Wir haben hier mehr intime Einladungen im Auge, Über welche wir mittheilen können, daß die Königliche Mittagstafel selten länger als 50 bis 55 Minuten dauert. In dieser Zeit wird, wie auS dem im Verlage von Wilhelm Köhler in Minden t. W. erschienenen vortrefflichen WeihnachtSgeschenk-Werk: „DaS Leben im deutschen Kaiserhause" hervorgkht, ein Mittagsmahl, daS aus ungefähr 10 Gerichten besteht, für 60 bis 80 Personen servirt. Für je 2 Personen ist ein Diener bestimmt,- ferner ist noch eine Anzahl von Leibjägern zur Bedienung vorhanden, während die Speisen von Lakaien zugetragen werden. Die Küchen deS Neuen Palais bei Potsdam b§- finden fich bekanntlich in den gegenüberliegenden CommnnS und werden die Speisen durch eine unterirdische Bahn erst nach dem Neuen PalaiS besördert. Die Hauptgerichte werden auf silbernen Tellern dargereicht,- die Zwtschengerichte auf Porcellan Tellern der Königlichen Berliner Manufaktur. Die Crhstallweingläser haben oben einen goldenen breiten Rand und find mit dem in Gold eingravirteu Monogramm unseres Kaiserpaares geschmückt. Daß die seltensten und ältesten Weine den Gästen dargereicht werden, versteht fich bei einer kaiserlichen Mittagstafel von selbst. Nur sei darauf hin- gewiesen, daß auch französischer Champagner gereicht wird. Der deutsche wird meistens zur Suppe gereicht. Der Tisch selbst ist geschmückt mit großen Tafelaufsätzen, auf welchen herrliche Blumenzusammenftellungen Prangen, und zwar find in einer Schale dreierlei Arten von Rosen angebracht^ je 50 bis 60 Stielrosen von einer Farbe werden zusammen- gebunden und nebeneinander gelegt. Bor den einzelnen Gedecken find Gläser mir Stielrosen hingesetzt. Silberne Armleuchter mit Hunderten von Wachskerzen erhöhen den an- muthigen Eindruck dieser Wahrheit kaiserlichen Tafel, vor jedem Gedeck liegt die Speisevkarte. Sie ist auf weißem BF, ZnrLnSh.Hamilo areuversaudhaus. ■ । n?arne, Cheviots, Buckskins, Loden, derstoffe in gediegener Auswahl, änfern, Vorlagen, Schlaf- u. Pferde- «Otnfrfk Mberci und Wäschers 0 Feuilleton. Zu Tisch beim Kaiser. (Nachdruck verboten.) Die nachfolgende interessante Schilderung entnehmen wir mit Genehmigung der Verlagsbuchhandlung von Wilhelm Köhler in Minden (Westfalen) dem noch recht- zeittg vor Weihnachten erschienenen Buche: „DaS Leben im deutschen Kaiserhause". Von A. Oskar Klaußmann. Mit zahlreichen Illustrationen und sechs farbigen Kunstbeilagen. — Preis der elegant gebundenen Ausgabe Mk. 1,60, der broschirten Ausgabe Mk. 1. — Durch jede Buchhandlung, tote auch direkt von der Verlagsbuchhandlung zu beziehen. Küche und Keller des Kaisers unterstehen der Beaufsichtigung und Verwaltung des Hofmarschalls und der Ober- Hof- und HauSmarschall ist die höchste Instanz in allen Küchenangelegenheiten. An der Spitze der Berliner Schloßküche steht ein Küchenmeister, dann ein deutscher und ein französischer Küchenchef mit einer Anzahl von Köchen und Kochgehilfen. Finden im Winter die großen Hoffeftlichkeiten statt, dann erhalten die Köche noch Verstärkung aus dem Küchenpersonal in Potsdam. Der Kaiser und die Kaiserin kümmern fich um die Küche, weil von ihnen täglich Befehle über daS, was in der Küche zubereitet werden soll, ei^geholt werden müssen. Kaiser Wilhelm II. war auch der erste preußische König, der unter Führung deS Hausmarschalls selbst der Küche einen Besuch abgestattet und sie in allen ihren Räumlichkeiten inspicirt hat. Natürlich mischen fich aber weder Kaiser noch Kaiserin in die Details der Küche ein und die Selbstständigkeit des HüchendepartementS geht so weit, daß der Kaiser diesem die Ausführung vollständig überläßt und fich gegen einen be- »stimmten Preis mitsammt seiner Familie und feinem Gefolge tinfofern bei der Küche in Pension gegeben hat, als er der Küche nur die Zahl der CouvertS, die täglich geliefert worden ffind, bezahlen läßt. Das Couvert für das Mittagessen wird «nter gewöhnlichen Umständen mit 7 Mk. 50 Pf. berechnet. Dec Hietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener AamiklenVkälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegl. .r5»ncert Gießener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. dmell n billigen Pr»» di. J'sche Univ.-Drucker« (Pietsch A Schoy da), Schulfltra^il--- Citerotur und Arurft. - Die hervorragendsten Schöpfungen der bildenden Künste in Der Gegenwart durch Bild und Wort weiteren Kreisen nahe zu bringen, ist seit 18 Jahren daS Bestreben der »Meisterwerke der HoirschneidekunstE aus dem Verlage von I. I. Weber in Leipzig gewesen, die von jetzt ab in neuer Folge sowohl in vornehmerem Gewand als auch, statt in MonatSlteferungen, in zwangSlos erscheinenden stärkeren Heften erscheinen. Jedes dieser Hefte wird stels ein in sich abgeschlossenes Ganzes und auch einzeln käuflich sein. DaS 1. Heft der neuen Folge, „Aus der Internationalen Kunst-Ausstellung zu Berlin 1896", eröffnet die Serie in ebenso glänzender wie vielverhetßender Weise; es enthält 28 ganzseitige und 8 doppelseitige Bllder auf Kupferdruckpapier, deren Eindruck diesmal in stimmungsvollster Weise dadurch erhöht wird, daß der Druck ab- wechselnd in verschiedenen Farbentönen ausgeführt ist. Die Betracht- ung der Blätter ist tter allem deshalb ebenso anregend wie genußvoll, weil die getroffene Auswahl jede Richtung der madernen Kunst- übung zu Worte kommen läßt. ES kann nicht im Plan dieser kurzen Besprechung liegen, alle hier vertretenen Künstler zu erwähnen; auf einzelnes Hervorragendes aufmerksam zu machen, möge .tndeß gestaltet sein. Unter den Werken der religiösen Malerei ragen hervor die „PtetL" von Arnold Böcklin, ein BUd, das von erschütternder Qual, aber auch vom Gefühl erbebender Erlösung zu reden weiß; „Judas Jschartoth" vom Deutschrussen Kunz Meyer in München, etue tief verinnerlichte Leistung; LoutS Feldmann« „Kreuztragung", die den Vorgang kühn in das Leben unserer Tage stellt; „Rückkehr vom Caloarienderg" vom Belgier P. van der Ouderaa, der seine Kenntniß deS Heiligen Landes mit den Traditionen des Historten- bUdeS zu vereinigen weiß. Unter den Landschaften muß deS Alt. rmtsters Andreas Achenbach „Stackat von Ostende" und Strützcls „Altes Rathhausthor in München", ein Nachtstück voll gelungener BeleuchtungSeffecte, betont werden; unter den Thierstücken fesseln besonders die von leidenschaftlicher Erregung und höchster Anspann- ung aller Kräfte erzählenden Darstellungen Rich. Frieses aus Nord und Süd, außerdem seien W. Kuhnert und Jos. Schmitzberger genannt. Ein begabter Vertreter der heutigen Jdealmaleret ist Alex- *™%5ren,? ("Der Frühling küßt die Erde"); Karl Hartmanns „Waldfrau" vereinigt den ganzen Dust gehetmnißvoller Märchen- 6 btei **■ te haut in 'Uh-, ■ 8 Uh-, '0°e um 5 Uhr. fflÄ"9 °°" bitte erichi „Gwur***1 *1, Decmber Mv. »lief J| eil*1 ßlllkflü Ablni8: "«t-g- U lng u. Verloosung WS 8 Uhr, in Leids Saal. 4 an der Verloosung beteiligen -eeember mindestens 50 Pfg, ' einzujahlen. Nach diesem Termin mmen. 10917 ien haben Zutritt. - ,,..«**** uilsiner Poesie und treu beobachteter Wirklichkeit. Unter den Sculpturea sind bemerkenSwerth Ludwig ManzelS Modell für die Hauplgruppe deS Stettiner Monumentalbrunnens, eine der imposantesten plastischen Schöpfungen der letzten Jahre; der „Fakir" de« energischen Naturalisten Cifartello, daS „Medusenhaupt" JuliuS Jordans die selbstständig durchgearbeitete Wiederaufnahme eines alten Mottos; wir erfreuen uns an Gustav Eberletns frischer Erfindung, an Rudolf Hölbe'S CultuS reiner und tadelloser Schönheit. Der in vornehmer typographischer Ausstattung sich anfügende Text Aemil Fendleis ortenttrt nicht allein über die Entwickelung und Bedcutung der Berliner Kunstausstellungen, sondern hat einen Hauptvorzug darin, daß er die Absichten der Künstler mit feinem verständntß zu deuten weiß und jedem der vorgeführten W.rke seine Stellung in der Kunstgeschichte der Gegenwart anzuwetsen versteht. Dem vornehmsten Salon ordnet sich das reichhaltige Heft mit seinem von G. T'ppel flott entworfenen Umschlagsbild zwangslos ein; auch dem Minderbemittelten ermöglicht der verhäitnihmäßtg niedrige Preis die Erwerbung eines Bilderschatzes, dessen Bettachtung das Auge mit stets erneuter Macht zu fesseln und den Geist vielseitig anzuregen vermag. DaS soeben ausgegebene Heft 2 dieser neuen Serie ist eine vornehm auSgestattete WeihnachiSmappe, die auf starkem Kupfer- druckpapier im Format von 56:70 Emir, acht Kunstholzschnitte darbietet, die, ganz abgesehen von dem künstlerisch hochstehenden Werth der Originale, geradezu auf Mustergültigkeit Anspruch erheben dürfen, waS die vollendete Technik der Ausführung anlangt. Der .Weihnachtsmorgen" deS Düsseldorfer Meisters Ferd. Brütt erfaßt die Menschwerdung Christi im innersten poetischen Kern. Hans Hol» deins „Madonna mit der Familie des Bürgermeisters Jakob Meyer zu Basel" giebt jenes Werk des großen Meisters wieder, das ein unvergänglicher Stolz deutscher Kunst ist. Franz LenbachS Porträt des Fürsten Bismarck auS dem Jahre 1894 ist eine Darstellung monumentalen Gepräges. Gabriel Max führt uns in der „Nachtigall" eine traumverloren hingegossene jugendliche Frauengestalt vor, in der sinnliches und übersinnliches unauflöslich verknüpft erscheint. GrütznerS „Falstaff" ist eine Schöpfung erquicklichen Humors, die nachhaltiger Wirkung sicher ist. Leopold Schmutzlers „Zwei Glückliche" leiten zurück in die ersten Jahre des jetzt zur Neige gehmden Jahrhunderts. Juan Pablo Salinas läßt einen tiefen Blick in datz spanische FeiertagSleben thun, während der srüh dahingeschiedene Norweger Ludwig Munthe die ganze verborgene Poesie eine« Winterabends im nordischen Walde ersaßt hat. Der oerhältnißmäß g niedrige Preis der auch als Drückletstung auf der Höhe stehenden Weihnachtsmappe, der ein erklärender Begleittext von Aem. Fendler beigegeben ist, beträgt nur 8 Mk. g!————■—i Die Rentabilität jeder maschinellen Anlage wird bedeutend erhöht durch Aufstellung eines ökonomisch arbeitenden BetttebsmolorS. Als sparsamste Betrtebsmaschtnen find die Locomobilen mitausztehbaren Röhrenkesseln von SU Wolf in Magdebnrg-Bneka« bekannt u. zu Tausenden in allen Zweigen der Industrie und Landwtrthschast verbreitet. GeringerBrennmaterial- verbrauch, große Leistungsfähigkeit u. Dauerhafttgkeit find die Hauptvorzüge dieser Maschinen, vermöge deren sie nicht nur auf allen deutschen Locomobil-Concurrenzen stets den Sieg davongetragen haben, sondern auch auf zahlreichen Ausstellungen (u. a. in Chicago) mit den höchsten Preisen ausgezeichnet find. [411 h** .a-r tzilbenwtr j Poflugieltn = SKIS-' "-4-i ; VÄ KM .SW A*gSg ** «- KM. Sk MS Velinpapier mit breitem Goldrand lithographirt. Daneben liegt in derselben Ausführung das Mufikprogramm. Beide werden geziert durch Alliance Wappen unseres Kaiserpaares, beide find in deutscher Schrift gehalten. Die Speisekarte ist frei von jedem fremden Ausdruck. Als Ueberschrift zieren fie die Worte: „Königliche MittagS-Tafel." DaS Musik- Programm besteht aus 24 bis 30 Stücken: Weber, Wagner, Sullivan, DelibeS, Meyerbeer, ferner Militärmärfche find hauptsächlich vertreten. Nach der Tafel pflegen die Majestäten Cercle zu halten; fie lassen sich besonders illustre Gäste durch die Hofmarschälle und Kammerherren zuführen. Die Namen derjenigen Personen, welche die Majestäten zu sprechen wünschen, werden gewöhnlich schon vorher bestimmt. Die Kammerherren werden an den kaiserlichen Tafeln meist so plactrt, daß fie immer zwischen einer bestimmten Anzahl von Gästen fitzen, sodaß fie deren etwaige Wünsche sofort be- rücksichtigen können. In Potsdam wird das Mittagsmahl gewöhnlich in der JaSptS-Gallerte eingenommen, welche für 60 bis 80 Personen Platz bietet- der Kaffee wird im Muschelsaal gereicht. Die Mufik spielt im Garren. Die JaSpiSgallerie, in deren braunem Geäder der Schein der brennenden Wachskerzen fich zauberisch wiederspiegelt, geht unmittelbar auf den Park hinaus. Wenn des Abends die Flügelthüren des großen Saales geöffnet find, wenn die wilde FrühlingSluft, der Blumendust des gewaltigen, herrlich gepflegten ParkeS auf die Gäste eiuwirkt und dann zufällig deren Blick auf den bestreuten, mondbeleuchteten fcintmtl fällt, daun ist das Entzücken aller Gäste unseres KatferpaareS voll, die deren bestrickende Liebenswürdigkeit, mit welcher fie die Gastfreundschaft zu üben wiffen, nicht genug rühmen können." Da aus der Küche des Kaisers außer dem Kaiser und seiner Familie auch noch die zahlreiche Dienerschaft, die Herren und Damen vom Gefolge, die dtenstthuenden Kammerherren, Hofdamen, Geueraladjutavten und Flügeladjutanten gespeist werden, ist der Verbrauch in der Küte ein ganz bedeutender, wie folgender Rapport über den Fleischverbrauch für zwei Tage beweist. Dieser Rapport, der die Hausfrauen tnteresflren dürfte, lautet: Es wurden gebraucht am 12. September: 100 Pfd. Rindfleisch, 4 gebrühte Kalbtköpfe, 360 Pfd. Kalbskeulen (die Keule nicht unter 30 Pfd.), 10 Brück Pökelzuugen, 200 Pfd. Hammelkeulen. Für den 14. September: 14 Stück Rinderfilet, 15 Pfd. KalbSmilch, 12 Pfund Rindermark, 4 Pökelzuugen, 10 Pfd. magerer Speck, 200 Pfd. Kalbskeulen, 100 Pfd. Rinderbraten. Wenn Herrenabende bei« Ka ser stattfindeu, so wird mit Rücksicht auf die Gesellschaft vor allem das Servireu von Getränken angeordnet. Solche Gesellschaften finden ge- wöhultch im Fohnensaal statt. DaS bei der, ihres ausgedehnten patriotischen Verlages wegen allgemein bekannten Firma Wilhelm Köhler in Minden erschienene vortreffliche WeihnachtSbuch: „DaS Leben im deutschen Kaiserhause", elegant gebunden Preis Mk. 1.60, erzählt hierüber weiter: Auf der Tafel stehen Cigarren, Cigaretten und kleine Spiritus- lampen zum Anzünden. ES wird Champagner, Bier und Bowle fervtrt, und vor jedem Gast stehen Teller und Servietten, und von Zett zu Zett erscheinen Diener, welche kleine Appetitschnittchen und Butterbrode mit Caviar, mit Austern und ähnlichen Delicateffeu herumretchen. An solchen Abenden bleibt der Kaiser bis 12 Uhr auf, während er sonst fton viel früher zur Ruhe geht. Finden große Galataseln statt, so wird der Tisch nicht uur in verschwenderischer Fülle mit Blumen, sondern auch mit kostbarem goldenem und silbernem Geschirr besetzt. Unter dteseu Taufelaufsätzen und Decorationsstückeu nehmen die Silbergeschirre einen hervorragenden Rang ein, welche dem Kaiser bei seiner Verheirathung von den verschiedenen Pro- 10885 9904 vorhanden. 9905 Unterricht daselbst. 6 Taglöhner. 2 Laufmädchen. 1 Wickelmacher. 1 1 1 1 1 Schriftsetzer. 1 Metzger. 2 Schlosser- 4 Schreiner. 5 Hau«burschen. 2 Erdarbeiter. 1 ßabnertn. Für den Vorstand: Dr. Naumann, Pfarrer. Vom 7. bis ««gebot der Arbeitnehmer. Bäcker. Friseur. Lacktrer. Schmied. Gießen, den 8. December 1896. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. Victoria - Augusta - Töchterpenfionat Gießen, Löberstratze 24. Unterricht für Schülerinnen jeden Alters vom 8. Jahre an und Damen aus Stadt und Umgegend in Sprachen, Musik, Malen (be* sonders auch die berühmte Dresdener und Meißener Porzellanmalerei), Brandmalerei, Kerbschnitt, Handarbeiten rc. Prospekte durch die Vorsteherin _ 9079 Frau Hermine Schneider. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteustratze 2. Bekanntmachung. 136 Mark Zinsen aus der Stiftung der dahier verstorbene« Elisabethe Schmidt find zu gleichen Theilen an vier bedürftige, unbescholtene, ledige, in Gießen lebende Dienstmädchen im Alter über 50 Jahre und vier arme Wittwen aus Gießen nach der Auswahl des Stadtvorstandes zu vergeben. Anmeldungen zum Bezüge derselben haben bis zum ersten Januar 1897 unter Beibringung des erforderlichen Nachweises bei der unterzeichneten Stelle zu geschehen. Ailgkmkmer Verein für Armen- und Krankenpflege. Außerordentliche Generalversammlung Montag den 14. December er., Nachmittags 5 Uhr, im Coufirmaudeusaal, Neustadt 61. Tages-Ordnung: 1. Erbauung eines neuen Schwesternhauses, besonders Wahl des Bauplatzes. 2. Abänderung der Paragraphen 11 bis 16 der Statuten. Die Mitglieder werden hiermit auf Grund der Paragraphen 4, 5 und 7 der Statuten ergebenst eingeladen. 10805 Der Vorstand: Schlosser. Evangelischer Zünglingsverein Dieser Verein, der im October d. I. sein 9. Jahresfest gefeiert hat, hält seine regelmäßigen Zusammenkünfte an jedem Sonntag, Dieus- tag, Freitag und Samstag, Abends zwischen 8 und halb 11 Uhr, im Vereinslocal in der „Herberge zur Heimath". Wir laden junge Leute zum Beitritt freundlichst ein und bitten, zunächst gastweise den Verein an den Vereinsabenden zu besuchen. 9. December: Nachfrage der Arbeitgeber. 1 Barbier. 1 Schlaffer. 1 Schuhmacher. 13 Lehrlinge 21 Dienstmädchen. 1 perfecie Köchin. 1 ältere Person zur Beau'stchtigung der Kinder. 2 tüchtige Schweizer. 2 tüchtige Pferdeknechte. 9863 Gießen, im November 1896. Für den Vorstand: Dr. Naumann, Pfarrer. Sonntagsverein für Mädchen. Die Vereinigung der Mädchen findet statt an jedem Sonntag zwischen 2 und 7 Uhr Nachmittags im Saale der Kleinkinder- schule; die Mädchen können nach Belieben zu jeder Zeit kommen und gehen; von 8/t4 Uhr bis 3/t5 Uhr findet gemeinsame Unterhaltung statt mit Gesang, Ansprache, Vorträgen. Gute unterhaltende Bücher und Spiele sind in großer Zahl Lebensgroße Portraits Nach Natur und jeder Photographie. Otto Frits, akad Kunstmaler, Unterricht daselbst. 9479 Atelierhaus Goethestraße 46. vinze« Preußens als Hochzeitsgeschenk überreicht worden find. Für die Tafel, an welcher die Majestäten mit ihren vornehmsten Gästen fitzen, werden goldene Teller benützt, und die Tafel macht mit ihren weißen Damastinoen mit ihren Blumen, ihren großartigen Prunkstücken io Silber und (3olbr das alles strahlend in der Fülle des electrischen Lichtes, einen gerade feenhaften Eindruck. Jede Fürstlichkeit hat einen Leibjäger zum Serviren der Speisen hinter fich. von den Gästen an der Marschallrafel werden je zwei von einem Diener mit Speisen und Getränken bedient. Während dieser großen Galatafel concertiren gewöhnlich zwei Musikchöre und der Höhepunkt des Festes ist immer der Augenblick, in welchem der Kaiser fich erhebt, um einen Toast, der der Bedeutung des Tages entspricht, auSzubringeo. Der Kaiser ist ein vorzüglicher Redner, wie er dies ja oft genug in letzter Zeit zu beweisen Gelegenheit hatte; er spricht kurz, knapp und mit hellklingender Commandostimme, die indeß durchaus nichts Schreiendes hat. Nach der Galatafel wird gewöhnlich im Rittersaale der Kaffee eingenommen und dort wird dann die Unterhaltung lebhafter und allgemeiner, da ja naturgemäß bei einer Hofgalatafel die eigentliche Unterhaltung fich nur auf den Tisch erstreckt, an dem die Majestäten mit ihren Gästen fitzen. Die Teilnehmer au der Festlichkeit^ die an den sogenannten Marschalltafelu fitzen, dürfen fich natürlich nicht allzulaut unterhalten, um die Majestäten nicht zu stören. Auch eine solche große Galatafel mit dem Sm« nehmen des Kaffees im Ritterfaal dauert nicht länger als 2*/i Stunden. Zum Schluß wollen wir nicht verfehlen, die Leser dieses Blattes darauf aufmerksam zu machen, daß fich besonders die elegant gebundene Ausgabe des am Kopfe dieses Artikel- näher bezeichneten Buches ganz vortrefflich als Weihnacht--- geschenk eignet. Spar- und Leihkaffe Gießen. Wir bringen hierdurch zur Kenntniß der Interessenten, daß uns auch in diesem Jahre eine Summe zur Prämiirung von Dienstboten des Sparkassenbezirks zur Verfügung gestellt wurde. Prämien können von fünf zu fünf Jahren nur solche Dienstboten im engeren Sinne erhalten, welche bei der Herrschaft Kost und Logis haben und sich über gute Führung durch Zeugnisse ausweisen können. Von Vollendung der fünf Jahre kann nur dann im letzten Dienstjahre abgesehen werden, wenn der Dienstaustritt durch Einberufung zum Militär, durch Auflösung des Haushaltes der Herrschaft, oder durch Gründung eines eigenen Haushalts erfolgt. Es werden hiernach alle diejenigen Dienstboten, welche nach vorstehenden Bedingungen auf eine Prämie glauben Anspruch erheben zu können, aufgefordert, sich unter Vorlage der Dienstbücher, eines Zeugnisses der Herrschaft über gute Führung, sowie eines etwaigen Sparkassenbuchs bei unserer Kasse oder der Großh. Bürgermeisterei des Wohnorts bis zum 24. l. M. zu melden. Gießen, am 8. December 1896. Die Direction des Spar» und Leihkassevereins. I. E.: Wiener. ____ Blumentischen, Tuffsteinen, Fischglocken, Aquarien, Terrarien, Laubfrosch- häusern, sowie sämmtlichen Aquarien Zuthateu. 10734 Bnd. Rödiger, Wallthorstr. 43. • Weihnachtsgeschenk _ ist unstreitig eine selbsttätige Zimmerfontaine, welche in allen Größen und Aussicht ungen vorräthig halte. Ferner empfehle mein großes Lager in: [10688 epielende empfiehlt von Mk. 3.— au 10706 J. H, Fuhr, SopnepetrasBe 26. TBC flammeneichere imprBgn. blendend weises Wolle (Schönste Zierde der Chrietbäume.) 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Der ’S«*“*«1 -h zlusnaho« de» Kontags. ____ Die Sitßencr tkigtle-t. ^«chendrii (Origtailbtri •• Zur Frage teilen wir den Juha .lieber der Stabtven bürgermeister Go au Dem Herrn Ob Zeichneten Stadtveror 1 .Derselbe ,oerordueten°B< ,LqeSordnullg ,bii viehm ,Lagerhäusi Wir erlauben i Sitzung au den Herr »erden: 1) Ob ei richtig : mteu-Vrrsamwl von Jnteresiev, über seine Red bereits zur Au ankauf/ gebrach 2) AuS welchem Q gehabten Bürg! netrn'Versamml gebracht wurde. 8) Aus welchem ( sichtlich einer v beruht. Dieser Sitte um schließen bin antrag: »Dir Stab ^Aushebung bt8 „Verlegung de, »dem Schlachth Aus diesen Antr ßch, Sofjtn zu ve,einigen. 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