Dienstag den 13. October Hf. 241 Zweites Blatt Gießener Anzeiger Kmerat-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giefzen. Äcbachou, Expcdius»» mit) Druckerei: SchukNrahe H!r. r. Fernlprecher 51. Vierteljähriger LSonvementsprei, i 2 Marl 20 Pfg. mu Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener f«vtcte»ß lütter irtbtn dem Anzeiger » Deutlich dreimal heigelrgt. Der k iehener < Icheint täglich, nit Ausnahme de» Montags. Iiinahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für de, fr tuenden Tag erscheinenden Nummer bi« Corrn. 10 Uhr. Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß He mach $ 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über He Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden mir.ttelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Auf- HlthgS von Fünf vom Hundert pro Monat September 1896 fi Iben Lieferungsverband Gießen pro 100 Kg betragen: Hafer Mk. 14,30, Heu Mk. 6,50, Stroh Mk. 4,60. Gießen, den 9. Dctober 1896. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. GrohherzoglicheS Ministerium des Jauern hat durch rtirbchließung vom 28. September d. I. die Abhaltung des LilhmarkteS zu Gedern am 13. October I. I. unter hr Bedingung genehmigt, daß nur Thiere au« uuverseuchten Di tun der Provinz Oberheffen und des königlich prenßtschen illiMgertcht-bezirk« Virstein aufgetrieben werden dürfen, daß Mare von Händlern aber nur dann zugelaffen werden, vm» sie mindesten« 7 Tage in unverseuchten Orten der Pro« Hnj Oberheffen in seuchenfretem Zustande zugebracht haben. Wir machen dabei darauf aufmerksam, daß bei» Auftritt von Bteh vorschriftsmäßige UrspruugSzeugniffe vorzu« jtlgaa sind, welche für Nichthäudler von den Großherzogl. Wr^ermetstereien, für Viehhändler dagegen von einem be« «■täten Thierarzte ausgestellt werden müssen. Schotten, 5. October 1896. GroßherznglicheS KreiSamt Schotten. Sch önfeld. Deutscher Seich. Darmstadt, 11. October. Seine Königliche Hoheit der Sr-oßherzog haben Seine Majestät den Kaiser Rlciol a u8 U. von Rußland zum ersten Inhaber des 2. KLroßherzoglichen Dragoner-Regiment« (Leib-Dragoner- Wmentt) Nr. 24 unter dem 10 October zu «nennen lnutht. Berlin, 10. October. Die „Deutsche Tageszeitung" rcschrt entgegen anderen Nachrichten zur Aufbesserung Ur Beamtengehälter, daß dieselbe so durchgeführt ttrhe, wie e« seit langer Zeit beabsichtigt ist. Mailand, 10. October. Da« Blatt „Gommerdo* meldet, -iitz 'fich Mintsterial'Director Springer am Montag nach Hratisöeikage: Hießmer Iamitienötätter. Paris begibt behufs Einleitung von Verhandlungen und zwar nicht über einen modus vivendi, sondern über einen formellen Handelsvertrag, .wozu der gegenwärtige Zeitpunkt sehr günstig sei. Pari«, 10. October. Sämmtliche Blätter erblicken in den gestern tn.ChalonS ausgebrachten Trtnksprüchen de« Prqfidenten der Republik und des Zaren die endgültige Besiegelung der französtfch-rusfischen Allianz. Paris, 10. October. Der „GauloiS" versichert, der Zar habe den Wunsch geäußert, im nächsten Frühjahr 14 Tage incognito auf Schloß Compiegne zuzubrtngen. Pari«, 10. October. Mit allgemeiner Spannung wurde gestern Abend der Trtnkspruch des Zaren erwartet. In den Cafes wurden sogar Wetten eingegangen bezüglich der Frage, ob der Zar daS Wort Allianz gebrauchen werde. "Zwei volle Stunden dauerte bte Unsicherheit. In mehreren großen Kaffeehäusern wurden die Toaste laut verlesen und von den Gästen mit Jubel ausgenommen. Die größte Freude riefen die beiden Redewendungen hervor: „Die beiden Länder find durch unveränderliche Freundschaft verbunden und eß herrscht bet unseren Armeen ein tiefes Gefühl der Waffenbrüderschaft." Special Ausgaben der Boulevard-Blätter meldeten am Spätabend die Unterzeichnung des franco- russischen Bündnisses durch den Zaren. DaS große Verdienst wird dem Minister Hanotavx zuerksnnt, . da allgemein die Ansicht herrscht, er habe gelegentlich der Unterredung mit dem Zaren den Text de« Kaisertoastes gemeinsam mit Schischkin verfaßt. London, 10. Oktober. Infolge de« gemeldeten SturmeS an der Küste find drei Schiffe gänzlich wrack geworden. Von der Mannschaft ist nur ein Thetl gerettet worden. Loudon, 10. October. Der „Standard" schreibt heute: Die in so glänzender Weise verlaufenen französischen Festlichkeiten sind nicht geeignet, England zu erschrecken, im Gegentheil, die Begrüßung hat nur einen sympathischen Eindruck gemacht, da weder der Zar noch Präsident Faure irgend ein Wort gesagt hat, da« England zurückweisen müffe. — Die „Time«" erklären, die gestrige Truppenrevue habe den prachtvollen russisch-französischen Festen die Krone aufgesetzt. D e Revue habe den Charakter des Großen gehabt. Der Zar habe diesem Schauspiel nicht ohne Rührung zusehen können. — „Daily Chronicle" meint, die Ansprache deS Zaren in ChalonS käm^ einer Allianz-Erklärung gleich. Der Zar sei in einen Seelenzustand versetzt worden, welcher die Hoffnung rechtfertigen müffe, daß eine Verständigung zwischen Rußland, England und Frankreich nicht ausgeschloffen sei. Der vom „Daily Telegraph" entsandte Special-Berichterstatter tele- graphilte seinem Blatte auS ChalonS, daß die ,französischen Truppen auf mindestens derselben Höhe wie die deutschen stünden. Alle Annoncen-Bureaux beß In- und Ausländer nehm«« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegn* tseefc* **A pree-tasfcOc». R. Reichelsheim, 11. October. Gestern feierte Herr Dr. Schäfer dahier feine silberne Hochzeit. Seit 26 Jahren wirkt der Jubilar als practtscher Arzt segensreich in hiesigem Orte und in der Umgegend. -n- Gettenau, 11. October. In Nr. 180, erstes Blatt, de« „Gießener Anzeiger" vom 2. August d. IS. berichteten wir von der Auffindung der Stücke einer Terrasigtllatavase, die auf dem Fuße einen Stempel mit den Buchstaben BIRIVSF trägt. Diese Buchstaben werden sich wohl in folgender Weise lesen lösten: Birius fecit, d. h. Biriu« hat die Vase gemacht. Wahrscheinlich war BiriuS ein geschickter römischer Töpfer oder Häsnermetster, der viele solcher Basen angefertigt hat. — Die Stationshäuser auf unserer neuen Bahnlinie rückten in den letzten Wochen sehr voran und find mitunter bis zum zweiten Stockwerke gediehen- sie kosten, je nach den Dimenfionen, 25,000 bis 30,000 Mk. und präsen- tiren fick sehr Vortheilhaft. Offenbach, 9. October. Eine eigenthümliche Feier hat gestern Nachmittag um 4 Uhr am Mainufer stattgefunden. Die fliegende Fähre beförderte um dieseStuode den 2000000sten Fahrgast über den Main herüber, verschiedene Herren hatten in Erwartung deS „großen" EreignisteS eine Mufikcapelle an Bord genommen und ein duftender Blumenstrauß harrte deS oder der Glücklichen, der als der 2000000ste den Fuß in die Fähre setzen würde. Der Maindamm vor dem Schloß war mit Neugierigen dicht besetzt, drüben auf der Fechen- Heimer Seite harrte ein Fährmann mit einigen Böllern deS großen Augenblicks und an der Anlegestelle am Fechenheim« Weg hatte fich ein Photograph ausgestellt, der das Ereigniß im Bilde festzuhalten bereit war. Und kurz nach 4 Uhr wurde als der oder richtiger die ersehnte „Zwei- millionste" Frau Steuervorsteher Brunn ermittelt und unter Glückwünschen mit dem erwähnten Blumenstrauß ausgezeichnet. Unter krachenden Böllerschüssen und den Klängen eines flotten Marsches gondelte dann die Fähre einige Male über den Main und drüben am Fechenheimer Ufer wurde dann auch die photographische Aufnahme der Scenerie verübt. Nachdem die Fähre wieder auf der Offenbacher Seite angelegt hatte, formirte fich der Festzng. Boran schritt die Musik, dann folgte die glückliche „Zweimillionste" und hinten noch einige Herren aus der Stadt und der ganze Schwarm der Neu- gierigen. Bor der „Stadt Lindau" löste fich der Zug auf und die Festtheilnehmer betraten die gastlichen Räume, wo das Ereigniß bei einem frischen Trunk und launigen Reden in der für solche Feste althergebrachten Weise gefeiert wurde. Offenb. Ztg. Kuilleton. Grober Unfug. Au« der Schule geplaudert von Hedwig Erlin. (Fortsetzung.) In demselben Augenblicke preßte ihre Nachbarin da« '1 äiientuch vor« Geficht, um daS Lachen zu verbeißen. „Auf der Stelle gestehen Sie, wa« los ist!" wetterte : bil jü Ulaul* i er» bit Sm-nkm Airten, bi M „ Ein stärkeres und günstiger zusammengesetztes natürliches Bitterwasser Ist uns nicht bekannt.“ Prof. Dr. LEO LIEBERMANN, Königlicher Rath, Director der Kon. Ung. chemischen Reichsanstalt, Budapest. I Ankauf alter Bfleher and Bilderwerke. Anjeboi- ,uur Bibliothek«, eerte ein sei Der BQcher erbittet die J. Rioker’sche Buchhandlung Gleeee». i_____ «sssttri fttiii, 18. tzektldf kiußf tiqttttttatn fiaub dtznim »«z» Wt' giiit sich abtt l 10,000 Kevschto Btrlii, 12. Hrkfftn, ne sich ttttzchn. ettin, 12. Wtibt 6ehbt ttqi btt btntid)t ■nr Ursprung FUrlkaok selbst b Realer stob aüt Hit Ipaanttt Zoll Vr'pli.a-ijtllglllßfo tzntt-f.z witbn ai 8007 Emil Fischbach Auf Verfügung Großh. Kreisamts bringen wirZNachsteheudes zur allgemeinen Kenntmß: Der sogenannte Frostnachtspanner richtet an den Obstbaumen (tns besondere an den Aepfel-, Kirschen- und Mirabellenbäumen) den größten Schaden an. In der Zeit von Mitte October bis December entschlüpft der Frostnachtspanner seiner Puppe und klettert der weibliche Schmetter- Ihm an den Stämmen der Bäüme empor, um in den Knospen ferne Eier abzulegen, welchen im nächsten Frühjahr kleine Räupchen entschlüpfen, die sofort an den Blüthen zu fressen anfangen und alle Bemühungen zu ihrer Vernichtung zu Schanden machen. Es ist deshalb von Wichtigkeit, den Schmetterlingen den Zutritt zu den Zweigen und Knospen zu erwehren, was am Gründlichsten durch An« legung von sogenannten Kleberingen (Klebegürteln) erreicht wird. Zur Herstellung von Kleberingen ist Brumataleim oder auch folgende Masse geeignet: 5 Kg. Rübol und 1 Kg. Schweinefett tüchtig gekocht; 1 Kg. dicker Terpentin und die gleiche Menge Kolophonium für sich zusammen« geschmolzen und dann unter fleißigem Umrühren der ersten Mischung zugesetzt. Diese so erhaltene sehr klebrige Masse wird auf 10 Ctm. brette Papierstreifen, welche fest um die Bäume zu binden sind, aufgetragen und muß, falls sie nach einigen Monaten zu zähe geworden ist, erneuert werden. Wir fordern hiermit die Baumbesttzer zur Vertilgung des Frostnacht. fpanners durch Anlegung von Kleberingen unter dem Anfügen auf, daß der Stadtgärtner und das Feldschutzpersonal zur Ertheilnng jeder gewünschten Auskunft angewiesen sind. Gießen, den 8. October 1896. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth, Oberbürgermeister. L_JM£SER „ Apenta ist angenehm im Geschmack, kann unbeschadet genommen werden und ist ein ausnahmsweise wirksames Abführmittel.“ BRITISH MEDICAL JOURNAL. -lchtNsr ..... trt Verla, 12.! «hab 10 ühr 30 Wickel ringtttofftn kerlir, 12. ( Fiftn llt;il v Mn-tv muhiTt tert tut Bertil, 12. Mi ,5arbb. bin StliiraDjltr •M« btt in ttn •MJctlacg verübt, kitnlihr gegen ] Vertin, 12, Ml.ifhne ■ Öiihalt btl | hUt i. b e ”tr Dn t «uiutt btn Mn danivtz, 1 rtnti Bl In k> , Ml 12. MU4'" ^”1 sä A itfrau »räfn MQ , " bit || •,nÄ » l0 ’Sta * "i>- it| Fritz Nowack Srstes Spkllii-Maschk« aal AuvOattiißs Geschifi. Xw r-4 * Man verlange Proben von ARENS’ CONSUM-CACAO garantirt rein. Höchste Ausgiebigkeit. Grösste Nährkraft. Feinstes Aroma. ^^Versteigerungen, i. | Dienstag den 13 Detober l. J., Nachmittags 3 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 (früher Bramm) gegen Baariahlung: 1 Pferd, 1 vollständige Badeeinrichtung, 2 große GlaS»(Laden)Schr3nke, 1 Zweirad, Zimmerteppich, Plüsch- und andere EophaS, Sessel, Pfeilerspiegel. vollst. Bett, Sptegelschrank, porz. Kaffee-, Thee- und Tafelservice, Waschgarnituren,ßBierkrüge, mehrere Oelgemälde und sonst verschiedenes. Versteigerung vorauSs. thetlw. bestimmt. 9010 Som, Gerichtsvollzieher Berücksichtigend die Natur der wohlbekannten ungarischen Bitterwasser- Quellen, ist es der medicinischen Facultät offenbar von Wichtigkeit in autoritativer Weise versichert zu sein, dass die Exploitirung der Quellen in einer für therapeutische Zwecke zuverlässigen Weise geschieht, und nicht nur vom •ommerziellen Standpunkte aus gehandhabt wird. Aus diesem Grunde sind die Quellen, aus denen das „ Apenta “ Wasser gewonnen wird, unter die ausschliessliche Controlle der Königlich Ungarischen Chemischen Versuchsanstalt (Ministerium für Ackerbau) zu Budapest gestellt worden. Scheune anderweitig zu vermiethen ch. Schaffstaedt, Echanzemirahe j »AttttiO iür Pfeedelloll oder Log» AUUMk sogleich zu ermiethea. Wollene Unterzeuge wie Unterjacken, Unterhosen und__ 35r Normalhemden 58 in großer Auswahl. Submission. 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