treu 1896 Sonntag den 13. September Kr 216 Mies Blatt < Zkints- und Anzeigeblntt für den Ureis Gieszen Hratiskeil'age: chießener Jamilienötätter Anrtlicher Tbeil U bet jrzügliches den, Glichen 6 Die Amt» den Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Lag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Alic Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehme» । Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. * Interessenten offen. Etwaige Einwendungen find binnen dieser Frist Meidung deS Ausschlußes bet uns vorzubrtngen. Gießen, am 11. September 1896. Großherzogliches Polizeiamt Gießen, v. Bechtold. Ohne Zweifel wird bei der Feier des dreihundertjährigen Bestehens der Hochschule Gießen 1907 von berufener Seite eine ausführliche Geschichte derselben erscheinen. Bausteine dazu auch jetzt schon zusammenzutragen und auf mancherlei Material hinzuweisen, was in unansehnlichen Actenbündeln vergraben ist, kann vielleicht erwünscht sein. Es ist bekannt, daß die Festung Gießen dreimal von Gesunde«: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Geld« beutel mit Inhalt, 2 Regenschirme, 1 Kinderstrohhut, ein Gummiball, 1 eiserner Reif, 2 Peitschen und 1 Eisentherl eines Kinderwagens. Gießen, den 12. September 1896. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. Matertalienkunde, Aufsatz, Buchführen, Rechnen, Geometrie, Veranschlagen und Wechsellehre- Schnitzen, Drehen und yasouireu in Elfenbein, Horn, Holz, Perlmutter, Schildplatt - Kerb« und Flachschnitt, Holzbrand, Einlegearbeit (Intarsia, Boulle)- Liseltreu in Silber, Treiben in Kupfer, Montiren tu Edelmetall in Verbindung mit Elfenbein, GlaS,zAchat usw. Der Unterricht wird durch eine reiche Modell« und Borbildersammlung, sowie gut auSgestattete Werkstätten unterstützt. DaS Schulgeld beträgt zehn Mark im Halbjahr. Unbemittelten Schülern kann die Entrichtung des Schul« gelbes nachgelaffen, sowie Auswärtigen der Besuch der Schule durch einen Unterstützungsbeitrag erleichtert werden. Bei Gesuchen um Gewährung der einen oder anderen Art dieser Erleichterungen werden neben der Vermögenslage des Schülers auch die Bermögenöverhältniffe der HeimathSgemeinde oder das Vorhandensein geeigneter Stiftungsmittel in Be« tracht gezogen. Anmeldungen und Gesuche find wegen der augenblick« ltchen Beurlaubung deS unterzeichneten Hauptlehrers an den Vorsitzenden des AuffichtSratheS zu richten, welcher zur weiteren AuSkunftSertheilung bereit ist. Erbach, im September 1896. Der Vorsitzende des AuffichtSratheS: Der Gr. Hauptlehrer: Limpert. Görtg. vierteljähriger Avonnementsprei»: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schulstrahe Ar.7. Fernsprecher 51. derbare Käuze gegeben. Einer derselben war der Lehrer der französischen Sprache Fr. Thom. Chastel an der Hochschule in Gießen. Sein Tagebuch von 1796 befindet sich jetzt in der Hofbibliothek zu Darmstadt. Dr. E. Heuser hat das Verdienst, dasselbe neu ausgegraben und in Bd. 5 der Mittheilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins mit einer auszuglichen Veröffentlichung begonnen zu haben. Forts, und Schluß — es sind sehr ausführliche Aufzeichnungen und man staunt, daß Chastel bei seinen vielen Arbeiten die Zeit noch dafür auftreiben konnte — werden in Bd. 6 und 7 der „Mittheilungen" folgen. Bei weitem weniger anspruchsvoll sind die Aufzeichnungen des Bauern Abel von Krofdorf, der unentwegt sein Hausbuch trotz Krieg weiter führte. Er schreibt auf, was ihn besonders interessirt, namentlich auch die Fruchtpreise. So finden wir z. B. die folgenden Aufzeichnungen, die auch jetzt noch nicht ohne Interesse sind. „1792. Das Korn galt den Frühling im Mai 5 fl. 10 Er., auch 20 fr. 2 Pf., die Gerst 4 fl. 20 fr., im September auf dem Schloß (Gleiberg) Korn 5 fl., Gerst 4 fl. Ich nahm 43 Achtel und 10 Achtel Gerst davon und 4 Wochen hernach richteten die fönigl. Preußen ein Magazin in Gießen auf, gaben gleich vor 8 Mesten Korn 8 fl. und vor die Gerst 6 fl., vor den Gentner Heu 3 fl." „1794. Den Herbst famen um ober nach Michaeli die Kaiserlichen mit beständiger Einquartirung von Brabant und den Niederlanden zurück und hatten den ganzen Winter bis um Pfingsten die Kanonier und Füsilier zur Einquartirung, auch fasselische Stückfnecht, welche ab und zufuhren, da nahm «olff» telegraphisches LorrefpondmpBureem. Berlin, 11. September. Der „Berl. Corr." zufolge stellte der Minister des Innern für die Ausbietung und Lieferung von Wtrthfchaftsbedürfniss en neue Bedingungen auf, worin angeordnet wird, daß Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Magerkäse, Milch und Butter, sofern es ohne Schädigung fiScaltscher Interessen geschehen kann, von den Producenten zu beziehen find. Die RegierungSprästdenten find ermächtigt worden, bei dem Bezüge der landwirthschaft- lichen Erzeugntffe von den Producenten geeigneten Falles einen freihändigen Ankauf auzuordnen. Ferner bestimmt der Minister, daß die Anstalten vier Wochen vor der öffent« lichen Bekanntmachung den Termin der Ausbietung, den Termin der Lieferung, die Art und Menge der zu liefern« den Gegenstände, die AusbietuugSbedingungen und die Lieferungsbedingungen den LandwirthschaftSkammern oder den landwirthschaftlichen Centralveretnen der Provinz mit« theilen sollen. Berlin, 11. September. Die gestrige, von 2000 Personen besuchte Versammlung der Schlosser beschloß, in allen Werkstätten, wo dies bisher noch nicht geschehen ist, sofort die Forderung deS Neunstundentages bei gleichen Löhnen zu stellen, bet deren Nichtbewilligung die Arbeit niederzulegen fei. Die Arbeitgeber werden am Montag in einer Versammlung zu der Forderung der Gesellen Stellung nehmen. dann die Theurung täglich zu- der Ctr. Heu galt anfänglich 2 fl. 40 Er., zuletzt 3 fl. 40 fr., das Korn das Achtel 17 fl., die Gerst 13 fl., Hafer 11 fl., Weizen 24 fl." Weit wichtiger aber sind die Aufzeichnungen Abels von Krofdorf durch die kriegsgeschichtlichen Notizen, die einen Vergleich gestatten zwischen dem Verhalten der Heere in einer Stadt und einem wehrlosen offenen Dorfe. Er schreibt darüber: „1795. Um den Februar 1795 hatten wir 7 Königl. Preuß. Durchzüg und hatten jedesmal Rasttag hier und machten viel Unkosten mit Zehrung und Vorspann, und ist bisher nichts bezahlt worden. Den Herbst hatten wir die Rohanischeu Husaren hier, es waren keine von den besten". Wir werden noch mehrmals auf die Abel'schen Aufzeichnungen zurückzukommen Gelegenheit haben, wenden uns zunächst jedoch den Ergebnissen zu, die das Studium des alten Actenmaterials ergiebt. Bei allen diesen alten Geschichten darf nicht vergeßen werden, wie langsam und unsicher sich damals alle Nachrichten verbreiteten. Der Verkehr war gering und in der Kriegszeit noch mehr beschränkt, die Wege schlecht und unsicher und so ist begreiflich, daß die Kunde von auswärtigen Ereignissen nur als Gerüchte sich verbreiteten, die aber lawinenartig wuchsen und bis ins ungeheuerliche oft verzerrt wurden, je weiter sie sich verbreiteten. Die Bewohner der Festung Gießen waren durck Wall und Graben geschützt, sie konnten den kriegerischen Ereignissen ruhiger entgegensehen. Anders aber war es auf dem flachen Lande und in den Dörfern. Berlin, 11. September. Die Ballschuhmacher proclamtrten Donnerstag Abend In einer öffentlichen Schuh« macher «Versammlung den sofortigen Geueralftrtke. Sie fordern Anerkennung eine- von ihnen vorgelegten Lohntarifs, neunstündige Arbeitszeit und Errichtung von Betriebswerk« tätten. Wo diese Forderungen Freitag früh nicht bewilligt werden, soll die Arbeit sofort ruhen. Potsdam, 11. September. Die Kaiserin traf heute Vormittag um 10Va Uhr mittelst SonderzugeS auf der Wildparkstation ein und wurde von dem Prinzen Adalbert auf dem Bahnhofe empfangen. Nach herzlicher Begrüßung fuhr die Kaiserin nach dem Neuen PalaiS. Görlitz, 11. September. Bei dem Diner, das heute Abend im Gesellschaftshause stattfand, saß der Kaiser zwischen dem Prinzen Ludwig von Bayern und dem Prinzen Victor von Italien. Gegenüber dem Kaiser saß der Ober« Hofmarschall Graf zu Eulenburg zwischen dem Chef deS Generalstabes, General der Cavallerie Grafen v. Schlieffen, und dem Chef des MilitärCabiuetS, General der Infanterie v. Hahnke. Außer den Fürstlichkeiten, dem Gefolge und anderen Offizieren waren der Landeshauptmann Dr. v. Seyde- witz, Landrath v. Witzlebeu und Oberbürgermeister Büchte« mann geladen. Der Kaiser verläßt morgen Görlitz und trifft Sonntag früh im Neuen Palais ein. Kiel, 11. September. DaS kaiserliche Canalamt macht bekannt: Die Durchfahrt durch den Kaiser-Wilhelm« Canal muß wegen der Bergungsarbeiten für den unter« gegangenen Dampfer „Johann Siem" von Montag Abend ganz unterbleiben. Bis dahin ist die Durchfahrt von Schiffen bis höchstens 8 Meter Breite und 4 Meter Tiefgang am Tage zulässig. m r Kiel, 11. September. In der heutigen Versammlung der Deutschen Gesellschaft für öffentliche Ge« sundheitspflege hielt Professor Fränkel-Halle einen Vortrag über die Bekämpfung der Diphtherie und bezeichnete als Hauptübertrager den Menschen, als Haupt« Ursache der Jnfection die Disposition. Redner forderte schleunigste Ueberführung aller Diphtherie - Kranken in ein Krankenhaus und die Errichtung von Beobachtungsstationen für Diphtherie-Verdächtige. Bezüglich des GerumS erklärte Redner die Heilkraft desselben für zweifellos- wenn auch die Anschauungen über den Werth der Jmmunistrung durch Serum auSeinandergiogen, so sei er doch Überzeugt, daß in nicht allzuferner Zeit die Serumimpfung gleich der Schutz« Pockenimpfung obligatorisch eingeführt werde. Karlsruhe, 11. September. Laut Hofbericht der „Karlsruher Zig." ist der Großherzog heute Nachmittag 4 Uhr 21 Minuten zu den Manövern abgereift. Der Großherzog nimmt im Schlöffe Osthausen im Elsaß bei dem UnterstaatSsecretär Freiherrn Zorn v. Bulach Absteigequartier, um von dort morgen Vormittag die 30. Division bei Nieder« Ehnheim zu besichtigen. Morgen Abend wird der Groß- Herzog nach einem dreistündigen Aufenthalt in Baden zum Besuche der dortigen Ausstellung wieder in Karlsruhe ein« in sonst alle! ;- Bekanntmachung. In der Gemeinde Münch ho lz Haus en (Kreis Wetzlar) ist die Maul« und Klauenseuche amtlich festgestellt worden. Die Rothlaufseuche dortselbst ist erloschen. Gießen, den 10. September 1896. Grobherzogliches Kreis amt Gießen. v. Gagern. Feuilleton. Wor hundert Zähren. Flucht des Gießener Universitäts-Archivs vor den Franzosen 1796. Von Dr. O. Buchner. ilung 8(1 Bekanntmachung, betreffend: Gesuch der Gail'schen Dampfziegelei und Thon« waarenfabrik zu Gießen um Genehmigung zur Verlängerung eines Ringofens. Die Gail'sche Dampfziegelei und Thon« waarenfabrik dahier beabsichtigt eine Verlängerung des vorhandenen Ringofens auf ihrer in der Gemarkung Gießen gelegenen Fabrik vorzunehmen. Pläne und Beschreibungen hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erscheinen dieses in dem „Gießener Anzeiger" gerechnet, auf dem Bureau der unterzeichneten Behörde zur Einsicht der Mftrümps« K i sehe*) ’ **e Spattie i, kg. 11. Nkmiit Der Hletzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener AamitienbtLIter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelrgt. Ä -s Franzosen besetzt war: n, 1) während des siebenjährigen Krieges vom 16. November 1758 bis zum Schluffe des Krieges 1763- 2) 1796 vom 8. Juli bis 11. September - 3) vom 21. April 1797 bis zum März 1799. Jetzt, gerade nach hundert Jahren hat bie ^toette -oe- • setzung ganz besonberes Interesse für uns und ist durch Niederdruck der „von einem Augenzeugen" vor hundert Jahren erschienenen „Kriegsgeschichte der Stadt und Vestung Gießen und deren umliegenden Gegenden" in verdienstvoller Weise auf bie Geschehnisse ber damaligen schweren Zeit aufs neue hingewiesen worden. Originalschilderungen aus damaliger Zeit sind selten. Wer hat Muße gehabt, seine Beobachtungen und Erlebnisse aufzuschreiben? Und doch hat es wlche son« Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. & •ein. UJ i°> (Satt,, MI. Hroßherzogliche Fachschule für Elfenbeinschnitzerei und verwandte Gewerbe zu Erbach im Odenwald. Die Anstalt stellt sich die Aufgabe, tüchtige Elfenbein« und Holzsämitz^r heranzubilden, denen eine vollständige theo« „tische und^sactische Ausbildung geboten wird- in gleicher Weise dient sie seit Kurzem zur Ausbildung von Drehern, Cise- leuren, Stuckateuren und verwandten BcrufSarten. Das Wintersemester beginnt Montag, 5. Oktober. Unterrichtet wird von drei Fachlehrern und zwei Hilfs« lehrern in folgenden Lehrfächern: Freihand- und Linearzeichnen, kunstgewerbliches Zeichnen und Entwerfen, Modelliren nach ornamentalen und figürlichen Motiven, Borträge über plastische Anatomie, Sttllehre, Mrthe: iisslsr, tffeld. Mm 14. Ieptemk üisrvasd ich, en 14. Teptaln ist, um kühlen ffGiesseii treffen und den Sonntag daselbst verbringen. Sonntag Abend wird sich der Großherzog nach Heidelberg begeben, von wo am Montag dir Besichtigung der Corp-manöoer de- 14. Armeecorps ihren Anfang nimmt. Helgoland, 11. September. Nachdem die unter dem Lornmando des commandireodeu Admiral- v. Knorr stehende, seit dem 9. August formirte UebuogSflotte bisher tu der Ostsee taktische Aufgaben gelöst und kleinere Manöver außgesührt hat, hat sich dieselbe nunmehr nach der Nordsee zur Abhaltung eines größeren strategischen Manövers Legeben. Nach Beendigung desselben wird die UebuugSflotte voraussichtlich am 15. dS. MtS. vor Helgoland aufgelöst werden. Innsbruck, 10. September. Der Deutsche Historiker« tag wurde mit einem BegrÜßungSabend eingeleitet. Prof. Kalteubrunner begrüßte die Versammlung Namens des Orts» auSschuffeS, Zwiedntk« Sudenhorst Namen- des Verbands« auSschuffeS. Bis jetzt sind 97 Theilnehmer anwesend, 59 aus Oesterreich, 36 auS Deutschland, 1 aus Rom und 1 aus Paris. Krysowice, 10. September. Heute kamen dte Kaiser« Manöver in Galizien zum Abschluß. Kaiser Franz Josef wohnte den Uebungen von 8 Uhr früh ab bei und sprach seine Anerkennung über dte lehrreiche Anlage wie den gauzen Verlauf der CorpSmanöver aus. Pari-, 11. September. Ganz besonders wüthete der Wirbelsturm am Quais deS OrfövreS, wo große Bäume entwurzelt und tu die Seine geweht wurden. Beim Pont Neuf wurden mehrere Boote zum Sinken gebracht- eine Barke wurde auf 15 Meter Höhe gehoben und auf den Quai geschleudert. Mehrere Droschken wurden vollständig zertrümmert. Eine Droschke wurde 20 Meter weit fortgeschleudert - mehrere Kutscher und Fahrgäste wurden schwer verletzt. Auf dem Pont au change wurde ein OmutbuS umgeworfen- der Kutscher blieb tobt, zwei Fahrgäste wurden schwer verletzt. Au der Präfectur wurde eine Thüre herauS- geriffeu- dieselbe zerschmetterte mehreren Personen, welche unter dem Thorwege Schutz gesucht hatten, den Schädel. Auf große Strecken wurden dte Fensterscheiben zertrümmert und Dächer eingedrückt. Die genaue Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Außer den gemeldeten lobten gab es 50 Verwundete, darunter mehrere schwer. Pari«, 11. September. Wie weiter gemeldet wird, verursachte der Wirbelwind sehr bedeutenden Schaben. Der Quai des OrfäoreS und die Brücke St. Michel boten einen traurigen Anblick. Durch den Sturz eines Mastes wurde einer Frau der Kopf etngeschlagen und durch den einer Droschke ein junger Mann getödtet. Mehrere Redakteure deS „Journal de France", welche au» dem Handelsgericht kamen, wurden erfaßt und schwer verletzt. Etwa 10 Personen wurden in die Seine geschleudert, jedoch gerettet. Mehrere Verwundete wurden in daS Hotel Dieu geschafft- dieselben liegen in den letzten Zügen. Die Keller stehen unter Waffer. Pari», 11. September. Die Zahl der bei dem gestrigen Wirbelsturm Verunglückten wird jetzt auf 150 angegeben, van denen 36 ernster verletzt feien. Marseille, 11. September. Das Packetboot „Bugeaud" ist, von Konstantinopel kommend, mit 120 Armeniern an Bord, hier etngetroffen. Dte Armenier wurden nach der Landung fretgelaffen. Chrtstiauia, 11. September. Bei dem Festmahle, welches gestern Abend zu Ehren Nansens stattfand, theilte Prof. Broegger mit, es fei ein Nansen-Fonds zur Förderung der Wtffeuschaft gebildet worden- der Fonds enthalte 210,000 Kronen, welche gänzlich durch freiwillige Beiträge aufgebracht worden feien. Petersburg, 11. September. Der „Ruffktj Invalid" veröffentlicht folgende Bekanntmachung: Um jeder Verbreitung irrtümlicher Gerüchte vorzubeugeu, wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der kaiserliche Erlaß vom 21. August a. St., durch den mehrere Offiziere de» in Bjel- gorod garntfontrenden Dragoner-Regiments zu gemeinen Soldaten degradirt wurden, durch dte Thatfache veranlaßt worden ist, daß diese Offiziere eine Corporalschast Am 5. Junt 1796 verbreitete sich das Gerücht in Gießen, die Franzosen seien im Anrücken auf die Gegend. Es war bekannt genug, weffen man sich von einem solchen Besuch zu gewärtigen habe, und so war es nicht zu verwundern, daß die Einwohner der Stadt, besonders diejenigen, welche etwas verlieren konnten, vom größten Schrecken befallen wurden. Ganz besonders schlimm waren die Beamten daran, welche öffentliche Kaffen zu verwalten hatten. Schon 1795 hatte der Hochschule dieselbe Gefahr seitens der Franzosen gedroht, als dieselben im September zum erstenmal über den Unterrhein und die Lahn gingen. Zwar war im Frieden von Basel (April 1795) durch eine Demarkationslinie das nördliche Deutschland mit Gießen für neutral erklärt worden, während im südlichen Deutschland der Rrieg fortdauerte, aber man war trotzdem keineswegs sicher, ob die Franzosen nicht doch diese Demarkationslinie überschreiten und unsere Stadt trotz der preußischen Besatzung bedrohen würden. Es wurde deßhalb im September 1795 in aller Eile vom Senat der Hochschule auf Antrag deö UniversitätS - Secretär Oßwald beschlossen, es sollten die Quartals- und Hausbesoldungen im voraus bezahlt und der Rest der Kaffe dann in einen sicheren Versteck gebracht werden, doch verzog sich die drohende Gefahr und es war nicht nöthig, einen weiteren Beschluß zu fassen. Anders war es Anfang Juni 1796. Da war Gießen nicht mehr durch eine Demarkationslinie geschützt und die feindliche französische Armee näherte sich in bedenklicher Weise unserer Gegend. Freilich waren die Mittheilungen über die Zeitereigniffe ebenso langsam wie unzuverlässig und bestanden vorwiegend auf mündlichen Ueberlieferungen, aber gerade dadurch wurden auch kleinere Ereignisse zu großen aufgebauscht. (Fortsetzung folgt.) Dragoner zwangen, gesetzwidrige Repressalien gegen die Einwohner deS Fleckens Mjibujte in Podolien zu üben, na die Beleidigung eines ihrer Kameraden zn rächen. Konstantinopel, 11. September. Nach einer von der Pforte stammenden Nachricht wurde in einer armenischen Kirche eine Bombenwerkstätte entdeckt. »opofch« bH tat» Berlin, 11. September. DaS Staatsministerium trat heute Nachmittag 2 Uhr in seinem Dieustgebäude unter Vorsitz deS Fürsten Hohenlohe zu einer Sitzung zusammen. Berlin, 11. September. Wie die Abendblätter melden, wird der preußische Landtag Ende October einberufen werden. ES werden dem Landtage sofort der Entwurf eines Sparkassen Gesetzes, die Vorlage wegen Erwerbung von Theilen der hessischen LudwigSbahn und der Entwurf einer Landgemeinde- und Städteordnung für die Provinz Hessen- Nassau zugehen. Der Staatshaushalts Etat soll diesmal wiederum erst im Januar eiugebracht werden. Berlin, 11. September. Im Sitzungssaale des neuen ReichStagSgebäudeS fand gestern Abend die BegrüßungSfitzung deS deutschen AnwaltStageS statt. Erschienen waren circa 300 Damen und Herren. Justizrath Levy hieß im Namen deS HauptauSschusseS und des Vorstandes des deutschen AnwaltSvereiuS dte Mitglieder herzlich willkommen, worauf Justtzrath Deist au» Leipzig als Vorsitzender deS deutschen Anwaltsvereins den Ehrengästen und Vertretern der Behörden für ihr Erscheinen dankte. Justizminister Dr. Schönstedt hieß im Namen der preußischen Justizverwaltung alle herzlich willkommen und sprach seine Genugthuung darüber au», daß der deutsche Auwaltstand nach besten Kräften dazu betgetrageu habe, daS Werk deS Bürgerlichen Gesetzbuches zu gedeihlichem Ende zu führen. Doch e» harrten noch andere große Aufgaben der Lösung und er hoffe, daß auch dazu der deutsche Anwaltstand bereit sein werde, selbst wenn e» auch einmal gelte, dem Allgemeinivteresse daS StandeStnteresse zum Opfer zu bringen. Die Preußische Justizverwaltung werde stets darauf bedacht sein, Rathschläge zu befolgen ober Notiz zu nehmen von ben Wünschen ber Anwälte, die practische Erfahrungen mit theoretischem Wissen verbänden. Nachdem Bürgermeister Kirschner den Gruß NamenS der Stadt Berlin bargebracht, sprachen noch Vertreter ber Wiener, Brüsseler und Pestrr AnwaitSkammer. Berlin, 11. September. Der heutigen ersten Sitzung des deutschen AnwaltStageS, welche im Abgeordneten- Hause stattfand, wohnten zahlreiche höhere Juftizbeamte bei, u. A. Justizminister Schönstedt, StaatSsecretär Nieberding, mehrere Geheimeräthe und der Präfideut deS Reichs-Ver- ficherungSamtS, Bödicker. StaatSsecretär Nieberding brachte der Versammlung den Willkammengruß der deutschen Reich»- Justizverwaltung dar und begrüßte sie als Bundesgenossen bei den großen gesetzgeberischen Aufgaben, die der Reichs- Justizverwaltung in den nächsten Jahren noch bevorstehen. Redner erwähnte in seiner längeren Ansprache da» erledigte Bürgerliche Gesetzbuch, al» dessen nothwendige Folge nunmehr schon der Entwurf eines neuen Handelsgesetzbuches vorliege. DaS LiegenschaftSgesetz bedürfte der gemeinsamen Ordnung, und zwar daS ZwangSvollstreckungS- und daS gesammte Grundbuchwesen. ES sei ferner zu prüfen, welche Rückwirkung daS neue bürgerliche Recht in Verbindung mit dem Handelsrecht auSübe auf unsere Civilprozeß- und ConcurS- Ordnung. Ferner harrten dringend der reichsgesetzlichen Regelung, weil die partikularistischen Verordnungen sich schwer mit dem bürgerlichen Gesetz Vereinen lassen, zunächst daS Verlagsrecht, daS Versicherungswesen und da» Pfandbriefrecht. ES sei kein Zweifel, daß eine solche Umwälzung drS RechtSwesenS sich bei einem Volke mit stark partikularistischen Interessen nicht vollziehen könne, ohne daß manche Spannung entstehe. Die Regierung verhehle sich nicht, daß in dieser Epoche der Entwickelung manches Wort der Unzufriedenheit gegen die Regierung und gegen die Gesetzgebung fallen werde. Ferner verhehle man sich nicht, daß dem deutschen Volke in der nächsten Zeit noch manche unliebsamen Zustände erwachsen werden. Er vertraue aber darauf, daß der deutsche Anwalts- stand in vollstem Maße seine Pflicht erfüllen werde. Nach kurzen Besprechungen des Juftizrath» Mecke trat der An- waltStag in den geschäftlichen Thetl ein. Zum Vorsitzenden wurde der Geheime Justizrath Lrsie Berlin gewählt. Justiz- rath Levy sprach über die Frage: Empfiehlt fich, im Ctvtl- Prozeß an Stelle des Partei Eide» die Einführung der eidlichen Vernehmung der Parteien? Ein diese Frage ver- neioender Antrag wurde angenommen. Rechtsanwalt Dr. BreSlauer-Brcslau referirte über die Frage: Ist es angängig, die RevtfionSsumme zu erhöhen? Ein Antrag, diese Erhöhung zu verwerfen, wurde angenommen. Berlin, 11. September. Zum Jagdbesuch e deS Kaisers bei dem Grafen zu SolmS in Klitschdorf wird gemeldet, daß der Kaiser morgen vom Bahnhofe SiegerSdorf birect in den Wald auf die Pürsche »sich begibt. Erst gegen Abend trifft der Monarch zum Diner im Schlosse zu Klitschdorf ein und verläßt dasselbe Abends nach 10 Uhr wieder. Berlin, 11. September. Laut Meldung des „Reichs- anzeigerS" find dem Commaodanten, sowie mehreren Osfi zieren und Mannschaften der Macht „Hohenzollern" Auszeichnungen verliehen worden. Berlin, 11. Sept-mber. Die „Post" ist betreffs der Frage einer Abänderung des Vereins- und Ver- sammlungSrechte» der Ansicht, daß, wenn die Regierung fich entschließe, so weitgehende Zugeständnisse zu machen, wie die Aufhebung deS LoalitionSverboteS für politische Vereine, fie auf der anderen Seite die Möglichkeit stellen müsse, gegen die Bildung oder da» Bestehen von vereinen und die Veranstaltung von Versammlungen, die einen staatsfeindlichen Eharacter tragen, erfolgreich einzuschreiten. Dabei wäre auch wohl zu erwägen, ob man mit dem Begriff staatsfeindlich zunächst lediglich focialdemokratische und anarchistische Bestrebungen treffen wolle. Schließlich spricht die „Post" die Hoffnung au», daß dem Landtage in der nächsten Session der Entwurf einer Novelle unterbreitet werde, deren Bestimmungen den Behörden ein möglichst wirksames vorgehen gegen jeden die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährdenden Mißbrauch des Vereins- und versammlungsrechtes zur strengen Pflicht machen. Frankfurt l M., 11. September. Aus London wird der „Franks. Ztg." gemeldet, daß die Preß Association eine Sensationsnachricht verbreitet, wonach die Absetzung de» Sultan» nunmehr von den Mächten ernstlich erwogen werde. Frankfurt n. M., 11. September. Die „Franks. Ztg." meldet aus London: Der Gedanke, den Sultan ab- zusetzen, wird allgemein sympathisch aufgenommen. Trotz der für solche Zwecke ungeeigneten Jahreszeit kommt eine lebhafte Bewegung in Gang. Die Blätter beider Parteien in London und in der Provinz veröffentlichen spaltenlange Zuschriften, die ein entschiedenes Vorgehen gegen den Sultan fordern und Massenkundgebungen empfehlen. Beachtung findet ein Artikel des „Standard", daß eine große parteilose Bewegung Lord Salisbury die Hand kräftigen würde. Zürich, 11. September, vom Lyskamm bei Zermatt ist ein Professor Namens Grünert mit den Führern ab- gestürzt. Alle find tobt. Prag, 11. September. Am Fuße des westlichen Böhmer- Waldes tritt die Nonnenraupe derart massenhaft auf, daß der Bestand der umfangreichen Forsten gefährdet ist. Brux, 11. September. Der Nacht» über Brüx nieder- gegangene Wolkenbruch hat schreckliche Folgen gehabt. Der ganze betroffene Theil de» Bahnhof» hat fich um einen halben Meter gesenkt. Die Schienen des Bahngeleise» hängen in der Luft. Auch die Eisenbahnbrücke hat sich gesenkt. Die Eisenconstruction derselben ist stark beschädigt. Der Bahnverkehr nach Komotan dürfte kaum vor vier Wochen wieder aufgenommen werden. Brux, 11. September. Bisher ist e» noch nicht gelungen, den Schwimmsand-Bruch im Annaschachte zn« Stillstand zu bringen. Augenblicklich befürchtet man a« meisten für die an der JvhnSdorfer Straße gelegene Hoch- Quellleitnng, wodurch die Stadt de» TrinkwasserS verlustig gehen würde. Bis jetzt find die Erdbewegungen über das vorjährige Bruch-Terrain nicht hinauSgegangen. Sollten aber die Eindämmungsarbeiten nicht bald von Erfolg sein, dann find weitere größere Erdsenkungen zu befürchten. Budapest, 11. September. Auf der Untergrundbahn gerieth gestern Abend 11 Uhr ein vollbesetzter Waggon infolge Kurzschlusses in Brand. Die Passagiere konnten fich nur mit größter Mühe mitten auf der Strecke durch Abspringen vom Wagen retten. Pari», 11. September. Graf de Mun erklärt da» Freimaurerthum als eine große Gefahr nicht nur für daS Christenthum, sondern auch für die ganze Eiviltsatiou. Man müsse deßhalb die Freimaurerei auf da» Entschiedenste bekämpfen. Pari», 11. September. In ArraS wurde beim Manöver deS 1. Armeecorps ein der Spionage verdächtiger Mann verhaftet. Dieser ergriff jedoch beim Transport nach dem Bahnhof die Flucht. Pari», 11. September. Bon den Opfe rn de» Ehcloo» befinden fich allein in den Spitälern 18 schwer verletzte, von denen sich 7 in gefährlichem Zustande befinden. Außer diesen find noch 30 andere verletzte und 2 Tobte constatirt. Der Cyclon war eine Windhose, die auf einem einzigen Punkte niedergiog. Da» Sturmgebiet umfaßt ein krei». förmiges Territorium von nur 100 Meter Durchmesser. Nach fachmännischem Urtheil wurde der Sturm durch einen starken Luftdruck hervorgerufen, welcher, vom Ocean kommend, fich gegen Norden fortsetzte, der Golf von GaScogne gilt al» Ausgangspunkt der Natur-Erscheinung. Pari», 11. September. E» bestätigt fich, daß der Zar seinen Aufenthalt in Paris verlängern wird. ES ist nämlich noch eine Jagd tu der Gegend von Rambouillet vorgesehen. Die Truppenschau soll im Zeltlager von EhalonS stattfinden. London. 11. September. Hier und in den Provinzen fanden gestern zahlreiche Protestmeetings in anti- türkischem Sinne statt. Wie hier verlautet, erwägen die Großmächte ernstlich den Gedanken einer Absetzung de» Sultan», und man erwartet von einer voraussichtlichen Action deS Schelk ul Islam, ber zur legalen Beseitigung des Kha- lifen seine Einwilligung geben muß, wichtige Entwickelungen. Die gegen bie Ausweisung der Armenier gerichtete englische Note ist insofern erfolgreich gewesen, als der Sultan durch Erlaß die summarische Ausweisung verboten hat. London, 11. September. AuS Aden wird hiesigen Blättern gemeldet, daß die dortigen Hasenbehörden angewiesen seien, zwei deutsche Dampfer, welche Waffensendungen an Bord haben, da» Rothe Meer pass Iren zu lassen. Die Dampfer gehen nach Sansibar ab. Athen, 11. September. AuS Kauea wird gemeldet, daß die B ev ölkerung ihre Wohnsitze wieder auf f u*t. E» heißt, Berowitz Pascha werde demnächst mit großem befolge eine Rundreise durch die Insel vornehmen, um der Pforte genauen Bericht über die durch ben Aufstand verursachten Schäden zu erstatten. Görlitz, 12. September. Zu ber gestrigen kaiserlichen Abevbtafel im Gesellschaftshause waren etwa 80 Ein- labuagen ergangen. Der Kaiser kehrt heute Abend nach dem Neuen Palai» zurück. Hamburg, 12. September. Stadtbaurath Stahl au» Altona, früher in Frankfurt a. M. wohnhaft, der Erbaoer der großen Mainquai-Anlageu, mußte in die Provinzial- Irrenanstalt gebracht werden. Wien, 12. September. AuS Athen «erden Idjümwt Nachrichten über Kreta gemeldet. Ja Ehromonastiri fio» vier Ehrt st en, die von ihren verlassenen Häusern wieder Besitz nehmen wollten, von den Türken getödtet worden, waS in Rethymo und Kauea große Aufregung hervorrief. ^12.6^ Vttk- fört. f>l"W 12. »Ai«« f»' zahlt W * (tata 2." ui.» «L 12. SW 11 |,t‘ 0«*®" äs* “ 33. 8,„ gonniai Ä M d-- W y Oiatir.Uilintli®“ u gestalten- < p •• MihtM. . «flirt seit einig« T°i twbtra unb ist Dorstch *($, bei dem ersten Anz |U bringen, ba nur bani etrbin Iwin. ®14 setz Temtx nad) einigen 6a5 die tückische Krankl, - llisel 4. vataU Mittag io» Mauövei kt Sahn bis SunterSt " Bei htm Eifeul habe des Tagelöhner» oohnhaft, stürzte gestern ltgrnb von Dutenhofen befindlichen Zuge» und tidige Klinik verbracht. " Koffeedieb. Pete Stegen wohnhaft, der av tarn Darmstädter Reifen »abtn tnimbttt, tourb 1'kMrtn Zuchtha Obgleich de te pfo war, billigte Kr Mot itchS Mal tt «Mt Umstände nicht «re st hohe Strafe, w\\ bwn -igenihum geschützt :Nt, ein anDtrbtfltrli ?■ “bung der Thal zu 1 i '■ ß. mit bim Inhal ”B Kleiu'Liubin wieber " Sisiubahulichiz. ontzuug bir V.Zü bahiu erweitert rcc ?; Wunsch in de, *« °"b »enn babun beseht wird. Strainbeni -WM* n,4 lwt„ - . ®,rfc ungeordnet, dafi 11 Hi «8t6i "WäSt .. ,‘ln «’f ilmn (a(t r-„ - tir e. nut No sofern j Untetliegen. '«h. e Mun erklLn Id Sesahr nicht vor fii le ganze Tiviltsrtiir mf das Entschied»!! na8 warbt dm Spionage DtrbÜ1 och beim Traaspor ^ernberTycloa« 18 schwer Sirltfii, nbe befinden. Hofier id 2 tot cnstaliri. auf elM Ni« :t umsaht tto W> :tt Durchmess». Hü m durch einen fircku Oceau kommend, fit m Gascogne gilt ä tat fW, bli 1« 8,: nirb. « »"i* itnbouta» ,n Skalen« M* un| 11 i« $»* tuttfliS»,1" “ ttlmilü. ckn «*■• * StleWjfflä JJ® iw 5; 1« et*1-;:. ,15 dir ®«to W rboten hat. ab<» * ’S Ä!ö PSIÄ * ysS*** « g*«- sS Ä rfen hervsn»! vrüx, 12. September. Die Erdbewegungen dauern ununterbrochen fort. Die Erdriffe nehmen erschreckend zu. Es herrscht neuerlich unter der Beoö.kerung große Unruhe. «rüffel, 12. September. Bet einer gestrigen Spazierfahrt de- König- scheuten die Pferde und schleuderten den Wagen tn einen Teich. Der Kutscher und der Adjutant de- Monarchen wurden verwundet. Der König schwebte tu Gefahr, zu ertrinken. Die Herbetetlende Prinzessin Elcmeuttne befreite ihn mit der Dienerschaft au- seiner gesähr- ltchen Lage. Papenburg. 12. September. Da- Seeschiff Else, welche- seit 45 Tagen als verschollen betrachtet wurde, ist vorgestern tn Queenstown gelandet. H. Darmstadt, 12. September. Das Großherzog- liche Paar ist heute Mittag aus Italien zurückgekehrt und reist morgen zur Thetluahme an dem Großherzogltchen DivifionSmanöver nach Mainz. Die Rückkehr erfolgt am 23. Septemb-r. totales und provinzielles. Sieben, den 12. September. ** Die Kunstausstellung im ThurmhauS am Brand wird morgen Sonntag Dormittag 11 Uhr wieder eröffnet. * ♦ Theater. Am 1. October erfolgt die Eröffnung drs hiesigen Theaters unter der neuen Direction Kruse- Helm. Für das Unternehmen ist eine Anzahl tüchtiger Bühnenkräfte verpflichtet worden. Es gelangen u. A. färnrnt- liche maßgebenden Novitäten zur Aufführung- auch findet eine Reihe von Gastspielen hervorragender Künstler statt, sodaß also von der Direction Alles aufgeboten wird, um das Theater-Unternehmen zu einem unserer Stadt würdigen zu gestalten. DiphtherittS. Im Mittelpunkt unserer Altstadt graffirt seit einigen Tagen die Diphtheritis unter den Kindern und ist Vorsicht daher am Platze. ES empfiehlt sich, bei dem ersten Anzeichen die Kinder nach der Klinik zu bringen, da nur dann der Krankheit wirksam begegnet werden kann. Bis jetzt find die dort behandelten Kinder immer nach einigen Tagen als geheilt entlasten worden, so daß die tückische Krankheit noch kein Opfer verlangt hat. • * Unser 4. vatalliou de» 116. Regiments rückte heute Mittag inS Manöver selb ab. Die Mannschaft wurde per Bahn bis Guntersblum befördert. * * An» dem Eisenbahuzuge gestürzt. Der 4 Jahre alte Knabe des Tagelöhners Gg. Müssing hier, Krosdorserweg wohnhaft, stürzte gestern in Gegenwart seiner Mutter tn der Gegend von Dutenhofen von der Plattform des tn Fahrt befindlichen Zuges und wurde schwer verletzt tn die hiesige Klinik verbracht. Kofferdieb. Peter Orthmüller in Roßbach, zuletzt in Gießen wohnhaft, der am 28. Juli im Wartesaal 3. Klasse einem Darmstädter Reisenden das Musterköfferchen mit Kaffee- proben entwendete, wurde heute von der Strafkammer zu V/3 Sagten Zuchthaus und Ehrverlust auf 3 Jahre vrrurtheilt. Obgleich der Werth des gestohlenen Objects kein großer war, billigte der Gerichtshof dem Angeklagten, der schon sechs Mal wegen Diebstahl vorbestraft war, wildernde Umstände nicht zu, erkannte vielmehr deshalb auf eine so hohe Strafe, weil die Pastagiere der Eisenbahn resp. deren Eigenthum geschützt werden wüste und weil der Angeklagte, ein unverbesterlicher Dieb, mit großer Frechheit bei Ausübung der That zu Werke gegangen. Der Koffer fand sich s. Z. mit dem Inhalt auf einem Haferfelde in der Nähe von Klein-Linden wieder. • • Eiseubahultches. Die Bestimmungen über die Benutzung der V-Züge sind, einem Berliner Blatte zu- folge, dahin erweitert worden, daß zusammengehörige Reisende auf ihren Wunsch in demselben Abtheil untergebracht werden sollen, auch wenn dadurch mehr als die Hälfte der Plätze besetzt wird. ** Zur Berwinderung de» Schreibwerkes wird von der preußischen Eisenbahn-Verwaltung in einem neuen Circular-Erlaß aufgefordert, in dem bemerkt wird, daß die Schriftstücke noch immer nicht kurz genug abgefaßt würden. Cs wird angeordnet, daß alle Schriftstücke so kurz zu faffen sind, wie es die nöthige Klarheit der Darstellung nur irgendwie zuläßt. Die Curialieu sollen saft ganz fortfallen. • * Ein strenger Winter soll für Heuer in Aussicht stehen. Die Franzosen schwören nämlich Stein und Bein, daß ein baldiges Abziehen der Flamingos nach wärmeren Gegenden auf einen kalten Winter deute. Nun sind aber au8 ganz Süd-Frankreich die Flamingos seit einiger Zeit vrrschwunden. Ein regnerischer Sommer, ein eiskalter Winter, da bleibt nur noch der Herbst als einzige Hoffnung. • • Für Rekruten. Die demnächst zu ihren Truppen- theilen abgehenden Rekruten seien darauf aufmerksam gemacht, daß sie, sofern sie der Jnvaliditäts. und Altersversicherung unterliegen, ihre QuittungS karten gut aufzuheben haben, da sie diese beim späteren Wiedereintritt ia eine verficherungSpflichtige Beschäftigung wieder haben müffrn. Wer dieses unterläßt, hat sich entstehende Nachtheile selbst zuzuschreiben. • * MilitStpenfiousgeseh. Eine alS Härte empfundene Auslegung deS RetchS'MtlilärpenstonSgesetzeS ist von der Heeresverwaltung jetzt endgültig fallen gelaffeu. Nach einer Bestimmung des Gesetzes haben sich alle Invaliden, denen ouf Grund ihres Gesundheitszustandes eine zeitl-.ch begrenzte Pension zugesprochen ist, auf besondere Vorladung gelegentlich be- Oberersatzgeschäftes zur militärärztlichen Untersuchung zu stellen. Wer diese Vorstellung versäumte, ging Mangels einer triftigen Begründung kurzweg seiner Ansprüche bauernd verlustig. Nach einer neuen Bestimmung wird dagegen fortan den UntersuchungScommisfionen in solchen Fällen frsigestellt, in die Frage der weiteren Pensionsberechtigung sicher Invaliden einzutreten, falls diese später wieder auS frsicn Stücken um eine ärztliche Untersuchung ihres Gesundheitszustandes zur Erhaltung ihrer Pension einkommeu sollten. Dieser Verordnung ist, da- besonders beachtet zu werden verdient, rückwirkende Kraft beigelegt worden. § Au» dem Ohmthal, 11. September. Da- fortwährende Regenwetter der jetzigen Tage fügt der Landwirthschast schweren Schaden zu. Wohl ist die Getreideernte in hiesiger Gegend mit wenigen Ausnahmen beendigt worden, aber in welch' schlechtem Zustand ist meist die Frucht in die Scheuer gebracht worden? Nicht einmal gehörig trocken, geschweige denn gut dörr, hat man daS Getreide vom Felde heim- geholt. Die Fälle sind denn auch nicht selten, wo da- Getreide mitten im Gebund tn der Scheuer zu keimen beginnt. Noch übler ist man im oberen Vogelsberg dran, dort lagert die schön gewachsene Sommerfrucht, besonders der Hafer, noch fast gänzlich im Felde. Tritt nicht bald eine Aende- rung de» Wetters ein, so muß diese Frucht zu Grunde gehen. Im Ohmthal hat man bereit- mit der Grummeternte begonnen, da die Zeit weit vorgerückt ist. Nun lagert da- ohnehin in hiesiger Gegend sehr schlecht geratene GrumrnetgraS auf den nassen Wiesen und droht zu verfaulen. Doppelter Schaden bei den sonst schon knapp zu- gemeffenen Futtermitteln. Geht man an Kartoffelfeldern vorbei, so nimmt man sofort einen starken Geruch wahr, da» characteristische Zeichen der beginnenden Fäulniß der Knollen. In der That trifft man bei den Frühkartoffeln letzthin sehr viele faule an. Zur jetzt au-zusührenden Korn, faat werden die Aecker zu weich, so daß das Korn kaum gesäet werden kann. Von einer Erfüllung der Regel „Korn in Schorn" (trockene Scholle) kann füglich keine Rede sein. Ueberall, wohin wir blicken, sehen wir die unheilvollen Folgen einer zur Unzeit sich eingestellten Regenpertode, deren unheilvoller Einfluß sich mit ihrer Dauer vergrößert. BemerkenS- werth ist dabei die hohe Temperatur für diese Jahreszeit, die gestern Nacht sogar ein Gewitter zeitigte. VeEtschtss. ♦ Betzdorf, 11. September. In der vergangenen Nacht stiegen in da- hiesige Stein'sche Uhrengeschäft Diebe durch ein Nebenfenster ein und raubten aus dem Schaufenster für etwa 6000 Mk. goldene Herren- und Damenuhren, Diamantringe, Armbänder, Uhrketten und Damenhalsbänder. • München, 11. September. In der Schillerftraße verübte ein stellenloser Kellner ein Attentat auf einen Criminal-Gendarm, indem er zweimal auf ihn schoß. Der Gendarm feuerte ebenfalls und verletzte den Angreifer schwer durch einen Schuß in die Keble. • Daß die Soldaten der franzöfischen Fremdenlegion in Algier außer dem Waffendienst noch manch andere nützliche Beschäftigung haben, wie ihnen zum Beispiel die Bekämpfung der ErtquetS, der landverheerenden Wanderheuschrecken, zuweilen obliegt, entnehmen wir den intereffanten Berichten eine- Fremdenlegionärs in dem soeben erschienenen vierten Hefte de»„Illustrirt en Welt" (Deutsche VerlagS-Anstalt, Stuttgart): Etwa zwölf Kilometer von der Garnison, dort, wo daS angebaute Land aufhört und die öde, wüftenähnliche Ebene beginnt, machten wir Halt, schlugen unsere Zelte auf und gingen daran, in Erwartung der ungebetenen Gäste, die mitgebrachten Tücher zu spannen. Diese etwa sechzig Zentimeter breiten, Hunderte von Metern langen Leinwandstreifen find bis etwa zur halben Höhe mit einer schwarzen Maffe bestrichen, die eS den Thieren unmöglich macht, daran emporzuklettern. Vor dem Tuche warfen wir einen tiefen Graben auf. Die CriquetS ließen denn auch nicht lange auf sich warten. Gerade vor un» schien sich der Boden zu bewegen. Diese wellenförmige Bewegung näherte sich rasch und wir konnten bald daS gefährliche Ungeziefer unterscheiden. Sie hatten die Größe einer gewöhnlichen europäischen Heuschrecke. Als die ersten an die Tücher kamen, machten fie nothgedrungen Halt. Die hinteren Reihen drängten jedoch unaufhaltsam nach, Überstiegen ihre Kameraden und der Graben füllte sich beinahe augenblicklich, und an seine Stelle trat eine wimmelnde Erhöhung, die mephitische Düste ausathmete. Die Eriquet» tourben tn den Graben gestampft und mit Erde überdeckt. Unser Tagewerk war beendet. Die dem Blutbabe Entronnenen, eine stattliche Anzahl, wurden von ben zahlreich erschienenen Arabern einzeln gefangen unb kurzerhand mit bemselden Appetite verspeist, mit bem der große Einsiedler Johannes ber Täufer seligen Angebenkens an ben Ufern beS Jorban- fluffes seine leckeren DinerS dielt. * Einfältigkeit. Sie: „Nein! Ich werbe eS nie vergessen, wie einfältig Du auSgeschaut, als Du um mich angehalten hast." — Er.: „I cd war es auch." Sd?iffsttad?rld?tetu Norddeutscher Lloyd, tn Gießen vertreten durch die Agenten Carl LooS und I. M. Schulhof. Bremen, 10. Septdr. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Roland, Capitän C. v. Bardeleben, vom Nordd. Lloyd in Bremen, ist heute 7 Uhr Vormittags wohlbehalten in Baltimore angekommen. __________________________________________ Literat** Aunft - Sie Regel««« de» «ilitLrische« «traf verfahre«» im Deutsche« Reiche. Von vk. Ludwig Fuld, Rechtsanwalt. Stuttgart, Verlag von Levy & Müller. Geheftet Preis 75 Pfg. — Das mit vieler Sachkenntniß und juristischer Schärfe abgefaßte Schriftchen verdient gerade jetzt, wo nach der kürjlich kundgegebenen Willensäußerung Sr. Majestät deS Kaisers die Regelung des mlli- tärischen Strafgesetzes durch den Reichstag in der nächsten PeUode bevorsteht, viel Interesse. Die Forderungen, welche in ber Broschüre erhoben werden, find diejenigen, welche die ganz Überwiegende Mehrheit der deutschen Nation vertritt. Sie betont zunächst die Nothwendigkeit einer für das ganze Reich geltenden MtlUärstraf- proceßordnung unter bem Gesichtspunkt der staatsrechtlichen und militärischen Einheit des Reiches. Der Verfaffer berührt kurz, ohne Leidenschaftlichkeit, die Soldatenmißhandlungen und zieht sodann eine Parallele zwischen dem preußischen unb bayerischen Rechte Nach Aufstellung der wichtigsten Grundsätze, von welchen daS Reichsgesetz auSgehen muß, werden seine Forderungen unter ausführlicher Begründung dargelegt. Sauer Hierselbst. August: 31. Dem Bäckermeisttr Heinrich Krämer eine Tochter. September: 2. Dem Häsnermeister Albert Hetz ein Sohn, Karl Albert. 3. Dem Gastwirlh Albert Kuhnd eine Tochter, Elisabethe Albine Henriette. 3 Dem Bäcker Karl Fleischer ein« Tochter. 4. Dem Metzgermeister Fran. Schmidt II. ein Sobn. 4. Dem Bäcker Wilhelm Christian Slößtnger eine Tochter. 5 Dem Tele- araphen-Verwalter Georg Manefeld eine Tochter, Auguste. 5- Dem Gastwirth Julius Wellhöfer eine Tochter, Wilhelmine Karoline. 6. Dem Handelsmann Heinrich Baduin ein Sohn, Otto. 7 Dem Leinensabrtkanten Georg Heinrich Heil ein Sohn. 11. Dem Schlöffet Ludwig Haaö eine Tochter. September: 4. Martin Thomas, 27 Jahre alt, Taglöhner von Lampertheim 5 Elisabeth Luise Kinkel 5 Jahre ^.Tochter von Kohlenhändler Eduard Kinkel hterselbst. 8. Christian Müller, 24 Jahre alt, Hausbursche von Königsberg, Kreis Biedenkopf. Auszug aus den >tande»Qnrt»Reglsteen der Stadt Stehe«. 0«fSag-a-gtordneter Er öm Verlauf unb bit Er Hnnbesnthett, daß bh V Srmlde richte, und k i:e Sleivhavbwerker entg kchrurraig der Großtabl ü|ruag btr ZvangSiunu! R:ttn!)anx»trftr8 ein. ( | wrbänbt bilben, die an m i keilten könnten. Der s harr noch so viele Hanbr zchötte» öenmrthihaln, 10. । « brr Dreschmaschine ; I stchearöber in dem btno frucht die rechte Hanl 1=4 indem ein Fin ®-'na gequetscht ward Mlich Jsenburgischeu ü kri wuldr kürzlich ein Eolzhansen, 9. ts " nun zu Ende gehend ltl hiesigen Badei kl grührren unb ganz I ift. Trotzdem t I st tl( bafo sich auch i S'.ammjaailien, die feit l rhen. - Besonders wo Philosophenwald. Hiermit gebe ich einem verehrlichen Publikum bekannt, daß ich jetzt wieder neben dem bisher geführten dunklen Lauterbacher Bier nur das allgemein beliebte und mit den höchsten Auszeichnungen bedachte, zuletzt bet bet internationalen Bierconcurrenz in München 1895 mit der goldenen Medaille und Ehrendiplom prämirte Pilsener Bier der Actien-Brauerei Giessen ^^telleiHlesucheJ 81371 Junger »aufmann, )ur gett Reisender in einem hiesigen Fabrikgeschäst. sucht per 1. October Stell««« für Comptoir oder Reife. Offerten erbeten unter X. an die 6rptb. d. Bl- Stabt. Schlachthaus. Freibank. 8065 Heute Samstag: Ochsenfleisch nicht ladenrein, per Pfd. 50 P^g. |"2^iet^GesucheM^ 8123] Von jungem Ehepaar wird in der Wallthor- oder Marburgerftraße oder deren Nähe eine schöne Wohnung von 4 bi« 6 Zimmern mit Zubehör gesucht. Offerten mit Preisangabe unter B. 100 an die Exped. d- Blatte«. GEBR. KÖRTING, Frankfurt a. M. Gutleutetraeae 13. Stammhaus fn KÖRTINGSDORF bei Hannover. 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