Nr. 293 Der Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Iramlklenvtälter werden dem Anzeiger wächentlich dreimal beigelegt. 1§96 Zweites Blatt. Samstag dm 12. Deeember Gießener Anzeiger Kenerak-Wnzeiger. vierteljähriger Abonncmentspreirr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: -chntstratze Ar.7. Fernsprecher 51. Clints- und Anzergeblntt für den Ttvers Giefzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Vorm. 10 Uhr. chratisßeikage: Hießener Aamitienökätter. Alle Annoncen-Bureaux de» In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtliche»« Theil. Bekanntmachung, betreffend: die Maul- und Klauenseuche. Die Klauenseuche unter der Schafheerde zu Schwalbach, Kreis Wetzlar, ist erloschen und die angeordnete Weidesperre wieder aufgehoben worden. Gießen, am 9. December 1896. Großherzogltches KreiSamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, - betreffend: Verpflichtung eines Jagdaufseher». Der Karl Helm ecke aus Cunrau ist auf Anftehen des Pächters der Lang-Gönser Gemetndejagd auf den Jagdschutz verpflichtet worden. Gießen, den 9. December 1896. Großherzogliches KreiSamt Gießen. v. Gagern. Bekauvtmachuug. Um einer weiteren Verbreitung der in letzter Zeit in vermehrtem Umfange aufgetretenen Maul- und Klauenseuche vsrzubeugen, verbieten wir auf Grund des § 20 Abs. 2 des RetchSgesetzrs vom-Abwehr und Unter- i. U/tat ioV4, drückung von Viehseuchen betr., und deS § 1 der zur Ausführung dieses Gesetzes erlassenen BundeSrathSinstruction vom 27. Juni 1895 für den Kreis Alsfeld bis auf Weiteres den Handel mit Klaueuvieh (Rindvieh, Schafen, Ziegen und Schweinen) im Umherziehen. Zuwiderhandlungen gegen die getroffenen Anordnungen werden auf Grund des § 66 Ziff. 4 des Retchsviehseuchen- gesetzeS bezw. § 328 RetchSstrafgesetzbucheS bestraft. Alsfeld, den 4. December 1896. Großherzogliches KreiSamt Alsfeld. I. V.: Ham manu. Der Arrzte-Feind. Eine Humoreske von Paul Blitz. (Schluß.) Wiederum zwei Tage spater verschlimmerte sich daS Leiden der guten Amalie derart, daß fie ihrem Berufe nicht »ehr nachgehen konnte. DaS zweite Mädchen mußte kochen. Herr Waldemar war außer fich. Natürlich konnte daS zweite Mädchen nicht kochen, mau darbte. Endlich entschloß fich der alte Herr, einen sogenannten Naturarzt zu consultiren. Aber auch daS war zwecklos, denn nach weiteren zwei Lagen war Amalie nur noch mehr angegriffen. Herr Waldemar schlich umher wie ein Gespenst. Bet Lage nicht» Gutes mehr zu essen und NachtS keine Ruhe vor Aerger und Angst, daS ertrug er nicht. Plötzlich verlangte Amalie, daß der Doctor Meinhold geholt werde. Papa RebuS war starr vor Entsetzen. Er versuchte alle» Mögliche, um ihr diese Idee zu vertreiben, er malte ihr den Doctor als einen Giftmischer, umsonst. Amalie wollte ihren Willen haben. WaS nun? Der alte Herr ging rathloS umher. Er wußte nicht, wie er anders Hilfe schaffen konnte. Schließlich wurde der Arzt von nebenan geholt. Dr. Meiahold kam, untersuchte lächelnd die arme Kranke, verschrieb dann etwas und ging wieder — morgen würde er wiederkommen. Papa Waldemar ließ sich nicht sehen. Am nächsten Tage sühlte Amalie fich bereits besser, so daß der alte Herr fast gejubelt hätte- als aber eine Stunde später der Arzt wieder kam, sah er nur die Kranke allein, den« Papa Rebus ließ fich auch jetzt nicht blicken. Schoa wollten die Liebenden verzweifeln, denn fie sahen ein, daß der Groll des alten Herrn zu tief eingewurzelt war, aber die gute Amalie tröstete fie von Neuem- fie würde schon Rath schaffen. Am dritten Tage fing fie aufs Neue an zu klagen, so daß dem alten Herrn die Haare zu Berge standen. Und an diesem Tage erschien der Arzt nicht. Als man zu ihm herum- schickte, kam der Bescheid, daß der Herr Doctor nach auswärts gerufen fei. Der alte Herr war untröstlich, denn die Kitzttng -er Stadtverordneten am 10. December 1896. Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi, Grüneberg und Wolff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Brück, Flett, Dr. Gaffkh, Grünewald, Dr. Gutfleisch, Habeuicht, Haubach, Htichelhetm, Helfrich, Hornberger, Jughardt, Keller, Kirch, Löber, Loo», Orbig, Dr. Ploch, Scheel, Schiele, Schmall, Thaer, Bogt und Wallenfels. Herr Oberbürgermeister Gnauth theilte vor Eintritt in die Tagesordnung mit, daß auf das unter« 24. Juni d. Js. an daS preußische KrtegSmiuifterium gerichtete Gesuch um Verlegung eines der neu zu errichtenden Infanterie- Bataillone an Stelle des von hier verlegt werdenden 4. Bataillons nach Gießen, eine Antwort etngegangen fei, der zufolge auS zwingenden militärischen Gründen dem Gesuche nicht entsprochen werden könne. Au dem Miethvertrag wegen des zur Zeit vom 4. Bataillon bewohnten KasernementS werde, wie der Herr Oberbürgermeister weiter mittheilte, nichts geändert. Die Firma Heyligenstaedt u. Co. beabfichtigt, neben ihrer neuen Fabrikanlage am Riegelpfad einen Schuppen und ein Waaghäuschen zu errichten, wozu fich die Versammlung für ausnahmsweise Genehmigung auSspricht. Das Gesuch deS Herrn Louis Huhn um Erlaubniß zur Ueberbrückung des Bruchgrabens hinter der Hofraithe deS Gesuchstellers in der Goethestraße wird nicht beanstandet- die widerrufliche Genehmigung wird auf 1 Jahr erstreckt und weiter die Entrichtung einer Abgabe von 3 Mk., fowie Leistung einer Sicherheit im B trage von 200 Mk. für etwa entstehenden Schadenersatzanspruch zur Bedingung gemacht. Zu dem wiederholt gestellten Gesuche de» Herrn Wilh. Steinbach um Erlaubniß zur Aufstellung einer Bretterhalle in ferner Sandgrube am Nahrungsberg wird, da fich neue, für das Gesuch sprechende Thatsachen ergeben, wieder- ruslich aus die Dauer eines Jahres Genehmigung ertheilt. Befürwortet wird die ausnahmsweise Gestattung der Errichtung eines Htnterbaues deS Herrn Wilh. Seipp H. für dessen an der verlängerten Liebigstraße gelegenes Grundarme Amalie stöhnte von Stunde zu Stunde mehr. Schon sollte ein anderer Arzt geholt werden, dagegen aber sträubte sich die Kranke, weil fie behauptete, daß fie nur zu Dr. Mein- hold Vertrauen habe. Papa Rebus war jetzt nahe daran, selbst krank zu werden. Mit Schrecken dachte er an die Zukunft. Was sollte werden, wenn er diese vortreffliche Köchin verlor? Ganz gruselig wurde ihm. Er würde ein . für alle Mal Verzicht leisten müssen auf feine leckeren Gerichte. Ein Schauer Überlies ihn. Er konnte diese ganze schreckliche Folge von quälenden Gedanken nicht ertragen. Und Amalie stöhnte immer jämmerlicher und verlangte nach Doctor Meinhold ohne Unterlaß. Endlich gegen Abend ertrug eS Papa RebuS wirklich nicht mehr länger. Er machte fich auf und ging zu dem Arzte herum. Dr. Meinhold empfing den alten Herrn sehr höflich, aber mit großer Reserve und versprach dann, noch heute zu kommen. Eine Stunde später saß der junge Arzt im Zimmer deS alten Herrn, der ihn nach der Consultaiion zu sich gebeten. „Machen Sie mir die gute Alte gesund, Herr Doctor/ bat er, „ich werde eS Ihnen nie vergessen." „WaS ich thun kann, soll gewiß geschehen," damit empfahl fich der Doctor. Von nun an kam er jeden Tag zu Amalie, deren Za» stand fich nach ihrer eigenen Aussage sehr schnell besserte, und allemal nahm ihn dann der alte Herr mit in sein Zimmer und plauderte noch ein wenig mit ihm. So wurden die beiden Männer nach und nach bekannt und eine» TageS, als Papachen über den schnellen Genesungs- fortschritt Amalien» besonders erfreut war, meinte er zu Lisa: „Dieser Doctor Meinhold ist wirklich ein ganz anständiger Mensch, mit dem man Verkehr haben kann." Lisa war überglücklich, aber fie beherrschte fich und meinte leichthin: „Gott ja, er ist ganz passabel." „Nun, Du brauchst daS gar nicht so von oben herab zu sagen," meinte der alte Herr etwas erregt. Da that sie erstaunt: „Aber Papa, er ist doch ein Arzt - hast Du mich nicht selbst gelehrt —" Schnell sprach er dazwischen: „Nun ja, ich habe Dir mal so etwas gesagt, aber mein Gott, ich bin ein alter Mann, und irren kann doch schließlich Jeder mal.* stück unter der Bedingung, daß Gesuchsteller sich unter Stellung einer Sicherheit von 2000 Mk. verpflichtet, nach Ablauf von 3 Jahren ein daS Hintergebäude deckendes Vorderhaus zu errichten. Der in einer der letzten Sitzungen aus der Mitte der Versammlung gegebenen Anregung zur Bepflanzung der Liebigstraße zufolge, hat die Baudeputation beantragt, jene Straße von der Frankfurterstraße bis zur Ebelstraße mit Linden oder Ulmen zu bepflanzen. Die Kosten dieser Bepflanzung mit ca. 150 Bäumen find auf 2250 Mk. veranschlagt, die zu Lasten deS nächstjährigen Budgets be- willigt werden. Der Plan und Voranschlag über den auf Grund des OrlsbaustatutS von der Stadt auszuführenden Ausbau der' westlich der Steinstraße belegencn 69 Meter langen Theil- strecke der Dammstraße wurde der Versammlung vorgelegt und die auf 5000 Mk. veranschlagten Kosten genehmigt. Infolge früheren Beschlüsse» der Stadtverordneten- Versammlung soll die Abfuhr deS Straßenkehricht» und der Hausabfälle getrennt erfolgen zu dem Zwecke, eine bessere Verwendung des werthvollkren Straßenkehnchts zu ermöglichen. Die infolge dessen nothwendig gewordene Vermehrung der Geräthe und Transportmittel erfordert einen Aufwand von 750 Mk., wofür drei Handkarren, ein vierräderiger Schlammwagen und ein vierräderiger gedeckter Kehrichtwagen ange* schafft werden sollen. Die Anschaffung wird zu Lasten des nächstjährigen Budgets genehmigt. Dem Gesuch des Herrn I. Ferber um Ueberlaffung eines Platze» gegenüber den Markklauben zum Verkauf von Christbäumchen wird gegen Entrichtung einer Gebühr von 3 Mk. für die Zeit vom 7. bis 24. December, dem gleichen Gesuch des Herrn Fr. Hainer für den Platz vor seinem Hause in der Bahnhofstraße gegen eine Gebühr von 2 Mk. stattgegeben. Herr I. Waldorf hat um Erlaubniß zur Aufstellung eines Weihnachtsverkaufsstandes auf dem Marktplatze nachgesucht. Marktmeifter und Marktcommisfion haben fich mit Rückficht auf die große Zahl Händler, welche ebenfalls Stände auf dem Marktplatz errichten wollen, gegen Genehmigung des Gesuchs ausgesprochen. Eine Anzahl Händler haben fich Lisa nickte nur, dann ging fie in ihr Zimmer und schrieb voll Freude an den Geliebten, wie gut sich alles gewendet. Nach einer Woche ungefähr war Amalie wieder im Haushalt thätig. Zum ersten Male seit langer Zeit sollte Papa RebuS wieder sein Leibgericht haben. Zu diesem Er- eigmß war auch der Doctor geladen. ES war eine vergnügte Stunde, die man zusammen verlebte, und der alte Herr, durch die köstlich zubereiteten Gerichte ganz milde und weich geworden, meinte zu Lisa, al» fie wieder allein waren: „Weißt Du, wein Kind, ich habe darüber reiflich nachgedacht, dieser Doctor Meinhold ist eigentlich eine ganz gute Parthie für Dich." Und wieder bezwang der Tollkopf fick: „Aber Papachen, einen Arzt soll ich heirathen?" Da wurde Papachen fast ungemüthlich: „Nun ja, e» war eine Marotte von mir, zugegeben, ja! aber ich habe doch meinen Jrrthum eingesehen, nun ich weiß, waS für ein tüchtiger Mann dieser Arzt ist und wie viel Geld er verdient." Lisa schwieg und nahm eine nachdenkliche Miene an. „Nun, waS meinst Du zu meinem Vorschlag?" „Aber daS geht doch nicht so ohne Weitere», Papachen, ich muß doch erst warten, ob er mich überhaupt will." Darauf nickte der alte Herr nur. Am nächsten Sonntag war Dr. Meinhold wieder zu Tisch gebeten, am darauffolgenden auch, und schließlich war man so gut bekannt geworden, daß der junge Arzt auch ungeladen kommen durste. Als nach einem Vierteljahr Dr. Meinhold bei dem alten Herrn um die Hand LisaS anhielt, fragte Papachen seine Tochter noch einmal ganz ernsthaft und eindringlich. Und Ctfa sagte lächelnd und erröthend: „Wenn Du. meinst, Papa, will ich ihn nehmen, trotzdem er ein Arzt ist." „Also werdet glücklich, Kinder, damit gab der alte Herr feinen Segen. • * * Da» junge Paar ist denn auch recht glücklich geworden. Aber der alte Herr hat nie erfahren, daß man ihm »ine Komödie vorgespielt, und die gute Amalie, die fich opferwillig dazu hergegeben, waltet noch heute bet Herrn Waldemar Rebus ihre» verantwortungsreichen Amtes. dem Gesuche Walldorfs unter eingehender Begründung au- geschloffen und gebeten, falls dtr Stadtverordneten Versammlung deren Zulassung auf dem Marktplatz ablehnen sollte, ihnen das Aufschlagen ihrer Stande auf dem Lindevplatze zu gestatten, da weder der Oswald- Garten, noch der in Vorschlag gebrachte Brandplatz dazu geeignet seien. Eß wird beschlossen, den Gesuchstellern den Ltudenplatz zu überlassen, jedoch mit der Einschränkung, daß an Wocheumarkttagen erst um 3 Uhr Nachmittag- mit dem Aufschlagen der Stände begonnen werden darf. Frau M. Dampfmawu hat"um Erlaubniß zur Aufstellung eine- Verkaufsstande- in der Vorhalle de- alten RathhaufeS nachg sucht, da sie in dem von ihr nach Eintritt der neuen Marktordnung gemietheten Laden tu der Wetter- gaffe ihre Rechnung n chr findet. — Ein gleiche- Gesuch hat Frau Tommerlad eingereicht, mit dem Anerbieten, dieselbe Miethe zu entrichten, wie für ihren Stand in den Marktlauben. Dtr Marktcommisfion hat beantragt, dm Gesuchen nicht zu entsprechen; es würden, wie in der Begründung angeführt ist, die Bemühungen, den gesummten Marktverkehr in die Marktlaubeu zu concentriren, gekreuzt, ebenso werde der Verkehr im alten Rathhause selbst beeinträchtigt^ wollte man dem Gesuche stattgeben, so könnte eine Verpachtung der frag!. Vorhalle nur auf dem Wege de- MeistgebotS erfolgen, wobei vielleicht gerade die Gefuchsteller durchfallen würden. Die Versammlung beschloß au- diesen Erwägungen, den Gesuchen keine Folge zu geben. Zum Verkauf von 46 Mtr. Straßengeläude an Herrn Phil. Kröck an der Rooheimerftraße, welche- Gelände demselben s. Z., bevor die Straße in den Besitz der Stadt überging, zu 1 Mk. 30 Pfg. per O Mtr. zugesagt worden war, wurde Genehmigung ertheilt. Die Verhandlung über den folgenden Gegenstand: Bau einer Kleinbahn nach Bieber, wird au-gesetzt, da der diesbezügliche Vertragsentwurf zwischen der Stadt und der Bahugesellschaft noch einige Abänderungen erfahren soll. Nach Mittheilung de- Kirchenvorstandes soll die Stadt- ktrche im Inneren und Aeußeren demnächst einem Umbau unterzogen werden. Es ist beabsichtigt, auf dem Raum zwischen Kirche und Stadtthurm, den gegenwärtig noch das alte Spritzenhaus einnimmt, ein Treppenhaus für die Kirche zu errichten, ferner die Treppe gegenüber dem Ftllmann'fchen Haufe zurückzulegen, so daß die Straße breiter wird. Der Kirchenvorstand hat dann noch angefragt, ob die Stadt das Spritzenhaus zu entfernen gedenke und für die Zurückoerlegung der Treppe eine angemeffrne Entschädigung zahlen wolle. Die Versammlung beschloß auf Antrag der Baudeputation, das Spritzenhaus zu entfernen und das Gelände, welches bisher noch Etgenthum der Stadt war, der evang. Gemeinde zu überlasten, und^für die Entfernung der Treppe diejenige Entschädigung zu gewähren, die sonst bet ähnlichen Gelegenheiten Privaten gewährt wird, nämlich Ersatz der Baukosten nach dem noch aufzustellenden Voranschlag. Nach einem vor Kurzem an die Städte Deutschland- ergangenen Rundschreiben lebt Henry Dunant, der Begründer des Rothen Kreuze- und der Genfer Convention, in so dürftigen Verhältnissen, daß eine zu dessen Unterstützung eingeleitete Sammlung einen Theil der Ehrenschuld abzutrageu bestimmt ist, welche alle civil,firteu Nationen, die der Segnuungen der Genfer Convention theilhaftig geworden, Dunant schulden. Die Ftnanzcommiffion hat beantragt, von einer Sammlung in der Bürgerschaft abzusehen und 100 Mk. an- der Sradtkaste zu bewilligen. Die Versammlung beschloß demgemäß. Der nächste, die Errichtung von Feuermeldestellen betreffende Gegenstand wurde von der Tagesordnung abgesetzt, da das von Herrn Branddirector Schmandt auSgearbeitete Project über die Anlage eine-Netze- von öffentlichen, mit dem Polizeiamt verbindenden Feuermeldestelleu noch nicht in der Commission vorberatheu werden konnte. Die folgenden Gesuche um Erlaubniß zum Betrieb von Schankwirthschaften wurden, soweit da- Bedürfniß zum Ausschank von Branntwein in Frage kommt, befürwortet: a) Gesuch der Frau Karl Balzer Wwe. (Ausdehnung de- Wirthschaft-betrieb- auf den Neubau im Burggraben)- b) Gesuch de- Herrn I. F. Sorg er (Wirthschaft zum Deutschen Hof am Neuenweg), c) Jo HS. Ferber (Restauration zum Herkules, Neustadt). Die Oran ienb rau er ei in Dillenburg beabsichtigt, in den Häusern Ltudenplatz 5 und Neustadt 1 sog. Stehbterh allen zu errichten. In denselben soll außer Bier, Wein und Branntwein auch Kaffee (die Taffe mit Milch, Zacker und Brödchen 10 Pfg.), Suppe, belegte Schnittchen u. s. w. verabreicht werden. Die Commission hat Verneinung bezüglich de- Bedürfntffes zum Ausschank von Branntwein beantragt, da in unmittelbarer Nähe der oben bezeichneten Häuser eine Anzahl, dem Bedarf genügende Branntweinverkauf-stelleu und Wirthschaften sich befinden- die Versammlung schloß fich dem Anträge au, deSgl. wurde die Bedürfnißfrage verneint bezüglich des Gesuches dks Herrn Carl Valentin, welcher im Hause Rodhetmerftraße 36 eine Wirthschaft mir Scbweinemetzgeret errichten will. • Kassel, 8. December. Die hiesige Allgemeine deutsche Obstau-stellung im Anfang des MonatS October hat gegen alle Erwartung einen Ueberschuß von 1853 Mark ergeben. • Kastel, 9. December. Eine sehr interessante Operation wurde gestern im Diaeoniffenhaus zu Wehlheiden ausgeführt. Im Gefängniß zu Wehlheiden befindet sich ein Gefangener, welcher 1889 in einer Nadelfabrik gearbeitet hat. Als die Nadel Polirmaschine zersprang, drang dem Mann eine unbestimmte Anzahl Nähnadeln in den Arm und in die Hand. Eine größere Zahl konnte sofort entfernt werden, andere wurden nach und nach im Verlauf der Jahre gefunden. Als die Hand vor einigen Wochen sehr stark anschwoll, wurde sie durch Herrn Regierungsbaumcister Schwartzkopff zu Wilhelm-Höhe mit Röntgen-Strahlen Photographirt. ES zeigte sich, daß noch vier ganze Nadeln und zwei Stücke in der Hand bezw. dem Arm saßen. Nach dem Bild wurde von dem dirigirenden Arzt des DiaconiffenhauseS, Dr. med. Hartdegen, die Operation vorgenommen und bald waren die Nadeln gefunden und herausgenommen. * Kriedevald, 9. December. In voriger Woche ereignete sich dahier ein eigenartiger Unglück-fall. Der ArbeiterX., ein dem Trünke ergebener Mensch, begab sich, al- er wieder einmal in angetrunkene» Zustande fich befand, in die Wohnung eine- htefigen Einwohner-, bet dem gerade geschlachtet wurde. Dort nahm N. ein Stück Fleisch, steckte daffelbe tu den Mund und entfernte fich damit wieder. Auf der Straße angrlangt, blieb ihm jedoch da- ziemlich große Stück im Halse stecken. Er versuchte daffelbe auSzubrechen, aber vergeblich. Rach einigen Minuten fiel er erstickt zu Boden. Der Verunglückte war 52 Jahre alt und hinterläßt Frau und mehrere Kinder. Bee-lan, 9. December. Der „Bre-l. Gen.-Anz." meldet au- Rosenberg in Oberschlefien: Die beiden Kutscher Dragon und Bowe wurden gestern Abend auf dem Heimwege hinter einer Scheuer überfallen und erschlagen. Der Bruder eine- der Ermordeten ist schwer verletzt. Die beide» Erschlagenen hinterlaffen eine zahlreiche Familie. Einige der Mörder sind bereit- verhaltet. • Einige Worte über Patente. Seit dem Bestehen des Patentgesetzes find in Deutschland etwa 90000 Patente ertheilt worden, von denen, wie man als sicher annebmen darf, etwa ein Procent die Erwartungen der Erfinder in Bezug auf Rentabilität erfüllt haben. 99 Procent aller patentirten Erfindungen find entweder gar nicht oder doch nur in geringem Umfang zur Geltung gelangt. • Auf de« Pferdemarkt. Händler: „Warum wollen Sie da» Pferd denn nicht nehmen?" — Bauer: ,®tt Hufeisen von meinem tobten Gaul paffen ihm nichts Unioerfitäts • Nachpichten. DaS Verze^chniß der Studirenden der Universität Halle weift 1501 immatrtculirte Studirende auf (gegen 1502 im Winterhalbjahr 1895/96 und 1427 im Sommerhalbjabr 1896). Außer den Jmma- triculirten sind 119 zum Hören der Vorlesungen berechtigt, so daß fich die Gesamrrtzahl der Hörer aus 1620 stellt. Nach den Facultäten vertheilen fich die Studirenden auf die theologische mit 409 juristische 293, medicinische 236, philosophische mit 563. Unter litzleren befinden fich 210 ohne Zeugniß der Reife. An Stelle der 2 im Sommersemester zum Hören von Vorlesungen zugelastenen Damen sind für das Wintersemester 9 Damen aukgesührt, ferner fungtrt eine Dame, Dr. phil Maria Gräfin v. Linden in Stellvertretung deS nach Neapel beurlaubten Assistenten am Zoologischen Institut, Privatdocent Dr. phil. Brandes, als Assistentin an diesem Institute. Die Gefammtzahl der an der Universität Königsberg in diesem Semester immatriculhten Studirenden beträgt 691, von denen 85 der theologischen Facultät angchören, 220 der juristischen, 237 der medicinischen, 149 der philosophischen. Die Zahl der Hörer beträgt 33. Die Universität Breslau wird von 1427 immatriculitttn Studirenden besucht. Die katholisch-theologische Facultät zählt 250, die evangelisch-theologische 87, die juristische 412, die medicinische 310, die philosophische 368. Außerdem haben die Erlaubniß zum Hören et halten 124 (einschließlich 34 Hörerinnen). Der Bestand der Universität Leipzig beläuft sich auf 3126 Studirende, 1603 Sachsen und 1523 Nichtsachsen. In der theologischen Facultät sind 343 Stubirende eingeschrieben, in der juristischen 1012, in der medicinischen 677 und 40 Studirende der Zahnb U« künde, in der philosophisch n 1054. Außerdem haben noch 150 Personen die Erlaubniß, Vorlesungen zu hören. Die Zahl der deutscher» Studenten beträgt 2784, die Zahl der außerdlutschen Europäer 257, Die Gesammtsumme der Hörer ergiebt gegen daS vorige Wintersemester eine Zunahme von 119. AllMMkr Jerfin für Arme«- imd Krattkettpflegk. Außerordentliche Generalversammlung Montag den 14. December er., Nachmittags 5 Uhr, im Coufirmandeusaal, Neustadt 61. Tages-Ordnung: 1. Erbauung eines neuen Schwesternhauses, besonders Wahl des Bauplatzes. 2. Abänderung der Paragraphen 11 bis 16 der Statu'en. Die Mitglieder werden hiermit auf Grund der Paragraphen 4, 5 und 7 der Statuten ergebenst eingeladen. 10805______________________Der Vorstand: Schlosser. KrtsKranKenKasse Gießen. Die Wahl für die Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zur General-Versammlung findet Dienstag den 15. December 1896, Nachmittags von 4 bis 8 Uhr, im Saale des Lenz'schen Felsenkellers statt. Laut Beschluß des Vorstandes soll dieselbe in der Weise vorgenommen »erden, daß jedes wahlberechtigte Mitglied seinen Stimmzettel an die ernannte Wahlcommiffion in obigem Locale abgibt. Stimmzettel für beide Theile find vorher bei Herrn Rechner Heidt, sowie am Wahltage in dem Wahllocale erhältlich. Es haben zu wählen die Arbeitgeber 49 und die Arbeitnehmer 98 Vertreter. Wahlberechtigt sind sämmtliche Mitglieder der Kaffe, welche voll- jährig sind. — Die Wahl der Arbeitgeber und Arbeitnehmer findet getrennt statt. 10806 ______________________________H. Winn, Vorsitzender. Spar- und Leihkaffe Gießen. Im Monat December l. I. werden bei der unterzeichneten Kasse jede» Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag Zahltage abgehalten. Die Einleger werden ersucht, an diesen Tagen unter Vorlage der Einlagebücher ihre Zinsen in Empfang zu nehmen oder beischreiben zu lassen. Zinsen, welche bis zum 1. Januar n. I. nicht erhoben oder beigeschrieben sind, werden in den Büchern der Kasse ohne Weiteres zugeschrieben und von diesem Tage an verzinst. Es brauchen hiernach alle diejenigen Einleger im December nicht zu erscheinen, welche nur Zinsen beischreibeu lassen wollen, dies kann vielmehr ganz gelegentlich im Laufe des nächsten Jahres geschehen. Gießen, den 28. November 1896. Spar- und Leihkaffe Gießen. 10564 Doering. Vienenzüchterverein Gießen und Umgegend. Versammlung: Sonntag den 13. d. Mts., Nachmittags präcis I Uhr, bei Bauer. — Tagesordnung: 1. Vortrag; 2. Freiverloosung 3 Uhr, bei Bauer. Zur Feinbäckerei unter die anwesenden Mitglieder; 3. Letzter Termin zur kostenlosen Erhebung der Beiträge. Der Vorstand. 10866 Für den Aufstchtsrath: Weyl. 1037t 10868 D. O. Zusendung. 17. Marktplatz 17 10867 Meyer. Feier Leppla, Neustadt 79 . offerirt zu bekannt billigen Preisen: 10569 reinwollene Cheviot- und Burkin-Refl-Coupons der des die Für den Vorstand: Rau, Director. Knorrs Hafermehl, Kneips Malzkaffee, empfiehlt tu bill. Prebe» Gust. Walter, x10069 Mäuebarg XI. Asse IaLartikel in nur feinsten Qualitäten sowie empfiehlt ganzen, gemahlenen und selbstgestoßenen Puder- und Baut- liu-Zucker, ganze und geriebene Maudelu, Wallnüsse, Haselnüsse, Haseluuftkerne, Tnl- taua-, Kiup- u. Eleme-Rosiueu und Corinthen, ganzen und gemahlenen chinesischen u. Ceylon- Zimmt, Nelken, Citronat, Vanille, Orangeat, Citroue» rc. rc. in nur feinen Qualitäten zu billigsten Preisen Chr. Wallenfels, 17. Marktplatz 17. Ferner empfehle: Maggis Suppenwürze und Kapfel», Engelhardts Malzkaffee, Henkels Bletchfoda und sämmtliche Wafchartik'l. la. Amerik. Petroleum, frei ins Haus. Die leeren Kannen lasse nach Bestellung abholen. Bei größerer Abnahme entsprechender Rabatt. — Nach auswärts franc» Bekanntmachung. Freitag den 18. d. M., Abends 8 Uhr, findet in Wirthschaft des Kaspar Rau eine General-Versammlung Consumvereius Alten Buseck e. G. m. u. H. statt, wozu Mitglieder hiermit eingeladen werden. Tages-Ordnung: 1. Ergänzungswahl des Auffichtsraths; 2. Verschiedene Vereinsangelegenheiten. Alten-Buseck, am 10. December 1896. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Großen - Buseck für 1897/98 liegt vom 14. d. MtS. an acht Tage lang zur Emsicht der Interessenten auf dem Bürgermeisterei-Büreau dahier offen. Großen-Buseck, am 11. December 1896. Grobherzogliche Bürgermeisterei Großen-Buseck. Lattinoirthschllftilitzkr CliOm-DerkM MM E. G. m. «. H. Abends 8 Uhr: General-Versammlung bei Wirth Karl Dorfeld. Tages-Ordnung: 1. Ergänzungswahl des Vorstandes und Aufsichtsraths. 2. Verschiedenes. SS-“ ”” vioctnt aUer ”lltt «« «Mit ob« b,t llllu"9 gelangt. ’ Ä'“: •®««® «Hin J®tn? ~ Valltt: Tiii ^aal Paffen th, ^achrichi««, 611,1 «rt| tWtf» Nach btn FacullSteo n ® (5631„ Un,tT Wtitn k. J W An StrÜe btt 2 la «orWuntm juatlaflmtn Dom *mm au'tziiühit, ftmn hwtiit ln ”• 2inbtn in SltÜDtrhtli-; 1 ftcnttn flm Zoologiichm M . M Sfnfiuitin an bkitm Jnjr? - dn Uniotifitit KSnigsbrrzn I Cludirenbrn brträjt 691, n it angtbönn, 220 bet jurlstilitm. ilosoxhiichm. $)le Sablkrf'irtt wirb von 1427 taffluWculltttn ! b'tbeologischkFacMMiM.bie tfilföc 412, die mibkinljd}! 310, i heben bie Gtlentoifi )um HLnn rerinnen). I Leipzig Mtoft Och au| 312$ 523 Nichtlachl'v. In der ihvls- ibe eingeschtieben, in btt juüWm mb 40 Slubittnbe bet Zibnb ll- . äufitritm haben noch 150 P-t- iutfrin. MM dkrlmljtz der außetbiulschm Eatopitt 257. rM W& da» * MM- 'p“*X«w hin MÄ'1“* im, ttb. ^Ql,e ßrcke«. l8tQU unbT?m8lö ir jtinouiKiiii '# w- g-jiob«P-d»7-r. Wet, 2 °del°, imt, R-l! tille, Dr««ÖM|i - in nur feintn Ren Preisen . hr Walkflfe ' 17, 17 in' 6-I-"* * ’Ä* » ! SÄ*-11”* SS-ffS** !!Grösste Auswahl!! Carl Nowack Modewaaren Damen-Confeetlon. 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