Rr. 86 Dtr Aießener -uzetger rrftfynnt täglich, mit Ausnahme des MontagS. Die Gießener M«»ttie«5tLlter »erden dem Anzeiger »Schmtlich dreimal beigelegt. Drittes Blatt. Sonntag den 12. April l ■—■■■ ■ II . 189« Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger «Monnemenlsptda • 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Ptz. Redaktion, (Frpcbitiee und Druckerei: S«S»lstraße Ar.1. Fernsprecher 5L Zlnrts- und Anzeigeblutt für den Äveis Gietzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» fvlgmden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Hratisbeikage: Hießener Kamilienbkätler. Alle Aunoncm-Burcaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Theil. Bekanntmachung, betreffend: Die Abhaltung deS OstermarkteS zu Ulrichstein. In Folge Verfügung Großh. Ministeriums des Innern vmd der Justiz vom 7. d. M. ist die Abhaltung des Vieh- viarktes zu Ulrichstein, Montag, den LS. April l.J., imter der Bedingung genehmigt, daß nur Thiere aus uuver- feuchten Orten der Kretie Schotten, Gießen, Alsfeld und Kauterdach, Tbtere von Händlern aber nur dann, wenn sie »indestenS 7 Tage in unverseuchten Orten fraglicher Kreise ti seuchensreiem Zustande zugebrachl haben, aufgetricben »-erden dürfen. Schotten, 9. April 1896. GroßherzogltcheS KreiSamt Schotten. Schönfeld. Gießen, am 24. März 1896. Betr.: Frühjahrs-Controlversammlungen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen WA H< Grssth. vürgermeistereie« M ftwiW. Nachstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Leise zur öffentlichen Kenntniß bringen lassen. v. Gagern. Bekanntmachung. Bei den diesjährigen Frühjahrs-Controlverfammlungen ha Kreise Gießen haben zu erscheinen alle zum Hauptmelbe- Gießen gehörigen: 1) Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots (Anzug: Kleiner Dienst- Anzug). 2) Reservisten, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden Entlaffcnen. 3) Wehrleute I. Aufgebots, die vom 1. October 1883 ab eingestellt worden. 4) Ersatz-Reservisten, geübte und nicht geübte. Nachstehend ist angegeben, wo und zu welcher Zeit die Controlpflichtigen anzutreten haben: A. Zu Gietzen in Oswalds Garten "für die Bewohner von Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg und Herrnwald, Heuchelheim, Klein-Linden, Oppenrod am 16. April 1896. 1. Appell Vormittags 8 Uhr: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots. Reservisten, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften der Infanterie. 2. Appell Vormittags 11 Uhr: Wehrleute I Aufgebots der Infanterie. 3. Appell Nachmittags 2 Uhr: Reservisten, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften und die Wehrleute I. Aufgebots aller übrigen Waffen und zwar: der Garde, Jäger, Cavallerie, Feld- und Fuß-Artillerie, Pioniere, Eisenbahn- und Luftschiffertruppen, des Trains (einschl. Krankenträger), Sanitäts- und Veterinärpersonal, Büchsenmacher, Oeconomie - Handwerker und Marine-Mannschaften. Am 17. April 1896 1. Appell Vormittags 8 Uhr: Sämmtliche Ersatz-Reservisten. 2. Appell Nachmittags 2 Uhr: für die Bewohner von Allendorf a. d. Lahn, Großen-Linden, Lang-Göns, Leihgestern, Watzenborn und Steinberg, Hausen. Reservisten und Wehrleute I. Aufgebots zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen sowie der Ersatz-Reservisten. B. Zu Lollar am 18. April 1896 neben dem neuen Bahnhofsgebäude für die Bewohner von Allendorf a. d. Lda., Alten-Vuseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen mit Heibertshausen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda., Trohe, Wieseck. 1. Appell Vormittags 8 Uhr 45 Minuten: Offiziere, Sanitäts-Offiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots. Reservisten, sowie zur Disposition, der Truppentheile und der Ersatz - Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. 2. Appell Vormittags 10 Uhr 30 Minuten: Wchrleute I. Aufgebots aller Waffen. 3. Appell Nachmittags 1 Uhr: Ersatz-Reservisten. C. Zu Grünberg am 20. April 1896, am Bahnhof für die Bewohner von: Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle und Sommermühle, Kesselbach mit der Rabenau'schen Papiermühle, Lauter mit der Arztmühle, Bingmühle, Georgenhammer, Strellesmühle und Walkmühle, Lindenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmidtmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte, Lumda (Groß- und Klein-), Odenhausen mit Appenbörnerhof, Queckborn, Reinhards- Hain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirrberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickarts- Hain, Weitershain mit Hainerhof, Winnerod. 1. Appell Vormittags 9 Uhr 15 Minuten: Offiziere, Sanitäts-Offiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots. Reservisten, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz - Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. 2. Appell Vormittags 11 Uhr: Wehrleute I. Aufgebots aller Waffen und Ersatz- Reservisten. D. Zu Hungen am 21. April 1896 am Friedhof für die Bewohner von: Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Dtuschenheim mit Hof-Güll, Ronnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof-Graß, Röthges, Steinheim, TratS-Horloff, Utphe, Villingen. 1. Appell Vormittags 9 Uhr 30 Minuten: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots. Reservisten, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz - Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. ^uilkhn. Wochcndriese ans der Residenz. (Ortgtnalbertcht des „Gießener Anzeigers"). Z. Darmstadt, 10. April. Ostern. — Außerordentliches Coueert des Mufikvereiuö. BiSmarckfeter. — Jubiläum. — Kunst. Trübe Ostertage hatte uns diesmal der Himmel tejjcheert. Am ersten Feiertag lachte zwar Morgens ctn valkenloser Himmel über der Residenz, auS der viele Hunderte ftriauS in die Bergstraße und den Odenwald pilgerten, aber um Nachmittage wurde eS trüb und wenn auch der gefürchtete Ziegen ausblieb, so vereitelte doch die ungewisse Witterung riele Wsnderpläue. Am zweiten Feiertag sah eS völlig trüb «wS. Die Luft war feucht-kalt und so blieben die Darm- jlädrer zu Nutz und Frommen der zahlreichen in der Stadt ^gekündigten Vergnügungen innerhalb der Stadtmauern und vertrieben sich hier die Zeit. Im „Orpheum" gadö ein neues Personal, das wiederum eine außerordentliche Anziehungskraft auSübte und im Hof- ibrater hatte man aus zwei einactigen Opern und einem ballet ein buntes Programm zusammengestellt, das durch die Mwirkimg deS nun wieder in den Personalverband der Oper zurückgekehrteu Herrn Stury besonderes Interesse ntweckre. In der „Nürnberger Puppe", die den Abend deiichloß, lernten die Darmstädter Frl. Schacko vom Frank- hinter Opernhause kennen, die sich der freundlichsten Auf- vrftme zu erfreuen'hatte. AuS der Charwoche wäre noch über das große Char- frnitagSconcert deS MustkvereinS zu berichten, das Hier alljährlich in der Stadtkirche stattfand. Man hatte lieNmal die PasstonSmufik nach dem Evangelisten Johannes totn Seb. Bach gewählt und für befriedigende Besetzung der koilopartien Sorge getragen. Den Evangelisten sang Herr Nikola Dörter aus Mainz sehr schön, den Christus Herr Kammersänger Sch ul graf auS München und die kleineren Baßpartten Herr August Wondra von hier. Als Altistin bewährte Frl. Johanna Beck von Frankfurt ihren künstlerischen Ruf von Neuem und in Frl. Emma Otten lernten die Concertbesucher eine Sängerin mit hübscher, wenn auch etwas scharf klingender Sopranfttmme kennen. Die Chöre und das Orchester boten unter der Leitung des Herrn de Haan die gewohnten Leistungen,- das ganze Concert hinterließ einen würdevollen, erhebenden Eindruck. Daun hätten wir noch in Kürze der kleinen Bismarck- feier zu gedenken, die Verehrer des großen Kanzlers auS Anlaß seiner Geburtstagsfeier am Mittwoch Abend veranstaltet hatten. Man hatte diesmal von der Veranstaltung einer größeren Feier absichtlich abgesehen, um so herzlicher und schöner verlief nun der Abend. Herr Rechtsanwalt S ch m e e l hielt die begrüßende Ansprache und Herr Reichstags- abgeordneter Dr. Osann die Rede auf Bismarck. Ein Huldigungstelegramm ging noch am Abend nach FriedrichSruh und übermittelte dem Fürsten die Glückwünsche seiner treugesinnten Darmstädter Freunde. Der Abend selbst verlief, durch Musik und Gesangsvorträge verschönt, in angeregter Unterhaltung. Die gleichzeitig versammelten Mitglieder deS KriegervereiuS gedachten auch ihrerseits des großen Reichsgründers. Einen denkwürdigen JubiläumStag wird der 1. August deS laufenden Jahres der Stadt Darmstadt und der ganzen Provinz Starkenburg bringen. Die Main- Neckar-Bahn wird nämlich an diesem Tage ihr fünfzigjähriges Jubiläum feiern und auf dieses Fest weisen schon jetzt orientirende Notizen in der hiesigen Presse hin, denen wir die folgenden gewiß auch für weitere Kreise interessanten Angaben entnehmen. Auf dem ersten Fahrplan vom 1. August 1846 finden wir für jede Richtung der Strecke Heidelberg—Darmstadt- Frankfurt zwei Züge verzeichnet, von denen einer Morgens, der andere Abends abgelaffeu wurde. Die Fahrt von einer Endstation zur anderen betrug damals, trotzdem weit weniger Haltestellen vorhanden waren als jetzt, doch 3 Stunden 26 Minuten. In Darmstadt vermittelte für kurze Zeit ein Omnibusunternehmen den Verkehr aus der Stadt nach dem Bahnhof, jedoch ging es bald ein, da die Reisenden zu den zwei Zügen lieber per pedes pilgerten. Heute steht eS mit den DerkehrSverhältnissen auf der Main-Neckar-Bahn freilich anders. Jetzt fahren täglich 50 Personen- und Schnellzüge auf der Strecke Heidelberg—Frankfurt, und die Bahn gehört zu den frequentirtesten und am besten geleiteten, vor Allem aber auch zu den billigsten in ganz Deutschland. Interessant zu erfahren ist es auch, daß noch heute zwei Beamte thätig find, die dereinst bei Eröffnung des Betriebes schon im Dienst waren. Ob ein JubiläumSfest stattfinden wird und in welcher Form, ist noch nicht bekannt, vorläufig hat mau nur in der Presse auf den interessanten Gedenktag aufmerksam gemacht. Eine andere für unsere Stadt wichtige Angelegenheit ist dieser Tage nun auch erledigt worden, die D en km als - frage für das Monument Ludwigs IV. Professor Schaper in Berlin erhält nun definitiv die Ausführung und fein prächtiger Entwurf wird nach Vollendung des Gusses sicher eine vornehme Zierde für die hessische Residenz werden. AuS dem Kunstleben bliebe für heute noch Über die Aufführung deS Goethe'schen „Faust" zu berichten. Unter ganz kolossalem Andrang deS Publikums haben die auf drei Abende vertheilten Vorstellungen am dritten Feiertag begonnen und der Hofbühne reiche Ehren gebracht. Da jedoch die Aufführung deS zweiten TheileS erst heute Abend von statten gehen wird, verspäten wir und das Referat über den Ausfall deS ganzen Unternehmens für das nächste Mal. Infolge des großen Andranges auch von auswärts mußte eine Wiederholung der Vorstellungen bereits für die nächste Woche an- gefetzt werden. Ein interessantes Concert hat der Mozartverein für künftigen SamStag augekündigt. Fran Dr. Wilhelms aus Wiesbaden und Herr Spangenberg auS dergleichen Stadt find als Solisten für den Abend gewonnen worden. ----------- , 2. Appell Bormittags 11 Uhr: Wehrleute l. Aufgebots aller Waffen und Ersatz-Reservisten. E. Zu Sich am 21. April 1896 am Bahnhof für die Bewobner von: Albach, Birklar, Torf- Güll, Eberftadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Grüningen, Holzheim, Lich mit Albacher-Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Nieder.Bessingen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbach. 1. Appell Nachmittags 3 Uhr: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots. Refervisten, sowie zur Tispofition der TruPPenthnle und der Ersatz - Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. 2. Appell Nachmittags 4 Uhr 30 Minuten: Wehrleute I. Aufgebots aller Waffen und Ersatzreservisten. Befreiungögefuche sind bis längstens 8 Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege (durch das Hauptmeldeamt) einzureichen und müssen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt fein, werden aber nur im dringendsten Nothfalle genehmigt. Diejenigen Mannschaften, bei denen Fnßmcssungen noch nicht vorgenommen wurden, haben überhaupt keine Aussicht auf Befreiung. Die Leute treten in bürgerlicher Kleidung an. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Cigarren sind vorher wegzulegen. Die Militärpapiere (Paß und FührungSzeugniß) müssen zur Stelle sein. Sämmtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Eontroltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militärgesetz. Gießen, den 19. März 1896. Großherzogliches Bezirks-Commando. I. B.: Ziegler, Premierlieutenant und Bezirks-Adjutant. Zur Organisation des Handwerkes. In einem Theile derjenigen Presse, welche den Anspruch darauf erhebt, alß besonders „handwerkerfreundlich" an- gesehen zu werden, ertönen lebhafte Klagen über die „Verzögerung", die die Vorlage über die „Handwerks-Organi- sation" erfahren hat. Der Umstand, daß die Aussicht schwindet, noch in der gegenwärtigen Tagung deS Reichstags diese Angelegenheit zu einem definitiven Abschluß zu bringen, erscheint diesen Blättern als eine schwere Verletzung nicht nur der Interessen deS Handwerks, sondern auch des Vertrauen», welches man in Haudwerkerkretsen der Regierung trotz aller vorhergegangenen Enttäuschungen entgegen gebracht habe. Wenn nun daraus eine Verschleppung und Ver- sumpfung der Handwerkerfrage zu befürchten wäre, so hätten diese Klagen noch einen Sinn. Dies ist aber gar nicht der Fall, sondern die schwierige Handwerkerfrage erfordert Zeit und Gründlichkeit zur Vorberathung. ES sei doch vor allen Dingen daran erinnert, daß die Unwahrscheinlichkeit, noch im Laufe der jetzigen Session des Reichstages die angekllndigte sogenannte, Berlrpsch'sche Vorlage zu verabschieden, schon vor mehr als einem Vierteljahre von einer Seite festgestellt worden ist, welche mit dem Gange der gesetzgeberischen Geschäfte wohl vertraut ist. Am 17. September v. IS., also kurz nach Beginn der Session, ließ fich der Staatssecretär Dr. von Boetttcher bet der ersten Berathung der Vorlage, betreffend die Handwerkskammern, des Näheren über diese Frage aus. Er nahm damals an, daß es bet eifrigster Förderung der Arbeiten möglich sein werde, das definitive OrgauisationSgesetz für das Handwerk im Entwurf etwa in der ersten Hälfte des Februar dem BundeSrathe vorzulcgen. Dort werde die Vorlage voraussichtlich auf manche Bedenken und Einwände stoßen, deren Erledigung geraume Zett beanspruchen werde. Herr von Boettcher rechnete dafür im günstigsten Falle vier Wochen, so daß nach seiner Annahme die Mitte deS März als der früheste Termin angesehen werden konnte, bis zu welchem der OrganifattonSentwurf an den Reichstag gelangen würde. „Und da, meine Herren", fuhr der Herr Staatssecretär fort, „bitte ich Sie doch zu überlegen, ob nicht die Durchberathung eines solchen Entwurfs in der jetzt begonnenen Session zu den Unmöglichkeiten gehören würde- Sie werden also frühestens darauf rechnen können, im nächsten Reichstage mit einem solchen Entwürfe begrüßt zu werden." Inzwischen ist offictös bekannt gegeben worden, daß der OrganisationSentwurf erst nach den Ostertagen im preußischen GtaatSministerium zur Vorlage gelangt. Besten Falles wird demnach in der zweiten Hälfte des laufenden Monats der BundeSrath damit befaßt werden können. Es bedeutet das eine Verschiebung der Berechnung de» StaarüsecretärS von Boetticher um mindestens zwei Monate. Daß unter diesen Umständen nicht mehr daran gedacht werden kann, die Organisation deS Handwerks noch in der gegenwärtigen Tagung deS Reichstags zu erledigen, ist klar. i AuS der Wetterau. 9. April. Bezüglich der M.W. Tor- respondenz in Nr. 83 sei erwähnt, daß daS Etnsammeln der Ktbitzeter nicht strafbar ist, denn in § 1 de» Gesetzes, „betreffend den Schutz von Vögeln" vom 22. März 1888 steht in Absatz 1 „Da» Zerstören und daS Ausheben von Nestern oder Brutstätten der Vögel, da» Zerstören und AuSnehmen von Eiern — ist untersagt" und in Absatz 3 „auch findet da» verbot keine Anwendung auf da» Etnsammeln, Feil- bieten und den Verkauf der Eier von Strandvögeln, See- schwalbeu, Möven und Kibitzen, jedoch kann durch Landesgesetz oder durch landeSpolizetliche Anordnung daS Tinfommein der Eier dieser Vögel für biftmmte Orte oder für bestimmte Zeiten untersagt werden." Da nun für die hiesige Gegend keine etufchränkeuden gesetzlichen Bestimmungen erlassen find, I kann da» verwerrhen der Sibttzeier nicht bestraft werden. Die Frage: „Wer darf nun die Sier sammeln?" läßt fich au» § 8b de» angezogenen Gesetzes in Verbindung mit dem hesfischen Jagdwassenpaß, nachdem der Ktbitz im Mat und Junt Schonzeit hat, sonach zu den jagdbaren Vögeln gehört, wohl dahin beantworten, daß daS Recht hierzu nur dem Jagdpächter zusteht. Bertchttgung erfordert der Satz in der erwähnten Torrespondenz „ES find feltene Erscheinungen in unserer Gegend". DaS ist nicht richtig, vielmehr gehören die Wiesengründe au der Horloff zu den regelmäßig besuchten Brutplätzen der Kibitze. Einsender hat schon vor 15 Jahren Ktbitzschaaren zwischen den Schwalheimer Höfen und TraiS- Horloff anzetroffen und Nester gefunden. Auch in der Nähe der Horloffmündung in dem Wiesengrund zwischen Staden und Ober-Florstadt nisten schon seit Menschengedenken Kibitze und eben steigen beim Betreten der Wiesen dort Schaareu von 50 und mehr Paaren auf. Brutplätze für Kibitze befinden sich auch noch an der oberen Horloff, an den Teichen bei Villingen. Ebenso hat Einsender vor etwa 20 Jahren regelmäßig brütende Kibitze in den Niederungen de» sogen. „Alten Feldes" bet Londorf angetroffen. Bedeutende Brut- Plätze sind auch ob der Nidder, namentlich zwischen Höchst und Heldenbergen. Beim Einsammeln der Eier muß man eben indessen vorsichtig sein, da schon angebrütete Eier vorhanden find. Ohne die bekannte Wasserprobe kann man fie nicht mehr verwenden. DaS Suchen der Eier ist ohne Uebung aber nicht leicht, weil auf den grellen Schrei eines einzigen KtbitzeS sämmtliche anderen ebenso kreischend von den Nestern auffltegen und diese auf dem Boden angebracht find, von deffen Farbe die Eier sich kaum unterscheiden. Man hat hier schon gute Vorstehhunde mit Erfolg zum Aufsuchen der Nester verwendet. Ein Et wird hier eben von den Händlern mit 25 Pfg. bezahlt. △ Mainz, 10. April. Die Strike in der Eich- bäum 'sich e n Schuhfabrik hier ist beendigt. Nachdem verschiedene VergleichSoersuche erfolgßloS geblieben waren, hat Oberbürgermeister Dr. Gaßn er fich der Sache persönlich angenommen und ist eS dessen Bemühungen gelungen, eine Versöhnung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern herbeizuführen. — Die vor Kurzem in dem htefigen Museum getroffene Anordnung, das Dürer'sche Gemälde „Adam und Eva im Paradies" zu verhüllen, giebt der Mainzer Localpresse noch immer Stoff zu spöttischen Angriffen auf die städtische Museumsverwaltnng. Komisch bei der Sache ist, daß von den maßgebenden Persönlichkeiten der MuseumS- Deputation jetzt Niemand der Schuldige fein will und die Anordnung auf einen ehrsamen Handwerksmeister zurück- geführt wird, der durch Zufall Mitglied der MuseumS- Deputation geworden ist. Beiläufig bemerkt, hat daS betreffende Gemälde vor vielen Jahren schon einmal Anlaß zu ähnlichen Streitigkeiten gegeben. kauSwirthschaslliche Sinkt und Kathschläge. A «u» vberhesscn, Anfang April 1896. Lavdwirthschaftltche Rück-, Um- «nd Borschau. (Schluß.) ES bleibt nun noch übrig, von unserem gegenwärttgm Standpunkte auS ein wenig vorwärts zu blicken. Dieses gelingt am besten, wenn wir die Vergangenheit nno Gegenwart fragen, was geleistet worben ist. In den achtziger Jahren waren wir mitunter etwa« stolz darüber, wie herrlich wett wir es schon gebracht hätten. Jetzt, in der zweiten Hälfte des l'tzten Jahrzehntes im neunzehnten Jahrhundert können wir uns lagen, daß wir in der Mitte der achtziger Jahre ziemlich wett zurück warm. Verbinden wir diese junge Vergangenheit mit der Gegenwart, so muß sich jeder vernünftige Bauer sagen: Nur weu« ma« uud körperliche Kräfte auspauut, werde« wir auf eine erfreuliche Zukunft rechne« könne«. Die Zeit des alten Schlendrians ist durchaus vorüber und kommt nie mehr wieder. Man fährt jetzt in wenigen Tagen von Petersburg nach Lissabon oder von Konstantinopel nach London. Zur Zeit deS ersten Napoleon brauchte man ebenfoviele Wochen zu biefen Reifen, alS jetzt Tage. Die großartigsten und ichwierigstm Arbeiten werden gegenwärtig von Mafcbinen besser und sauberer verrichtet, als zu Napoleons Zeiten von Tausenden der geschicktesten Mmschmhände. Davon läßt sich nichts mehr zurückschraubm und waS das Schönste ist: wir stehe« erst am Vlnfang aller Entdeckungen uud Erfindungen. Unsere Enkel nnb Urmkel werden im Jahre 1975 recht mitleidig auf uns herabsehen, weil wir unS am Ende des neunzehnten Jahrhunderts mit schlecht eingerichteten Lampen und Kochherden, mit langweiligm Fuhrwerken, mit unpractifchen Wohn- räumm behelfen müßten. Damit wir Bauern nun nicht hintendran kommen, müssen wir unS kräftig regen und tapfer vorwärts gehen. ES ist das alte Lied, daS gesungen wird, aber stets mit neuen Variationen, Umgestaltungen, Umschreibungen oder Veränderungen. Manchmal liegt die Hauptstimme im Sopran, ein andermal liegt sie im Baß, ein drtlteSmal singt sie der Alt, am häufigsten bringt sie der Tenor. Seit wir die Handelsverträge haben, spielt die Landwtrthschaft ein sehr untergeordnetes Instrument im Staatsorchester, etwa daS zweite Fagott. Mitunter füllt sie auch nur die Paufm aus. DaS muß anders werden und — gottlob! — es ist auch fchon anders geworden. Roth macht erfinderisch, schlechte Zeiten zwingen zur Anstrengung der körperlichen und geistigen Kräfte. Wie lagen Deutschland und Preußen im Jahre 1806 darnieder und welche großartige Auferstehung feierte unsere Nation im Jahre 1813. Selbstverständlich müßte sieben Jahre lang hart gearbeitet, entbehrt, gelitten und gestritten werden. Bis die zehn Jahre der Handelsverträge herum sind, müssen wir soviel gelernt und erfahren haben, daß wir fortan die Früchte unserer Anstrengungen und Entbehrungen auch genießen können. Diese Früchte zeitigen jetzt. Mit einigen Wortm soll dies angedeutet und zum Weiterstreben angefeuert werden. Wer die landwirthschaftltche Ausstellung im September 1895 in Gießen besuchte, war ungemein überrascht von dem, wa» er sah. Die Stadl hatte einen riesigen Aufschwung genommen, die Landwirthschast aber auch. Welche Fortschritte hatte die Viehzucht in allen ihren Zweigen gemacht! Während früher jeder Bauer züchtete, waS er für zweckmäßig hielt, während man auf früheren Ausstellungen einen Mischmasch, ein bunte» Durcheinander au8 allen möglichen Schlägen, Gegenden und Richtungen vor sich sah, zeigte fich in Gießen Plan und Ordnung in der Züchtung. Simmenthaler Vieh für die Ebene, Vogelsberger Vieh für daS Gebirg, das waren klar und deutlich ausgesprochene Zuchtziele, denen ein ganz entschiedener Erfolg vorau»- gefagt werden kann, fall» die Ziele unentwegt angestrebt werden. Vor zehn Jahren hätte man ein solches Resultat für da» Jahr 1895 noch nicht für wahrscheinlich gehalten. Werfen wir einen Blick ans die Getreideerzeugim»! Eie hfaü fast nicht mehr. Da rührt und regt e» sich nun an alle» Odra wegen Beschaffung trefflicher, artragSreicherer Saatirüchte; man mtfl mir noch da Getreide bauen, wo es besonder» aut gedeiht unh auch nur noch diejenigen Sorten, die In der betreffenden Gegend besonder» leicht zu v.. wenden find. Die Wetterau erzeugt treffliche Gerste, die fich zu Brauereizwecken verwenden läßt. Man will eine Mälzerei errichten und diese kommt ganz sicher. Vor 15 Jahren hätte man ein solche» Unternehmen für Unfinn auSgcgeben. Im Jahre 1883 wirkte der Schreiber dieser Zellen mit etaigat befreundeten Herren (Rreilretb Haa», Tettweller, Wernher afe) darauf hin, daß die -e»ei«schaftltche Veewerthv«s der l will ihn dabei unterstützen. Hand in Hand wird man zum gaia Ziele gelangen. Der zweite Punkt ist: Grade die kleinen Wirthschasten leide» bitter in der Uederga:ig»zeit und mancher brave Mann muß dm Haus und Hof, obgleich er geschasst, gebungert unb gedarbt hat und ehrlich geblieben ist sein Leben lang. ES thut einem in der Serif wehe, wenn man solche rutnirte Existenzen steht. Ist Ein« em Faulenzer ober Säufer und er geht dabei zurück, fo geschieht ihm dies recht. Dem unschuldig Leidenden soll man zur Hand geben Nichts Schöneres gibt e», als Gutes thun. Edel fei der Mms». hülfreich und gut! Möchte das Jahr 1896 dem Landwirthe zu Glück unb Segne ausschlagen. Heil dem Bauernstände! Da» ist unser Wunsch. Verkehr, Land- «nd volkrwlrthschaft. — Laben»varficheru«-»-«esells»aft »« Leipzi«, gegrünt 1830. (Alte Leipziger.) Das Jahr 1895 ist sowohl In Bezug aal das finansselle Ergebmß wie auf den Zugang an neuen Verficht rungen für die Gesellschaft wieder ein hervorragend günstige« gt wesen. Der 1895 erzielte Ueberschmtz ist der größte, den die (»riefl schäft in einem Jahre je erzielt hat. Er beläuft fich auf 5,349,366 90 Kf und ist um 496,268.93 Mk. arößer al« der Ueberschuß de« 1894, der seinerseits den de» JahreS 1893 um 416,840 82 Mk. übe traf. Diefe starke Steigerung in den Jahresüberschüssen iß aneeiich.'i de« immer mehr sinkenden Zinsfüße» besonder« beachten«werts>, denn sie beweist, daß die finanzielle Lage der Gesellschaft selbst den hichfien Anforderungen entspricht. Während eine Reihe von LebevsvernL'. rung» Gesellschaften sich in den letzten Jahren geröthigt sah, ibu Dividenden herabzufetzen, gestatten die Ende 1895 vorhandercn #< sammiüberfchüsse der „Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Bdii't' im Betrage von 19,854,286.90 Mk. nicht nur, die flatutadlfr Dividende an die Vrrsicherten für daS Jahr 1897 wiederum, e‘t feit einer langen Reihe von Jahren, auf 42 pCt. der ordevüiLm Jahresbeiträge festzusetzen, sondern darüber hinau« weitere 300,000 V- dem im vergangenen Jahre geschossenen Extrareserveiond« ,u über weisen, der hierdurch bereits auf dir Höhe von 500,000 Mk e< bracht wird. Da» Vermögen ist um 11,227,090Mk. auf 134,122.198V l gestiegen; hiervon waren 110,408,078 Mk. auf erstklassige Hypoidetcr. 10,797,117 Mk. gegen Verpfändung von Policen der Ges.ilichs"-. 1,637,615 Mk. gegen Verpfändung von Dienstcautionen ausgetiehw, 4,629 918 Mk. in Staat»- unb anderen öffentlichen Weribv-vierm unb ber Rest in sonstigen Sicherheiten angelegt. Die i^lamm! elnnabme der Gesellschaft im Jahre 1895 betrug 22,681,486 W 1,527,981 Mk. mehr als 1894; davon entfallen allein auf die w nahmen an Prämien von TodeSfalloersicherungen 16.960,122 auf Zinsen aus den Fond« 4,604,469 Mk. Die Verwaltung«kosten ber Gesellschaft, die zu allen Seiten sehr niedrige waren, stellten st« wie seit einer Reihe von Jahren auf nur 6 pEt. ber Prämien- unr Zinseneinnabme. An Versicherungen sind im Jahre 1895 insge'awr' 6445 mit 49,183,100 Mk. Versicherungssumme beantragt word^ zum Abschluß gelangten 5242 Versicherungen mit 39,509.500 M Sterbefälle wurden angemelbet 852 über 5.028,450 Versicherung« summe. Der G.sammloersicherungSbeftand ist auf 64,322 Personen versichert mit 457,837,550 Mk., gestiegen. — „Rorbtlcrtt*, Lede«»verficher«ng»-«ctie«-Ges«lttchaf« Itt Berlin. In der am 8. d. Mt«. unter dem Vorsitz des General-Eonsut Si us s el l abgehaltenen General - Veriammlung den Sctionäre wurde die vorgefchlagme Vertheilung einer Tloibent* von 150 000 Mk. gleich 120 Mk. pro »die an die Actionärew« von 525 738,85 Mk. an die am Gewinn detheiligten Versichert^ gleich 15 pCt. der im Jahre 1895 gezahlten Prämien Die im regelmäßigen Turnus au» dem ÄufsichtSrathe ausscheideover Mitglieder, die Herren König!. Bayr. Reichsrath unb 6ommer|Ue rath Th. Haßler in Augsburg, Bergwerk«desitzer vr.)ur. H. Hetn» mann in Wiesbaden, Oberbürgermeister a. D. W. Weder, Sondt«a de» Bankhauses S. Bleichröder in Berlin, wurden wiederqewa«» Al» Rechnungsrevisoren für daS laufende G-schäftSjahr wurden Herren VerlagSbuchhändler Hugo Bernstein, Bankier Ruvotp» George unb Procurist Robert Jmelmann gewählt. Law liche Wahlen unb Beschlüsse erfolgten einstimmig. In der nw hieran anschließenden General - Versammlung der Sctionaee „Nordstern, Unfall^ unb Alter» - Versicherung« - Actim - Gesell««« wurde ebenfalls einstimmig die oorgeschtagene, nach dem zulässige Marimal - Dividende von 10 pEt. der Einzahlan» «•<*■ Mk. 75 pro «die an die «ctionäre und die Ueterwttlun- '^ Mk. 29 912,07 zum Dividendenfond» ber am Gewinn detdeu s Versicherten genehmigt unb Decharge ertheilt. Die Neuwahtm den AussichtSiath wie für die Revision« - Eommission «arai^ gleichen, wie bei dem ^Nordstern", Lebens - Versichenw»«' Gesellschaft. Bekanntmachung. In unserem Firmenregister wurden folgende Einträge vollzogen: K A. Neue Einträge. 1. Kaufmann Arthur Schuster und Kaufmann August Montanus II. in Gießen betreiben seit dem 1. Februar 1896 zu Gießen in offener Handelsgesellschaft einen Handel in Ellenwaaren sowie ein Kleider- sabrikationSgeschäft unter der Firma ,.A. Schuster & Cie." Jeder der beiden Gesellschafter ist berechtigt, die Firma zu zeichnen und zu vertreten. 2. Kaufmann Christian Wallenfels jun. und Kaufmann Johann Joseph Sauer, beide wohnhaft in Gießen, betreiben seit dem 1. April 1896 zu Gießen eine Colonialwaaren-Großhandlung unter der Firma „Wallenfels L Sauer". Sie haben unter dieser Firma eine offene Handelsgesellschaft errichtet und ist jeder der beiden Gesellschafter zur Zeichnung und Vertretung der Firma berechtigt. B. Verändernngen und Löschungen. 1. Kaufmann Franz Wilhelm Schmalenbach in Gießen ist am 1. April 1896 als Teilhaber au» der Firma „Schmalenbach & Stumpf" ausgeschieden. Der verbliebene Theilhaber, Kaufmann Ludwig Friedrich Stumpf, führt das Geschäft unter der seitherigen Firma auf alleinige Rechnung weiter. 2. Karl Schwan jun. zu Gießen, Theilhaber der Firma „Gebr. Schwan" zu Gießen ist verstorben. An deffen Stelle treten seine Kinder: a) Karl Berthold Adolf Schwan, b) Walther Albert Hermann Schwan, c) Wilhelm August Schwan, als Theilhaber in das Geschäft ein. Die genannten Kinder sind noch minderjährig und werden darum vertreten durch ihre Mutter, Karl Schwan Wwe., in Gießen. Der andere Theilhaber, August Schwan in Gießen, hat allein da» Recht, die Firma zu zeichnen und zu vertreten. "3. Alfred Töpelmann, Inhaber der Firma „I. Ricker'sche Buchhandlung", hat seinem Buchhalter, Oswin Schneider in Gießen, Procura ertheilt. 4. Dem Karl Georgi in Gießen wurde für die Firma „ßubroig Georgi" Procura ertheilt. 5. Der Mitinhaber der Firma „Johannes Fischer" zu Gießen, Otto Fischer zu Gießen, ist verstorben. Mit Zustimmung der Behelligten führt daher der andere Theilhaber, Adolf Fischer in Gießen, dar Geschäft auf alleinige Rechnung unter der seitherigen Firma weiter. 6. Die Firma „A. Schuster" zu Gießen wurde gelöscht. 7. Der Christian Jnderthal Ehefrau, Johanna geb. Petri, in Gießen wurde für die Firma „Chr. Jnderthal" zu Gießen Procura ertheilt. 8. Folgende Firmen wurden von Amtswegen gelöscht. a. Peter Schandua zu Gießen; b. Geschwister Peth, daselbst; c. E. Trenkmann, daselbst; d. W. Dietz, daselbst; e. Literaturbüreau Karl Ackermann, daselbst; f. St. Hillenbrand, daselbst; g. L. Mühlhausen, daselbst; h. A. Flaschen, daselbst. Gießen, den 10. April 1896. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Neuenhagen. 3501 Kindergarten. Beginn des Kindergarten Donnerstag, den 9. April. An' mellbungen nehme jeder Zeit in meiner Wohnung, Westanlage 11, noch entgegen. Hochachtungsvoll 3B69 Wittwe Rothe, Kindergärtnerin. Der Anfang meines Kleidercursus beginnt den 4. Mat. An- ineübungen nehme ich in meiner Wohnung, Sonnenstraße 12, entgegen. Achtungsvoll E. Kess. Cursus-Eröffnung*. Bringe hierburch ben verehrten Damen Gießens und der Umgegend zur gefälligen Nachricht, baß ich meine Stelle in ber Alice- schmle als Lehrerin nieberqelegt habe und auf vielseitiges Verlangen einen eignen Cursus im Glanzbügeln und Kunftwaschen unter guter Ausbildung am 15. April eröffne. Um geneigten Zuspruch bittet Hochachtungsvoll Frau Eidmann Mittwe. Anmeldungen werden entgegen genommen Ecke Oswalds- aarten 45, III. Stock, vom 15. April ab Kaplausgafse 14, II. Stock. 3271 Lebensversicherungs - Gesellschaft zu Leipzig (alte Leipziger) auf Gegenseitigkeit gegründet 1830. Bersicherungöbestaud: 65 000 Personen und 465 Millionen Mark Versicherungssumme. Vermögen: 137 Millionen Mark. Gezahlte Versicherungssummen: 93 Millionen Mark. Dividende an die Versicherten für 1896: 42o/y der ordentlichen Jahresbeiträge. Die LebenSvrrficherungS - Gesellschaft ,u Leipzig ist bri günstigsten Ver- ficherungsdebingungen (Unanfechtbarkeit fünfjähriger Policen) eine der »roßten und billigsten Lebensverstcherungs-Gesellschaften. — Alle Ueber- Ichüfle fallen bei ihr den Berstcherten zu. Nähere Auskunft ertheilen gern :bte Gesellschaft, sowie deren Vertreter: 419 Müller & Schwarz in Gieße«, Wallihorstraße 25. Theodor Haubach „ „ Bahnhofstraße 40. Ausgebot. Für die Menage des 3. Bataillon« Infanterie - Regiments Kaiser Wilhelm Rr. 116 sollen nachstehende Lieferungen ; usammen oder getrennt, im Wege Sffcnt» lichcn AuSgebotS vergeben werben: Für die Zeit vom 1. Mai bl« 31. Juli 1896 der Bedarf an frischem Ochsen-, Kalb, Hammel-, Schweinefleisch, Speck, Schmalz, Nierenfett, Frankfurter Würstchen, sowie Leber- und Blutwurst. Die Lieferungsbedingungen können in Kaserne II, Zemmer Nr. 66, eingesehen und daselbst Abschrift gegen Erstattung der Schretbgebühren bezogen werden. Angebote find mit der Aufschrift: .Angebot auf Lieferung von Fleisch- verschlossen und portofrei bi« spätestens 24. «peil d. I. dem unterzeichneten Präses einzureichen. Gießen, den 10. April 1896. «lanfiu«, _ 3490 Hauptmann und Präses. Holzversteigerung in der ftkihttrl. (Obrrförfkrri Kubcnau. 1. Freitag, den 17. April l. Js., nach Zusammenkunft im District Kirchgeheeg beim Pflanzgar. ten, Vormittags 10 Uhr, aus den Districten: Steinberg, Kirchgeheeg und alter Brunnen. Stämme: Eiche 5 St. mit 1,05 fm (Wagnerholz), Birke 13 St. mit 6,44 fm (Wagnerholz). Derbstangen: Fichte 252 St. mit 5.74 fm. Reisslängen: 565 St. mit 5,49 fm. Scheiter rm: Buche 64,25 1. Kl., 12 2. Kl., Eiche 6 1. Kl., 2 2. Kl., Birke 57 1. Kl., 16 2. Kl , Aspe 12 1. Kl., 16 2. Kl., Nadel 10, Knüppel rm: Buche 44, Eiche 10, Birke 22 1. Kl., 6 2. Kl., Aspe 9 1. Kl., 6 2. Kl., Nabel 17 1. Kl., 3 2. Kl., Reiser rm: Buche 520, Eiche 76, Birke 100, Aspe 40, Erle 6, Nabel 292, Stöcke rm: Buche 13, Eiche 4, Birke 16, Aspe 4, Nadel 46. 2. Dienstag, den 21. April, aus ben Districten: Siklergeheeg, Kirchgeheeg, Hundsigstanne unb Dietrichs- walb. Scheiter rm: Buche 5, Birke 2, Aspe 3, Nabel 20, Knüppel rm: Buche 168, Eiche 10, Birke 7, Nabel 253 1. Kl., 12 2. Kl., Reiser rm: Buche 298 (Stammreiser), Eiche 8, Nabel 867, hiervon 53 rm Schichthaufen, Stöcke rm: Buche 9, Nabel 80. Zusammenkunft im Siklergeheeg Vormittags 10 Uhr. Das Holz aus ben Districten Dietrichswald, Kirchgeheeg unb Hunbsigstanne bleibt an diesem Tage unvorgezeigt unb kommt im District Siklergeheeg beim Feuer zum Ausgebot. Stetgliebhaber wollen sich dasselbe vorher ansehen. Nähere Auskunft ertheilt auf Verlangen Forstwart Rabenau, Londorf. Papiermühle, 10. April 1896. Freiherrliche Oberförsterei Rabenau. Schwörer. 3496 I Holzverkauf irr der König!. Oberförstern Krofdorf. Freitag, den 17. d. M., Vormittags 10 Uhr im Freund'schen Gast, hause Hierselbst, 1. Schutzbezirk Krofdorf, District 22 d (Kühbett): 2 Eicheu-Stämme Nr. 5 unb 9: 2,21 fm, District 14 b (Kreuzschläge) Nr. 14 unb 16: 2 rm Eicheu- Schichtnutzholz, District 17 d nnb 20 a (Buchwald) Nr. 44/45 unb 5/6 8/9: 11 rm Eichen - Schichtnutzholz. 2. Schutzbezirk Waldhaus, District 57a (Lindenschied): 1 Eichenstamm 1. Kl. Nr. 109: 4,30 fm, District 55 b (daselbst) Nr. 174/175: 3 rm Buchen-Schichtnutzholz. Der Königliche Oberförster. Mitteldeutscher Verbands - Personenverkehr. An Stelle des Tarifs vom l.Jani 1890 sowie der dazu erschienenen Nachträge gelangt am 1. Mai d. I. für vorbezeichneten Verbands - Personenverkehr ein anberwetter Tarif zur Einführung Vom genannten Tage ab werben auch Rückfahrkarten von Gieße« über Fulda red) Eisenach, Gotha, Erfurt unb Leipzig, sowie einfache Fahrkarten für alle Züge von Alöfeld nach Cassel ausgegeben. Nähere Auskunft ertheilen bie bcthei» ligten Fahrkarten-Ausaabestellen. Gießen, ben 7. April 1896. Gr. Directton der Oberhessischrn Eisen- ______________ bahnen.____________3622 Eitle frischmelkende Ziege zu verkaufen- ?418 H. Stephan, Sandgasse 28. Versteigerung. Dienstag den 14. April 1.1., versteigere ich im »CfoUt* (Marktplatz 20) dahier «ege« Baarzahlurrg r 1. um 2«/i Ubr: 6 Etudtenköpfe in Goldrahmen; 2. um 3 Uhr: eine große Partie GlaS- und Por- cellanwaaren. al« Weingläser. Kaffee- unb Boutllontassen, Teller, Blumen- Daten, Kaffeeservice. Kaffeekannen, 2 Spiegel, Spiegelgläser, Sopha, ein vollständiges Belt, ein vollständiges GU ser-Hanbwerksgeschirr, barunter 19 Diamanten, und verschieb, ilnbere. Versteigerung findet bestimmt statt. 3519 vor«, Gerichtsvollzieher Wttkuhciuitt j A Schultheis Inhaber: Herm. Mettenheimer Giessen, 3 Kreuzplatz 3. Größte« AuS« ftattungSgeschLft Oberhitzen» Znr Konfirmation. 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