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Äebaction, Expcbitron und Druckerei: Schutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. vierteljähriger AVouuementsprein 1 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener AlOmikienvtätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelcgt. Der chießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montags. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de« ßokgenden Tag erscheinenden Nummer' bis Borin. 10 Uhr. Hratisöeikage: Hießener Aamitienölätter. Allc Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 2lmtiid?er TKeil. Bekanntmachung, betr. Schießübungen. ES wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß haß 2. Bataillon dcS Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm Rr. 116 Mittwoch den 15. l. Mts., Vormittags von 7^2 bis 12 Uhr Mittags, Donnerstag den 16. und Freitag den 17. l. Mts., von 10 bis 1 Uhr Mittags, ein Schiesten mit scharfen Patronen in dem Gelände nordöstlich Orost-Rechtenbach in dem sogenannten Soorbachthal abhalten wird. Die Schuh- richtuug läuft von der Straße Groß-Rechtenbach— Lützellinden am Soorbach entlang in der fliidv tnug des Waldes füdlich Münchholzhausen, westhalb das Gelände Münchholzhausen—Lützellinden—Groß-Rechtenbach Büblingshäuser Hof— Münchholzhausen während der oben angegebenen Zeit für jeglichen Verkehr gesperrt ist. Dte Ehaufsee Wetzlar—Groß Rechtenbach ist oem Verkehr frei« gegeben. Gießen, den 9. Januar 1896. Großherzoglichcs KceiSamt Gießen. v. Gagern. Gießen, den 9. Januar 1896. Betr.: Wie oben. Daß Großherzogliche KreiSamt Gießen au die Großherzogl. Bürgermeistereien Alleu- dorf a. d. Lahn, Großeu-Linden unö Laug-Göns. Die vorstehende Bckautumachnng wollen Sie alsbald in Ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise veröffentlichen laffen. v. Gagern. Gießen, den 10. Januar 1896. Betreffend: Register über Zu- und Wegzüge. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreifes. Wir sehen der Einsendung der Berzeichnisie über die Zu- und Wegzüge, oder Bescheinigungen, daß Einträge in diese Register im Jahre 1895 nicht zu machen waren, bis zu« 20. d. M. entgegen. Die Bescheinigungen find nach dem Muster, welches auf der letzten Sette des Formulars vorgedruckt ist, aufzunehwen. Das Formular zu den Zu- und Weqzügen ist von der Großh. Ceutralstelle für die LandeSstatiftik in Darmstadt zu beziehen. v. Gagern. Gefunden: 1 Paar Militärhandschuhe, 1 Taschen« Messer, 1 Kinderschuh und 1 Sack mit Waschklammern. Gießen, den 11. Januar 1895. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. E. v. Bechtold, Regierungs-Affessor. Deulfcvev Heid^tag. 12. Sitzung. Freitag, den 10 Januar 1896. Die Berathung deS Börsenreform-Gesetzes und des Depotgesetzes wird fortgesetzt. Abg. o Cuny (nl.): Wir sind nicht der Ansicht, daß die Vorlage die Börse in ihrer wtrthschaftlichen Bedeutung beeinträchtigen werde. Die vom Grafen Kanitz erhobenen Bedenken gegen die Zusammensetzung des Börsenautzfchusies halten wir nicht für grundlos. 68 ist durchaus berechtigt, daß auch Industrie und Landwtrlhschaft eine ausreichende Vertretung im Börsen - Ausschuß haben. Zum Ehrengericht stehen wir durchaus freundlich. Nach dem Verhalten her Berliner Börse gegen die Herren Frentzel und Mendelsohn meinen wir ober, daß die Organe der Börse, nicht die Masie der Börsenbesucher das Ehrengericht zu wählen haben. Di- Fragen der Emissionen und der Commtssionsgeschätte bedürfen sorgsamer Prüfung. Jedenfalls müssen, wie die Vorlage dies ja auch will, die vereideten Makler auch nöthigenfalls Geschäfte für eigene Rechnung machen dürfen. Der legitime Terminhandel darf nicht getroffen werden. Gin großer Theil meiner Freunde will, daß es dem Bundesrathe überlassen werde, zu prüfen, ob nickt der Terminhandel in Effecten Sanz zu verbieten sei. Zu erwägen ist, ob nicht die Benutzung von atchtlieferungsfähigen Waaren ganz auszuschlitßen sei. Die Rechtsprechung des Reichsgerichts, wonach Differenzgeschäste nicht gütig Snb, wird man im Allgemeinen al8 richtig anerkennen können, aber rö gitbt doch auck Fälle, wo ein Differenzgeschäft nickt den Character ckreS Wettgeschäfts Hai, sondern den einer Versickerung. Das vörsenregister billigen wir, denn wer sich eintragen laßt, bekundet Somit nicht, daß er ein Spieler sei, sondern daß sein Geschäftsbetrieb ^leferungsabschlüsse erfordert. Mit Strafbestimmungen gegen gewerbsmäßige Verleitung zum Börsenspiel find wir einverstanden, denn e6 giebt Commtssäre, welche ihre Agenten im Lande herum- schicken zu dem Behuf, um Leute, die mit der Börse nichts zu thun haben, zum Börsenspiel zu verleiten. Auch dem Depotgesetz stimmt Redner Namens seiner Freunde zu. Abg. Fritzen (Ctr).: Auch wir wünschen Annahme der Vorlage, möglichst mit noch einigen Verschärfungen. Die Zusammensetzung des Börsen - Ausschusses bedarf auch nach unserer Ansicht einer Modlficatton. Die Verantwortlichkeit für die Prospecle ist eine alle Forderung; es wird aber Alles darauf ankommen, wie die Beweislaft geregelt wird. Namentlich werden in den Prospecten die Emisfionshäuser auch ausdrücklich sagen müssen, nach welchem Maßstabe die Zuleitung staltfinden soll. Der wundeste Punkt ist das Terming-schäft, das vielfach zu künstlichen Preisbeeinflussungsn dient. Der Registerzwang ist ein großer Fortschritt; wir begreifen nicht, wie sich die soliden Geschäfte dadurch verletzt fühlen können. Dem Bundesrath muß die Befugniß gegeben werden, den Terminhandel für gewisse Waaren und Effecten ganz zu unterlagen, so für Zechen- und Hüttenpapicre, für Kaffee undKammzeup. Bei Getreide hat das Termingeschäft häufige künstliche Preisveränderungen zur Folge; dem Bundesrath muß deshalb überlassen bleiben, über die Lieferbarkeit von Getreide Bestimmungen zu erlassen. Ein Verbot des Termingeschäfts in Getreide muß in der Commission sorgfältig geprüft, werden, schon um die Londwirthe zu beruhigen. Ich halte das Getreidetermingesckäft au6 volkswirlhschaftlichen und socialen Rücksicht n für unentbehrlich, würde aber dem V-rbote zustimmen, falls sich das als möglich Herausstellen sollte. Dieses Gefitz wird zwar einen Rückgang des Ertrages der Börsensteuer mit sich bringen, aber das wird mehr als aufgewogen durch die Vortheile des Gesetzes. Bezüglich des Depotgesetzes verlangt Redner, datz der Depositar alljährlich den Deponenten ein Nummcrverzeichn'ß zufckicke. Abg. Schönlank (Soc.): Wir stehen dieser Vorlage ganz kühl gegenüber. Sie kann nichts daran ändern, daß der Geldhandel, der in der Börse seine höchste Potenz hat, immer mehr Einfluß auf den sonstigen Handel und auf die Pr buct on gewinnt. Das ist nun einmal so tn der heutigen capitalistischen bürgerlick'n Gesellschaft. Der Staatscommiffar nützt nach der Erfahrung in Oesterreich gar nichts. In der Enquetecommrsfion fchlug Herr Schmoller entlassene Minister für die Stellung des StaatscommissarS vor. Wie wärs mit dem Polizeimin.ster o. Köller? (Heiterkeit). Wollen Sie etwa Juristen nehmen? Die glauben ja freilich Alles zu verstehen, wenn sie auch beifpielSweise von den Verhältnissen im Preßgewerbe gar nichts ohne einen Verständigen wissen. In Sachsen ist es passirt, daß ein G-richtsoorsitzender, als de' Vertheidiger die Vorlesung der stenographischen Protokolle des Reichstages beantragte, fragte: „wünschen Sie das wirkttck? ich und die anderen Herren Richter können nicht ffenograpbiren!* (Große Heiterkeit). Rationelle Maßnahmen gegen den Import schlechter ausländischer Papiere wären ja erwünscht, aber der Handel mit Papieren wie der CapiialismuS überhaupt, übt leider einen sehr schlimmen Ei- floß auch in geistiger Beziehung aus, einen panamist-schen Einfluß, nicht nur in Frankreich, sondern auch bei uns. In der Enquete- Commission machte Herr Russell über die Betheiligung von Redac- teuren bei Börsen-Transactionen interessante Mittheilungen. Danach wird um die Presse gehandelt wie um Petroleum, Weizen oder Lumpen. B bäuerlich ist, daß man über solches Preßunwefin keine Strafbestimmung in die Vorlage aufgenommen hat. Der Börsen- Reserent eines hiesigen Blattes, der zugleich Prioaldocent ist, wurde kürzlich von dem Besitzer des Blattes wegen seiner Betheiligung an Börsenunternehmungen entlassen Der Besitzer deS Blattes handelte schneller als das Comilä der „Kreuzztg." Wenn Herr Bosse gegen diesen Prioaidocenten einschreiten wollte, brauchte er keine Gutachten des Prof. Hinfchius. Gegen das Terminregister haben wir nichts einzuwenden. Bei den Berathungen des Staatsraths, der unter dem Vorsitz des deutschen Kaisers tagte, war Herr Beyme-Ottendorf be- theiligt, der ein gewerbsmäßiger, internationaler Differenzfpieler ist, der auch den Einwand des Differenzspiels erhebt, sobald er im Verlust ist, aber Gewinne bis zu 20,000 Mk. eingeheimst bd. Das ist jedenfalls nach den hier borgelegten Anschauungen der Regierung sehr unmoralisch. Wir halten die Börsenreform für ein Palliativ- mittel; wenn wir für dieselbe trotzdem ein treten, so thun wir es in der Hoffnung, daß dies Gesetz die Schärfung des öffentlichen Gewissens zur Folge haben wird und daß man dann die Krankheit des CapUalismus deutlicher erkennen wird. Wir müßten schlechte Aerzte sein, verschrieben wir nicht dem Kranken das colmirenbe Pulver ber Börsenreform. Abg. Fischbeck (Frs. Vp.): Ich kann einer Reihe von Bestimmungen der Vorlage zustimmen. Bedenken habe ich namentlich gegen die ber Regierung zu gybenben discretionSren B sugnisse. Dem Depotgesetz kann ich ebenfalls zuftimmtn. Bei Selbstverwaltung ber Börse möchte ich bem Börfencommissar die weitgehei de Dts- cipltnarbefugniß nicht zuaestehen, bte der Entwurf in Aussicht nimmt unb für ihn verlangt. Für bie Zulassung von Emiffiomn genügt eine Sachoerstänbigencommilsion. Griechische unb portugiesische Werthe würben bet uns deshalb viel gekauft, weil Fürst Bismarck die Lombardirung ber russischen W rthe zu hindern suchte. Dieselben Leute, die fick heute als Schützer des deutschen CapitalS aufspielen, suchen unser Capital durch den Bimetalismus zu entwerthen. Mit der Eintragung in das Börsenregister wird in Zukunft allerdings ein Odium verknüpft fein, denn man wird sagen, daß für 150 Mk. sich Jeder das Recht erwerben kann, an der Börse zu spielen, ein Verfahren, das lebhaft an den Ablaßhandel erinnert. Die Hoffnung der Agrarier, welche ein Steigen ihrer Getreidepreife erwarten, sobald sie größeren Einfluß on der Börse erlangt haben werden, wird fich kaum erfüllen, denn das ausländische Getreide wird ein Steigen der Preise verhindern. Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Antis.): Die Kniffe und Pfiffe ber Börsen find allmählig in allen Volkskreifen bekannt geworben, man hat empfunben, daß alle Krisen des wttthschaftlichen Lebens hier ihre Ursachen haben. Der Saugschwamm ber Börse saugt bie kleinen und mittleren Vermögen auf. Man hat heute eingesehen, baß die kleinen Leute geschützt werden müssen vor den Raubzügen wirthschaftlich Storker. War die Aeußerung des Herrn Regierungsvertriters so zu verstehen, daß bei einer Verschärfung des Gesetzes dessen Scheitern in Aussicht stehe? Die Regierung hat an Popularität nicht viel zu »edieren; durch Zustanbebringen eines strengen Börsengesetzes könnte sie viel an Popularität gewinnen. Die Befugnisse bes Börsencommissars müssen erweitert, bie des Börsenauvschusfes sollten mehr eingeengt werden. Man kapn den Ziegenbock nicht fragen, wie ein Gemüsegarten etngefrhbigt werden soll. Für schwere Vergehungen an der Börse genügt das Ehrengericht nicht, da ist ein Disciplinargericht nötbig. Auf bie Makler wird man besonders aufmerksam fein müssen, denn sie müßten nicht Geschäftsleute fein, wenn sie nicht doch für fick selbst Geschäfte machen würden. Die Bestechungsverfuche der Presse müssen streng bestraft werden. Redner nennt verschiedene Blätter, die Besteckungs- gelber angenommen haben sollen, barunter bie „Kölnische Volksztg." Netchsbankdirector Koch warnt nockmals davor, der noch un- erprobten Einrichtung des Börsencommissars zu weitgehende Befugnisse zu ettbeilen. Handelsminister Frhr. v. Berlepsch weist die Angriffe auf den Minister Dr. Bosse zurück wegen ber Unterlassung eines bis- ctplinarischen Vergehens gegen einen als Börsenberichterstatter thälig gewesenen Privatdocenten. Weiterberathung morgen. Neueste NuchrLchten» Wolffs telegraphisches Eorrespondenz-Bureau. Marienwerder, 10. Januar. Der OberlandgerichtS- präfibent Korsch hierselbst ist in ber vergangenen Nacht gestorben. München, 10. Januar. Eine Fälscherbande, bie sich gewerbsmäßig mit der Anfertigung und Verwerthung amtlicher Zeugnisse befaßt, wurde gestern in ben Personen eines Handlungsgehilfen aus Ostpreußen, eines Kaufmannes auS Preßburg, eines Kaufmannes aus Gaya in Mähren und eines Handlungsgehilfen aus der Gegend von Pertau in Steiermark ermittelt und verhaftet. Die Haussuchung ergab ein erkleckliches Resultat an falschen Papieren in- und ausländischer Behörden unb an anderen Papieren, sowie ausgeschnittenen Siegeln. Trani, 10. Januar. Das Gutachten des General« procuratorö spricht fich für die Auslieferung Hämmerst ei ns aus. Die Anklagekammer gibt wahrscheinlich heute ihr Gutachten ab. London, 10. Januar. Der Colonialminister Chamberlain ist heute Nachmittag nach Osborne zur Audienz bei der Königin abgereist. London, 10. Januar. Das „Reutersche Bureau" meldet aus Prätoria vom vorgestrigen Tage, daß infolge der Erklärung deS Reform» Co mitoS, in der es verspricht, bie Entwaffnung seiner Leute auSzusühreu, sich der englische Agent De Wet wieder nach Johannesburg begeben hat. Zur Zeit tagt dort eine RegierungScommisfion, um sich von der Ausführung der Unterwerfungsbestimmungen zu versichern. De Wet wohnte den Sitzungen der Commission bei. Ungefähr 10000 Buren find unter den Waffen und werden nicht eher in die Heimath zurückkehren, als bis die Angelegenheit end- giltig geregelt ist. Der Bertreter der Zeitung „Prätoria Preß" ist amtlich benachrichtigt worden, daß die Regierung der Südafrikanischen Republik, alles Mögliche thun werde, um den Betrieb der Minen zu fördern, deren Besitzer daher nicht nöthig hätten, ihre Jntereffen zu Gunsten einer Schaar von Aufwieglern zu opfern. Depeschen des Burens .Herold" Berlin, 10. Januar. Die Budget-Commission des Reichstags trat heute Mittag 12 Uhr zusammen, um ben Arbeitsplan festzustellen. Danach beginnen die Be- rathungen morgen um 10 Uhr und zwar in folgender Reihenfolge: Etat des Reichskanzlers unb der Reichskanzlei, des Reichsamts deS Innern, der Post- und Telegraphen Verwaltung, des auswärtigen Amtes, deS Heeres und der Marine. Berlin, 10. Januar. Seitens des Stellvertreters des Reichskanzlers, v. Bötticher, ergeht nunmehr an die Mitglieder des Reichstages zur Theilnahme on den Gedenk- Feierlichkeiten an öie vor 25 Jahren erfolgte Ncu- begründung deS Deutschen Reiches offizielle Einladung zum 18. Januar. Berlin, 10. Januar. Nach einer Meldung des „Berl. Local Anzeigers" hat der Landgerichts Dtrector Brausern etter in der Nervenheil-Anstalt einen Selbstmordversuch gemacht. Berlin, 10. Januar. Die beiden von den Anarchisten und freien Soctalisten Deutschlands geplanten Congresse finden am 19. Januar für Baden in Karlsruhe und am 26. Januar für Rheinland und Westfalen in Elberfeld statt. Auf der Tagesordnung steht al- hauptsächlichster Punkt die Beschickung des Londoner internationalen Socialisten Congreffes unb die Agitation. Metz, 10. Januar. Die gestrige ReichstagSwahl tm 14. elsaß-lothringischen Wahlkreise (Metz Stadt und Land) ergab für die Stadt Metz folgendes Resultat Pierson, LandeSausschnß-Mttglleu (Candidat der vereinigten liberalen und clerlcaleo Eingeborenen), 1849 Stimmen, Jean Martin, ehemaliger Redacteur der aufgehobenen ,,Elsaß Lothringischen Volkszeitung" in Mülhausen (Toc.), 1446 Stimmen, Pageustecher (nat.-deutsch) 156 Stimmen, zersplittert 59. Budapest, 10. Januar. Heute Vormittag fanden hier Demonstrationen von Arbeitslosen statt. Eine in einem Gasthause anberaumte Versammlung konnte nicht ab- gehalten werden, weil eS zu maßlosen Angriffen auf die Regierung kam. Die Demonstranten setzten die Krawalle auf der Straße sor^, so daß ein starkes Polizeidetachement aufgeboten werden mußte. Acht Personen wurden verhaftet. CocoUs unb provinzieller. Gießen, 11. Januar 1896. **H.Ä. K. Herzogeuberg'scheS Weihvachtsoratorium. Die mehrfach verschobene Aufführung deS K irchenoratoriums ^Die Geburt Christi" von Heinrich von Herzogenberg fand gestern, nachdem alle Hindernisse glücklich überwunden waren, in der überfüllten Stadtklrche statt. Auf die Bedeutung dieses schönen, eigenartigen Werkes und die Stellung, die es innerhalb der modernen Kirchenmusik einnimmt, ist in diesen Blättern schon früher ausführlich htngewiesen worden. So sei hier nur gesagt, daß die Wirkung desselben auf die dicht gedrängte Gemeinde eine ersichtlich tiefgehende gewesen ist. Der ganze Zauber der fröhlichen, seligen Weihnachtszeit kam unter den Klängen aufs Neue über die andächtigen Zuhörer, und hielt sie bis zum letzten Tone gefangen. Diese tiefgehende Wirkung verdankt das Werk neben der Frische und dem Reiz der Musik, die durchaus die Sprache der Zeit redet, und — frei von allen anspruchsvollen, esoterischen Künsten — sich an die musikalisch empfängliche Gemeinde wendet, der weisen Oeconomie der Ge- sammtanlage, die alle Längen vermeidet, die Aufmerksamkeit deS Hörers nirgends ermüdet, seine Theilnahme auf die Hauptsache, den Mittelpunkt, daS Wunder im Stalle zu Bethlehem concentriert und ihn so unwillkürlich in die „Anbetung" (dritter Theil) mit hineinzieht, zum Mithandelnden und Mit- feternden macht. Dies kommt wesentlich auf die Rechnung der Text-Zusammenstellung, die den feinfühlenden, woht ab- wägenüen Liturgen verräth, ist aber nicht minder daS Verdienst der weisen Verwendung der Tonmittel, vermöge deren der Componist trotz der Bescheidenheit deS aufgewendeten Appa» ratS eine überraschende Mannigfaltigkeit der Schattierung und eine wundervolle Steigerung, besonders im zweiten Theil, zu erzielen verstunden hat. Dem zwettenTheil möchten wir überhaupt, wie es ja wohl durch die Natur der Sache bedingt ist, den Preis zuerkennen. Die Aufgabe an sich schon, das allen vertraute, wir möchten sagen, mit seinen Worten schon Weihnachtsduft ausströmende Evangelium mit den wundersamen Blüthen deS geistlichen Volksliedes zu durchflechten und in dem fein geschnitzten Rahmen edler Musik in allen Zügen wirkungs voll heroortreten zu lassen, ist die dankbarste, die man sich denken kann. Niemand hat sich dem Zauber und der untrer- gängltchen Frische entziehen können, den diese Volksweisen, wie „ES ist ein Ros entsprungen" und „Josef, lieber Josef mein" (daS Resonet in laudibus) auSathmen. Sie mutheten in der musikalischen Bearbeitung an, wie Schneeglöckchen im dunkeln Tannengrün. Von erhebender Wirkung war jedesmal das Eintreten der Königin der Instrumente, der Orgel, begleitet, wenn sie die Gemeinde zum Mrtfingen aufrief. — Ueber die Aufführung selbst widerstrebt eS uns, in der sonst üblichen Wtise zu berichten. Denn eS war nicht ein Concert, eS war ein Gottesdienst, dem wir uns gegenüber fühlten. Daß derselbe ein wahrhaft erbauender war, wird den Mitwirkenden, die so viele Mühe an daS Werk gewendet haben, die liebste Anerkennung und Geuugthuung sein. UebrigenS darf auch die musikalische Kritik der Ausführung alles Lob spenden. Sie war, gemessen an den Schwierigkeiten, die sich bis zuletzt dem Werke entgegenftellten und im günstigsten Falle Schwankungen und Unebenheiten befürchten lassen mußten, eine schön gelungene und befriedigende. So sei dem Evangelischen Kirchengesangverein und seinem unermüdlichen Vorstand, den mitwirkenden, zum Theil in letzter Stunde zu Hilfe geeilten Künstlern und Künstlerinnen, von denen wir — wir glauben damit im Sinne der VereinSmitglieder zu handeln — nur die Auswärtigen nennen: Herrn Horr- mann aus Frankfurt (Tenor), Herrn Waßmuth aus Hanau (Baß), Fräulein Karoline Heinzerling auS Darmstadt, den Herren deS Orchesters, den Herren an Orgel (Herrn Lehrer Trautmann) und Harmonium (Herrn Semtnarlehrer Gatzert aus Friedberg), vor allem dem ausdauernden Dirigenten, Herrn Lehrer Görlach, der herz« lichfte Dank für diese erbauliche Darbietung ausgesprochen! • • In dem dritten Concert des Akademische» Concert- Vereins za Marburg, welches am kommenden Dienstag, den 14. d. MtS., statlfindet, concertirt ein holländisches Damentrio, das einen ausgezeichneten Ruf in der Künstler - welr besitzt. Ueber dieses Trio bringt die „Jllustrirte Ztg." einen Aussatz deS Leipziger Professor- und Musikkritikers Brrnh. Vogel, der sich ungemein lobend über daS Trio aus- spricht. Ferner wird noch in diesem Concert Herr Prof. Hugo Herrmann auS Frankfurt a. M., sowie Herr UuiverfitätS-Musikdirector Jenner mitwirken. Wir können nur ollen Musikfreunden hiesiger Stadt den Besuch dieses Concerts empfehlen, zumal die Bahnzüge zur Hin« und Rückfahrt recht günstig gelegen sind. * * Deutscher und österreichischer Alpeuvereto. Die hre sige Section de- Alpenveretns begann ihre diesjährige Thätig- kett mit einer zahlreich besuchten Monatsversammlung am Donnerstag- nächsten Sonntag wttd ein DeretnsauSflug auf den Düusberg und nach Bubenrod bei dem herrschenden herrlichen Frostwetter, wohl viele Freunde wintirlicker Landschaft um 8*/4 Uhr an der Lohnbrücke vereinigen. — Nach« dem der Vorsitzende die Versammelten herzlich begrüßt hatte, nahm Herr Schomburg daS Wort zu einem Vortrag über Oswald v. Wolkenstein (1367— 1455), den Zeitgenossen Kaiser Sigi-muuds, den letzten bedeutenden Minnesänger. Nach einer vortrefflichen Schilderung des sagenberühwten Heimathlandes an Etsch und Etsock entwarf der Vortragende ein äußerst lebendiges Characrerbtld des vielumgetriebenen Mannes, dessen Leben die ganze bekannte Welt zum Schauplatz hatte, der eine Rolle sowohl in den Kämpfen zwischen Fürsten und Adel Tirols, wie in den weitau-greifenden Plänen der luxemburgischen Politik spielte. Bedurfte die politische Persönlichkeit Oswalds der Zeichnung des ganzen Hintergrundes der conctltaren Bewegung und der Versuche zu RetchSreformeu, so wurde daS Verständniß des Dichters durch eine eindringende Characteristik der sittlichen und literarischen Zustände seiner Zeit vorbereitet. Viele zweckmäßig gewählte Proben vermit« teilen daS Verständniß dieses letzten bedeutenden Vertreters ritterlichen Ganges, dessen wechselvoller Entwicklung der Vortragende, und mit ihm seine Zuhörer mit Liebe folgten. * * Der Artillerie Verein, welcher am 12. November v. I. gegründet wurde, bezweckt, den hier und in nächster Umgegend weilenden Kameraden eine Bereinigung zu bieten, welche die Waffengenossrn in engere Beziehungen durch Förderung geselliger Zusammenkünfte verbindet. Wir verweisen auf die im Jnseratentheil stehende Einladung zur Generalversammlung, zu welcher auch alle dem Verein nicht angehörigen Kameraden eingeladen sind. * * Selterrbergverein. Vorgestern hielt der neu gegründete SelterSbergverein seine erste diesjährige MonarS- versammlung, die gut besucht war, ab. Nachdem Vereins- angelegenheiten besprochen und erledigt waren, besprach man die Pflasterung deS Bülgersteiges der oberen Frankfurter- straße bis zur Psychiatrischen Klinik. ES wurde bemerkt, daß von der ehemals von Rabenau'schen Besitzung die Trottoirs bei schlechtem Wetter kaum passirbar seien. Durch e ne an dieser Seite vorzunehmende Regulirung und Pflasterung würden auch die gerade nicht zur Verschönerung dienenden Straßengräben in Fortfall komm?». Man beschloß, um baldige Inangriffnahme dieser, Pflasterarbeiten beim Stadt Vorstand vorstellig zu werden. * * Dar Hotel „Kaiserhof" geht demnächst pachtweise in den Besitz des Herrn I. Baab auS Berlin über. • * Ortskrankenkasse Gieße». Nachdem in der Generalversammlung des Jahres 1894 der Ortskrankenkasse von mehreren Mitgliedern die Anregung gegeben wurde, mit den Kassenärzten wegen ihres Honorars eine Pauschalsumme vro Jahr zu vereinbaren, statt nach der Kopfzahl der Mitglieder die Entschädigung jedes Vierteljahr zu berechnen, hat der Vorstand der Kasse im vergangenen Jahre über diesen neu einzuführenden ModuS mehrfach verhandelt und beschlossen, sämwtliche Aerzte pro 1. Januar 1896 zu kündigen und neue Verträge mit denselben eventuell abzuschließen. — Dem Vorsitzenden, Bauunternehmer Winn, wurde die Ermächtigung zu Theil, diese Verhandlungen mit den Aerzren vorzunehmen, und sind in Folge dessen nunmehr mit folgenden Acrzten Verträge auf Grundlage bestimmter Abfindungssummen abgeschlossen. Für den Bezirk Gießen: Dr. Zinßer-Gießen mit den Orten Gießen, Heuchelheim, Klein Linden, Watzenborn, Steinberg, llpiefeck, Annerod, Hausen, Kinzenbach und Dudenhofen. Für den Bezirk Alien-Buseck : Dr. Bo ckl er-Großen- Buseck mit den Orten Alten Buseck, RciSkirchen, Saasen, Lindenstruth, Harbach, Burkhardsfelden, Oppenrod und (gemeinem mit Dr. Seipp-Lich) Hattenrod. Bezirk Großen- Buseck: Dr. Gengnagel-Großen-Buseckfür die Orte Großen- Buseck, Rödgen, Trohe, Beuern, Bersrod. Bezirk Lich: Dr. Seipp-Lich für die Orte Lich, Garbenteich, Dorf.Gill, Oberhörgern, Eberftadt, Muschenheim, Birklar, Bettenhausen, Langsdorf, Steinbach, Albach, Nonnenrod, Ettingshausen, Hattenrod, Münster, Nieder-Bessingen und Ober-Bessingen. Bezirk Großen-Linden: Dr. Platz Großen Linden für die Orte Großen Lind-n, Allen^orf a. d. Lahn, Leihgestern, Hörnsheim, Hochelheim, Lützellinden und Dornholzhausen. Bezirk Krofdorf: Dr. Seipp Krofdorf für bie Orte Krofdorf, WiSmar, Launöbach und Gleiberg. Bezirk Rodheim: Dr. Klingelh öfer-Rodheim für die Orte Rodheim, Vetzberg, Fellingshausen, Crumoach, Frankenbach und Bieber. Bezirk Lang-Göns: Dr. Reifs-Lang Göns für die Orte Lang GönS, Holzheim, Grüningen, Niederkleen, Klrch-Göns. Bezirk Londorf: Dr. Wagner Londorf für die Orte Londorf, TreiS a. d. Lumda, Allendorf a. d. Lumda, Climbach, Allerts- Hausen, Kesselbach, Odenhausen, Geilshausen, Appenborn, RüddingShausen, ReinhardShain, Bellersheim und Hachborn. — Durch die neuen Abmachungen mit den Aerzten, welche übrigens der Krankenkasse sehr coulant entgegen kamen, erwächst derselben eine nicht unbedeutende Ersparnis an Aerzte Honorar, wofür im Vorjahr allein ca. 9500 Mark gezahlt wurden. Bet plötzlichem Kcankwerden und Unglückssällen der Mitglteder ist übrigens jeder dieser Aerztt verpflichtet, ohne besondere Entschädigung Hilfe zu leisten, wenn auch daS betreffende Mitglied in einem anderen Bezirk wohnt, als in dem, in welchem eS plötzlich gebotener ärztlicher Behandlung bedarf. •• Der Getteidemarkt. (BerichtSwoche vom 4. bis 10. Januar.) Der Character deS GetreidemarkieS läßt sich für die letzte Woche schwer bezeichnen. Aus Amerika kamen mehrmals Berichte über wiederholtes langsames Sinken der Wcizenpreise, aber die europäischen Märkte folgten dieser flauen Tendenz nicht, in Deutschland, Frankreich, Holland und zumal auch in England biteben bte Preise vielmehr ziemlich fest. DaS Getreidegeschast blieb aber dabei still und bei dem Abschlüsse einiger größerer Geschäfte zeigte die Tendenz Schwankungen. In Berlin und Leipzig wurde gekauft: Wetzen per 20 Centmr für 139 bis 153 Mk., je nach Qualität, Roggen für 118 bts 128 Mk, Gerste für 113 bis 170 Mk, Hafer für 115 bis 145 Mk. Darmstadl, 10. Januar. Der Commis Schlosser auS Rambowich, in der hiesigen Filiale de- Mainzer Maaren- hauseS bedienstet, wurde heute durch ichöffengertchtlicheS Urtheil wegen Betrugsversuch zu 25 Mk. Geldstrafe verurthellt, weil er bei Verkauf halbwollener Stoffe solche als reinwollene bezeichnete und vorgespiegelt hatte, die Waare sei früher „zu bedeutend höherem Preise" verkauft worden. Die Anklage ist durch den Detailistenverein veranlaßt worden. Auszug aus den Standeraintrreglftern der Ttadt Giessen. December: 28. Moritz Docker, Beterinärarzt zu Büdingen, mH Fanny Docker Hierselbst. Januar: 6. Eugen Hermanr Letsch, Lauf- mann dahier, mit Bettha Mickel hierselbst. 7. Johann Georg Fttedrich Schmidt, Küfer dahier, mit Helene Klobr zu Gimmeldingen. 8. Georg Hartmann, Schlosser dahier, mit Elisabetbe Seidel za Ettingshausen. 9. Wolf Werthei u, Kaufmann iu Gelnhausen, mtt Auguste ©lamm hierselbst. 10 Dr. Hermann Schiller, pract. Arzt zu Breslau, mit Elisabeth Meinecke daselbst. Januar: 7. Heinrich Christian Gottlieb Henkel, Metzger dahier, mit Emma Schäfer zu Rennerod. December: 30. Dem Fabrikausieher Heinrich Bellos ein Sohn, Otto. 30. Dem Heizer Heinrich J«nz ein Sohn HanS Peter Karl. 31. Dem Schreiner Ludwig Becker IH. ein Sobn, Ludwig Karl Adam Franz. Januar: 1. Dem Bergmann Peter Philipp Horst ein Sohn. 2. Dem Arbeiter Gilbert Neun eine Tochter. 3. Dem Fuhrmann Th odor Simon eine Tochter, Minna Luise Elisabeth Katharine. •dtortom. Januar: 4. Kaspar Seim, 66 Jahre o'.t, Magner von Otterbach. 6. Katharine Brück, geb. Dörr, 67 Jahre alt, Ehefrau von Taglöhner Johannes Brück dahier. 7. Heinrich Karl Kümmel, 63 Jahre alt, schreiner dahier. 7. Auguste Emma Noack, geb. Bansa, 31 Jahre alt, Ehefrau von Di*. Georg Franz Noack, pract. Arzt zu Stolber- i. Rheinl. 7. Auguste Nohl, 28 Jahre alt, Näherin von Reichelsheim, Kreis Friedberg. 7. Friedrich Hüter, 71 Jahre alt, Schneider dahier 10. Carl Väth, 47 Jahre alt, Kaufmann dahier. Auszug aus -en Kirchenbüchern vor Stadt Oietzcn. Evangelische Gemeinde. OetteuU. Matthäusgemeinde. Den 7. Januar. Heinrich Christian Gottlieb Henkel, Mctzgn zu Gießen, und Emma Schäfer, Tochter deS Kaufmanns Theodor Schäfer zu Rennerod. •etovfte MatthäuSgemeinde. Den 5. Januar. Dem Bremser Georg Schäfer ein Sohn, Karl Georg Ernst Ludwig, geboren den 27. November. MarkuSgemeinde. Den 1. Januar. Dem Schneider Karl Göbel ein Sohn, Karl, geboten den 1. December. Militärgemeinde. Den 5. Januar. Dem Vicefeldwebel Karl Franz Peter eine Tochter, Johanna Erna Mathilde Katharina, geboren den 4. Oktober. Baardisto- Matthäusgemeinde. Dm 9. Januar. Auguste Noack, geb. Bansa, Ehefrau bei praktischen Arztes Dr. Georg Noack zu Stolberg in Rheinland, alt 31 Jahre, gestorbm den 7. Januar. JohanneSgemeinde. Dm 8. Januar. Katharina Brück, geb. Dörr, Ehefrau deS Taglöhners Johannes Brück, 67 Jahre alt, starb den 6. Januar. Den 9. Januar. Heinrich Kümmel, Schreinerm-ister, 64 Jahre alt, starb dm 7. Januar. Brodpreise vom 12. bis 26. Januar 1896. Dar hiefigra Bäcker. 1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbtod......2b Pl«. 2 Kg. (4 Pfd.) Taielbrod......56 , 1 Kg. (2 Pfd.) Weitzbrod......26 , 2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod......44 , 1 Kg. (2 Ptd.) Schwarzbrot»......21 • Roggen-Schwarzbrod bei Ernst Muth 20 , 2 Kg. (4 Ptd.) Schwarzbrot»......<2 , Roggen-Schwarzlri.d bei Ernst Muthu.WAmmd 40 , 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod......® r Der arrswärttgen Bäcker. 1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod bei Aug. Deibel v. Wiefeck 23 Pfg 2 Kg. (4 Psd.) Weißbrod bei Gg. Ant. Heuser von Gr.-Linden Loui» Schmidt v.Gr.-Linden 44 , 2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrod bei Gg. Ant. Heuser v. Gr.-Lindm L Schmidt von Gr. Lindm W. Weitzcl von Lang-Göns 38 w W.Steinmüller o. Lang-GönS Job. «d. Belte o. Kirch-GSnS 40 „ G. Jacoby o. Alten-Buieck 42 , Aug. Deibel von Wieseck 46 , 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod bei G. Jacoby v. AUen-Buseck, Aug. Deibel von Wieseck, . Bakth. Christ Wwe. d. Wiesick 63 „ Der Brodverkänfer. Dieselben Preise wie bei dm hiesigen Bäckern. Gießen, den 11. Januar 1896. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. I. 6.: v. Bechtold, Regierungs-Affessor. rci-chliche Anzeige« ver Stadt Gietzen. Kat p alisch e (ßemeiibe. Sonntag den 12. Januar. Fest der Erscheinung deS Herr». SamSiag: Nachmittags um 5 Uhr und Abend« um 8 llhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: BormMagS von 6*/« Uhr an Gelegenbett zur hl. Beichte: um ttVi Uhr erste hl. Meste; um 7VS Uhr AuStbettung der hl. Communion; * um 8 Uhr zweit: hl. Messe; um 9*, Uhr Hochamt mit Predigt; Nachmittags um 6«/8 Uhr Christenlehre; darauf Andacht mit Segen. Ve*e«h-, Land« «nö volkswiethschaft. ®toten, 11. Januar. Marktbericht. Auf dem heutige, Wochmmartt kostete: Butter pr. Pfd. A 0,65— 0.85, Hühn.reier pr. St. 00 Ä, 2 St. 15—18 4, Enteneier pr. St. 00 A. Gänß- eier pr. ©t. 00—004, Käte pr. St.6—8 Ä, Käsematte pr. 6t Sch, Erbsen pr. Liter 15 Linsen pr. Liter 28 A. Tauben pr. Paar A 0,60 biS 0,70, Hühner pr. Stück 0,90 bis 1,00, Hahnen pr. 6tM A 0,70—1,20, Enten pr. Stück A 1,70—2,10, Gänse pr. Pfund A 0.52-0,64, Ochsen fleisch pr. Pfd. 72-76 A. «uh- und Rindfliils pr. Pfd. 66—68 A, Schweinefleisch pr. Psd. 56 bis 68 Ai Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 72 A. Kalt fletsch pr «fd. 60-64 A Hammelfleisch pr. Pfd. 60 -70 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 5.00 b« 0,00 A, Weißkraut pr. Siück 0—00 A, Zwiebeln pr. tzeuwa A 6,00—7,50, Milch pr. Liter 16-18 A- "^Siftern Küchen, ,tW'Nieren, Ä-v« dello, ein tz-h, " Hans Petn o°i L8*« TM ein Soho t’flbrt^ NatiM. [yetoonDlterbfli Won vonTaglöbntt ®< M 3a6re fl[t fM 32*' tl; ”rit in Stolberi SlsÄ*“w» °u- ®4ndbtt bautet, ibt »lieb Hevkch Mchz« Kaufmanns rheoboi 8 Sd)6fer du bohr, toDtrnbcr. Göbel eln Eohn, Ä 56 , 26 , 46 , 21 , 20 , 42 , 40 , K , 23 VS sgeo Sblkau- t Gitßeo- itatTW- . Wüst-k vonGr.-Adw v. Ar.: Linden * • ,ttv. Gliben >n @r/£tob® « id 36 ' ro.M®8.n4a in Äten-M«! 4 m Wejeck 46 ' o. ÄUewAjeö, on eftd 63 * Vwe. »■ rv'" jl. ; ;T St.00 *61.31 W ^/ioo *£? N* i‘|p^kbdn Holz-Versteigerung. Donnerstag, den LS.Januar 1896, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Anneroder Gemeindewald, in den Abtheilungen 4 Pfingst- weide und 7 Neuwieß nachoerzeich- neteö Holz versteigert werden: A. Bau und Werkholz: 124 Eichenstämme von 15-—24 cm Durchmeffer, 5—10 m Länge, 24,98 fm haltend, 393 Fichten- und Kiefern - Stämme, 16—42 cm Durchmesser, 6—18 m Länge, 158,56 fm haltend, 41 Eichen-Derbstangen, 13—14 cm Durchmeffer, 6—10 m Länge, 4,13 fm haltend, 105 Fichten-Derbstangen, 10—14 cm Durchmeffer, 10—15 m Länge, 16,71 fm haltend. B. Brennholz. 22,6 rm Eichen-Scheitholz, 22 rm Nadel-Scheitholz, 29 rm Eichen Knüppel, 56 rm Nadel Knüppel, 650 Eichen-Wellen, 2570 Nadel Wellen, 78 rm Eichen- und Nadelftockholz. Bemerkt wird, daß das Eichenstammholz sich zu Wagnerholz eignet. Die Zusammenkunft ist an der Tempel- schneiße am Steinerwald am Anne- röder Feld. Annerod, 9. Januar 1896. Großh. Bürgermeisterei Annerod. Horn. 436 Stabt SchlchthMö. Freibank. [463 Heute und Montag: Rindfleisch, nicht ladenrein, pr. Pfd. 52 Psg. Illuminations- Lämpchen werden gefüllt. Auf- träge werden, des voraussichtlich großen Andrangs in den letzten Tagen, baldigst erbeten. Gebr. Kaufmann, 452 Marburgerstraße 44. Kleider - Sammet ■■ glatt, gerippt und bedruckt in reichster Farbenwahl. Mäntelplüsche aller Art glatt, Krimmer etc,), Möbelplüsche, Leinen- plusche, Decken in reichster Auswahl liefert zu Fabrikpreisen direct an Private E. Weegmann. Bielefeld, Plüßchweberei und Färberei, Muster bereitwilligst franco gegen franco. 409 Chines. Nachtigallen, prima Schläger 5 Jt; Alpeu-Ctieg tttze 2 Jt; «Ipen-Zeifige IVs Jt; Ung. Adelst»te« mir Trillerschlag IVi «*; Harzer UanarirnvSget feinste Hobl- u. Klingelroller, 8, 10, 12, 15 JL; Zucht- wetbchen V/t Jt; Awergpapagei«« Paar 3 JL SMF Sprech nve und Sieder fingenve grüne Amazonen« Papageien ä 18, 20, 22 25 Jt; Papagei-Käfige neueste Fa □oooooooooooo Haus mit Garten, nächster Nähe der Stadt, zu verkaufen. 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Bleichstratze 12. | 215) Die seither von Herrn Rentier Spies innegebabte Wohnung im ersten Stock 5 große Zimmer nebst Mansarden- raom, Küche, Wasserleitung u- Zubehör ist sofort oder später für 480 zu ver- mieth' n. Auch kann Stallung für Pferde und Chaiseremise dabei abgegeben werden. __Marvnraerstratze 22. 321 Eine Famillen-Wohnung im zweiten Stock, 5 Zimmer m. Zudeh, per 1. April zu vermiethen. Asterweg 6. 330 Wohnung von 4 Zimmern mit allen Bequemlichkeiten zu vermiethen. Marbnr-erstratze 29, II 252] Schöne 6 Zimmer-Wohnung mit zwei Mansarden per 1. April zu ver- mierben- BiSmarckstratze 10. 139] In meinem Hause Scke der Damm- «, Steinstraße, nächst der Nordanlage, ist der zweite Stock mit 5 Zunmern, allen Bequemlichkeiten und Gartenantheil per 1. April l. I zu ner= miethen. Andr« Soler, Steinstr. 11,11. 67] Der mittlere Stock meines HauseS, Kirchenplatz 21, ist per 15. März a. c. anderweitig zu vermiethen. __A. Wallenfels Wwe. 51] DaS von Herrn Fabrikant Gg. Noll bewohnte Logis ist per sofort ander- wett zu verm. Näheres Vstanlage 0. 37] Wohnung im Hinterhaus zu vermiethen. S. SteinhLnfer, __________________Neuenbäuen 17. 34] Zwei kleine Familtenlogis sofort zu vermiethen. Liefenweg 8< Näh, bet Wilh. Plank, Babnhoistr. 18. 363] Unterer Stock, 4 Zimmer mit Zubehör, zu vermiethen- «lieestratze 28. öuchcu- «nd Tannenschkithoh empfiehlt billigst die Holzbandlung von Wilhelm Jung 1., Klein Linden 407 (seither K. Jung IV.) Wennielyungen. 457] Mansardenwohnung, 4 Zimmer nebst Zubehör, neu hergerichtet, per ersten April zu vermiethen. Schillerstrane 16. 441] Dte-stratze 7 der mittlere Stock auf den 1. April zu vermiethen. Detzgl auch ein Pserdestall.____________ 429] Die von Frau Mosler feit langen Jahren innegehabte Wohnung, 6 Zimmer mit Zubehör, zu vermiethen. «. Noll Wiitwe, Schillerstraße 1t, Ecke Nordanlage. 346| Neuherger. 6-tj Zimm.-Wohnung mit sämmil Zubehör auf sogleich oder später. Näheres Bleichstratze 5. 424] Schöne Wohnung, mtitl. Stock, 5 Zimmer mst Zubehör, alsbald zu vermiethen Ehr. Haubach 11., Krofdorferstraße 2. Fünf-Zimmer-WohnuRß im vierten Stock, mit allem Zubehör, Trockenplatz rc., per 1. April zu vermiethen. 307] Avolf Bieler. Westanlage 44. 19b] Ein kleines Logis zu vermiethen bei Th. Bagt, Löw ngasse 15. 214] MtMerer Stock, b—o -zimmer mit allem Zubehör, zu vermiethen. ____________________Weserstratze 4. 313] Bleichstratze 15. mittlerer Stock, 5 Zimmer mit Zubehör, sofort zu vermiethen. Näheres bei ». Strauch, Lonystraße 20, IV 362] Wohnung von 4 Zimmern im zweiten Stock des Burckhardt'schen Hauses, Neuenbäuen 2, per 1. April eoent. auch früher zu vermiethen. Näheres bei Frau Eh. H. Roll Wwe., drttter Stock daselbst.___________________ 352] Mansardenwohnung mit allem Zubehör an eine ober zwei Damen per 1. April zu vermiethen. Südanlage 18. 161] Wohnung, 6 Zuumer mit allem Zubehör, zu vermiethen. ____________________Schulstratze 6. Ein Laden inwelchem bisher ein Herrenconfectionsgeschäst mit bestem Erfolg betrieben wurde, ist mit Werkstattlocalitäten, eventuell auch mit Wohnung, preis würdig zu vermiethen. Anfragen unter H. 7 befördert die Expedit ton dS. Bl.______________________320 m am mit großem Schau- » fenster per 1. Ap'U 1896 zu verm Selteraweg 8V. 4U6| Laden mit Logis im Windecker- scheu Hause am Kreuz fpfort zu vermiethen Näheres bei Herrn Rechtsanwalt Labroiffe.__________________________ 241] Möbltrtes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. Bahnhofstratze 18, Hl. “298] Gut möbltrtes Zimmer sofort zu oermiethen. Krenzplatz 4. 328] MSdU Zimmer zu Derrn, mit Pension. Löwenqasse 5, parterre. 312] Möbl. Zimmer, mit oder ohne Eabinet, per 1. Februar zu vermiethen. __MLnsvnrg 7, I. 371] Ein Parterrezimmer sofort zu vermiethen- Diezstratze 10, Nebenb. 420] Ein möblirteS Zimmer preiSwerth zu vermiethen. Liefenweg 4. 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Dem verehrlichen Publikum und Gönnern, sowie einer geehrte« Nachbarschaft hierdurch die ergebenste Mittheilung, daß ich die Restauration Ecke Grüubergerftraße und Wolfstraße, verbunden mit Schweine - Metzgerei, übernommen habe. ES wird mein eifrigstes Bestreben sein, die mich beehrenden Gäste durch gute Speisen und Getränke, sowie aufmerksame Bedienung, bet mäßigen Preisen in jeder Weise zufrieden zu stellen. Um geneigten Zuspruch bittet 48T Emil Harms Wittwe. Fecht-Verband Gießen-Lahr. Sonntag den 19. Januar 1896 Abends 71/2 Uhr: Grosser Maskenball» im Gießener MaalsCaso leid] Eintrittskarten im Vorverkauf, Herrenkarten ä 1 Mk. zu haben bei den Herren Gerhardt, Lindenplatz, Weiler, Marktplan, Conrad, Mäusburg. Wirstg, Seltersweq, Stier, Schulstraße und Lehrwand, Neuenbäue. Damenkarten ä 30 Pfg. bei den Herren Becker, L nden- platz, Teipel, Marktplatz und Haas, Seltersweg. An der Abendkaffe: Her.entarte Mk. 1.20, Damenkarte 50 Pfg. und Galleriekarte 20 Pfg. 446 Der Vorstand. Gießener Jiltjer-Mub (Wohllhätigkeitsverein.) Sonntag, den 12. ds. Mts.: Familien-Abend bei Luft, Neuenweg. 46t Um zahlreiche Betheiligung wird wegen Besprechung einer Gruppenaufführung zu dem am 2. Februar er. ftattfindenden Maskenball freundlichst ersucht. Der Vorstand. % Veteranen-Verein Giessen. S+fsr Monatsverfammlung Dienstag den 14. Jaunar, Abends 8x/2 Uhr im Cafe Leib- Tages-Ordnung: Verschiedene Vereins-Angelegenheiten. 451 Der Vorstand. Gcharpes in Seide und Chenille, Hand- schuhen, Spitzenkragen unb Schleifen empfiehlt zu billigsten Preisen 207 A. Fangmann, Badnhofllratze 29. (Brust Earamellen) von G. Übermann Dresden find das rinzig beste diätet. Genußmttiel bei Husten «nd Heiserkeit. Zu haben bei Gebrüder Adami, 206 MäuSburg 14. Kreppei täglich frisch bei Fr. Hennings, 46o Selterswcg 14. 408i 3m Klavi«»stimmen hält fich bestens empfohlen Hermann Bane», Schillerstratze 15. Geschäfts-Verlegnug. Meiner werthen Kundschaft theile ergebenst die Verlegung meines Putz- und Modewaaren-, sowie Herren-Artikel-Geschäfts nach 29 Marktstrasse 29 mit. Durch bedeutend größere Localitäten biete nunmehr die denkbar größte Auswahl in: Bändern, Spitzen, Blumen, Hüten, Federn rc. Masken- und Ball-Artikel sowie alle Neuheiten in Cravatten, Kragen, Manschetten, Hemden, Hosenträgern, Unterzengen, “■ A. Werner. 440 ML* Statt besonderer Anzeige Giessen, den 10. Januar 1896. jrt. am 12. Pird Giessen, den 10. Januar 1896. «Verwes 6 miethen 446] Freund! möbl. ytmmer zu ver Lt.digst-atze 65, II. midben. Entree 40 Pfg Anfang Abends 8 Uhr. 444 zuliefern bet ntwerpe »i nfldi die Exped. d. Bl. 422 Mädchen von 426 Volontai r. Liedigfiraße 41, pari. gesucht. 8bÄMr Omnibus-Verbindung (Abonnement billiger State 367 Exped. b. Bl M^rburgerftrahe—Wt-seck unb zurück. 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ÄeSStarliu Loitze Stern Sinie |i König. Behz. Postdampfer von I; Otto Hirsch in Fa. George Hirsch, Mainz, Hintere Bleiche 5. H. Klippstein in Langsdorf. 412 Heute Vormittag 8 Uhr verschied nach langem, schweren Leiden mein seit 28 Jahren im Geschäfte thätiger Mitarbeiter Herr SCarS Waeth, Dem Verstorbenen, der sich durch strenge Rechtlichkeit und Pflichterfüllung auszeichnete, werde ich stets ein ehrendes Andenken bewahren. T vSZSS-LlRLSZgS. Von tiefem Schmerze erfüllt, bringen allen Verwandten, Freunden und Bekannten zur Kenntniss, dass unser innigstgeliebter Gatte, Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Herr Karl Vaeth heute Vormittag 8 Uhr nach langem , schweren Leiden im Alter von 49 Jahren sanft verschieden ist. Im Namen der Hinterbliebenen: Die trauernde Gattin und Kinder. Ueberzeugt, damit einem gemeinsamen Wunsch der B.vblketung Gießen« zu cmiprechen, sind die Unterze'kdn ten zusammengelrct^n, um — neben der kirchlichen Feier und den Festlichkciten der Landco-Urioersität ir-b der Scbulen — Vorbereitungen zu tnffin für eine all er'. sucht, dieselbe dem Gigentkümer tm r«quati«ro* alsbald »uzuftellen. _________________________ Gefunden RÄ jubolen^Sadvvosfiraße 88, IL_(463 428] 5—6 Zimmer per 1. April zu mtetben gesucht. Offerten unter C. O. houptpostlagernd bi« zum 15. d Mts. erdeten. _______________________ Giu jnngftft Arbriter vom Lande für jährliche Beschästi- gv«g gesucht. 464 P. Jos. Möbs. Buchhändler Krebs in (Hießen sucht einen mit guter Schulbildung ausgerüsteten Lehrling oder 414