huto Krauße. ® 9Qnien Tag 25 U, ietdnT' !""8 ß»d« e#mltq( f * b. 3. Gebhardt, Ibä/S >e. ben 19. November: AWklö. 10000 I Wk"»^ dto. zeichne Hochachtend , Fries. id Cafe MtMnMmdm» 0* jhleissen. Sä*“- Itige ADeu y .essen___ < _ Silberrente ' Sold-Siente iuM i, Geneve. ier Dinstinction und zu Gesunder, kräftigender . Reinstes Französisch. Prospecte und Me- iskiinft auch in Giessen. onderburs» Aevtenb. ObL ÄßDbL .619O5 *tsS» gS ■ssfr-*** **«*•*' vetnber189' 91* 1887 9ir. 266 Zweites Blatt. Mittwoch de« 1t. November 18»« Der ytftttwt Anzeiger erscheint täglich, Mit Ausnahme d»S Montags. Die Gießener Klamisicnvtälter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. Vierteljährig«^ Avonnemtnlsprcis: 2 Mark 20 Pfg. nut Vrmgerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchutstrahe Ar.7. Fernsprecher 51. Aints- und Anzeineblntt für den TLvers (Meszen. chratisbeilage: chießener Aamikienbkätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Burcaux des In« und AiiSlandeS nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Feuilleton. Spiritus indocilis. Aus dem Italienischen des E. Castelnuovo. Von M. v. Locella. (1. Fortsetzung.) : „Wie voll daS Theater ist," hörte ich hinter mir den Regisseur sagen, der schon daS Costüm des Ugolino angelegt hatte. Er rieb sich- vergnügt die Hände, mir aber brach kalter Angstschweiß aus. Im letzten Moment war meine ganze Sicherheit geschwunden. Ich überlegte, daß ich in «einer Selbstüberschätzung es versäumt hatte, eine wohl« wollende Benrthetlung meine- Stückes im Publikum anzu« bahnen, ich wußte im ganzen Theater nicht einen einzigen Freund, und mir fiel erst jetzt ein, daß ich in dem wort« reichen Programm es wohl hätte erwähnen können, daß ich ein Neuling sei. Um halb neun Uhr begann das Orchester mit der Cavatine aus dem „Barbier", der Sousfleur begab sich mit meinem kostbaren Manuscript in seinen muschel« förmigen Kasten, zehn Minuten darauf wurde der Vorhang aufgezogen und meine Tragödie befand fich dem Publikum gegenüber. Im ersten Act wurde ich hervorgerufen, Dank einer Romanze, die ich in den Mund eines provencaltscheu Troubadours gelegt hatte." „Nun wird alles gut gehen," meinte der Regisseur, „wenn im Publikum einmal daS Eis gebrochen ist, ist der Beifall gewonnen. ES wird ein großartiger Erfolg werden." Diese vielversprechenden Ansichten hielten leider nicht lange Stand. Im zweiten Act häuften sich bedenkliche Wolken in der Stimmung der Zuschauer, im dritten brach der Sturm mit seiner ganzen Gewalt los. Es entstand ein Zischen, Psetsen und Trampeln, als ob die Fortsetzung meines Stückes das Wohl der gesammten Gesellschaft gefährde. Die erste Liebhaberin flüchtete erschrocken hinter die Couliffen und sank ohnmächtig auf einen gerade dort stehenden Koffer. Der Schauspieler, der den Erzbischof Ruggero gab, warf entrüstet die Insignien seiner hohen Würde von fich, indem er in reinstem Florentiner Dialret in die allerungeist« lichsten Flüche auSbrach. Die Söhne UgoltnoS, die fich die Gefängnißfcene überhörten, steckten stillschweigend ihr Manuscript in die Tasche und gingen, ihr Costüm ab- -»legen. „Herunter mit dem Vorhang," schrie mit gewaltiger Stimme der Regiffeur, der fich in6 Unvermeidliche fand. Und kaum war sein Befehl unter dem Applaus des Publikums ausgeführt, so bemerkte er kaltblütig: „Ich habe es immer gesagt, eS war kein Stück fürs Theater." „Ich weiß nicht, Frau Gräfin, ob rasche Uebergänge ein Vorrecht der Schauspitler find, aber deffeu entfinne ich mich, daß diese Unverschämtheit mir daS Blut in die Stirne trieb und ich beinahe meine Faffung verloren hätte. Schließlich, um keine Scene herbeizuführen, entfernte ich mich durch eine Nebenthür, die Seele voll Bitterkeit und die Augen voll Thränen, während drinnen in Eile eine Farce vorbereitet wurde, um die Lachlust und gute.Laune des Publikums wieder herzustellen. Ich hatte keine Lust, nach Hause zu gehen, andererseits wollte ich mich an keinem öffentlichen Orte ze'geu, denn in meiner Eitelkeit bildete ich mir ein, daß fich Jeder mit mir beschäftige, im Guten oder im Schlimmen, und eS kam mir vor, als ob jeder Vorübergehende mich ansähe und als ob ich überall meinen und des unglücklichen Ugolino Namen nennen hörte. Gegen Morgen erst kehrte ich in mein Hotel zurück und warf mich angrkieidet auf mein Lager. Nachdem ich mich eine Weile hin- und hergeworsen, überkam mich endlich der Schlaf, und ich träumte von einem Triumph, der einen auf dem Capitol gekrönten Dichter beschämt hätte. Von allen Seiten überreichte man mir Lorbeerkränze, aus schönen Händen empfing ich Blumen und die Schluhseene meines Drama- rührte alle Anwesenden ausnahmslos zu Thränen. Ich sollte mich eben zum zehnten Male inmitten der auferstandenen Familie des Grasen Ugolino dem bewundernden Publikum zeigen, als ein Klopfen an der Thür mich grausam meinen süßen Traumen entriß. Ich hatte noch nicht Zeit gehabt, mich auf die Wirklichkeit zu eutfinuen, als eS von Neuem klopfte. „Herein!" rief ich und hätte am liebsten den unzeitigen Störenfried die Treppe hiuuntergeworfen. ES war der Zimmerkellner de- Hotels. „Hier ist ein Brief für Sie abgegeben worden," sagte er und überreichte mir dabei ein rosafarbenes, duftendes Billet. „Wann ist er gebracht worden?" »Jetzt eben?" „Wie viel Uhr ist eS?" „Elf!" „Himmel, schon elf! Und wer hat den Brief gebracht?" „Ein Theaterdieuer. Wie Sie sehen, ist die Adreffe nicht richtig, aber er sagte, daß der Brief an.Sie wäre." Auf dem Briefe stand allerdings statt meine- wahren Namens meines Pseudonym, das auf dem Theaterzettel des Grasen Ugolino geglänzt hatte. Sobald ich allein war, öffnete ich daS B'llet und überflog hastig den Inhalt. „Erinnern Sie fich desselben noch?" frug ein wenig neugierig die Gräfin Alba. „Nicht der Worte erinnere ich mich, wohl aber des Sinnes. Das Publikum wäre ungerecht und grausam gewesen — so ungefähr hieß eS — und ich wäre doch noch jung und so genial! Ich möge nicht den Muth verlieren. Sie wäre nur ein unerfahrenes Mädchen, aber eine innere Stimme sage ihr, daß ich einst berühmt werden würde. Ich dürfe sie nie kennen lernen, es wäre unnütz, aber fie bäte um eine Zeile mit der Versicherung, daß der gestrige Mißerfolg mich nicht entmuthigt hätte, unter der Adresse: Spiritus indocilis, poste restante." (Fortsetzung folgt.) Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Gartenstraße 2. Vom 5. bis 7. November: ««gebot der Arbeitnehmer. 1 Werkfübrer event auch als Lagerist oder Büreau'Gehtlfe. 2 Kellner. 1 Schweizer. 7 Laglöhner. 1 Pferdeknecht. 1 Dienstmädchen.______________________ Nachfrage der Arbeitgeber. 1 Glaser (Rahmenmacher) \ 1 Schlosser j 1 Schuhmacher auf Stückarbeit ! auf 1 Schuhmacherlehrling / sofort. 1 Bäckerlehrling l 2 Dienstmädchen I 9836 Die Nähabende de» Allgemeinen Vereins für Armen- und Krankenpflege nehmen Freitag den 13. November wieder ihren Anfang im Saale des alten Rathhauses. Sie finden statt: 1. Für Schulkinder: jeden Freitag Abend von 5 bis 7 Uhr; 2. Für Frauen und Mädchen: alle vierzehn Tage, Freitags von 71/2 bis 91/2 Uhr, so daß in der einen Woche die Frauen, in der anderen die Mädchen erscheinen und zwar zunächst nächsten Freitag. Zur Theilnahme berechtigt sind nur Diejenigen, die sich dazu angemeldet haben. Diesen wird zu ihrem Ausweis beim ersten Besuch des Nähabends eine Mitgliedskarte eingehändigt, die jedesmal mitzubringen ist. Der Vorstand: 9978 _____________Schlosser. Frau Baron v. Gagern. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Holzheim für 1897/98 liegt vom 12. d. Mts. an acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten auf dem Bürgermeisteret-Büreau dahier offen. Holzheim, am 10. November 1896. Großherzogliche Bürgermeisterei Holzheim. Klotz. 9977 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Rouuenroth sür 1897/98 liegt vom 11. November d. I. acht Tage lang zur Einsicht der Betheiligten auf dem Bürgermeisterei-Büreau dahier offen. Nonnenroth, am 9. November 1896. Großherzogliche Bürgermeisterei Nonnenroth. Jacob.___9962 U Omnibus-Verbindung ÄÄ& Linie A Marburgerftraße—Bahnhof und zurück. Linie B Grünbergerstraße—Bahnhof und zurück. Linie D Von und nach Wieseck nach besonderem Fahrplan- D:e Maul- und Klauenseuche in Duteuhoseu ist erloschen und die Sperrmaßregeln sind aufgehoben. Krofdorf, den 9. Novbr. 1896. Die Polizei-Verwaltung. Der Bürgermeister: Kleine. 9968 Mittwoch den 11. Novbr. l.I«, Nachmittags 2 Uhr, werden im vieker'schen Saale — Neustadt 55 — versteigert: SophaS, Commoden, Console. GlaS- schränke, Kleider schränke, Spieael, Bilder, 1 Verticow, Tische, 1 vollst. Bett, 3 Stühle, 1 antiker Schreibtisch mit Aufsatz, 1 Pianino, 1 Waschmaschine, 3 Wagen, 1 Sommerwagen, 1 nußb ©tertiär, 1 Partie Glas- und Porzellanwaaren, 1 Kassaschrank, 1 schwarzer Frackanzug, 11 Strickmaschinen u. a m Versteigerung theilweise bestimmt, die der Strickmaschinen sicher. 9937 Geißler, Gerichtsvollzieher. Concursverfahren. In dem Concursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Eduard Fuckert in Gießen ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters und zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schluß- verzeichniß der bei der Vertheilung zu berücksichtigenden Forderungen der Schlußtermin auf Freitag den 11. December 1896, Vormittags 10 Uhr, vor dem Großherzoglichen Amtsgerichte Hierselbst, Zimmer Nr. 12, bestimmt. Gießen, den 9. November 1896. Orth, 9969 Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. — iHm»iutu)tn rvlImperien.) ai-nfifän 10 November" Das nächstjährige Budget wird Dlensiag oen IV. movemorr^ 60n 12 Millionen für die Armee Nachmittags 2 Uhr, läßt Herr Franz Stroh in seinem^. Der „Newyork-Herald" meldet, Hause, Bahnhofstraße Nr. 13 Dampfer „Texas" tm Hafen von Schreiuerwerkzeuge, als: Ervlosion. welche unter d-w SRattti» Hobel, Sägen, Leim- Schraubzwingen, Schraub- kuechte ufw., sowie 2 und 3" eichene Bohlen, Nußbaumbohlen, Fourniere usw., ferner um 3 Uhr: 1 Kücheuschrauk mit Glas aussatz, 1 Rohrsessel, zwei Weißzeugschränke, 2 kleine Tische, 1 seine Stehlampe, sowie sonstiges Haus- und Küchen- geräthe versteigern. 9768 In Auftrag: F. Hoffmann. Bekanntmachung. Montag den 16. l. Mts. sollen die der Gemeinde Hattenrod gehörigen 13 Stück Jährlingsschafe, 9 Schafe mit Lämmern, um 10 Uhr dahier öffentlich versteigert werden. Hattenrod, am 9. November 1896. Großh. Bürgermeisterei Hattenrod. 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