*N. ytr 2(4 189« Freitag den 11. September Erstes Blatt. V* M» Anrts- und Anzeigeblntt fut den Ureis Oieszen chratisbeikage: chießener Jamitienölätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Sonn. 10 Uhr. 1 einiget Ma(t He 51r. B5i ctlon keim RtPa,alr l„, aB ble MW» mtirt.__ begleiten werde. u London, 9. September. In dem Hauptvtertel der «ladt ist ein großer Schneiderstrike auSgebrochrn. Bon 1250 Schneidern sind 750 in den Ausstand eingetreten. London, 9. September. Infolge des Dynamit- Attentats in Westminster Bridge Road herrscht hier große Beunruhigung. Die Bombe platzte 200 Schritte vom Parlamentsgebäude und in der Nähe des größten Kaffeehauses Londons. ,,,,, _ .. Kopenhagen, 9. September. Das russische Kaiser- paar ist heute Mittag hier eingetroffen. Nachdem die Kaiserin-Wittwe, die Prinzessin von Wales und das dänische Königspaar den „Polarstern" besucht hatten, fuhren die Herrschaften durch die geschmückte Stadt zum Schloß ^"^Konvanttnopel, 9. September. Mehrere geflüchtete armenische Familien auS Konstantinopel wurden von Türken in Skutari angegriffen, wobei 20 Armenier getödtet wurden. ______ zu verantworten. , , __ Berlin,9. September. Anläßlich des heutigen 7O. Geburtstages des Großherzogs von Baden schreibt der „Reichsanzetger" : Liefer noch als die Zeitgenoffen wird | einst die Nachwelt begreifen und durch den Mund der Geschichte aussprechen, wie viel das neu geeinte Vaterland dem echt deutsch gesinnten Herrscher Badens schuldig ist, von deffen Lippen an einem ewig denkwürdigen Tage unserer Geschichte zum ersten Male nach langer Zeit wieder der Name eines deutschen Kaisers erklang. Auf der Ehrfurcht gebietenden Gestalt, die heute über die Schwelle des GreiseualterS schreitet, ruht ein Abglanz der milden Weisheit unseres ersten Kaisers, welchem Großherzog Friedrich neben dem unvergeßliches Fürsten, der denselben Namen trug, ein zweiter Sohn gewesen war. Möchte eS ihm beschieden sei«, bis zu den Grenzen menschlicher Lebensdauer seine treuen Augen über das Wohl seines blühenden Landes und über die Geschicke deS jungen deutschen Reiches wachen zu lassen. Berlin, 9. September. Wie der „Retchsaozeiger" meldet, ist dem Finanzmtnister Miquel daS Großkreuz des Civil- Verdienst-Ordens der bayerischen Krone verliehen worden. Berlin, 9. September. Die Ziehung der Serie B der AuSftelluugSlotterie findet vom 23. bis zum26. d. M. im Hörsaale des ChemtegebäudeS statt. Berlin, 9. September. Hofprediger a. D. Stöcker veröffentlicht im „Volk" einen längeren Artikel, in welchem er die Gründe anführt, die einen Pfarrer veranlaffen können, sich der Politik zu widmen. Kiel, 9. September. Die Manöverflotte, welche die Absicht hatte, sich heute Morgen von Kiel durch den Kaiser-Wilhelm-Canal zu den Manöver« in die Nordsee zu I begeben, mußte wegen deö gestern im Canal gesunkenen dänischen Dampfer- „Johann Sim" ihr Vorhaben aufgeben und hat nunmehr die Fahrt um Skagen angetreten. BreSla», 9. September. Gegenüber der Nachricht ver- schiedener Blätter, daß C a r d i n a l. F ü r ft b i s ch o f vr K o p p an den hiesigen Festlichkeiten nicht theilgenommen habe und die Ordensverleihung au den Fürstbischof hierzu tm Mder- I spruch stehe, kann der „BreSl. Gen.-Anz." auf Grund be- Neueste «M, telegraphisch«* Correspoudenz-Bm«». Berlin, 9. September. Der deutsche Schriftsteller- Verband erledigte gestern eine Anzahl, lediglich den Verein betreffender Angelegenheiten. Der Vorstand wurde wieder gewählt und als Ort des nächstjährigen VerbandStageS Leipzig bestimmt. Berlin, 9. September. In Folge eines Unfalls auf | tzrr Rohrpost wurde eine große Anzahl Depeschen nach auswärts zerstört, so daß die Beförderung unmöglich war. Bovenau bet Rendsburg, 9. September. Das kaiserliche Eanalamt macht bekannt: Die Fahrt durch den Kaiser Wilhelm»-Can al ist für Schiffe von 4 Meter Tiefgang vnd 8 Meter Breite bis auf Weiteres bei Tageslicht frei- * Ö Bremen, 9. September. Heute Nachmittag brach im Erdgeschoß des Schuppen« 3 des hiesigen Freihafens, in welchem sich ein großes Spirituslager befindet, ein Schaden- feuer au«. Der schnell herbetgeeilten Feuerwehr gelang es, in kurzer Zeit den Brand zu bewältigen. Ein erheb- licher Schaden ist nicht verursacht worden. Bremen, 9. September. BoeSmaunS Bureau zufolge richtete der Senat au den Großherzog von Baden ein Glückwunschtelegramm folgenden Wortlautes: Eurer Königlichen Hoheit, dem erhabenen BundeSfürsten und dem langjährigen weifen Regenten des gesegneten badischen Landes vud dem ruhmreichen Förderer der deutschen Einheit beehrt sich der Senat der Freien Hansestadt Bremen zum heutigen Geburtstag seine ehrerbietigsten und aufrichtigsten Glückwünsche in der Gesinnung unwandelbarer Verehrung und Vierteljähriger Abonnementspreis: 2 Marl 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Rcdaction, Expedition' und Druckerei: Schotstrahe Ar.7. Fernsprecher 51. Tilsit, 10. September. Die Verhandlung gegen den des Meineids verdächtigen früheren Polizei-Verwalter Stadt- rath Witschel findet vom 1. bis 3. October statt. Pest, 10. September. Die Erbprinzessin von Meiningen besichtigte gestern mit ihrer Tochter die Millennium«-Ausstellung. Paris, 10. September. Der Ausschuß der hiesige« Armenier.Colonie veröffentlicht einen Protest gegen die Gefangenhaltung von 17 ihrer Landsleute und verlangt deren Freilassung. Pari», 10. September. Die neuerlichen Nachrichten aus Madagaskar lauten bedenklich. Die FahavalloS dehnen ihre Raubzüge nahezu über die ganze Insel aus. CoceUs nnb provinzieller. Gießen, den 10. September. •* Durch Verfügung Großh. Ministeriums der Justiz vom 4. September wurde folgende Bertheiluog der Prüfung»- gegevstäude unter die Mitglieder der PrüfungScommtsfion für das Justiz- und Berwaltuugsfach genehmigt: ES haben zu prüfen: 1) in dem tm Großherzogthum geltenden bürgerliche» Rechte: a. der Provinzen Starkenburg und Oberheffeu: aa im Sachenrecht, Erbrecht und in der freiwilligen Gerichtsbarkeit der Großherzogl. Mintstertalrath Pückel, Ergebenheit darzubringen. München, 9. September. Da« „Verordnungsblatt des bayerischen KriegsministertumS" schreibt: Prinz Luitpold, I de« Königreichs Bayern Verweser, hat sich bewogen gefunden, den Großherzog Friedrich von Baden zum Inhaber de* 8. Jnsanterie-RegimentS Pranckh zu ernennen. Karlsruhe, 9. September. Ihre Majestät die Kaiserin ist heute Mittag 12 Uhr auf dem festlich geschmückten Bahn- Hofe eingetroffrn. Zu ihrer Begrüßung waren die Großherzogin und die Erbgroßherzogtn erschienen sowie der badische Gesandte in Berlin von Jagemann. In einer vierspännigen A la Daumont bespannten Equipage fuhren die Allerhöchsten | Herrschaften unter dem brausenden Jubel der dicht gedrängten Bevölkerung nach dem großherzoglichen Schlöffe, wo Ihre Majestät den Großherzog begrüßte. Rom, 9. September. Die Nachrichten, daß mehrere Bataillone auf Kriegsfuß gesetzt und bereit wären, nach Afrika abzugehen, find der „Agencia Stefani" zufolge unbegründet. Auch das Gerücht, daß General Baldtssera iu dem heutigen Mintfterrathe gezogen worden sei, bestätigt sich der „A. St." zufolge nicht. General Baldtffera reift unverzüglich ab, um den Oberbefehl iu der erhthräischeu Colonie zu übernehmen, was bereits früher bestimmt war. Pari», 9. September. Der Minister des Auswärtigen, Hanotaux, stellte dem französischen Botschafter in Constan- tinopel 10,000 FrcS. zur Unterstützung der Armenier in der Vorstadt HaSkioei zur Verfügung. Shri-iauia, 9. September. Siebenzig fast überfüllte Dampfer waren Nansens Schiss „Fram" entgegen» gefahren, daS in Begleitung von 20 Schiffen in den Christianta- F,ord einfuhr. Alle Aussichtspunkte längs des Fjord waren von einer jubelnden Volksmaffe besetzt, die den „Fram" mit begeisterten Hurrahrufen begrüßte. Die Begegnung der Schiffe bot einen unvergeßlichen Anblick. Der „Fram" ging sodann auf der „Ptpervike" vor Anker, wo er von den Kriegsschiffen, Dergnügungsdampfern und sonstigen Privat- booten umringt, von Kanonenschüffen und Mustkcapellen be- grüßt wurde. Zwischen einem Spalier von Segelbooten ruderte die Mannschaft deS „Fram" an« Land. Als Nausen ans Land stieg, brausten begeisterte Jubelrufe empor, wobei die Musik spielte. Nachdem sodann entblößten Hauptes ein Psalm angehört und das Baterlandslied gesungen, trat Nansen die Fahrt nach dem Schlöffe an, die sich zu einem wahren Trtumphzug gestaltete. Als der Zug vor der Universität angekommen war, begrüßte Profeffor Schiotz den Forscher, dankte ihm für seine unermüdliche, stille Arbeit und rühmte seine Voraussicht, seine Energie und sein Wissenschaft- lkcheS Ansehen. Nansen dankte sichtlich bewegt und entgeg- nete, er habe sich als Vorposten norwegischer Wissenschaft l -Mi. „ e , Konstantinopel, 9. September. Die bisherige Thätigkeit duS außerordentlichen Tribunals befriedigt in uv- b tfangeuen Kreisen keineswegs,- während e« einen Kurden tnotz vieler Beweise vom Verbrechen deS TodtschlagS fret- DaS Wetter ist prachtvoll. Brüssel, 9. September. Infolge eines heftigen Ge- Witters ist die Telephon Linie Brüssel-Parts gestört. Pari», 9. September. Von unterrichteter Sette wird mttgetheilt, daß dte Zarin ihren Gemahl nicht nach Part« 1 »r. 2.» 3[(lc Annoncen-Burcaux des In- und Auslände» nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. »r n । । Der Hießener Anzeiger erscheint täglich, »lit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Alamilienvtätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. ! zu rmMtll- ktllM 7b. r ** iniftt SH* GiesMer Anzeig er Kmerat-Wnzciger. tat: C “d OdeHrg 0 nöchfeinater 0 ■g- ft Seiten ft esten deutschen, a s- Parfümerien. V Fabrikate 0 reisen. Q chminken fi beiten 6999 ft «tasiebroches, 2 KOOOOt' MÄ $eu! til besitzt vor solch« tönbtaui) den d» ann. Nach Loilass, augung der Wa^ ng bewirft. u,lirh,n Armenier oeaen die bloße VerdachtSgründe | stimmter Informationen versichern, daß der Fürstbischof allen D.-° St,mmung dfrA-m-nt-r h-rvorrag-nd-n Fürstlich-.,.-n »st.« « hab., lowl- ist noch immer geängstigt, da die Massenverhaftungen und beim Mahner und sonstigen Festlichkeiten °nwese^ war. Drohungen der Muhamedaner fortdauern. Dte Armenier Königsberg i. Pr., 9. September. Iu der Börsen- halten sich vielfach versteckt, veranlassen hierdurch aber weitere gar ten-Af faire-wirb weiter beachtet, ^^^i^u^chCom- Verhaftuugen. Meldungen der Consulu auf Creta bezeichnen mandautur Befehl den Reserve-Offizieren witg-theiltworden die Pacifikation der Jnfel auf Grund der von der Pforte daß ihnen am Besten daS Verhalten der activen Offiziere al» oemachten Zugeständnisse trotz des Protestes der Muhame- Richtschnur dienen könne. ner in Candia und anderweitiger Opposition als gesichert, Hamburg, 9. September. Jnetneman cheinend osfict e» hrt. ^i-b-nSk>edürsntk allgemein ist. Artikel tritt der „Hamb. Corresp." anläßlich de« letzt cou- KooVautiuovel 9 September. Angesichts der Möglich- cesfionirten Hafenbaues in Salonickt für eine energische keit hrß^d" letzten Unruhen aus der Hauptstadt sich auf Action ein, um dem deutschen Handel mit den Balkanlandern be©Haie18 aZra konnten, faßte der Minister- und mit Egypten einen Aufschwung zu verleihen. !ath °l enden vom Sultan sanctionirten Beschluß: Alle Rudolstadt, 9. September Da- Minister um mach Civil- und Militärbeamten sind streng dafür verantwortlich, darauf aufmerkiam, daß d tr verstgun»l über Bkschranruug vr Hntuf.» im -rstickt werde. Privatpersonen I der Sedanfeier sich lediglich darauf beschranke, ote vio dürfen an amtUch-n Handlungen nicht th-fin-hm-n. Plünde- h-rlge Schnlsteih-t- an diesem °us»uh-b-n. Alle Ubrlg-n rungen und Metzeleien find ,u verhindern. Zun-tderhand-lnd-, Anordnungen über di- Erinnerungdseier in den Schulen wären 9D?o6,C0dn iU er8 ' hause und dem Thurm der evangelischen Stadtkirche wurden »aMa b«l „fcutfo6 Choräle geblasen. Ferner wurden am Morgen 101 Kanonen- Berlin, 9.^eptember. Die Rede, welche Kaiser schüsse gelöst. In allen Kirchen fand FestgotteSdienst ft°£ Nz.lbelm in G^lid nach der Abreise deS Zaren gehalten Die Kaiserin Augusta Victoria traf um 12 Uhr hier bat ist dem Loc-Anz." zufolge von diesem vorher gelesen ein und wurde von der Großherzogin und der Erbgroßherzogiu worden. ^Der deutsche Botschafter am russischen Hofe, Fürst empfangen. Der Festzug ik hnM hipr einoetroffen und hatte heute tm I e nen imposanten Eindruck. Der Vorbeimarsch oeffelven AuSwärtto^u ^Am^etne^ Unterredung mit dem Re'chd-anzl-r wahrt, zwei Stunden. Nachdem der Festzug beim Schloff- I nnh hem Ataatsfecretär Freiherrn v. Marschall. vor dem Großherzoge vorbetdefilirt war, brachte eine unzählige Berlin 9 Bcvtember. Der bekannte Romanschriftsteller Menschenmenge dem Jubilar enthusiastische Dbattonea bar. Alexander Baron von Roberts, der sich in den letzten | Der Großherzog erschien^immer von Neuem, um zu danken. I Jahren auch als Dramaturg versucht hat, ist gestern in I Schreiberhau im Rieseugebirge, wo er sich zur Erholung aufhielt, tm 53. Lebensjahr gestorben. Berlin, 9. September. Dte tu der Attentatssache gegen I den Poltzetoberst Krause vielgenannte Frau Gürtler in I Rixdorf, welche unter der Beschuldigung der Begünstigung des Anschläge« tu Haft genommen und vor einiger Zeit wieder entlassen worden war, ist heute Mittag wieder verhaftet worden. Der Anarchist Koedicmann, welcher in Plötzensee I eine neunmouatliche Strafe verbüßt, ist mit Unterbrechung I seiner Hast nach dem UntersuchungSgefängniß Moabit über- I geführt worden, um sich wegen de« Attentats in Verbindung mit den übrigen Anschuldigungen vor dem Untersuchungsrichter > KMHichk ft 111 etallgießerti. MniWnr D.R.P. 8638! bb. im allgemeinen Theil, Obligationenrecht und Familienrrcht der Großh. LaudgerichtSdirector Schäfer- b. der Provinz Rheinhessen: der Großh. Senat-Präsident Conradi; 2) im Handels- und Wechselrecht, im EoncnrSrecht nnd Eoncur-verfahren, sowie in den Genossenschaft-fachen und io den ReichSgesetzen, betreffend da» geistige Eigenthum: Gesetz, betreffend das Urheberrecht an Schriftwerken, vom 11. Juni 1870, Gesetz, betreffend daS Urheberrecht an Werken der bildenden Künste, vom 9. Januar 1876, Gesetz, betreffend den Schutz der Photographien, vom 10. Januar 1876, Markeoschutzgesetz vom 30. November 1874, Musterschutzgesetz vom 11. Januar 1876, Patentgesetz vom 7. April 1891, Gesetz, betreffend Schutz der Gebrauchsmuster, vom 1. Juni 1891, Gesetz, betreffend Schutz der Waarenbezeichouugeu, vom 12. Mai 1894, Gesetz, den unlauteren Wettbewerb betreffend, vym 27. Mat 1896, soweit die letzteren Gesetze civilrechtltche Bestimmungen enthalten: der Grohh. Oberlaude-gericht-rath Schlink- 3) in den Bestimmungen über da- Verfahren in bürger« lichen Rechtssachen: der Grohh. OberlandeSgerichtßrath Heß- 4) im Strafrechte und in den Bestimmungen über da» Verfahren in Strafsachen: der Grohh. Geheimerath Schlippe- bl im öffentlichen Rechte, einschließlich Verwaltung-recht und Kirchenrecht: der Grohh. Minifterialrath v. Bechtold - 6) in der Polizeiwiffenschaft und Nationalökonomie: derGrohh.ProfefforGeh.HofrathDr. LaSpeyre». ** Militärdienstnachrichten. vr. Rebentisch, Assistenz« arzt 2. Kl. der Reserve vom Landwehrbezirk I Darmstadt, Dr. Berg, Assistenzarzt 2. Kl. der Landwehr 1. Aufgebots vom Landwehrbezirk Mainz, zu Assistenzärzten 1. Kl., Stern, Unterarzt der Reserve vom Landwehrbezirk I Darmstadt, zum Assistenzarzt 2. Kl. — befördert. Dr. Braune, Ober« Stabsarzt und RegimentSarzt vom Infanterie-Regiment von Horn (3. Rhein,) Nr. 29, zum 1. Grohh. Hessischen Dragoner Regiment (Garde-Dragoner-Regiment) Nr. 23 versetzt. Dr, Rabenau, Ober-StabSarzt 1. Kl. und RegimentSarzt vom 1. Grohh. Hess. Dragoner-Regiment (Garde- Dragoner-Regiment) Nr. 23, mit Pension und seiner bisherigen Uniform der Abschied bewilligt. Winter, Assistenzarzt 2. Kl. vom 1. Grohh. Hess. Jnfanterie'(Leibgarde-) Regiment Nr. 115, auS dem acttven Sanität-corpS auS- geschieden und zu den Sanitätsoffizieren der Reserve übergetreten. ** Das Ehrenzeichen fstr Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde ertheilt durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 12. August l. I. dem Mitgliede der freiwilligen Feuerwehr zu Bingen, Rottenführer Jean Scholl daselbst. ** Gymuafialuuterricht. Wie den „N. Heff. VolkSbl." mitgetheilt wird, hat Herr Gymnasialdirrctor Dr. Dett- weil er aus Benöheim in voriger Woche dem preußischen Cultusminister Boffe auf dessen ausdrücklichen Wunsch eingehenden Vortrag über seine Erfahrungen auf dem Gebiete deS GymnafialunterrichtS gehalten. Herr Dettweiler erfreut sich längst in allen pädagogischen Kreisen und namentlich auch im preußischen Ministerium besonderer Werthschätzung, die durch ein für die heutigen Berhältniffe und für die rechte Verschmelzung der Vergangenheit mit den Be- dürfniffen der Gegenwart grundlegendes größeres Werk über den lateinischen Unterricht noch vertieft worden ist. Den schmeichelhaften Empfang, der, wie gen. Blatt hört, dem hoffentlich dauernd hessischen Schulmanne im Berliner CultuS- Ministerium zu Theil wurde, verzeichnen wir gerne als eine für das hessische höhere Schulwesen erfreuliche Thatsache. •• Auf eine interessante Probe wurde gestern Nachmittag die Hochdruckleitung unserer Wasserleitung gestellt. Dachdeckermetster Noll bestieg zu diesem Zwecke den Thurmhelm der Stadtkirche und führte mittelst Spritzenschlauch und Standrohr daS Wasser bis über die Fahnenspitze hinaus. Auch diese Probe hat ergeben, daß unserer Wasserleitung Schwierigkeiten bezüglich der Einführung in die höchst gelegenen Stadttheile und Stockwerke nicht entgegenstehen. •* Unfall. In einem Steinbruch am Hardtberg waren gestern Vormittag zwei Arbeiter damit beschäftigt, einen versagten Schuß auszubohren. Hierbei entlud sich der Schuß und wurden beide au Gesicht und Armen derart verletzt, daß sie in die Klinik ausgenommen werden mußten. ** Körperverletzung. Bor einigen Tagen halten sich mehrere Lehrjungen, die Abends von der Turnstunde heimwärts zogen, veruneinigt und schlug einer dem andern einen halben Backstein an den Kopf. Der Verletzte ist nunmehr infolge der erhaltenen Wunde sehr bedenklich erkrankt uud wurde der Thäter deßhalb in Haft genommen. •• Todtlich verletzt in die hiesige Klinik gebracht wurde am Montag der 25 jährige HauSbursche und Arbeiter Christian Müller, welcher in der Gastwtrthschaft und Kar« toffelhandluog des Herrn C. Binnecker am Bahnhof zu Wetzlar bedienstet war. Der junge Mann, der von seinem vrodherrn al- ein sehr zuverlässiger, braver Mensch gelobt wird, war zur KtrmeS nach seinem HeimathSorte Königsberg gegangen. Dort hatte er den unglückseligen Einfall, sich mit noch mehreren anderen Burschen auf einen Wagen zu setzen, der einen ziemlich steilen Weg hinablaufen sollte. Da der Wagen von unbefugter Hand aufgeschraubt worden war, ging daS Gefährt mit riesiger Geschwindigkeit bergab. Müller, dem die Geschichte anscheinend unheimlich zu werden begann, ' sprang von dem Wagen ab uud verletzte sich dabei derart, daß er nach der hiesigen Klinik geschafft werden mußte, wo er bereits nach einigen Stunden feinen Schmerzen erlag. Die anderen Burschen, welche sich in dem Wagen befanden, kamen mit dem Schrecken davon. • • Die Bienenzucht ist durch die Witterung-verhältniffe in letzter Zeit in schlimmster Weise beetrflaßt worden. Fast auS allen Gegenden Deutschlands werden Klagen laut. Die Schwärme müßen schon jetzt gefüttert werden- auch die alten Völker find theilweise ohne Borräthe. In manchen Gegenden find jüngst starke Völker verhungert. • • Zum Handelskammerbericht. Wir erhielten folgende Zuschrift: Wer sich für die wirthschaftlicheu Verhältnisse unserer Provinz interessirt, wird gern den Jahresbericht der Handelskammer Gießen für das Jahr 1895 gelesen haben. Auffallend mußten dem Landwirth die AuSlaffungen über die landwirthschaftlichen Berhältniffe erscheinen. Nach dem Bericht hat der Mangel an Vertrauen der Landwirthe in ihren ErwerbSzweig nicht seinen Grund in den schlechten Verhältnissen unserer Landwirthschaft. Die Landwirthe kaufen nach dem Bericht wenig künstlichen Dünger, fie bezahlen auch schlecht, nicht weil fie in Folge der niedrigen Preise der meisten landwirthschastlichen Produkte wenig Geld haben, nein, weil fie durch die Agrarier aus dem Norden und Osten verhetzt werden und aus böser Angewöhnung. Die Preise für Weizen und Roggen find nach dem Bericht für 1895 um 2 Mk. durchschnittlich höher geworden. — Wer sich über- zeugen will, daß daS nicht richtig ist, braucht nur bei hiesigen Getreidehändlern sich die Einkaufspreise anzusehen. Die Preise für Weizen, Roggen und Hafer waren kaum jemals so niedrig als im Frühjahr 1895, der Weizenpreis stieg im Mai auf ca. 15 Mk. und ging herab auf 14 Mk. für die Ernte 1895. Der Weizen der 94 er Ernte kostete dagegen 15 bis 15,50 Mk. Wo bleibt da die Behauptung des Berichtes der Handelskammer, daß der Preis für Weizen und Roggen im Jahre 1895 um 2 Mk. durchschnittlich höher gewesen sei? DaS Jahr 1895 war in jeder Beziehung ungünstiger für die Landwirthe als das Jahr 1894. In diesem Jahre hatten wir bekanntlich die höchsten Preise für Zucht- und Schlachtvieh seit Jahrzehnten. Vom 1. Januar 1895 ab gingen dieselben zurück biS zum heutigen Tage. Der Bericht giebt, wie ich dargethau habe, die Getreidepreise für 1895 unrichtig an und spricht sich im Uebrigen über die landwirthschaftlichen Verhältnisse in parteiischer Weise auS. Daß ein einzelnes Mitglied der Handelskammer, daS sich Jeder leicht herauSsuchen kann, einen so gefärbten Bericht ab- faßt, ist erklärlich, daß aber die Kammer einen solchen Bericht anscheinend unbesehen mit ihrem Ansehen deckt, ist bedauerlich und kann nicht dazu beitragen, den Werth der Handelskammerberichte zu erhöhen. **V. A. Zu dem kürzlich erschienenen Artikel, betreffend: Die Anmeldung von versicherung-pflichtigen Arbeiter«, wird noch nachträglich bemerkt, daß durch Statuten für einzelne Gemeinden oder Kreise noch weitere Personenkreise für krankenversicherung-pflichtig erklärt find, so z. B. in Darmstadt alle diejenigen, welche auch nur einen Tag (also weniger als eine Woche) in einem Gewerbe- rc. Betrieb beschäftigt sind. — Lauffrauen sind von der Krankenversicherung-Pflicht nicht befreit, wenn fie in Gewerbe-, Handels- rc. Betrieben beschäftigt find, nur die lediglich mit häuslichen Arbeiten beschäftigten Lauffrauen find nicht kranken- verficherungspfl'chttg. — Die sogenannten unständigen Arbeiter, welche bald hier, bald da arbeiten, ohne zu einem bestimmten Arbeitgeber in einem festen verhältniß zu stehen, werden der Regel nach, abgesehen von obigen Ausnahmen, nicht angcmeldet. Sie pflegen sich meistens zur Krankenversicherung freiwillig zu versichern. Zur Bewirkung der Jnvalidttärs- und Altersversicherung müssen dieselben stets ihre Quittungskarten mit sich führen und der Arbeitgeber, welcher zuerst in der Kalenderwoche sie beschäftigt, muß die Beitragsmarke für die betr. Woche einkleben. Erster Arbeitgeber kann man nicht nur am Montag, sondern an jedem Wochentag sein. Der Arbeitgeber muß sich stets vergewissern, ob in der betr. Kalenderwoche der Arbeiter bereits vorher bei einem anderen Arbeitgeber beschäftigt war- ist dies nicht der Fall, so muß er selbst die Marke einkleben, sie mit dem Datum entwerthen und darf die Hälfte deS WertheS am Lohn abziehen. Hat der Arbeiter die Marke bereits eingeklebt, so muß ihm vom ersten Arbeitgeber die Hälfte deS MarkenwertheS ersetzt werden. Häufig vergessen die Arbeiter, die Karte mitzubringen oder sagen, fie seien freiwillig versichert und besorgten das Einkleben der Marken selbst, oder die Karte liege bei irgend einer Kasse. Damit gebe man sich nicht zufrieden. Die freiwillige Versicherung hat gewöhnlich blo- Bezug auf die Krankenversicherung- eS empfiehlt sich allerdings für die Arbeiter, damit auch die InvaliditätS- und Altersversicherung zu verbtndrn und regelmäßig die Beiträge dafür an die Kasse zu zahlen- dann wären die Arbeitgeber gegen Nachtheile sicher gestellt. Die Arbeiter selbst ebenfalls, insofern die Versicherung ordnungsmäßig ohne Unterbrechung stattfindet- die Arbeiter müßten nur in diesem Falle eine Bescheinigung deS Rechners haben und vorzeigen, daß fie thatsächlich freiwillig zur In- validitätS- und Altersversicherung angemeldet seien und alle vier Wochen etwa die Beiträge von ihnen gezahlt würden. Die Angabe des Arbeiters, er besorge die Sache zu Hause elbst, darf den Arbeitgeber nicht veranlassen, die Hälfte deS MarkenwertheS als Beitrag zu zahlen- er ist damit seiner Verpflichtung nicht ledig und wird bestraft, wenn, was meist geschieht, der Arbeiter die Marke doch nicht einklebt. Die Markenverwenduog tst bei der Lohnzahlung fällig- eS em» »fiehlt sich also, mit der Lohnzahlung zurückzuhalten, dis die Tarte vorgelegt wird. Erklärt der Arbeiter, keine Quittung-- karte zu besitzen oder fie verloren oder verlegt zu haben, fo muß der Arbeitgeber die Ausstellung einer neuen Karte bei der Hebstelle (Kasse) beantragen. Als Lohn gilt nicht nur barer Lohn, sondern auch Naturallohn in Frucht, Mehl, Kartoffeln, Gegenleistungen, Fuhrleistungen und dergleichen. (Der Arbeitgeber, welcher die Ausführung einer Arbeit ar einen Arbeiter im Accord vergibt, muß sowohl diesen, als auch dessen Hilfsarbeiter versichern, so ist e» beim Mähen, Rindenschälen, Holzkleinmachen und dergleichen. Er maß also bet der Lohnzahlung von seinem Sccordanten Nachweis über die zugezogenen HilsSpersonen verlangen. Die Gemeinde- Vorstände müssen in dieser Weise sür die Arbeiter auf den Gemeindewiesen und -wegen und in den Geweindrwäldern sorgen. Nur da, wo eine ArbeitSauSsührung an einen wirklichen Unternehmer (Großaccordanteo) abgegeben wird, ist dieser für seine Hilfsarbeiter als Arbeitgeber anzuseheu- Im Allgemeinen ist jede männliche oder weibliche Person, welche auch nur einen Tag gegen üblichen Lohn beschäftige wird, versicherung-pflichtig, also nicht nur die beruf-mäßige» Lohnarbeiter, sondern auch selbstständige Landwirthe, Gewerbetreibende rc., die hier uud da gegen Lohn arbeite». Die Frage, ob Jemand wegen Geringfügigkeit seine- Lohne» befreit ist, bezieht sich gewöhnlich nur auf feste, dauernde Verhältnisse, z. B. bei Kirchendienern, Haushälterinnen, Lauffrauen, Feldschützen, Ort-dtenern, Wingerraccordarbeitern. In ZweifelSfällen empfiehlt e- sich, an die Rechner ber Kaffen und Hebestellen fich zu wenden. • • Vorsicht beim Opal. Bei dem Gebrauche des jetzt so sehr angepriesenen FleckwasserS Opal ist Vorsicht nöthig. Eine Erefelder Dame versuchte mit Opal ein seidene- Kleid zu reinigen- wie unangenehm war fie aber Überrascht, al» die Flecken nicht nur nicht verschwanden, sondern fich Über eine weit größere Fläche verbreiteten und da» ganze Rleib verdarben. Auf ihre Veranlaffung wurde, wie die »Grcfelbe« Zeitung" mittheilt, die Firma A. WaSmuth und Co. in Hamburg um Schadenersatz angegangen- sie lehnte jedoch jede Vergütung ab und berief fich auf eine ganz klein gedruckte Bemerkung auf ihren mit den großartigsten Anpreisungen gefüllten Reklamebogen, wo e- heißt, daß eS fich, wenn man Stoffe reinigen wolle, empfehle, erst an einen kleinen Stückchen vorsichtig Versuche anzustellen! Diese kleine Warnung sällt natürlich keinem Käufer in die Augen, erst wenn er Schadenersatz verlangt, wird fie ihm vorgehalteo. Wie dem gewerblichen Ausschuß de- Verein- für bürgerliche Interessen in Crefeld mitgetheilt wurde, ist der erwähnte Fall nicht einzig- anderen Damen und Herren ging eß mit Opal, da- gerade al- Kleiderreinigung-mittel ganz besonder» angepriesen wird, nicht besser. Die Zeitschrift „Gewerbeschutz" warnt denn auch unter Berufung auf bad Unheil von Fachleuten vor dem Opal, da» nicht im entferntesten den Werth des Benzin- und verwandter Fleckenmittel habe und jedenfalls, auf seinen eigentlichen Werth hin angesehen, viel zu theuer bezahlt werde. » W«1®’fS 2^' werbe« >» •“‘‘Alt je(l«<" | »rfl l* ’ »*<.*« •* W § h W die MO« jfltc der LandM Halme, die st» « bei gerleih er>" , ,h« von derseli» verlautet, st"^ .erhastetra M Betrug «■ * iwurgerichtt?'.^ Meinlld) i®!'w 80X00»"!*' m WN“ X bet Verh^^ wurden dund1 SS , ueh ««* L S sr«^ * sag" . 8 LtPi/ nur seh» 11t £ s» ihre- v" fon^rW M Ä «* 1 * * Jrfl I" en- ba8 Niederwild, besonders die Hasen, ist ein besserer, als im vorigen Jahre. Damals bezahlte man für einen auS- gewachsenen Hasen 2 Mk. 30 Pfg., jetzt 2 Mk. 80 Pfg. Die jungen Hühner werden von den Händlern für 80 Pfg., die alten für 50 Pfg. aufgekauft. Ob sich der Preis für Hasen auf der jetzigen Stufe erhält, ist erst nach Aufgehen der Jagd auf Hasen in Preußen, wo jetzt noch Schonzeit ist, feststellbar. nn. Darmstadt, 8. September. Tine interessante Verhandlung fand heute vor der Strafkammer des Großh. Landgerichts I dahier statt. Auf der Anklagebank fitzen sechs Mitglieder des Metallarbeiter-DerbandeS zu Pfungstadt und zwei Frauen derselben, um sich wegen Uebertretung des § 286 des R.-Str.-G. zu verantworten. Der That- bestand ist der folgende: Am 19. Januar 1896 hielt die Section Pfungstadt des Metallarbeiter-VerbandeS im Gast« Haus zum Adler daselbst eine Christbescherrung mit Concert ab, wofür von den Besuchern derselben 20 Pfg. pro Person erhoben wurde. DaS Fest wurde von den Genossen sehr stark besucht und beschloß das Comite, um einen Ueberschuß zur Vrrtheilung zu bringen, etwa 130 Gegenstände der Haushaltung unter die Anwesenden zu verloosen. Für das Concert war die gesetzliche Erlaubniß eingeholt worden, für die Berloosung dagegen war, weil man annahm, daß dieses nicht nöthig sei, von dem Arrangeur der Festlichkeit, dem Tpenglergehilfen Fei del, die Einholung der polizeilichen Erlaubniß unterblieben. Die Berloosung fand in der Weise statt, indem die auS einer Pfungstädter Emaillewaarenfabrik gekauften Gegenstände, ca. 130 au der Zahl, den Gewinnern für ihr Eintrittsgeld noch besonders zufieleu. Hierin erblickte nun die Pfungstädter Steuerbehörde eine Hinterziehung der Stempelgebühr und stellte demgemäß Straf- ankrag bet Großh. Staatsanwaltschaft. Außer dem Veranstalter der Feier, Felde!, sind auch diejenigen sieben Personen dieses DelictrS angeklagt, die die Eintrittskarten zu dieser Weihnachtsfeier verkauften. Nach einer umfangreichen Beweisaufnahme beantragte der Staatsanwalt gegen Felde! eine Strafe von 15 Mark eventuell fünf Tage Haft und Tragung der Kosten, gegen die anderen sieben Angeklagten je 3 Mk. event. 1 Tag Haft. Der Bertheidiger, Rechtsanwalt Metz III., beantragte Freisprechung. Der Gerichtshof dagegen verurtheilte Feidel zu 15 Mk. Geldstrafe wegen vergehens gegen § 286 und sprach dagegen die übrigen Angeklagten von Strafe und Kosten frei, weil er annahm, daß die Kartenverkäufer der Anficht gewesen seien, die Ber- loosung sei eine gesetzlich genehmigte. Eine Lehre für andere Vereine! Dermifd?tes> • Frankfurt a. M., 8. September. Gestern wurde einem von Friedberg kommenden zehnjährigen Knaben, der seinen Vater hier besuchen wollte, auf der Eisenbahn durch Zuschlägen der Eoupvethür das erste Glied des rechten Dau« mrnö a bgequ etscht. • Frankfurt a. M., 9. September. Heute Morgen gegen 7 Uhr entgleisten auf dem Damm derMain-Weserbahn in der Nähe des HellerhoseS von einem Militärsonderzug, de: einen Thetl deS in Mainz liegenden 88. Jnfanterie- Re-imentS zu den Manövern in Thüringen führen sollte, drei Wagen von den letzten fünf Wagen, die beiden letzten waren auf den Schienen geblieben. Glücklicherweise gelang es, den nicht schnell fahrenden Zug zeitig zum Stehen zu bringen, so daß, da die entgleisten Wagen neben den Schienen weiter liefen, kein Unfall weder an Menschen noch Material vorgrkommen ist. Bon den in nächster Nähe befindlichen Eisenbahnwerkstäiten war sofort eine genügende Menge Arbeiter zur Verfügung, die innerhalb zweier Stunden die Wagen wieder auf das Geleis hoben. Der Zug, der sofort weiter ging, war Über den StaatSgÜterbahnhof auf daS Geleis der MainWeserbahn geleitet worden, um von da auf daS Bebraer Gelets zu gelangen. Die Entgleisung erfolgte an drr Weiche, die fich nördlich vor dem Uebergang über die Mainzer Landstraße befindet. * Köln, 7. September. In dem im Kreise Bergheim gelegenen Dorfe Grouven brach gestern, während fast die gesammte Einwohnerschaft sich in der Kirche befand, Feuer aus, bei welchem ein fünfjähriger Knabe vor den Augen seiner Mutter verbrannte. Die Frau erlitt gleichfalls schwere Brandwunden- außerdem kam eine Anzahl Bleh in den Flammen um. ♦ St. Goar, 7. September. Gegenüber der Loreley fand man am Sonntag Morgen am Rheinufer einen vollständigen Herrenanzug nebst Touristentasche. Unmittelbar am Rhein lag ein Stück Seife. ES gilt als sicher, daß ein Tourist, der hier ein Bad nahm, ertrunken ist. In der Rocktasche fand man Papiere auf den Namen des VolkSschullehrertz Otto Müller von Alsenz, s.Z. in Pirmasens wohnend. * AIS Beispiel, welchen Druck daS Wasser in größeren Tiefen auf untergetauchte Hohlkörper auSübt, führen amerikanische Fachzettungen eine eigenartig construirte Taucherglocke an, welche in 60 Meter Tiefe vom Wasserdruck zerdrückt wurde- der Fall dürfte aber vielmehr ein Beispiel dafür abgeben, wie wenig die amerikanischen Constructeure zu rechnen gewohnt find. Die eigenartige Taucherglocke stellte einen Würfel aus PhoSphorbronce von zwei Meter Seitenfläche und % Zoll Wandstärke dar, dessen Flächen durch R'ppen verstärkt waren. Die Schaulöcher von 3" Durchmesser waren durch zollstarke Glasscheiben gebildet. Das ganze Gewicht des Körpers betrug etwa 11 000 Kilo, so daß im Wasser ein Uebergewicht von etwa 3000 Kilo verblieb - bei 60 Fuß Tiefe oder etwa sechs Atmosphären Ueber- drnck kam also auf jede Fläche von vier Quadratmeter eine Belastung von 240 000 Kilo, welchen Druck fich der Con- structeur der Glocke wohl kaum vorgestellt, noch weniger ihn nachgerechnet haben dürfte, der vielmehr von der hinreichenden Festigkeit des Würfels so überzeugt war, daß er gleich bet der ersten Versenkung in der Glocke Platz zu nehmen beabsichtigte und nur schwer bewogen werden konnte, erst einen provisorischen Versuch abzuwarten. Beim Herabsenken noch nicht auf dem Meeresboden angekommen, ließ plötzlich ein heftiger Ruck an dem Kabel der Winde erkennen, daß etwas passirt sei. Nach erfolgtem Auswinden zeigte dann der eiserne Korb, mit welchem man die Glocke vorsichtshalber umgeben, nichts wie die formlosen Trümmer derselben- die Glasscheiben waren in Atome zerdrückt. Jetzt liegen die Reste in einem Etsenbahnschuppen zu Pittsburg, wo den zahlreichen Neugierigen „die große Druckkraft des WasserS" an den Metallbrocken demonstrirt wird. (Mitgetheilt vom Internationalen Patentbureau von Carl Fr. Retchelt. Berlin NW. 6.) Literatur unb Kauft — »Der Gteirr der ötifttu* Das soeben erschienene 19. Heft der populärwissenschaftlichen Revue dieses NamenS (A. Hart- lebenS Verlag, Wien) enthält mehrere sehr bemerkenswerthe Abhandlungen und eine Fälle interessanter Abbildungen. DieS gilt in erüer Linie von jenen, welche zur Erläuterung deS lefenSwerthen Aufsatzes „Die Photographie der Fixsterne" von Dr. Kurt Schmidt dienen. Wir erinnern uns nicht, dah jemals in einer deutschen Zeitschrift so ausgezeichnet schöne Fixftern-Photogramme publicirt worden wären, wie fie der „Stein der Weifen" seinen Lesern darbtetet. Weiter sind hervorzuheben deS Höhlenforschers RegierungSratheS Fr. Kraus Mitthetlungen über die Wasserbauten In Bosnien und in der Herzegowina mit mehreren AbbUdungen. Die Abhandlung „Mtkrofcopie der Fafernstoffe" wird durch nicht weniger als 14 Abbildungen erläutert. DaS Heft enthält ferner einen geophysikalischen Artikel, betitelt: „Schwankender Boden", ein Bild der Sternwarte zu Straßburg, Anordnung der Eisenbahn-Telegraphen, belehrende Abbildungen zu dem Aufsätze ,.Veränderungen deS Stärkemehles beim Dämpfen, Bildliche Darstellung der Erdoberfläche, Technische Mittheilungen, Notizen für Haus und Hof, Astronomischer Kalender nebst Sternkarte: kurz es ist ein so reicher Inhalt, daß sich kaum noch ein Wunsch stellen ließe. — Die besten Romane der berühmten amerikanischm Romanschriftstellerin A K. Green find nemrdtngS in einer Gesammtaus- gabe bet Robert Lutz in Stuttgart erschienen, worauf wtrFieunde einer interessanten Crtminalltteratur besonders aufmerksam machen. Die Sammlung umfaht sieben sauber ausgestattete Bände zu dem geringen Preis von 10 Mk. (geb. 14 Mk ). Die deutsche Ueber- sehung ist vorzüglich. Gottesdienst in der Synagoge. SamStag den 12. September. Vorabend 6" Ubr, Morgens 8» Uhr, Nachmittags 4 Uhr, SabbathauSgang T80 Uhr. Vermehr, €aub* tmb Volkrrvirthschaft. •Utttt, 10.September. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butler pr. Pfd. 1,05—1,10, Hühnerete« pr. St. 6-7 A. 2 St. 00 4b, Enteneier V A. 2 ®t. i (J 4b, Gänse- eter pr. St. 00—00 4s, Käse pr. St. 5-8 4k, Käsematte pr. St. 3 4s, Erbsen pr. Liter 16 A> Linsen pr. Liter 28 4b, Tauben pr. Paar X 0,60 bis 0,70, Hühner pr. Stück 0,90 bis 1,10, Hahnen pr. Stück X 0,50-0,70, Enten pr. Stück X 1,60—1,80. Gänse pr. Pfund X 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 70-74 H, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 64-68 4s, Schweinefleisch pr. Pfd. 56 bis 66 4b, Schweine- fleifch, gesalzen, pr. Pfd. 70 4L Kalbfleisch pr. Pfd. 50—00 Ai Hammelfleisch pr. Pfd. 60—70 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,50 bi» 8,00 X, Weißkraut pr. Stück 0-00 4b, Zwiebeln pr. Centn« X 3,50—4,00, Milch pr. Liter 16 4b. ttmbmes, 9. September. Frachtmarkt. Rother Weizen (alter) X 13.30, neuer Weizen X 12,90, Korn (neues) X 8.70, Gerste X 0.00, Hafer (alter) X 7.50, neuer X 5.15. Witternrrgsbericht vom 9. September. Im Westen der britischen Inseln ist das Barometer stark gefallen und liegt heute dortselbst das Centrum eines ziemlich tiefen Minimums, welches seinen Einfluß bis nach Nordwest Deutschland herein erstreckt, Relativ hoher Druck bedeckt die Osthälste und den Süden Europas, doch weist derselbe keinen eigentlichen Kern mehr auf. VoR«,»stchUi-4 Bittrnmai Im Norden meist trübes Wetter; im Süden zunächst noch wechselnde Bewölkung, dann gleichfalls wettere Zunahme derselben. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 10.Septbr.,Mtttagszwtschenllund 12Uhr: Wasser 13, Luft 16°. Rübsamen'sche Badeanstalt. „Continental Pneumatik“, bester Radreifen. 7885 Bekanntmachung, bett.: Die Wahl der Beisitzer für das Gewerbegericht der Stadt Gießen. Für das Gewerbegericht der Stadt Gießen sind auf die Dauer von drei Jahren, beginnend mit dem 1. November 1896, 24 Beisitzer zu «Men und zwar die eine Hälfte aus der Zahl der wählbaren Arbeitgeber von den wahlberechtigten Arbeitgebern und die andere Hälfte aus der Zahl der wählbaren Arbeiter von den wahlberechtigten Arbeitern. Zum Beisitzer eines Gewerbegerichts kann nur berufen werden, wer das 30. Lebensjahr vollendet, in dem der Wahl vorangegangenen Jahr für sich oder feine Fvmilie Armenunterstützung aus öffentlichen Mitteln sicht empfangen, oder die empfangene Unterstützung erstattet hat und in dem Bezirk des Gewerbegerichts seit mindestens zwei Jahren wohnt oder beschäftigt ist. Personen, welche zum Amt eines Schöffen unfähig sind, tonnen nicht berufen werden. Die Wahl findet Samstag, 19. September 1896, von Mittags 158 bis Abends 6 Uhr, im Sitzungssaale des Bürger- »eisiereigebäudes statt. Die wahlberechtigten Arbeitgeber und Arbeiter werden daher ein- zeladen, in der angegebenen Abstimmungszeit sich persönlich einzufinden mb ihre Stimme abzugeben. Gießen, den 10. September 1896. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ______________________I. V.: Georgi._________________8060 DeutscheStahlfedern in vorzüglicher Qualität aus der Fabrik von Brause & Co., Iserlohn, fnb oorräthig in allen besseren Schreibmaterial.-Handlgn. In Gießen bei «85 _________Ernst Balser, Mäusburg. A. Kilhin?er Seltcrsweg 19: 2616 Jagdgerätyl und Waffen. Reise-Effecten. [ßehördHcheAnzeigenl Jagdverpachtung. Montag den 14. Septbr., Nachmittags um 2 Uhr, soll die der Gemeinde Ruttershausen zustehende Jagd nochmals verpachtet werden. Ruttershausen, 9. Septbr. 1896. Gr. Bürgermeisterei Ruttershausen. Klinkel. 8051 Empfehlungen. ML Schlachthaus. Freibank. 8065 Von heute bis Samstag: Ochsenfleisch nicht ladenrein, per Pfd. 50 Psg. ZMW" Die Freibank bleibt bis 10 Uhr Abends geöffnet.___________ 3W* Morgen Freitag werden im Rheinischen Hof von 9 Uhr ab verkauft: Einmachgnrken 100 Stück 60 Pfg., Salatgnrken per Stück 2—3 Pfg., Zwiebeln per Pfund 6 Pfg. 8073 Neues Sauerkraut empfiehlt 8048 E. Kalkhof. Frische LcheMche! 3422 J. M. Schulhof. ^>p.ß.Schrallth's schütt gemahlene «AH? Salmiak-Terpentin-Seife ißt ein verbessertes Seifenpulver, dessen vorzügliche Eigenschaften im Finge die Sympathieen des prüfenden Publikums erworben haben. Aelteste Erfahrung und neuzeitlicher Fortschritt haben sich hier die Hand gereicht zur Erzeugung eines denkbar vollkommenen Fabrikates. P. H. Schrauth’8 gemahlene Sahniak-Terp.-Seife verschanzt sich nicht hinter der Phrase: „Ohne Concurrene“. Im Gegentheil l Zum Vergleich mit Concurrenz- fabrikaten wird höflichst gebeten, — wer noch nicht damit gewaschen hat, — und die geehrten Haus- fr au en sowie Wäscherinnen mögen dann selbst beurtheilen, was den Vorzug verdient. 5750 Zu haben in allen besseren Geschäften. Man achte auf die Schutzmarke. P. H. Schrauth, Neuwied, DamMseusabrik Gegründet 1830. Schutz- ° Schutz- '•farko Marke. Echte Franks. Wurstel empfiehlt 8049 I.. Kalkhof. Schellfische per Pfund 18 Pfg. Dienstag. Mittwoch Donnerstag und Freitaa frische Zufuhr 7968 im „Bebstock“. Strebel-Tinte | J.Rickersche Buchhandlung, Giessen. I Mäuse und Ratten werden schnell und sicher ge- tödtet durch Apoth. Freiberg» (Delitzsch) Rattenkuchen. Menschen, Hauethieren und Geflügel unschädlich. "Wirkung tausendfach belobigt. Dos. 0,50, 1,00 und 1,50 in der Hirsch- Apotheke, Otto Schaaf, Giessen. 8055 Vermiethungen. 8067J Zwei Zimmer mit ob. ohne Cabinet, große Küche, Speisek., Wasserl. und Zubeh. zu verm. Näh. I. 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