Mittwoch den 11. März Erstes Blatt. Nr. 60 1896 Gießener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen. Rtbaction, Lxprditiov und Druckerei: Kchukkratze xlr.1. Fernsprecher 61. Die Gießener I>imilieuvläil«r werden den, Anzeiger wöchentlich dreimal beigelrgt. vierteljähriger AöonnemenlspreiLt 2 Mark 20 Pfg. mU Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg. Der Anzeiger erscheint täglich, Hüt Ausnahme deS Montags. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für de, folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Dorm. 10 Uhr. Hratisbeikage: Gießener Jamitienölätter. All: Annoncm-Burcaux des In» und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Deutfdper Reichstag. 55. Plenarsitzung. Montag, den 9. März 1896. Die Berathung der Gewerbenovelle wird fortgesetzt bei Art. 4 und zwar bet den Äestimmungen über den Kleinhandel mit Bier. Abg. v. Holleufer (cons.): Der Antrag Schädler will den einzelstaatlichen Negierungen gestatten, den Bterhandel concessionL- pfltchttg zu machen. Dag sieht so einfach auS, wie daS Et des Columduv. Aber e« hat doch seine großen Bedenken. Für die Gast- wirthe ist im 8 33 der Gewerbeordnung der Concessionszwang etn- ftiführt zur Verhinderung der Bölleret, der Unsittltchkett, des verbotenen Spiels, der Hehlerei. Beim Bter-Kleinhandel fallen, abgesehen von der Bölleret, alle die anderen Momente fort. Ferner berücksichtigt S 33 die Locachrage, ob daS Local der Wirthe sür ihren Betrieb geeignet ist. Ein Blerhöndler braucht aber kein besonderes Local. Endlich läßt S 33 noch die Bedürsntßsrage zu. Aber welche Schwierigkeiten würde eS machen, beim Bierhandel die Bedürsntßsrage zu plüsen! Beim Bterhandel kommt es bauptsüchltch daraus an, dem unbefugten Ausschank entgegenzutreten. Und da ist die Unterstellung unter S 35 durchaus das Richtige, nur ist der Ausdruck wegen „Unzuverlässigkeit im G werbebetriebe" zu dehnbar. Deshalb empfehlen und beantragen wir, die Untersagung des Bierhanbels nur einem Gewerbetreibenden gegenüber zuzulassen, der wiederholt wegen unbefugten Ausschanks bestraft ist. Abg. Röstcke (ltb.): Der Antrag Schädler trage den Interessen des Publikums zu wenig Rechnung. In Norddeutschland habe der Umsang, dm der Flaschenbierbetrteb gewonnen, dem Schnaps- consum außrrordenttich Abbruch gethan zum Vorthetl des Gemeinwohls. Auch der Antrag Holleufer gebe zu wett und würde zu einer Ueberhandnabine der Denunciatton führen. Die Wirthe seien ja Gegner des Flaschenbierhandels; aber man könne ihn im Interesse des Publikums nicht unterdrücken. Den Wirthen sei überdies zu rathen, dem Centrum nicht allzusehr Gefolgschaft zu leisten. Wie das Centrum es mit den Wirthen meine, gehe u. A. aus dem CenIrumS-Antraae hervor, den Ausschank vor 8 Uhr Morgens zu verbieten. Zur Veränderung deS unbefugten Ausschanks der Bter- hündler beantrage er, den Antrag Holleufer dahin zu ammdiren, daß er sich nur aus den Bterhandel nut Faß erstrecke. Geh. Rath Gruner: Der Wtnkelschaak der Bierhändler sei nicht so harmlos, wie Rösicke ihn darstelle; andererseits gehe der Antrag Schädler weiter alS das öffentliche Interesse eS erfordere — ganz abgesehen von der Schwierigkeit der Prüfung der Bedürsntß- frage. Der Antrag Holleufer wolle im Wesentlichen dasselbe wie die Borlage, nur mit einer Beschränkung. Aber die Vorlage sei mehr zu empfehlen denn Unzuverlässigkeit fei doch nicht nur gegeben bet unbefugtem Ausschank, sondern auch bet Verstößen gegen das NahrungS- mtttelgesetz. Abg. Lenzmann (frs. 23p.): Dte bestehenden gesetzlichen Bestimmungen reichten vollständig aus, um den illegalen Winkel- kueipen zu Leibe zu gehen. Weder die Fürsorge für die Gesundheit des Volke«, noch auch die Fürsorge für die Sittlichkeit liege all diesen Bestrebungen zu Grunde, sondern nur der Wunsch, die Wirthshäuser zu füllen und den Hauvtrunk zu erschweren. Wenn Schädler dte Wirthshäuser kennen würde, so würde derselbe solche Bestrebungen nicht unterstützen. Im WtrthShause sei viel mehr Anreiz gegeben zu Zank, Schlägereien, zum Sp el. als in der Häuslichkeit. Der Wohlhabende könne sich zu Hause Wein halten, dem Minderbemittelten wolle man es «.schweren, zu Hause wenigstens Bier zu halten _ Wer dem SchnapStrunk entgegen sei, möge den HauSbiertrunk lieber fördern helfen und oll- vorliegenden Vorschläge ablehnen. Mtnistertaldirector v. Woedke weist dte Vorwürfe zurück, welche Vorredner bet seiner Kritik der Handhabung deS ConcessionS- wesens gegen bk Behörden aerrchtet. Abg. Hasse (notl.): ES handle sich hier keineswegs blos um einen Gegensatz der Jnterrssen von Wirthen und Flaschenbiersändlern, sondern um Beseitigung thatsächlicher Uebelstände beim Bterhandel. Für ihn sct der Antrag Holleufer der annehmbarste. Schließlich erklärt Redner rock, daß seine Freunde im Gegensatz zu dem Abg. Kruse größtentheilS gegen dts Bestimmung über den Troguenhandel stimmen würbtn. Abg. Schmibt-Berlin (Soc.) erklärt sich gegen jebwebe Vorschrift zur Einengung de« Bierhandels und weist badet namentlich auf bk Willkür ber Polizei bet Handhabung des ConcessionS- wesens hin. Mtntstertal-Director v. WöSke widerspricht dem nochmals mit dem Htnzufügen: Ueber „Unzuverlässigkeit im Gewerbebetriebe" werde auch gar nicht von Poltzetwegen, sondern auf dem Rechtswege entschieden. Abg. Frhr. v. Stumm (Rp ) befürwortet im Interesse der Bekämpfung der Trunksucht die Vorlage. Lrchnaps sei ja viel ge- sährlicher wie Bier, aber in Süddeutschland bestehe ja auch ein Be- dürfniß für Bekämpfung ber Biertrunksucht. Ihm sei es undebenklich, nach dem Antrag Schädler e« den Landesregierungen anheim zu geben, den Bierbandel dem 8 33 zu unterstellen. Wolle das Haus aber nicht so weit gehen, bann liege doch kein Grund vor, dte Vorlage so abzuschwächen, wie Holleufer es wolle. Die Vorlage entspreche ge^au den CommissionSbeschlüssen vom vorigen Jahre, man möge sie unverändert annehmen. Abg. Birk (Soc., bayr. Gastwirth) kann sich nicht entschließen, die vorgeschlagenen Bestimmungen anzunehmen. Fruchten würden dieselben doch nichts wegen der Concurrenz des FlaschenbierhandelS der Großbrauereien. Abg. Dr Schädler (C.) tritt für seinen Antrag ein, speciell mit Rücksicht auf süddeutsche Verhältnisse. Sie sollen alles behalten, waS Sie habin; geben Sie nur uns, was wir brauchen. Glauben Sie mir, Sie brauchen deshalb noch durchaus nicht in den melancholischen Gesang etnzustimmen: Was soll aus der Welt denn noch werden, wenn keiner mehr trinken will. (Heiterkeit.) Artikel 3 wird darauf in der Fassung des Antrages Gröber- Holleufer mit dem Amendement Hitze angenommen. Danach finden dte Bestimmungen deS 8 33 der Gewerbeordnung von Reichswegen nur aus dte dem Genossenschaftsgesetz unterstehenden Consumvereine Anwendung. Die Bestimmung „andere Vereine" wird von Anord- nungen der Landesregierungen abhängig gemacht. Der Antrag Schädler, auch den Bierkleinhandel dem S 33 zu unterstellen, wird abgelehnt. Zum Artikel 4 wird ebenfalls der Antrag Gröber-Holleufer sowie (bezüglich deS BierhandelS) der Antrag Holleufer angenommen. Danach wird dem 8 35 der Gewerbeordnung auch der Loose- handel, sowie der Droguenhandel unterstellt, falls bei dessm Handhabung Leben und Gesundheit gefährdet werden Außerdem kann der Bterkletnhandel untersagt werden, wenn der Händler wiederholt wegen unbefugten Ausschankes bestraft ist. lieber den so ungestalteten Artikel 4 findet schließlich namentliche Abstimmung statt. Die Annahme erfolgt mit 137 gegen 78 Stimmen. Mit den Freisinnigen und Socialdemokraten stimmten einige National- liberale, bk Antisemiten, Polen und ber ReichSparteiler Engels. Ohne Debatte wird Artikel 5 (Wiebcrgewährung ber gemäß S 35 entzogenen Erlaubniß zum Gewerbebetriebe) angenommen. Morgen Fortsetzung. Neueste Nachrichten. Aolffk telegraphisches Eorrespondenz-Bureau. Berlin, 9. März. Der Kaiser fuhr gestern Mittag zu längerer Conferenz zum Reichskanzler. Berlin, 9. März. In einer gestern im Etabliffement „Friedrichshain" abgehaltenen Versammlung wurde der Ausstand der Holzarbeiter officiell als für beendet erklärt. An dem Ausstande waren etwa 1000 Werkstätten mit 10 500 Arbeitern betheiligt. Die Arbeitgeber bewilligten 9stündtge Arbeitszeit. Einige Werkstätten wurden gesperrt, weil dieselben dte Forderungen ablehnten. Berlin, 9. März. Dte „Nordd. Allg. Ztg." meldet: An Stelle Rottenburgs wurde zum Vorsitzenden der Commission für Arbeiterstatistik Unterstaatsstcretär Lohmann ernannt. Gaffel, 9. März. Die Fuld a führt Hochwasser und ist hier an einzelnen Stellen bereits aus den Ufern getreten. Köln, 9. März. Bom Oberrhein und deffen Nebenflüssen wird Hochwasser gemeldet. Dte Saar ist ausgetreten und hat weite Strecken überschwemmt. Trier, 9. März. Die Mosel wächst stündlich, die Ufer und die niederen Stadttheile find überschwemmt. Dresden, 9. März. Wie das „Dresd. Journ." meldet, verlieh der Kaiser dem Prinzen Georg von Sachsen das Eichenlaub zu dcm ihm im deutsch-französischen Kriege verliehenen Orden „Pour le mSrite.“ Bayreuth, 9. März. Der Obermain war gestern in seine Ufer zurückgetreten. Infolge deS anhaltenden Regens ist er heute Nacht wieder ausgetreten und steigt schnell. Heilbronn, 9. März. Das Hochwasser steigt weiter,- daS Neckarthal ist überschwemmt. Es herscht fortgesetzt Regen. Straßburg, 9. März. In verschiedenen Theilen deS Landes, besonders im Thale der Breusch, der Thur, der Weiler, sind in Folge des RegenwetterS der letzten Tage Ueberschwemmungen eingetreten. Basel, 9. März. Der Rhein stieg seit gestern von 156 aus 335 Ctm. Die Wiese trat über die Ufer. Nachts wurde eine Feuerwehrcompagnie alarmirt. Bern, 9. März. AuS allen Theilen der Schweiz laufen Nachrichten ein über Ueberschwemmungen und dadurch verursachte Verkehrsstörungen. Die Gotthardbahn war durch einen Lawinensturz zwischen Waffen und Gurtnellen längere Zeit gesperrt. Vorläufig konnte wenigstens ein Geleise frei gemacht werden. Rom, 9. März. Die „Agevzia Stefani" meldet: Der König ordnete an, daß, da in diesen Tagen in Italien tiefe Trauer über den Verlust der in Afrika gefallenen Söhne herrscht, am 14. März keine Festlichkeiten zur Feier seines Geburtstages stattfinden sollen. Rom, 8. März. Die „Tribuna" hat folgende Depesche aus Massaua erhalten: Es wird bestätigt, daß dte Brigade Dabormtda, namentlich das Regiment Ragni, in der Schlacht heroischen Widerstand leistete. Die Brigade machte 3 ungestüme Bajonettangriffe. Ein Offizier erzählt, daß die Brigade über die Stellung der Scho an er hinauSdrang und das Schlachtfeld mit einer Menge von Leichen bedeckt fand, sodaß die Italiener schon an einen Sieg glaubten. Die Soldaten steckten in den eroberten Stellungen Käppis und Taschentücher auf die blutigen Bajonette und brachen in Hurrahrufe aus. Dabormtda konnte nicht versuchen, den errungenen Vorthetl auSzunützen, weil die Truppen auf Befehl aus dem Hauptquartier zurückgehen mußten. Dte Artillerie hatte fast ihre ganze Munition (pro Geschütz 130 Schuh) verschaffen. Als dte Schoaner verstärkt zurückkehrten, wurde dte Artillerie vom Feinde umringt, während die Truppen die Kanonen auf Maulesel luden. Die Infanterie leistete neuen Widerstand, wurde aber, da die Unterstützung vom Centrum fehlte, von den an Zahl überlegenen feindlichen Streitkräften umzingelt und erlitt furchtbare Verluste. Bis zuletzt zeigte Dabormtda eine bewundernS- werthe Festigkeit und Kaltblütigkeit. Die Ucberlebenben seiner Brigade zerstreuten sich nicht, bis sie fast ganz niedergemacht waren. Nur wenige blieben unverwundet. Die Schoaner rückten kriechend bis unter die Kanonen vor. Die Artillerie Alb er tone S gab über 1000 Schüsse ab. Dte mit Sictlianern bemannten Batterien schlugen sich ebenfalls äußerst muthtg. Nur ein Offizier dieser Geschütze blieb unverwundet, ebenso von den einheimischen Batterien. Die Depesche fügt hinzu, daß dte Schoaner seit dem 1. März nicht vorgerückt find. Die Führer, namentlich RaS Mangascha und RaS Alula, drängen den Negus, den Krieg bis aufS äußerste fortzusetzen, während die Soldaten und Unterführer die Rückkehr in die Hetmath wünschen. Von Kassala sind gewöhnliche Reitereinfälle gemeldet. ES scheint indeß, als ob daS Corps von ®c betrat Zuwachs erhalten hat. ES wird geglaubt, General Balbis er a marschire vonAtbara heran, um für Kassala und Adigrat Vorsorge zu treffen. Paris, 9. März. Präsident Felix Faure ist heute früh hier eingetroffen. Bilbao, 9. März. Gestern Nachmittag fanden hier Kundgebungen einer aus ca. 12 000 Personen bestehenden Volksmenge gegen die Unionstaaten statt. Eine Bande von gegen 200 Personen zertrümmerte Abends durch SteinwÜrfe die Fenster des PrivathauseS des amerikanischen ConsulS. Die Polizei zerstreute die Ruhestörer und nahm vier Verhaftungen vor. Zwei Polizisten wurden verwundet. ©eptftbea bei Starte» „Herov^ Berlin, 9. März. Heute Vormittag begab fich daS Kaiservaar anläßlich des Todestages Kaiser Wilhelm I. nach dem Mausoleum in Charlottenburg, legte am Sarge deS Verstorbenen Kränze nieder und verweilte in der Gruft daselbst längere Zeit in stiller Andacht. Nach der Rückkehr in das hiefige königliche Schloß nahm der Kaiser den Vortrag deS Chefs des Geh. CivilcabinetS entgegen und hörte darauf die Marinevorträge. Berlin, 9. März. Die „Berl. Neuesten Nachrichten" theilen mit, in politischen Kreisen werde ein vom Kaiser anläßlich seiner Mittelmeer-Reise von Genua auS geplanter Abstecher nach Neapel zum Besuche des italienischen Königs- paareS lebhaft erörtert. Berlin, 9. März. Die Börfen-Commifsion des Reichstages beendete heute die erste Lesung deS Depotgesetzes. Die meisten Paragraphen der Vorlage wurden unverändert, zum Theil einstimmig, angenommen. Bei § 9 wurde ein ErweiterungSantrag Gamp einstimmig angenommen, dahingehend, daß der Commisfionär in dem Falle, daß er einen ihm ertheilten Auftrag zur Anschaffung von Werth- papieren an einen Dritten weitergibt, diesem hierbei mit» zmheilen hat, daß die Anschaffung für fremde Rechnung geschieht. — VorauSfichtltch wird die Commission die zweite Lesung bereits am Mittwoch beginnen. Berlia, 9. März. Der „Post" zufolge meinen gut unterrichtete Kreise, daß die geplanten Abänderungen in der Organisation der vierten Bataillone erst am 1. April 1897 zur Durchführung gelangen werden, so daß die Mehrkosten erst in den Etat 1897/98 eingestellt werden können. Ein damit zusammenhängender NachtragS- Etat in dieser Session sei keineswegs auSgeschloflen. Berlin, 9. März. Nach dem „Localanzeiger" wird Professor Dr. Koch in kurzer Zett mit einer neuen Veröffentlichung über die Anwendung des Tuberkulins hervortreten. Berlin, 9. März. Wie daS „Berl. Tageblatt" aus London erfährt, wird die Königin Victoria am 12. März mit dem Kaiser Franz Joseph, der bekanntlich in Cap St. Martin weilt, eine Zusammenkunft in Nizza Haden. Berlin, 9. März. Heute früh erschien auf dem Polizeirevier 75 in Moabit ein Mann, der behauptete, den Namen deS Mörders deS Dienstmädchens Clara Galle zu wiffen. Er nannte auch den Namen des angeblichen Mörders, der in ber Ackerftraße wohnen soll, und erzählte ferner, der Betreffende habe ihm 20 Mark für sein Schweigen angeboten. Es wurden sofort umfassende Recherchen nach dem Manne angeftellt. Kattowitz, 9. März. Die Zahl der Tobten in ber KleophaS-Grude hat fich um 5 vermehrt, so daß dieselbe 114 beträgt. Leipzig, 9. März. In dem LandeSverrathS- Prozesse Schoren wurde Ingenieur Schoren zu fieben Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht, Pfeiffer zu zwei Jahren und Rtngbauer zu einem Jahr Gefangniß verurtheilt. KrrlSrvhe, 9. März. Au» alle« Theilen Mittelbadens und des Oberlandes werden infolge anhaltenden Regens und der Schneeschmelze im Schwarzwaloe große Ueber« schwemmungen gemeldet. Vielfach wurden Straßen auf- gerisieu, Dämme durchbrochen und Brücken abgerissen; auch Häuser find eingestürzt. Zahlreiche Eisenbahn Dammbrüche find erfolgt, so daß bis jetzt auf fieben Bahnstrecken der Verkehr unterbrochen ist. Der Verkehr auf der Strecke Offenburg-Diuglingrn ist auf mehrere Tage gänzlich eingestellt. Der Schaden ist enorm. Karlsruhe. 9. März. Aus Freiburg wird großes Hochwasfer gemeldet. Zwei Brücken wurden abgertffen. Der Bahnverkehr nach Waldkirch und Breisach ist unterbrocheu. Feuerwehr und Militär wurde alarmirt. Weite Streckeu stehen unter Wafier. Karlsruhe. 9. März. Der Minister des Innern wird sich in das UeberschwemmungSgebiet begeben. Der Landtag hat sich infolge der Ueberschwemmuogen bis auf Mtttwocb vertagt. Karlsruhe. 9. März. In dem Ludwig Wilhelrn-Kranken- heim ermordete ein Italiener Namens Tallarini eine Krankenschwester und daun sich. München. 9. März. Heute Nacht wurde vor dem Löwenbräu-Keller ein Einjährig-Freiwilliger vom Trainbataillon, ein Forst-Candidat, nach kurzem Wortwechsel von einem Studenten erstochen. München. 9. März. AuS Nürnberg wird daS Steigen der Pegnitz und Hochwasser gemeldet. — Nach Nachrichten auS Bamberg ist der Main um 2 Meter gestiegen. Wieu. 9. März. Seit Nachts herrscht hier ein colossaler Schneefall. Derselbe verursachte vielfach Störungen und Unfälle. Sämmtliche Telegraphen- und Telephonltuien find unterbrochen. Graz. 9. März. In der Papierfabrik von Gratwein stellten wegen Maßregelung eines Arbeiters sämmtliche 1300 Arbeiter die Arbeit ein. Reichenberg (Böhmen), 9 März. Ein Ausstand fämmtlicher Textilarbeiter wird hier, sowie in Warnsdorf und Brünn vorbereitet. Es wird eine zehnstündige Arbeitszeit verlangt. Dieser Forderung gegenüber verhalten fich die Fabrikanten ablehnend. Rom, 9. März. In Neapel liegen 50,000 Ge wehre zur Absendung nach Massauah bereit. Paris. 9. März. Der heute Abend erfolgende Besuch deS Prinzen von Wales bet Faure trägt keinen offi ctellen Character. Paris. 9. März. Dem „Rappel" zufolge wird in Rom in gewissen Kreisen auf eine Abdankung deS Königs Humbert zu Gunsten des Prinzen von Neapel hingearbeitet. B. Mainz. 10. März. Die Wasserstands Nachrichten lauten sehr beunruhigend. Vom ganzen Oberrhein wird starkes Steigen gemeldet. Auch hier steigt das Wafier. .... CocoUs tint prot>tajiclles. Sieben, 10. März 1896. AuS dem Gerichtsdienste. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 7. März den Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Butzbach Karl Rudolf Beiöler zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Michelstadt mit Wirkung vom Dienstantritt seines Dienstnachfolgers an zu ernennen. •• OrdenSverleihnng. Se. Maj. der Kaiser hat dem Bicefeldwebel Lapp im Jnfanterie-Regimenr Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess. Nr. 116) die Erlaubniß zur Anlegung der ihm verliehenen Großh. Sächs. silbernen Verdienstmedaille ertheilt. ** Tagesordnung für die Sitznug der Stadtverordneten- Versammlung Donnerstag, den 12. März 1896, Nachmittags 3- (Mittelrhein) befanden fich am 1. Januar 1895 an 473 Orten 545 Vereine mit zusammen 51,401 Mitgliedern. Am 1. Januar 1896 dürfte nach allgemeiner Schätzung der 9. Kreis 56,000 Turner umfassen. — Der Gau Hissen zählte am 1. Januar 1896 46 Vereine mit 5636 Turnern. Dieser Gau folgt in der Größe hinter Rheinheffen, welche» 9300 Turner umfaßt. • • Schulhauser der Zukunft. In der richtigen Er kenntniß, daß die Erhaltung der Gesundheit der Kinder da» köstlichste Gut und eine der wichtigsten Ausgaben der Erziehung ist, hat die Stadt Ludwigshafen ein ganz neue« System für ihre Schulbauten, da» sog. „Pavillonsystem" eingeführt, indem fic Schulhäuser nicht in großen Bauwerken, sondern in kleinen, von freien Plätzen umgebenen Pavillon» errichten läßt. Die Stadt hat dazu einen Platz von sechs Morgen erworben. Auf demselben sollen 14 einstöckige und 3 zweistöckige Gebäude errichtet werden, die für zusammen 34 Schulräume gedacht find, und je ein Lehrerzimmer enthalten werden. Die Plätze zwischen den einzelnen Gebauter» sowie die freibleibenden Theile de» Grundstücks werden zu Spielplätzen als Gartenanlagen benutzt. So find Licht und Luft reichlich vorhanden, und an Bewegung für die Kleinen fehlt es nickt. Die Gefammtkosten dieser Schulanlage stelleu sich auf 632,000 Mk. Reichssteneru. Die Brutto- und Netto-Einnahmen deS GroßherzogthumS Hessen an Reichssteuern Rechnungsjahr 1894/95 gestalteten sich wie folgt: Zölle: Brutto-Einnahme 7,910,939 Mk. 55 Pfg., zur Großh. SraatSkafie 34,531 Mk. 10 Pfg., Tabaksteuer 348,003 Mk. 20 Pfg. refp. 19,130 Mk. 84 Pfg., Zuckersteuer 345,745 Mk. 35 Pfg. relp. 26,306 Mk. 90 Pfg., Salzsteuer 1,084,179 Mk. 80 Pfg. refp. 11,501 Mk. 50 Pfg., Branntweinsteuer und Verbrauchsabgabe von Branntwein 1,283,344 Mk. 10 Pi?., resp. 151,204 Mk. 8 Pfg., Brausteuer 1,034,672 Mk. 5 Psg. refp. 157,506 Mk. 44 Pfg., Stempelabgabe von Spielkarten 155,073 Mk. 20 Pfg. refp. 7856 Mk. 78 Pf?., andere ReichSstewpelabgaben 119,183 Mk. 50 Pfg. refp. 2383 Mk. 67 Pfg., zusammen 12,281,140 Mk. 75 Psg. resp. 410,421 Mk. 31 Pfg. festen Mauern gastlichen Schutz bot. Ein tm „Hirschen $ Rieder-Lhm», 9. Marz. Nachdem erst kürzlich ein Unfall auf dem in der Nähe unseres Orte» gelegenen Eisen- steindergwerk „Louise" sich ereignet, bei dem einem Burscken von Lehnheim die beiden Beine schwer verletzt wurden, trug sich vorgestern Mittag noch ein schwerer Unfall zu. Die beiden Bergarbeiter Beck von Elpenrod und Bott von Wett- saasen waren tm Tagbau beickästigt, als fich plötzlich eine riesige Erdmafie loSlöste und herabrutschte. Bott, ein 19 jähriger Bursche, wurde nur theilweise, Beck aber ganz vorauSbestellteS Mahl und eine längere Erholung mit be- . 1- ,-t o—-----------— _ schaulichem Rückblick auf die beendete Tour bildeten einen • verschüttet. AIS Leiche zog man ihn unter der Ervmasie w T-d8,1 S*M', ", »i » j.p i'tojKltf'11 falle Wtt 1 3 w verflog ■*Ä ■* war tl ntd Ä? •*, Liu, i»«n« eL e* ’• „tdlit "«4 l®1" Vn Fit tii |i, toi 111 ■ nriftc ' ja flbtn. • Ms. W ! wttiWn Rrv Raepf beamten ftattgi sSrüer« In Salbe aufgefunbi Kops gebrungen, schessen worben, steh«, Bon beui warben. ' Mb. Bo. Sewittnstum an Lhare ber 8; unb «enrüemert ' M uf Frankfurt a. S Mi -eite an: 6 trage von 300 D a^fttzahlt wtxbti ■einte Hanse in baar ober auf Gegr. 1861 indast Llb*ra|l Moli Tie «usstk wi 11 bi» 5 UI Beginn be» ra Curfu» )ur A, bei Fräulein 8. s Frank Glas-Ver 1 Wn "?-L W IngtM nfhit, fambn Mjn’t unb 1 Xtulfitn Orient •Ntfrkn bu' »roxm tm Einz ""“•Unfall tl am Sonnta( « ©Mftnttttfr, ztn: 3m 9. 9th< 895 an 413 Ortia KitMm. Sb r SWfi ta Der 6aa tzchn it 5636 Tmu« einhessea, wiläti & Sbtob rwige ln W^id ">* dir Füge fit: i Waide toui't Flühjahr erlegt. °r öavgrivni! den Arbeitgebüc c für da« 8i !vorfchrislea cutenaurhebuni? fahrige Schwict jklstadt verhaft u in Darvftoil zugesührt. Da zur ©tamtnrcH’ i. Darüber jn rt: „Er hat m n, mit gescheh 25 ’K“* '•Ä ^^tQO bi, i )on 8 J3" Ate« I coln. ? T?“ »ehdn itnrf Mtnti “4 »°d r«ch Sw«. «•«•Md, »„ ’“«1 btmäijtt,! fault «• ä« wi 11 !l=n $tlH, ' °°"«-° >i( . Unsere U^ua9tn habk° wir find - -atz die brfik im gleichrv »raven vorteu ein „aii ^rlegenheit, des I 'rivatvarstellnr- r” sind lvickj telle den BrK: en Borftelliillz «tf» t«er iw einzelnen Geoan!!- idstüü verden f So find M 5 na für dir Klein Schulaolage stell"1 > Netlo-Einnahn: i Reichsst-ntrn" * "5L PiS" A oo3^' SÄ»» S® St hervor: der Tod mußte sofort etngetreten fein, da ihm das Geuick gebrochen war. Dem Bott wurden die beiden Schul, rern auSgerenkt, er vermochte aber nach dem Unfall noch zu gehen. Allgemeine Thetlnahme erregt der getödtete Arbeiter Beck. Er war ein fleißiger, braver Mann, in der Mitte der vierziger Jahre, und hinterläßt eine in gesegneten Umständen befindliche Wittwe mit 6 Kindern. Erst vor einigen Tagen harte Beck ein Häuschen in seinem Geburtsort Ruppertenrod erworben, und gedachte dorthin in diesem Früh- jehre zu ziehen. Die bedauerlichen Unfälle auf dem Berg, werk wurden zweifellos verursacht durch die starken Regen- fälle dieser Tage, wodurch die Erdmaffen zu ties durchwühlt rurden. ^^.Ohmen, 9. März. In der Nacht vom Freitag auf den verflofienen SamStag tobte über unseren Ort ein Unwetter, wie man eS sonst nur im Hochsommer zu erleben gewohnt ist. Ein Gewitter, bei dem eS mehrmals blitzte und donnerte, ging mit wolkenbruchartigem Regenguß nieder. Die Wassermassen drangen in die Keller und Ställe ein, so daß aus letzteren daS Vieh herauSgebracht werden mußte. In den Kellern schwammen Fässer und Bottiche umher. Dazu tobte ein orkanartiger Sturm. Dem Nacht- Wächter war eS nicht möglich, bei dem Unwetter nach Hause zu kommen. Einen Fuhrmann von hier, der früh wrgsahren wollte, zwang die Gewalt deS Sturmes wieder umzukehren. Mainz, 7. März. Das hiesige Schwurgericht verurteilte nach zweitägiger Verhandlung die Ehefrau Fluhr wegen fortgesetzter Mißhandlung und fahrläffiger Tödtung ihrer 4^/z jährigen Stieftochter zu 15 Monaten Gesängniß. Die Anklage lautete auf Todtschlag. DaS Kind war in einem Gefäß mit kochender Seifenbrühe verstorben. Der Gerichtöarzt gab zu, daß die Möglichkeit eines Unfalles vorliege. Das erregte Publtkum versuchte an der Berurtheilten BolkSjuftiz zu üben. Vermischte». • Ms. AuS Waldeck, 9. März. In dem benachbarten westfälischen Revier bei Bredelar hat ein blutiger Kampf zwischen Wilderern und einem Forst- beamten stattgesuuden. Letzterer, ein Sohn deS Revier» förkterS in Padberg, wurde in seinem Blute schwimmend im Walde aufgefunden. Die Kugel war ihm von hinten in den Kopf gedrungen, er ist also meuchlings übe»fallen uud tr- fchossen worden. Mehrere junge Leute, die im Verdachte stehen, von dem Meuchelmorde zu wisien, sind verhaftet worden. • Ms. Wolfhagea, 9 März. Bet dem furchtbarcn Gewittersturm am SamStag ist der uralte, historisch lnteresiante Thurm der Burg Hasungen bet Zterenberg eingestürzt und zertrümmert worden. * NeaeS auf dem Gebiete der Reclame. Eine Firma in Frankfurt a. M. annoncirt: „Gratis erhält jeder Kunde ton heute an: Eine Versicherung auf sein Leben im Betrage von 300 Mark, welche ohne Einrede an die Erben auSgezahlt werden. Bedingung ist nur ein Einkauf in meinem Hause im Betrage von mindestens 20 Mk. gegrn b aor ober auf Credit." Aber damit noch nicht genug! LNrchttche Anzeigen -er evang.Genreirrde. Mittwoch, den 11. März, Abends 6 Uhr: 4. Pasfion»a«dacht in der Stadtkirche. Pfarrer vr. Grein. a Cie wunder« sich über die schöne weite Wäsche q Ihrer Nachbarin. Machen Sie einen Versuch mit Dr. Thompson's Seifenpulver und Sie werden dasselbe von Ihrer Wäsche sagen können. q Ueberall vorräthig zum Preise von 15 H für da» 1/1 Pfd.-Packet. 1815 O )aocx2aaocxx5oooDaoaaooaoaoöo8 Foulard-Seide 95 Pf. bis 5.85 p. Mk. — japanesische, chinesische rc. in den neuesten Assins u. Farben, sowie schwarze, weihe -mb farbige Äenttebery*Ceil>e von 60 Pf. bis Mk. 18.65 p. Met. - glatt, S-ttreist, karrirt. gemustert, Damaste rc. (ca. 240 versch. Qual, und 2000 verfch. Farbm, Dessins rc.), Porto- und steuerfrei ins Haos. Muster umgehend. 24 Seiden-Fabriken 6. Henneberg (k. u.k.Hoii.), Zürich, - Die Technische Hochschule zu Darmstadt gewährt eine wissenschattltche und künstlerische Ausbildung für den technischen SS' fnrh,rii*\>n Kenntnisse behülslich. Das akademische Studium an d°er technischen Hochschule berechtigt zur Zulassung jur Staatsprüfung für Hochbau, Jngenteurwesen und Maschinentechnik in sämmtlichen ESiss SS dienst des Großherzogthums Hessen im Cameral- und Forstfach km" theilwetse aus der technischen Hochschule erlangt werden;> für die Dm- bereitung zum Gymnasial- und Real-Lehramt soweit dieselbe Math - matik und Naturwissenschaften betrifft, gilt die technische Hochschule w ©aÄftatta» ber Unliermat gleichstehend. Das neue elektro- techntsche-physikalische Institut, sowie daS neue Hauptgebäude sind im vorigen Jahre eröffnet wordm. Das neue Chcmiegebäudewird Ostern 1896 bezogen werden. Alle diese Gebäude sind elektrisch leuchtet durch eine eigene elektrische Centrale der Hochschule. 22 - Z)erfahr, Ctntfr «nd Vslk-wiethschnft. Gietzr«, 10. März. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter vr. Psd. X 0,76—0 80, Hühnereier pr. St. 00 A, 2 St. 10—11 H Enteneier pr. St 6 Gänse- eier pr. St. 11—12^, ftäle pr. ©t.6-8^, Käsematte pr. St. 3 H, Erbsen pr. Liter 17 4- Linsen pr. Liter 30 Taubm pr. Paar X 1,00 bis 0,00, Hühner pr. Stück 1,10 bis 1,30, Hahnen pr. Stück X 1,30-1,70, Enten pr. Stück X 2,00-2,20, Gänse pr Pfrmd X 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Psd. 70-74 H, Kuh- und Rindfleisch pr. Psd. 66-68 H, Schweinefleisch pr. Psd. 56 bis b8 ^.Schweinefleisch, gesalzm, pr. Psd. 70-72 Kalbfleisch pr. Psd. 60 Hammelfleisch pr. Pfd. 60-70 Kartoffeln pr. 100 Kilo 4_00 bi« 5,00 X, Weißkraut pr. Stück 0-00 A, Zwiebeln pr. Cent.- r .* 5,00—0,00, Milch pr. Liter 16—18 Dasselbe Geschäft versichert jedem Kunden feine Mobilien gegen Feuersgefahr gratis. » Bonn, 2. März. Eine Erinnerung an 1 870. Der LocomorivfÜhrera.D. Stockhausen ist hier im Alter . von 70 Jahren gestorben. Er hatte als Zugführer am 2. September 1870 den gefangenen Kaiser Napoleon au« Frankreich nach Deutschland gebracht. » Duisburg, 6. März. Der Referendar E. Nothberg, der am 13. Februar den Kaufmann Emil Lehnkering im Zweikampfe erschossen hatte, wurde vom Schwurgericht zu 2 Jahren Festungshaft verurtheilt. * Landau, 7. März. Der Gutsbesitzer Stapel hat ich erschossen. Stöpel hat 1884 im Duell den Lieutenant Bögelmann erschossen und litt seitdem an Wahnvorstellungen. * Rotterdam, 7. März. Die Schadenersatzforderung de« Norddeutschen Lloyd an die Eigenthümer der Crathie für den Untergang der Elbe beträgt 565500 Gulden. • TonrS, 6. März. Die Funken einer Locomotive setzten gestern ein Holzlager in Brand. An 2000 Cdm. Holz wurden zerstört. Der Schaden beträgt gegen 100000 Frcs. • Liverpool, 7. März. Durch Feuer in einem Maaren- speicher wurden 5000 Ballen Baumwolle zerstört. Der Schaden wird auf 30000 L. geschätzt. » Ein Mittel, nüchtern zu werden. Bon der badischen Grenze berichtet die „Neckar-Zeitung": Selten mag eS einem von einer Hochzeit Heimkehrenden schlechter ergangen fein, als dem dicken Müller B. in F.. Der über 2V2 Gentner schwere Mann hatte sich in seine geschlossene Ehaise gefetzt, und war sanft eingeschlafen, während der Knecht, der gleich' falls des Guten zu viel getban hatte, auf dem Bock eingenickt war. Auf einmal brach der Boden der Chaise durch, der dicke Müller kam auf seine Beine zu stehen, und mußte jetzt wohl oder übel Heimlaufen, da es ihm nicht möglich war, sich aus der Chaise zu befreien, und der Knecht nicht zu erwecken war. Zum Glück fanden die Pferde den Heimweg allein, und man kam Nachts 2 Uhr gut an. Der Müller soll aber jetzt ganz nüchtern gewesen fein. • Anerkennung. Virtuosen (die eine Fuge von Seb. Bach vorgetragen): „Nun, wie hat Ihnen mein Spiel gefallen, Herr Lieutenant?" Lieutenant: „Haben die Griffe wirklich famos gekloppt, gnädiges Fräulein." Bringe in diesem Monat geeignete Ristttiftchen für Etaare, Meise« und Rothschwünzchen an I Schone alle Hecken an Rainen, «Sschnngen «nd Zünne« für die nütz- lichrn Heckenbrüter! Witterungsbericht vom 10. März. Die Depression, welche gestern über der Danziger Bucht lag ist südwärts weiter in den Conttnent hereingedrungen und beetnflutzt daS Wüter über ganz Deutschlond und Oesterreich. Das neue Minimum im Nordwesten der britischen Inseln sch-int der Hauptsache nach nordöstlich weiter zu ziehen. Gleichzeitig nähert sich von Westen eine weitere Depresfiom Hoher Druck liegt "'jt zie^icher Intensität im Nordosten und Sudwesten von Europa. Da« Wetter ist in Süddeutschland trübe und regnerisch. Aus dem Dorlande der Alpen wird rasches Steigen der Gewässer infolge des anhaltenden Regens und der Schneeschmelze gemeldet. Bo«a«»stchUiHe tMttmi««» HSchstens vorübergehend leichte Besserung, dann neuerdings trübes Wetter mit Niederschlägen. vknilchcr privat-Kcaucku-Verein. Wagdednrg. Eorporationdrechte, staatliche Oberaufsicht, D-rsorgungSkasfen 2302 aller «rt. Vermögen ca. 2 Millionen Mart. . 984 mit Zeugnißabichritten und Lobnansprüchen befördert die Ann.-Exped. von Haase«- stein ch Vogler, tu»»., Dortmund. Vserdkknccht ®fcÜK Cdr. Saubach I., Westanlage. (fm tiilhijgcr Pscrdrknkcht gesucht. 1'2319] Wetzsieiasirotze 44. /&»n h. Fadrtkgeschäft sucht einen Lehrling. Selbstgeschriebene Offerten unter B. 8. 1OO an die Expedition diese« Blattes. 1457 2355] Schmiedelehrling kann sofort ober bi« Ostern eintreten in bet Wagenbauerei von K. Stephan, _______________Grochev-Busick._________ I Lehrmädchen gesucht für Putz» u. Modewaareu per Ostern. A. Werner, Marktstrahe 29. tüchtiges, evangelisches Mädchen, das meine Hausarbeit besorgen und im Colonial- «Warengeschäft behülflich sein kann. Hermine Brütkel, 2347 zu Burgsolms. 2371] Wtldchen können gute Stellen erhalten durch rau SeybiSe, Bahnbosstraße 43. 2354) Brave« Mädchen tagsüber zu einem Kind gesucht. Frau Bernhardt, Weidengasse 1. 1997] Ein brooe« tüchtige« Dienstmädchen sucht zu Ostern Frau Dr. Hempel, Wallthorstraße 24, lU__ 2353] Ein nicht zu junge-, zuoerläsfigeS Mädchen tagsüber zu Kindern gesucht. VismurSftrMtze 11, ll. 2316] Junges, tüchtige« Lanfmädchen gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl- 2297 Eine Luaffrau oder Mädchen gesucht.Söthestraße 3411. Schriftliche Arbeiten jeder Art werden übernommen und besten- a .-geführt, insbesondere auch die Abschrift von Colleqhesten- Näheres in der Erp. dsS. Bl.___*____ 2356| Ein Mädchen emofiehll sich im Sleidermachen in und außer d.-m Hause. Näheres wetzsieiustrache 24. -Anzeige. Heute Mittag 2 Uhr verlchied sanft im 82. Lebensjahre nach dreitägigem Krankenlager unsere liebe, gute Christine Weber aus Bortshausen, nachdem sie über 50 Jahre uns, wie den Eltern, mit seltener Treue gedient hat. Wir werden der Verstorbenen stets ein ehrendes und dankbares Andenken bewahren. Familie Edmund Wetter. Gießen, den 9. März 1896. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 12. März, Vormittags 11 Uhr, vom Sterbehause, Weserstraßc 17 ouS, statt. 2350 Großen-Linden, den 10. März 1896. 2369 Danksagung. Für die vielfachen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem schweren Verluste sagen wir dem verehrlichen Gastwirthe-Verein, den verehrlichen Feuerwehren und sonst allen Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Tank. Familie Weigand. 8- Bezugsscheine Frankfurt a. M a. Ltk. Doering & Kie. | « 1136 finden, das höfliche Ersuchen, diese Scheine behufs Einlösung au uns eiusendeu zu wollen. Wir richten an Diejenigen, die bei der Doering** Seife mit der Eule die sogenannten und Ttee Messmer B.BADEN B 1/ 1\ & FRANKFURTS KAISERLKONIGL A « HOFLIEFERANT M. 2.80 u. »JO per Pfd. vortOyl. Qgalltlt. Prob.pack.te 80 Pf. and 1 Mk. In Giessen bei Hofl. Carl Schwaab, Hofconditor Lind Conditorei von H. Bettler. 1135 SS-- Fay’s ächte Sodener Mineral-Pastillen. Zum bevorstehenden Frühjahr beehre mich, meine Arbeiten in Anfertigung von Oarten- spalier, Hütten, Hallen, Waschpflökken, Baum- und Rosenstangen, sowie alle in das Fach cinschlagcnde Artikel in empfehlende Erinnerung zu bringen. August Helfenbein, 2135 Weserstrasse 8. MAGGI5 2971 vouillou- Kapsel« zu 12 und 8 4, mit welchen auattiblirflldb eine vorzügliche, fettige Fleischbrühe her» gestellt werben kann, sinb frisch eingetroffen bei __________________r. aalkdoff. Wesiaalage. AltgkMkillkr vrreiu für Atmen- u. Ltunkenplikge. Dienstag, IT, März 1S96, Nachmittags 5 Uhr Ordentliche Jahres-Versammlung im Saale des alten Rathhauses. Tagesordnung: 1. Jahresbericht de« Vorstande«. 2. Prüfung der Rechnung. 2836 3. Erweiterung des Schwesternhauses. 4. Ergänzung des Vorstandes. Die Mitglieder werden hiermit auf Grund bet 4, 5 und 7 b» Statuten ergebenst eingeladen. . 1901 1055 99.90 104.3 104.10 000.00 4i/i,/i Defterr. Sllderreate 4e/i Ung. Gold-Rente 3°/o Portugtesm 6°/, Mexicaner 4°/o Movopal-Griechen t”« 86J08 106.71 27.» 9311 1887 33* 83/0 Deftnr. Staa1»bah« 0. 1885 91.70 I 4% Eilend. Rrntenb. Obl. 102 bk 8o/e 3UI. staa1»Lar. Eisend. 51.151 5 »/0 Buderu» Obl. 103.4t 8«/,»/, Frankfurter Hpp. Bk. 101.00 3'/,v/,Frts.Hyp.Ered.B unk.b.1906 101L0 4o/g bte. unt b. 1905 105.10 8Vie/e®«*t1*«erbf*J8.anf.b.lW6101.40 3'/^/»Hambrgr.Hyp.Bk.i»nr.d.l 905 10LM S«/-°/oPreuß.Hpp.«.Bkmntd.t90k 101X 3»/,°/l,Pomm.Hyl,L^kuwk.b 19(6 1017t 40/gFrkf.Ldw.Ered.vt unk.b.1900 103Ä Darmst. Bk.-Actten 20 Franke»-St. Enal. Sovereign» Dollar» fai Gold »rtd 16.24 2'44 4 20 16.20 I Franz. Banknoten 20.40 Oefterr. dto. 4.16 | Americ. ■ Habioarfti 159 60| O’fterr. Lr-btt-AckieT, end Ä M 8116 169 4t 4.17% 3»% N Omnibus-Verbindung (ÄÄ10Ä Linie A Marburgerftrache—Bahnhof und zurück. Linie B Grünbergerftraße—Bahnhof und zurück. 8to« ® ®iar!t-6<6lftenltrgcrmaa und )urM Linie D Marburgerftraße—Wieseck und zurück._ Kcbaction: 6. S cheyda. — Druck und 8trüg der Brühl'schen lluiverfiläls-Buch- u»d Standraukern (Pietsch * Echeyda) in Gießen. Air heutige Kummer umfaßt 6 Seite»- * f.MöM«- Ä 5iti & vM- *. *• tu **» hrtuB« sür die P' nrt° 9 Savstt -r in sdtzlieda der W li Msuitg der 2) Mhrüu^ tzWng geme 3i ?ftftstellung t 41 ergänjungfin Sießen, d- Da Binstand v. E kmut-l »elellichast do Heftern bei der hli fheim-eg »aramt uoa der -eselllchaf tSumtl imb der x# M-ten aufjul ritt ptwlid) breite, m tun&w oai razelchwollmu et« Safin! unter fitftoBtnm hilferu u.izehSrt, biß zufi Mädchen reuetev. verloren geveseo. ' Vnli», im 'k Zlllltz sel. W «1« ^4 Berl hatte tun 1 Üt ^aade bei dem »ntaslea mb dabei t i '-"«ick. Hane eir In Gleicht Io not tt( * «eß m ,DfL «Hk bist 4 S3<2 Dtreui • u1btmi nb da, 't »tebtr, ob 7 darchreis^i *lVn Sbend i :;Ä* w'Wauo »tt