189* Sonntag bat 10. Mai Drittes Blatt Nit. 110 vierteljähriger Kenerak-Anzeiger chratiskeitage: Hießener Aamittenölatter Di- Pq 181 Mai, Nch eiten xico Kinder! trohhüi Dow Anzeigen zu der Nachmittag» für brw ftCfnbm Lag erscheinenden Nummer bil Bonn. 10 Uhr. Neuheiten BatisthüMti orbnung überall genau gehandhabt werden und Zuwiderhandlungen zur Anzeige zu bringen.' Gießen, den 8. Mai 1896. Großherzogliches KreiSamt Gießen. v. (Sagern. Amts- und Anzeigeblutt für den Tireis Gietzen also gerade noch eine freie Stunde. In die Stadt lohnte eS sich nickt mehr zu gehen, denn die Kaserne lag ganz außerhalb der Stadt; so blieb dem jungen Mann nichts weiter übrig, als in der in einem Seitenflügel der Kaserne im Kellergeschoß befindlichen Cantine die Zeit tobt zu schlagen. Als Max Schellbaum das für die vornehmsten unter den Cantinengästen reservirte kleine Zimmer betrat, fand er dort zwar keinen Kameraden, auch keinen Unteroffizier, dessen Gesellschaft er sich hätte erkaufen können, aber Gustel war da, der Cantinenwirthin Töchterlein, und das war immerhin etwas. Max hatte das muntere, stets schlagfertige Mädchen gern, und sie war dem liebenswürdigen und trotz gelegentlicher Vertraulichkeit doch nie zudringlichen Einjährigen auch nicht abhold. Aber auch die Gustel zeigte sich heute nicht zu einer Conversation geneigt; sie saß still und einsilbig am Fenster und häkelte und machte dazu ein Gesicht, als hätten ihr die Hühner die Butter vom Brote gefressen, so daß Schellbaum fragte: „Na, wo fehlt's denn, Gustchen? Ist der Schatz untreu geworden?" Ein schalkhaftes Lächeln erhellte flüchtig Gnstels trübt § Gesicht und sie legte den Finger auf den Mund. „St! Sie wißen doch, ich habe keinen." „Na, vor mir brauchen Sie sich nicht zu genieren, ich bin doch dahinter gekommen. Haben Sie nur keine Angst, ich plaudre nichts aus. Aber sagen Sie, Kind, warum kommt denn Ihr geliebter Emil nicht und redet einmal mit der Alten?" „Um Gotteswillen," rief das Mädchen erschreckt, „wenn er jetzt käme, es wäre Alles verschüttet?" „Das sehe ich nicht ein. Er ist ein ordentlicher Kerl und versteht sein Handwerk, sonst wäre er nicht Werkführer in der großen Tischlerei. Und wenn ihm zum eigenen Geschäft etwa das nöthige Moos fehlt — Ihre Alte hat's ja'." vringerlohn. Durch die Post bezo^» 2 Mark 60 PH. Ärtaction, €n?ebiti«e imb Druckerei: Zchntftratze Mr.H. Fernsprecher 5L war er nicht; aber doch hatte sein Gesicht etwas Abstoßendes, weil eine grenzenlose Selbstüberhebung daraus sprach. Auch in seinem ganzen Benehmen that sich eine alberne Aufgeblasenheit kund; er ahmte Sprechweise und sonstige Gepflogenheiten der Offiziere nach und bemühte sich auf alle mögliche Weise mehr zu scheinen als er war. Daß er das Gymnasium bis zur Quarta besucht und nachher Schreiber bei einem Rechtsanwalt gewesen war, darauf bildete er sich nicht wenig ein, und darum spielte er gern den feinen Mann und sah auf die anderen Unteroffiziere herab, die vordem Handwerker gewesen, ehe sie in die Armee gekommen. Den Einjäh-igen Schellbaum konnte Herr Feldwebel Kratzmeyer nicht leiden; wahrscheinlich weil er sich demselben doch in mancherlei Beziehung unterlegen finite — uneingestandenermaßen natürlich; seinen Reden nach allerdings dünkte er sich thurmhoch über „Einen aus dem Comödiantenvolk", und als Beweis hierfür kehrte er dem Einjährigen gegenüber gern seine militärische Superiorität heraus. Unter diesen Umständen war Max Schellbaum nie sehr erbaut, wenn sein landsmännischer Vorgesetzter ihn zu sich beschied, und darum hatte er auch jetzt mit ahnungsvollem Unbehagen die Stube des Feldwebels betreten. In hellem Zorn trat er wieder heraus: er sollte für einen urplötzlich in Arrest gesteckten Grenadier auf Kasernenwache ziehen. Das war ein perfider Streich von dem Herrn Feldwebel; denn Max Schellbaum war dadurch für vierundzwanzig Stunden unversehens in des Dienstes Fesseln geschlagen und noch dazu — da gerade Sonnabend war — für eine Zeit, in der er sonst des königlichen Dienstes ledig gewesen wäre. Das war bitter, aber nicht zu ändern, und die Empörung des Einjährigen machte sich in einer kräftigen Verwünschung gegen seinen hinterlistigen Vorgesetzten Luft, einer Verwünschung, die dem jungen Soldaten, wenn sie außer den Corridorwänden und dem grinsenden Flurposten Jemand gehört hätte, sicherlich einige Monate Festung eingetragen hätte. Die Uhr zeigte auf elf; es blieb für Max Schellbaum 6>icßciicr Anzeiger SM kjkN. i6lW kAm, Alle Annoncm-Bureaux beß In« unb Auslandes nehm« Anzeigen für ben „Sießener Anzeiger" mtgeg«. jährlich, und zwar vor Beginn der Arbeitszeit, mit Kalkwasser frisch geweißt werden. Schlafstelle«. 8 8. Schlafstelle« über Brennöfen »der in unmitttl» barer RLHe von solchen dürfen nicht eingerichtet werde«, «nd ist de« Urbeiter« das Schlafen über vrennöfe« oder in ««mittelbarer RLHe vo« solche« z« verbiete«. § 6. Die Schlafstellen müssen jeder Person einen Raum von mindestens 1,75 Meter in der Länge und von mindesten« 0,63 Meter in der Breite gewähren. ~ v Der Abstand der Schlafstellen vom Fußboden muß zum Mindesten 30 Zentimeter betrogen. 8 7. Jedem Arbeiter ist ein gefüllter Strohsack oder dne durchnähte Strohmatratze, ein keilförmiges, mit Stroh oder He« ober dergleichen gestopftes, bezw. durchnähteS Kopfkissen und eine wollene, hinreichend warme Decke (Kolter-) von mindesten« 1,75 Meter Länge und 1,25 Meter Breite zu verabreichen. Der Inhalt der Strohsäcke und Kissen ist alle 2 Monate zu erneuern; die Säcke und Kisten selbst sind nach Bedarf, mindesten« aber von zwei zu zwei Monaten zu reinigen. Durchnähie Strohmatrahen und Kisten muffen alle 6 Monate gereinigt werden und ist hierbei gleichzeitig deren Inhalt zu erneuern. Die wollenen Decken sind gleichfalls alle 6 Wochen entsprechend zu reinigen, bezw zu walken. Jedem neu eintretenben Arbeiter ist ein neuer oder frisch gereinigter Strobfack nebst Kisten, bezw. eine neue oder frisch gereinigte und gefüllte Matratze nebst Kisten zu verabfolgen. 8 8. In den Schlasräumen muß für jeden Arbeiter ein Trink- gefäß und mindestens für j- 2 Arbeiter 1 Tisch mit Waschgesaß und ein Wasserbehälter vorhanden fein. Außerdem muh jebem Arbeiter wöchentlich ein reine« Handtuch verabfolgt werden. 8 9. Da« Reinigen und Trocknen von Wäsche in Schlafräumea ist nicht zu bulben. Heizung «nd Beleuchtung. . 8 10. Werden in ben Betrieben Arbeiter auch während der kälteren Jahreszeit — von Anfang Octoder bi« Ende März — beschäftigt, so ist für entsprechende Erwarmung und Beleuchtung der Wohnungsräume Sorge zu tragen. «ochgelaffe und BorrathSräume. 8 11. Denjenigen Arbeitern, für ber Einjährige Schellbaum zum Herrn Feldwebel!" tev junge Mann, dem diese lakonische G nlabung der Com- pacxMMrdonnanz galt, hatte soeben nach beendetem Vor- mimttpt ienst in einer Mannschaftsstube der weitläufigen In ?IaLltfiekaserne seine Commißuniform abgelegt und war in die i j einem Stadtbummel besser geeignete Extra-Uniform «esstGoßl. Es war ein hübscher junger Mann von ftinfund- rwrimig Jahren, nicht groß, aber gut gewachsen, mit einem ' Lw^lkSuDsvollen Gesicht, das durch sein eigenartiges Gepräge auf, ment künstlerischen Beruf des jungen Kriegers schließen (icp< Max Schellbaum war Schauspieler. Er hatte zuerst die idichte studiert, war aber bald zur Bühne gegangen, zu seii n«' und der Kunst Nutzen, denn er war nicht nur einer ovi ü lt« Berufenen, sondern auch einer von den Auserwählren und» !treit§ ein gefeierter Heldendarsteller , als die Dienst- pfltr.fi il(in zu den Waffen rief. Dort gefiel es dem jungen tftfon.tr im Allgemeinen gut, denn er war beliebt bei Offizieren untrt kmeraben; aber es gab doch Momente, wo er sehnlichst wüÄHie-, des Königs Rock für immer in den Schrank hängen zu ifcricm. Ein solcher Moment war es für den Einjährigen SöMaarn, als der Ruf seines Feldwebels ihn ereilte, denn er tmefta aus Erfahrung, daß derartige Einladungen des Vor- ßesiöst.'i nie etwas Angenehmes im Gefolge hatten. Mit einte: leisen Fluch eilte er daher in die Feldwebelftube. Öiiit seinem „Spieß" stand Schellbaum nicht besonders, trargiiin er ein Landsmann, sogar ein etwas jüngerer Schul- gerruf: Desselben war. Der Feldwebel Kratzmeyer war keiner bann hr Sorte der guten alten, zwar polternden und schnau- jeneSr, aber kreuzbraven Compagniemütter. Er war noch iurtug, fo'aum dreißigjährig, aber äußerst schneidig. Häßlich s bend8. 1 % Anrtlirhett Zbcil. Gießen, den 5. Mai 1896. ®eutnfjettb: Die Ableistung des HuldigungS' und Der» faffungSeideS. Dtt «eascherzagltche KreiSamt «ietzev die Großh. Bürgermeiftereie« des Kreises mit NidV-aahme derjenigen der Amtsgerichtsbezirke Grüuberg «nd Homberg. Di, Ableistung deS Huldigung«, und BerfaffungSetde« der.; in Ähren Gemeinden neu aufgenommenen Ortsbürger, ;»Milt bei'ienigen Großherzoglich Hessischen Untertanen, welche stchß. »hm Ortsbürger zu werden, verheirathet haben, soll wie iaeiMe»d angegeben, stattfinden: 1) der Ort«, und Staatsbürger aus den in den AmtS- gerichtSbezirken Sich und Butzbach gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen Montag den 18. Mai d. I., Nachmittags 2 Uhr, in dem Rathhause zu Ltch; 2) der Ort«, und Staatsbürger auß den in den Amts, gerichtsbezirkcn Hungen, Laubach und Nidda gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen Mittwoch den 20. Mai d. I., Nachmittags 2 Uhr, in dem Rathhause zu Hungen; 3) ber Orts- und Staatsbürger auß den in dem Amts« gerichtsbezirk Gieße» gelegenen Gemeinden Dieus- tag den 2. Juui d. I«, Bormittags 11 Uhr, rin dem RegterungSgebäude (auf dem Brand) zu Gießen. Ur beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Per- on t:i zu den Terminen vorzuladen und, wie geschehen, unter an qibe der Namen der Vorgeladenen anzuzeigen oder zu frtr* daß Niemand vorzuladen war. halven sich derartige Personen außroudß auf, so wollen Sitz ittan Ausenthaltßort angeben. v. Gagern. Polizei - Verordnung für de« »reiß Gieße«, die Unterbri«gu«s der i« BaLNei«. Fabriken (R«sfe«yet«l.-ennereieo) »nd Aiegeleie« befchäf tigten Arbeiter betreffend. Aus Grund des Art. 78 der Kreis- unb Provinzial-Ordnung und des Art. 3 letzter Absatz des Gesetzes vom 1. Juli 1893, die polizeiliche Beaufsichtigung der Miethwohnungen und Schlafstellen betreffenb, wirb unter Zustimmung beß KreisausschusseS unb mit Genehmigung Großher.oglichen Ministeriums beß Innern unb ber Justi» vom 7. März 1894 zu Nr. M. I. 6401 für ben Kreis Gießen verordnet wie folgt: 8 1. Jeder Besitzer einer Backsteinfabrik (Russensteinbrennerei) ober Ziegelei, einerlei ob bieselbe mit fabrikmäßigem Betrieb statt- ftnbet ober nicht, welcher seinen Arbeitern Unterkunstsräume überläßt, ist verpflichtet, die nachstehenden Vorschriften zu beobachten. Anforderungen im Allgemei«»«. 8 2. Die Räume, welche Arbeitern zum Wohnen ober zum Schlafen bienen, müßen ausreichenben Schutz gegen alle schäblichen WitterungSeinflüsse gewähren. „ Für Arbeiter, welche nur während ber wärmeren Jahreszeit — von Anfang April bis Ende September — In ben in 8 1 genannten Betrieben beschäftigt werben, genügen |u bitfem Behuse hölzerne Baracken, blefelben müssen jeboch von Brettern festgefügt unb wasserdicht gedeckt fein; Familien mit Kindern unter 16 Jahren dürfen in diese Arbeiterwohnungen überhaupt nicht, Familien ohne Kinder ober mit Kinbern über 16 Jahren nur bann aufgenommen werben, wenn ihnen ein eigenes Zimmer eingeräumt werben kann. Ist letzteres nicht thunlich, so dürfen auch «samitten ohne Kinder bezw. mit Kindern über 16 Jahren, gleich wie in allen Fällen Familien mit jüngeren Kindern nut dann zur Arbeit angenommen werden, wenn ihnen anderweit eine Wohnung ober Unterkommen gesichert ist. Werben in bem Betrieb weibliche Arbeiter beschäftigt, welche nicht zur Familie eines Arbeiters gehören (Abs. 3), so stnb benfelben Wobnräume anzuweisen, welche von benen bet männlichen Arbeiter vollstänbig getrennt sinb. Beschaffenheit der Woh«. ««d «chlafrLume. 8 3. Die Wchn-oder Schlafräume müssen mindesten« 30 Eenti- meter über bem Erbboben liegen, mit trockenem, festgebieltem Fuß hoben, mit gut schließenben Tbüren unb einer genügenden Zahl von Fenstern, welche sich öffnen lassen, versehen sein. Aus den Kopf ber zulässigen höchsten Zahl von Bewohnern ober Schläfern muß mindestens V« Quadratmeter.Zensteröffnung vorhanden sein. Die Höhe der Wohnräume bat mindestens 2,5 Meter zu betragen. Jedem Arbeiter muß 3 Qaadratmtter Bodenfläche unb, wenn bte Woh- nungstäume gleichzeitig als Schlafräume bienen, ein Luftraum von wenigstens 10 (Kubikmeter gewährt werben. 8 4. Sämmtliche Wohn- bezw. Schlaftaume muffen, so oft ble Polizeibehörbe es für nothwenbig erachtet, rntnbestens aber einmal S 14. Die Abtrtttsgruben ftnb nach Vorschrift der allgemeinen Bauordnung vom 30 April 1881 und der Ausführungsverordnung vom 1. Februar 1882, soweit eS angängig ist, nördlich oder östlich von den WobngebLuden herzurichten und in Sohle und Wand wasierdtcht aufzumauern. Die Entfernung dieser Gruben von den Wohn- und Schlafröumen, sowie von etwa vorhandenen Brunnen muß mindesten» 8 Meter betragen. Ausnahmen hiervon können au» besonderen Gründen durch die Localpolizet- Verwaltungsbehörde (Kreisamt) gestattet werden. Die Gruben müssen nach Bedarf, mindestens aber vierteljährlich, gänzlich entleert und aus etwaige Anordnung der Localpolizeibehörde deSÜificirt werden. _____ «ufrechlerhaltung der Ordn««« ««d SiMichkett.: S 15. Der Bctrtedsunternehmer ist zur Aufrechterhaltung der Ordnung, Reinlichkeit und Sittlichkeit unter den von ihm beschäftigten Arbeitern verpflichtet. Wenn er nicht in Person auf der Betriebs- stätte wohnt, hat er zu diesem Behufe einen zuverlässigen Aufseher zu bestellen. Ansteckende »rankheittn. 8 16. Der Arbeitgeber darf keinen Arbeiter annehmen, welcher ersichtlich an einer ansteckenden Krankheit, z. B. Krähe usw., leidet. Erkrankt eine zur Arbeit bereit» angenommene Person an einer derartigen Krankheit, so ist dieselbe sofort von dm übrigm Arbeitern zu isoliren und ungefäumt der Ortspolizeibehörde Anzeige zu erstatten. verbot de» BranntweinausschankS. S 17. Jeder Ausschank von Branntwein auf der Betrtebsstätte durch dm Unternehmer, oder mit dessen Erlaubntß durch Andere, ist untersagt.^ __ Betaunigabe der Polizeiverordnuug an die Arbeiter. S 18. Diese Poltzeioerordnung in aut einer allgemein zugänglichen Stelle in jeder Betrtebsstätte der in Z 1 erwähnten Art und, wo mehrere Wohnräume vorhanden sind, tn einem jeden derselben anzuschlagen, aucb jedem neu eintretenden Arbeiter besonders bekannt zu machen, was durch NamenSunterschrtst derselbm in einem dazu bestimmten Buche zu bescheinigen ist. Für die Befolgung der Vorschriften derselben ist der Betriebsunternehmer, evmtuell der von ihm bestellte Aufseher verantwortlich. «trafbesttmmuugen.« S 19. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften dieser Verordnung bezw. Rtchtbefolgung derselben werden mit Geldstrafe bis zu 30 Mark oder entsprechender Haft bestraft.! Uebergangsbesttmmungeu. S 20. Diese Poltzeioerordnung, mit Ausnahme der Bestimmungen in S 3, tritt mit dem 1. April b. I., die Bestimmungen des S 3 treten erst am 1. Juli 1894 tn Kraft. Gießen, den 12. März 1894. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Infolge Verfügung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 5. l. M. ist die Abhaltung deS für den 12. und 13. Mat l. Js. geplanten VrehmarkleS zu Hercheuhaiu unter der Bedingung genehmigt, daß nur Thtere aus unverseuchten Orten der Kreise Schotten, Gießen, Alsfeld, Lauterbach, Büdingen und Friedberg, Thiere von Händlern aber nur dann, wenn sie mindestens 7 Tage in unverfeuchten Orten fraglicher Kreise in seuchenfreiem Zu« stand zugebracht haben, aufgetrieben werden dürfen. Schotten, den 8. Mat 1896. Großherzogliches KretSamt Schotten. I. B.: Welcker, Großherzogl. Kreisamtmann. Bekanntmachung, betreffend die Abhaltung eines Friedens« bezw. JugendfefteS am 10. Mat 1896. AuS Anlaß des am 10. l. Mts. stattfindenden ZugeS der Schulen werden dte nackbenannten Straßen und Platze während der betgefügten Zett für den Verkehr von Wagen, Radfahrern und Rettern polizetltch gesperrt: a. Dte Neustadt, die Marktstraße, der Marktplatz, die Schutstraße, die Neuen Bäue und der Neuenweg, von 2 bis 21/a Uhr Nachmittag-,- b. Dte Gartenstraße, von der Südanlage bis zur Grün« Gustchen seufzte tief auf. „Ack, das ist's ja eben, er ist arm und Mutter würde ihn mit Schimpf und Schande aus dem Hause jagen, wenn er jetzt käme. Sie glauben gar nicht, was das für ein Elend ist mit dem Gelde. Früher war Mutter nicht so, aber seit sie ein paar Groschen hat, will sie hoch hinaus. Thät ich mich nicht so dagegen sperren, schickte sie mich noch jetzt in 'ne Pension und ließ mich'S Elavierspielen lernen. Ein braver Handwerker ist ihr jetzt lange nicht genug, und außerdem —" „Nun, und außerdem?" sagte ermunternd Schellbaum, da Gustchen strickte. „Haben Sie noch nichts gehört?" fragte dagegen statt einer Antwort das Mädchen, indem es den Einjährigen forschend ansah. „Nicht das Geringste," betheuerte dieser. „Nun es ist noch einer da, der mich zur Frau haben möchte, Geld hat er zwar auch nicht, aber eine feine Stellung. Soldat — daS zieht bei meiner Mutter. Er will auch das Zahlmeister-Examen machen. Na, Sie können sich denken, wie Mutter den aufnimmt. Dazu ist er aus einer feinen Familie, Sohn von einem Gymnasiallehrer oder so etwas." „Wer ist es?" fragte Schellbaum, den eine Ahnung beschlich. „Der Kratzmeyer, Ihr Feldwebel." Schellbaum lachte laut auf. „Der ans einer feinen Familie? Er ist mein Landsmann , wissen Sie. Sein Vater war bei uns Schuldiener, sein Onkel ein kleiner Käsekrämer, nebenbei Bauernfänger und Halsabschneider. Vor längerer Zeit schon wanderte er Wegen seiner Betrügereien in'S Zuchthaus. Es war eine stadtbekannte Persönlichkeit. Denken Sie sich ein kleines, krummes Männchen mit runzeligem, grauen Gesicht, fuchSrothem, struppigem Haar, in einem langen, abgeschabten, schwarzen Rock, mit buntem, schmutzigen Tuch um den Hals und mit abgetragenen Filzpantoffeln an den Füßen. Die übrige Bekleidung war nicht weniger elegant. So ging Onkel Kratzmeyer Sommer und Winter. Der sollte nur einmal bergerstraße und die Grünbergerftraße bl» zum Aufgang auf den Trieb, von 21/, bi» 3 Uhr. Gießeo, den 8. Mai 1896. Großherzogliches Polizeiamt Gießen, v. Bechtold. CsceU» unb protHti$UUe$» E. Echzell, 7. Mai. Seit gestern zeigen sich bei uns die Maikäfer in ziemlich bedeutender Anzahl. Der Zeit« unterschied im Maikäferflug betragt 10 bis 14 Tage gegen frühere Jahre, obgleich wir einen fehr gelinden Winter hatten. Da wir im Vorjahre ein sehr starkes Schwarmjahr hatten, werden wir dieses Jahr nur wenige Maikäfer er« halten. ES ist ganz auffallend, wie daS Jahr 1895 mit feinem guten Weine und feinem milden Winter, aber darauffolgendem kalten Frühjahre, dem Jahre 1868 und dessen Nachfolger 1869 gleicht. — Wie der Eifenbahnbau Geld in die Gegend bringt, zeigt die Verwendung der Basaltsteine bei Ueberfchotterung der Krone deS EisenbahndammeS. Wir haben in der Nähe kleine Bafaltsteinbrüche, die von den Bauunternehmern zum Theil gegen schöne Beträge Übernommen werden. DaS bringt den Eigenthümern, die jetzt keinen Finger mehr krumm zu machen brauchen, ein gutes Stück Geld ein. Die Brüche werden mit Italienern besetzt, welche Meister im Steinbrechen find, und mit affenmäßiger Geschwindigkeit den trefflichen Basalt fördern, welcher mit schweren, starken Zugpferden und geräumigen Fuhrwerken an die BerbrauchSftellen gefördert wird. Man ist gespannt darauf, ob in unserem zum Theil angeschwemmten, zum Theil mit Torfmooren durchsetzten Boden nicht technische Bau« fchwierlgkeiten erscheinen werden. Die Ingenieure glauben eß nicht. A Aus dem Ohmthal, 7. Mai. In reichem Blüthen- flor stehen unsere Obstbäume, besonders Pflaumen, Kirschen und Birnen. Die Aepfelblüthe hat sich noch nicht erschloffen. Die öoraußgepangenen Reifnächte haben glücklicher Weise den Blüthen nicht, wie man befürchtet, Schaden zugefügt. Wenn die drei „Eisheiligen", die mit dem 11. d. Mts. beginnen, der Obstbaumblüthe nicht ungünstig sind, dann steht wiederum eine gute Obsternte zu erwarten. Auch die JohanniSbeer- und Stachelbeersträucher sind voll mit Blüthen behangen. Da diesen Blüthen viele Vögel gefährlich find, indem sie dieselben abpicken, so ist eß von Nutzen, hierbei eine Scheuche anzubringen. Den Bienen gestattet endlich daß wärmer gewordene Wetter den jetzt reich besetzten Tisch benutzen zu können. n. Altenstadt, 8. Mai. Gegenwärtig kann man hier sehen, welch' große Mengen Brennholz aus den Wäldern deß Vogelsberges bi» weit in die Wetterau hinein geholt werden. Wohl an sechzig ein- und zweifpännige, hoch mit Scheitholz und Reisig beladene Wagen gingen gestern hier durch. Die sehr trockenen Wege und die Pause in den land- wlrthschaftlichcn Arbeiten veranlaffcn die Leute eben zum Fahren de» Holzes, das sie in den Oberförstereien beß Vogelsberges oft um weniger als die Hälfte beß hiesigen Holzpreiseß bekommen. n. Ober Mörlen, 8. Mai. Kürzlich lief eine Nachricht burch ble Blätter, nach ber eine hiesige Spielgesellschaft von 21 Mltgllebern 50,000 Mark gewonnen hätte. Diese Melbung ist richtig unb verdient baß ganz besonbere Glück einrß Mitgliedeß wohl hervorgehoben zu werben. Einem hiesigen Wirth fallen nämlich hiervon zwei Theile zu. Außer- bem hat er in brei Pferbelotterien tn diesem Jahr an Ge Winnen bereits cingrheimst: ein Fohlen, zwei tmaiHlrte Eimer und eiu Dutzend Handtücher, sowie einen Bierkrug. Die Loose waren vom Wirth und seinen Familienangehörigen erworben. Herkommen, er würde Ihrer Mutter schon ein Licht aufstecken über die feine Familie." Gustchen lachte. „Ach, wenn er doch käme, morgen Nachmittag zum Kaffee, da ist der Feldwebel bei uns." „Schade, daß wir ihn nicht herzaubern können, aber ich glaube, er sitzt noch. Ich sage Ihnen, Gustchen, der Kerl ist eine gelungene Figur. Ich sehe ihn noch leibhaftig vor mir, höre feine dünne, verkniffene Stimme, so deutlich, so klar steht der Alte vor mir, ich glaube, ich könnte ihn copiren." Von einer plötzlichen Idee ersaßt, sprang Gustel auf. „Thun Sie's, Herr Schellbaum, thun Sie's, Sie können's, Sie sind ja ein berühmter Schauspieler, kommen Sie morgen Nachmittag alß Onkel Kratzmeyer zu uns!" „Aber Gustchen, welche Tollheit." „Ach ja, bitte, Herr Schellbaum, thun Sie's! Wenn Mutter morgen Kratzmeyers Onkel so sieht, bann habe ich Ruhe, und eh' ich den Feldwebel nicht los bin, kann ich an das Andere gar nicht denken." „Es geht nicht, Mädchen." „O ja, es geht, Herr Schellbaum, es geht, Sie können es und Sie thun damit ein gutes Werk." „Und wenn man mich erkennt?" „Erkennt? Wozu sind Sie denn Schauspieler!" Max Schellbaum lächelte und sah vor sich hin. Mit ihrer Frage: Wozu sind Sie denn Schauspieler? hatte Gustchen eine monatelang ruhende Saite in ihm berührt. Der Schauspieler regte sich in ihm. Er dachte nicht an das „gute Werk", das er thun sollte, auch nicht daran, daß er seinem mißliebigen Vorgesetzten den gespielten Streich doppelt heimzahlen könnte, ihn lockte und reizte der Gedanke, eine Kraftprobe seines Talentes oblegen zu können, und der trug den Sieg davon über alle Bedenklichkeiten, juft als Gustchen sich schmollend abwenden wollte. „Topp!" rief da Max aufspringend, „es sei, ich erscheine morgen als Onkel Kratzmeyer, aber —“ fügte er warnend hinzu, „zu Niemandem ein Wort von der Geschichte, auch B. «il bee Kresse Bübingen, 7. Mai. theilteu wir mit, daß einige Wagehälse, durch die drei Tage vom 22. biß 25. verleitet, Frühkartoiseln^^ gelegt hätten. Da» Wagestück kann als mißlungen ao°/^ werden. Die Kartoffeln liegen nunmehr fast sechz ^2? im Boden, zeigten in dieser Zeit fast keine Spur von thätigkeit und find glasig geworden. Man atbentt die Grundstücke um, und nimmt eine neue Pstanzunä Da» diesjährige rauhe Frühjahr bestätigt daß 6pnit1*n Eile mit Weile. Unsere Gärten sehen wenig erquicklich ~ Daß junge Gepflänze wird von den Erdflöden angeir? kann wegen der ganz verhärteten Bodenoderfläche ** wärtß, unb wird durch den trockenen, kalten Nordost^.» jeder Weiterentwickelung gehindert. Daß die Obhtz-^ blürhe in der ersten Maiwoche herzlich wenig gewonoq^ bedarf feine» Beweises. Die Futteraußfichten aus urb Kleeäckern gehen zurück, der Boden trocknet aai J kommt bereit» auf hohen, trockenen Lagen Gprüo^. \ jemgen Wetterpropheten, welche wieder ein uoitnu prophezeiten, haben biß jetzt recht behalten. Permifdpte*» • Frankfurt a. M., 7. Mai. In den StoUcini Landwirthschaftlichen Halle stehen noch zwei 2Bagta;'>t.'t‘ die bei der Frühjahrß • Pferbelotterie gewonnen u. noch nicht abgetolt sind. Vom 24. April ab lehn Pferb täglich 5 Mk. Futtergeld und bei ber Adholuo, 9 Mk. Trinkgeld. Wenn beide Pferde binnen vier 8:^* nicht abgeholt find, so werden dieselben versteigm nai dafür gelöste Geld können die Gewinner noch m Wochen haben. Wird daß Geld bann noch nicht rtt^, so fällt eß dem Verein zu. Zur Gesundheitspflege. Wie Staat unb $nndnb< - Aufwendung aller Mitiet unsere Straßen unb Plätze, unser, 'n lieben Gebäude und Anlagen gesundheitlich auf die tochile t bringen streben mittel» Zuführung von Quellwasser, uuia e durch peinliche Sauberkeit, so ist auch baß Lütten unb Nrtri* aller Privaträume: Wohn-, Speise-, Schlaf- und Kinbrrpee der Kücken, Corridore unb WirihschaitSgelafle eine wiLuz« ;e sr-uenpflicht im Jn eresse der Gesundheit. Nicht überall, »3 p* Wasser vorhanden ist unb der frischen Luft Zutritt genutet m schenkt man auch dem Zustand 6er Fußböden die r.öihige samkeit unb Pflege, und bennoch ist eS ganz ausailUch, 4® » gefügt^ gut gestrichene und lockerte Fußböden zu freien, barl ch liches nasses Aufwischen den gefährlichen, lästigen Glaub ,e ta tigen unb eine reine Zimmerluft zu beschatten, um Io btt tat tragung gefährlicher Pilzbildungen al» KrankheitSrrzeuzn aaM zu unterdrücken unb da» Wohlbefinden der Bewohner |u tfcta Unter den vielen im Handel befindlichen Fußbodenanftriche» d * Allem vor den feuergefährlichen Spiritus-Fußdodenglanzla^a 1 warnen; diese haben fast immer einen fuseligen Billerwaotzeiztrra trocknen sofort beim Anstreichen unter dem Pinsel, Mita t* einen spröden Ueberzug und werden dann auch in kürzester Z«ir A getreten und mit ausgefegt. Weit haltbarer und beßbalb teMel wohlfeiler ist dagegen der ächte, reine Bernsteinöllack mit #err<, ta geruchlos und streichfertig, ohne Voikcnntnisse vom DeMmbta verwendet werden kann, in 6 bi» 8 Stunden (während «tat Kos« hart auftrocknet und weder nochklebt, noch, wie der »itoiiMUd, abblättert. Nasses, kalte» Aufwischen erhöht Glanz unl häue Md vorzüglichen Lackes, den u. A. die seit 1833 bestehend« ritatai bekannte Hoflieferant Carl Tiedemann'fche lacklidn! 0 Dresden unter der „HerkuleS"-Schutzmaike erzeugt und bin» *1 Niederlagen in den meisten Städten, wo solche nicht oubinta #t birect abgibt. Dieser i^ußbodenlack ist tn den vnschiedevst.n braun, gelb usw , vorräthig Angebote und Farbmeu'ltilchc grati», Postcolli genügend z"m Anstrich zweier mitt tg otz-r tisr für Mk. 8.40 portofrei ganz Deutschland. (Siehe ^n'erat 1 JW ul5,5^ 1 d. Si »ijnniitaai » s 7-triskircheu HzzntrvM V0N : «Ilk. „ . 1 ^ibotLr\ht Sommer! xje, Hrt mpW I“ 611116 allt Croqaets, Ci Boccia sowie LLawn-Tenni Llrnaypa'atk, Häugtma Inf- und Ftdi Gummib ^hmiterling-Netzt Gartenge ■; r _ ' in Holz unb | Walaaikt- nnö 2 und -5törß J.H.F : 25. Zonntnft WM Für bi Sch Kunst-Ansstellungj geöffnet tägltch^ ta^ fa» nehme de» SamStag», von 11 bi» 1 Uhr, am Vitras» «s noch von 3 bi» 5 Uhr. L-nwtag» w»tzre»d XI W**'1 onuntet»re<»e* 11 H» • Utze. — ®intriuhi'ii *' Nichtmiigliede» en Werktagen 50 Pfg., en Sonntega * vi nicht, wenn sie glücklich vorüber ist, sonst liegen tot < Wurstkessel." Der Sonntagnachmittag war da. Wie Guitcher. her gesagt, hatte sich gegen vier Uhr zur Kafieezeit ürahmrc in ber Wohnung ber Cantinenwirthin eingestellt, und nui *:r sie alle brei, Mutter, Tochter und der Gast, in ter lirja aber gemüthlichen Wohnstube unb thaten sich gütlich a« da braunen Getränk. Gustel war in einer entsetzlichen Au'rez» Würbe ihr Bunbesgenosse erscheinen? Fast wünichte sie, 1 möge ausbleiben, beim sie kriegte es mit ber Angn, * gewaltig pochte ihr daß Herz. Aber äußerlich >15 "t < nichts merken, und in dem Bestreben, den Aufruhr ideer W zu verbergen, war sie liebenßroürbiger und geschwatzißelE je zuvor. Kratzmeyer zeigte sich von seiner schönsten ^.coe-__ hatte seine beste Uniform an, war frifirt und unb spielte gegen Gustel ben galanten Eourmacher u® H® bic Mutter ben unterrichteten Weltmann, so gut W seinen Borbilbern abgesehen hatte. Da Gustel si» nicht ganz so zurückhaltend zeigte, wie sonst, strahlte a Hoffnungsfreube. Die Mutter machte ein zum Gesicht. Da — es war gegen halb fünf — wuidc die liche Famil>enszene durch ein energisches Klopsen an der gestört. Auf ein unwilliges „Herein" ber dicken 1 öffnete sich dieselbe und es erschien ein Soldat -7" wache, vor sich eine Gestalt eintreten lassend, die all ber Beschreibung entsprach, die Schellbaum Tag^ nortza dem Onkel des Feldwebels gemacht hatte. lhNf „Der Herr Onkel des Herrn Feldwebels,' Soldat in strammer Haltung unb verschwand nreber. dem er bic (Siuilpcrion in der Kaserne an die ri4ü»< abgeliefert, war er von seiner Escordepflicht entbum (Schluß folgt.) /rirrl Capes ^psgen Evitzeakragen Krsgev und Mc rcharpendander "alionalbänder ^"derhüte in Su Tamenröcke in B « SoHfloiftn •Mitt Rabatte, tleaüfetti Alice - Kochschule 4447 4468 ■tH—M ✓ Schulstrasse 4. ^Lnaeuröcke in weißen und 2912 platz 21. Auswahl. 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Mai 1896. 4 Schmidt, Rentmeister. Sommerspiele nTltt Art empfiehlt in großer Mileiwc t)l zu billigsten Preisen al-r Iroqnets, Criquets, Boccias, 'A«.iirllms-Zchliigkr uiii) -Källe sowie vollyündige Lawn-Tennis-Spiele, Hriapparate, Schaukeln, Hängematten, Itof- und Ftderballspiele, Gummibälle, -t Mktiterling-Netze und -Kasten, Gartengeräthe .. . . in Holz und Eisen ’ Tlftaelißr- und Srod-Mchsen und -Fröröchen. 4029 J. H. Fuhr, 22 5. Lonneostraste 25, Schulstrasse 4. Prospect. 37//0 Anlehen der ProvinzialhauptstadtGiessen von 1,800,000 Mark vom Jahre 189G. Auf Grund des Beschlusses der Stadtverordneten-Versammlung vom 1. April 1896 und mit Genehmigung des Grossherzoglich Hessischen Kreisamts Giessen vom 7. April 1896 hat die Grossherzoglich Hessische Bürgermeisterei der Stadt Giessen ein 31 2% Anlehen im Betrage von 1,800,000 Mark bei den Unterzeichneten aufgenommen, welches zur Rückzahlung bezw. Convertirung der Obligationen des *4°/0 Anlehens vom Jahre 1886 im Betrage von 1 Million Mark, sowie zur Anlage neuer Strassen, zur Bildung eines Stadterweiterungsfonds und zur Bestreitung sonstiger ausserordentlicher Ausgaben der Rechnungsjahre 1895/96 und 1896/97 bestimmt ist Für das Anlehen werden auf den Inhaber lautende Schuldverschreibungen im Nominalbeträge von Mk. 2000, Mk. 1000, Mk. 500, Mk. 200 und Mk. 100 ausgegeben, welche mit halbjährlichen, am 15. Mai und 15. November — erstmals am 15. Mai 1897 — zahlbaren Zinscoupons und mit Talons versehen sind. Die Heimzahlung des Anlehens erfolgt vom 15. Mai 1901 an mit jährlich 2 °/0 des Nominalbetrages Die heimzuzahlenden Schuldverschreibungen werden durch Verloosungen bestimmt, welche jeweils im Monat Januar — erstmals im Januar 1901 — stattfindet und jeweils vor dem 15. Februar — erstmals vor dem 15. Februar 1901 — bekannt gemacht wird. Die Schuldverschreibungen sind von Seiten der Gläubiger unaufkündbar, der Stadtgemeinde Giessen steht dagegen das Recht zu, vom 15. Mai 1901 an die Tilgung zu verstärken oder das ganze Anlehen nach mindestens dreimonatlicher Kündigung zurückzuzahlen. Das Ergebniss jeder Ziehung sowie eine etwaige vollständige Kündigung und alle sonstigen, das Anlehen betreffenden Bekanntmachungen werden im „Reichs-Anzeiger“, der „Frankfurter Zeitung“, der „Darmstädter Zeitung“ und dem „Giessener Anzeiger“ veröffentlicht. Die Zins- und Kapitalzahlungen geschehen bei der Stadtkasse in Giessen und den unterzeichneten Banken. Bis zur Fertigstellung der definitiven Stücke werden Interimsscheine von den unterzeichneten Banken auagegeben. Frankfurt a. M, den 1. Mai 1896. Mitteldeutsche Creditbank. Deutsche Genossenschaftsbank von Soergel, Parrisius & Co., Commandite Frankfurt a. M. Auf Grund des vorstehenden Prospectes bringen wir das Anlehen am Dienstag den 12. Hai a. c. an der Börse in Frankfurt a. M. zur Einführung und Notirung. Frankfurt a. M, im Mai 1896. Mitteldeutsche Creditbank. 4535 Deutsche Genossenschaftsbank von Soergel, Parrisius & Co., Commandite Frankfurt a. M. Fahrräder aus den renommirtesten deutschen Fabriken: Skidrltc Haumann, Meyer, AUrightFahrradwerke etr. 1 Jahr Garantie. — Billigst gestellte Preise. — Abzahlungen. Gegen Baar hoher Rabatt. 3772 Th. Hau buch, Bahnhofstraste 40. wird im eigenen Interesse gut daran thun, beim Bereite» ir HP MQiIIIÖ 11 4111 des Kaffees zur Hälfte oder auch rein den sehr dem Bohnenkaffee ’ ähnlich schmeckenden und auch von Herrn Prälaten Kneipp in Wörrishofeu als ganz vorzüglich befundenen "WÖrishofer Malzkaffee zu verwenden; derselbe ist gesunder, nahrhafter und billiger als Bohnenkaffee, die Bereitung genau dieselbe. Der echte WÖrlshofer Malzkaffee kostet im Einzelverkauf das »/i Pfd. Packet 40 Pfg., das >/r Pfd. Packet 20 Pfg. In Giesteu ist derselbe in folgenden Geschäften zu haben: Benuuer & Krumm, nur Engros. Joh.^VUH. 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