1S96 Freitag den 10. Januar Nr. 8 ei« Amts- unb Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. chratisöeitage: Hießener Iamilienötätter pro Uhr: .27 MW ©tprttHB bei Buren- »Herolds ttaueu auch st-ße genüge Mr Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. fter Maare werde wgen suchen und )ll lieven vierteljähriger AVonntmenlspreiO» 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchulstraße Zlr.7. Fernsprecher 61. Werk zu gedeihlichem AuSgange zu bringen, welches bestimmt ist, dem deutschen Volke nach seiner nationalen Einigung auch seine RechtSeinheit zu bringen. wird. Balin, 8. Januar. Anläßlich der jüngst stattgehabten Vorgänge in der südafrikanischen Republik hat der Ausschuß der deutschen Colonialgesellschaft in der Sitzung vom 4. Januar beschlossen, an den Reichskanzler eine Adresse zu richten und ferner am 16. Januar, Abends 7 Uhr, unter dem Vorsitz de- Herzogs Johann Albrecht zu Mecklenburg, deS Präsidenten der Gesellschaft, eine Versammlung zu veranstalten. Frankfurt a. M., 8. Januar. Die „Franks. Zlg." meldet aus London: Der Berliner Vertreter der „Times" kommt auf die beabsichtigte Landung der deutschen Marine- soldaten in Laurenzo Marquez zurück und versichert, daß nur durch daS rechtzeitige Anlangen der Nachricht von der Niederlage Dr. JamesooS die endgiltige Ordre dazu unterblieben sei. Da ein solcher Schritt nur in Uebereinstimmung mit Portugal und Transvaal möglich sei, folgert der Corre- Berlin, 8. Januar. Heute Abend 6 Uhr gedenken sich der Kaiser und die Kaiserin nach Berlin zu begeben, um einer Trauerau dacht für den Prinzen Alexander von Preußen beizuwohnen. Die Majestäten werden sodann Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» rotzenden Tag erscheinenden Nummer biS Bonn. 10 Uhr. Deiches * Uhr Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a« die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir weisen Sie an, die Tagebücher der Fleischbeschauer vom 4. Quartal 1895 bis längstens 15. d. Mts. an die zuständigen Gr. Kreisveterinärämter einzusenden. v. Gagern. lllliv ngegenb hindurch Zur inneren Lage. Der Reichstag hat seine Arbeiten von^Neuem ausgenommen, und hiermit auch wieder Leben in die innere Politik gebracht, welche während der parlamentarischen Weih- oachtSpause ein ziemlich beschauliches Dasein geführt hatte. Noch läßt sich nicht mit Bestimmtheit sagen, welchen Verlauf die gegenwärtige Tagung des Retchsparlaments nehmen wird, hierüber dürfte erst der jetzt begonnene abermalige SesfionS- abschnitt, der den verhältnißmäßig langen Zeitraum bis Ostern umfaßt, hinlängliche Klarheit bringen. Im All- gemeinen steht aber doch zu erwarten, daß die ferneren ReichStagSverhandlungeu dahinfließen werden, ohne einen ernsten und folgenschweren Conflict zwischen Reichsregierung und ReichSparlamrnt zu gebären. Bei dem vorwiegenden wirthschaftlichen Character der schwebenden Reichstags- aufgaben erscheint wenigstens die Hoffnung berechtigt, daß ünS im Reiche neue kritische Perioden, wie sie sich namentlich an die Behandlung der „Umsturz Vorlage" in der letzten Session knüpften, diesmal erspart bleiben werden. Gewiß sind z. B. in den Fragen der Errichtung von Handwerkerkammern, der anderwettigen Zuckerbesteuerung, deS neuen Margarine Gesetzes und der Abänderung der Gewerbeordnung genug Gegensätze zwischen Regierung und Reichstag, schließlich in letzterem selbst vorhanden, trotzdem ist kaum anzunehmen, daß die eine oder die andere dieser Fragen Anlaß zu einer kritischen Spannung geben wird. Allerdings kann man eS schon jetzt als ziemlich sicher betrachten, daß spciell der Gesetzentwurf über die Errichtung der Handwerker- kammern scheitert, schwerlich würde indeffen die Regierung einen solchen AuSgaug sehr tragisch nehmen, wie eS denn auch unwahrscheinlich bleibt, daß daS eventuelle Scheitern der genannten Vorlage den endlichen Sturz des StaatSsecretärS Dr. v. Bötticher nach sich ziehen sollte. Kritische Entwickelungen in unserem Politischen Leben erscheinen aber dafür nach anderen Richtungen hin keines- wegS auSgeschloffen. Der bevorstehende Prozeß gegen den Frhrn. v. Hammerstein, welch letzterer seiner Auslieferung von Italien an Deutschland entgegenfieht, und die zweifellose Berurtheiluug dieses Mannes, der noch vor Jahresfrist eine so hervorragende Rolle im öffentlichen Leben Deutschlands spielte, wird kaum ohne politische Folgen bleiben. Die con- servative Partei, zu deren führenden Geistern Herr von Hammersteiu nun doch einmal gehörte, wird jedenfalls dann eine schwierige Periode durchzumachen haben, so wenig selbstverständlich auch die Partei als solche sür die gemeinen Handlungen deS früheren Chefredacteurs der „Kreuzzeituug" verantwortlich gemacht werden kann. WaS den sich immer fryärfer markirenden Conflict der conservativen Partei mit den leitenden Elementen der christlich-sozialen Bewegung an- belangt, so dürfte die Parteileitung gut thun, nach dieser Richtung hin endlich klare Bahn zu machen, und eine scharfe SchetdungSlinie zwischen sich und einer Parteigruppe zu ziehen, welche immer bedenklicher mit der Sozialdemokratie eoquettirt. Inzwischen naht mit dem 18. Januar allmählig ein patriotischer Jubel- und ErinuerungStag heran, welcher einen freundlichen Lichtblick inmitten der unerquicklichen Partei» uugeu und Kämpfe im Reiche darfiellt. Die 25 jährige Ge- denkfeier an die Errichtung des neuen Reicher giebt allen wahren Vaterland-freunden, gleichviel in welchem Lager sie auch sonst stehen mögen, einen besonders geeigneten Anlaß, fich wieder einmal in der Freude und dem Bewußtsein an den so schwer errungenen nationalen Gütern zusammen zu finden. Vielleicht, daß dann die Gedenkfeier deS 18. Januar auch das ihrige dazu thut, die Bahn für daS Zustandekommen deS bürgerlichen Gesetzbuches ebnen zu helfen. Man sollte wenigsten- meinen, daß alle patriotischen Elemente im Reichstage unter dem Eindrücke der Bedeutung des 18. Januar freudig die Hand dazu bieten müßten, dar gesetzgeberische Deutscher Reich. Berlin, 8. Januar. DaS neue Jahr hat kaum begonnen und schon machen fich wieder Ministercrtsengerüchte bemerklich. Diesmal gelten sie dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe, welcher nach einer dieser Tage an der Berliner Börse umlaufenden Nachricht angeblich sein Entlassungsgesuch eingereicht haben sollte. ES wurde hierbei angedeutet, Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Kaiser und dem Fürsten Hohenlohe über die Behandlung der Transvaal- Frage hätten letzteren zu diesem seinem behaupteten Schritte veranlaßt. Inzwischen hat sich aber dies ganze Gerücht von A bis Z als erfunden herauSgestellt, lediglich zu unsauberen Börsenzwecken auSgesprengt. Dem Vernehmen nach soll eine strenge Untersuchung behufs Ermittelung deS Urhebers der falschen Nachricht eingeleitet werden. Auch versichert man von unterrichteter Berliner Seite, daß gerade in Bezug auf die TrauSvaal-Vorgänge völliges Einvernehmen zwischen dem Kaiser und seinem ersten politischen Berather herrsche und daß der Monarch speciell den Wortlaut seiner Glückwunsch- Depesche an den Präsidenten der TranSvaal-Republik vorher mit dem Fürsten Hohenlohe eingehend berathen habe. Uebrigens präfidirte der Reichskanzler, wie gewöhnlich, der am Dienstag Nachmittag abgehaltcnen jüngsten Sitzung des preußischen pesche theilt mit, daß Dr. Jameson an Sir^H. Robinson au-geliefert worden ist. In der Depesche wird hinzuge'ügt, Präsident Krüger habe sich bereit erklärt, die Frage bezüglich der Reformen in Erwägung zu ziehen. — Die Abfahrt des englischen Admirals am Cap nach der Delagoa-Bay wird amtlich bestätigt. — Da« neue Geschwader brsttht aus den Schiffen „Rcyal Oak", „Revenge", „Thesen-", „Gibraltar", „Hermione" und „CharybodiS". Loudon, 8. Januar. Der Colonialminister Chamberlain erhielt eine auS Prätoria von gestern datirte De- pesche des Gouverneurs Sir Hercules Robinson, welche lautet: Johannesburg hat fich heute Nachmittag beding' ungSloS ergeben. Die Waffen wurden ausgeliefert. Präsident Krüger hat die Absicht kundgegeben, Dr. Jameson und die anderen Gefangenen an den Gouverneur der CapColonie an der Grenze von Natal auszuliefern. Die Krisis ist vorüber, jede Gefahr weiterer Feindseligkeiten beseitigt. Loudon, 8. Januar. Meldung auS Capstadt vom 7. d. Mts.: Nach einer Depesche auS Prätoria fordert die Regierung von Transvaal die Entfernung Cecil RhodeS und JamesouS aus Afrika, sowie eine hohe Entschädigung von der Chartered Company. Loudon, 8. Januar. Gerüchtweise verlautet, daß das Kriegsgericht in Prätoria Dr. Jameson zum Tode durch Erschießen verurtheilt habe, daß jedoch Präsident Krüger auf die Vorstellung Robinsons das Urthetl nicht bestätigen werde. IW ich mein w nkel. 336 - VoislandSlvzhl. 289 Zorftaud. Uhr, erg '^Ä^thenrer pd la»'" w 326 Der chietzen-r Anzeiger erscheint tägliche mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Ii»«ikie«5tL1ter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigrlrgt. mlung. kaufmännische der Satzungen i müllen. Illu"0 bitten mit Vorstand. Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. StaatSmtnisteriums. — Gegen den Affessor Wehlan wurde am DienStag vor der Kaiserlichen Discipltnarkammer zu Potsdam wegen der mannichfachen Ausschreitungen verhandelt, die ihm in seiner amtlichen Wirksamkeit in Deutsch-Westafrika zur Last gelegt worden sind. Nach längerer Verhandlung erkannte — --------- der Gerichtshof den Angeklagten deS Dienstvergehens für bon heute an im hiesigen Schlöffe Wohnung nehmen, schuldig und verurtheilte ihn zur Versetzung in ein anderes Berlin, 8. Januar. Nachdem der Kaiser heute Bor- Amt, zu 500 Mark Geldstrafe und zur Tragung der Kosten- mittag 9 Uhr im Neuen Palais den Vortrag deS Chefs der sein bisheriger Beamtenrang wurde ihm belaffeu. Herr Wehlan CivilcabinetS Dr. v. LucanuS gehört, empfing er um 11 Uhr ist also in seiner Proceß Affaire noch mit einem blauen Auge den Reichskanzler Fürsten Hohenlohe und den Director der davongekommen. Colonialabtheilung des Auswärtigen Amts, Wirklichen Geh. — Die Frau Großherzogin von Oldenburg LegationSrath Dr. Kayser zum Vortrag. ist an einem heftigen Nierenleiden bedenklich erkrankt- Er- Merlin, 8. Januar. Die Trauerparade ür den nährung und Schlaf find gestört. Proieffor Gerhart aus verstorbenen Prinzen Alexander von Preußen wird der Berlin wurde am Sonntag an das Krankenlager der Groß- Generalmajor Herwarth von Bittenfeld, Commandeur der Herzogin berufen. 8. Garde-Jnfanterie-Brigade, commandiren. Dieselbe besteht " " aus drei Bataillonen Infanterie, drei Escadronen Cavallerie XUudjte rurchrichte«. und drei Batterien Artillerie. Bei der Ueberführung nach WolffS telegraphische- Correspondenr-Bureau. der Domkirche um Mitternacht wird der Kaiser seinem ver- MUWZMMMW dung-n wird amlttch müg-th-llt, daß di- Fahr«. Ich windig, um bU reit im Kai,-r.Wilhelm.Eanai für F-ach.damps-r llch-n lS--tzbu-bs imBund.«r°th treffe aag---gt MWWWM find «ttunten.. Bildung elnt6 | fftr ben 10. d. M. aag-I-tz. ist, abzasttzen, wa« auch gesch-h-n aus sechs Schiffen bestehenden fliegenden Geschwaders wird amtlich bestätigt. — Meldungen hiesiger Blätter zufolge erhielt der englische Admiral am Cap Befehl, nach der Delagoa-Batz zu gehen. Derselbe sei bereits an Bord seines Flaggschiffes mit anderen Schiffen dahin abgegangen. London, 8. Januar. Reuter-Meldung aus Capstadt vom 4. dS. MtS.: Hier herrscht eine erbitterte Stimmung gegen die Rand-UitlanderS, welche als Feiglinge ge- brandmarkt werden, weil sie Jameson nicht zu Hilfe gekommen find. Man hegt die Erwartung, daß die Forderungen der UitlanderS verworfen werden. DaS humane Verhalten der Buren wird allgemein gelobt. Gestern Abend fand eine Maffenkundgebung statt, bei welcher Hurrahrufe auf Jameson ausgebracht wurden, während Aeußerungen lebhaften Miß- fallens gegen die UitlanderS laut wurden. Loudon, 8. Januar. DaS Reuter'sche Bureau meldet auS Capstadt von gestern: Sine dort eingegangene De- 21mtlid?cr Theil. Gießen, 8. Januar 1896. Betr.: Die Einsendung der Fleischbeschau • Tagebücher 4. Quartal 1895. spoodent du.aus, daß die 5krifiS in Transvaal Deutschland nicht unvorbereitet getroffen habe. Wien. 8. Januar. Sämmtliche Blätter besprechen die TrauSvaal-Frage und bedauern, daß durch die Londoner neuesten Demonstrationen gegen die Deutschen die Aufregung gesteigert worden sei. Die Blätter sprechen indeß zugleich daS Erwarten auS, daß die Schärfe der Situation bald nachlaffen werde und daß ein ernster Conflict nicht entstehen wird. OlmLtz, 8. Januar. Seitens der hiesigen Gemeindevertretung sollen beim Reichsrath und beim Herrenhause Petitionen eingebracht werden, welche die Errichtung einer deutschen Universität in Mähren fordern. Graz. 8. Januar. Die Deutschnationalen veranstalten am 18. Januar eine große Festversammlung. Bndapest, 8. Januar. Auf den ungarischen Staats- bahnen wird demnächst der Zonentarif eingeführt. Für Vie erste und zweite Klaffe beträgt die Steigerung nahezu 25 Procrnt. Ät», 8. Januar. Wie bestimmt verlautet, ist die Entscheidung über die AuSliefeeung Hammersteins nur noch eine Frage von wenigen Tagen. Brüssel, 8. Januar. Der General-Eonsul von Transvaal theilte der hiesigen Preffe ein auS Berlin vom StaatSfecretär LcydS erhaltenes Telegramm mit, demzufolge man in Transvaal ernstlich daran denkt, die Unabhängigkeit der Republik von England zu erstreben. Paris, 8. Januar. Am nächsten Donnerstag wird der frühere Minister Poincarr4 gegen den Herzog von Orleans vor Gericht auftreten und von deffen gerichtlichen Lurator die Zahlung von 195000 Francs zu Gunsten eines Bankhauses verlangen. Paris, 8. Januar. Der „Soir" erklärt, wenn auch England auf einen andauernden Widerstreit zwischen Deutschland und Frankreich rechne, so gebe eS doch zwischen beiden Ländern zuviel gleiche Jntereffen, die ein gemeinsames Handeln gegen Englands Politik und deffen anmaßende Haltung be- dingen. Frankreich werde immer die nvthigen Eonsequenzen ziehen im Bunde mit Deutschland und Europa, wo eS auf Rivalitäten und die Opposition Seitens England stoße. An einem Kreuzzuge gegen England werde sich Frankreich allerdings nicht betheiligen. London, 8. Januar. Gestern Abend fanden hier wiederum blutigeSchlägereien zwischen deutschen und holländischen Matrosen einerseits und englischen andererseits statt. Loudon, 8. Januar. Aus Johannesburg wird ge- m ldet, daß der hauptsächlichste Theil der Bevölkerung, auf den Alles ankomme, von den Revolutionären zur Regierung übergegangen fei. Frauen und Kinder verlassen die Stadt Pretoria. Petersburg, 8. Januar. Am Sonntag ist der deutsche Botschafter Fürst Radolin wieder hier eingetroffen. Derselbe wurde am Montag vom Czaren in Audienz empfangen, um ein Handschreiben Kaiser Wilhelms zu über- reiche»'. Koustauliuopel, 8. Januar. Die Aufständischen in Zeitun haben die Vermittelung der ausländischen Vertreter angenommen und die Feindseligkeiten eingestellt. Der Krieg vo« 1870|71, geschildert durch Ausschnitte tu9 Zeitung« - Nummern jener Zett (Nachdruck verboten.) 10. Januar. Alle arbeitenden Batterien find mit dem Hauptquartier telegraphisch verbunden, die Telegraphenstationen in bombenfesten Räumen errichtet und die Telegraphisten mit Baumwolle in den Ohren ausgerüstet, damit die Trommelfelle nicht springen. 12,000 Artilleristen, fast alle sorgsam ausgewählt, bedienen die Geschütze. Gestern hatte General v. Werder südlich von Vesoul bei Villersrxel ein glückliches Gefecht gegen Truppen von Bourbaki und machte 800 Gefangene. Desgleichen stürmten vor Belfort einige Bataillone das Dorf Daujoutiu und machten 100 Gefangene. Bor Paris wieder Nebel und Schneefall, daher schwaches Feuer. Bor einigen Tagen, schreibt man, kam ein französischer Ueberläufer, ein Artillerist, vom Fort Jffy bei uns in Chaville an. Ec sah elend auS, verkommen, zerlumpt, schmutzig. Die erfrorenen Füße steckten in großen schwarzen Holzschuhen und die Hände in den rothen Hosentaschen. Er klagte weniger über Hunger, als über die Kälte und den ewigen Tag- und Nachtdienst und daS Biwakireu auf den Wällen der Forts. Sie bekämen noch jeden Tag reichlich Brod und eine Flasche Wein, wenn auch nur ein Stückchen Speck oder Pferdefleisch wie ein Wcinkork groß. Aber schlimmer noch als die Kälte und der strenge Dienst fei die tödtende Qual des ewigen Einerlei und der entsetzlichen Ungewißheit über das Ende ihrer Lage. DaS habe er nickt länger ertragen können oder er wäre sonst wohl noch wahnsinnig geworden. Ja, es kämen täglich neue Fälle von Geisteskrankheit unter den Besatzungstruppen der FortS vor. Erst gestern habe sich sein liebster Kamerad eigenhändig vor eine Kanone gebunden und diese dann abgefeuert. Ob wir nicht den Kopf oder einzelne Fetzen seines armen Severin gefunden hätten? Auch er möchte am liebsten todt fein, — aber sich selber mit der Kanone erschießen, sei zu furchtbar. Und dann bat er flehentlich, in Ehaville erst ein wenig vor einem Kaminfeuer fich erwärmen zu dürfen, ehe er weiter nach Versailles geführt werde. Die Wohlthat kenne er schon lange nicht wehr. Er verfluchte Trochu, JuleS Favre, Gambetta — alle diese seien Berräther und TraupmannS! Dieser Mörder war ihm der Inbegriff aller Scheußlichkeit. Auch LouiS Napoleon nannte er mit Abscheu einen Traupmann. Dann setzte er sich vor daS Kaminfeuer und wernte wie ein Kind. Erst ein Teller heißer Erbswurst suppe schien ihm wieder neue Lebenslust zu geben. Er streichelte unseren Soldaten die Hände und wollte sie küffen, waS diese aber auS ReinlichkeitSrückfichten mit Dank ablehnten, und sagte, er hätte nicht geglaubt, daß die PrnsfienS o gute Brüder wären. Ob es denn wahr wäre, daß wir am Abend vor Weihnachten kleine französische Sinder pour plaisir in daS Kaminfeuer gesteckt hätten. DaS sei ihnen von ihrem Eapitän auf Fort Jffy zugeschworen worden. CocoUs mtfc prwhtjkUef» Sieben, 9. Januar 1896. •• Empfang. Zur Meldung bei Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog erschienen gestern: Baurath Neuling, BerlagSbuchhändler Roth, Director des GaS- und WafferwerkS Bergen und Director des Realgymnasiums Dr. Rausch auS Gießen. •• Theaterverein. Der Theaterverein stellt feinen Mitgliedern für den 16. Januar einen höchst genußreichen Abend in Aussicht: eS ist ihm gelungen, Heren Intendanten C la ar zu veranlaffen, Hermann Sudermann- neuestes Schauspiel „Das Glück im Winkel" von der Elite seiner Künstler- schaar hier zur Darstellung zu bringen. „DaS Glück im Winkel" wird in Berlin voraussichtlich erst im April über die Bühne gehen, so daß wir diesmal eine hervorragende Novität wesentlich früher kennen lernen, als die Reichshauptstadt. Sudermann arbeitet in seiner neuen Bühnen- schöpsung mit den stärksten dramatischen Accenten und zeigt sich als Meister in der Schilderung eines Milieus, das in seiner Eigenart bis jetzt noch nicht zur dramatischen Verarbeitung gelangt ist. Man darf diejer intereffanten Dor- stellung mit den größten Erwartungen entgegensehen. ** Eoncert Verein. Zu einem großen Kunstgenuß dürfte sich das Concert am nächsten Sonntag gestalten, drei bedeutende Künstler Zajic (Violine), Grünfeld (Cello), Pauer (Clavier), die ebenso hervorragend als Virtuosen wie gewiffenhafr als Interpreten unserer Meisterwerke der Kammermusik find, haben dem an fie gerichteten Ruf Folge geleistet. Schon bei ihrem ersten Auftreten im oerfloffenen Jahre wurde der Wunsch laut, dieses vornehme Ensemble recht bald wieder zu hören und danken wir es der Concert» leitung, daß fie diesem Ersuchen so prompt entsprach. Der Concert-Abend beginnt und schließt mit einem größeren Trio (Beethoven und Schubert), dazwischen liegen eine Anzahl hochinteressanter So loleistungen, an denen die Künstler gleichmäßig participiren. Mit Genugthuung sehen wir auS dem Programm, welches Namen, wie Bruch, Chopin, Mendelssohn und MoSzkowSki aufwcist, daß bei der Wahl der Piöcen nicht allein die Virtuosität, sondern auch der geläuterte Geschmack als Richtschnur gegolten hat. Bezirksverein „EndWest". Unseren Bericht in voriger Nummer ergänzen wir dahin, t aß Punkt 1 der Tagesordnung die Rechnungsablage, Punkt 2 Statutenänderung betraf. — Weiter wurde Herr Procurist Fr. May zum Vorstandsmitglied gewählt. *♦ Technische Hochschule Darmstadt. Aus Anlaß der Feierlichkeiten bet Einweihung der Neubauten der Technischen Hochschule hat der bewährte Gönner der Hochschule, Herr Rentner Ludwig Joseph Psungst zu WormS, die von ihm auf 1000 Mk. normirte JahreSschenkung zu Stipendien für Studirende für das Studienjahr 1895 bis 1896 auf den Betrag von 2000 Mk. erhöht und damit einer Anzahl Studirenden eine wesentliche Beihülfe gewährt. Da Herr Psungst verhindert war, der Feier am 28. October 1895 persönlich beiwohnen zu können, toarrn deffen Glückwünsche durch solgendeS Telegramm etngetroffen: „Rectorat der Hochschule Darmstadt. Meine herzlichsten Wünsche begleiten Lehrer und Studirende in daS neue Heim! Möge dasselbe dauernd sein eine hervorragende Stätte der Wtffenschaft, der Wahrhastigkeit, Gerechtigkeit und Menschenliebe!" — Für daS Studienjahr 1896 bis 1897 hat Herr Psungst in hochherziger Weise wieder die Summe von 1000 Mk. zu StudiewBeihülfen bereitgestellt. — Bei den im December 1895 an der Großherzoglichen Technischen Hochschule zu Darmstadt abgehaltenen Diplom-Haupt-Prüfungen wurde den Candidaten Rady Orotschario auS Eßki-Dschuma (Bulgarien) und Michael Stawreff aus Sliven (Bulgarien) das Diplom als Bauingenieur, dem Candidaten Georg Schick aus Mainz das Diplom als Electro - Ingenieur ertheilt. ♦•K. Zur Organisation bei Handwerks. Am Sonntag sand in Alzey eine von 300 Personen besuchte Handwerker- Versammlung statt, in der nahezu alle dortigen Handwerksmeister erschienen waren. Einmüthtg nahm die Versammlung die von Herrn Buchbindermeister Machwirth vorgeschlagene Resolution gegen jede Zwangsorganisation an. Selbst die anwesenden JnnungSmeister erklärten sich für den seitherigen Zustand der freien Innung. Die Thätigkeit des Gewerbevereins für daS Handwerk wurde lebhaft aner- kannt und mehrfach betont, daß den gesteigerten Ansprüchen, die die Gegenwart an daS Handwerk stelle, daS hessische Handwerk fich gewachsen gezeigt habe, daß die tüchtigen ländlichen und mittelstädtischen Handwerker der meisten Fächer über einen Rückgang ihrer Betriebe nicht zu klagen hätten und daß die lebhaften Klagen auS den großen Städten in den dortigen Verhältnissen ihren Grund hätten. Die gesunde Entwickelung des kleinstädtischen und ländlichen Handwerks gerade sei eine Hauptursache für den Rückgang der städtischen Gewerbe. Die Handwerker der großen Städte seien die größten Feinde der kleinstädtischen und ländlichen Handwerker. Die Berliner Vorschläge seien Forderungen de« großstädtischen Handwerks. Wcr die Berhältniffe in den Kleinstädten und auf dem Land kenne, müffe wiffen, daß Innungen hier ganz undurchführbar wären. Wenn man fie zwangsweise ein« führet so würde da- de« Handwerk gar nichts nützen, da man nur ganz kleine Innungen, deren Mitglieder außerdem zerstreut wohnen, bilden könne. Eine solche Innung könne höchstens auf dem Papier stehen und koste doch viel Geld. Besonders erbittert wurde die Bestimmung besprochen, daß die Kosten der ganzen Berliner Orgauifation di- Handwerker trogen? sollen, die schon genug belaftrt seien. DaS Endresultat der Berliner Vorschläge werde sein, daß die städttschen Handwerker und die großen Jmiungeu der Städte mit ihrem Geld und ihrem Einfluß die ganze Handwerkerschaft dar- stellten und regierten und Gesetze schaffen würden, die nur auf großstädtische Verhältnisse zugeschnitten wären. Alle ländlichen und kleinstädtischen Handwerker deS Landes müßte» zusammenstehen gegen die Unterdrückungsversuche, die vo» den Wormser Handwerkern auSgehen. Unter großem Beifall wurde den städtischen Handwerkern daS Recht abgesprochen, im Namen deS hessischen Handwerks zu sprechen, deffen größter Theil in den kleineren Kreisstädten und auf dem Land wohnen. Bon der Wettern», 6. Januar. Folgendes, in unserer Gegend Übliche Verfahren gegen das rasche Faulen brr Aepsel im Keller dürste auch weiteren Kreisen von In- tereffe ,ün: Man legt auf ein Brettgestell im Keller ge- brenn en, ungelöschten Kalk, welcher allmählig löschen unb dabei die feuchte Kellerluft aufsaugen wird- unter daS in etwas schräge Richtung zu bringende Gestell wird zum Auf- fangen ter ablaufenden Kalkbrühe ein Gesäß gestellt, da« t. keine Näffuna aus dem Boden entsteht. △ Ober-Ohme«, 8. Januar. In hiesiger Gemeinde beabsichtigt man die Gründung einer Molkerei. Ob da« Unternehmen ein GenoffenschastSwesen oder eine Actien-Gesell- schäft bilden soll, ist biS jetzt noch nicht entschieden. Die zu errichtenden Molkereigebäude sollen in unmittelbarer Nähe der Staatsstraße nach Ulrichstein zu errichtet und der Betrieb durch eine Dampfmaschine bewerkstelligt werden. Daß der geplanten Molkerei an Milchzufuhr nicht mangeln wird, dürste als sicher anzunehmen fein, da die Orte deS oberen OhmthaleS, wie Ober- und Unterfeiberlenrob, Ober-Ohme« und Ruppertenrod seither ihre Milch nach Nieder-Ohme» und größtentheilS nach dem entfernten Grünberg zu den dortigen Molkereien lieferten. DaS Molkereiwesen hat i« unserem Kreise einen Aufschwung genommen, wie man ihn vor einem halben Jahrzehnt kaum geahnt hält«'. Nur zag» haft und vereinzelt entfchloffen fich anfänglich bie Landwirthe, ihre Milch in eine Molkerei zu liefern und mit der seit- herigen HauSbutterei zu brechen. Seit aber die Landwirthe die Rentabilität ihrer Verbindung mit einer Molkerei erfahren, mag nur ein ganz kleiner Theil derselben die Molkerei miffen. Die Zufuhr von Milch zu den Molkereien ist ganz bedeutend gewachsen, so verarbeitet die Molkerei Nieder- Ohmen täglich durchschnittlich 3600 Liter Milch. § Atzenhain, 8. Januar. DaS Pferd eines Fuhrmann- aus Bernsfeld vermochte an einer abschüssigen Stelle ie unserem Orte bei dem jetzt herrschenden Glatteis daS Fuhrwerk, auf dem fich außer dem Fuhrmann noch zwei Frauen unb ein Schulmädchen befanden, nicht zu halten und ging durch. Auf der rasenden Flucht fiel ein Rad an- dem Gefährt und dasselbe theilte fich In zwei Theile. Während die auf dem Htntertheil deS Wagen- befindlichen Personen in einen Hof geschleudert worden, riß da- Pferd den vorder- wagen mit dem Fuhrmann, der nachgefchleift wurde, mit fich fort bis zum Ende deS Orte-, woselbst e» zum Siebe«, gebracht wurde. Wie durch ein Wunder kamen alle Jnsaffen deS Wagens bei dem Unfall, der leicht die schlimmsten Folgen haben konnte, mit heiler Haut davon. Büdingen, 8. Januar. Sicherem Bernrhmen nach ist die Errichtung einer Molkerei in unserer Stadt gesichert. Darmstadt, 8. Januar. Da- Reichsgericht hat die Revision des Einbrechers Pütz gegen da- auf 29 Jahre Zuchthaus lautende Urtheil der hiesigen Sttaskammer verworfen. • Biedenkopf, 8. Januar. In Holzhaufen bet Gladenbach hängte sich ein 82jähriger Mann auf. 6tn Angehöriger, der den Allen zu retten versuchte, sank beim Anblick desselben in Ohnmacht- einem auf Urlaub anwesen- den Soldaten gelang es, den Lebensmüden abzufchneide» und ihm die schwindenden Lebensgeister zurückzurufen. • Ms. Kastel, 8. Januar. Die kurhefsifche LandeScredit- kaffe gibt in den nächsten Tagen bereits die neue« 3'^proc. Obligationen zum Course von lOOVi auS. • Ms. Arolsen, 8. Januar. Daß weibliche Gefangene aus dem Gefängnisse entspringen, gehört sicher zu de» größten Seltenheiten. Hier ist der Fall vorgekommen. Eine wegen Diebstahls steckbrieflich verfolgte Wittwe aus London war erwischt und im hiesigen AmtsgerichtSgefängniffe unter» gebracht worden. Als man am andern Morgen öffnete, war der Bogel auSgeflogen. Die Frau hatte sich au« dem Beit« zeug einen Strick gedreht, das Fenster erbrochen und fich Herabgelaffen. ♦ Ms. Rotenbnrg, 8. Januar. Der Kaufmann Ludwig Wetzell, ein in weiten Kreisen bekannter Bürger, »erbe gestern zum Bürgermeister der Stadt Rotenburg a. d. Fulda gewählt. • Mb Zierenberg, 8. Januar. Der Bergmann Grebe aus Dörnberg, ein bejahrter Mann, fuhr gestern auf der Zeche „Herkules" nach Schicht zu Tage. Beinahe oben an- gelangt, stürzte er aus dem Korb und hinab in die grausige Tiefe, wo er gräßlich zugerichtet todt liegen blieb. Der Verunglückte hinterläßt eine unversorgte starke Familie. • Berlin, 6. Januar. DaS Landgericht verurtheilte len Schneider Jacob Ohler wegen MojestätSbeleidigung zn neun Monaten Gefängniß. • Elberfeld, 6. Januar. Der 40jährige Maurer Buda tödtete seine 18jährige Adoptivtochter und verletzte seine Frau lebensgefährlich mit einem Beil. Der Mörder ist geflohen, taS Motiv zur That soll tu einem versuchten Sir- lichkeitSverbrechen liegen. • Munster, 7. Januar. Die Löwenbändigerin Miß Margaretha, im bürgerlichen Leben Frau So und So, wurde gestern im Circus JanSly-Leo, wo fie fett acht kauft Summa: 5 Bösartiger Neubild. 1 (1) 39 ent 2 3 34 Mit 2 zu- mit 88 zu- Gnauth. 347 mit 705 zu- Aug. Voigt. 121 Heute Schellfische! I. M. Schulhof 370 Wildprethändler Gbel 373 Gute KpeiseKaitosseln Zusammenkunft am Todenberg in Gch«lftratz«6- 356 und in der Eogelapotbeke. Marktplatz 21. 379 Rein. 355 85 62 60 1233 130 Köhler. 358 Montag, den 13, Januar l. I.. Kroueahummer ( in eolm und Oelssrdinsn s Dose Dosen empfiehlt Emil Orbig, Otto. 359 1 (1) 1 (1) 8 28 rm rm rm rm rm Wellen Buchen-Reisholz, Wellen Eichen-ReiSholz, Wellen Nadel-Reisholz, rm Buchen-Stockholz, rm Eichen-Stockholz, rm Radel-Stockholz. Master franco ins Haas, grösste Aeswahl. 1 1 1 128 25 2 39 18 4200 1750 6350 43 30 14 1 (1) 1 42 4700 1400 5000 17 Lungenschwindsucht Empyem Blasenentzündung Lebensschwäche Herzfehler Eichen-Stammholz mit 19,05 fm Inhalt, Radel - Stammholz mit 24,63 fm Inhalt, Eichen * Derbstangen mit 9,69 fm Inhalt, Nadel-Derbftangen mit 150,11 fm Inhalt, Nadel-ReiSstangen mit 1,45 fm Inhalt. Buchen-Scheitholz, Eichen-Scheitholz, Kirschen-Scheitholz, EichemPcügelholz, Nadel-Prügelholz, Lungenerweiterung Krämpfen 48,58 fm, Buchen * Derbstangen sammen 0,05 fm, Nadel - Derbstangen sammen 5,95 fm, Nadel - Neisstangen sammen 24,07 fm, Die Zusammenkunft ist jedesma im Ort Vormittags um 9 Uhr. Beuern, 7. Jannar 1896. Großherzogl. Bürgermeisterei Seuern abzugebrn 322 Strebel-Tinte | J.Rickersche Buchhandlung, Giessen rer Wann. Bemerkt wird noch, daß ich unter dem Bau- und Nutzholz mehrere Nadelftämme bis zu 4 fm befinden. Allendorf a. d. Lda., 7. Jan. 1896. Gr.BürgermeistereiAllendorf a. d.Lda. Pumpernickel, achter westfälischer, frisch em- getroffen bei A. & G. Wallenfels, Holz-Versteigerung. Im Beuerner Gemeindewald kommt in verschiedenen Districten zur Versteigerung : Freitag, den 10.Januar l. I.: Holz-Versteigerung. Freitag, den 17. Januar d. J.,sollenim Langsdorfer Gemeindewald versteigert werden: 25 Fichten-Stämme von 14—30 orn Durchmesser und 14 — 22 m Länge, enthaltend 18 fm, 290 Kiefern-Stämme von 16—30 cm Durchmesser und 8—18 rn Länge, enthaltend 150 fm, Kiefern-Grubenholz enthält 30 fm 850 Fichtenstangen, enthaltend 30 frn. Die Zusammenkunft ist um 9*/a Uhr im Ort. Langsdorf, 8. Januar 1896. Großh. Bürgermeisterei Langsdorf. Eichen-Stämme mit zusammen 34,36 fm, Buchen-Stämme mit zusammen 2,51 fm, Kirschen-Stämmemitzusammen 2,03 fm, Nadel-Stämme mit zusammen Bekanntmachung. Das Abfallholz von städtischen Bäumen an der Sicher, und Grün, bergerstraße, auf dem Trieb, im Lärchenwäldchen, am alten Anneröder- weg, am Lutherberg, Steinbacherweg, in den Friedhofsanlagen, im Bürgermeistereihof, am Wieseckerweg und auf Oswaldsgarten, bestehend aus Knüppelholz, Reisern, auch einigen Stämmen u. einigen Haufen Spähnen, soll Freitag den IO. Jaunar, Nachmittags, an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Die Versteigerung beginnt Nachmittag» 2 Uhr am Orwaldsgarten. Gießen, den 7. Januar 1896. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Holzversteigerung. Mittwoch, den 15. Januar . I., Bormittags um 9 Uhr anfangend, sollen in den Waldungen rer Stadt Allendorf a. d. Lda., Di- iricten Todenberg und Rundeheeg tachverzeichnete Holzsortimente öffent- ich versteigert werden. ikhrttinnen-Ztminar nnb Höh. Mädchrusihuleru Cassel. In unserem, mit einer 10 stufigen höheren Mädchenschule verbundenen Seminare begimst am 14. April d. I. ein «euer Eursu». Die Anstalt ist 120 J. M. Schulhof. bet höheren Mädchenschule nimmt Director Herr Dr. Krummacher gegen. Gaffel, am 3. Januar 1896. Die Stadt-Schuldeputatiou. Gaviar, feinsten grobkörnig. BiSmarckheriuge, Bratheriuge, AollmSpse, Lardtue«, Sardelle«, iSclmsfe^i l JAVA- I Xkaffef/ Versteigerung. Moutag, den 13. d. Mts., Bormittags IO Uhr, läßt Heinrich Birx Frau dahier in ihrer Wohnung versteigern: 37 55 Etr. Heu u. Grummet, 30 Etr. gedroschenes Kornstroh, 80 Etr. Weizen-, Hafer- und Gerstenstroh, 100 Etr. Dickwurz, 40 Clr. Kartoffeln, 1 Wagen, Pflug, Egge rc. Grüningen, 8. Januar 1896. Gilbert, Bürgermeister. A n m. Die in Klar mern gesetzten Ziffern geben an, wie tHdi der T 1 :Ssällr ir der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Tagen sich zwischen neun Löwen zeigte, von einer Löwin en der Gurgel gefaßt, nachdem daS nämliche Thier ihr am Abend vorher die Schenkel zerfleischt hatte. Die kühne Dame hatte die verhäugnißvolle Borstellung gegeben, obwohl der Arzt Wundfieber festgestellt hatte. Die Dompteuse ist so schwer verletzt, daß eS fraglich ist, ob sie mit dem Leben davon kommen wird. * Kiel, 6. Januar. Der Kohlenlieferant Jantzen, der wegen betrügerischer Handlungen bei Kohlenlteferungen für den Kaiser-Wilhelm Canal verhaftet worden war, hat sich im Gefängntß erhängt. • Pasewalk, 6. Januar. In ihrer gemeinsamen Wohnung wurde gestern der Rentier Lisch und seine Schwester, die 78jährige Wittwe Gaetke ermordet aufgefunden. Der Gaetke war der Schädel gespalten, während Lisch anscheinend aufgehängt worden ist. Raubmord scheint nicht vorzultegen, da keine Werthsachen fehlen. • Beuthen (Oberschlefien), 8. Januar. Der Raubmörder Sobczyk wurde heute früh hingerichtet. — Der Ge- fangen-Aufseher Masa wurde wegen Versuchs der Befreiung der Mörder Arlt und Sobczyk heute von der Strafkammer zu acht Jahren Zuchthaus verurtheilt. ♦ München, 7. Januar. Heute wurde in einer Straße eine Schachtel gefunden, in der sich die Leiche eines Kindes befand. Bei der Leiche lag ein Zettel, auf dem geschrieben stand: ein tief unglückliches Weib bittet um ein anständiges Begräbniß für das Kind, von dem es sich nicht habe trennen können. Die Kleidchen des Kindes scheinen anzudeuten, daß es aus sehr guten Kreisen stamme. * Pest, 5. Januar. In TiSzaved (Ober Ungarn) feuerten drei betrunkene Bauernbur^chen, die Brüder Szec», 60 Schüsse auf da» die Kirche verlassende Publikum. 58 Personen, meisten» Frauen, wurden lebensgefährlich verletzt. * Der jüngste Unfall • Rentier. Der jüngste Renten- empfänger des deutschen Reichs ist wohl der sechsjährige Knabe Karl Heintz in Nlederlaurerbach. Cr hatte sich bet Mithilfe an der Tabakarbeit mit der Tabaknadel derart in das linke Auge gestoßen, daß dies herauSgenommen und durch ein Glasauge ersetzt werden mußte. Die laudwirth- schaftliche Berufsgenoffenschaft Unter-Elsaß zahlt laut „Straßb. Tagebl." dem Knaben eine JahreSrente von 60 Mk., w lche nach dem 16. Lebensjahre entsprechend erfö^t wird. * Ironie. Gaftwirth: „Mch lpe3e giebtS nimmer? A' famose Creamtort'n hab'n mer g'yabt . . . hätten S' vielleicht die gern mög'n?!" Westerburg. 9R. Borumann. 1. Woche. Vom 1. Januar dis 4. Januar 1896. Einwohnerzahl 22 932. SterbUchkettSziffer: 6,78, nach Abzug der Ortsfremden 2,26°/«. Msfige Ironrnt, in allen Farben, bei A. & G. Wallenfels, 357 Markt 21. — Telephon 46. rm Buchen-Scheitholz. rm Buchen- und Nchen Knüppelholz, Nadel-Knüppelholz, Buchen-Wellen | Durchforschen Wellen ( stungswellen, Nadel-Wellen, rm Eichen- und Nadel - Stock. der Deutschen Kaffee-Import- Gesellschaft Köln a. Rh. erzielt im Gebrauche erhebliche Ersparniss allen anderen gerösteten Kaffees gegenüber. Niederlagen zu den Preisen von 80, 85, 90 und 100 Pfg. pro Vz-Pfd.-Packet in GIESSEN bei: A. Geisse, Wilh. Haas, Jac. Häuser, G. 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Wahrend findlichen Personen Pferd den vorder« schleiß wurde, mit bst er zum Stehe» kamen alle Insassen schlimmsten Folgen vernehmen nach ist rer Stadt geflchert. ,-gerichl hat dir lfl6 auf 29 Jahre Strafkammer w tiitt 'M-« > mir ,7 Ht 8'7« »tifaö Mf« Wf tm dreistufig und besitzt die Berechtigung zur Entlassungs-(Lehrerinncn-)Prüfung. Anmeldungen zum Seminare, wie zu ........der rutmnt: 3 (2) 2 (2) Punsch«Essenzen, Jamaica-Bum, Arrac, Cognac, Benedictiner, sowie andere ff. Lianenre 126 empfiehlt Heinrich Wallach. Buxkin für elaea ganzen Anzug zu Mk. 4.05 Cheviot für einen ganzen Anzug za Mk. 5.85 versenden franco direct an Jedermann 110 Oettinger & Co., Frankfurt a. M. chausen bet Sladen- Mann auf. ®,n «4* fflnf uf Urlaub an* siiden abzuschueibe« nrüchurusrn. nU(L füllte ,HS-t f* Wittwe aus w rp&K 'erbrachen «I W . Aauftnun" dud^l ■’S’*"'” «faab UUb. I!' i“ $55-" wä’S t ««V rt ’ ■n11''. e* 'j| Leiste I# * ,Leo/ v zu 85, 90, 95 und 100 Pfg. das i/2 Pfund. Verkaufsstelle: Vietze», H. 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Januar 1896. Da» Stadtbauamt. Schm andt. 340 nicht mehr I bei Gebrauch v.Watthars Fichtennadelbonbons q Erfolg sicher, Geschmack vorzüglich, Wirkung grossartig! Zu haben i 30 und 50 Pfg. bei: _____Gustav Walter.____118 VBaGW (grüne Hering) Pfund 15 Pfennig frisch eingetroffen. 369 I. M. Schulhof. Schiff-nachrichten. Der Dampfer „Illinois" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 5. Januar wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Verkehr, Cxmb» und Volk-wirthschäft. Äimtmte, 8. Januar. Fruchtmarkt. Rother Weirrn X 13.35, weißer Weizen X 13.20, Korn X 9 30, Gerste X 8.8j, Haier X 6.00. Heute: Schellfische feine Chocolade ÄHk.'NÜS lösliche Bünille-Ehoeolade, per Päckchen für eine große Taffe 10 Pfennig. Vorzüglicher Geschmack, rasche 8»* bereitung. 127 Emil Fischbach. i Hotel Schütz. Bgmtf Domlerßtiß, «bendS 8 tther Metzelsuppe Frau C- Schütz. Q Uhren, Brille«, Piucenez, M, Barometer, Ifcx Thermometer, Operngläser man am beste« und billigste« bei Georg Koch, Mmirchkr, Nevenbäuen 5, 28t nächst dem „Kaiserhof*. Es flicht nichts besseres dieWäsche schneeweiß zu bleichen und sie dabei doch zu schonen, als Luhn’s Wasch - Extract D. R.-Patent 82424 115 Probepacket k ‘/a Pfund 15 bei: Eberhard Dort, ftiessen. Schellfisch n. Cabliau, £0' anttrt frisch, im »Rebstock^. [353 Wirthe erhalten btlltaste Vormaspreise. Topfkuchen s backt man mit Dr. Oetker’® Backpulver ä 10 Pfg. Depots Gehr» Adami. «Ä... Hasen empfiehlt Heinrich Klotz, 335 Mäusburg 17. ^ie husten Aliceschule. In den am 15. Januar beginnenden Bügelcursus, sowie Kunst- wLscherei können noch einige Schülerinnen eintreten. 364______________________Der Vorstand. Alice Kochschule. Wegen Krankheit der Lehrerin kann die Kochschule nicht vor Mon tag den 20. Januar 1896 beginnen. 192 Der Vorstand. Akademische Vorträge^ Dienstag, den 14. d. Mts., präcis 8 Uhr Abends: Privatdocent Dr. Collin: Gottfried Keiler. Eintrittskarten sind in der Ferber’schen Buchhandlung, Studenten- 351 karten auch beim Universitäts-Hausmeister zu haben._______ Akademischer Gesangverein. Wiederbeginn der Proben zu „Josua" am Freitag den 10. Januar 1896. 301 Der Vorstand. NühereS tn der Exped. d. Bl. Dermielyungen. !---! 10/1. A. 8'/r U. Aufn. 327 Bem. 367 Exped. d. Bl. Männerchor. 368 I. A.: Dr. E. Heuser. -u vermieden. August Noll. Entree 40 Pfg. Anfang Abends 8 Uhr. «achweiS, Bahnhofstraße 11. 50 pebttion dS- Bl- 320 Die Geschäftsstelle. 350 Vermischte Anzeigen. Nur echt mit ■.rt.„PfeiIrlng 1887 Bedarf halte mich besten» empfohlen und zeichne 89 9 I 52 95 | Lich, den 1. Januar 1896. . 101.00 3V^/oHMnbrgr.Hyp.Bk.unt b.lvw 1016J 101.(0 3'/,«/oPreuß Hyp.«.Bt.lmkU>.lS05 101 ßC XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX unk. b. 1906 101.40 154-801 Oefterr. Eredtt-Actiev 3021» Dermft. BrKI Doller» ta «old an Morgen» Abend» 10 bis Linie 316 XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX Aedackion: L. Echcyba. — S)n»d und Brriag der Brühl'schev UniverfitätS-Buch» rmd Stonänuferri (Pietsch & scheyda) in Gießen. C D 102 6C 1018t 10661 108H 1C4 60 99 50 1036u 000.'0 IC 5 50 rrttf 16 21 2 .42 102 75 26* 8906 8186 Freitag den 10. Januar: Wiederbeginn der Proben des Chors; 8 Uhr: gemischter Chor, 9‘/2 Uhr. State Linie •en 8106 16685 3521 Mansardenwohnung mit allem abehör an eine oder zwtt Damen per April zu vermietben. Südanlage 16. 4'/»°/o Oefterr. SUhencnte 4% Ung. Gold-Rente 3°/o Portugiesen 66/c MexicKiier 4°/o Monopol-tSriech« von 4°/o Eisend. Rentenü. DM. 5»/0 BuderuS DbL 2231 Ein Student eribdlt gründlichen Unterricht tn all n Fächern. Näheres in der Expedition d- Bl. 372] Abhandex gekommen am dritten Wethnacbtsfeiertag tn »Steins «arten* ei« »inderwogeu. Denselben bittet man gefl. Dtezftraße 10, Neben- Hous, oeaen B-^lobnuna ob^e^en zu wollen. 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