1S96 Donnerstag den 9. April M 83 Erstes Blatt Aints- und Anzeigeblatt für den Ttreis Gietzen 1 «k. 4,05 Gratisbeilage: Gießener Aamilienötätter. Amtlicher Theil )hne uswahl d Kinder- zen. kanahmr von Anzeigen zu der Nachmittag- für de« folgenden Lag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr. itücher Bmden Jen eiten ^Qualitäten. tojui nn k ta8ll4, tntii 22'«»»w!r rataatn 20 j, vierteljähriger >6o«eemtnt5prd» t 2 Mark 20 Pfg. mit vringcrlohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Ps^ Nedactian, Lxpedtti»« und Druckerei: ^chnlstratzc Kr.H, Fernsprecher 51. Deutsche» Reich. Berlin, 5. April. Die Ruhe der Osterfeiertage herrscht noch immer auf dem Gebiete der inneren Politik, eS ist auf demselben keinerlei Borkommniß von Belang zu verzeichnen. Noch unmittelbar vor dem Feste hat in Berlin die Unterzeichnung deS deutsch-japanischen Handelsvertrages seitens des StaatSsecretärS Frhr. Marschall von Bieberstein und des japanischen Gesandten Vicomte Aoki stattgefunden. Der neue Vertrag kann im Interesse deS bedeutenden deut« sLen Exporthandels nach dem fernen ostafiatischen Jnselreiche nur mit Genugthuung begrüßt werden, er setzt für eine ganze Reihe deutscher Artikel, die zur Einfuhr in Japan bestimmt sind, die japanischen Einfuhrzölle wesentlich herab, Wodurch der deutsche Exporthandel eine erheblich gestärkte Stellung gegenüber seinem mächtigsten Concurrenten in Japan, England, erlangt. Auch politisch entbehrt daS Zustande- kommen des neuen Handelsvertrages zwischen Deutschland unt Japan nicht einer gewissen Bedeutung. — Dem preußi« schm Abgeordnetenhause ist die angekündigte neue Eis en - bntzn-Vorlage zugegangen- sie enthält Forderungen für -gisenbahubauten, Erricytung von Beamten-Wohnhänsern usw. - Die Frage der Zwangsorganisation deS Handwerks scheint während der Osterferien deS Reichstages einen Schritt nach vorwärts gethan zu haben. Es wird der« -sichert, daß die betreffende Vorlage in der letzten Sitzung deS preußischen Staatsministeriums vor Ostern zur Berathung gestanden habe, nur ist über deren Ergebniß noch nichts be- könnt. Selbst wenn jedoch dieser Gesetzentwurf dem Reichs- toze in seinem nachösterlichen Sessionsabschnitte wirklich noch zvgehen sollte, so ist an seine Erledigung entschieden nicht zu denken, dazu würde die nöthige Zett nicht mehr vor- hnben sein. ______________________________ Alle Unnoncen-Bureaux deS In- und Au-lande- nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. ■ *k. 5.85 M Hu p. [* rügen P«^ vekmmtmachung, betreffend Faselschau zu Gießen im Frühjahr 1896. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß am 15. April d. IS. gelegentlich des an diesem Tage statt- sindenden Viehmarktes zu Gießen auf dem Viehmarktplatz eine öffentliche Faselschau durch die Körcommission abgehalten w.lden wird. Die Schau beginnt Vormittags 10 Uhr; zur Ankörung kommen nur Fasel der Vogelsberger und Berner, speziell Emmenthaler Raffe; auch muffen die Bullen sprungfähig sein. Den Besitzern guter Thiere können, soweit die Mittel reichen, Wegegelder, vorbehaltlich näherer Bestimmung in Aussicht gestellt werden. Gießen, den 7. April 1896. Grobherzogliches KreiSamt Gießen. v. Gagern. Wolffs telegraphisches Sorrespondwz-Burean. Berlin, 7. April. Der „ReichS-Anzeiger" schreibt: Nachdem durch Bekanntmachung deS Reichskanzlers vom 27. Februar d. I. bestimmt ist, daß auf den Kleinhandel mit denatnrirtem Spiritus Paragraph 33 der Gewerbeordnung keine Anwendung findet, werden folgende Bestimmungen für das Rechnungsjahr 1896/97 angewendet: Der Betrieb deS Kleinhandels mit denatnrirtem Spiritus ist der Betriebssteuer nicht mehr unterworfen. Demgemäß wird die Anweisung vom 5. März 1894 zur Veranlagung zur Betriebssteuer abgeändert. Stettin, 7. April. Der Ausstand in der Herren- ConfectionSbranche, der 10 Wochen dauerte, endete mit dem Siege der Groß-Confectionäre. Die Arbeit wurde heute zu den alten Lohnsätzen wieder ausgenommen. Budapest, 7. April. Der Eigentümer des „Neuen Pefter Journal", Sigmund Br o d h, hat zu der vorjährigen Viertelmillion.Stiftung für ein Kinderspital neuerlich 70 000 Gulden gegeben. Rom, 7. April. Ein Comite von Senatoren und Depu- tirten von Venetien hat ein Schreiben an die übrigen vene- tischen Senatoren und Deputtrten gerichtet, in welchem eß dieselben auffordert, seinem Vorschläge zuzustimmen, fich in oorxoro Ihren Majestäten dem Deutschen Kaiser und der Deutschen Kaiserin vorzustellen, um Allerhöchst- denselben eine Adresse zu übergeben, welche Sr. Majestät dem Kaiser Wilhelm durch den Doyen der Senatoren über- reicht werden soll. Die Adresse soll ein Zeichen der Ehr- erbtetnng gegenüber dem Souverän sein, welcher während seiner Regierung Italien und seiner Dynastie so herzliche Beweise feiner Zuneigung und Freundschaft gegeben habe. Porto Empedocle, 7. April. DaS Deutsche Kaiserpaar verließ an Bord bei „Hoheazollern" den Hafen zur Weiterreise nach ShraknS unter brausenden Hnrrahrufen der Matrosen der italienischen Kriegsschiffe „Bausat" und „Doria". Der Kreuzer „Kaiserin Augusta" fuhr der „Hohenzollern" voran. Syrakus, 7. April. Der Kreuzer „K a i s e r t n A u g u st a" hisste heute Vormittag 8 Uhr die italienische Flagge. Der italienische Panzer „Morosint" und der englische Kreuzer „Astraea" und die im Hafen ankernden Schiffe hissten die deutsche Flagge. Die Üblichen Salute wurden gewechselt. Viele kleine Fahrzeuge umringten die „Hohenzollern". Alle Fenster waren besetzt. Die Stadt ist reich geschmückt. Das Rathhaus und andere öffentliche Gebäude haben italienische und deutsche Flaggen gehisst. Viele Fremde find etngetroffen. Kurz nach 9 Uhr besuchte der Kaiser den italienischen Panzer und den englischen Kreuzer. Alsdann begab fich daS Kaiser, paar und die Prinzen an Land und bestiegen unter den be° geisterten Zurufen der Menge in Begleitung des Professors Salinas die Wagen, um die Denkmäler zu besichtigen. Syrakus, 7. April. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin besuchten heute mit einem zahlreichen Gefolge den Anapo-Fluß, dessen Lauf sie bis Fontectane folgten. Die Fahrt nahm einen höchst befriedigenden Verlauf. Die Rückkehr erfolgte heute Mittag. Die Stadtverwaltung sandte zwei prachtvolle BouquctS an Bord der „Hohenzollern". Loudon, 7. April. Die „Times" melden aus Cap- stadt vom 4. dsS. MtS.: Man befürchtet jetzt, daß im Ganzen 200 Weiße durch die Matabele ermordet worden find/ Athen, 7. April. Prinzessin Marte hat fich mit dem Großfürsten Georg Michailowitsch verlobt. Athen, 7. April. Der erste Tag der olympischen Spiele verlief glänzend. Mehr als 80000 Personen wohnten denselben bei. Die königliche Familie hielt einen feierlichen Einzug. Der Kronprinz, umgeben von den Mitgliedern des ComiteS, bat den König, von dem Stadion, welches die Freigebigkeit eines großen Hellenen wtederherzu- stellen gestattet, hat Besitz zu ergreifen. Der König bewtll- kommnete die kampfeSkundige Jugend, die aus allen Theilen der Welt nach hier zusawmenströmte. Inmitten begeisterter Zurufe begannen die Spiele. Beim Wettlauf über lOO Mtr. auf flacher Bahn wurde der Deutsche Hoffmann Zweiter, auch beim DtScuSwerfen über 400 Mtr. errang Hoffmann den zweiten Preis. Depesche» bH Bure« „Herold*. Berit«, 7. April. Der „Reichsanzeiger" meldet die Ernennung des bisherigen ersten SecretärS bet der Botschaft in London, des LegationSrathS Grafen Wolff Metternich zum General-Consul für Egypten mit dem Titel und Range eines außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers. Berlin, 7. April. Auswärtigen Blättern werden von hier aus zahlenmäßige Mitthetlungen über die neue Marine-Vorlage gemacht, die angeblich dem Reichstage im nächsten Herbst zugehen soll. Diese Mittheiluvgen find der „Nat.-Ztg." zufolge vollständig unbegründet. ES sei nicht nur eine Marine-Vorlage noch nicht auSgearbettet, eS sei überhaupt vor der Hand noch nicht abzusehen, wann die Vorarbeiten zum Abschluß gelangen werden. Berlin, 7. April. Dem preußischen Abgeord- netenHause ist der Entwurf eines Gesetzes betreffend die Erweiterung des StaatSeisenbahnnetzeS und die Betheiligung des Staates an dem Bau von Prtvat-Eisenbahnen und Kleinbahnen, sowie an der Errichtung von laodwirthschaftlichen Getreide-Lagerhäusern zugegangen. Berlin, 7. April. Der österreichisch-ungarische Botschafter v. Szögyönh-Marich gedenkt am Sonntag Abend Berlin zu verlassen, um am Dienstag bei der Ankunft des Kaisers Wilhelm in Wien anwesend zu fein. Berlin, 7. April. Am ersten und zweiten Osterseier- tage fand hier ein Congreß von Vertretern der social^ demokratischen Handlungsgehilfen Deutschlands statt. Etwa 30 Delegirte nahmen an demselben Theil. Zur DiScussion standen die ThemataS: „Unsere Taktik", die „Lage der weiblichen Angestellten im Handelsgewerbe" und die „Einführung einer einheitlichen Ladenschlußstunde". Zu sämmtlichen drei Punkten wurden Resolutionen angenommen. Bezüglich der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe wurde beschlossen, die Einführung einer vollständigen Sonntagsruhe durch Reichsgesetz zu fordern, sowie eine Verkürzung resp. Abschaffung der Sonntagsarbeit durch OrtSstatut zu erstreben. Der Congreß beschäftigte sich weiter mit der Stellung der Handlungsgehilfen zur Berficherungsgesetzgebung, der Frage des unlauteren Wettbewerbs, der Lehrlingsfrage und der Gewerbeordnung. Wiesbaden, 7. April. Prinz Albrecht von Preußen, Regent von Braunschweig, ist heute früh zu vierwöchentlichem Kuraufenthalt hier etngettoffen und hat im Nassauer Hof Wohnung genommen. Wie«, 7. April. AuS Konstantinopel wird gemeldet, daß der Sultan ein Jrade unterzeichnet hat, welches die Schließung der christlichen Missionen in der asiatischen Türkei, sowie die Ausweisung aller Missionare verfügt. Budapest, 7. April. Der hier gestern und vorgestern abgehaltene Socialiften-Congreß, welcher am ersten Feiertage ruhig verlief, mußte gestern, da die Erschienenen den Behörden nicht Folge leisteten, polizeilich gewaltsam aufgelöst werden. Triest, 7. April. Der Lloyd-Dampfer „Helene" ist infolge heftiger Bora in der Nähe von Cap Pora gestrandet. Man hofft denselben wieder flott machen zu können. Venedig, 7. April. Am Samstag trifft Kaiser Wilhelm zu seinem dreitägigen Aufenthalt hier ein. Während dieser Zeit wird auch der deutsche Botschafter in Wien, Graf Philipp Eulenburg, hier weilen. Rom, 7. April. Der Minister des Aeußern sagte in einem Prtvatgespräch, der Rückzug MeneltkS mache die Friedensverhandlungen äußerst schwierig. Menelik habe ein BeobachtungS-CorpS von 15- bis 20000 Schoanern zurückgelassen, welches die Italiener zu fortwährender Wach- samkeit zwinge. Trotz der schwebenden Friedensverhandlungen wäre eS nicht ausgeschlossen, daß eS zu Kämpfen komme. Rom, 7. April. Die Perseveranza weift auf die überraschende Zunahme der socialistisch-anarchistischen Propaganda in Italien hin. Seit dem Erlaß der Amnestie tauchen die ficilianischen FaSciS bereits massenhaft wieder auf. Rom, 7. April. Nach der „Agenzia Italia" find die Beziehungen zwischen Deutschland und dem Vatikan durch die Begegnung deS Kaisers und des Cardinals Sanfeltce in Neapel und den Besuch des Prinzen Heinrich im Vatican außerordentlich gebessert. Pari«, 7. April. Die bei dem gestrigen Rennen zu Auteuil verhafteten Manifestanten gegen die Kammer und daS Ministerium erklärten bei ihrer Vernehmung, bezahlt zu fein. Paris, 7. April. In einem Manifest, welches Prinz von Balari im Namen des Herzogs von Orleans veröffent- licht, wird die Bildung eines französisch • russisch - deutschen Dreibundes als daS einzige Mittel hingestellt, um internationale Conflicte in Zukunft unmöglich zu machen. Der Staatsmann, welcher diese Idee verwirklichen würde, hatte das größte Werk deS Jahrhunderts zu Stande gebracht. Der fielen« Anzeiger erscheint täglich, vrit Ausnahme bei Montag». Die Gießener P««tlle« dtäller »erden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. W Friede lllij straw ver. ktrische htungs- nni bertragW alftgen. Jarnos uni 311 laufende o-JIaschinfi ro-Motoren. de u. liegende m-, Benzin-uw äotoben inerreloht । Gasverbraoobi1 eigkeit des GuR vorzüglich® En* g Brennstoff achrank-Fab^ »blÄ r r U®Ulfr k" treten btm Ä “ ?' en b* Gießener Anzeig er Kenerat-Wnzeiger. Ausland. Wie«, 6. April. Nachdem gestern den ganzen Tag ein eiskalter Wind über Wien gebraust, stellte fich Abends heftiger Schneefall ein, welcher die ganze Nacht anhielt. Wien mb Umgegend bietet das Bild einer Winterlandschaft. Die Ucher, Gärten und umliegenden Berge find mit einer dichten Schneedecke bedeckt, die Temperatur ist fortgesetzt libr niedrig. Paris, 5. April. Das Mißtrauensvotum. welches .yr französische Senat unmittelbar vor seinen Oster- jtrlen dem radicalen Ministerium Bourgeois wegen dessen «yptischer Politik erteilte, hat in Frankreich eine neue Mische CristS geschaffen. Welchen Verlauf sie nehmen »ird, dies läßt fich indessen noch keineswegs bestimmt 6e- ntheilen, man muß da erst das Ende der parlamentarischen Cfterferien abwarten. Von den beiden Häusern deS franzö- Hit en Parlaments nimmt der Senat seine Thätigkeit zuerst liebet auf, am 21. April, für welchen Tag die MadagaScar- »idite zur Berathung stehen. Sollte der Senat dieselben Zehnen, wie es sehr wahrscheinlich ist, so muß dann die ktputirtenkammer ihre Osterferien abkürzen, um Stellung |u Liefern Senatsvotum zu nehmen, von welcher Entscheidung irr Deputirtenkammer auch das Schicksal des CabinetS kmrgeois abhängen wird. Athen, 6. April. Die Feier deS NarionalfesteS hemn in allgemeiner Begeisterung. Die Stadt ist festlich «ichmückt. Dem heutigen Tedeum in der Kathedrale wohnte tic königliche Familie bei. DaS Wetter ist trübe. Paris. 7. April. „Libre Parole- will wissen, daß das englische Gold in dem Cooslict zwischen der französischen Kammer und in der heftigen Campagne gegen das Cabinet Bourgeois eine bedeutende Rolle gespielt habe. England strebe auf jeden Fall eine Schwächung des Ansehens Frankreichs an. Pari». 7. April. Wie verlautet, wird demnächst eine heftige Preß-Campagne gegen den Präsidenten Faure eingeleitet worden, infolge deren Präsident Faure zur Abdankung gezwungen und Casimir Perrier zur Wieder- Uebernahme der Präsidentschaft veranlaßt werden soll. Petersburg, 7. April. Einer Blättermeldung zufolge werde« zum Empfang des Fürsten von Bulgarien große Vorbereitungen getroffen. In Odessa soll der Fürst von einer Ehren-Abtheilung Soldaten und den Spitzen der Militär- und Civilbehörden empfangen werden. Petersburg, 7. April. Nach den neuesten eiugetroffenen Meldungen hat sich die Lage auf Corea verschlimmert. Der König befindet fich noch immer iM russischen Gesandt- schastS'Hotel. Dieser Tage drang ein Japaner dortselbst ein, um den König zu ermorden. Er wurde von der Wache festgenommen. Konstantinopel, 7. April. In der griechischen Kirche am BoSporuS-Ufer brach infolge angeblicher Erdstöße eine Panik aus. Fünf Kinder und zwei Frauen wurden im Gedränge erdrückt, zahlreiche andere Personen verwundet. CoceUs nnö Gießen. 8. April 1896. Kirchliche Dienstnachrichteu. lieber den Besitz der nach Art. 1 und 4 des Gesetzes vom 5. Juli 1887, die Vorbildung und Anstellung der Geistlichen betreffend, zur Uebernahme eines Kirchenamtes nothwendigen Eigenschaften ist der Nachweis erbracht worden bezüglich der Candtdaten der evangelischen Theologie: Ludwig Georgi aus Steinbach, Friedrich Germer aus Klein-Linden, Emil Grünewald auS WormS, Friedrich HeddäuS auS Alzey, Gustav Mahr auS Eberstadt, Ernst A. Müller aus Wallertheim, Wilhelm Schäfer aus Birkenfeld, Ernst Schrimpf auS Butzbach, Carl Simon auS Münster und Heinrich Weinel aus Büdingen. ** Schuldienst - Nachrichten. Am 10. März wurde der Schulverwalterin Louise Egly zu Roßdorf, Kreis Darmstadt, eine Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule daselbst übertragen- — am 21. März wurde der von dem Herrn Fürsten zu Löwenstein-Wertheiw-Rosenberg und dem Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg auf die 2. Lehrerstelle an der evangelischen Schule zu Btelbrunn, Kreis Erbach, präsentirte Schulamtsaspirant Ferdinand Weyrauch aus Offenbach für diese Stelle bestätigt- — an demselben Tage wurde dem SchulamtSaSpiranten Abraham Weinberg auS Allen- dorf a. d. Lda. eine Lehrerstelle an der Gemeiudeschule zu Bürgel, Kreis Offenbach, — am 25. März wurde dem SchulamtSaSpiranten Georg Carl Kopp aus Reinheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bischofsheim, Kreis Groß-Gerau, übertragen. ** Erledigte Lehrerstelleu. Erledigt find: Die mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rembrücken, Kreis Offenbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organisten- und Kirchendtenft verbunden. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rohrbach, Kreis Erbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Dem Herrn Grafen von Erbach-Erbach steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. ** Strohecker - Ensemble. Der am Donnerstag nun definitiv stattfindende Theater-Abend dürfte sich aller Wahrscheinlichkeit nach zu einem der heitersten gestalten, den die an Theatergenüffen gewiß nicht arme Wintersaison auf- zuwetsen hat. Der urwüchsige Humor StroheckerS, die mitwirkenden Kräfte, unter ihnen das reizende Fräulein Mühlbach versprechen zweifellos einen vollen Erfolg. Wer lange nicht gelacht hat, soll seinen Muskeln diese höchst gesunde Bewegung gönnen, denn bei dem Schwank von A. Stoltze „Verspecultrt" muß selbst der grämlichste Melancholiker auS der Rolle fallen und lachen. ** Theaterootiz. Wie uns soeben mitgetheilt wird, gastirt in der nächsten Woche hier im Leib scheu Festsaale daS Baseler Operettenensemble und zwar an 4 Abenden. Die Gesellschaft bringt hier unter Anderem ZrllerS „Obersteiger" mit großartiger Ausstattung und Sullivans originelle japanische Operette: „Mtcado" zur Aufführung. DaS Ensemble weilt gegenwärtig in Speyer und schreibt die „Speyerer Zeitung" über ihr dortiges Gastspiel am 6. dS. MtS. Folgendes: In ausgezeichneter Weise führte fich am Ostersonntag hier daS Operettenensemble aus Basel ein. „Der Obersteiger" errang einen durchschlagenden Erfolg. In erster Linie war daS dem Träger derjenigen Rolle zu danken, die der Operette den Namen gegeben, Herrn Victor Horwitz. Trotzdem der Sänger von vornherein mit seinen Stimme Mitteln etwas verschwenderisch umging, hielt er mit gleicher Kraft bis zu Ende au». Neben ihm zeichneten sich die Herren Alfred Bömly und Joh. Sieben aus. Sehr gut wurde die Comteffe Fichtenau von Frl. Lina Heßberger ver- treten. Die Dame hat Stimme, Schule und, was bei Sängerinnen oftmals nur sehr mangelt, auch Spiel. Ihr schloß sich würdig Frl. Mathilde Durand an. Lebhaften Beifall fand auch Frl. Gustl Ströhl. Der Besuch war gut. Weniger zahlreich war daS Publikum gestern- die Aufführung des „Don Cesar" aber nicht minder vorzüglich als die des „Obersteiger". Zu erwähnen bleibt noch da» ausgezeichnete Zusammenspiel aller Betheiligten. Man sah, daß eine wirklich geschickte Hand da» Ganze leitet. •* Zur Beachtung für Wirthe. Diejenigen Wirthe, welche dulden, daß in ihren Localitäten deS NachtS nach 12 Uhr noch durch Musiciren, Gesang oder auf andere Weise ruhestörender Lärm verursacht wird, haben e» fich selbst zu- zuschretben, wenn ihnen sofort Feierabend geboten wird. •• Zusammenstoß. In der Grünbergerstraße collidtrte gestern Nachmittag ein Fuhrwerk mit einem Handkarren. Der Karrenführer erhielt einen heftigen Stoß gegen die Brust und wurde zur Erde geschleudert. Die Ursache deS Zusammenstoßes war, daß der Fuhrwerks- und auch der Karrrnleaker nicht nach rechts auSgewichen waren, wie solche» im Artikel 271 deS Polizeistrafgesetzes vorgeschrieben ist. Wasserverkauf au den Eiseubahnzügen. Eine Neuerung wird mit Beginn der warmen Jahreszeit auf manchen Bahnhöfen getroffen werden. Der Deutsche Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke hat kürzlich an alle Eisenbahn- Directionen die Bitte gerichtet, daß im Sommer an den Zügen auch frisches Waffer tu Flaschen und Gläsern zum Verkauf angeboten werde. Die Eisenbahnbehörden find zum Theil auf die Anregung eingegangen und wollen aus geeigneten Bahnhöfen frisches Trinkwaffer zu einem billigen Preise (2 bis lOPfg.) zum Verkauf bringen. Hier und da geschieht daS übrigens schon, auch in Deutschland, z. B. vielfach in Württemberg. Jetzt ist die vom Verein erbetene Einrichtung versprochen für Baden und Bayern, ferner für die Directions- bezirke Magdeburg, Frankfurt a. M., Bromberg, Stettin, Berlin, BreSlau, Kaffel und Kattowitz. Viele Reisende werden für die Neuerung gewiß dankbar sein. •* Einweihung des KyfshauserdeukmalS. Die Mitglieder der Hasfia, welche an der Einweihung deS KyffhäuserdenkmalS am 18. Juni d. I. theiloehmen wollen, haben sich eine Bescheinigung der Zugehörigkeit zur Kriegerkameradschaft Hassia von ihrem DeretnSvorfitzenden auSfertigen zu laffen. Diese Bescheinigungen sind durch die Bezirksvorsitzenden an den Verbandsrechner, Herrn Hauptmann d. L. Waldecker in Darmstadt zur Abstempelung einzusenden mit Angabe der Station, von welcher die Reise angetreten wird. Meldungen für Quartier (mit oder ohne Bezahlung) und Meldungen der Mitglieder, welche auf Wagengestellung (der Platz zu 3 Mk.) rechnen, müssen ebenso wie die Bescheinigung bi» zum 15. April in den Händen des Herrn Waldecker sein. Für die Hasfia-Mitglieder, welche nach dem Kyffhäuser in der Zeit vom 15. bis 20. Juni reisen, werden bekanntlich Fahrkarten für die dritte Wagenklaffe zum MilitärsahrpretS auS- gegeben. ____________ n. Friedberg, 6. April. Um dem lästigen Betteln der Handwerksburschen entgegenzutreten, wurden vor einiger Zeit drei NaturalverpflegungSstationeu in unserem Kreis, nämlich in Friedberg, Butzbach und Groß-Karben errichtet. Mit jeder derselben ist nun vom 1. April ab eine ArbeitSvermittelungsstelle verbunden. Jede führt darum ein Derzeichniß von Arbeit- und Arbestersuchenden. Der vorsprechende Arbeiter kann nur dann auf Verpflegung rechnen, wenn er bereit ist, eine Arbeit anzunehmeu. Will er dies, so wird er mit einem Coutrolschein versehen, welchen er dem Arbeitgeber bei seinem Eintritt überreicht. Dieser hat den Schein, der auf einer bereits frankirten Postkarte gedruckt ist, auSgefüllt der Station zurückzusenden und beim Austritt dem Arbeiter eine Arbeitsbescheinigung zu übergeben. DaS Arbeitsuchen ohne Controlschein ist dem Wanderer verboten. Die Bürgermeistereien find ausgefordert, die Poltzeiorgane zum strengen Einschreiten gegen die Wauderbettelei anzuweisen. — Wenn durch genügende Betheiligung sich ein Be- dürfniß nach vermehrtem, gewerblichem Unterricht zeigt, will der hiesige OrtSgewerbeverein einen SommercursuS an der erweiterten Handwerkerschule einrichten. 4- Büdingen, 7. April. Ihre Königliche Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin trafen heute Nachmittag mit Extrazug zum Besuche der Fürstlichen Familie hier ein. Die Stadt war auS dieser Veranlaffung mit Fichtenbäumen, Fahnen, Guirlanden, Kränzen rc. prachtvoll geschmückt und in der Bahnhofstraße eine Ehrenpforte er- richtet worden. Die Schulkinder, Schüler des hiesigen Gymnasiums und die hiesigen Vereine bildeten Spalier von der Ehrenpforte bis zum Schlöffe. Der Stadtvorstand, die Vertreter der hiesigen/Vereine sowie die Kriegervereine und die Reserve- und Landwehrosfiziere des Bezirks Büdingen hatten auf dem Bahnsteig Aufstellung genommen und Ihre König!. Hoheiten begrüßt. An der Ehrenpforte waren eine Anzahl weiß gekleideter Festjungfrauen versammelt und eine derselben überreichte Ihrer König!. Hoheit der Großherzogin ein Bouquet. Heute Abend veranstalten die hiesigen Vereine einen Lampionzug in den Schloßhof, woselbst der hiesige Gesangverein Lieder vortragen und ein Festgenoffe eine Ansprache an die hohen Herrschaften halten wird. Auf morgen früh 10 Uhr sind die Spitzen der hiesigen Behörden zur Audienz bet Sr. König!. Hoheit befohlen. Die Rückreise deS Herrscherpaares wird morgen Nachmittag erfolgen. Althrim, 30. März. Am gestrigen Sonntag wurden in unserem Orte zwei Kinder zur Taufe in die Kirche gebracht. Zwei Familien de» OrteS waren beide in der glücklichen Lage, je einem Sprößling die Taufe zu Theil werden zu laffen. Der Act wurde auch vorgenommen, und ruhig brachte man die Kleinen wieder nach Hause, um sich dann dem Kindtaufschmause hinzugeben. Wer beschreibt aber daS Erstaunen, als gegen Abend die eine der Frauen entdeckte, daß auS ihrem Knaben ein Mädchen geworden! Sie wickelte es sofort, um eS auszutauschen, als auch schon von der anderen Seite ihr der verwechselte Sprößling mit Dank retournirt wurde. Darmstadt, 7. April. Medicioalrath Küchler wollte heute in seinem Wagen einen- Schluck Sherry nehmen, vergriff fich aber in der Flasche und nahm Carbol. Sein Zustand ist sehr gefährlich, aber nicht hoffnungslos. Herr Küchler ist einer der meistbeschäftigten hiesigen Aerzte und seit Jahren Stadtverordneter. F. Z. ♦ Dillenburg, 7. April. Wir machen hiermit darauf aufmerksam, daß der nächste Vieh- und Krammarkt hier am Montag drn 20. April und nicht, wie in den Kalendern angegeben, am 9. d. M. stattfindrt. • Frankfurt i. M., 7. April. Ein Dienstmädchen hatte- mit seinem Geliebten gestern dis nach Mitternacht ein Tanz- local besucht, dann aber, so erzählt der Polizeibericht, geriech daS Paar in Streit, und infolgedeffen stürzte fich heute früh um vier Uhr das Mädchen auS dem zweiten Stockwerk feiner in der Eichwaldstraße belegeven Wohnung. Der hiozu, gerufene Arzt stellte schwere innere Verletzungen fest, und ließ da» Mädchen in da» Heiliggeistspital bringen. • Köln, 6. April. Gestern Nachmittag wurde im Rheinaa- Hafen die Leiche eines jungen Mannes an» Land gebracht, der seit CarnevalSdieoStag vermißt wurde. Der als Winzer verkleidete Mann war zuletzt i« Begleitung zweier Masken gesehen worden. Ein Arm der Leiche war verstümmelt. Die Behörde ist eifrig bemüht, den rärhselhaftev Vorfall aufzudecken. ♦ Berliner Bewerbe - Ausstellung 1896. Entsprechend der hohen Bedeutung, welche die Berliner Maschinen. Industrie einnimmt, wird auch die Aurstellung dieser Gruppe auf der Berliner Gewerbe-AuSstellung 1896 hervorragend großartig und besonders intereffant sein. Die Gruppe Maschinenbau ist räumlich weitaus die bedeutendste der ge- sammten Ausstellung. Nicht weniger al» 17 000 Quadrat' meter Flächenraum find von der Gruppe in Anspruch genommen worden. Davon entfallen allein 9400 Quadratmeter auf die an da» Hauptgebäude angebaure große Maschinenhalle, 5000 Quadratmeter haben Aussteller i» Freien inne, 1000 Quadratmeter ist der Bodenraum b« für die Gas-Industrie bestimmten GaSpavillonS, 750 Quadrat- meter find mit au die große Maschinenhalle fich anschließeudw halboffeneu Hallen besetzt. DaS Keffelhaus mißt 600 Quadratmeter, zwei Locomobilenhäuser endlich 200 Quadratmeter Die ca. 300 Aussteller der Gruppe, die fich auf sechs Untergruppen vertheilen, vertreten alle Zweige der Maschtnea- fabrikation - in jeder Branche betheiligen sich fast auSnahuS- loö die ersten Firmen an der AnSstelluno. Von der kleinster Schraube bis zum mächtigen Dampfkeffel und bis zur Dampfmaschine von mehreren hundert Pscrdekräften, von den gewöhnlichsten Apparaten bis zur vollständigsten Einrichtung von Betrieben aller Art, von der einfachen Eisenbahnschtevr bis zur pustenden Locomotive und zum eleganten Salonwagen ist auf der Ausstellung alles zu finden, wa» zu» Maschinenbau gehört. 12 große Dampfkeffel zur Speisung der Betriebsmaschinen für die electrische Beleuchtung stehen als imposantestes Ausstellungsobject im Keffelhause. Nicht nur die ersten Berliner Firmen, auch Maschinenfabriken von außerhalb: auS Gumbinnen, Freiberg i. S., Sachsenhausea bei Frankfurt a. M. und Dürrn haben Keffel dort eingestellt Der größte Theil der in der Gruppe ausgestellten Fabrikate, Apparate, Maschinen rc. wird im Betriebe gezeigt werden, sodaß fich dem Besucher ein feffelnde» Bild von den Leistungen der Maschinen-Industrie darbieten und auch der Laie de» Jntereffanten genug zu sehen haben wird. Zwei grofct Maschinenfirmen bauen Dampfmühlen, die mit vollständiger Einrichtung im Betriebe vorgeführt werden. Bor den Augen deS Publikums wird in einer Dampfwäscheret und Plätterei schwarze Wäsche gewaschen und wieder gebrauchsfertig gemacht. Eine Ztegelpreffe mit Walzwerk und Walzenspeist- apparat fabricirt mit größter Geschwindigkeit und Sicherheit Ziegelsteine. Einen Begriff von der Vervollkommnung der Bnchdruckkunft werden die in Thätigkeit gezeigten Buchdruck-, Steindruck- und RotationS - Schnellpreffen geben. Eine complette Brauerei-Einrichtung und eine Spiritus Brennerei werden das größte Jntereffe erregen. Die in der Maschinen Halle untergebrachten Betriebs - Dampfmaschinen für die Dynamos zur electrifchen Beleuchtung, Maschinen von gewaltigen Dimenfionen und 100 bis 300 HP, werden einen HauMmztehungSpunkt für die Besucher bilden. Eine Anzahl speciellerer Betriebe und Einrichtungen, wie eine vollständige Schmiede, eine Molkerei-Anlage, Fabrikation von Silber waaren, ein Pulsomeler zum Betriebe deS Wafferfalle» und von Springbrunnen, ein Bohrthurm für Tiefbohrungen, eint Luftdruck - Wasserleitung u. a. m. bekunden ebenfalls die Leistungsfähigkeit der Maschinen - Industrie. Größere und kleinere Maschinen und Apparate jeden Genre» Nk alle Arten Industrien, für Metallfabrikation, Holzbearbeitung, Buch' druckeret, NahrungS- und Gcnußmittelsabrikation, GaS- uni Wasseranlagen, Textil- und Bekleidung»,ndustric, werden i» reicher Anzahl im Betriebe bezw. in Thätigkeit vorgesührr werden. Besonders reichhaltig ist die GaS-Industrie vertreten, die ein eigenes Gebäude, den Gaspavillon, in Anspruch genommen hat, den sie mir ihren AuSstellungSobjectea großartig auSstattet. Allabendlich wird dieser Pavillon außen und innen durch GaS- und GaSglühlicht in hellstem Lichte erstrahlen. • Köstritz, 5. April. Die seit zwölf Jahren in Köstritz bestehende Gärtner-Lehranstalt ist im lausenden Winter- Semester von 92 Berufsgärtnern besucht worden und gehön demzufolge zu den stärkst besuchten gärtnerischen Fachscholev. Der Nationalität nach gehören 56 Preußen, 31 den übrige» Bundesstaaten und die übrigen dem Auslande an. Der Stand der Väter war bei 6 hohe Militär- und Staatsbeamte, bei 13 Professoren, Directoren und Lehrer, bei 6 Pfarrer, bei 6 Aerzte und Apotheker, bei 13 Hofgärmer und Gärtnereibefitzer, bei 16 Kaufleute, bei 11 Fabrikanten und Techniker, bei 28 Verschieden. In Folge der zunehmenden Bedeutung des Gartenbaues und de» in immer weiteren Kreisen eindringenden Sinne» für Gartenbau und Gartenkunst, entschließen fich bei der Ueberfüllung in allen Berufen immermehr Eltern dazu, ihren Sohn, sofern er Sinn für die Naturwissenschaft besitzt, sich der Gärtnerei zuwenden zu Ulten- Don Jahr zu Jahr wächst da» Bedürfniß an gärtnerischen Erzeugniffen und die Nothwendigkeir, den Boden auf die intensiveste Weise au»zuuutzen, wa» nur durch Gartenculrur möglich ist. Köstritz, an den AuSläufen de» Thüringer Walde» gelegen, ist seit dem Anfang de» Jahrhundert» Sitz ausgedehnter Gartencultureu und besitzen seine Gärtnereien Weltruf. Wer vor der Frage steht: „Wa» soll unser Sah" Auffork Tie Leichenkasse- c Miet zwei neue Vfcrhbtden anzuscho Cnertm mit Prei Mei von achtfach 14 oder Buckskin 15. be. M. verschl fctnlm der Gesellsch Avl, Mäusburg, en Musin der Decket scher, werden! ebens, tat Auskunft vom gtholl wnden. Ä M Heute uud n Weine ** ladenrein, pr. 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Muster der Decken können einge- sehen werden; ebenso kann jede wei- •ert Auskunft vom Präfidenten ein- Stoffe fangen von selbst durch Entwickelung von Wärme sehr leicht Feuer, so sind z. B. fette Lumpen, Baumwollabfälle rc. sehr zu Selbstentzündung geneigt, zumal wenn sie auf einen Haufen in einem warmen Raume liegen. Aus solchen Erfahrungen laßt sich erkennen, wie gefährlich eS ist, ölige Lumpen rc. herumltegen zu lassen. Sicherer wäre es, alles derartige Zeug in einem Blechkasten zu verwahren und so einen allenfallsigen Brand auf denselben zu beschränken. Es gtebt auch trockene Substanzen, die sich zuweilen von selbst entzünden. Ein bekanntes Beispiel ist der Lampenrutz, obwohl von Dielen seine Selbstentzündung kleinen Mengen Oel, das in dem Ruß sich vorfindet, zugeschrieben wird. Jedoch auch der trockenste Ruß kann fich selbst entzünden. ES sind Fälle verzeichnet daß Lampenruß nach kurzem Lagern in Fässern beinahe rolhglühend wurde. Ruß darf also in Häusern, Ställen, Schuppen nirgends angehäuft liegen, sondern er muß auf den Düngerheufen geschüttet werden. 3373] Eine Partie größere Kiste« sind billig zu verkaufen. Seltersweg 6» Ein Wort an Alle, die Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Holländisch, Dänisch. Schwedisch, Polnisch, Russisch oder Böhmisch wirklich sprechen lernen wollen. Gratis und franco zu beziehen durch die Rosenthal’Bche V erlagahandlg. in Leipzig. Bade- und Kuranstalten etc. Z> Transmis- sionen. , /Z X** ZcW richtung soll Unglücksfällen in Folge Nachlässigkeit der Streckenwärter vorbeugen, und dürste, wenn sie sich bewährt, wohl allgemein ein- geführt werden. Eine Anzahl Haager Geldleute hat zwecks beutung der in den Hauplländern zu beantragenden Patente Ki«derkleidern, hat noch einige Tage zu vergeben. Zu erfragen bei 3367 Frau Müller, Alicestraße 31, III. M- und Kch-Gurken Vermischte Anzeigen. Ich nehme hiermit die Beleidigung, die ich gegen die Familie Grosch ausgesprochen habe, zurück. Georg* Lieh, Leihgesternerweg 24. 337» Zum Waschen der Kinder sollte stets nur eine milde, die zarte Kinderhaut nicht angreifende Seife benutzt werden. Unter den vielen neuerdings aufgetauchten Seifen hat keine so die Anerkennung der Professoren und Aerzte gefunden, wie die Patent-Myrrholin-Seife- Summa: 7 (3) 5 (3) 2 - 8nm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel« der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke komm«. 3007 Emil Fischbach M^rn?" möge nicht versäumen, fich den Prosprct der Unner-Lehranstalt Köstritz kommen zu lassen. * Mannheim, 4. April. Einem von Mannheim über Hclsruhe reisenden Herrn wurde während der Fahrt oder b Bahnhof zu Basel eine Brieftasche mit 11 Tausend« Bit» 28 bis 30 Hundertmarkscheinen gestoh len. Des ren« ßlldlen Griffes verdächtig ist ein junger Mann. • Karlsruhe, 7. April. Der Wanderdoctor Majewski, in am SamStag gegen Cautiön entlasten wurde, ist ßlüchtig geworden. Die von ihm über seine Person ge- mchten Angaben erwiesen fich als Schwindel. Die Caution tzaliert ein vertrauensseliger Patient. * »ergiftungstod durch Maiglöckchen. In Bruchsal Irrt ein Knabe, der Master aus einem GlaS getrunken hatte, in dem zuvor Maiglöckchen standen. Die Untersuchung i'iflte, daß in der Pflanze zwei Giftstoffe enthalten find, Konvallarin und Convallomarin, letzteres ein starkes Herzgift. * Brüssel, 7. April. In der vergangenen Nacht Irannte in Jette-St. Pierre bei Brüssel ein Tanzlocal nieder. Der Etgenthümer, seine Frau und drei Kinder kamen labei umS Leben. * Der größte und schönste Eiseubahnhos der Welt für tzrrsonenverkehr ist der neue Uniou-Bahnhos in St. LouiS. Da» Gebäude ist 700 Fuß lang und 606 Fuß breit. Die ßläche unmittelbar vor dem Bahnhofsgebäude ist 42 Acres groß. 26 Geleise lausen in den Bahnhof ein. Der zweit- zrößte Eisenbahnhof ist der in Frankfurt a. M. Dieser hat 18 Geleise. * Auszeichnung. Topfkuchen, Chocoladekuchen, Königs« »der Englischer Kuchen und Sandtorte, gebacken mit Dr. Oetkers Backpulver, waren auf der Berliner llochkunst'AuSstellung ausgestellt und haben so sehr den Beifall der Damen gefunden, daß dieser kleine Artikel durch ein sfhrrndtplom und Silberne Medaille ausgezeichnet wurde. Za Lausenden wurden die Kuchenrecepte von den Hausfrauen 1I8 eine wichtige Vervollständigung ihres Kochbuches mit- genommen und selbst die höchsten Damen, wie Ihre Majestät Ile Kaiserin Friedrich, ließen fich die Wirkung dieses vorzüglichen Backpulvers von Frau Commerzienrath Hehl, der Vorsitzenden der Ausstellung, erklären. Die Vortheile dieser srgeuSreichen Erfindung werden von den Hausfrauen immer nehr anerkannt und die Kuchen, welche mit Dr. Oetkers Lackpulver gebacken sind, können an Wohlgeschmack nicht übertroffen werden. * Was ist die größte Ironie? Wenn zwei SonntagS- reiter beim Besteigen ihrer Pferde sich ein bestimmtes Rendez- baue geben. Witterrrugsbericht vom 8. April« Die Depression über Nord-Europa hat an Tiefe bedeutend gewonnen und steht heute durch eine schmale, südwärts gegen den (Kontinent verlaufende Furche mit einem zweiten Gebiete niederen Druckes im Süden und Südosten des Erdtheils in Verbindung. Durch dieselben sind zwei barometrische Maxima getrennt, von welchen des intensivere über Westeuropa lagert, währenddes zweite sich vom Innern Rußlands bis nach Ost-Deutschland und Oesterreich erstreckt. Die Witterung ist im südlichen Deutschland andauernd trüb und fielen meistenorts noch Niederschläge. Indessen zeigten die Temperaturen heute Morgen eine erhebliche Zunahme. Bora«OstchUiche Sittttmiflt Fortdauer des unbeständigen Wetters, kühle Temperatur und Strichregen. 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Ctoaäu rrird Arrnst. — »Deutscher Soldatenhort", illustrirte Zeitschrift für das deutsche 6eer und Volk. Herausgeber: General-Lieutenant z. D. H. v. Below. Preis pro Quartal 1.80 Mk. Verlag von Karl Siegismund. BerlinMauerstraße68. VN. Jahrgang. Heft 19 erschim soeben und enthält: Ostergruß. — Giganten und Zwerge Roman von Otto Elster. (Forts.) — Nächtliche Schießübung auf Biwaksfeuer in der Hasenheide bei Berlin. (Mit Abb ) - Elf Blutzeugen deutscher Freiheit und Tapferkeit. Von Friedrich v. Kamphausen. (Schlug.) — Marsch durchs Dors. (Mit Adblld.) — Unsere Feldzeichen. Don General der Infanterie z. D. o. Kretschman. — Briese eines bayerischen Kanoniers in seine Heimath. Von I. B. — Land und Leute im südlichen Kleinasien. Von Walter Siehe. (Schluß). — Einiges aus Italien. Von unserem italienischen Correspondenten. (Mit Abbild.) — Sprüche. — Vaterländische Gedenktage. — Plaudereien. — Splitter und Funken. — Räthsel. — Briefkasten. — Inserate. 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