Sonntag den 8. März 1896 Nr. 58 Viertellährigkr Keneral-Mnzeiger Aints- unb Zlnzeigeblatt für bett Kreis Gießen. Hratisbeikage: Gießener Kamitienölätter r i Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr. Die Gießener IKmikienblälter werden dem Anzeiger »öchmtlich dreimal beigelegt. Der Lietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montag». Neueste Had^rid^en* Wolff» tel«gr»phtscher Eorrespoodenz-Bureem. Budapest. 6. März. Der „Pester Lloyd" schreibt: „Bei der schweren Entscheidung, welche Italien in den nächsten Tagen zu treffen hat, kann eS der Nation und den Staatsmännern. welche das letzte Wort zu sprechen haben, Genug- thuung bereiten, daß ste ihre Entschlüffe frei von aller Sorge um die europäische Situation des Landes zu fassen in der Lage find- denn die Sicherheit Italiens, seine Unverletzlichkeit und Integrität stehen unter dem Schutze des Dreibundes. In der heutigen Weltlage würde sobald keine Macht daran denken, einen Moment der Schwächung des Nachbars zu benutzen, um ihn zu überfallen- aber selbst angenommen, daß solcher Plan irgendwie bestände, müßte er an dem Schutzwalle deS Dreibundes scheitern. Ob Italien auch noch ganze ArmeecorpS nach Afrika dirigirt, so bleibt es doch im Dreibunde immer der gletchwerthige Partner, der es von Anfang an gewesen ist. Dos Bündniß mit zwei mächtigen Staaten deS ContinentS gestattet Italien, heute ohne Sorge um seine Stellung in Europa für Erythräa frei und ungehindert dasjenige zu thun, was nach den Erfordernissen des Augenblicks und jenen der dauernden Interessen Italiens erforderlich erscheint." Rom. 6. Marz. Auch in Parma find Ruhestörungen entstanden. DaS Militär stellte die Ordnung wieder her. Rom. 6. März. Während des gestrigen Nachmittag« dauerten die Kundgebungen fort. ES wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Viele Ladenbefitzer haben zeitiger geschlossen. Es fällt unaufhörlich Regen. Rom. 6. März. Die „Opinioue" meldet: Baldissera, der gestern in Asmara angekommen ist, sandte ein Telegramm, in dem die Lage ernst beurtheilr und Forderungen behufs besserer KrtegsauSrüstung von Asmara gestellt werden. Die „Opintone" berichtet: Die Nachrichten auS Adigrat lauten nicht gut. DaS Fort ist von Rebellenhaufen um- zingelt. Baldissera telegraphirt, daß er jetzt zum Entsätze nichts versuchen könne, es seien Lebensrnittel nur für einen Monat dort, Die Garnison bildet ein weißes Jägerbataillon Deutscher Reichstag. 63. Plenarsitzung. Freitag, den 6. März 1896. Auf der Tagesordnung steht die zweite Berathung der Gewerbenovelle. Nach Art. 1 soll die Concesfion für Privat-Kranken-, Entbindung«- und Irrenanstalten auch versagt werden unter gewissen örtlichen Voraussetzungen, im Falle von „erheblichen Nach- theilen oder Gefahren" für Mitbewohner und Nachbarn. Abg. v. Holleufer (cons.) beantragt, htnzuzufügen: „ober Belästigungen". Staatss-cretär v. Bötticher erklärt sein Einverständniß mit diesem Anträge. Sbgg. Dr. Schaedler (Str.), Pachnicke (srs. Vg) und Kruse (nl.) fürchten, daß bei Annahme des Antrags die Errichtung solcher Anstalten unter Umständen gan, unmöglich sein werde. Art. 1 wird unverändert unter Ablehnung des Antrags Holleufer angenommen. , , Art. 2 bestimmt, daß die den Schausvielunternehmern ertheilte Concession nur für das bei Ertheilung der Soncesfion bezeichnete Unternehmen gilt, drß sie dagegen bet wesentlicher Veränderung des Unternehmens ober für ein anderes Unternehmen einer neuen Er- laubniß bedürfen. Ferner, daß die Soncession zu versagen ist, wenn der Unternehmer, nicht den Besitz der zu dem Unternehmen nöthigen Mittel Nachweisen kann. Abg. v. Wolsztegier-Gilgenburg (Pole) beantragt die erstere Bestimmung zu streichen. . ,£ , Staatssecretär v. Bötticher bittet um Ausrechterhaltung derselben im Interesse der ehrsamen Handwerker und Schauspieler, welche durch ftagwürdige Unternehmer nicht selten schwer geschädigt würden. £ Richter (°rs. Vp.) meint, die ehrsamen Handwerker und Schauspieler würden geswadigt, wenn die Schauspielunternehmungen gar zu sehr erschwert würden. Urheber dieser ganzen Bestimmung ist die Bühnengenossenschaft und der Leiter, der Generalintendant der König!. Schauspiele, der die Bühnenconcesstonen mehr und mehr eingeschränkt sehen möchte. Diese Herren gehen viel zu sehr von idealen Vorstellungen aus, indem sie nur höberen Kunstinteressen Rechnung getragen wissen möchten. Sie übersehen aber dabet, daß nicht Jeder so rein künstlerische Genüsse bezahlen kann, und daß für diese Leute doch auch schon die weniger idealen Schaustellungen von Werth sind, denn zum Mindesten unterbrechen dieselben das öde Einerlei des WtrthtzhauSlebens. Redner bekämpft aus den gleichen Gründen auch das Erfordernih des Nachweises der be- nöthtgten Mittel und beantragt schließlich, den ganzen Theater- artlfe^bg ^Re^ißhauS (Soc.) verbreitet sich über die ungünstige Lage der Bühnenangestellten, über ihre Ausbeutung durch das unlautere Treiben der Theater-Agenten, und rügt, daß die Regierung hiergegen noch immer nichts gethan habe. Staatssecretär v. Bötticher verweist dem gegenüber auf ein Rundschretb-n, welches schon 1893 an die Verwaltungsbehörden erraffen worden ist und in welchem, und unter Vorlegung jenes unlauteren Treibens und des weitgehenden Einflusses der Theateragenten auf die Buhnenleiter, die Verwaltungsbehörden aufgefordert worden find, dem unlauteren Treiben mit S 35 der Gewerbeordnung entgegenzu- treten. Wenn Richter trotz des iffenbaren Nothstandes auf diesem Gebiete sich dem Nachweis der zu einem Theaterunternebmen nöthigen Mittel widersetze und den ganzen Artikel gestrichen wissen wolle, so erinnere er daran, daß Richter ja den agrarischen Nothstand auf den Mangel an Mitteln bei den Landwirthen zurückzuführen pflege. Wie sei es damit vereinbar, daß Herr Richter sich hier dagegen sträube, daß von den Theaterunternehmern vor Ertheilung der Con- cefston der Nachweis genügender Mittel erfordert werde! Abg. Beckh (frf. Vp.) äußert sich im Sinne Richters. Abg. Richter: Der Herr Staatssecretär beruft sich auf meine Stellung zu dem agrarischen Nothstand und darauf, daß diesem Nothstand sehr oft Mangel an Mitteln zu Grunde liege. Ja, bereitet vrmgerlohn. Durch die Poft bezöge» 2 Mark 50 Pfg. RfSaction, Expedition und Druckerei: KchukstrahrKr.7. Fernsprecher 51. Dießemr Anzeig er Alle Annoncen-Bureaux de» In- und Au»lande» nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. denn etwa der Herr Staatssecretär einen Gesetzentwurf dahin vor, daß die Landwirthe, ehe sie einen Betrieb selbstständig übernehmen, den Besitz der nöthigen Mittel Nachweisen müßen? (Heiterkeit ltnkS.) Redner beantragt Verweisung deS Art. 2 an eine Sommifsian. Abg. v. Bennigsen (natl.): Meine Freunde sind hiermit einverstanden, wir setzen dabei allerdings voraus, daß der vielen zu der Vorlage noch gestellten Anträge halber auch noch eine ganze Anzahl anderer Artikel an die Commission gehen. Abg. Frhr. v. Manteuffel (conf.) und Schadler (Str.) erklären sich gegen den Antrag Richter, da die ganze Novelle schon im Vorjahre genügend durchgrarbeitet fei. Abg. Frhr. v. Stumm (Rp) widerspricht gleichfalls dem Anträge, der nur bezwecke, das ganze Gesetz nicht zu Stande kommen zu lassen, was Abg. Richter bestreitet. Abg. Frhr. v. Stumm: Herr Richter hat erst am Mittwoch gezeigt, daß er ihm unbequeme Beschlüsse auf alle Weise zu verhindern ucht. Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Antis.) constatirt gleichfalls, daß daS Haus vorgestern beschlußfähig gewesen wäre, wenn nicht die Socialdemokraten und Freisinnigen absichtlich den Saal verlassen hätten. Abg. Richter: Ich gebe das zu. Aber wenn die Herren da drüben durch Ablehnung der Vertagung die Fortsetzung einer sach- zemäßen Debatte zu verhindern suchen, so roerben wir dem uns auf ebe Weise widersetzen. Abg. Frhr. v. Stumm: Wir werden solcher Obstruction mit allen geschäflsordnungsmäßigen Maßregeln entgegentreten müssen. (Beifall rechts.) Abg. Richter: Wir sind hier noch nicht im Königreich Stumm. (Große Heiterkeit links.) Ein Antrag v. Bennigsen, den ganzen Rest der Vorlage an eine Sommtffron zu verweisen, wird abgelebnt, ebenso der Antrag Richter auf Zurückverweisung nur deS Art 2. Die Beratdung des Art. 2 nimmt daher ihren Fortgang, worauf der Antrag Wolzlegier in namentlicher Abstimmung mit 143 gegen 83 Stimmen abgelehnt und Art. 2 der Vorlage angenommen wird. Es folgt Art. 3, demzufolge die Landesregierungen sollen anordnen können, daß die Bestimmungen deS S 33 der Gewerbeordnung über den Betrieb von Gast- und Schankwirthschaften, sowie über den Kleinhandel mit Branntwein auch uneingeschränki aus Consum- unb anbere Vereine Anwenbung finben. Ein Antrag Gröber-Holleufer (Str.) u. Cons. will nur bezüglich ber anberen Vereine bte betr. Anorbnung ben LavbeS- regterungen anheimgeben, dagegen sollen die Consumvereine dem 833 im ganzen Reiche unterstellt sein. Abg. Engels (Rp.) spricht sich im Interesse der Consumvereine gegen den ganzen Artikel aus. Abg. Hitze (Ctr.) findet dagegen die Vorlage nicht weitgehend genug. Es sei, wie daS ber Antrag Gröber wolle, nöthig, die Unterstellung ber Vereine unter die Soncessionöpflicht gleich für das ganze Reich festzulegen. , In gleichem Sinne äußert sich Abg. Jacobskötter (cons.) Abg. Schneider (srs. Vg.) bittet um Ablehnung des ganzen Artikels, mit dem man auß-r einigen Schuldigen, den sogenannten Schnapsconsumvereinen, auch viele Unschuldige, viele Gerechte treffen würde. Hierauf vertagt sich da« Haus. Morgen Fortsetzung. unter Major Prestinari. Er glaubt, baß bfele der in der Schlacht vom 1. März Verwunbeten und Versprengten nach Adigrat geflüchtet seien. Nizza, 6. März. Nachbem Präfibent Faure in Monaco vom Prinzen Albert herzlich begrüßt worden war, begab er sich nach La Turbie in die Billa des Großfürsten Thronfolgers. Im Salon desselben erwartete den Präsidenten der Großsürst Thronsolger, welcher den Großcordon der Ehrenlegion angelegt hatte. Der Zusammenkunst, welche 20 Minuten dauerte, wohnten Prinz Peter von Oldenburg und der Herzog von Leuchtenberg bei. Die Unterhaltung hatte hauptsächlich die gestrige Aufnahme deS Großfürsten Thronfolgers und der anderen Großfürsten in Nizza zum Gegenstände, welche die russischen Gäste überaus angenehm berührt hatte. Nach dem Besuche kehrte Präsident Faure nach Nizza zurück. Aus dem Wege wurde er mit den Rufen: „ES lebe Faure! ES lebe Rußland!" begrüßt. Nizza, 6. März. Der Präsident Faure ist heute früh 7 Uhr mit den Ministern nach AntibeS abgereist. Bei der Abreise wurden dem Präsidenten von der zahlreich anwesenden Bevölkerung lebhafte Kundgebungen dargebracht. Valencia, 6. März. Neue Kundgebungen gegen die Vereinigten Staaten von Nordamerika fanden hier statt. Die Fenster deS amerikanischen ConsulatSgebäudeS wurden durch Steinwürfe zertrümmert. Die Polizei griff die Ruhestörer an und zerstreute dieselben. New York, 6. März. Nach Depeschen aus Havanna sind im District Du Vuelta de Abajo 13 Städte in Asche gelegt worden. Zwei derselben standen noch in Flammen, als die spanischen Truppen anlangten. Die Insurgenten räumten diese Städte. New-Yersey, 6. März. Heute schleppten hier Studenten die spanische Flagge durch die Straßen und zerrissen sie bann. _____________ Depesche» Ul Bure«, .Herrkb*. Berlin, 6. März. Da« Kaiserpaar begab sich heute zum ersten Male in die Anlagen der Berliner Gewerbe-Aus- stellung und zeigte sich von den Plänen sehr erfreut. Berlin, 6. März. Gutem Vernehmen nach wird sich die Kaiserin Friedrich nach Beendigung ihres bevorstehenden AusenthaltS in Italien auf etwa vierzehn Tage nach Athen begeben. Berlin, 6. März. Dir „Post" kann bestätigen, daß der Besuch deS Grafen GolnchowSky in Berlin seit längerer Zeit geplant ist und mit den Ereignissen der letzten Zeit, durch die übrigens ber Dreibund in keiner Weise alterirt wird, durchaus nicht zusammenhängt. Graf Golu- chowSky wird vermuthlich zwei bis drei Tage in Berlin bleiben. Berlin, 6. März. Wie die „Nordd. Allgem. Ztg." meldet, soll die Oster-Vertagung sowohl im Reichs- tage wie im Abgeordnetenhause kurz vor Palmsonntag eintreten und voraussichtlich bis 14. April dauern. Berlin, 6. März. Der „Voss. Z." wird aus Paris telegraphirt: Die neuerdings durch die Zeitungen gehende Mit- theilung von der bald bevorstehenden Abberusung Hertz et res von seinem Berliner Posten scheint diesmal begründeter zu sein, denn der Minister deS Aeuheren, Berthelot, bereitet eine größere Aendernng in Frankreichs auswärtiger Vertretung vor. Der „Figaro" nennt als muthmaßlichen Nachfolger HerbetteS den ehemaligen General-Gouverneur von Algier, Eambon. Berlin, 6. März. In der heutigen Sitzung der Budget-Commission deS Reichstages wurden beim Marine-Etat folgende erste Raten bewilligt: 500,000 Mk. zur Armirmig deS Panzerschiffes „Friedrich der Große", 500,000 Mk. zur Armirung der beiden Kreuzer „M. N. , 210,000 Mk. zur Torpedo Armirung dieser beiden Kreuzer, 700,000 Mk. zur Armirung der Torpedoboote. Eine längere Debatte rief die Forderung von 400,000 Mk. zur Vergrößerung der Kohlenlager und 438,000 Mk. zur Errichtung von Lagerstätten zur Schiffskessel-Heizung hervor. Schließ- lich wurden auch diese beiden Forderungen bewilligt. Berlin, 6. März. Die AbgeordnetenhauS-Commisfion zur Vorberathung deS DolkSschullehrer-GesetzeS be- rieth gestern Abend ben entscheibenden § 25, welcher die Veranlassung zu dem neulichen Städtetag war, weil von sämmtlichen Gemeinden mit mehr als 25 Schulstellen der Staatszuschuß wegfallen soll. Finanzminister Miquel erklärte sämmtliche Abänderungsvorschläge für unannehmbar. Em Ausgleich würde gestern nicht erzielt. Heute Abend werden die Verhandlungen fortgesetzt. Berlin, 6. März. DaS Abgeordnetenhaus beab- ' sichtigt vom Montag an zur Förderung der EtatSberathnng Bekanntmachung. r Herr Landwirthschaftslehrer Leithiger zu Alsfeld wird Sonntag den 15. März 1S96, Nachmittags 2 Uhr, in dem Saale des Herrn Wirths Theist zu Weitershain über Errichtung einer Genossenschaftsmolkerei einen Vortrag halten. " m KZ f- ?, Zu diesem Vortrag werden alle Landwirthe und Freunde der Landwirthschaft hierdurch eingeladen. ■ Die Herren Bürgermeister der obengenannten und benachbarten Gemeinden werden hierdurch ersucht, dies in den Gemeinden zur öffentlichen Kenntniß bringen zu lassen und auf recht zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken. Gießen, ben 6. März 1896. Der Director beS landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Carl Jost, Req'erungSrath i. P. Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Zwicker, 1 Taschenmesser, 1 Hackmesser, 1 Paar Manschetten mit Knöpfen, 2 Paar Kinderhandschuhe, 1 einzelner Handschuh, 1 Pelzkragen, 1 Umhängeluch, 2 Taschentücher, 1 Weckbeutel und 1 Theil eines Pferdegeschirrs. Zugeflogen: 1 Hahn. Gießen, den 7. März 1896. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. E. v. Bechtold, Regierungs-Assessor. Abeudfitzuugeu abzuhalten. Eß stehen sowohl beim Etat der I allgemeinen Finanzverwaltuug, als beim Erat der Staats« fchuldenoerwaltuna größere Debatten zu erwarten, außerdem wird der CultuSetat noch einen erheblichen Theil der nächsten Woche in Anspruch nehmen. Berlin, «.März. Die Anarchisten Berlins haben unter dem Namen „Freie anarchistisch socialistische Bereinigung" eine feste Organisation geschaffen. Don den Mitgliedern werden Beiträge nach Belieben erhoben. Die Bereinigung wird wehr als bisher öffentliche Versammlungen abhalten. An der Spitze der Bereinigung stehen Gustav Landauer, Spohr, PeterSdorff und andere Berliner Anarchisten. Frankfurt a. M., 6. März. Der „Franks. Ztg." wird au» Rom folgende augenblicklich curfirende Minister liste gemeldet: di Rudini Präsidium und Inneres, Ricotti Krieg, BiSconti AeußereS, de Breu Marine, Perazzi Finanzen, Cremona Unterricht, Costa oder GiautureS Justiz und Luzzatti Schatz. Solu, 6. März. Der römische Correspondeut der „Köln. Ztg." meldet, daß sich der König Humbert, trotzdem die Kundgebungen in den letzten Tagen einen großen Eindruck auf ihn gemacht hätten, nur schwer entschließen könne, auf die Fortsetzung deS afrikanischen Feldzuges zu per« zichten. Rudini sei indeffen fest entschlossen, den Krieg nicht weiterzusühreu. Dies sei die Hauptbedingung für Uebernahme deS CabinetS. In gleichem Sinne redete der Reisende Franzoi auf den König ein. Franzoi brachte mehrere Jahre am Hofe Meuelik» zu und wurde in den letzten Tagen zum Könige befohlen, um aus seiner Kenntniß der Dinge Rath zu ertheilen. Franzoi versicherte, daß er den Krieg gegen Abessynien für aussichtslos halte. Nürnberg, 6. März. Seit gestern Nachmittag striken die Ghpsarbeiter und ©tuccateure. Ein Strike der Horn« und Kammarbeiter steht bevor, falls dieselben nicht die von ihnen verlangten 20 pCt. Lohnerhöhung erhalten. Loudon, 6. März. Zu den Ereignissen in Italien bemerkt der „Daily Telegraph", daß CriSpi' den Todesstoß gegen Italien geführt habe. Der Dreibund sei tobt und kein Minister könne denselben wieder lebendig machen. Schwurgericht. W. Gießen, den 6. März 1896. Schluß der Verhandlung gegen Nathan Sommer von Crainfeld wegen Meineid. In der heutigen Verhandlung wurde mit der Berueh- mung der Zeugen Kaspar Dietrich II. und III. von Frauenstein fortgefahren. Sie bekunden übereinstimmend, daß der Schimmel 1891 im Winter oder 1892 im Sommer gelahmt habe. —Heinrich Hergenröder von Lichenrod bezeugt, daß der Angeklagte einige Male mit dem Schimmel an seinem Hause vorbei gefahren. Das Thier habe nicht den Berg hinauf gekonnt, es war spatlahm. — Es wird nun der Vater deS Angeklagten, Faist Sommer, unvereidet vernommen. Der Zeuge bestreitet, den Kübel gefragt zu haben, als er baß Pferd baß zweite Mal vou ihm übernommen hat, ob baß Thier lahme. Der Schimmel habe bei ihm nie geschnappt ober gelahmt. Der Zeuge erklärt, ben Eib, ben sein Sohn geleistet, in gleicher Lage selbst geschworen zu haben. Die Vereidigung beß Zeugen wirb nicht beantragt. — Der Hufschmieb Sebastian Möller von Cr anseld hat ben Schimmel einmal am Borberhuf beschlagen, und die fehlerhaften Hufe babti gefunden, baß Thier habe gelahmt, und habe er den Sommer darauf aufmerksam gemacht. Es könne 3 Jahre her fein, baß biefeß passirt sei. Daß Pferb habe ber Angeklagte Nathan Sommer selbst zum Beschlag gebracht. — Angeklagter bestreitet, mit bem Pserd bei Möller gewesen zu sein. — Seb. Müller VI., Schreiner von Crainfeld, Nachbar vou Sommer, bezeugt, daß daß Schimmelpferd fehlerhaft an ben Füßen war, gelahmt habe eß nicht, roenigftenß kann Zeuge biefeß nicht sagen. — Bürgermeister Schmalbach IV. von Crainfeld erklärt, er habe nie etwas Belastendes über Sommer gehört. Der Angeklagte fei allerdings etwas rechthaberisch. Der Pferbehandel ber Sommers fei unbebeutenb, dagegen fei ber Vieh- hanbel, ben sie treiben, sehr bedeutend. — ES folgte nun die Vernehmung der von ber Vertheidigung gdabenen Zeugen. Hirsch Stern von Crainfeld hat am Tage des Verkaufs deS ThiereS an Seipel die Fahrt nach Ulmbach mitgemacht. Der Schimmel habe auf der Tour nicht gelahmt. — Leopold Sommer von Crainfeld hat das Thier 1892 für 151 Mk. erworben und nach 14 Tagen weiter verkauft. Daß Pferd war, trotzdem eß noch jung war, auf den Vorderbeinen verbraucht. — Loeb Stern, Viehhändler von Engelrod, hat ein Mal eine Tour mit dem Schimmel gemacht, das Thier ging dabei sehr flott, mußte aber angetrieben werden. — Joseph Joh. Schneider, Leinweber von Herbstein, hat 1893 den Schimmel im Schlitten gefahren, derselbe ging flott und schnappte nicht. — Eduard Kröbcr, Gastwirth in Hörb, ist mit dem Schimmel, alß ihn Kröling hatte, nach Wächierßbach gefahren, eß ging die Tour sehr gut, zwar langsam, aber gelahmt hatte daß Pferd nicht. — PH. Wolf von Orb hat den Schimmel von Ey für 130 Mk ohne Wahrung gekauft und denselben für 200 Mk. mit Währung weiter verkauft. Der Gaul habe nur leichte Arbeit get^an. — Anton Keiling von Otb hat ben Schimmel von Wolf gekauft, er hatte gehört, daß Thier fei lahm, aber beim Rauf habe er nur em zarteß Auftreten beobachtet, feine Arbeit hat das Thier gethan. Mathäuß Elsässer in Wiesen in Bayern, der jetzige Besitzer beß Schimmels, erklärt baß Thier für willig und folgsam, eß fei aber für schwere Arbeit nicht geeignet. Der Beuge benutzt baß Thier zur Felbarbeit. Der Schimmel habe ihm 203 Mk. gekostet, er habe ihn mit 50 Mk. Gewinn verkaufen können.— August Elsässer in Wiesen in Bayern erklärt, btn Schimmel habe er im leimten Wägelchen selber gefahren, daß Thier fei willig und fei gern gelaufen. — Makler Grüne bäum in Ulrichstein ist von Ey aufgeforbert worden, ihm beim Pferdekaus zu helfen. Unter welchen Be« diugungen ber Handel geschlossen, wisse er nicht mehr. — Es wirb ber Zeuge Ey vorgerufen. Derselbe erklärt, von ber Post wegen Betrugsversuch entlassen worben zu fein, außerdem 6 Monat Gefäugniß erhalten zu haben. — Die Zeugenvernehmung ist damit beendet. — Thierarzt Nuß erklärt alß Sachverständiger, daß sich bei dem Pferd seit dem zweiten Jahre ein Zwang- und Flachhuf gebildet habe, der tß nur allein am ordentlichen Gebrauch ber Borderfüße abhielt. Der Sachverständige glaubt, daß jeder Bauer die abnorme Hufbildung beß Pferde» hätte sehen müssen. Dieser Fehler fei zu vermindern, wenn ein entsprechender Beschlag aufgelegt wird. — Professor Dr. Pflug erklärt, am vergangenen Dienßtag daß Pferd in Wiesen gesehen und untersucht zu haben. Daß Thier hat sogenannte Rehhufe, ter linke Vorderhuf ist ein Rinnhuf, der rechte ein Dollhuf. Daß Pferd war link» lahm- die Hinterhnfe waren vernachlässigt. Daß Pferd resp. dessen Hufe sind nicht hochgradig verbildet. Nach dem Befund ist daß Thier feit dem zweiten Jahr durch eine Entzündung lahm gegangen und ist nach den Zeugenaussagen einmal besser gewesen. Bei Seipel hat eS durch eine Anstrengung einen Rückfall erhalten. Die Frage, ob der Angeklagte hat wissen müssen, warum daß Pferd lahmt, ob er den Fehler gekannt hat, sei schwer zu sagen; er glaube eß nicht. Allerdings mußte jeder Mensch sehen, daß baß Thier am orbnungßmäßigen Gebrauch seiner Borbersüße gehinbert gewesen. — Tlnerarzt Remy schließt sich bem Gutachten seinrß Collrgen Nuß an. — ES wirb nun vom Vorsitzenden an die Geschworenen die Frage gerichtet, ob der Angeklagte schuldig deS wissentlichen Meineides. Auf Antrag der Brrtheibigung wirb noch für ben Fall ber Verneinung ber Frage bie Hülfsfrage gestellt, ob ber Angeklagte sich beß fahrlässigen Falscheibeß schuldig gemacht. Nachmittag» um 5 Uhr begannen die Plaiboyer». Staat»« anwalt Koch führt ben Geschworenen zuerst ben in Rebe stehenben Pferdehandel vor, kommt dann auf ben Prozeß Seipel - Sommer und weist darauf hin, baß der Schimmel, wie zahlreiche Zeugen in ber Beweisaufnahme bekundet, gelahmt habe zu allen Zeiten. Trotzdem hat der Angeklagte baß Pferb ein guteß Pferb, ein braves, ein stolzes, reines unb klare- Thier geheißen, allerdings nur so lange, wie eS fein Vater im Stall hatte und er es Jemand aufhängen wollte. Der Angeklagte hat leichtsinnig gehandelt, als er den ihm vom Landgericht Hanau aufgegebenen Eid leistete, er durfte diesen Eid nicht leisten, denn er wußte, daß daS Pferd infolge eines Huffehlers lahmte, folglich hat er einen wissentlichen Meineid geschworen- er bittet die Geschworenen, feinen Ausführungen zu folgen unb ben Angeklagten schuldig zu sprechen beß wissentlichen falschen Eibe». — Der Der- theibiger Rechtsanwalt Katz plaibirt auf Freisprechung seines Clienten. Es gehe nicht an, künstlich etwas in bie Aussage, bic der Angeklagte auf Erfordern der Civilkammer m Hanau beschworen, hinein zu interpretfren. Der Angeklagte habe nicht geschworen, eß sei ihm unbekannt, daß baß Pferd lahme ober daß eß am Gebrauch seiner Vorderfüße gehindert sei, btefeß brauchte ja gar nicht beschworen zu werden, denn daß wußte daß Hanauer Landgericht bereits. Der Dertheidiger verliest nun bie Eibeßaußsage beß Sommer, wonach er beschworen, baß er nicht gewußt habe, baß baß verkaufte Pferd Zwangs- unb Flachhuf habe unb daburch an bem orbentlichen Gebrauch seiner Borbersüße behindert gewesen. Durch die Beweisaufnahme fet nicht das Mindeste bewiesen, baß sein Client tiefen Fehler, auf den es allem anfommt, gekannt habe. Wenn er alß Bertheidiger bie Nebenfrage gestellt, so habe er nur seine Pflicht als Dertheidiger gethan, aber seiner Meinung nach mußten die Geschworenen beide an sie gerichtete Fragen verneinen. — Nach kurzer Replik, welche ber Staatsanwalt bamit schloß, daß er den Geschworenen erklärte, der Angeklagte gehöre tn'ß Zuchthaus unb wenn sie bie Frage auS § 153 beß R -Str.-G. wegen wissentlichen Mein- eibeS nicht mit Ja beantworten würden, dann sollten sie bie zweite Frage nur ruhig auch verneinen. — Der Dertheibiger legte nochmals seinen Stanbpunft bar, worauf sich bie Ge- schworenen nach geschehener Rechtsbelehrung durch ben Dor- sitzenden zur Berathung zurückzogen. Daß Resultat der halbstündigen Berathung war die Bejahung der ersten Frage wegen wissentlichen Meineides. Staatsanwalt Koch beantragte darauf eine Zuchthausstrafe von 4 Jahren unb 5 Jahre Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte. Rechtsanwalt Katz hob alle oorliegenben MilberungSgründe hervor und bat, bei Zumessung ber Strafe möge der Gerichtshof wesentlich heruntergehen unter bie vou der Staatsbehörde beantragte. Der Gerichtshof verurtheilte ben Angeklagten zu 3 Jahren Zuchthaus, Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte auf bie Zeit von 5 Jahren unb sprach bem Angeklagten außerbern bauernb bie Fähigkeit ab, vor Gericht alß Zeuge ober Sachverständiger funfltren zu können. — Um 9 Uhr war bie Sitzung beenbet. unö prot>iti3kUc>, Gießen, 7. März 1896. ** Kirchliche Tieustnachrichteu. Se. Kgl. Hoheit ber Großherzog haben Allergnäbigft geruht, am 29. Februar den von bem Frhrn. Schenck zu SchwemSberg Rülfenrod auf bie coangcl. Pfarrstelle zu Ober Breidenbach, Decanat AlS- felb, präsentierten Pfarrverwalter Georg Stock zu Ober- Breidenbach für diese Stelle zu bestätigen. ** Postpersoualuachrichleu. Versetzt find: der Post- Inspektor Apel von Darmstadt nach Oldenburg, ber Tele- graphenamtScassirer Langbein von Straßburg (Elsaß) nach Darmstadt behufs Uebernahme einer Postinspectorstelle bei der Kaiserlichen Ober-Postdirectiou, der Oder-PostdircctiouS- fecretär Richter von Darmstadt nach Celle behus» Uebernahme der Postcassirerstelle daselbst, der Postjecretär F ritzel von Metz nach Darmstadt behusS Uebernahme einer Bureau- beamtcnstelle 1. Klaffe bei der Ober-Postdirection, der Ober- Postassistent Kaufmann von Mannheim nach Darmstadt, der Ober-Telegraphenaffistent Müller von Cöln (Rhein) nach Mainz. Ernannt ist zum Ober-Postasfistcnten der Post- assistent Pitz in Rastel (Rhein). * • ettaffemmetoerbanblnug. Gestern verhängte die Strafkammer über eine unnatürliche Mutter eine harte, aber gerechte Strafe. Die Ehefrau beß Taglöhuers Sack II. von Gießen wurde zu 21/» Jahren Gesänguiß vernrtheilt und sofort in Haft genommen, weil sie ihr vierjähriges außereheliche» Kind In haarsträubender Weise mißhandelt hatte. Der Erste Staatsanwalt Dr. Güngerich erklärte, die Bestialität, mit welcher die Angeklagte systematisch ihr Rtnb behandelte, grenze nahe an Mordversuch. • • Echliersee'r Bauerntheater. Auch die gestrige Ausführung: „Der Ausgestoßene" war in jeder Beziehung eine wohlgelungene und bot allen Mitwirkenden wieder Gelegenheit, ihr ganzes Können im schönsten Lichte zu zeigen. Morgen Sonntag wird da» urwüchsigste aller Bauernftücke, „Daß Haberfeldtreiben", zur Aufführung gelangen und «st wohl auzunehmen, daß an diesem Tage ein vollkommen aus- verkaufte» Haus Parole fein wird, zumal auch durch Zufügung eineß billigen Platzeß Mancher veranlaßt werden wird, in’» Theater zu gehen, der sonst zu Hause bleiben müßte. • * Schlierfee'r Bauerntheater. Für die Sonntags- Vorstellung ist, um die wirklich vorzüglichen Leistungen der Schlierfee r allen Sck'chten der Bevölkerung zugänglich zu machen, ein dritter numerirter Sitzplatz für den mäßigen Preis von 1.20 Mark geschaffen. Gleichzeitig wird am Sonntag, an welchem die Theaterkasse schon um 3 Uhr geöffnet wird, kein Aufschlag erhoben, sondern e» werden zum Borverkaufspreise BilletS abgegeben werden. Diese Vergünstigung gilt nur für den Sonntag, am Montag (Herrgottsschnitzer) gelten die bekannten Presse und Plätze. * * Jubiläum. Heute find eS 25 Jahre, daß der Arbeiter Friedrich Bechthold auS LaunSbach im Geschäfte de» Herrn H. Mettenheimer, in Firma Mettenheimer und Schultheiß, thätig ist. Demselben wurden vom Prinzipal und dem Personal Geschenke und Glückwünsche zu seinem Ehrentage überreicht. Möge eß bem Jubilar vergönnt fein, noch lange seinem Beruf nachgehen zu können. • • Oeffeutliche Volksversammlung. In Folge der Der- sammlung wegen des „Gießener DolksdabcS" fällt die für Dienstag beabsichtigt gewesene Monats - Versammlung beß Freisinnigen Verein» au», dagegen wird Rechtsanwalt Meißner-Frankfurt demnächst in öffentlicher Volks Versammlung über „Politische Fragen der Gegenwart" sprechen. * • Eisenbahnwesen. Der „Frkf. Gen.-Anz." berichtet: Eine für die Reisenden außerordentlich zweckmäßige Einrichtung wird jetzt in den Eisenbahnzügen mehrerer Strecken erprobt. Dieselbe soll verhindern, daß Reisende über das Ziel ihrer Reise hinauSfahreu, da es häufig vor- komrm, daß der AuSruf der Station überhört wird. Zm diesem Behufe ist nun ein Apparat conftruiit, der die Stationen anzeigt, und in den einzelnen Wagenabtheilen angebracht ist, sodaß er jedem Reisenden sichtbar ist. Dieser Station»», anzeiaer functionirt derartig, daß in demselben bei Abgang beß Zugeß von einer Station ein kleine» Schild erscheint, welches ben Namen beß nächsten Haltepunkte» anzeigt, und so lange sichtbar bleibt, bi» ber Bahntrain bie angezeigte Station wieder verläßt. Hiernach stellt der Anzeiger dann von selbst auf automatischem Wege die nächste Haltestelle ein. Der Apparat ist so sinnreich conftrutrt, daß er sich für alle Bahnstrecken brauchen läßt. Die Täfelchen, welche bie Haltestationen anzeigen, sind nämlich in dem Apparat nicht befestigt, fonbern werben vor Abgang des Zuge» in denselben eingestellt und später ebenso wieder entfernt. Die ganze Einrichtung entspricht einem Bedürfmß, welche» sich in öen Kreisen de» Publikum» schon längst fühlbar gemacht hat. $ Ruppertenrod, 6. März. Wie im vorigen Jahre zu Ende März, so hatten wir auch in dieser Woche ein Früh- lingßgeroittcr. Man vernahm wiederholt starke» Donnern, ohne indessen, es war am Tage, auch den Blitz zu bemerken. Dem Gewitter find Überaus heftige Stürme und starke Regengüsse gefolgt. x Wettfaasen, 6. März. Ein hiesiger 17 jähriger Bursche, der in Shrmbshaufen als Knecht diente, hat sich in einem Holzschuppen erhängt. Was ben jungen Menschen in ben Tod getrieben, ist unerfindlich. R. Berstadt, 5. März. In diesen Tagen weilten dahier einige Herren an» Friedberg und Melbach, welche für die Actienzuckerfabrik Wetterau in Friedberg an ber gegenwärtig im Bau begriffenen Bahnlinie Hungen-Friedberg ein Stück Gelände erwarben zu dem Zwecke, an hiesiger Haltestelle eine Niederlage für Zuckerrüben zu errichten. i Langd, 4. März. Ein hiesiger, auf der Briketts- Fabrik Trai»-Horloff beschäftigter Arbeiter ertrank bei Trais Horloff in ber Horloff. § Langd, 3. März. Bei ber heutigen Verpachtung ber hiesigen Gemeiubejagd würbe ber frühere Pachtprei» (366 Mark) erzielt. §§ Rieder Ohmen, 6. März. Einen in unserer Gegend sehr seltenen Vogel, einen wilden Schwan, erbeutete dreier Tage ein hiesiger Jagdbesitzer in der Nähe unsere» Orte#. Der Schwan war bereit» angrschvffen und abgemagert, tn seinem Magen fand sich nur Riefelerbe vor. Der Schwan wurde einem Präparator zum Ausbalgen übergeben. Eingesandt. Ltch, 6. Mär» 1896. Gestern Abend hielt im Hetland'jchen Saale da» für da« Hefen Sommer abjuhaltende Sängerfest erwählte Fest 6ornttt eine Sipung ab, in welcher defchlosten wurde, tafe da» Fest am 19. und 20. Jul» d. I. auf der iogenannten Gäns-eidwiese abg-halten werden toll. Wenn man auch alle» Weitere gern bem 6omil6 überläßt, so hätte man doch bei Abstimmung über die Platzsrage ben betreff en ben Gesangverein, der doch vor allen Dingen berufen ist. im Falle einer llnterbilanj den Geldbeu el aufjumartrn, fragen refp. an der Abstimmung theilnehmen lassen sollen, zuu al der gewählte Festpion viel 8 i-SSli* 1« Diesrlbw M Sitßtn, ben 7. Sroßheyos I, ß.- v. Be uijtig au»6 der M» 3. WM all Fnetnile Luise ON e<6mto 1» M"'®” hmiädft. 4. E« h.ner in Sicren, mii i v uftta Mr, 8»uau hinieldsi. 6. W tjjimern zu ki Seilto. >M»: 6. Mheln Hcrftlbfl. 6. Heinrich § Srossb. Tech Abteilungen füi whnik, Chemie i.einscf wtlnre in "besondere I licb''r , Caren» für 1 Mlangunite zu Darm lewndere Prüfungen fü it Hangen für Hochbau kuL-chweig. Hessen, 1 Lm Sommer-Semester bii ut' eueltiich und porte Br^mirkt-n,__________ Durch autznsi Gel 'kn ich im Stanbe große Post große Post große Post, ___ feide u LM für die J. M ae Ft Anna gegen Liest "Ulrichen, Bukskii - toi neueihn Muf ^'chmauv, B Bnebmefltr -.vTL “„leit ei S&-4S i • r ®ttben 1 Wmt 2 °vn Lbf 1 SaS®?® tüj Un". i I tu tzrjug n* Ht ®e/> Monat alt, Sohn von Wirth Karl Wttlmann dahier. Auszug aus den Kircbenbücbcrn der Stadt Gießen. Svaugelifche Gemeinde. •rtt»«t«. Matthäusgemeinde. Den 6. Marz. Jacob Leinweber, Kutscher zu Gießen, und Marie Schmid', Tochter des Feldschützen Heinrich Karl Schmidt zu Burkhardsfelden. ••tauft«. Markusgemetnde. Den 5 März. Eine uneheliche Tochter, Wilhelmine Lina, geboren den 11. Februar. Lukasgemeinde. Den 1. März. Dem Bäcker Karl Schober ein Sohn, Eduard Karl Konrad, geboren den 1. Februar. Denselben. Dem Babnarbctter Johannes Weinandt ein Sohn, Wilhelm, geboren den 24 Januar. Denselben. Dem Schreiner Ludwig Becker ein Sohn, Ludwig Karl Adam Franz, geboren den 31. December. JohanneSgemetnde. Den 3. März. Dem Schutzmann Hermann Schäfer eine Tochter, Hedwig, geboren den 2. März. Den 5 März. Dem Forstaffessor Christian Walter eine Tochter, Frida Ottilie, geboren den 24. Januar. Eerrdtgle Matth äuSgemetnde. Dm 5. März. Wilhelm Hansmann, Rangirer, 38 Jahre alt, starb den 4. März. MarkuSgemeind«. Den 2. März. Elisabethe Leib, geb. Rinn, Wtttwe des Fabrik- auffeherS Konrad Leib zu Gießen, 67 Jahre alt, starb den 28 Febr. Lukasgemeinde. Dm 4. März. Franziska Mühl, Tochter des verstorbmen Schubmachers Christian Mühl zu Wetzlar, 29 Jahre alt, starb de» 2. März. JohanneSgemetnde. Den 6. März. Elisabeth Schlabach, Tochter des verstorbmen Kausmanns Rudolf Schlabach, 24 Jahre alt, starb den 4. März. Schi ffrnuchkichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießm vertreten durch di, Agmtm Earl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 6. März. fPer transatlantischm Telegraph.) Der Schnelldampfer Spree, Capt. A. Meißel, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 7 Uhr Abends wohlbehaltm in Newyork angekommen. Verkehr, £an0» und votksruirthschaft. Gieße«, 7. März. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochmmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 0,75—0.80, Hühnereier pr. St. 5—6 H, 2 St. 00 H, Enteneier pr. St. 7—0 H, Gänse« der pr. St. 12—13H, Käse pr. Ht.5-8 A. Käsematte pr. St. 3 A. Erbsen pr. Liter 17 A. Linsen pr. Liter 30 A. Tauben pr. Paar X 0,85 btS 1,00, Hühner pr. Stück 1,10 bis 1,40, Hahnen pr. Stück X 1,50—1,80, Enten pr. Stück X 1,70—2,00, Gänse pr. Psund X 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 70-74 A. Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 66— 68 Ar Schweinefleisch pr. Pfd. 56 bis 68 A. Schweinefleisch , gesalzm, pr. Pfd. 70—72 A. Kalbfleisch pr. Pfd. 60 A, Hammelfleisch pr. Pfd. 60-70 A. Kartoffeln pr. 100 Kilo 4 00 bis 5,00 X, Weißkraut pr. Stück 0—00 A, Zwiebeln pr. Cmtner X 5,00—0,00, Milch pr. Liter 16—18 A- Knnst-AussteUnngI geöffnet täglich, mtt 8U* nähme deö SamStagS, von 11 bis 1 Uhr, am Mittwoch auch noch von 3 bis 5 Uhr. Eo««tag» während M Blntnl ««ovlerbroche« da« 11 H« 8 Uhr. — Eintrittspreis fi< Ntchtmitglicder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pfg lnz." beritt't. iroetfmäBij! ziigkv wthrm , baß Reisrn:! es häufig ecp )ört wirb. Ze * rb/eStatimc angebracht Ifr, t t\u Siationb en btt Ibgon? schilb erfcheim, S «uijtigt, unt bie togtyigk Auztizn bann i HalteM ein. er sich für alt welche bie Hal«' parat nicht b 6 in benfelbio It. Dit glllli! ei sich in btt | |tmad}t hat. rigtn Jahre i- , >che ein Früs taiteS Donnen tz zu bemerk ib starke Regel z ihriger Lltri-t- . jt.dj in einer ienfchen in b« weilten dahin weiche für i': edberg an ingen-FrieM e, an h>ef>^ i errichtea- -r Brikeltr rbeiter et«» lerpaW « m N""1 .nie«'* *«* 0000 “W oder 1OOOO Mark werden auf sichere Hypotheken bet pünktlicher Zinszahlung gleich oder später auf eine Reihe von Jahren z« leihen gesucht. Offerten unter A. B. postlagernd Gießen, »r Cognac. Bedeutende Firma sucht tüchtige Agenten gegen Provision und Spesinveraülung. Gest. Offerten unter T. 8798 an Rudolf Mone, Ctfla.2263 i Jüngerer Lackirer gesucht. «g. Vellof, Diezstraße. 2272] Einen kehrting sucht S. Seämee, Drechsler, Wager gaffe. Kausbursche gesucht. Markt 21. 2226 2143] Tüchtiges, in Hausarbeit, besonders auch im Waschen geübtes Mädchen gesucht.Utieegratze 11, II. 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Z2*inc Frau, tüch'tg im Weitzleug- nähen, Maschiuenuäden und «usbessern, nimmt noch einige Kunden an- Näheres 2294 Bahuhosftraße 15, Mansarde. Stelleaachenden Handlungsgehilfen empfiehlt seine Dienste der Kaif- ■iuBlnche Vereis zu Frank* fnrt (Main).832 B0' Wer schnell und billigst Stellung sludeu will, verlange per Postkarte die ,Deutsche Vacanzen-Post' in »Alta«««. Schmerzerfüllt machen wir hiermit Verwandten und Bekannten die traurige Mittheilung, daß uns unser so sehr geliebtes Kind Martha heute Morgen 2 Uhr im zartesten Alter von 6 Monaten durch den Tod entriffen wurde. Tie trauernden Eltern und Geschwister. Carl Braun, Lokomotivführer, Mühlgasse Nr. 23. Gießen, den 7. März 1896. 2266 Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht von dem gestern Abend 7 Uhr erfolgten Htnscheeden unseres lieben Gatten, Vaters, Großvaters, Bruders und Schwagers Heinrich Weigand, Gaftwirth. Um stille Theilnahme bitten 2258 Die trauernden Hinterbliebenen. Großen-Linden, den 6. März 1896. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 3 Uhr statt. Hiermit erfüllen wir die traurige Pflicht, den Kameraden der freiwilligen Feuerwehren der Umgegend mitzutheilen, daß unser Kamerad __ II. Weigand, Mitbegründer unseres Corps und früherer 1. Hauptmann, nach längerem Leiden sanft entschlafen ist. 2270 Beerdigung: Sonntag Nachmittag 3 Uhr. Freiwillige Feuerwehr Grofleu-Liuden. Mein dcr Gaßnmlhe von Gießen und Umgegend. Unsere Mitglieder von dem Tode unseres Collegen Heinrich Weigand, Orosten-Linden, geziemend in Kenntniß setzend, bitten wir, bei der Beerdigung am Sonntag Nachmittag 3 Uhr sich zahlreich zu beiheiligen. 2290 Der Vorstand. Vielfaches irrtümliches Glauben und Anfragen, als betriebe ich mein Geschäft nicht mehr, veranlassen mich, zu erklären, daß ich dasselbe bis jetzt ohne Unterbrechung geführt habe. Ich empfehle für bevorstehende Saison das Neueste in deutschen und englischen Mode-Stoffen in großer Auswahl. Anfertigung nach Maaß unter Garantie, bei coulanter Preisberechnung. ,0,« M. Weiner, Diezftraße 6. Schliersee'r Bauerntheater im Maul (Chfe leib) Vallthur-Maßt. MÄk Könning, 8. Mär?. Abends 8 Ahr ’s Haberfeldtreiben. Preise nnr für Sonntag im Borverkanf und au der Abendkasse: 1. Parquet Mk. 3.—, 2. Parquet Mk. 2. —, 3. Parquet (nummerirt) Mk. 1.20, Estrade (unnummerirt) Mk. 1.50, Gall'ne Mk. 0.75. Von Nachmittags 3 Uhr ab findet der Billetverkauf an der Theaterkasse statt. 194» Montag den 9. März, Abends 8 Uhr: Der Herrgottschniher von Ammergau. Vorverkauf: Parquet I 8,—, Parquet II 2,—, Estrade unnum- merirt 1,50, Gallerte 0,75 können bei Ernst Challier (Rudolph Nachs.i vorqeme kt werden, ebendaselbst find Lieder und Texte zu haben. Abend- kaffe: Parquet I 3,50, Parquet II 2,50, Estrade 2,—, Gallerte 0,75. Lenz’scher Felsenkeller. 3MK Heute Sonntag: Großes humoristisches Concert unter Mitwirkung des Humoristen Herrn Hans und der Eoncertfüngerta 2283 Fräulein Focre aus Berlin. Streng decentea Familienprogramm. Anfang 4 u 8 Ahr. Entree Uachmitta-s frei. AbkvLs 20 pfg._ Gießen, den 7. März 1896. 2293 Atem reich jortirlee Lager in Elisabeth sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Dr. Naumann, der besonderen liebevollen Pflege der Schwestern und für.die zahlreichen Blumenspenden sagen unseren herzlichen Tank. fnmilirn Hartmann und Wades. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme wäh end der Krankheit und dem Hinscheiden unserer lieben ächten Schweizer Stickereien 39* ohne Appret halte ich in Stücken von 4,20 Meter zu Fabrikpreisen bestens empfohlen. «I. Haan.jun., Kreuz 10. 14»4 jMT Dcr (Sesammtauflage heutiger Stummer liegt eine Beilage des bekannten Parasitologen lllonetzkyFritschi in Lt. Ludwig, (^lsaß, bei, 2248 Rctactwa: K. Schryda. — Druck uub Bcrlaq brr Brühl'fchen llowkrsttäts-vach- rmb 6