1896 Mittwoch ben 8. Januar Nr. 6 Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. chraliskeikage: Kießm-r Kamiki-nSlätt-r. bemessen. v. Gagern. 1896 zu 1896. Spieß) « Md Alle Amroncm-Bureaux deS In« und Ausländer nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. :n, daß dtt bisherigen ^eü verbleibt Gäicrbahohösr Mete un- Dutzellbe Mit icn ans getroffen: Die Viehmärkte am 14. Januar, 4. und 18. Februar Giesteu, iowie am 17. Februar 1896 zu Lollar. Gießen, den 3. Januar 1896. Großherzogltches KreiSamt Gießen. v. Gagern. auf möglichst frühzeitige Vorlage bet,[in diesem Jahre zu erwartenden Baugesuche hinzuwirken. Weiter find wir veranlaßt, Sie auf die Vorschriften deS nachstehend abgedruckten Art. 62 der allgemeinen Bauordnung mit der Empfehlung htuzuweisen, fich hiernach genau zu Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für bce htgeuden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Gießen, den 3. Januar Betreffend: Wie oben. vom 21. December v. I. ordnen wir an, daß dieser Gedenk- lag in allen Volksschulen deS Kreises festlich begangen wird und bei der Feier die Schüler über die Segnungen belehrt werden, die dem deutschen Volke aus der Begründung seiner Einheit und der Aufrichtung deS Reiches erwachsen find. Der Unterricht an diesem Tage fällt aus. v. Gagern. vierteljähriger , ZörmnemeutsprelO» 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Nedaction, Expedition und Druckerei: Kchntstraße Fernsprecher 51. Deutscher Reich. Danustadt, 6. Januar. Wegen des Ablebens Seiner Königl. Hoheit des Prinzen Alexander von Preußen ist auf Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer vom 5. Januar bis einschließlich den 12. l. M. angeordnet worden. Der chießerirr Anzeiger erscheint täglich, eilt Ausnahme deS Montags. Die Gießener I»M«ikie«ötälter verden dem Anzeiger »Ich artlich dreimal beigelegt. Bekanntmachung, betreffend die Maul- und Klauenseuche- hier Abhaltung von Btehmarkten. DaS Verbot vom 11. November 1895, wodurch die Abhaltung von Biehmärkten im Kreise Gießen untersagt worden ist (Gießener Anzeiger Rr. 266) bleibt bi» auf Weiteres bestehen, insbesondere werden von diesem Verbot Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien deS Kreises. Unter Hinweis auf vorstehende Bekanntmachung rub- ricirteu Betreffs beauftragen wir Sie, solche alsbald in Ihrer Gemeinde ortsüblich veröffentlichen zu laffen. v. Gagern. MuseumS-Gesellschaft, dessen Programm unS unter Anderem ein Streichquartett deS böhmischen Smetana : brachte, dessen Mufik in Deutschland in den zwei letzten Jahren immer mehr an Popularität gewinnt. DaS Quartett, »u dessen Wiedergabe fich die Herren Heermann, Ba sermann, Koning und Becker vereinigten, will durch seinen Titel «Aus meinem Leben" halb und halb als Programm» mufik beurtheilt sein. ES find ernste und heitere Tonbt der, die da, logisch aneinandergekettet, an unserem Ohr vorüberziehen und in ihrer reichen, aber ungesuchten Melodik die Künstlerphvfiognome eines Mannes vervollständigen helfen, der mit seiner „Verkauften Braut", vor Allem aber mit seinem „Dalibor" noch einmal die Pforten zu der Idealwelt unserer klassischen Tonheroen aufgertffen hat, zu einer Welt, die durch die Schöpfungen der Romantik und deS Verismus mehr als zulässig in Schatten gehüllt worden war. Die Herren, welchen die geschäftliche Leitung der für daS musikalische Leben Frankfurts so ungemein wichtigen MuseumS- coucerte obliegt, wurden kürzlich durch einen Antrag aus Madrid in eine gewisse Verlegenheit gesetzt. An Capell- meister Kogel war nämlich die Aufforderung gelangt, in der spanischen Hauptstadt während der Saison drei Concerte zu dirtgiren. Aber um diese Zeit ist auch Herr Kogel für Frankfurt unentbehrlich? Schließlich ist eS nach längeren DiScussionen zu einem für alle Betheiligten befriedigenden Entscheid gekommen. Herrn Kogel ist ein Urlaub von drei Wochen bewilligt worden, denn der ihm gewordene Antrag ehrt schließlich doch auch zugleich daS heimische Institut, und während seiner Abwesenheit vertritt ihn kein geringerer als Generalmusskdirector F e l i x M o t t l aus Karlsruhe. Vielleicht kommt eS auch dazu, daß deffen Gattin, Frau Mottl- Standhartner in einem der Frankfurter MuseumSconcerte singt. Doch daS hängt noch in der Schwebe und ist der Preffe bis jetzt noch nicht mitgetheilt worden. Wenn man sich anschickt, in den Frankfurter BildersalouS Gießen, am 4. Januar 1896. Betreffend: Die Ausführung der allgemeinen Bauordnung. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Erfahrungsgemäß häufen sich in ben Mona,en März und April bte Baugesuche derart, daß — insbesondere da, wo die vorherige Feststellung von Baufluchtlinien stattzufindea hat — für die Betheiligten unliebsame Verzögerungen nicht zu vermeiden find. - Wir bcaustragen Sie daher, durch wiederholte entsprechende ortsübliche Bekanntmachung unk K T °Wdr,chl Ks \ NtiforbnSl »großmAiW «/äbktthom Mloufm btr ar.bertn *W bmtbar, unb Rnb, so lenutn Wpsohlrn wnbtn. • *u lötben ,r Mm GrfaibsM b 5 Xbtiltn ftupjir suion, bie sich mit Mttd. z. 8. zm nn. Man schmilzt lt gut durch. Drr >ie Mischung mehr LZtg. i dne Hand oot ivil vmührl und re Masse lihi man den Svnnmsirahlm t wird. Zm Ge- >der dm ßpliuber babhast gewoiba« snfi zrrsprungmm LZig. Anrtlicher Theil. Bekanntmachung, betreffend Unfallversicherung- hier btt Bestellung von Beaus» tragten bet BerufSgenoffenschaften. (S0 wird hierdurch zur Kenntniß der Interessenten gebracht, daß der Vorstand der Hessen Noffau'.schen Baupewertt- vernfsgenoffenschaft ben Stadtbaumeister a. D. Albrecht Sartorius in Frankfurt a. M., Mainzer Landstraße 72, ta Sinne deS § 82 deS UnfallverficherungSgesetzeS vom S. Juli 1894 zum Beauftragten ernannt hat. Gießen, den 4. Januar 1896. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Neueste Wolff« telegraphisches Correfpondenz-Bm rau. Berlin, 6. Januar. Der „Post" zufolge wurde die Be- rathuna des Entwurfes des Auswanderungsgesetzes von dem Ausschüsse deS CokonialrathcS am SamStag beendigt. Derselbe empfiehlt eine Reihe wichtiger Bestimmungen be» treffend die rechtliche Stellung der Reichsangehörigen im deutschen Schutz Gebiete. Der Entwurf dürfte nunmehr das Staatsministerium beschäftigen, sodaß der BuudeSrath und Reichstag sich vielleicht noch in dieser Session damit befassen können. , _ , „ Berlin, 6. Januar. Wie die „National Zeitung con- statirt, halte die deutsche Regierung daran fest, daß England gegenüber der Südafrikanischen Republik keineswegs daS Recht der Suzeränität beanspruchen darf. Das Blatt weist auf einen Brief Lord DeroyS vom 15. Fe- bruar 1884 an die Trankdaal Abordnung hin, worln t» heißt, di- auswärtige Politik der TranSbaal-Regierurg sei Gießener Anzeige r Kenerat-Mzeiger. Artikel 62. Die U-berwachung d-S Bauw-I-n« und der Beobachtung der baupolizeilichen B°r,chri,>en in den Städten und Land, gemeinden liegt den LocalpoltzeibehSrdeu ob. Dieselben haben insbesondere darüber zu wachen, daß die BanauSsahrungm den bestehenden allgemeinen Bestimmungen, dem von, -r Poliz-iverwaltungSb-härde (Art. 63) genehmigten Plan und den bei dessen Genehmigung ertheilteu besonderen Borschriste» gemäß erjolgen (Art. 133 d-S P.-St.-G.), die Abstellung von B-rstbßen zu veranlassen und die Fortsetzung vorschrtst«. widriger BauauSsührungen zu untersagen, »trd ihren An ordnuugcn nicht Folg- g-l.'st-- °d°r Einsprach dag.g°n erhoben, so haben fi- dem Kreisamt behuss weiterer Per sügnng Anzeige zu erstatten. di- Werke z-ttg-nässtsch.r Maier zu studiren, so wird man neuerdings immer wieder und wieder vor die originell- Er scheinung d-S noch jugendlichen HanS Thoma In sabelhast kurzer Zeit hat d-rs-ibe sich ,eine ,e^e f errungen. Für die Malerwelt bedeutet er so etwa- wie -tn-n RedivtouS; btt Wiederkehr einer Anschauung«' und Dar st-llungSmeihod-, die man irrthümlicher Weise längst ent- schwun ^en^ 6ot zg^hnachtcn den Schnetder'schen Kunfi- salon betraten, hatte gerade da« ob seiner Einfachheit und Naturwahrhelt so rührende Bild „Der Schutz°°S-l seinen Käuftr gesunden, der den PretS von 5000 Mk. dasür ^""tzachchara-t-risiffch sür dte Optik und Malme,s. Han, Thomas finb die Worte eines unserer ersten zeitgenüssiichen ^"°SanS Thoma hat ein- D-utsch-n-S-el- »«S b« si-bzehnt-n oder sechzehnten Jahrhundert. Er -mpfirl etz wirklich so, wie man in jenen Zeiten empfand. Das „ IRoberne ist ihm vdlltg sremd. Er hat fich nicht t-twa an d^-n al -- Meistern herangebildet oder gar di- Handschrift Dürers copirt. Man könnte sich vorstellen, daß tt nie -in - e Bild gesehen hätte und doch gezwungen Ware, so zu malen, wie er malt. Seine Erscheinung ist -in- durch»»« organische. So organisch, daß auch d-r kleinste sremde BllltStroPs-n daran« au»geschi-d-n ist, weil -S ihm -insach an Nährstoff s-hl-n würde. Auch I-,Farbensinn, seine S-nsibtlitat, sein- Handgelenk,gk-it find die srüherer Jahrhundert-, von d-m was Man-t und Monet in Frankreich entdeckt haben und war al« „Freilich," und „Impressionismus seitdem dt- europäilche Malerwrlt b-b-rrscht, scheint er nie etwas v• nommen zu haben. Glücklicher Weise ist ihm d-r »Gal-r«-t°n in gleicher Weise sremd und selbst daS Rembrandt sche He dunkel liegt hinter seiner Zeit.« BekaMtmachmg, betreffend Ausbruch der Maul- und Klauenseuche. In Okarben und in Ilbenstadt, Kreis Friedberg, Wt ta ie einem Gehöfte die rubr. Seuche amtlich festgestellt wsrdeu und wurden die zu treffenden Vorsichtsmaßregeln an» «eordnet. Gieße«, den 6. Januar 1896. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Feuilleton. Frankfurter Brief. (Originalbericht für den »Gießener Anzeiger") Vo« Theater. — Aus dem 6encetUeben. — Bilderfalau (Hans Thoma). (Nachdruck verboten.) »n der Festzeit hat »an sich hauptsächlich auf Wieder- bolunaen beschränkt. Neu war nur daS Weihnachtsmärchen Die sieben Raben" von Emil Pohl, daS in seiner Büirnenbearbeitung den Eharacter einer glänzenden geerie trug und sämmtliche Künste der Maschinerie und Beleuchtung tn Ansvruch nahm. Gegenwärtig find interessante Novitäten in Sicht. Von de« Wiener Arthur Schnitzler, der seines Berufs Arzt ist. soll kommendenSamStag ein breiartiges Drama „Liebelet ta Scene gehen. Auf dem Gebiet der Novelle hat fich Schnitzler bis jetzt durch seine feine, hoch moderne Zer» Gliederung des Nervenlebens eingeführt. Man darf also, nach diesen Proben zu schließen, von seinem Schauspiel psychologische Analyse erwarten. Sicher in Erfüllung gehen dürften die freundlichen Hoffnungen, mit welchen man der Einstudtrung deS Verdi» scheu „Falstaff" entgegenfieht, denn diese Oper, welche den Greifen italienischen MaSftro zum ersten Male auf dem Felde deS musikalischen Lustspiels zeigt, hat nicht nur in der Heimath des Eowponisten, sondern auch bereit» im AuSlande freudige Zustimmung erfahren. Selbst der so nahe liegende Vergleich mit NicolaiS „Lustigen Weibern" ist nicht im Stande gewesen, die Eigenverdienste Joseph Verdis herabzudrückeu. Für da» Concertleben ist gegenwärtig Hochsaison. AuS der Reihe der jüngsten Ereignisse greifen wir diesmal nur heran» den fünften Kammermusikabend der Bekanntmachung, betreffend die Maul- und Klauenseuche. Die zu Wetzlar, Nauborn und Kraftsolms, Kreis Wetzlar, sowie zu Hof Obernseen, Schien, ouSgebrochene Maul, und Klauenseuche ist erloschen und die getroffenen Sperrmaßregeln find aufgehoben worden. Gießen, dm 6. Januar 1896. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern._____ Gießen, den 6. Januar 1896. Betreffend: Die Feier des fünfundzwanzigften Gedenk- tageS der Errichtung des Deutschen Reiche». Die Grotzh. Kreis-Schulcommisfion Gießen au die Schulvorstände des Kreises. Am 18. Januar d. I. werden fünfundzwanzig Jahre seit der Kaiserproclamation in Versailles verflossen sein. Im Staue bef AuSschreibenS Großherzogltchen Ministeriums des Innern und der Justiz, Abtheilung für Schulangelegenheiten, orufer^_ haltBerlinl tn9«9{«b; *1 Giessen-1 160 ttiCö er\ w nur der Bestimmung unterworfen, daß kein Vertrag mit einem fremden Staate ohne Zustimmung Englands Geltung haben soll. Berlin. 6. Januar. Die Abendblätter schreiben: Frau Major v. Wißmaun reist mit dem nächsten Dampfer nach Oftafrika ab. Man dürfe daraus schließen, daß die neueren Nachrichten über den bevorstehenden Rücktritt v. WißmannS der Begründung entbehren. Berlin. 6. Januar. Bei der gestrigen Gedenkfeier an den Artillerieangriff von Paris lief an die dabei gewesenen Artillerie-Offiziere folgendes Kaiserliche Telegramm ein: „Bei der 25jährig«r Wiederkehr der Gedenktage der Beschießung von Paris erinnere Ich Mich dankbar der von der braven Festungsartillerie sowohl als wie vor Straßburg, La Före und Longwy unter schwierigen Berhältniffen und theilweise großen Verlusten erstrittenen Erfolge. Wilhelm R." Brüssel, 6. Januar. Das Leichenbegängniß Frvre-OrbanS fand heute unter großer Betheiligung der Bevölkerung ftat. Der Leichenfeier im Hotel de Ville, wohin der Leichnam gebracht worden war, wohnten der Graf von Flandern und Prinz Albrecht bei. Alsdann wurde der Leichnam nach dem Nordbahnhof überführt. Die Beerdigung findet in Lüttich statt. Paris. 6. Januar. Gelegentlich einer Manifestation der Socialisten am Grabe BlanquiS auf dem Pöre Lachaise kam es zu einer Schlägerei zwischen den Polizisten und den Demonstranten, denen die Mitnahme der rothen Fahne untersagt wurde. Der Polizeipräfcct erhielt Faustschläge Schließlich wurde e- den Socialisten aber doch gestattet, Kränze am Grabe niederzulegen. Depeschen Del Bare» .Herold*. Berlin, 6. Januar. Der Kaiser und die Kaiserin werden, wie die „Nordd. Allg. Ztg." meldet, voraussichtlich am Mittwoch Abend vom Neuen Palais nach dem hiesigen königlichen Schlöffe Übersiedeln. Berlin, 6. Januar. Nach amtlicher Bekanntmachung legt der königliche Hof für den verstorbenen Prinzen Alexander Trauer auf 4 Wochen an. Berlin, 6. Januar. Mit großer Bestimmtheit tritt hier daS Gerücht auf, daß die Demission des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe unmittelbar bevorsteht. Berlin, 6. Januar. Mit Rücksicht auf die bevorstehende Feier am 18. Januar im Weißen Saale des königlichen Schlöffe« ist in zahlreichen Fällen der Wunsch um Zulassung als Zuschauer geäußert worden. Der „Reichsanzeiger" theilt nun mit, daß diesem Wunsche nicht wird entsprochen werden können, da nach den im Weißen Saale vorgenommenen Umbauten ein Raum zur Unterbringung von Zuschauern nicht vorhanden ist. Berlin, 6. Januar. Der preußische Finanzminister Dr. Miquel ladet zu einem Diner am 11. Januar ein, zu dem außer den Ministern und BundeSrathS-Bevollmächtigten auch Reichstagsabgeordnete geladen find. Berlin, 6. Januar. Die große Winterparade vor dem Kaiser, die am 18. Januar aus Anlaß der JubiläumS-Feierlichkeiten beim 25jährigen Bestehen des deutschen Reiche« auf dem Tempelhofer Felde stattfinden sollte, findet dort nicht statt. Dagegen soll nach Beendigung der parlameutarischen Feierlichkeiten im königlichen Schloß eine große Truppenrevue der zur Feierlichkeit hierher com- mandirtcn Regiments-Deputationen und sämmtlichen gedienten Mannschaften der Berliner, Potsdamer und Spandauer Garnison im Lustgarten stattfinden. Berlin, 6. Januar. Gestern Nachmittag fand in Gegen- wari de« Ministers des königl. Hauses, des Justizministers uud des persönlichen Adjutanten, Majors Frhr. v. SÜß- kind die Eröffnung des Testaments des verstorbenen Prinzen Alexander von Preußen statt. Wie verlautet, spricht in demselben der Prinz den Wunsch auS, in Düffeldorf an der Sette seiner verstorbenen Eltern beigesetzt zu werden. Frankfurt a. M.. 6. Januar. Der „Frankfurter Zeitung" wird auS Berlin telegraphirt, der von Wien au« aufgeworfene Gedanke, ob Transvaal unter deutsches Protectorat gestellt werden soll, sei niemals erhoben worden. Weder denke die Transvaal-Regierung daran, noch würde die deutsche Regierung darauf eingehen. DaS Hauptbestreben der TranS- vaal-Regierung sei zweifellos, jeden Schein von Abhängigkeit unbedingt los zu werden und die selbständige Stellung der Republik international durch die Mächte anerkennen zu lassen. Diese jetzt günstige Situation würde durch daS Anerbieten von einer Protection an irgend eine Macht nur verschlechtert werden. Wahrscheinlich werde einem älteren, auch in Petitionen ausgesprochenen Wunsche der in Transvaal lebenden Deutschen entsprochen werden und ein Generalconsulat in Prätoria errichtet werden, daS auch die Geschäfte einer diplomatischen Agentur Übernehmen könne. Frankfurt a. M., 6. Januar. Nach den neuesten Nachrichten auS Transvaal haben die Engländer unter Jameson 30 Tobte und 37 Verwundete, die Buren 3 Tobte und 5 Verwundete verloren. Der Gouverneur der Cap colonie versichert, daß die Regierung von Transvaal alle Telegramme zurückgehalten, und willkürlich abgeändert habe. Gueseu, 6. Januar. Unweit deS hiesigen Bahnhofes ist der von Thorn kommende Schnellzug mit dem Posener gemischten Zuge zusammengestsHen. Die Locomotiven beider Züge sind beschädigt, der Gepäckwagen deS Posener ZugeS ist zertrümmert. Drei darin btfindliche Jagdhunde wurden getödtet. Der Locomotivsührer del Posener ZugeS sprang von der Maschine und verletzte sich schwer. Wen die Schuld an dem Unfall trifft, konnte noch nicht festgestellt werden. Wie», 6. Januar. Der Fürst Franz AuerSperg läßt durch seinen Rechtsvertreter die gestrige Meldung de« „Wiener Tageblattes", wonach er Schulden halber geflüchtet sein soll, alö unwahr erklären. Er hat gegen das genannte Blatt die Ehrenbeleidigungsklage angestrengt. Nom, 6. Januar. Von allen römischen Blättern hat nur der „Don ChiSciotte" von dem Telegramm Kaiser Wilhelms an den Präsidenten Krüger Notiz genommen. In eingehender Besprechung des Telegramms hebt das Blatt hervor, in welch' sonderbarer Lage sich nun Italien befinde, indem es nun zugleich Freund und Feind deS Verbündeten sein müffe. Liffabs», 6. Januar. In dem Feldzuge gegen die Europäer in Gaza-Land haben die Portugiesen den König Gungunbana, dessen Sohn und den Oberbefehlshaber der Truppen zu Gefangenen gemacht, der Sieg der portugiefischen Truppen wird hier mit großem Enthusiasmus gefeiert. Loudon, 6. Janudr. Die Blätter veröffentlichen eine officiöse Note, wonach England die Convention von 1884 aufr echt erhalten wird, welche die Oberherrschaft England« über Transvaal anerkennt. Keine fremde Macht dürfte nach Transvaal Soldaten schicken, um die inneren Unruhen zu dämpfen. Wenn es nöthig sein sollte, so müßte sich Transvaal an'England wenden. Die Note fügt hinzu, daß die Absendung von zwei deutschen Kreuzern nach Lourenzo Marquez beunruhigend wirke und eine feindliche Haltung der deutschen Regierung erkennen laffe. Die „TimcL" antworten den deutschen Zeitungen, welche England den Rath gegeben haben, sich mit den Mächten zu verständigen, welche in der Lage seien, Englands Pläne zu vereiteln: Wenn wir diesem Rathe folgen müßten, so wäre eS keineswegs Deutschland, dem wir uns näherten, sondern eine andere Macht und das würde Deutschland nicht ohne Furcht ansehen können. Havavna, 6. Januar. Die Insurgenten warfen eine Dynamitbombe unter einen vorüberfahrendeu Eisenbahnzug. Eine Person wurde getödtet, mehrere schwer verletzt. — Depeschen aus amerikanischen Quellen melden, die Insurgenten seien bis in die Nähe von Havanna vorgedrungen. Johannesburg, 6. Januar. Zwischen Dannhausen und Glencon entgleiste ein Zug der Natal-Eisenbahn. Mehrere Wagen stürzten um und wurden zertrümmert. 13 Personen wurden getödtet und 20 schwrr verletzt. Der Krieg von 1870,71, geschildert durch Ausschnitte aus ZeitungS-Nummern jener Zeit (Nachdruck verboten.) 8. Januar. Ricciotti Garibaldi hat folgendes Schreiben an den preußischen Commandanten in Chatillon gerichtet: „Man setzt mich in Kenntniß, daß Sie die Bewohner der Stadt Chatillon mit Repreffalien wegen deS Angriffs der „FranclireurS" bedrohen. Ich weiß nicht, daß je ein durch die Tapferkeit eines regelmäßigen Corps errungener Sieg zu solchen Maßregeln ermächtigen konnte. Ein für allemal: führen Sie doch in der Folge auf loyale Weise und nicht wie Vandalen, die nur von Plünderung träumen, Krieg. Drohung für Drohung, und wenn Sie doch die Infamie haben, Ihre gehässigen Pläne auszuführen, so gebe ich Ihnen die Versicherung, daß ich keinen der 200 Preußen, die Sie in meinen Händen wiffen, schonen werde. Der Oberst R. Garibaldi." — Der preußische Commandant antwortete einsach, daß er, Da sich die Bewohner von Chatillon an keinem (Garibaldis) Handstreich bkihnligt, fie nach Kriegs« recht behandeln werde, und daß er die Drohung, die preußi^ scheu Gefangenen umzubringen, unmöglich für ernstlich halten könne, da Oberst Garibaldi wiffen müffe, daß er für jeden gefangenen Deutschen zwanzig Franzosen erschießen laffen könne. totales «nd prootasitilts* Gießen, 7. Januar 1896. * * Tagesordnung für die Sitzung der Stadlverrrdueten- Verfammluug Donnerstag den 9. Januar 1896, Nachmittags 4 Uhr. 1. Diensteinführung und Verpflichtung der neugewählten Stadtverordneten. 2. Gesuch des Louis Becker um Erlaubniß zur Errichtung eines Gartenhauses auf dem von ihm erworbenen Grundstück am alten Steinbacher weg. 3. DeSgl. der Gebr. Röhrle zur Erbauung einer Eishalle am Wismarerweg. 4. Fortsetzung Der Steinstraße. 5. Ausbau Der Landmannstraße, hier Bordsteinlieferung. 6. Ausbau der Lonystraße. 7. Aufstellung eines neuen Grundbuches. * * Parlamentarisches. Der Bericht des ersten AuSschuffeS der zweiten Kammer über die Vorlage Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Erhöhung oer Gehalte der KreiSvetcrinärärzte bett., enthält laut „Darmst. Tgl. Anz." den Antrag: Unter Ablehnung der RegierungS- Vorlage sich damit einverstanden zu erklären, daß vom 1. April 1896 ab die Gehalte der KreiSveterinärärzte wie folgt festgesetzt werden: 5 Beamte Gehn t von 2400 Mk., 5 von 2150 Mk., 5 von 1950 Mk. und 5 von 1600 Mk. — Zu dem Antrag der Abgeordneten Köhler und Genoffen, den Ankauf der Burg Münzenberg für den Staat Hessen betr., beantragt der Ausschuß: Die Kommer wolle mit Bezugnahme auf eine Erklärung Großh. Ministeriums der Finanzen (wonach die Regierung der Unterhaltung, E-Haltung und soweit möglich Wiederherstellung deS glänzenden Baudenkmals ernste Ausmerksamkeit zuwenden und gegebenenfalls mit der Anforderung Der erforderlichen Mittel hervortreten werDe) den Antrag der Abgeordneten Köhler und Genoffen, betr. Den Ankauf Der Burg Münzenberg für Den Staat Hessen, zur Zeit für erledigt erklären. (Die Befitzveihältniffe bei Schloß Münzenberg bestehen heute derart, daß Htffen 18/48, SolmS-BraunfelS 10/48, SolmS Laubach 10/48 und Stolberg 10/48 zusallen.) — Zum Bericht über Den Antrag Der AdgeorDneten Köhler und Genoffen, Die Errichtung einer staatlichen LanoeSviehversicheruLgSanstalt betr^. wirb beantragt — in Hinsicht auf eine Mittheilung bet Großh. Regierung, Daß Demnächst ein Gesetzentwurf über das ViehversicherungSwesen fertiggestellt unb veröffentlicht werden wurde —, den Antrag für vorerst erledigt zu erklären. — Der Ausschuß beantragt ferner, den Antrag der Abgeordneten Köhler und Genoffen, die Anlage einer Güterstation bei der Haltestelle Langsdorf der Oberhessischen Eisenbahnen betr., für vorerst erledigt zu erklären. — Der Ausschuß beantragt weiter, zur Vorlage Großh. Ministeriums der Finanzen, die Herstellung einer GlaShalle und damit zusammenhängende Arbeiten am Kurhaus zu Bad-Nauheim betr.: Die Zweite Kammer wolle die Zustimmung dazu ertheilen, daß ein Betrag von 98,400 Mk. für die Ausführung der rnbri clrten Arbeiten zu Lasten des Curfond« verausgabt werde. * * Ehrung. Nachdem Herr Geh. Hofrath Professor Dr. Heß im vorigen Jahre zum Ehrenmitgliede des Mährisch- Schlesischen ForstvereinS, welcher seinen Sitz in Brünn hat, ernannt worden ist, find wir in Der Lage, mittheilen zu können, daß der Oesterreichische ReichS-Forstverein zu Wien Herrn Profeffor Heß in Würdigung seiner hervorragenden Verdienste auf dem Gebiete der Forstwiffenfchaft kürzlich ebenfalls zu seinem Ehrenmitglied ernannt hat. * * DaS 1. Graßherzogl. hessische Zufa>terie(Leib.«arde)Ne- ghnent Nr. 115, welche« sich zu einem großen Thetle auch aus Der Provinz Oberheffen recruticrt, begeht in diesem Jahre das 275jährige Jubiläum. Es ist da« zweitälteste Infanterie-Regiment Der Deutschen Armee- DaS älteste Infanterie - Regiment, gegrünDet im Jahre 1619, ist das Grenadier-Regiment König FrieDrich III. (2. Ostpreußische«) Nr. 1. Wie verlautet, soll Der GründungStag desonDer« festlich begangen werden. * * Die Gießener Ruder Gesellschaft hielt am vergangenen Samstag ihre erste diesjährige General-Versammlung im Saale des Hotel „Einhorn" ab, welche von nahezu sämmtlichen actiben Mitgliedern besucht war. Nach Erledigung einer Anzahl geschäftlicher Punkte wurde dem Herrn E. Doemling durch den Vorsitzenden Der vom Gesummt» vorstanD für Den eifrigsten Ruderer gest stete „Kilometer- PreiS für 1895" mit anerkennenden und Die übrigen actiben Mitglieder anspornenden Worten überreicht. AuS Dem Jahresbericht DeS Vorsitzenden ging herbor, daß Das abge- laufene VereinSjahr fast in jeder Hinsicht ein zusriebenftellenbeS Resultat ergeben hat; Der Mitglieberstanb ist wieber etwas gewachsen unb bi trägt zur Zeit inSgesammt 240, bie Vermögenslage ist eine burchauS günstige, wenn auch ber Kasfirer in seiner Rechnungsablage bon einem in daS neue Rechnung«- jahr zu übernehmenden Fehlbetrag berichten muß:e, Demzufolge bon größeren Veranstaltungen unb Anschaffungen vorerst abgesehen werben soll Nach sobann erfolgter Neuwahl bei Vorstandes setzt sich derselbe für daS Jahr 1896 auS folgenden Herren zusammen: Jean Kirch, Ehrenvorsitzender, Chr. Reiber, Vorsitzender, Ernst Balser, zweiter Vorsitzender, I. Sauer, Kasfirer, C. Gerbobe und Rod. Jmheuser, Schriftführer, A. Scheel, Materialverwalter, A. Weigand, Hausverwalter, C- Rübs amen und Gg. Schminke, Jnsiructoren, Lou iS P e tr i III. und H. Fill- mann, Ruderälteste, Commerzienrath Wilh. Gail und Curt v. Münchow, Vertreter der passiven Mitglieder. * * Kriegerkameradschaft Hasfia. Die Zinsen Der Ernst- Ludwig -Victoria-Meltta- Stiftung kommen am 19. Apr l d. IS. erstmalig zur Venheilung. Ansprüche hier auf finb bei den BezirkSvorstehcrn durch bie Shiegerbereine bis zum 15. Februar d. Js. anzumelden. Die Bezirks- Vorsteher haben diese Gesuche spätestens am 1. März an ben Herrn Major Beck in Darmstadt einzureichen. — Die Kriegervereine der „Hasfia", welche sich durch Delcgirte bet der am 18. Juni b. IS. stattfinbenben Einweihung be« Kyffhäuser-Denkmals zu betheiligen wünschen, müffen ihre Anmelbungen bis zum 15. Januar b. I«. an baS Ber- banbSpräsidium gelangen laffen. Es stehen bem Landes- verband laut den „N. H ff. VolkSbl." nur etwa 80 Plätze zur Verfügung — d. h. auf dem Denkmalsplatz selbst — sodaß bie Vertheilung unter ca. 40,000 Mitglieder Der „Hafsia" keine leichte Arbeit fein Dürfte. — Die Weihnachtssammlung sür die KriegSveteran-nwittwen von 1813/15 ergab bis zum 30. December 10,500 Mk. und erhöht sich der Betrag noch täglich. An 135 WittweL. wurden 4050 Mk. zu Weihnachten vertheilt. Ueber die Art Der Vertheilung DeS noch übrig gebliebenen Fonds zu Gunsten Der Witwen wird Dafl Comit6 in einer Demnächst abzuhal- tenDen Sitzung Beschluß soffen. Die DankrSbriese Der Beschenkten bieten ergreifenDe Schilderungen der Nöthe und traurigen Verhältnisse, in welchen d'e Deteranenwittwen leben,, und erbringen den Beweis, wie nötbig diese Weihnacht« sammlung war. Veteranen au« 1813/15 leben bekanntlich nur noch vier. • • Sin Gießener Student al« Bühnen - Schriftßeller. Stud. med. Franz Xaver Wiedemann hat Herrn Di- rector Reiaerfl unter dem Titel „Frühling" ein Theaterstück eingereicht, welches derselbe demnächst in Marburg zur Aufführung bringen wird. ♦ ♦ Zu dem Billard Match des Pros. Franz Et sch er hatte sich gestern Abend ein zahlreiche« Publikum in Der „Stabt Mainz" etngefunDen, welche« mit großem Jutereffe Den Kunststößen De« Meisterfl auf Dem BillarD zu'ah. Nicht« Desto weniger fand fich ein Gegner, welcher in zwei Parthiee« bei je 150 Point« Vorgabe 188 unb 191 von 200 Paukte« pro Porthie machte. Etscher« größte Serie betrug bei diesen Parthieen ca. 70 Point«, während sein Gegner e« in seiner höchsten Serie nur aus 15 Points brachte. * * Durchgegaugeu Von der Wellerflburg au« gingen gestern Abend 11 Uhr zwei Pferde mit einem Flafchenbier- wagen durch. Dieselben jagten durch die Nordaniage über OSwaldSgarten in die Wetzsteingaffe, wo sie stehen blieben. Weder Wogen noch Pferde erlitten bei der tollen Fahrt Schaden. :tl Theilr nch rht in diesem ift das zmrit. das älteste 16J9/ ist das 2stPrenWkS) tag besondttS 01 VttMgkkM usammlung ie vag vahej« r. Nach A- irde demHmk vom Gesamml» te „Kllomeln- 1 die übrigen licht. AnS dem M das abge« sriedenstellendes t wieder etwas 240, die SB«-- iud) der Kasfirer neue RechliungS- ißie, dewzllsolgk igen vorrist ab* ;r Neuwahl der 1896 aus fol» hreuvorfitzender, llser, zweiter ode und Rob. Mialvrrwalter, imen und Gg. l.und H. Kill' lh. Gail und oen Mitglieder. i|en der Ernst- ig kommen am Snspcüchrhier' t Kliegerv-reine Die Bezirk 1. März an den eichen- - ®ie ch Drlcgirte bet iweihung des Mlcheu, müssen an das Vkl' ,» dem La^eö< M 80 W Isplatz selbst - Mitglieder btf Die Weih' an-nwittme» 10,500 M und n 135 lieber die »rt mnä*ft M‘‘ <16 rief' 111 t hir * ent h1,jt Deihva^ leben H** (»t L!tt° ®‘ J«’*«** 'Jt ®arW9 i* 11,6 Li «e#1* I« Ä* °°" *“ Ä« IS«“ 1 .mH»* ^'"°i,l-l|!»bii'. i-'-S 1w?h „W 816,‘ M°i, tu, " klären. _ K°°rdneten rna11o«6(| '^nbahllrll , ^ichust &(. “W der K. nlt iulannnen= ^rim betr. «Alen, datz '"S der rub^ wnde. u lx* des Milhrisch. n Biünn hat «ittheileu zu »ein zu 8ittt ierborragrndrn W\t kürzlich Ju bew gestrige» Berich« über den Verlauf der Volks-Versammlung bett. Errichtung eines Volks- Schwimmbades wurde in der Liste der Name des Herrn F. C. B. Koch vergessen, welchen wir hiermt nachtragen. § Srunberg, 6 Januar. Der Würgengel Diph- theritiS tritt zur Zeit in unserer Stadt auf und hat bereits zwei Opfer gefordert, ein Kind und den einzigen 16jährigen Sohn eines hiesigen Kaufmanns. Die gegenwärtige feuchtneblige Witterung ist dem Auftreten von Kinderkrankheiten überhaupt sehr günstig- sehr häufig berichtet man über vorkommende KrankheiSfäÜe bei den Kindern. Friedberg, 6. Januar. Der vor Jahresfrist hier unter dem Vorfitze von Lehrer Knaup von Heldenbergen inS Leben getretene „Geflügelzuchtverein Friedberg" hat fich in seiner letzten Generalversammlung zu einem „Wetterauer Geflügelzuchtverein" umgestaltet. Präsident desselben ist nunmehr Geh. Regierungsrath Dr. Braden, Bicepräfident Kreisamtmann Schliephake, während Lehrer Knaup alS Secretär die Geschäfte des Vereins leitet. In den Vorstand find ferner der Dirigent der Ackerbauschule Dr. v. Peter und LandwirthschaftSlehrer K. Reichelt ein« getreten. Am 6., 7. und 8. März d. Js. wird der Verein hier eine größere Ausstellung aller Arten von Zier- und Nutzgeflügel, als Hühner, Gänse, Enten, Tauben, Pfauen usw. veranstalten, die nach den bis jetzt getroffenen Veranstaltungen recht intereffant zu werden verspricht. § Nieder Moos, 4. Januar. Dem Landwirth Paul Eifert auS Metzlos Gehaag ging heute oberhalb Metzlos daS Pferd durch. Eifert konnte das Thier nicht halten, der Schlitten fiel um, und wurde Eifert eine Strecke geschleift, da er unter den Schlitten kam. Eifert erlitt mehrere Verletzungen, u. A. einen Armbruch. -e- Herbstein, 6. Januar. Einem hiesigen Fabrikanten wurde ein Stecken mit 10 bis 12 Wursten aus dem Schornsteine gestohlen. § Grebenhain, 4. Januar. Der Landwirth Hornung hier wollte gestern ein Pferd beschlagen laffcn. Unterwegs glitt daS Thier aus und brach ein Bein. Trotz sofort angewandter Hilfe wird daS Pferd (im Werthe von 800 Mk.) geschlachtet werden mÜffen. § AnS dem Kirchspiel Crainfeld, 5. Januar. In der evangelischen Kirche zu Crainfeld rourbe im vergangenen Herbst eine neue Orgel ausgestellt. An einem der letzten Sonntage versagte dieselbe nun während des Gottesdienstes den Dienst, sodaß ohne Orgel-Begleitung gesungen werden mußte. Allgemein ist nun in unserer ganzen Gegend daS Gerücht verbreitet, als ob dies die in einem Artikel im December 1895 „Aus Oberhessen" in dieser Zeitung erwähnte Orgel sei, worin die Mäuse die Belederung abgesressen und ihr Heim aufgeschlageni hätten. Es ist dies jedoch nicht der Fall, sondern der Fehler liegt darin, daß durch die Feuchticckett die Lederklappen an den Stimmen erlahmten, weil die Orgel etwas nahe an der Wand steht, die der Feuchtigkeit ziemlich ausgesetzt ist. D An» dem Kreise Alsfeld, 6. Januar. Gegenwärtig besucht die Schulen unseres Kreises, auch Gesang« und andere Vereine ein Besitzer eines Edison'schen Grammophons mit Namen Schlichteisen aus Erfurt. Die Vorführungen dieses Interpreten unterscheiden sich hauptjächlich von anderen Reisenden, die mit Meerschweinchen, GeschwindigkeitS- und anderen Kunstsrücken die Schulklaffen besuchen, dadurch, daß sie wirklich belehrend und intereffant find. Wer noch niemals ein Grammophon gesehen und gehört hat, der wird durch die Vorführungen auf demselben geradezu verblüfft. So einfach der Apparat an und für sich construirt ist, niinüch in der Hauptsache aus einer rottrenben Kautschuckscheibe, auf welcher bie Schallschwingungen in spiraligen Kreisen festgehalten worden find, einem auf diesen Kreislinien beweglichen Stift und einer Membranplatte, welche die Schallschwingungen reproducirt, sowie endlich aus Gehörschläuchen, die mit der Membrane in Verbindung stehen und an das Ohr gebracht werden — so Überraschend ist seine Wirkung. Man hört die menschliche Stimme klar und deutlich im Einzelvortrag, im Sologesang und im Duett ober Chor. Prächtig machen fich bie wiebergegebenen Tänze und Märsche von RegimentScapellen, und bie Wiedergabe eines Klavierstückes ist ganz besonders ansprechend. Allerdings gehört zu jeder Wiedergabe eines anderen Stückes auch eine andere Kautschuckscheibe. Die Vorführungen auf einem solchen Erzeugnis modernen Erforschungs und Er« filldungsgeisteS sind namentlich für bie Volksschulen ein werthvoller Gegenstand bet grunblegenben Anschauung. -11- AuS de» BogelSberge, 6. Januar. Folgender Vorfall möge zur Characteristik eines Vogelsberger Handelsmannes dienen: Eme Gesellschaft Landwirthe fuhr auf einem Wagen vom Ulrichsteiner Markte nach Hause. Unterwegs begegneten ihnen eine Anzahl Handelsleute, von denen einer auS Crainfeld einen Ziegenbock an einer Seine führte. Aus Ulk rief einer der Landwirthe den Handelsleuten im Vorüberfahren zu: „WaS wollt Ihr für den GaiSbock, ich geb Euch ein Schuck". Sofort lief der Handelsmann mit dem Ziegenbock an den Wagen und schrie: „Wer hat lames Schuck geboten, der GaiSbock ist Euer, Ihr sollt ihn haben, ich werde Euch verklagen." Trotzdem ihm von den Leuten versichert wurde, es falle Niemand ein, den Ziegenbock zu kaufen, sie verständen gar nicht die Bedeutung des Wortes „lames“, verklagte her Handelsmann einfach einen der Landwirthe auf Vertragserfüllung. Selbstverständlich ging der Proceß für den Handelsmann verloren. Wenn man nun erwägt, daß wegen dieser Lappalie die verschiedensten Eide geschworen wurden, so ist dies wahrlich ein trauriges Zeichen der Zeit. A Mainz, 6. Januar. Unter der hiesigen Straßenbrücke iprang gestern Abend ein Soldat des 117. Regiments in den Rhein und verschwand sofort in den Wellen. Die Angst vor einer zu erwartenden kleinen Strafe soll das Motiv zu dem Selbstmord sein. — Mit Rücksicht auf die allgemeinen Zeit« und Geldverhältnisse hat der große Carne- valsverein „Narrhalla" bekanntlich beschloffen, in diesem Jahr von einer Abhaltung von „Sitzungen" und sonstigen carnevalistischen Veranstaltungen Umgang zu nehmen. Wer aus dieser Thatsache folgern wollte, daß in Mainz die Carne« valsluft und der Humor am Aussterben sei, befindet fich in einem sehr großen Jrrthum, denn infolge des Verhaltens der „Narrhalla" sind die kleineren Carnevalsvereine geradezu wie Pilze aus der Erde gewachsen, und dürfte fich deren Zahl auf mehrere Dutzend belaufen. In diesen kleinen Vereinen kömmt häufig der Humor und die CarnevalSlust mehr zum Durchbruch als in den größeren Gesellschaften, indem hier manches CarnevalStalent hervortritt, dem für die Tribüne der „Narrhalla" die nöthige Courage fehlt. Schon bie Namen einzelner bieser kleinen Vereine finb äußerst originell und gibt es, um nur einige Beispiele anzuführen, „Rebläus", „Dotzfl-cker", „Krumbelbrüder", „HumoristifcheDerke", „Rhein- schoode", „Luftschiffer" und ähnliche mehr, die ihre regelmäßige Sitzungen in der ganzen Stadt vertheilt abhalten. — Die Dtöcese Mainz umfaßt gegenwärtig in runder Zahl 300,000 Katholiken. Lampertheim, 2. Januar. Ein bedauernSw?rthkr Unfall widerfuhr dieser Tage dem Landwirth Blank, einem bejahrten Manne von hier. Derselbe wollte nach eingetretener Dunkelheit den Hof aufsuchen, that jedoch auf der unbeleuchteten Treppe einen Fehltritt, infolge dessen er mehrere Stufen hoch abstürzte. Als feine Angehörigen herbeieilten, fanden sie den Verunglückten nur noch als Leiche vor. Dermifcfcieso • Marburg, 4 Januar. Ein Viehhändler eigener Art hat in letzter Zett die hiesige Gegend bereist. In zahlreichen Dörfern kaufte er große Mengen Vieh an, wofür er die höchsten Preise bewilligte. Die Bauern waren Überglücklich ob des seltenen Geschäfts und luden den splendiden Händler zu dem landesüblichen „Weinkaus" ein, mit dem derartige Geschäfte gefeiert zu werden pflegen. Die Wein« käufe, das sind eine Art bäuerlicher Festessen, fielen angesichts der hohen Preise besonders splendid ans und der Händler ließ sich die Kost gut munden. Leider stellte sich bald heraus, daß man von einem Schwindler dupirt war, den es nach den Weinkäufen, aber nicht nach des Nächsten Vieh gelüftete. Die Bauern warten noch heute auf die Abholung und Bezahlung der so vortheilhaft verkauften Thiere. * Marburg, 3. Januar. Die diamantene Hochzeit feierte vor einigen Tagen in Erndtebrück das Ehepaar Kraft Menn. 1 Sohn, 3 Töchter, 29 Enkel und 14 Ur, enkel brachten ihre Glückwünsche dar. Der Kaiser hat den Eheleuten, die beide im Jahre 1813 geboren finb, bie silberne Jubiläumsmebaille verliehen. ♦ Kaiser - Reifen. Eine Zufammenstellung der Reisen bes Kaisers für 1895 eigiebt, baß ber Kaiser im verflossenen Jahre während 159 Tagen fern von Berlin unb Potsbam weilte. Von ben zum Theil sehr strapaciösen Reisen verwandte er zu Jagben in den verschiedenen Revieren 52 Tage, zu Besuchen bei den fürstlichen Höfen in Wien, Schweben, Englanb, Oldenburg, Friedrichsruh, Weimar, Strehlen, Darmstadt unb Karlsruhe 38 Tage, für Militär- und Marinebefichtigen, Manöver rc. 27 Tage. Der Rest wurde in verschiedenen Städten unb Schlössern zugebracht. ♦ Krefeld, 3. Januar. Auf einer überschwemmten Wiese in ber Umgebung von Gladbach brach ein Knabe auf dem Eise ein und ertrank. — In Neuß wurde ein Commis aus Braunschweig verhaftet, als er einen postlagernden Brief abholen wollte. Der junge Mann hat vor längerer Zeit in Braunschweig 6000 Mk. unterschlagen unb sich nach ben Rheinlanden geflüchtet. * Ein General in Röthen. Währcnb beS Krieges 1870 kam ber General von Blumenthal burch bie Gewißen- haftigkeit eines Wachtpostens in eine recht komische Situation. Auf einem Gange durch die Borpostenkctte wurde der General plötzlich von einem polnischen Wachtposten angehalten unb nach der Loosung gefragt. Blumenthal, der die Loosung momentan vergessen hatte, sagte: „Laß mich nur durch, mein Sohn, Du siehst, ich bin Offizier." DaS konnte aber dem Musketier nicht imponieren, unb er meinte lakonisch: „Weißt Du Loosung nicht, schieß ich Dich tobt!" — „Aber so sieh' boch meine Treffen unb meine Orden." Daraus wieder kurz und bündig: „Weißt Du Loosung nicht, schieß ich Dich tobt!" Und so ging eS fort ad infinitum, bis endlich zwei in der Nähe befindliche Offiziere herbeieilten, dem bedrängten General die Loosung ins Gebächtniß zurückriefen und ihn so aus ber fötalen Situation befreiten. • Wettbewerb. Für ben Bau des neuen Schlachthofe» in Gera waren die Schlofferarbeiten öffentlich ausgeschrieben worden. Im höchsten Anschlag wurden 21,000 Mk., im niedrigsten 10,000 Mk. gefordert. — DaS Restaurant deS Thüringer Bahnhofs in Leipzig war zur neuerlichen Verpachtung ausgeschrieben worden. ES gingen 72 Pachtangebote ein; bie angebotenen Preise schwankten zwischen 3000 und 28,000 Mk. jährlich. • DaS LotterielooS des Selbstmörders. Kürzlich wurde berichtet, daß sich in Nizza ein ehemaliger Berliner Gastwirth Krause, der zuletzt Hotelier in Genf war, erschossen und seine Familie in größtem Elend zurückgelaffen hat, da der ehemals so blühende Gasthof zur Zwangsversteigerung kam. Wie jetzt Genfer Zeitungen melden, hat die Frau des Selbstmörders 300 000 Fr. auf ein Loos gewonnen, daS ber Gatte schon seit vielen Jahren spielte. * Stallen ist, was man von vornherein nicht annehmen möchte, baS am meisten Wein bauenbe Laub, unb zwar beträgt bie Summe aller baselbst mit Wein bebauten Bodenflächen die beträchtliche Zahl von 34,275 Quadrat Kilometern, während bekanntlich ganz Italien 288,540 Qu.-Km. umfaßt; Frankreich dagegen, welchem man wohl nach ber Verbreitung und dem großen Consum feiner Weine den ersten Rang unter den Weinländern einzuräumen geneigt fein möchte, hat doch nur halb so viel Areal mit Wein bepflanzt, wie Italien. Nichts destoweniger liefert Frankreich in der That mehr gekelterten Wein wie Italien, da letzteres Land einen großen Theil ber Trauben anbertoeitig verwerthet. (Mit- getheilt vom Internationalen Patent«Bureau Carl Fr. R e i ch e lt, Berlin N.W. 6.) Literatur unb Itanft — Katechismus der Psychologie von Fr ie dr i ch Ki r chner. Zweite, vermehrte unb verbesserte Auflage. VIII unb 297 Seiten. In Original - Leinenbanb 3 Mk. Verlags - Buchhanblung von I. I. Weber in Leipzig. Der Stanbpunkt, auf bem ber Verfasser bieses Buches steht, ist weder ber einseitig empirische, noch der rein spiritualistische. Jener will eine „Psychologie ohne Seele", bieser macht ben Leib zum bloßen Reflex bes Geistes. Im Gegensatz zu jenem wirb über bas Wesen der Seele, ihre Entstehung und Zukunft ausführlich gehandelt; abweichend von diesem werden die Resultate der Anthropologie und Psychologie verwerthet. Bei der Schwierigkeit ber psychologischen Probleme war es nicht leicht, ste populär und doch nicht oberflächlich darzustellen. Wer sich noch eingehender damit beschäftigen will, findet in ben zahlreichen Literatur- nachweisen anregenbe Winke. Verkehr, Canfc* unb Gieße«, 7. Januar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. -Ä 0,65—0.85, Hühnereier pr. St. 7—9 3i, 2 St. 00 H, Enteneier pr. St. 00 4, Gänseeier pr. St. 00-00^, Käse pr. St. 5-8 H, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 15 X Linsen pr. Liter 28 H, Tauben pr. Paar JL 0,60 bis 0,70, Hühner pr. Stück 0,90 bis 1,00, Hahnen pr. Stück JL 0,70-1,20, Enten pr. Stück 1,70-2,00, Gänse pr. Pfund JL 0,52-0,64, Ochsenfletsch pr. Pfd. 72-76 Kuh- unb Rindfleisch pr. Pfd. 66-68 Schweinefleisch pr. Pfd. 56 bis 68 H, Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfb. 72 4, Kalbfleisch pr. Pfd. 60-64 4 Hammelfleisch pr. Pfd. 60—70 Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,00 bt8 0,00 JL, Weißkraut pr. Stück 0-00 4, Zwiebeln pr. Gentner JL 6,00—7,50. Milch pr. Liter 16-18 ______________________ Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein Mütterchen beS Stoffes, von bem man kaufe« will, unb bie etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Selbe kräuselt sofort zusammen, verloscht halb unb hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Selbe (bie leicht speckig wirb unb bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen bie „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), unb hinterläßt eine bunteibraune Asche, bie sich im Gegensatz zur ächten Seibe nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man bie Asche ber ächten Seche, so'zerstäubt sie, bie ber verfälschte« nicht. Die Seidenfadriken G. Henneberg (k. u. k. Hoflieferant) Zurich oerfenbet gern Muster von ihren echten Seibenftoffen an Jebermann unb liefert einzelne Roben unb ganze Stücke perto- and steuerfrei in die Wohnung 24 Bekanntmachung. Nachdem uns auch in diesem Jahre wieder ein Betrag zur Verfügung gestellt worden ist, um im nächsten Sommer eine Anzahl armer, serophu- löser Kinder in der Kinderheilanstalt zu Bad-Nauheim unterbringen zu können, werden alle diejenigen Bewohner des Sparkaffen dezirks Gießen, welche solche kranken Kinder haben und nicht selbst in der Lage sind, die Kosten bestreiten zu können, aufgefordert, sich bei ihrem Pfarramt oder der Bürgermeisterei baldigst zu melden. Bei der Anmeldung ist ein ärztliches Zeugniß vorzulegen, in welchem die Nothwendig- keit einer Badekur bescheinigt sein muß. — Es ist nicht ausgeschloffen, daß Kindern, welche bereits auf Kosten der Sparkaffe eine Badekur durch gemacht haben, die Kosten für eine weitere Kur bewilligt werden können. — Die Pfarrämter und Bürgermeistereien ersuchen wir, uns die einlaufenden Meldungen mit den ärztlichen Attesten und einer Bescheinigung über die Bedürftigkeit der betreffenden Eltern bis.längstens Ende Januar k. I. zusenden zu wollen. Gießen, am 10. December 1895. Die Direetiou des Spar- und Leihkasse-Bereius. U3 I. E.: Wiener. Bekaimrmachrmg. In Gemäßheit Beschlusses der Stadtverordneten-Versammlung vom 15. Juni 1879, wonach zur dauernden Erinnerung an die goldene Hochzeit des Deutschen Kaiserpaares, Seiner Majestät des Kaiser Wilhelm I. und Ihrer Mäjestät der Kaiserin Augusta, von der Stadt Gießen eine Stiftung zu Gunsten bedürftiger Ehepaare, welche hier ihr goldenes Ehejubiläum erleben, errichtet worden ist, fordern wir alle Diejenigen, welche im lausenden Jahre ein solches Fest zu begehen haben und Anspruch auf Zuwendung der zu 150 Mark bemessenen Stiftungsgabe erheben wollen, auf, sich bei uns zu melden. 284 Gießen, den 3. Januar 1896. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Pferde-Decken «I Buchweizengrütze, von 1 Mk. 30 Pfg. an frisch eingetroffem empfiehlt Heinrich Wallach. 175 Je M. Schulhof. Verdingung. Die Schreiner- und Weitz- biuderarbeiteu zur Herstellung des früher Schmidt'schen Hauses im Tiefenweg sollen Dienstag den 14. ds. Mts., Vormittags 11 Va Uhr, öffentltch verdungen werden. Arbeits- beschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf vorgeschriebenem Formular find bis zum genannten Termin einzureichen. Gießen, 7. Januar 1896. Das Stadtbauamt. 315 Schm andt._________ «ute Speilekartosselrr *t>i*e<*t*. GchMstratzs 6. an Georg näckst dem ^Kaiserbof"- Eberh. Metzger welche ?nr 46 375 295 Büchsen erbeten. Rmtr. Der Vorstand. WermieMngen. 730 Wellen Todes-Anzeige 317 Gnauth. 310 Beuern melden. *L Gastwirth ®» SSSto nü* Omnibus-Verbindung 'Abonnement billiger Linie A 161 Stbr. Homhergtl L ZSH»e. - Druck und Verlag UnwerfnLt-.vuch- und Strinbntdad (Pietsch A. Scheyd.) io Retaction: S. Echeyda. MAGGI5 ff // // // // // 48 69 97 13 83,5 18 101,5 28 Eichen- Nadel- Linie c Linie D 10. Januar 1896. 301 suchen für unsere mechanische Weberei tüchtige Arbeiterinnen. Mädchen vom Lande bevorzugt. Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. Montag, 13. Januar 1896, Vormittags 91/« Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald, Dlstric- ten Brauhos und Wanne, versteigert werden: 62 Kiefern- und Fichtenstämme mit Uhren, Brillen, Ptneenez, Barometer, Thermometer, Operngläser kauft man am besten und billigsten bei kommt am Vormittag zum Ausgebot. Die Zusammenkunft ist auf der Licherstraße an der 6. Schneise. Gießen, den 7. Januar 1896. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Die Niederlage für Gießen befindet sich, da Otto Schaaf wegen Mangel Lagerraum genöthiSt war, dieselbe abzugeben, von heute ab bei Schäfer gesucht Ein im Schafhüten bewährter Schäfer, mit guten Zeugnissen, wird gegen hinreichende Vergütung gesucht. Refiectanten wollen sich bei dem Ge« meinderechner Liudeustruth in 241] Möblirt.s Zimmer mit Eadinel zu vermiethen. ■BabtiboftH?»ge 18, nr probiren, finden, dass sich dieselbe durch gerosste Waschkraft and sparsamsten Verbrauch auszeichnet. Preis 32 A per Pfund, JL. 1.50 das 5 Pfund -Packet in all Seife führenden Geschäften. Schriftliche Arbeiten jeder Art werden übernommen und besten» auSaefübrt, insbesondere auch die Abschrift von Collegheften Nähere« in der Exv- dsS. Bl-_______________________- 26,90 Festm., Kiefern- u. Fichtenstangen mit 1,33 Festm., Theilnehmenden Verwandten und Bekannten ^ie schmerzliche Nachricht, daß unser unvergeßlicher Gatte, Vater,^Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel Heinrich Kümmel Schreinermeister heute Morgen um 5 Uhr nach kurzem, aber schweren Leiden sanft entschlafen ist. 822 Gießen, den 7. Januar 1896. Die trauerudeu Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Donnerstag den 9. Januar, Nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Katharinengasie 7, au« statt. Vermischte Anzeigen Et Kirchengesangverein« Donnerstag den 9. Januar 1896, Abends 7*/% Uhr, in der Stadtkirche: Die Geburt Jesu Christi Kirchenoratoriam für Solostimmen, gemischten Chor, Kinderchor und Gemeinde- geeang, mit Begleitung von Harmonium, Streichorchester, Hoboe- und Orgel von Heinrich von Herzogenberg. Eintritt frei. Für die inactiven Mitglieder werden Plätze im Schiff der Kirche und der Eingang durchs Hauptportal vom Kirchenplatz ans reservirt. Texte ä 20 Pfg. an der Kirohthüre tu haben. Zur Deckung der bedeutenden Kosten werden freiwillige Gaben in die Ein Lade« inwelchem bisher ein HerrenconstetionSgeschäft mit bestem Erfolg betrieben wurde, ist mit Werkfiattlocalitäten, eventuell auch mit Wohnung, preiswürdig zu oermicthen. Anfragen unter H 7 befördert die Expedition dS^BD 820 Versteigerung. Samstag de« 11. d Mts-, Nachmittags 2 Uhr, versteigere im Pfandlocal, SUterSweg 11, gegen Baarzadlung: 1 -wetthürigen Kletberschrank. Gießen, den b. Januar 1896. 306 Mulch, Polljtehungsbeamter- j Koch, ilhrmacher, Neuenbäue« 5 233 Verein für Krankenpflege. Einladung Genml-Ntchumlllng den 8. Januar 1896 Abends 872 Uhr, in der Bavaria. Tages-Ordnung: Berichterstattung, Rechnungsablage, Ergänzung-wahlen Der Vorstand. Deutsch, u. Oesterreich. Aipeuvereiu. Seettou Gießen. 1) Donnerstag bett S. Aanuar, Abends 8*/» Uhr: im Vereinszimmer (Kaiserhof, eine Treppe rechtS). Geschäftliches; Vortrag: Oswald von Wolkenstein; Genauere Verabredung Über den Lagesausstug für 2) Sontttag bett 12. Jattttar nach dem Vetzberg, DünSberg, Bubenrod- (296 Gärtnerlehrling gesucht. 25£]_ Wilb. «erharb, Nahrungsderg. 216]ein zuverlässiger, solider Knecht bei ein Pferd gesucht. Anerbieten befördert die Exped. d. Bl. unter 500. Aufforderung. Bezüglich der nachstehend bezeich ncten Grundstücke kann der Eigene thumserwerb resp. die Zahlung der Kaufschillinge nicht genügend urkund, lich nackgewlesen werden: I. Gemarkung Großen Linden. Sophie Größer zu Großen Linden Flur V Nr. 145/l0- II. Gemarkung Wieseck. Philipp Dapper und Frau, geb. Petri, zu Wirseck Flur I Nr. 242. Flur XX Nr. 170. Eberhard Weller IV, B. S., und Frau, in Wieseck Flur VII Nr. 55. Ansprüche an diese Grundstücke sind binnen 4 Wochen bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden, als sonst den jetzigen Besitzern die Grundstücke als unbeschränk tes Eigenthum zugeschrieben und die neu abgeschlosienen Veräußerungsverträge bestätigt werden würden. Gießen, den 2. Januar 1896. Grobherzogliches Amtsgericht Gießen. Langermann. so 3 Et« Bauplatz. in sehr guter Lage, ,tt verkattfett. Zu erfragen [237] Weserftrafie 17. Eine Electrifirmaschine zu verkauf««. c 293 Näheres tn der Exped. d. Bl. 2 ] «in tüchtiges Fahrbürschchen gesucht. Heinrich Etmvtt, Neuenweg 32. 271] Ein tüchtiges, gewattbteS Ladenmädchen, welch-S mit Lattbkttttbschaft umzugehen versteht, zum 15. Februar d Z in mein Cnlxintal* nnb «attnfactnrwaarett« Geschäft gesucht I. L. Friederich, Wetzlar. heute Abend nach 8 Ubr, nach langem Leiden dem Herrn ent' schlafen ist. 326 Um stille Theilnahme bitten Die trauernde« Hinterbliebenen. Fraukenbach, den 6. Januar 1896. Die Beerdigung findet Donnerstag gegen 1 Uhr statt. y-} mit Wohnung, Bel- - Etage. 4 Zimmer etc, oLÖUCU W. Ferber, ii Kirchenplatz 11 Marburger straße—Bahnhof und zurück. GrLnbergerstraße—Bahnhof und zurück. * SomttagS bei Markt-Dchiffenbergerwald und zurück ^"^ger Wtttnnng)- Marburgerftraße—Wieseck und zurück. 178j schöne Wohnungen (Neubau), 5 und 6 Zimmer; letztere kann auch gc- ttennt oermtethet werden. Näheres Dierstratze 6, H 177] Marktsteatze 29 ist eine Wohnung mit allem Zubehör sofort zu vermiethen- 244] Schönes Logis, 3-4 Zimmer mit Zubehör, zu vermiethen. Nettstabt 41. 215] Die seither von Herrn Rentier Spies innegehabte Wohnung tm ersten Stock, 5 große Zimmer nebst Mansarden, raum, Küche, Wasserleitung u- Zubehör st sofort oder später für 480 JC. zu ver- miethm. Auch kann Stallung für Pferde und Chaiseremise dabei abgegeben werden. « arbnrgerstraße 22. Todes-Anzeige. Hierdurch machen wir ollen Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, daß unser lieber Gatte, Vater, Bruder und Onkel Louis Greller 3360 „ 4780 „ „ Das Stamm« und Stangenholz 7-8000 Mk. zusammen oder theilweise, auf erste Hypothek sofort auszuleihen. [319 Näheres in der Expedition d. Bl. 223] Ein Student ertheilt * gründlichen Unterricht n allen Fächern. Näheres in dcr Expedition d Bl. 323] Herrschaft!. Diener sofort gesucht. Gelernter Schneider bevorzugt. Placirungtzbureau von C. Sttasny, Bahnhofstraße 11- Buchen-Scheitholz, Eichen- „ Nadel- „ Buchen-Knüppelholz, Eichen« u Buchen-Stockhol;, Eichen- „ Nadel- „ Buchen-Reisig, Ein großes, grauleiueues auf einen großenFleisch- wagen, ist verloren gegangen. Gegen Belohnung abzugeben Wallthorstrafie 1. [305 ^94] Ein älterer Herr sucht in guter Lage zwei nicht zu große möblirte Zimmer mit Aufwartung und Kaffee, Frühstück, bis End- April dieses JahreS. Adresien unter LV4 an die Expedition d. Bl. 308) Ein junger, tüchtiger Schtteiber Selüesmeg st7, Ul. I&BF StcUknsuchende jeden Beruf- placirt schnell »buter'. vnrenu, Dresden, Reinhardstr. 16. '^24 302] Eine Wohsiung, bestehend aus 3 Zimmern und Küche nebst sonstigem Zubehör (mittlerer Stock), ist anderweit zu vermiethen und am 1. April zu bt> ziehen^W. Wagner, Frankfurterstr.41. Fünf-Zimmer-Wohnung im vierten Stock, mit allem Zubehör, Trockenplatz rc., per 1. April zu vermiethen. 307] Uvolf Bieler, Westanlage 44. "309] Kl. Wohn, im Nebenh., 3 Ztm. m. Zubch., per 1. 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Kaiserbilder (®libel«l.,Wtiebrid>lll,»Hbelttill.) 0,95 cm hoch, 0.70 cm breit (Stahlstiche) mit Rahmen; wett unter dem reellen Werth. Stchgürte« 10. 818 (Werners Waarenbans.) Alte Briefmarken, wennmvglich auf ganzen Briefen, besonder« amtliche Diettstmarken 1, 2, 3 und 7 Kreuzer (1870 71), ferner Preuße« 1, 2, 3, 6 und 9 Kreuzer (1867), Deutsch-Reich 1. 2 u. 18 Kreuzer (1872/74) rc- rc. kauft da« Stück bi« zu 50 auch kaufe e. alte Sammlung. C. Bttrleh, Gotha. Stabt Schlachthaus. Freibank. [325 Heute und morgen: Schweinefleisch nicht labenrein, pr- Pfd. 50 Pfg. Wachstuch und Gummi' Ttschzett« in abgepaßten Decken und Stückwaare, Betteinlagen, Ledertuch, Lederschürzen rc. in großer Auswahl bet 172 Heinrich Wttllach. ^VevAiac^: