1896 Sonntag den 7. Juni Amts- unb Anzeigeblatt für den Areis Gietzen. Hratisbeikage: Gießener Kamitienötätter. Feuilleton lliiit mt öo» Anzeigen zu der Nachmittag» für de» g |6|trban Tag erscheinenden Nummer bi« Bonn. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux de« In- und Uudlande» nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen Werthe nach beteiligt gewesen fein; von Jahr zu Jahr | immer mehr nähern wir uns Großbritannien in dieser Hinsicht, lassen wir Frankreich, daS nur mit 13,5 Procent an der industriellen Ausfuhr betheiligt ist, hinter uuS; um so wichtiger wird für unser WirthschaftSlebeu die Regelung und Sicherung unseres Handelsverkehrs m t anderen Nationenheute schon übertrifft der Werth unserer Ausfuhr weitaus den des inländischen Körnerbaues." berg und Dr. Dietrich - BraunSberg. Ueber den Fortgang bet Arbeiten für die Normal-Lehrgänge erstattete Dr. Götze Bericht. Zweck derselben ist, durch einheitlich geregelte Lehrmethode die neuentstehenden Schülerwerkstätten davor zu behüten, daß sie ihre Ziele zu hoch stecken, waS dann bei un- genügenden Mitteln leicht zur Verflachung führe. An Stelle des verhinderten Dr. Jeffen-Berlin leitete Director AhrenS- Kiel eine Besprechung der Handfertigkeit» - Ausstellung ein, die derselben im Ganzen ein günstiges Zeugniß auSftellt. In einem Bericht über die vom Deutschen Verein arge- nommene Lehrmethode für den HandsertigkeilSunterricht wurde betont, daß der Verein zu den an einigen Orten Deutschlands bestehenden abweichenden Richtungen in freuudschast- lichen Beziehungen stehe und die Vertreter dieser Richtungen in den Gesammtausschuß hineingezogen habe. Prosesior Dr. Matthäi-Kiel (früher in Gießen) führte in eimm längeren Vortrage über die Neubelebung des schleSwig- holsteinschen HauSfleißeS durch den HandfertigkeitSunterricht aus, daß die vielen aus vergangenen Zeiten uns ausbewahrt.n kunstvoll gearbeiteten Gegenstände davon zeugen, daß unsere Vorfahren mit Fleiß und Gefchick zu arbeiten verstanden. Diese Eigenschaften in häuslichen Handarbeiten für die heutige Generation allgemein zurückzugewinnen, soll die Handfertigkeit in die Schulen eingeführt werden. gft Deutschland ein Industriestaat? Zn wirthfchastlichen wie auch im politischen Leben DciMcmbfl besteht feit Jahren ein häßlicher und unsrucht- darum Äreit über zwei Fragen, welche wahrhaftig gar nicht aufhsfvoiffen zu werden brauchten, wenn man erstens im beuMu Reichstage mit bet natürlichen Entwickelung der Dii 7>>l tt Deutschland rechnen würde und wenn zweitens die ThüsMi dieser Entwickelung allgemeiner gekannt und zesiHst würden. Die erste dieser Fragen lautet: Ist Dv'iMg.nd Überhaupt schon ein Industriestaat geworden? unlttMt zweite Frage lautet: Soll die Entwickelung Deutsch- lan; iW yim Industriestaat, daS heißt zu der gewerblichen s ivimldejung, welche der Industrie die maßgebende Beden- ".ircq gleot, gefördert oder im Jntereffe der übrigen Gewerbe, ;ur«l her Landwirthschast, bekämpst werden? Diejenigen, weMi iiiese Fragen aufwersen, haben wohl nicht daran gebest, Laß eS nicht nur in früheren Zeiten, wo daS längst alSM Rauchbar bei Seite geschobene Merkantilsystem die Vij iÜIKk vnrthschaftlich durch geeignete Regierungsmaßnahmen begniMeo sollte, sondern auch erst recht in der Neuzeit ver- ?L'l) mitir, der natürlichen Entwickelung der Dinge die Wege gei «glich ivorschreiben zu wollen, denn wenn sich Deutschland meHi uiub mehr zum Industriestaat entwickelt, so ist dies docich ttriü Folge der naturgesetzlichen Zusammenwirkung von yimrßichcstlichen und socialen, technischen und dem Weltver- keh'NN ritjsprechenden Ursachen. git dem Lande, wo vor fünfzig Jahren 35 Millionen MÜvjt, von der Landwirthschast in der Mehrzahl und vom HaMlil und Gewerbe in der Minderzahl leben konnten, können rbclni52 Millionen Menschen in der alten Weise gar nicht meichl tMiren. Die Entwickelung der Industrie in Deutsch lamtt is! chomit zunächst eine Folge bei Kampfes umS Dasein 'ütt'9io$ unb Klein in sehr vielen Städten und LandeS- tbciiilm. Auch greift ja bie Industrie, daS heißt die gewerb- lichi'ii Sm Wickelung im großen Stile und unter Anwendung grepwr ::apitalistifcher und technischer Hilssmittel aus alle (SeMtot hinüber, zum Beispiel auch in die Landwirthschast buictfiu Zuckerindustrie, Spiritusindustrie und die Molkereien. Hirtoi iit die Frage nun entschieden, daß Deutschland neben fcreijji'.iriö überhaupt der größte Industriestaat der Welt schon gechMlieu ist. In kurzen treffenden Zügen schildert die HaMSüammer zu BreSlau in ihrem Jahresbericht diese SnWtiung mit den Worten: „An der Gesammtsabrikaten- Aw'Mr aller Länder der Erde dürste im abgelaufenen Ja'Mcigland mit 30 Procent, Deutschland mit 20 Procent dem Vierteljähriger jLioaemfxbyrrt» i 2 Mark 20 Pfg. mit Brmgrrlohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Ps^. Rebaction, Lryedma» und Druckerei: IchulSratze »r.7. Fernsprecher 51. M 132 Zweites Blatt tanzen-können. Tanzen Sie mal auf da- Scherzo! Sie bringen eS nicht fertig. Aber auf meine Hackbrett-Polka, da können die kleinsten Mädchen tanzen, das dürfen Sie mir glauben." Ich sollte sogar den Beweis durchs Auge haben. Denn indem sie mir noch mit freudestrahlenden Blicken von dem Dohne berichtete — „unb," fügte sie leise ein, „jetzt barf ich'S ja sagen, von dem — na, Sie wissen ja, mit ber Vererbung, — da ist er ganz frei von" — siehe da, ein Getrippel und Getrappel vor der Thür und herein huschte ein halbes Dutzend Handwerkerkinder aus der Nachbarschaft. Zuerst schauten sie mich etwa» verdutzt an, dann machten sie sich über einen Teller mit Obst her, der auf dem Tiscke bereitstand, und bann starrten sie mich toieber zweifelnb an. — „Nur keine Angst, Kinder," sagte Frau Metzle, „vor dem Herrn braucht Ihr Euch nicht zu scheuen, — schnell den Tisch unb bie Stühle in« anbere Zimmer, dann kann« losgehen !" Unb «ährend jene flink wie die Heinzelmännchen den Raum frei machten, sagte sie mir: „Wissen Sie, der Max will» ja nicht ander-, aber tch könnt- doch nicht mehr an-- halten, so gar nicht mehr aufspielen — - stak mir doch nach all den Jahren zu arg in den Fingern. Da laß ich mir daS kleine Volk allemal kommen, das hopst immer gern ein Stückchen herum, unb da kann der Max doch nichts gegen haben, denn ich werb ja nicht bafür bezahlt, vielmehr ich muß selber noch baS Obst dazu geben. — Und nun allehopp, Kinder, — zuerst natürlich den Donauwalzer, denn," fügte sie hinzu, indem sie mich mit einem köstlich schalkhaften Lächeln ansah, „den werden Sie doch zuerst erwarten, ich habe eß ja doch immer gemerkt, daß mich die Herren unb Damen nur baS „Donanweibchen" nannten, unb ich weiß auch, warum." Das Donauweibchen. Von Ernst Lenbach. (Schluß.) jil habe ihr ober doch geschrieben, gleich nachdem ich mi'-st-°'° ihrem Max verabschiedet hatte- lauter Gutes und >rMi:heS, und ganz der Wahrheit gemäß. Denn ich lernte tn ilto idnen jungen Mann kennen, der „als Künstler unb iteiMtrnfd)" gleich lobenSwerth erschien unb an dem selbst eiihia^trer, einer unserer vorzüglichsten Tonmeister, in einem otWioBidlcn Gespräche mit mir nur einen Fehler anSzusetzen wach:, eine bisweilen übertriebene Bescheidenheit. ,x aS ist eigentlich das Einzige," meinte er, „was ich -ilimin:cd) abgewöhnen möchte, dann bürge ich Ihnen für feine gläpwlte und verdiente Laufbahn." — Beiläufig bemerkt: bieWiciifee Bescheidenheit des jungen Metzle — oder, wie er ifti euf Verlangen seines practischen Lehrers als Künstler reeme:: |iottte — Meffelyi, erstreckte sich auch auf fein 83er* jalto; zu den geistigen Getränken, mit denen ich ihn beim Gehpiii'uch in meinem Hotel bewirthete. Nur in einem urschten er mir beinahe unmäßig: in den GewiffenS- n3* denen er sich Wngab, weil er seiner alten Mutter no fl'mner nichts vergelten könne. „Aber ich muß erst die 4uÄr waSlernen," rief er, „ich muß!" ES wurde mir leicht, !hw«lroift zuzusprechen, schwer, ihn zu trösten. Jahr darauf — ich hatte mich unterdeffen an eimuE amberen Orte niebergelaffen, war aber mit dem jungen «fiofftr; in einem freilich sehr weitläufigen Briefverkehr ge- ■ — erhielt ich von ihm einen Pack Zeitungsausschnitte znpU::ttt, — Recenfionen über ein Concert, mit dem er M,2l°!r der Aegide seweS Meisters vor einem auserlesenen PstMmm der Großstadt eingeführt. Zweifellos war eS ein mit dem der hochfliegendfte Künstlerehrgeiz zufrieden * IS. Songreß be8 Deutschen Vereins für erziehliche Knabenhanbarbeit. Nach einer unter Ausschluß ber Oeffent- lichkeit in Kiel am 2. Juni abgehaltenen Vorstandsfitzung eröffnete der Vorsitzende des Verein» Abgeordneter v. Schencken- dorff die Hauptversammlung und gab seiner Freude Ausdruck, daß der soeben beendete Deutsche Lehrertag in Hamburg in seinen Beschlüssen zu erkennen gegeben habe, baß er die Bestrebungen de» Verein» als richtig unb die bisher befolgte Methode im Unterricht al» practifch anerkenne. ES fei die» für die Sache von höchster Wichtigkeit, da die Schulmänner in erster Linie berufen feien, die Bestrebungen bc» Verein» in bie That umzufetzen. Der Rebner wie» darauf hin, daß außer den aus allen, auch den entferntesten Gauen Deutschland» herbeigeeilten Vereinsmitgliedern auch aus Rußland unb Dänemark Vertreter am Congreß theil* nehmen, und sieht darin ein erfreuliche» Zeichen, daß wir in bicser Sache mit dem AuSlande Hand in Hand gehen. Der stellvertretende Vorsitzende Director Dr. Götze-Leipzig machte eingehende Mittheilungen Über Die Einrichtung eines Central- curfe» für Handarbeit an der Lehrerbildungsanstalt in Leipzig und über den Stand de» Neubaues für dieselbe. Au» den zur Ansicht ausgestellten Plänen der Arbeitsräume sowie au» den Erläuterungen geht hervor, daß ein stattliche», geräumige» und in gesundheitlicher Hinsicht günstig gelegene» Gebäude vorgesehen wird. Für jede» einzelne Fach ber Handfertigkeit ist eine hervorragende Lehrkraft gewonnen, sodaß die Anstalt ihrer Aufgabe, die sie besuchenden Lehrer zum Unterrichten anderer Lehrer zu befähigen, gerecht werden wird. In Vertretung de» Anfang» am Erscheinen verhinderten Schatzmeister» LandeS^aih» Schmedding, Münster t. W., erstattete ber Vorsitzende Bericht über die wirthschaftliche Sage de» Vereins. Es wurden im letz' n Rechnungsjahre eingenommen 22,336 Mk., auSgegeben 21472 Mk. - die Rücklage beträgt gegenwärtig 28 881 Mk. Ja den Gesammtausschuß wurden neugewählt Stadtschulrath Kuhlgatz - Kiel, Rector Brückmann-Königsee Är Ahr mfüifl. ‘ 'n Krog* Mchemr Anzeiger Kemrat-Mnzeiger. Der irt/Ttrit täglich, , « i .«nähme bei -l.entagi. Itr Gießener y^illc»! fältet « wtr. -xm Anzeiger „4P,tch dreimal i« gelegt. Citeratur unb ICunft. - «atechilmvl der Bottlwitthschaftllehre von Hugo Schober. Fünfte, durchgesehene unb vermehrte Auflage von Dr. Ed. O. Schulze. In Original - Leinenband 4 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Die vorliegende fünfte Auflage de« Katechismus der Volkswirthschattslehre hält ftch im Wesentlichen im Rahmen der früheren, im Einzelnen ist aber Manches formell wie materiell verändert und Vieles hinzugefügt worden, sodaß eine Vermehrung des Buche« um fast hundert Seiten stattgefunden hat. Von retn theoretischen Erörterungen ist, der Anlage und Bestimmung des Buches gemäß, abgesehen, soweit es irgend thunlich schien. Dagegen stnd social-politische Probleme und Aufgaben und Fragen der practischen Wirthschaftspolttik mehr betont, als dies früher der Fall war Es schien dies schon deshalb angezeigt, da ja das Buch In erster Linie für Leser bestimmt ist, die im practischen Leben stehen, und da eS demgemäß die Dinge in ihrem Zusammenhänge mit diesem zeigen soll. Gegenüber der etwa« optimistischen Anschauung über die Segnungen der unbeschränkten freien Eoncurren;, die in den früheren Auflagen öfter» zu Tage tritt, find die mannigfachen Hebel, zu denen jene geführt, die Gefahren für den Einzelnen wie für die G sammthe t, die dem ungehinderten und ungezügelten Spiel der wirthschaftlichen Kräfte entsprungen sind und entspringen muffen, mehr heroorgehoben worden. Butii 1 8 »Jt: W Nie" '9‘ 'M Wirk I' darauf '°nz. NarniorgniM ■» Einzelkafle N \ ", einmaliger Barte ikum bestens e* iter Halle, fe, Aufenthalt. iltit, mH tii' te Weine. Exportbiei tage»‘« Ahnung .. 1 ^uden, te »i’ait 2* xsuui; fein konnte. Die Begeisterung ber Recenfemen war ersichtlich zugleich der Widerhall der Begeisterung des Publikum». Sie galt ebenso sehr dem Cowponisten wie dem Virtuosen. Eine Sonate — „gewidmet", wie ein Recensent bemerkte — „ber Mutter be» jungen Meister», welche gutem Ver- nehmen nach gleichfalls auf eine erfolgreiche künstlerische Laufbahn zurückblickt" — würbe besonder» ausführlich ge- priesen und analyfirt. „Don höchster Originalität," so hieß eS in einem der Berichte, „ist daS Scherzo, in welchem ein ebenso rhytmisch scharf markirteS, wie scheinbar inhaltloses polkaartigeS Thema — wenn wir nicht irren, ein hochschottisches Bauerntanz- motiö — in der Humor- und geistvollsten Weise dazu verwandt ift, in immer neuen Variationen daS ganze behagliche Sichselbstgenügen innigen Lebenslustbewußtseins mit niederländisch breiter Pinselführung wiederzugeben." WaS auS einer Hackbrett-Polka nicht alles werben kann, bachte ich. Darüber wirb sich Mutter Metzle wohl ganz be- fonberS freuen. Darin hatte ich mich nun boch vergriffen. Als ich ihr später gelegentlich eines Besuches bei meinen Verwandten meine Aufwartung machte, fand ich die wackere Frau allerdings unbeschreiblich stolz und selig über die wachsenden Erfolge ihres Max, unb ich freute mich gaoz besonberS, ba ich fad, daß sein Gewiffen so ächt war wie sein Talent- denn Frau Metzle hatte eS nun nicht mehr nöthig, anderen Leuten um eine Mark für die Stunde aufzuspielen, sie lebte behaglich von dem, waS der Sohn ihr sandte. „Miffen Sie," meinte sie ganz ehrlich, „es ging auch bald nicht mehr, denn jetzt wollen sie überall bie neuen Sachen haben, Menuett und Gavotte, und so 'n Zeug, da» ist mir zu hoch', daS geht mir nicht auS den Fingern heraus." Aber für das Scherzo in der Sonate ihres Max hatte sie doch nur eine rein akademische Anerkennung. „Das muß wohl schon so fein," meinte sie, „wenn eine Musik recht kunstreich heißen soll, dann darf man nicht mehr drauf hochachlur. C. st! ►♦♦HU nonikas, I bons. n, Vieliiei, f er Aiiwül n Fü ig und Lei! ige Ausgaben - lolphi Nicht,, sie eratie nod friw 'ognae 1 flasche X L-, j” Gednien PreM »rt, WallthM najüldin- Irails Saeihestraß^ Berliner Ansstellungsbriese. lVon unserem Eorrespondmten.) X. Berlin, 2. Juni 1896. Ich versprach in meinem letzten Briefe eine eingehendere Schilderung der Stufenbahn, welche die Verbindung zwischen der Sonderau-ftellung „Alt-Berlin" und dem Vergnügung«« park vermittelt. Erft seit einigen Tagen ist der volle Betrieb ausgenommen und man kann sich nunmehr au« eigener An« schauung eia Unheil über diese« neue und zugleich hochinteressante Verkehrsmittel bilden. Diese Bahn ist nach einem Project von Richard Damm gebaut und ist die Erfindung eine« Deutsch'AmerikanerS, Namen« Schmidt. Zum ersten Male wurde diese Bahn auf der Weltausstellung in Chicago gezeigt und erregte dort allgemeines Aufsehen. Sie ist das Verkehrsmittel der Zukunft und hat für uns Berliner ein erhöhtes Interesse, da der Plan vorliegt, Berlin mit dem Grünewald durch eine solche Stufenbahn zu verbinden. Die Bahn hat ihren Namen daher, daß die Steigerung ihrer Geschwindigkeit stufenweise erfolgt. Sie besteht nämlich aus mehreren Plattformen, die fich concentrisch in derselben Richtung bewegen, jedoch mit verschiedener Geschwindigkeit, sodaß der Uebertritt von dem festen Boden auf die erste Plattform, die nur eine geringe Geschwindigkeit besitzt, fast unmerklich erfolgt, ebenso unmerklich geschieht dann das Weiterschreiten nach den übrigen Plattformen, bis man auf der am schnellsten ctrcultrenden angelangt ist und auf den dort aufgestellten Sitzbänken Platz nimmt, die man, wenn man am Ziel der Reise angekommen ist, auf dieselbe allmälige Art wieder verläßt. Die Stufenbahn, welche in der GewerbeauSstellung funcrionirt und die in 'erster Linie dazu dienen soll, den Boden sür die Einführung einer großen Stufenbahn durch Veranschaulichung ihrer Vorzüge zu ebnen, hat nur zwei Plattformen. Die äußere von ihnen, die sich in einer Geschwindigkeit von P/g Meier in der Secuade bewegt, dient zur Verbindung zwischen dem längs der Bahn fich erstreckenden festen Bahnsteg und der zweiten Plattform, die sich mit einer Schnelligkeit von 3 Meter in der Secunde fortbewegt. Der Hauptvortheil besteht in der ununterbrochenen Bewegung, die aber infolge der geschilderten Construction jederzeit Aufsteigen und Absteigen ermöglicht, obgleich ihre Geschwindigkeit die jeder Pferdebahn erheblich übersteigt und durch die Ersparniß der Zeit, welche alle anderen Bahnen durch da« Anhalten verlieren, ein noch weit günstigeres Resultat ergibt, als fich aus der bloßen Vergleichung der Schnelligkeiten ersehen laßt. Jedenfalls ist diese Beförderung das Verkehrsmittel der Zukunft, denn die Benutzung der Stufenbahn ermöglicht die Beförderung ungeheurer Menschenmaflen in verhältnißmäßig ganz kurzer Zeit, ohne daß hierfür überhanpt ein nennens« werthes Personal aufgewendet zu werden braucht. Aber zurück zu unserer Hauptausstellung! 5000 AuS« steller find eS, welche fich hier vereint haben, um zu zeigen, was der Berliner Gewerbefleiß im Stande ist zu leisten. Noch im Jahre 1879 beschränkte fich die Zahl der Aussteller auf 1800 und der Raum, welchen die damalige Ausstellung bedeckte, betrug nur 60000 Quadratmeter, eine winzige Zahl dem jetzigen Raum von 1 Million Quadratmetern gegenüber. Schon aus diesen Zahlen kann man deutlich erkennen, welchen Aufschwung die Berliner Industrie genommen hat und tbot« sachlich ist denn auch Großartiges geleistet worden. Die Ausstellung umfaßt nachstehende 23 Gruppen: Gruppe 1: Textil-Jodustrie. 9 2: DrkleidungS-Jndnstrie. ■ 3: Bau« und Jngenreurweseu. , 4: Holz-Industrie. ■ 5: Porcellan-, Ehamotte« und * 6: Kurz« und Gaiauterir-Waaren. w 7 : Metall-Industrie. * 8: Graphische und decorative Künste iuk e gewerbe. n 9: Chemische Industrie. „ 10: Nahrung«, und Genußmiltei. „ 11: Wissenschaftliche Instrumente. „ 12: Mufik-Jnstrumeote. „ 13: Maschinenbau, Schiffsbau, Trans»«». , 14: Electrotechnik. n 15: Leder, und Kautschuk-Industrie. w 16: Papier-Industrie. „ 17: Photographie. n 18: Gesundheitspflege und Wohlfahrts j-. ungeo. * 19: Unterricht und Erziehung. „ 20: Fischerei, Schifferei und dazu gedönsn - a 21: Fahr- und Reir«Sport. Aaffer'vsn **' fahr-Sport. Sch eß- nnd Jagd Lau- schifffahrt. * 22: Gartenbau. n 23: Deutsche Colonial-Au-stellung. In meinem nächsten Briefe werde ich tut Ar der einzelnen Gruppen übergehen. Deutsche landwirthschastliche Ausstellung. Stuttgart-Cannstatt, 11.—15. Juni 1896. Auf dem Canuftatter Wasen bei Cannstatt. Pferde, Rinder, Schafe, Schweine, Ziegen, Geflügel, Fische, Bienen, Samen, andere Felderzeugnisse, Molkereierzeugnisse, Wein, Obstdauerwaaren, Dünge- und Futtermittel, Maschinen und Geräthe. Preise 120 500 Mir., 41 Ehrengaben und 244 Preismiinjen. Täglich Vorführungen von Zucht, u. Militiirpserden, sowie Rindern 3NF Concertmusik. Eintrittspreise: Dauerkarten . . . 10 Mk. 11. Juni (Eröffnung) 3 „ 12. und 13. Juni 2 „ 4965 14. und 15. Juni . 1 „ Deutsche Landwirthschafts-Gesellschaft. Die der Spar- und Leihkaffe zu Lang. Göns gehörige, in der Ge- markung Wetzlar an der Nauborner« straße und Wetzbach gelegene Hofraithe, enthaltend ein zweistöckiges Wohnhaus mit 29 Zimmern, Hintergebäude, Kellerbau, Holzschuppen, Hofraum mit Garten — zusammen 10 Ar haltend — soll wegen Wegzugs des bisherigen Miethers, Herrn Major Soest anderweitig vermiethet und kann mit dem 1. Juli l. I. bezogen werden. Auch wird diese Hofratthe unter sehr günstigen Bedingungen verkauft. Die Besitzung dürfte sich zu einer Fabrikanlage, z. B. für Cigarren, eignen. Näheres bei Geometer Henrich in Oiesten, Asterweg 8. 4135 Die diesjährige Ernte von ca. 3s/< Morgen Korn bei der Blend, steinfabrik, V2 ,z Korn bei der Schönen Aussicht, 2V< „ Korn am Launsbacher Steg, V2 // Weizen am Wismarer Weg, 7 „ schwedischen Klee bei dem Blausteinw., 7 „ Wiese daselbst, 2 „ „ amLaunsbacherSteg, 2 „ „ am Wismarer Weg soll aus der Hand verkauft werden. Zu erfahren 5117 KMnus „Ium mißen Rotz". Die Klee- und Graserute von meinem Baurnftück im Altenfeld zu verkaufen. Wilh. Seipp I., Ludwigstratzc 28. Möbel -Transport Job. Keawier tionneubtr 5, Giessen. Eigenes Fuhrwerk. Alleinverkauf für einen weltbekannten natürlich kohlensanren Mtneralbrnnnen Tafel-Waficr I. Ranges Konsum- und Wkdilmal-Wasskr zu vergeben. Bewerber sollen zweckentsprechende« Lager und möglichst Fuhr, werk zur Disposiliön haben. Offerten unter V. 2208 an Haase«, vei« & »ogler, Karl« ruhe i. B. 5189 Dalma tobtet in drei Minuten alle Fliegen, Schnaken und Flöhe in Zimmer, Küche oder Stallung unter Garantie. Nicht giftig! Dalma flieht es nur in Z^0'h,'\^Z °.° re, N.un- y^^ ^y' d»rb«lti>t>x. Hols. y' _Z beerbeituopmsscblnen. b bei usktk. •»! $ä; ^’t’öpon, «.■ !,hli% !£** ' "««i Hü Wt. ” toben s Mmi >adeht ’ortheilhafleeier Er; von: losikalien Harmonik« Violinen t Eithern /J Saiten / - löten/zV' Eon ta: (DameM Menappirfi' , H. Plaii 8ad Hi Hotel-B« .Sehnt! Schattiger Garte > Diner von b ir apart und 8* w rzügüche Weint > Spanis*' dired^ vod ■ lM inbW*: Italiener Fein1 spaN liU"1 deutschenW Ho*1* befindet. Carl Brück, Gold- und Silberarbeiter. 2811 GUTE SPARSAME KÜCHE IBHfi’i Suppenwürze ist einzig in ihrer Art um jede Suppe und. jede schwache Fleischbrühe I Ebenso »u empfehlen «Mjj"r^!nü?l'ich?n^f!ttigen Fleischbrühe.° augenblicklich gut und kräftig zu machen, — wenige tropfen genügen I rj.su * " 3863 Zu haben in ollen Droguerien, Delicateß. und Eolonialwaarengeschäften. -------------------------------- Hierdurch beehre ich mich, meiner geschätzten Kundschaft sowie einem geehrten hiesigen wie ausvsäitigen Publikum ergebenst mitzutheilen, dass sich mein Geschäft wegen Errichtung eines Neubaues is au e! eies Seltersweg 2 neben Herrn Kaufmann Adolf beisse Hochachtungsvoll Wegen gänzlicher Umgestaltung meines Geschäfts soeDen sä in mt liehe Waaren vorräthe zu deji billigsten Preisen ausverkauft werden. MU, Kann, gegenüber der Stadtkirche. mettkuheimer & Schultheis Inhaber: Oerm. Mettenheimer Giessen, 3 Kreuzplatz 3. «rSßte» AnS. statinngOgeschüft tberfteNenA. Kham- und Viehmarkt Mi! Wildlingen am Idtigtttli 1896 cnnkibm mit Prümttrung von Pferde«. ibohle« und Rindvieh, sowie V lerloexung von Biet», landwtrth» l*MU undHauShatt GegenstLnde» • 2: 3 i5mtirunfl findet Vormitt. 8 Uhr, di«:k ü.iilidanden «ewinne, landwirth» IftliiillL Maschinen u iSerLth« werden o HüC.liotl'tpIahe o. d. AuSstrll. rn angekauft | lass ä 1 Mk. KÄS LI httlmrfeteibeftber Conr. Hundt- llduugen zu beziehen, wrlcher auf zehn -c a't 1 - rrtlooS gtebt. Das Comite. M. u. Verkauf vor < M-rgene« Kleidern, Weitz,en«, Betten, «old» und «Uber- futOfl, Büchern, Fettungen, Acte«, PajiNitt, Kupfer, «effing, Ain«, Bl-Munb «tfea. 4285 € Siro werden Lnmpe« und Knoche« auf. Ölungen jederzeit abgeholt durch 8-iliiS Rothenberger Wwe. türi f: .ruirt neue, doppelt gereinigte und ge- wcWtP, «kcht nordische Bettfedern 28 hkx-’ciben zollfrei, gegen Nachnahme (fede? fc ü- iQuantum) «Ute neue Bett- fc tiitril »er Pst. für 60 Pfg.. SO Pfg., 1 i »üdg u.l M.40 i-sg . Feine prima s» Küf «innen 1M. 60 Pfg. u. 1M. SOPis-; Pkiu federn: halbweitz 2M, wcitz 2:1!l:;<> i Der Vorstand des Hess. Fechtvereins Waifenfdiii Verband Giesten._____________ Tm m ui ii in Am Tonntag den 7. 3nn* *■ findet die Gaulurnsahrt nach MMtli statt. — Abfahrt Morgen» 8 Uh: 20 H Fahrpreisermäfiignng Um zahlreiche Betheiligung, ’ frühzeitiges Erscheinen am Bahr.d:' die Fahrkarten pünktlich gelöst werden können, wird gebeten. 5162 Der Vorstand. ~ GEGR: 1846 3MF” Sonntag, den 7. Juni: MS Familien-Ausflug nach der Gadenbul. Zusammenkunft Nachmittags 21/» Uhr am Thorhäuschen am SaLtt 5209__________________________________Der Vorsts-^ Gksangverein Wißmar. Lonntag den 14. und Montag den 15. Juni d. 3- der Gesangverein zu Wißmar sein - »Vjiihrigcs Stistungsskß wozu ergebenst einladet _ „ 5067 Der vorfts^^ X L. C. Trapp Nacht, Friedberg (Hessen) i ♦ Gegr. 1792 Weingrosshandlung 6 cr 1 2485 Specialität: , I f Naturreine Mosel- und Saar-Weine-1 ▲ Ausführliche Preisliste wird auf Wunsch sofort üföactiou i. P.: Hermann Elle. — Druck und Verlag der Vrühl'schen UniversitärS-Buch. und Steinöruderet (Pietsch & Scheyda) in (Jhefcen. j, ttlba UBif ®hb t ite L'iN-ctigu' ».IbundM M tnnet}«tn. tilleinn, e T'-.cr.t V ^1» ft kt*eltigt, ae zHÜtzln Stnbtl «as^ib ja Hal jü -0 Mk. ssMNi, daß t tteln Mittags Hl ü|t|rttoi : »w lilegc. Wtl cnloljtt oe 28. janagr ük'jrjntgftrnfe. Hi Rmr unb ( li dttsrr, Bit oben hacht Mtz dtsm rtl »ibn nach \ ta hast gtnoemi tb«|afle gegen tiefe Lacht zur irardt 6tr Lag c.kadaDl mit ®i s-lßtt infctfltn ( Ckntoihtigtrii »ttttr mitheiü, s i-ttt erachtet, kergtpuß gegen t rtzesnast m s ‘••Ttn |u habt ttod)fnl (Cri* •tsttiixtitmi l®,«li>iliui Hnzen I* -tr Tro b{ Cttuwalbd £"• l1 bitten, emtag b|{ t-reäditn |t "s i fc;*:ibruDD. om bie • ;«rn unb buo ^^Solbeoeo \ fctn 1 . «o» n *»i :-S