1896 Sonntag den 7. Juni Drittes Blatt W ein Nl. ^cmlprc^rt 6L 2lnrts- unb 2lnzeigeblntt füt den Kteie Gieszen Hratisbeilage: Hießener Aamikienösätter ■ ilhniiiint DOS Hn jtigte |u der Nachmittag» für bte ’ Tag rrschrinrndrn Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. »llc »nnoncen-Bureaux de» In- und «u»Iande» nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. §§ Volkartshain (Kreis Schotten), 5. Juni. Eine eigen- thiimllche neue Wohnung suchte sich gestern Nachmittag ein junger Bienenschwarm in dem benachbarten Lichenroth aus. AIS derselbe seiner Geburtsstätte entschlüpfte, flog er dtrect in den Kamin des Joseph Rosenberg I. Die Bewohner deS Hauses suchten Anfangs vergeblich nach der Ursache eines merkwürdigen Gebrummes im Hause, bis sie endlich den Bienenschwarm entdeckten. Trotz aller Mühe und Anstrengung gelang eS nicht, denselben zu faffen. Am andern Morgen, al« daS Feuer im Ofen angezündet wurde, mußte jedoch unser Bienenvolk seine neue Wohnung wieder verlassen. vor dem Essen, Jemand an daS Fenster ihrer Wohnung geklopft. Ihr Mann sei hinauSgegangen und habe gesagt, er komme bald zurück- gleich nach 12 Uhr sei er wieder gekommen, habe gegessen und das Dich gefüttert und habe ihr erzählt, er habe gesehen, wie zwei Männer im Felde Hasen gejagt, der eine davon sei Vetter. Gegen 1 Uhr sei ihr Mann bei Müller gewesen und bald darauf zurückgekommen. Am selben Tage hat der Mann seiner Frau noch mitgetheilt, daß der andere Wilderer Günderloh gewesen sei. Auf Befragen deS Staatsanwaltes beschuldigt die Zeugin den Vetter, er habe einmal früher ihren Mann zur Leistung eines Meineides verleiten wollen. Sie fei damals bei der Unterredung zugegen gewesen, ebenso ihr Sohn. Die folgenden Zeugen bekunden nicht- Besonderes, da es sich bei ihrer Vernehmung lediglich um die Zeit dreht, um welche der Angeklagte gewildert haben soll. Schuhmacher Peter Vetter von Nieder-Dorfelden bekundet unvereidet, daß er am 4. September auf Günder- lohs Acker nur wegen der Dickwurzblätter gewesen und mit Steul ins Dorf zurückgegangen fei, dort hat er um 12 Uhr seinen Wagen auSgeschirrt und Kleesamen einge- fahren. Vetter bestreitet entschieden gewildert zu haben, ebenso wenig habe dies der Angeklagte gethan, der vor 12 Uhr schon auf MuxteS Wagen die Heimfahrt angetreten hatte. Vetter gesteht zu, den Zeugen gesagt zu haben, sie sollen sich den Tag in Acht nehmen, wo er Kleesamen gefahren. So lange er im Feld war, hat eS nicht geknallt. Der Zeuge bleibt auf Beschluß deS Gerichtshofes unvereidigt, weil der Verdacht der Anstiftung, mindestens aber der Bei- hülfe zu dem in Frage kommenden Meineid besteht. Hierauf wird die Verhandlung auf morgen Vormittag vertagt. •Mtiiiliiiii. MW des OhlydenkmalS in Neunkirchen mit 3012 Mk. Von den für die nächste Generalversammlung vorgeschlagenen Festorten Lindenfels, Reinheim, Michelstadt trug daS letztere den Sieg davon. Ein Antrag deS Oberbürgermeisters Morneweg, die bessere Erhaltung der Ruinen betreffend, gab Anlaß zu einer kleiner Besprechung. Erwähnt wurde noch, daß die Section BenSheim im August die 10 jährige Jubiläumsfeier des Bestehens deS Knodener ThurmS zu begehen gedenkt, dann wurde die Versammlung mit den üblichen DankeSworten geschloffen. Ein allgemeines Festmahl, daS in den verschiedenen Wirthschaften WaldmichelbachS eingenommen wurde, vereinigte die einzelnen Sectionen zu fröhlichem Beisammen, sein. Dann ging eS zu kurzem Aufenthalt auf den Schimmel- berg, wo der neue AuSsichtßthurm der Section Waldmichel- bach eingeweiht wurde. AIS man den Rückmarsch zur Bahn antrat, trennte man sich nur ungern von den einheimischen Clubgenoffen, deren eifrigen Bemühungen und sorgfältigen Vorbereitungen der hübsche Verlauf des Festes mit in erster Linie zu danken war. Jndeffeu waren auch die Darmstädter daheim in der Residenz eifrig mit Feiern beschäftigt. Die Jubelfeier der Turngemeinde, deren Vorfeier man schon am Sonntag einleitete, nahm hier auf Kosten anderer Deran- staltungen das größte Jntereffe in Anspruch. Wir behalten uns vor, über die einzelnen Festabende, die sich in dieser und der nächsten Woche noch folgen werden, im Zusammen- Hang zu berichten und beschränken unö daher vorläufig auf eine kurze Schilderung der Feier vom Sonntag, die unter größter Betheiligung des Publikums, begünstigt durch die Witterung einen fröhlichen und wohlgelungenen Verlauf genommen hat. Der Festplatz hat sich lammt seinen Einrichtungen bestens bewährt. Für Unterhaltung und Verpflegung ist ausreichend Sorge getragen. Um 4 Uhr begannen die turnerischen Vorführungen mit einem flott auSgesührten Stabreigen, dann folgten Darren« turnen, Stockschlagen, Keulenschwingen, Sprungübungen ufro. in bunter Abwechselung. Mehrere Gesangvereine liehen ihre IM Birrteljäbrigct A6onn< racnlsprcU I 2 iPiart 20 *Vfg. mit Brmgcrlobn. Turäi dir Posl brcye 2 Mart 5U PH. Wfbacnon, (typebitiee und Druckerei: Kunst der abendlichen Feier im Innern des gewaltigen Festzeltes. Auch an gymnastischen Vorführungen verschiedener Art und lebenden Bildern u. dgl. fehlte es nicht. DaS Publikum zeigte sich für das Gebotene durch laute Beifall«, spenden dankbar und stattete dadurch zugleich den Festordnern, die für gutes Arrangement Sorge getragen hatten, seinen Dank ab. Auf die übrigen turnerischen Festlichkeiten, die die lausende Woche noch gebracht hat und noch bringen wird, kommen wir im nächsten Briese zu sprechen. DaS Sommerth eat er hat am Sonntag seine Pforten mit DellingerS „Don Cesar" eröffnet. Die Aufführung verlies flott und munter. DaS Ensemble scheint nach den bis jetzt gebotenen Leistungen recht tüchtig zu sein. Allerdings hat seither die große Hitze den Besuch beeinträchtigt. Ein Mitglied der Bühne ist übrigens schon feit dem vorigen Jahre in Folge feiner guten stimmlichen Beanlagung für kleine Tenorpartien für das Hoftheater verpflichtet worden. Auch an dieser Bühne hat eS noch zu guterletzt Veränderungen gegeben, denn nach den ZeitungSmelduugen ist für den auSgefchiedeuen Herrn Kammersänger Bär für daS Heldentenorfach Herr Minner, der seitherige Heldentenor bei Hoftheaters zu Hannover, verpflichtet worden. Eine wenig erquickliche Angelegenheit, die in den letzten Wochen viel Staub aufgewirbelt hat, ist nun zu Mitte dieser Woche glücklich beigelegt worden, der Strike in der Röder'schen Herdfabrik. ES ist nach vielen vergeb- lichen Bemühungen geglückt, zwischen dem Chef der allbekannten Firma und den strikenden Arbeitern daS gute alte Einvernehmen wieder herzustellen, und am Mittwoch wurde denn auch die Arbeit im ganzen Umfange wieder aufgenommen. Die hiesige Preffe sprach sich nach Beendigung deS StrikeS anerkennend über die würdige und maßvolle Haltung der Arbeiterschaft auS, die während der ganzen ConflictSzeit in den Verhandlungen sich niemals von provo- cirenbem Verhalten hiureißen ließ. Zugleich wirb bie Hoff- nung ausgesprochen, baß das wieberhergestellte freundliche Verhältniß nun für alle Zukunft bauern möge. M W15'3" ein jl r Onen a x f W 'UW ttmber b. I. am Mittag gejagt, auch habe keiner von ihnen eine Waffe gehabt. Er unb Vetter seien an bem Tage auf feinem, bei Angeklagten, Dickwurzacker gewesen, um sich nach dem Stand bei Kraute! ber Dickwurzblätter umzuseheu. Der Angeklagte bleibt ganz entfliehen babet, haß, solange er auf bem Dickwurzacker bei Detter war, nicht gejagt worben ist. Der Zweck, weshalb man ben Acker abfchritt, war, um seitens beß EigenthümerS bereiten sich zu Überzeugen, ob ohne Schaben für bie Dickwurz, Detter sich DickwurzblStter zu Futterzwecken holen könne. Der Zeuge Jacob Müller von Meher-Dorfelhen Hat am 4. September Detter unb ben Angeklagten beobachtet, Gewehre hatten beihe nicht. Doch hatte ber Zeuge ben Ein- hrnck, baß die Beiben Hafen trieben. Der Zeuge Jacob Wörner II. von Nieber-Dorfelhen beponirt, baß er am 4. September HinauSgegangen fei, um zu sehen, was Detter unb Geuoffe treibe. Da habe er ge- sehen wie geschossen wurde unb wie Beibe ganz regelrecht ber Hasenjagb oblagen. ES wirb burch Vorlegung eine« Hanbriffes sicher gestellt, baß her Zeuge 400 Meter von ben Jagenden entfernt gestanden hat, all her erste Schuß gefallen, trotzbem will er ben Vetter all ben erkannt haben, ber geschossen hat, bann will her Zeuge sich eiligst bem Schützen genähert haben, bo fiel ein zweiter Schuß, unb ber Zeuge will beutlich beobachtet haben, baß Vetter einen Hasen getroffen unb bann benselben tobt geschlagen. Der Dorsitzenbe hält bem Zeugen vor, warum er vor dem Schöffengericht in Vilbel nur immer vom Detter ge« sprochen unb nicht auch ben Namen seines Genossen angegeben. Joh. Karl Herling von Renbel betunbele, baß er am 4. September mit seinem ©ruber gemeinsam in ber be- tnffenben Gegend nach Nieder - Dorfelben auf seinen Acker gefahren fei. Er habe 2 Männer beobachtet unb Schüsse fallen gehört, ob bie Manner geschaffen haben, kann bet Zeuge nicht sagen. Der eine Mann habe gesessen unb bie« sei ihm ausgefallen, umsomehr, all es sehr heiß gewesen an bem Mittag. Gekannt hat ber Zeuge keinen ber beiben Männer. Der ©ruber biete« Vorzeugen befunhet mit biefem über- einftimmenb und bemerkt, daß die zwei Männer in ber Nähe de« Küchler'schen AckerS sich befanden unb baß erst, nachbem die Schüsse gefallen, sich ber Eine hingefetzt hat. Der Zeuge hat sich mit seinem ©ruber batüber unterhalten, daß bie beiden wohl gar keine Jäger seien, weil sie keine Hunde bei sich führten. Die Ehifcau Wörner, Frau de« schon vernommenen Zeugen Wörner erzählte, wie am 4. September, kurz Feuilleton. aus der Residenz. (Origtnalbericht des „Gießener Anzeigers"). Z. Darmstadt. 5. Juni. Gen >Mi!mrfammlnug be8 OdenwaldclubS. — Sotfeiet zu» It to-ihMlämn. — Sommertheater. — Strikebeendignug. > Herzen des Odenwalde«, südlich von den waldigen ^öhl'soe!'« Tromm, liegt das schmucke Städtchen Wald« m iciflilbiad), da« auserkoren war, der Generalversammlung de« t ttemwaldclubs für das abgelaufene DereinSjahr ein HeirMi» bieten. Don allen Richtungen eilten am letzten Sor-M-; bie Clubgenoffen hem Versammlungsorte zu. Die -Darjniittcr gelangten bahin auf fröhlichem Marsche von BirkiiwL ans burch bas anmuthige Löhrbacher Thal über SielMdnunn. In Walbmichelbach hatte man Alles auf- gcbaMfc, um bie «nkommenben würbig zu empfangen. Ehren- V or^lt unb bunte Wimpel grüßten, wohin baß Auge blickte. Im „.Eibenen Hirsch" wurde der geschäftliche Theil prompt erletüi Herr K. Müller von Darmstadt präsibirte ber Derf^calung, bie von bem Bürgermeister Roth herzlich bewill- komtMwnbe. Den Rückblick auf ha« verflossene Vereins- jahrir fettete Herr Daub. Die Zahl her ^bsectionen ist trwntTeb he« letzten Jahre« von 38 mit 2513 Gebern auf mit 3209 Mitgliedern gewachsen. Außer her Stche^« ung m oi Verschönerung vorhanbener Au-sicht-plätze hat sich der tlftteuin namentlich bie Jnstanbhaltung unb 6*0 an jung bc8 i siirckirungSnetzrs angelegen fein lassen. Der Bericht ber i Mc eigen« thatigen Section, erstattet von bereu rührncir Vorfitzenben, Oberamtsrichter Seibert, gab dne flat:»Mietff4t über bie entfaltete rege Wirksamkeit. Die vonv jnrm Director Bernhatbt oorgetragene Rechnung«- ablaifhoiferte ein seht günstige« Resultat. Die Einnahmen bettw 8528,18 Mk., denen 5878,25 Mk. Ausgaben gegeMtirchehen. Interessante Rechnungsposten sind die AuS« gab«:ü Thürme :c. mit 770 Mk. unb für bie Herstellung MschlM Abfahrt W ;ahrpreiser^ ahlreiche es fi#* “ können, wirb # ttr? .. V. n 7. «iitdtSmahmr dr» üxitag». fraitgencr flnjriger •H* 1 dreimal v i'-ltgt Giehener Anzeiger Keneral-Mzeiger. ttag:i h, »o Nm Höhe. es MM on bet «r. 116 M. istzükl, | -erspiele ist btto; dtMktlhtit: olonaist i bengalWi. 'liffemeniS. stsaal: s Ilreichorchester i Bier in rson 20 Pf| Srwachstner, fir en ©aufonb jur - lOalbum Helsens >en Besuch bn fr' Fklhlonmi! d Gießen. unm Sonntag ben Schwurgericht. W. Gießen, ben 5. Juni 1896. P-i gtiue Vormittag trat da« Gericht in bie Sache de« Lan-^niiS Jacob Wilh. Günberloh von Rendel wegen Meiiveib i in. Die Verhandlung ist aus 2 Tage berechnet. ,y6 bIiö deshalb ein Ersatzgeschworener auSgeloost. Die > ikUlize rwird vom Herrn Staatsanwalt Koch vertreten. Die ütittjeibigung sühren die Herren Rechtsanwalt Grüne- w a Jl urib Justizrath Jöckel-Friebberg TS ffnb 27 Zeugen zu mwchmen. Der Borfitzenbe, Herr LanbgerichtSrath Ku lllnannn , erläutert bte Vorgeschichte beS Prozesses. Am Ottttuber 1895 sanb vor bem Schöffengericht Vilbel eine er il^ibCnng statt gegen einen heute al« Zeugen zu ver- biimiteii' Vetter wegen Jagdvergehens. Derselbe war tddflilbig,, am 4. September 1895 aus ber Gemarkung roll* Renbel unb Nieber-Dorfelden bie Jagb aus Hasen an-Wbi-ju haben, ohne bazu berechtigt zu fein. In biefer Ber-lMung würbe Vetter wegen Jagbvergehen« verurtheilt zu 'N V'k. Gelbstrase. In bieser SchöffengerichtSverhanb- lunzH sai lder heutige Angeklagte al« Zeuge fungtrt und be« chwEU, daß e« nicht wahr fei, baß Detter am 4. StP- MMittag« gejagt habe. Dieser Eib soll ein wiffentlich falfi&t abgegebener fein, unb bilbet ben Gegenstanb ber heurige r- Mlage. Gegen baß Unheil beß Schöffengericht« ',!lliiöi! verfolgte Detter hie Berufung unb so kam bte Sache im i LS. Januar b. I. zur Derhanblung vor ber Strafkammer unib enbete mit ber Derurthetlung befl Detter zu einer xef ^iniiiftrafe. Die Strafkammer war nämlich ber Meinung, daß ii kriMr,iwte oben erwähnt, bie Thatsache de« Wilbern« über- baiUVtibiltd) bestritten, so würbe er wegen Derbacht be« Mein- dbßb lofotlt nach ber Strafkammerverhandlung, Enbe Januar, in f $|t pitnommen unb bte Voruntersuchung wegen Wilbern« rbent'ililv gegen ihn eröffnet. Am 27. März b. I. staub blesen kaühe zur Verhandlung vor der Strafkammer und rourilii brir Angeklagte wegen gemeinsamen Jagdvergehen« tbcraihl? imit Gefängntß bestraft. Sein Genoffe Detter ver« s^lg M iniikffen gegen seine Derurthetlung die Reoiffon beim - dettt'Saci2e«gericht in Darmstadt, und wie der Dorfftzende u dtrik miitheilt, ist die Revision von dieser Instanz für be- Rxih gnlit machtet. Der Angeklagte erklärt, wegen Bedrohung, B:r gegen da« Viehseuchengesetz und wegen Beleidigung twrhiMt -u sein. Er erklärt weiter, die Wahrheit be- schw-a-m zzu haben. Weder er noch Vetter hätten am 4. Sep- '"^N m 132 - 3'tr lll Pi* _ i* n 4e>r tägltd), HkUMs Vttükigttllvg. Donnerstag den 11. Juni h. I. wird das Heugra« von den fiscalischen Wiesen in den Gemarkungen Watzenborn, Leihgestern und Schiffenberg, sowie das von Schneisen und Mähplatten in der Forstwartei Baumgarten versteigert. Die Versteigerung findet auf dem Rachhaus zu Watzenborn statt und beginnt Vormittag- 9 Uhr. Nähere Auskunft ertheilen Forstwart Schlag zu Baumgarten und Güteraufseher Dein zu Hausen. Gießen, den 2. Juni 1896. Großh. Oberförstern Schiffenberg. 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Amtlicher Tbeil varmmmalymlL betreffend: Maul- und Klauenseuche. Mibtm bei der Schafheerde und in einem Gehöfte -u i?lubrtagen die Maul- und Klauenseuche amtlich fest- grn Zlb «ordeu ist, wird dies mit dem Anfügen zur öffent- iichM siarntntß gebracht, daß wir Gehöft« und Gemarkung-« fpertA aiWeordnet haben. -iißen, den 8. Juni 1896. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. »L»s den Verhandlungen der Zweiten Klammer der hessischen Stände. nn. Darmstadt, 6. Juni 1896. Die Sitzung wird heute um 8 Uhr eröffnet. Zur •'jl^dorbmung steht zunächst die Regierungsvorlage auf Er« ricchillilk eines Haltepunktes bei Rödgen an der blinh, lfifchen Eisenbahn, wofür der Betrag von i t,M> Ml. angefordert werden. Der Ausschuß schlägt dem vaiult tli: Genehmigung der Summe vor, und beschließt die KavEi ^demgemäß. tzkzr glich eines Antrags des Abg. P fannstiel, die 'riuichnung einer Güterverladestelle auf der tuitiom Nieder«Ohmen der Oberhessischen Bahn betr., i etl^dl sich die Großh. Regierung auch heute wieder, wegen ungPÄgklidem BedürfnißnachweiS dem Antrag ablehnend geg ?nibet und auch der Ausschuß beantragt, den Antrag für erlebt ji.u erklären, was von der Kammer genehmigt wird. W Gesuch des Bahnmeisters i. P. Feiger in Hungen um, WShung seines Ruhegehaltes wird damit erledigt, daß Ob aniilv^rath Ewald die Erklärung abgiebt, daß Feiger bet denm V^eau der Hessischen Nebenbahnen Verwendung ge- fun Äll Hut. {in Gesuch der Exportbrauerei JustuS Hilde« ' r v°d iin Pfungstadt um käufliche Uebernahme Boimititl Bierwagen durch die Main-Neckarbahn oder Durfte:); hessischen Staat ruft eine lebhafte Debatte hervor. Diel:ibfl., HaaS und Osann halten den von der Großh. Rek^nirig gegen die Firma eingenommenen Standpunkt nicht |ut im nichtigen, die- umsoweniger, alS eß sich hier um die UntAM^ung des einheimischen Gewerbes handeln müffe, das bodirn i-rster Linie hier in Betracht komme. Der Ausschuß bcaurRtt demgemäß die Uebernahme der Reparaturkosten burnätlt Neckarbahn, waS einstimmige Genehmigung findet. iinsem weiteren Gesuch der Mühlenbesitzer Fried. Fx[H. und Genoffen um Erlaß von TilgungS. r eiM! t ezw. Gewährung einer Entschädigung für Entziehung her - Laisserkrast durch die Quellwafferleitung von Gießen wtrnöiiioiS warmer Befürwortung durch die Abgg. Köhler, ä«ji|[ umb Erk, welch Letzterer auf die großen Nachtheile der: Menten hinwieS, keine Folge gegeben. Hn die Herstellung der vor der Front des vörd« ltdilin ®ollegiengebäube6 zu Darmstadt hinziehenden ©twit bczw. zu deren Asphaltirung werden 4950 Mk. ^^ne Eingabe der Assistenten bei den Großh. St^k-n.Commissariaten um GehaltS-Erhöhung wurde eon3 zc-hh. Regierung in ablehnendem Sinne entschieden, da hIE! »ie lausende Finanzperiode Mittel hierfür nicht zu Gei'ti^ fänden, und die betreffenden Personen erst ganz kurz nchn riÄrer jetzigen Stellung befinden. UebrigenS beabfich. tiatk h Regierung bet der nächsten Budgetperiode eine Siege« lunaiiltir GehaltSverhältniffe der fraglichen Beamten, da eS aniimn fei, daß dieselben vorauSfichtlich längere Zeit rote$ licher in ihren betr. Stellungen zu verbleiben haben roewlic; ehe sie in eine andere Stelle vorrücken. — Abg. ScM-eder als Berichterstatter kann Namens des AuS« fchv^ den Standpunkt der Regierung nur theilen, und cmp^ii eine Aufbefferung der Gehalte der genannten Be« am^otiegorie. Im Uebrigen beantragt der AuSschug, daS GeM Mr erledigt zu erklären, waS einstimmig angenom- menutil:). Som Seiten des Abg. Muth wurde beantragt, eine Rervof,«! des Normal-LehrplanS der Volksschule voriPch^nen, und den örtlichen Derhältmffen entsprechende ©träumt )läne zu genehmigen. Abg. Muth, der seinen An. traiqp eingehender Weise begründet, wünscht insbesondere AuW^mg deS Nachmittagsunterrichts in den Sommer- rooitio. — Der RegierungSvertreter, Geh. Oberschulrath Eisenhuth weist auf die Undurchführbarkeit des Antrags I aus gesetzlichen und rein pädagogischen Gründen hin. Durch einen 7 stündigen Unterricht in der Woche, wie eS von dem Abg. Muth geplant sei, würden die Ziele der einklassigen Volksschule nicht erreicht. — Abg. Hechler als Bericht« I erstatt» empfiehlt Namens des AuSschuffeS, dem Antrag keine Folge zu geben, und beschließt daS HauS gegen zwei Stimmen demgemäß. Einen gleichen Antrag des Abg. Dael von Köth, der bezweckt, anzuordnen, daß während des Sommersemesters oder doch wenigstens in der Zeit vom l.Juni bis 15. August die Schulkinder auf dem Lande im Alter von 10 — 14 Jahren nur des Vormittags und diejenigen im Alter von 6—10 Jahren nur des Nachmittags die Schule zu besuchen Haden, beantragt der Ausschuß für erledigt zu erklären. Oberschulrath Eisenhuth empfiehlt den« selben, insbesondere weil den KreiSschul-Jnspectoren genügende Zett zur Gewährung von Sommerserien zur Verfügung stünde. Abg. LaÜtz erblickt in dem Antrag Köth wieder einen Versuch, um unser hessisches Schulgesetz nach und nach zu zerstören getreu dem Wahlspruch „Dumm, Krumm und Stark" unserer Jugend die Schulbildung zu kürzen. Abg. Kramer begreift überhaupt nicht, daß man der Bevölkerung mit der Verminderung der Schulzeit einen Gefallen thue und daß man den Kindern auf dem Lande weniger Bildung geben wolle wie in der Stadt. Abg. Bähr stellt die Behauptung auf, der Nachmittagsunterricht tauge auf dem Lande überhaupt nichts, da schliefen die Kinder. — Nach einer eingehenden Entgegnung seitens des Regierungs-Vertreters wird der Antrag gegen fünf Stimmen abgelehnt. Die Einen müssen niedriger verkaufen, die Anderen höher einkausen. DaS ist die stete und naturgemäße Folge der Verwandlung eine« großen Marktes in einen kleineren. Bei einem kleineren Markte bat der Händler ein größeres Nisico, deshalb muß er höhere Gewinne beanspruchen. DaS ist der Schaden ebenso deS Consumentur wie deS Producenten. Gras Kanitz will durch seine Resolution die verbündeten Regierungen aufgesordert wissen, mit den ausländischen Regierungen über ein internationales Verbot deS Terminhandels In Verhandlungen zu treten. Run, die Regierung hielt ja aber dieses Verbot gar nicht für etwas Nützliches. In welche Lage kann unsere Regierung kommen, wenn sie wirklich solche Verhandlungen anknüpft und anderen Regierungen zumuthet, denselben Schwabenstreich zu begehen, den sie selbst vielleicht jetzt ibun wird. Redner wendet sich noch gegen dm Antrag Arnim zum S 50, wonach Rechtsansprüche auS verbotenen Termingeschäften, welche Jemand im AuSlande abgeschlossen hat, unklagbar seien und sogar „etwa schon Geleistetes soll zurückgefordert werden können." Abg. v. Liebermann bemerkt in einer gegen Singer gerichteten Erwiderung, Vorfällen, wie dieser sie erwähnt habe, sei jede Partei ausgesetzt. Damit schließt die Gmeraldebatte. Abgesehen von einigen redactionrllm Aenderungen werden sodann die SS 1 bis 37 unverändert und debattelos angenommen. Zu SS 38 und 39, betr. die Voraussetzungen für Zulassung von Werthpapieren beantragm Graf Arnim, Dr. Bachem u. Gen., daß die Verpflichtung zu Btlanzpublikation, fall« eS sich um Zulassung von Metten oder Obligationen ausländischer Erwerbsgesellschaften handelt, sich nur aus die Dauer von 5 Jahren erstrecken und außerdem ganz in Wegfall kommen soll, wenn es sich um staatlich garantirte Obligationen handelt. Antrag wird nach kurzer Empfehlung durch Abg. Gamp i ""g* Eine "weitere Debatte entsteht erst wieder bei S 50, Börsen- krminbanbel. Hierzu liegt vor der Antrag Arnim : RcchtSanfpruche au« Termingeschäften, die im Auslande abgeschlossen wurden, aber in Deutschland verboten sind, sollen anklagbar sein. Eine ZwanSS- vollstreckung aus Urtheilen ausländischer Gerichte, solche Geschäfte betr., findet nicht statt. Etwa schon Geleistetes kann zurückgesorderl "^^aibg. Graf Schwerin (conf.) erklärt, er werde für das gänzliche Verbot das Getreideterminhandels stimmen, auS den gestern von Bachem angeführten moralischen Gründen, obwohl er sich eine Wirkung davon eigentlich nicht verspreche. Reichsbankpräsident Koch bittet um Ablehnung deS Antrages. D-S vorliegende Gesetz wolle doch nur die Verhältnisse an den deutschen Börsen regeln; die Uebertretung der in S 50 ausgesprochenen Termtnhandels-Verbote wird demgemäß auch in S 51 erschöpfend genug verhindert, durch Verweigerung der Benutzung der Börseneinrichtungen rc. DaS Verbot des Terminhandels habe doch nur den Zweck, die Tyrannei desselben, bann durch ihn herbeigeführten Preisdruck zu vermeiden. Mit diesem Zwecke habe aber daS waS der Antrag Arnim verlange, nichts zu thun. Unsere größeren .firmen würden überdies immer im Stande bleiben, im Auslande Termin- aeschäfte zu machen. "Namentlich aber sei der Antrag Arnim mit unseren Verträgen, beispielsweise mit Oesterreich, nicht vereinbar. I Wollten wir den Urtheilen österreichischer Gerichte die ZwangS- I Vollstreckung verweigern, so würde dadurch die Gegenseitigkeit in Frage gestellt und der Rechtszustand in bedenklicher Weise erschüttert I roCrbe9ibg. Paasche (natl.) legt den verbündeten Regierungen lebhaft das Verbot des Terminhandels in Kammzug ans Herz. Abg. Gamp (Rp.) ist überzeugt, daß. wenn bei uns im Jn-> lande Ansprüche aus verbotenen Termingeschäften unklagbar seim, wir auch ohne Verletzung der Verträge und der Reciproc tät nicht verpflichtet seien, Urtheilen ausländischer Gerichte über dieselbe Art von Geschäften die Zwangsvollstreckung zuzugestehen. Staatssecretär o. Marschall bezeichnet diese Auffassung als irrig. Laut S 661 der Eivilproceßordnung sei die Zwangsvollstreckung zu vollziehen „ohne Prüfung der Gesetzmäßigkeit des gerichtlichen UrlheUS . Siolberg tritt für den Antrag Arnim ein. Abg. Barth legt Verwahrung dagegen ein, daß hier noch der I Bundesrath zu einem Verbot des Terminhandels in Kammzug auf- ßt'OrbMbflW©b(6 m i b t; 2Barburg (Cen'r.) begrüßt den Antrag Arnim I als eine erfreuliche Vervollständigung des Gesetzes. Bedenklich an dem Anträge sei ihm nur die Bestimmung, datz den betrenenden I Urtheilen auSländifcherGerichte in Deutschland die Zwangsvollstreckung I ^abg1"®rc? M mim bemerkt, er halte es für sehr erklärlich, daß I Präsident Koch das Gesetz möglichst abzuschwachen bemüht sei, denn I derselbe habe ja von Anfang an der Börsenreform Widerstand ent- gegeng^setztprä.jbent Ugt hiergegen lebhafte Derwahrung ein. Der Antrag Arnim wird, da auch ein großer Theil des Cen- I trums und fast alle Nationalliberalen gegen denselben stimmen, abgelehnt und S 50 in der Fassung zweiter Lesung angenommen, ebenso die Paragraphen 51-89. Endlich wird beschlossen, daß das Gesetz am 1. Januar 1897 in Kraft tritt und daß die dörsenmaßigm Termingeschäfte, die nur bis dahin gestattet sind, auch bis dahin ab- I gewickelt sein müssen. Auch die Resolutionen Kanitz und Arnim werden angenommen, sowie schließlich das ganze Gesetz. Es folgt die erste Berathung des Handelsvertrages mit 3OPO2lbg. Münch-Ferber (natl.) erklärt sich Namens seiner Freunde grundsätzlich mit dem Vertrage einverstanden, wünscht aber, daß die Regierung mit Japan in Unterhandlung trete, damit das Recht der japanischen Gllden, Erzeugnisse der fremden Jndustrre zu boycottiren, beschränkt werde, weil sonst der Vertrag für unsere ®« Sat« dem bisherigen Zustande erhebliche Vortheile. Die lapanische R^ gierung habe es an Entgegenkommen nicht fehlm la'sm; es sei f-doch an Zugeständnissen nicht mehr zu erreichen gewesen. I ° Damit ist die erste Lesung des Verttages beendet. Während der Rede des StaatssecretarS sind sammtliche Lampen Deutscher Reichstag. 98. Sitzung. SamStag, den 6. Juni 1896. Am Bundesrathstische: Reichskanzler Fürst Hohenlohe, Staats- secretäre v. Bötticher und v. Marschall, Reichsbankprästdent Koch. Datz HauS setzt die dritte Berathung des Börsengesetzes fort. Abg. Graf Kanitz (c.) findet im Gegensätze zu den Darlegungen der Abgg. Freese und Barth, daß das Verbot des Getreideterminhandels für die Landwirthe nur von Dortheil fein könne. Auch das fei nur eine Popanz, daß unser effectioer Getreidehandel sich nach erfolgtem Verbot deS Terminhandels nach dem Auslande, Rotterdam, Amsterdam rc. ziehen werde. In Hamburg bestehe ja schon jetzt kein Terminhandel, ebenso an anderen hervorragenden Getreideumschlagplätzen. In Antwerpen habe man zeitweilig den Termin- Handel gehabt, ihn aber wegen seiner nachtheiligen Folgen wieder abgeschafft. Weshalb solle das also nicht auch bei uns gehen?! Redner empfiehlt schließlich noch kurz fdne Resolution betr. internationaler Verhandlungen behufs allgemeiner Abschaffung deS Getreideterminhandels. Abg. v. Liebermann v. Sonnenburg (Antis.) wendet sich gleichfalls hauptsächlich gegen den Terminhandel. Zu bedauern sei nur, daß das Verbot des Terminhandels sich nur auf bas Ge- treibe beschränke. Wenn man von ber Börse spreche, so gelte das Wort bes Dichters: „Wohin Ihr packt, Ihr werbet Juden packen!" (Heiterkeit). Man rede ja wohl auch von einer Börfen-Aristokratie, richtiger aber würde es heißen: Börsen-Kakistokratie. (Gelächter). DaS Börsengesetz sei ein Triumph des antisemitischen Gedankens, und namentlich danke er auch der nationalliberalen Fraction für deren Eintreten für diefeS Gesetz. Daß die Socialdemokraten daS Gesetz ablehnten, sei für dieses die beste Empfehlung. Abg. Singer betont dem gegenüber, die Haltung ber Social- demokraten in dieser Frage sei von Anfang an eine confequente gewesen. Wenn Liebermann diese Angelegenheit dergestalt au, daS Persönliche zuspitze, nun bann muß er ihm bock sagen : Die Social- bemofratie habe Führer in ihren Reihen, bie nicht als Zuchthäusler, nicht als Meineiblge verurtheilt seien unb nicht von aller Welt verachtet würden, was nicht jede Partei von sich sagen könne. Er müsse bas sagen, well bie Antisemiten so austräten, baß man entweder mit dem Dreschflegel dreinschlagen ober sie stillschweigenb verachten müffe. Präsibent Schmibt bittet ben Rebner, sich bezüglich ber Herren im Hause etwas zu mäßigen. Abg. Singer bebauen weiter, batz Herr v.Plotz nicht zugegen sei. Thatsächlich habe berselbe speculiit, aber nicht bas mache er ihm zvm Vorwurf, sondern baß Herr v. Plötz, trotzbem er selbst speculirt habe, in solcher Weise feiner Entrüstung über bie Börse Ausbruck gebe. Die ganze gestrige Rebe beS Herrn v. Plötz sei nur eine Verlegenheitsrebe gewesen. Herr v. Plotz habe gemeint, er habe nur ein ganz klein wenig gespielt. Das erinnere an bie Person, die nach Verneinung der Frage, ob sie verheirathet sei, auf bie weitere Bemerkung: aber sie haben ja ein Kinb! geantwortet habe: aber nur ein ganz kleines! (Stürmische Heiterkeit.) UebrigenS fei ber '.Posten, mit welchem Plötz fpeculirt habe, keineswegs bas Minimum besten gewesen, was überhaupt an ber Börse auf Termin gehandelt werden könne. ,, t Abg. Hahn (b. k. Fr.): Wären die Angriffe Singers auf o Plötz berechtigt, so könne man am Ende auch schon den ver- urtheUen, der einmal in seinem fieben Scat zum ganzen Pfennig statt iu einem Zehntel gespielt habe. Zu verurtheUen ei nur die Ausbeutung Anderer. Herr v. Plötz habe aber nichts gethan, waS ihn zu feiner politischen Stellungnahme in Gegensatz bringe. Redner tritt dann noch für das Verbot des Terminhandel« ein, in welchem er einen Vorläufer des Antrages Kanitz par exceUence, also des staatlichen Ein- unb Verkaufs von ausländischem Getreide, "b"^Abg Bartb (frf. Vg.): Bei einem Verbot des Terminhandels werden sowohl die Producenten wie die Consumenten schlechter fahren. im Saale bis auf zwei erloschen: auf der Tribüne herrscht völlige Dunkelheit. Montag 2 Uhr: Zweite Lesung deS japanischen Handelsvertrags, dritte Lesung dec Gewerbeordnungs-Novelle. Schluß halb 7 Uhr. Deutscher Reich. Stuttgart, 6. Joni. Das neue LandeSgewerbe- museum wurde heute in Gegenwart deS Königs, der Königin, der Prinzen des königlichen Hauses, sämmtlicher Minister und einer großen Anzahl hoher Würdenträger feierlich eröffnet. Finanzmlnlfter v. Rlecke, Minister des Innern v. Pifchek und Präsident der Centralstelle für Handel und Gewerbe v. Gaupp hielten Ansprachen. Hieran schloß sich die Eröffnung der Ausstellung für Electrotechnik und Kunstgewerbe, bei welcher der Ehrenpräsident Prinz non Weimar und der Präsident Geheime Rath Jost Ansprachen hielten. Nach der Eröffnung unternahmen der König und die Königin nebst den Mitgliedern deS königlichen Hauses einen Rundgang durch die prächtigen Ausstellungräume. Zteuefte Nach-Kht««. Wolff« telegraphische« Torrespondem-Bureau. Petersburg, 7. Juni. Nach einem heute erschienenen Berichte der Regierung beträgt die Zahl der Opfer bei der Katastrophe auf dem Chodynsktfelde 1360 Todte und 664 Verwundete. Depesch« bei Beteei .Herold". Berlin, 7. Juni. Das gestrige Unwetter in Berlin und Umgegend hat einen Verlust an Menschenleben, oder erheblichen materiellen Nachtheil nicht angerichtet. Ein Blitzstrahl zersplitterte die Fahnenstange der bayerischen Gesandtschaft, ohne daS Gebäude selbst zu beschädigen. Von der Ueberschwemmung in Folge des heftigen RegenS wurde am meisten der Westen Berlins heimgesucht. Auch in Treptow brachte das starke Gewitter, welches sich über die Gewerbe- Ausstellung entlud, einen wolkenbruchartigen Regen, der die Wege aufweichte und auch einige Gebäude beschädigte. In ein Pavillon schlug der Blitz ein, richtete aber keinen großen Schaden an. Auf dem Kaiserschtff „Bremen" hat ein sogen, kalter Schlag eine dünne Fahnenstange getroffen. Der Fernsprechbetrieb ruhte vier Stunden. Eine Anzahl Telephondrähte wurden vom Unwetter vernichtet. — Auch in verschiedenen Theilen des deutschen Reiches fanden gestern heftige Gewitter statt, so daß noch heute der Fernsprechbetrieb mit einer Reihe von Städten unterbrochen ist. Wiesbaden, 7. Juni. Für einen Aufenthalt deS deutschen KatserpaareS im kommenden Herbst werden hier bereits Vorkehrungen getroffen. — Aus Bad Neuenahr wird gemeldet, daß der Dichter Emil RitterShauS dort schwer krank darniederliegt. München, 7. Juni. Gestern Morgen wurde in der Nähe von Wolfratshausen der Forstmeister Freiherr v. Lupiu mit durchschossener Brust aufgefunden. Derselbe wurde unzweifelhaft von Wilderern erschossen. Ansbach, 7.Juni. BeiderReichStagsftichwahl erhielt Dr. Conrad (südd. VolkSp.) bis jetzt 6500 Stimmen, der konservative Candidat Hufnagel 5100 Stimmen. ES stehen nur noch wenige Bezirke aus. Die Wahl Conrads scheint gesichert. Lemberg, 7. Juni. Nach hierher gelangten Petersburger Berichten sollen daselbst am KrönuugStage sowie an dem nächstfolgenden JlluminationSabende ernste Ruhestörungen auf dem Newsky-Prospekt stattgefunden haben. Ein Haufe Betrunkener erstürmte mehrere Häuser. Die einschreitenden Kosaken wurden mit Steinen, welche der Pöbel aus dem Straßenpflaster riß, empfangen. Viele Polizei-Offiziere und Kosaken wurden von ihren Pferden geriffen und schwer verwundet. Die Zahl der Tobten und Verwundeten auf beiden Seiten soll 250, die der Verhafteten über 500 betragen. New Aork, 7. Juni. Der bekannte Eisenbahnunternehmer Austin Corbin wurde während einer Spazierfahrt mit seinem Enkel durch Umstürzen der Equipage getübtet. Der Kutscher blieb ebenfalls tobt. Der Enkel CorbinS ist schwer verletzt. Danzig, 8. Juni. Der Portepvfähnrich v. GlinSki in Kulm würbe bei einem BataillonSrnarsch vorn Hitzschlag betroffen unb ist nach wenigen Stunben gestorben. Auch ein Mann der Pioniercompagnie erkrankte infolge HitzschlageS und starb auf dem Transport in das Lazareth. Danzig, 8. Juni. Der brasilianische Zolldirector Coessade, welcher in Rio de Janeiro 5 Millionen Francs Zollgelder unterschlagen hatte, wurde hier verhaftet. Karlsruhe, 8. Juni. Auf dem Kriegerfest deS i GauverbandeS hielt der Großherzog eine Ansprache, in der er ausführte, daß die Tugenden der Hin- gebung, der Trauer, der Ausdauer, der Tapferkeit in unserer Geschichte weit zurückreichen. Er erinnerte an Friedrich den Großen, der so Großes geleistet mit einem kleinen, aber tapferen Heere, an Erzherzog Karl, den tapferen, großen Helden, an Blücher, Gneisenau und andere große Manner, die dem Vaterland ersprießliche Dienste geleistet. DaS Ziel und den Gipfelpunkt jedoch erreichte unser großer Kaiser Wilhelm I. durch seine Demuth und Hingebung ohne Gleichen an daS hohe Amt, von dem er ganz erfüllt war. Daran wollen wir festhalten, daS gereicht uns zum Vorbild, und den folgenden Generationen zur Mahnung, zu lernen. Meine Mahnung an Sie geht dahin, lehren Sie in diesem Sinne in der Familie, in der Schule, in der Gemeinde; überall müffen Sie lehren, daß die Erinnerung an die Erfolge, die I Sie 1870/1871 errungen, wach bleiben und Ihre Nachkommen I die Wege der Treue einschlagen, um daS zu erhalten, was mit so vielem Blut erkämpft. Dieses festzuhalten soll alle Zeit unsere Aufgabe sein. Der Großherzog schloß mit Hurrah auf den Kaiser. sagen, daß der heutige Sang der Berhcmdluva bi«. . loffe, daß nicht nur der Angeklagte nnschuldiod.a worüber die Jury zu richten habe, sondern dab» als Günderloh unschuldig sind de« Jagdven-k.»?" CoceUs rrnd prwtnjkUw, W. Gießen, 8. Zmn IW. Heute wird vor den Geschworenen bieSira'it den Bergmann Peter Naumann auS Weickai bestraft, geboren am 7. December 1869, zilest Essen, verhandelt. Der Angeklagte wird beschuldigt, nm 20. tccenbn 18 I vor dem Amtsgericht Grünberg wissentlich btt Unxrhchr beschworen zu haben. Die Anklage vertritt Herr Erster gtaatirx:! Dr. Güngerich. Die Verteidigung sühn Htn anwalt Rosenberg II. ES find 25 Zeugenzuvernehm Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wird dic Crtn/ifM während der Beweisaufnahme auSgeschoffea. WB. Barcelona, 8. Juni. Gestern Abend explo- bitte im Augenblicke bes Eintritts ber Prozession in ble Kirche Santa Maria eine Bombe. Sechs Personen finb tobt, breißig verwunbet. In ber Stadt herrscht große Panik. Zurich, 8. Juni. Ingenieur Jlg reist heute auf bem I kürzesten Wege nach Abeffynien ab, um mit Menelik Berhand- I Lungen Namens der italienischen Regierungen zu führen. Wien, 8. Juni. Nach Meldungen auS Serajew be- I richtet die bosnische Poft aus Ragusa, daß an der montenegrinischen Grenze wiederum ein österreichischer GenSdarm von montenegrinischen Schmugglern erschossen worden ist. Budapest, 8. Juni. AuS Anlaß de« heutigen großen FestzngeS war ein coloffaler Verkehr in den Straßen, welche prächtig geschmückt waren. Genna, 8. Juni. Infolge schrecklicher Ueberschwemmungen wurden in der hiesigen Gegend mehrere Dörfer gänzlich zerstört. Paris, 8. Juni. Madame Heine erhielt daS Ossi- l zierSkrenz der Ehrenlegion. Nur die Malerin Bacheur besitzt die gleiche Auszeichnung. Paris, 8. Juni. Der „Jntransigeant" theilt den Tod der Madame Demboury mit, welche zur Zeit Rochefort 100,000 Francs zur Errichtung einer socialistischen Glasfabrik Übergeben hat. Die Summe wurde indeffen zu guten Zwecken verwendet, weil unter den Socialisten von Carmaux Streitigkeiten ausgebrochen waren. Paris, 8. Juni. Der Gesundheitszustand Jules Simons hat sich in der letzten Nacht etwas gebeffert, ist aber nichtsdestoweniger andauernd gefahrdrohend. Paris, 8. Juni. Die republikanischen Blätter beglückwünschen die Kammer anläßlich der vorgestrigen Interpellation über die Rede des Erzbischofs von Toulouse, daS Ministerium gegen die von den Radicalen geführten Angriffe unterstützt zu haben. Die radicalen Blätter machen dagegen geltend, daS Ministerium habe eine Majorität von nur 50 Stimmen aufzuweisen, und da die Rechte der Kammer für die Regierung gestimmt habe, sei letztere von der anti- republikanischen Rechte abhängig. Madrid, 8. Juni. Infolge eines gestrigen Erlasses wurde General Borrero als Commandeur des 5. Armeecorps abgesetzt. — In OrendaiS bei San Sebastian ex- plodirten vor dem Pfarrhause zwei Dynamitbomben, welche nur Materialschaden anrichteten. London, 8. Juni. Einer Meldung aus dem Sudan zufolge wurden die Derwische vollständig zurückgeschlagen. Dieselben erlitten starke Verluste. EnglischerseitS find wenig Verluste zu verzeichnen. Petersburg, 8. Juni. Der VerkehrSmtnister genehmigte endgiltig die Canalverbindung der Narew mit der i Weichsel. Die Vorarbeiten zum Bau beginnen am 1. Juli. | Warschau, 8. Juni. Die bedeutende Zuckerraffinerie Zhtyn brannte mit sämmtlichen Vorräthen nieder. Der Schaden beläuft sich auf eine halbe Million Rubel. StaatSanwalt Koch verwahrt sich bagta» Beweisführung eine künstliche gewesen. Erst biea habe hier in die Verhandlung Momente hineinzen».^'' abseits derjenigen Punkte liegen, worauf d < ‘ ankowme. E« sei gestern Abend und auch h». . PlaidoyerS der vertheidiger da« Wort gefallen -' ' irrenden Justiz. Dieser Ausdruck könne immerhin ber * J ’ die Jury zv einem Jrrthum zu veranloffen, darr» Z der Staatsanwalt, daß nur auS gewissen Grünten kammerurtheil in ber RevifionS-Jnstanz wieher u>t sei. Zweimal habe bie Strafkammer wegen be« 3ajt zu Gericht gesessen unb zwar stets unter eine« anteraE? fitzenden- beibe Male sei bie Kammer derselben gewesen mit ihm unb wenn bie Sache noch einmal Handlung kommt, wirb fie zu betreiben Resultat be bessert können fich ble Geschworenen versichert falite u deren Wahrspruch lauten wie et wolle, denn kein terfcflb könne anders utthellen, als e« bei dem Jagbver«^« schehen. Rechtsanwalt Grünewald erklärt e« nicht nn daS Recht, sondern sogar für die Pflicht der daS auf Antrag deS Vertreters der StaatsdedSNe rerie^! Urthell zu kritisiren. Et war sich mit feinem SRittatafci darüber vollkommen einig, daß eine sachliche Lr s , UrthellS im Interesse deS Angeklagten nothwenk-^ > » man habe sich daher streng sachlich geäußen. urtheilende Votum der Strafkammer fei für die ,\r; - ; lange kein Grund, den Angeklagten wegen Dmnr: u vt urtheilen. Die Geschworenen würden nach behex «■ < und Gewissen den Angeklagten ftelsprechen müssen . richte fich noch einmal sein Antrag. Die Berathung dauerte nur 20 Mlnuteu und fcrihta der Obmann der Geschworenen Kaufmann Damm-Zrnü i den freisprechenden Wahtspruch. der Segen des Geschoreuen-GetichtS, daß undesai:' voreingenommene Männer zu richten haben bSlT Strafkammerunheil gegen Bettet ein Produ:t v Justiz war, hat da« OberlandeSgericht tmumwundv, >' 321 indem sie dasselbe wieder aufhob und noch ist tl Tage Abend, denn auch da« ergangene Ltrafk^* * gegen den Angeklagten wird wieder umzustoßm auch die Revision nicht zu begründen gewesen fa 5'* nur möglich gewesen wäre, wenn man eine Perl' materiellen Rechtes hätte Nachweisen können, t?1 *• des venheldigerS geht dahin, die Jury wolle verneinen. Schwurgericht. W. Gießen, den 6. Juni 1896. Fortsetzung der Verhandlung gegen Landwltth Jaco b Wllh. Günderloh von Rendel wegen Meineids. Nach Eröffnung der Sitzung am heutigen Vormittag beantragt Staatsanwalt Koch, das Urthell gegen den Angeklagten, welches die Strafkammer am 27. März wegen Jagdvergehen gefällt, zur Verlesung zu bringen. Beide Ver- theidlger oppontren scharf hiergegen, die stattgehabte Beweis- ausnahme habe den Geschworenen ja ein Bild der ganzen Sache gegeben. Der Gerichtshof beschließt die Verlesung deS Unheils. Nach Verlesung desselben bemerkt der Vorsitzende, daß der Angeklagte gegen das verlesene Urthell Revision I ** Kochen und Heizen mit GsS. Auf bk heutige Bto verfolgte, daß diese aber, weil es an Gründen hierfür fehlte, machung des GaS- und Wasserwerk«, betr. ba? ’ verworfen sei. unb Heizen mit Ga«, machen wir auch an Met s:t-i Die an ble Geschworenen zu richtenben Fragen lauten: I noch besonberS aufmerksam. 1. Hat bet Angekagte am 4. December 1895 vor bem ** Gebrauchsmuster Eintragungen. Mit bchmrmrr v Schöffengericht Vilbel wissentlich falsch geschworen? mit al« Hebet wirkendem Rohrsystem versehener Epslkeßei: 2. Konnte die Angabe ber Wahrheit für ben Angeklagten I für Closet« u. bergt, als Ersatz für Spülkästen ui: kleine Verfolgung wegen eines Vergehens ober Bet- Ventil: Chr. Zimmer in Gießen, 6. 12. 95. brechens nach sich ziehen? ♦♦ Turnerisches. Gestern fand in AlSfeld t-c S" Um 11 Uhr Vormittag nimmt Herr Staatsanwalt Koch turnfahtt mit volkSthümlichern Wettturnen statt t# wat baS Wort zur Begrünbung ber Anklage. Er streift kurz ben diesmal zum ersten Mal nach der deutschen Bettturnoiton Gang der Verhandlungen von der Entwicklung der Sache vor geturnt, und zwar der Fünfkampf: 1) Freiweuhoch, - * dem Schöffengericht bis zu ben betben Verhanblungen vor hoch, 3) Freiweit, 4) Stemmen 75 Pfund mit zwei txen\ ber Strafkammer gegen Vetter unb ben Angeklagten. Der 5) Steinstoß. Die Beteiligung war eine sehr lu,<- •' Staatsanwalt streift nach Darlegung ber Punkte, welche für traten 90 Turner zum Wettstreit an, und würben 'M® ble Schulb beS Angeklagten sprechen, kurz bie strafrechtliche I Preise errungen. 1. Preis 4D/, Punkte: Herrn. Rtr Seite ber Frage unb plädirt, ben Angeklagten für schulbig T.-V. Gießen. 2. 41 P.: 5erb. Nennstiel, ' im vollen Umfange zu erklären, aber auch die zweite Frage Gießen. 3. 39 P.: R. Hahn, M.-T.-B. Gießen. 4.3, >» müsse bejaht werben, benn auch btefer Fall liege hier vor. Hch. Schmlbt, Grünberg. 5. 37 P.: Karl Ä'‘’/V’ Hätte ber Angeklagte in Vilbel unter seinem Eibe bie I Wieseck unb Ab. Schäfer, M.-T.-D. Gießen. Wahrheit gesagt, ber bamalige Zeuge hätte fich selbst bezichtigen Reinh. Weigel, Biedenkopf. 7. 331/, : e» •«!!!; müssen. M.-T. V. Gießen. 8. 33 P.: Ferd. Hain, ; " Der Vertheidiger, Justizrath Jöckel, ist fest davon 9. 3D/, P.: Gust. HöreS, Friedberg. 10. 3l P 6^' überzeugt, baß der Angeklagte auf Grund ber gestrigen Roth, LaaSphe; E. Schneiber, Wetzlar. Beweisaufnahme, ble nur allein für ble Geschworenen maß- Lauterbach. 11.30>/, P.: Alb. Curth, Marburgs * gebend fein darf, freigesprochen werden muß. Er beleuchtet Th. Ernst Anspach, Hch.. Peter, T.-B die Aussagen einzelner Zeugen unb weift nach, wie bleie I 12. 28i/2 P.: Hch. Wagner, Büdingen, 3"O*1 Zeugen in allen Stadien deS prozessualen Verfahrens immer I Kirchhain. 13. 28 P.: H. Pieper und ö mehr wußten, sich bestimmter ausdrückten, je öfter fie al« I T.-v. Gießen. 14. 26'/, P.: L. Robrbach, Loun Zeugen vernommen würben. Hauk, Wetzlar- Max Engelbrecht, $'8’, Rechtsanwalt Grünewalb bemerkt, er habe während K. Schütz, Schotten. 15. 26 P.. Ww. 1 u ‘«r• । ber zweitägigen Berhanblnng den objektiven Beobachter Nauheim- Ferd. Ehrenklau, Alsfeld, B®- gemacht. Ihm fei die ganze Angelegenheit fremd gewesen T.-V. Gießen- Fr. Goebel, T.-v. Marbarg- lv - ' unb er habe fich fein Urthell erst gebilbet im Laufe btefer I Frlebr. Golb, T.-V. Marburg- Dm- j,g Verhanblung. Sein CollegeJöckel habe benAngeklagten vor berg- Hch. Heufer, Bad-Nauheim- Avg- »s‘T' ber Strafkammer wegen Jagbvergehen schon vertreten unb Gießen. 17. Preis 25 Punkte Gg. Scha , die Geschworenen werben bei seiner Rebe es ihm schon I. Müller, Wetzlar- Gottl. Heck, Arte«berg- T angemerkt haben, auS ber innerlichen Erregung, wie fest er 1. Preis würbe bi« jetzt dreimal hintereinander von der Unschuld de« Angeklagten überzeugt fei. Er müsse I verein Gießen errungen. tiiftö , q c/1 »2 A f t ,» :ri®. L. 11 i X1 „ »V. •°d;. icftnc in A fltcafdiin ♦u. jinminati: 2« unb iW W 11 Up. Mt nü Ihtn, über K dm V.W i Den«. "Surkeß 9,!^ unb der U ec'nahmt td Lande« an, tz^rkcistnemle rctcl qab, :tn Zeit mtdrssä Ijrtterb it er | rin Hn i rrfli» ll deov-rl.'rn, ober gUfim e« finb U -b bie hie ber 31 vahlSunbe« be zimehwmbe ve daethur. tzisendahnb BqhH, wo 8i iilft em Prei u«6decen lasse I» Dtn i tut 8tr(o6ung i wc iutl vsrh< i krem, ob bie \\ I Tbett|xa$bittn 1 liebte tl, sich tii i rttinicmren un Ichll.', oder sehl ! der Änberen, d Bckann Mkr, foftn « 1 I 4' itz ÜC -MTtabdo gj.-fCjd Bhb •SL FfTM I 1 fe.’t «twer bücht ) emztlner sK ? et9angtnt ; m/*- 1" öof der gestrige« Gautorufahrl nach ÄlSfeld errang, vii'.i! ^eheud bereit»«itgtthellt, der Männerturuvereiu iuinii gierb. Neunsttei den zweiten Preis mit 41 Punkten, du-er Rod. Hahn den dritten Preis mit 39 Punkten, durch Ad>t td'äfcr den fünften Preis mit 37 Punkten, durch Hch. 3M Ws »en siebenten Preis mit 33*,', Punkten. ES wurde iuii« irien Mal im Gau Hessen nach der deutschen Wett- tuturwung, die wesentlich höhere Leistungen verlangt, ge- turM Die besten Sprünge wurden von zweien der oben- gcttiarti'.n Turner ausgesührt und zwar 3 Meter mit bei ITbcfAeter Höhe (Freiweithoch) und 6.10 Meter Freiweit oi «i. Schäser, 2.95 Meter hoch (Stabhochsprung) von Fkert mch. t i flvbaahndirec t ton hat auf allen Stationen ihres ------ Be.iM, iwo BahnhofS'Wirthschaften bestehen, in den Warte« W Gieße« iliis eiv PreiSverzeichniß der Speisen und Getränke MW “ue*™ Iofi,n- aumann ati tctmbtt 1869, beschuldigt, an. linberg wifitoL-. :itt Herr Sir Vertheidiguiig ES find 25 3« waltfchast mit: 8oin Odenwald, 2. Juni. Dieser Tage sollte in B. einen!8tHo6ung stattfinden. Von den beiderseitigen Eltern toaun alltii vorher geregelt und eS handelte sich nur noch darruw, lib die jungen Leute, die einander bisher bloß aus Ph^vtlzichphieen kannten, sich auch gefielen. Der Braut be« liebitli es, sich einen Scherz zu erlauben, sie bat eine Freundin mit MÄarmen und sich als die Braut vorzustellen. Der Versuch schl-tuq abarr fehl. Der junge Mann fand soviel Gefallen an der: hinten, daß er um dieselbe anhielt und die in AuS- ficht genommene Braut ablehnte, vergeblich war alles Zureden und so wurde die Verlobung eben mit der anderen gefeiert. Mainz, 5. Juni. Ein schrecklicher Ungückssall hat sich heute Nachmittag in der Nähe deS Forts Karl an der HechtSheimer Chaussee zugetragen. Eine Anzahl Mtlitär- personen waren damit beschäftigt, durch einen mit zwei Pferden bespannten Militärwagen eine Partie Munition fortzufahren und war dem Fuhrwerk auch ein Fortificationsarbeiter NamenS Seipert beigegeben. An dem HechtSheimer Berg wollten die Milirärpferde nicht recht ziehen und nahm ein Landwirth aus Obernheim, mit NamenS Jox die Gelegenheit wahr, den Soldaten die Pferde anzutreiben; er nahm seine Peitsche, schlug auf die Thiere loS, dabei wurden diese scheu und sprangen bet Seite. Der Fortificationsarbeiter retirirte sich dabei und sprang auf einen Baum zu. In diesem Moment wurde aber der Munitionswagen gegen den Arbeiter geschleudert, sodaß dieser zwischen Baum und Wagen stehend, sofort seinen Tod fand. Die Leiche wurde nach dem Friedhof verbracht- der Landwirth Jox, der die Perde angetrieben hatte, wurde alsbald verhaftet. Vermischtes. • Dorlar, 5. Juni. Heute Morgen zwischen 10 und 11 Uhr ertönte plötzlich der Schreckensruf „Feuer"! Es brannte in der dem Heinrich Reinstädler, HauS Nr. 47, zugehörigen Scheune. Der Besitzer des Hauses, ein Wittwer, war auf Tagelohn fort und hatte sein Söhnchen mitgenommen, die Tochter ebenfalls außerhalb deS Hauses beschäftigt. So hatte das Feuer, über deffen Entstehung bis jetzt nichts bekannt ist, augenscheinlich schon längere Zeit in der Scheune sich entwickelt, denn als es nach außen sichtbar wurde, war eS sofort klar, daß man eS mit einem größeren Brande zu thun hatte, zu dessen Dämpfung alle Kraft angewandt werden müsse. Rasch trat die hiesige Spritze in Thätigkeit und als noch Hülfe aus den benachbarten Ortschaften herbeigekommen war, gelang eS nach mehr als zweistündiger harter Arbeit, deS Feuers völlig Herr zu werden. Freilich waren die Scheune, wie das Wohnhaus Reinstädlers nicht zu retten gewesen; sie brannten beide bis auf die Fundamentmauern nieder. Von benachbarten Gebäuden find nur der Giebel einer Scheune und ein Schuppen etwas angebrannt. Die niedergebrannten Gebäude waren zwar versichert, nicht aber ihr Inhalt; der Schlag, welcher den so wie so schon hart mitgenommenen Besitzer trifft, ist daher recht empfindlich. Wie bereits erwähnt, hatten unsere Nachbargemeinden eS an treuer Hilfe nicht fehlen laffen. Sowohl Naunheim und Waldgirmes, wie Garbenheim, Dutenhofen und Atzbach hatten ihre Spritzen gesandt, welche redlich mirhalfen. Die Kinzen- bacher waren auch da, sie brauchten aber nicht mehr einzugreifen ; Niedergirmes kehrte unterwegs wieder um, da die Brandgefahr inzwischen beseitigt worden war. * Da» Opfer eines unbedachten Scherze» ist nach einer Mittheilung aus Königsberg i. P. eine junge Lehrerin zu Maryampol geworden. Sie feierte ihren Geburtstag. Ein junger Mann machte sich nun den Scherz, seine Gratu- lationSkarte in einen Umschlag mit Trauerrand zu legen. Da die Dame einige Tage vorher die Nachricht von dem hoffnungslosen Darniederliegen ihres Vaters erhalten hatte, so glaubte sie beim Anblick des schwarz geränderten Briefes nichts anderes, als eine Anzeige von dem Ableben ihres Vaters erhalten zu haben, und verfiel sofort in eine Ohnmacht, der so schwere Weinkiämpfe folgten, daß auch die Linderungsmittel des schnell herbeigeholten Arzte», sowie die schließliche Erklärung deS Sachverhalt» erfolglos waren. Die Dame liegt an einer Nervenkrankheit noch heute fast hoffnungslos darnieder und der unbesonnene Urheber dieses Ungemach» ist nun der Verzweiflung nahe. * Stuttgart, 5. Juni. In Deutschland finden in diesem Sommer nicht weniger al» drei Gewerbeausstellungen statt, zu B rlin, Nürnberg und Riel. Demgegenüber ist die Land- wirrhschaft nur mit einer großen Ausstellung vertreten, welche die Deutsche LandwirthschaftS-Gesellschaft in den Tagen vom 11. bis 15. Juni in Stuttgart Cannstatt veranstaltet. Der soeben auSgegebene Katalog enthält ein Verzeichniß von 392 Pferden, 1256 Rindern, 202 Schafen, 454 Schweinen, 192 Ziegen, 380 Stamm Geflügel und 76 Stamm Kaninchen. Der tobte Theil der Ausstellung besteht au» Samen, Wein, Gerste und Hopfen, Obstbäumen, Butter, Käse- dazu kommen noch Gegenstände der Bienen« wirthschast und der Fischerei. In letzterer Abtheilung find allein 128 Gegenstände ausgestellt. 3000 Maschinen und Geräthe. darunter 47 Neuheiten, vervollständigen die AuS« stellung. Dafcbr, CxmO- unb Gründer«, Juni. Frachtpreise. Weizen X 16,00, Korn X 14,50, Gerste X 16,80, £afct|X 14,50, Erbsen X 00,00, Linsen X 00,00, Wicken X 00,00, Lew X 00,00, Kartoffeln X 4,08, Samen X 00,00. Witterrrngsbericht vom 7* Juni. Der hohe Druck weicht allmälig gegen Osten unb gegen Südwesten zurück. Flache Depressionen liegen über der Nordsee und dem deutschen Küstengebiet und sind dieselben durch eine unregelmäßig verlaufene Furche geringen Druckes verbunden. Von Westen her nähert sich den britischen Inseln «ine neue, tiefe Depression und ist vor dem Canal stürmisches Wetter eingetreten. In Deutschland hat allgemein die Trübung zugenowmen und in Süddeutschland haben gestern wieder ausgedehnte Gewitter stattgefunden. eot Schulstrasse 5 Schulstrasse 5 Special-Wäsche-Aussteuergeschäft. Kroßes Lager Kerren-, Damen- und Kinder-Leiö- und Wettmäsche. Erstlingswäsche in allen Preislagen, likstttmg tiollllönb. Kkttcll, Pa. Kktlftbtru und flaumtn. Anfertigung nach Maasi nach neuestem Schnitt unter billigster Berechnung. 4583 Grosse Answahl Damen- n. Kinderschürzen. • Waschstoffe. ♦ A Grosser Posten Batist, Meter 35 Pfg. Grosser Posten Crepon, 35,40 u. 50 Pfg. • Carl Nowack, ♦ Modewaaren und Damen -Confection. 4248 5311 Jeden Bandwurm entferne in 1—2 Stunden mit dem Kopf, ohne Anwendung von Couffo, Granatwurzeln und Camalla, ohne Hungerkur, vollständig schmerzlos und ohne mindeste Gefahr unter Garantie. Stteng reell. Verfahren. Nur briefl. 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Solms-Lich do.Jsnb.-Birst. Grfl. S.-Laub. Eisead.-Priorit. Deutsch«. Hess. Ludw. v. 1868, 69 . . bo.D. 1874 . . bo.D. 1875 78 5 4 4 5 <7, 99.80 101.— 92.50 101.— 105.— 101.20 101.20 103.30 101.50 101.20 105.10 100.50 103.15 100.50 103.50 101.25 100.15 103.50 101.30 101.41 5 47, 5-o 101.— 101.— 92.45 101.— Bade-Anzüge in Tricot, Flanell und Cattun für Damen und Kinder sind in allen Grössen I l 87, f Pfälzer Norbb. Au»>Lndtsch«. Elisab.-B. stfr. Kaschau Oderb. v. 1891 . . . Lombarbische . Lombarbische . Oest. Staatsb. bo....... bo.I.-Vin.(5m. bo. IX. Em. . do. v. 1885 . . do. Erg-Netz . Turnverein. Die regelmäßigen Tnrnnaib i finden statt: Dienstag und Freitags. Mittwochs: Kürturnen und Samstags: Männerriegentm«. (foorft vom | 30./5. | 6,/6, 79.20 103.35 53.— 56.- 87.70 88.95 102.75 103.20 90.10 67.40 37.40 57.75 8Ud>m. 7 Uhr r Zurückbringen der Flagge nach der Wohnung brt Abend- 8 Uhrr Lebende Bilder, Theater mit darauffolgendem 1a=s 100 45 79.90 103.30 53.30 56.25 86.20 89.50 103.— 103.— 90.20 67.50 37.40 56.95 3'/. 37, 37, 3' 4 8 7, 4 87, Ein gutes Dreirad zu verkaufen 6331 Wo? sagt die Exped- d. Blattes. 102.85 101.65 71.50 117.70 105.15 94.45 92- Brauerei Röhrle 38 Hordanlage 38. Frequenter Brauerei-Ausschank Schöner schattiger Garten an der Anlage. Grosse gedeckte und gedielte Bierhalle. Gemuthliche Lokalitäten. Vorzügliches Billard. —t~-- Speisen und Getränke in bekannter Güte. Gießener Coneertverriii. Montag, den 8. Juni, Abends 87, Uhr, findet im #«»« > faal des Gefellschafts-Bereius eine General - Versammlung statt, zu welcher die verehr!. Mitglieder hierdurch ergebens! eingelatn r.- . Tages-Ordnung: Anträge des Vorstandes auf Stat-trnan^.- Empfehlung. 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Die Beerdigung findet Dienstag den 9. d- MtS., Abends 6 Uhr, vom ___________ Trauerhause, Bahnhofstraße 24 auS statt. 6324 26.50 26.65 4 4 Rum. am. Rte. Ruff. Obl. v.80 Schweb. Obl. . bo....... Serb.Gld.-Me. bo. Tab.-Rte. Spanische Me. Türk.Zoll Obl. bo.cono.Lit.C. bo. Lit.D. Ung. Glb.-Rte. bo.Kron.-Rte. bo.E. B.Golb v. 1889 . . . Arg. inn. Anl. bo.äuß.v.1888 ChinesischeAnl. Egyptischeunif. Mexic. v. 1890 bo. Eisend. . bo. Silber. . 103.80 103.95 99.50 99.55 105.75 105.80 4 65.50 66.— 4 56.— 56.— 4 99.95 100.- 4 Lissabon. . . . 102.75 102.75 4 Rom II—VHI 98.60 —.— 47, Buenos - Aires «irrtritt r Einzelkarten d Person Mk. 1—, Familtenkarten 1 r yiltig) Mk 2—, giltifl für das ganze Fest, jede wettere «eikarte karten, nur Nachmittags giltig, A Person 50 Pfg., Abendkarten, nur 8 Uhr ab giltig, L Person 1 Mk. Karten und Programme sind erhältlich bet den Herren: A Welz > .... . J. Hoos, Bahnhosftr. 41, Aug. Voigt, SelterSweg 46, Heinriob Noll, p.i-* -. 6g. Hebstreit, Wallthorstr. 46. * ®”«n SSCu Omnibus-Verbindung Linie A Marburgerstraße—Bahnhof und zurück. Linie B Grünbergerftraße—Bahnhof unb zurück. (Sonnt04t uni Mi Linie v Markt—Schiffenbergerwald und zurück tags Rachaimatzt kj ________ b«, günstiger Prag-Dux 1891 Raab-Oeb.v.91 Rubolsb. Gold Jtal. gar.E.B. Livorneser. . . Sicil. v. 1891 ToScanische. . Russ. Südwest Rjasan: Uralsf Anatolische B. Portug. v. 89 . bo. v. 1886 . . Salon.-Mon. . IfuUmfr. D. Grndschuld- bank V—VI bo. I—II bo....... Fkf.Hyp-Bk.M bo....... bo. Hyp. Cred. b.l9Ö5unI627 6 28 ... Ldw.Cred.-Bk. Hamburg. Hyp. bo.unk.b. 1900 bo....... Mein. Hpp. alte bo. neue bo...... bo. unk. 1907 —4 —37, 103.70 4 ’ vermischte Anzeigen. VfirlnrATl °uf dem Wege von J @te6en nach der Hardt tfttt Damenuhr. Abzuqeben gegen Be- lodnung «rünbergerstratze 21. [5216 Gestanden LlLL'bl?'- 5327 Dienstmann Lerch, Neustadt 16. 4012] Zn gesunder, freier Lage hübsche 3—4 Zimmer lWasserleitg), auf 1. Ault erwünscht. 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Deutsche Bank 153.55 186.40 154.50 188.10 37, 141J6 1» Disct.- Comm. 206.30 208.90 45.« TreSbnerBank Mittelb. Cr.Bk. Oest.Crb.-Anfi. 156.— 109.95 292.— 158.50 109.80 298.«/« 3 I^S Ul —l®1' 1SLM1*- Iidillrir-Attiea 2' , Aaab-SrazlOO Rorbd. Lloyd . 118.50 117.75 3 Türk. frt. 400 64-4^1 HöchsterFarbw. 420.50 420.50 tu CHf ti 17* Bochumer Guß 159.— 157.70 Dortm. Union. 45.70 46.30 Ansbacher fl ' 1 4S.«s Gelsenk. Brgw. 167.90 169.50 AuaSburg . 7 i*--| *5; Harpen. Brgw. 158.30 157.30 Brichw.Thlr20 Der. Königs- u. Finnland. , io 1910 !•"* i?; $3 4' I3** 15 7*1 Laura . . . Aiftib.'Jrtiri. Hess.LubwigSb. 154.80 119.20 153.60 120.10 Freiburg ft , Madander.10 Memmgerst. 1 Clac. Agram . 224.50 224.50 l.appfr.6. . ' , Oest. Staatsb. 299 — 305.- Vened^er i. SO _