Nr. 262 Freitag den 6. November Erstes Blatt 1896 Amts- und Airzeigeblatt für den Atveis Gieren chratisöeikage: Gießener Kamikienötätter Anrtlichev Theil Iroftnb Polina. Eilt« Ml gebracht linei IT-ti Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Von dem untergegangenen Kanonenboot China heute hier angekommen. a. u ilian Die Gießener Aamitienökäller Werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. //Franks. Ztg." Der HKßener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. schreibt: „Zweck Mett. Ltaatß. dm WWttn Vierteljähriger Avonnemcntspreisr 2 Mark 20 Psg. mit Dringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Psg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstraße Ir.7. Fernsprecher 51. „JltiS" ist aus I mwWW MiW Seltersweg 19. [U8.Wagen u® Geschirre. Paris, 4. November. Nach der Interpellation über Armenien sollen im Laufe dieser Woche noch folgende eingebracht werden: Die Interpellation über die Vorgänge in Carmaux und über die in Algerien vorgekommenen Phosphor- Scandale. Am nächsten Montag diejenige über die Affaire DrehfuS und außerdem eine solche über den Katholikencongreß in Reims. Die letztere gilt für die Regierung als die gefährlichste. Paris, 4. November. Am 18. November wird in Lyon der Congrese national de la democratie chrßtienne zusammentreten. In dem Programm wird hervorgehoben, daß, wenn die Wahlbewegung in Oesterreich eS erlaube, man auf das Erscheinen Luegers und Lichtensteins mit Bestimmt- heit rechnen könne. Carmaux, 4. November. Sonntag den 15. d. Mts. soll ein soctalistischeS Meeting organifirt werden, als Protest gegen die soctaltstenfeindliche Politik der Regierung. Konstantinopel, 4. November. Um den drohenden Demonstrationen wegen der wachsenden GehaltSrückstände vorzubeugen, läßt die Regierung neuerdings verbreiten, daß die Armenier wieder verbrecherische Anschläge vorbereiteten. Die Pforte stellte an die europäischen Gesandten daS Ansuchen, die Stationsschiffe nach Armeniern durchsuchen zu dürfen. Newyork, 4. November. Mac Kinley erhielt 271 Mandate, 47 mehr als er braucht, um fich die Präsidentschaft zu sichern. Die Mehrheit im Senat und in der Kammer wird mit ihm eine republikanische sein. Die Bevö.kerung Newyorks feiert den Sieg Mac KinlryS in begeisterter Weise. Zahlreiche Häuser waren NachtS prächtig illuminirt. Die Zeitungen gaben daS Resultat durch Transparente bekannt. Berlin, 5. November. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge ist ein Telegramm aus Ostafrika etngelauien mit der Nachricht, daß in der Nacht vom 19. zum 20. October Eingeborene in Meru im Kilimandscharo - Gebiet die beiden Missionare, Karl Segebrok und Ewald Ooir, welche erst vor Kurzem zur Anlegung einer Station dorthin gekommen waren, ermordet haben. Beide find deutscher Her- kunft, aber russische Staatsangehörige. DeS Weiteren wird gemeldet, daß eine Expedition unter dem Compagnie Führer Johannes zur Bestrafung der Mörder unterwegs ist. Lerltu, 5. November. Wegen heftigen SturmeS mußte der Kaiser gestern Vormittag die Jagd in Groß- Strehlitz aufgeben. Dieselbe wird heute fortgesetzt werde». Oppeln (Oberschlefien), 5. November. Durch eine Verfügung deS Minister« ist bestimmt worden, daß vom 11. November ab die Schweine, deren Ausfuhr aus Rußland gestattet ist, nur denjenigen Gewerbetreibenden überwiesen werden dürfen, welche dircct an Confumenten verkaufen. Lübeck, 5. November. Wiederholte Kanonenschüsse zeigten gestern Abend den Anwohnern der Trave Ufer an, daß Hochwasser-Gefahr drohe. Die Trave steigt rapid. Die Kai-Schuppen wurden geräumt. Glücklicher Weise trat aber Windstille ein, so daß ein weiteres Steigen des WaffrrS vorläufig nicht zu befürchten steht. Die am Trave-Fluß gelegenen Wiesen sind vollkommen überschwemmt. Rom, 5. November. Die „Agenzia Jtal'ana" dementirt kategorisch die Nachricht, Visconti Venosta habe den deutschen Botschafter über den deutsch-russischen Geheimver- trag inNrpellirt ober überhaupt dieses Thema nur berührt. Alle Annonccn-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» i Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. lerj AdlltülM Cocales und protHttjkUef» Siegen, den 5. November •• OrdenSverleihnngen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen zu den von Seiner Majestät dem Kaiser von Rußland den nachgenannten Personen verliehenen OrdeoSinfignien zu ertheilen: dem Provinzialdirector Geheimrath v. Marquard zu Darmstadt für ben St. Stanislaus Orden 1. Klaffe, dem Redacteur der „Darmstädter Zeitung" Hofrath Becker und dem Ministertalbuchhalter RechnungSrath Petry zu Darmstadt für den St. Stanislaus Orten 3. Klaffe, fowie dem Briefträger Christoph Vatter zu Darmstadt für die kleine silberne Medaille des St. Stanislaus Ordens. •• Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzg haben Allergnädigst geruht, am 31. October den von dem Herrn Fürsten zu Solms HohensolmS- Lich auf die evangelische Pfarrstelle zu Ettingshausen, Drcanat Grünberg, piäsentirteuPfarrverwaltrr Karl Wagner zu Gelnhaar für diese Stelle zu bestätigen. •• Lobende Anerkennung der StnndeSbeawten. Line lobende Anerkennung für ihre Geschäftsführung im «ölst» tciegrnphische» Lorresporwen,'Buren». Berlin, 4. November. Die Aeltesteu der Kaufmannschaft beschloffen, die Sachverständigen-Commt'siou für gewerbliche Angelegenheiten um ein Gutachten zu elsuchen, inwtrweit der die Organisation des Handwerks bezweckende Gesetzentwurf, betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung, die Interessen der Industrie zu schädigen geeignet sei, wenn er Gesetz werden würde. Berlin, 4. November. Der „Nationalzeitung" wird bestätigt, daß im Landtage eine Ermäßtgung der Eisen- bahngütertartse bet Vorlegung des Etats vorgeschlagen werden wird und zwar im Betrage von 15 M lltonen Mark; auch in diesem Jahre erfolgt eine besondere Vorlage über die Erweiterung des Etsenbahnnetzes und Vermehrung der Betriebsmittel. Berlin, 4. November. Wie die „Nationalzeitung" vernimmt, erfolgt die endgtltige Beschlußfaffung über die bevorstehenden Gehaltserhöhungen in der demnächst stattmeldet auS Newyork: Die Commentare der Preffe zudem Ergebniß der gestrigen Wahl laufen darauf hinaus, daß eS sich nicht um einen Sieg der republikanischen Partei, sondern um einen Sieg der patriotischen Bürger einer großen Republik handele, daß jetzt die Ptolperität deS Landes gesichert fei, sofern Mac Kinley dem ihm ergebenen Congreß nicht einen neuen Tarif schaffe ober daS Land in auswärtige Abenteuer stürze. Der „Newyork Herald" sagt, Diejenigen, welche die Zügel der Regierung ergreifen wollten, um neue Theorien zu erproben und Diejenigen, welche den Credit der amerikanischen Nation zu untergraben wünschten und aufrührerische Ideen in ihrem Parteiprogramm zum Ausdruck brachten, seien vollständig unthätig gemacht. Mac Kinley solle nicht ver- geffen, daß er Präsident der ganzen Nation ist und daher seine LieblingStheorien nicht in den Vordergrund stellen darf. Boze», 4. November. In dem Paffeier Thal droht ein großer Bergrutsch. DaS oberhalb der Ortschaft Hofen aufragende Gebirge zeigt riesige Sprünge und Klüfte. DaS Rutschen deS Terrains hat bereits großen Schaden avgerichtet. Ueberatt herrscht große Panik. Die Bewohner räumen die Wohnungen. Brüx, 4. November. Heute Nacht erfolgte bei starkem Sturm ein heftiges Erdbeben mit unterirdischem donnerähnlichem Getöse. Daffelbe hielt etwa 10 Secunden an. Nach fünf Minuten erfolgte ein zweiter Erdstoß, welcher 5 Secunden dauerte. Die Bevölkerung ist sehr geängstigt, obwohl kein Schaden verursacht ist. Nom, 4. November. König Humbert hat dem Prinzen von Neapel eine JahreSrente von 700000 FrS. auS feiner Civilliste abgetreten. Die Regierung wird deshalb keinen Apanage-Antrag stellen. Der Prinz erhält im Januar den Commondeurposten eines ArmeecorpS. Rom, 4. November. Wie hier bestimmt verlautet, hat Cardinal Hohenlohe kurz vor feinem Tode sämmtliche wichtigen Papiere verbrannt. Man erwartete bekanntlich auS feinem Nachlaß interrffante Mittheilunge» über den Cultur- kämpf. ,d de. B"d Corre pondent in Port Said hatte mit dem früheren Generalresidenten in Madagaskar, Laroche, eine Unterredung. Laroche bezeichnete sich als daS Opfer eines Com- plotts des Militärs und erklärte die Meldungen von einem Ausstand auf Madagaskar für übertrieben. London, 4. November. Den „Times" wird auS Konstantinopel vom 2. d. M. gemeldet, daß am Tage vorher zahlreiche Verhaftungen von Türken stattfanden, die mit einer Verschwörung zur Plünderung von Pera und Ausführung von Metzeleien in Verbindung gebracht werden. Eme allgemeine entnervende Unruhe, sowie weitverbreitetes Elend und Armuth kennzeichnen die Lage. Newyork, 3. November. AuS verschiedenen Gegenden deS Landes werden Unordnungen gemeldet. In St. Louis schoß ein republikanischer Wahlagent bet dem Wahlstreit auf einen Demokraten und verletzte denselben tödtlich. In Wal- sord (Alabama) wurden vier Neger durch Mitglieder einer geheimen Gesellschaft getödtet. Konstantinopel, 4. November 29 wegen der vorjährigen Umtriebe in Mocedonien zum Tode verurtheilten Aus- ständischen find zu lebenslänglichem Kerker begnadigt worden. Euakin, 4. November. Reuter - Meldung. Ein als Derwisch verkleideter, nach dem Sudan reisender Europäer wurde von der hiesigen Behörde verhaftet. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 4. November. Der Kaiser ist heute früh kurz nach 8 Uhr in Groß-Strehlitz eingetroffen und hat sich sofort nach dem Jagdgelände begeben. Berlin, 4. November. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Rothen Adlerordens 1. Klaffe an ben Herzog Aböls Friebrich von Mecklenburg- Schwerin. Berlin, 4. November. Wie die „Deutsche TageSztg." meldet, tritt Oberst-Lieutenant von Trotha, der stellvertretende Gouverneur von Deutsch-Oftafrika, einer hier ein» gelaufenen telegraphischen Meldung auS Dar-eS Salam zufolge, von seinem Posten als Vice-Gouverneur und Commandeur der Schutztruppe zurück. DaS Ausscheiden v. Trothas auS dem ReichSbienst sei auf ben Rücktritt deS Gouverneurs v. Wißwann und auf die Personalfragen betreffend dkffen Nachfolger in erster Linie zurückzuführen. Wilhelmshaven, 4. November. Der Zahlmeister Loß Frankfurt a. M, 4. November. Die eingebracht. DaS Gehalt der PremierlieutenantS 1800 Mk., daS der Hauptleute auf 3600 Mk. werden. Berlin, 4. November. Der „Reichsanzeiger" AuS dem Artikel eines hiesigen Blattes über den Achill WWW 1855, Gießen, den 4. November 1896. Belr.: Feier des Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des Großherzog- und Ihrer Kgl. Hoheit d.r Großherzogin. Die Großh. Kreis-Schulcommission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Wir beauftragen Sie, rubr. Feier am 25. d. Mts. in der seither üblichen Weise in den Ihnen unterstehenden Schulen feiern zu laffen. v. Gagern. der Enthüllungen" find nachstehende Behauptungen in verschiedene Zeitungen übergegangen: „Zar Nikolaus II. hatte die Abficht, während seines Aufenthaltes in Deutschland dem Fürsten Bismarck in Friedrichkruh einen Besuch abzu- fiatten. Der junge Zar hegt für den deutschen Staatsmann das Gesühl aufrichtiger Verehrung und Zuneigung. DaS Vorhaben feines Besuchs war kein Geheimviß. Der Besuch ist unterblieben auf eine Anregung hin, die nicht von niedriger Stelle kam. Wenn der Zar auf die Erfüllung seines Vorhabens und Wunsches verzichtete, so konnte eS nur geschehen sein, weil ihm von höchster Regierungsstelle der Verzicht nahe- aelegt wurde. Wie wir zuverlässig erfahren, ist daS auch der Fall gewesen." Wir find zu der Erklärung ermächtigt, daß weder an Allerhöchster Stelle noch in amtlichen Kreisen von einer Absicht des russischen Kaisers, den Fürsten Bismarck za besuchen, etwas bekannt geworden ist. Die vorstehenden Angaben über die Gründe, warum der Besuch unterblieben sei, beruhen daher auf Erfindung. Sroß-Etrehlitz, 4. November. Se. Majestät der Kaiser ist heute früh gegen 9 Uhr hier eingetroffen und von der Bevölkerung jubelnd begrüßt worden. Zum Empfange aus dem Bahnhöfe waren erschienen Gras Tschirschky Renard, Landrath v. Alten, Bürgermeister Gundrum, Generaldirector Biehler, Erbprinz von Hohenlohe und Kammerherr v. Zawadzki. Rach huldvoller Begrüßung der Anwesenden fuhr Se. Moj.stät unter den begeisterten Huldigungen der angesammelten Volksmenge nach dem Jagdrevier. Kriegervereine bildeten am Bahnhöfe Spalier. Abends wird der O't festlich beleuchtet. Brün», 4. November. Bei den Landtagswahlen M Großgrundbesitzes wurde die Compromißliste einstimmig gewählt. Pari», 4. November. Die Mehrzahl der Blätter drückt ißre Genugthuung über ben Sieg Mac Kinleys aus. Der „Temps" unb bie „Liberte" finb überzeugt, baß trotz b'tr Wahl Mac Kinl'PS die Rückkehr zu dem früheren Ultra» Protektionismus nicht zn befürchten fei. — Der „TempS"- mbSßtnitn; tztiuri- Weserflr-, Weit; in er: Saubach r Wtlh. t verlier. 2483 findenden Sitzung des Staatsministeriums. Die Erhöhung des AnfangSgehaiteS der Richter wird von 2400 Mk. auf 8000 Mk erfolgen. Die Zweifel der Preffe an der ^e- haltSsteigerang der Lehrer an höheren Schulen feien gründ- loß; die Erhöhung der Gehälter der UniverfitätSprofefforeu findet gleichfalls statt, ebenso ist auch eine Milderung der Ungleichheiten bezüglich der Collegiengelder beabsichtigt. Mit dem Vorschläge für die Gehaltserhöhungen wird der Gesetzentwurf behufs Erhöhung der Wiitwen- und Waisen-Pensionen soll auf Meßmer Anzeiger Keneral-Anzeiger. 7251! zu waschen. Ri. -10 aschen . . „ -«S Blatt ßitfmmg. itfir. 14, tu 8M Vertreter ftr . 9(31 e 44. Dbane 4i. LdlSS- * ‘Ä* («Wi1* kckillerE^, j-iiras-T Laufe des Jahres 1894 erhielten, laut „Darmft. Ztg.", vom G oßh. Ministerium der Justiz die Standesbeamten der StandeSamtsbezirke Brann-Hardt, Rai-Breitenbach, EberS- berg, Erlenbach (Michelstadt), Momart, Unter-Moffou, Harreshausen, Sickenhofen, Trösel, Nieder KainSbach und Weiskirchen in Starkenburg, die Standesbeamten der Amts- perichtSbezirke Ermenrod, Nieder-Bretdenbach, Friedberg, Queckborn, Ruppertenrod, Steivfurt (Herbstein), Ruppertsburg, Maar, Ober Bessingen, Unter-W'dderSheim, Gedern, Michelbach, Groß Felda, Unter«Seibertenrod, Petterweil und Gillingen in Ob er Hessen und der Beamte deS Standes- amtsbezirks Schornsheim in Rheinhessen. * • Vortrag. Wir machen nochmals auf den morgen Freitag, Abends 8 Uhr in Steins Garten stattfindenden zweiten Vortrag Dr. Müllers aufmerksam, der das hochinterefiante Thema behandeln wird: „DaS Naturgesetz und der christliche Glaube." • Stadttheater. Auf daS heute, Donnerstag, und morgen, Freitag, hier stattfindende Gastspiel des Herrn OScar Bohnee vom Kölner Stadttheater sei hierdurch nochmals htngewiesen. • • Verein zur Züchtung reiner Hunderassen Gießen. Freitag Abend wird der Verein zur Züchtung reiner Hunde« raffen seine MonatS-Versammlung abhalten. Herr Sei der er wird daselbst seinen bereits angekündtgten Vor- trag über „Aufzucht und Pflege der Hunde" halten. Der Bortrag mußte einmal ausfallen, weil Herr Seiderer verreist war. ES dürfte darin für Jntereffenteu Wichtiges und Nützliches besprochen werden. ♦ ♦ Da» Präsidium der Kriegerkameradfchaft „Hassia" richtet einen Appell an die einzelnen Vereine derselben behufs Aufbringung von Mitteln, um daS Kyffhäuser- Denkmal vollständig fertigzuftellrn; eS sind noch 200,000 Mk. uvthig zum völligen Ausbau mit den Wegeanlagen. Jeder Verein möge nach seinen Kräften beisteuern, um diese Ehrenschuld quitt zu werden. — Seit Aufstellung der letzten Bei« tretbungSliste für daS Khffmuser-Denkmal find 71,150 Mk. etngeqangen, sodaß die Gesammtsumme nunmehr 1,034,750 Mk. 62 Pfq. beträgt. * Wurstigkeit. Ein hiesiger Student war beschuldigt, bet Gelegenheit eines Ausfluges nach Wetzlar einen Auf« lauf verursacht zu haben dadurch, daß er mit mehreren an einen Stock gebundenen Würsten durch die Straßen gezogen sei. Er wurde der ihm zur Last gelegten Strasthat schuldig befunden und vom Wetzlarer Schöffengericht zu einer Geld- strafe von 10 M k. verurtheilt. • • Wichtig für Cousum • Anstalten. Nach den am 1. Januar 1897 in Kraft tretenden AbänderungSbesttmmungen zu dem Reichsgesetz über die Erwerbs- und WirthschaftS- geuoffenschaften haben diejenigen Consum-Veretne, welche offenen Laden halten, die Pflicht, schon vor dem 1. Januar darüber Anweisung zu erlassen, auf welche Weise sich ihre Mitglieder den Waarenverkäufern gegenüber zu legitimiren haben und diese Anweisung in Abschrift der Be- höcde einzureichen. * * Vertilgung von Fischfeindeu. In der Zeit vom 1. April 1895 bis dahin 1896 find im Großherzogthum Hessen erlegt worden: 60 Fischottern (Prämie ä 6 Mk.), 8 3 Fischreiher (Prämie L 1 Mk.). An Prämien wurden hierfür im Ganzen bezahlt 443 Mk. - j- Nidda, 4. November. Gestern Abend fand im „GamdrinuS" eine sehr schwach besuchte Wählerversammlung der socialdemokratischen Partei statt, in welcher der Abgeordnete Förster auS Hamburg als Redner aufgetreten war. L. Leidhecken, 3. November. Vor einiger Zeit brachte der „Gieß. Anz." eine kurze Nachricht über die Verschönerungs« bauten an der Reichelsheimer Kirche, sowie Über eine kunstvolle in Messing getriebene Taufschüffel, die zu den Vasa sacra jener Kirche gehört. Nun hat sich die für Kunstkenner und Kunstfreunde gewiß sehr intereffante Thal- fache ergeben, daß jene schöne werthvolle Schüffel nahe an dreihundert Jahre alt sein dürste, sowie daß fie in der Wetierau selbst, von einem geborenen Leidhecker Namens Pfeil gest ftet und gearbeitet worden ist. Die kunstvolle Schüffel liefert also einen sicheren Beweis dafür, daß daS Kunst- Handwerk vor etwa dreihundert Jahren auch in der Wetterau in hoher Biüthe stand, dergestalt, daß sich heute, am Ende deS neunzehnten Jahrhunderts, wohl schwerlich ein Kunsthandwerker in der Gegend, wahrscheinlich kein einziger in der ganzen Provinz Oberheffen, findet, der eine so treffliche künstlerische Arbeit zu leisten im Stande wäre. Ferner er- gibt sich daraus, daß die Wrtterauer vor dreihundert Jahren gut kirchlich gefinnte Leute waren, denn der Arbeitslohn für die kunstoolle Schüffel muß eine große Summe dar- stellen, weil der Künstler Monate lang an dem schönen Werke zu thun hatte. Diese Summe hat der Stifter und Künstler Pfeil der Kirche gewidmet. Wir glauben den Kunstfreunden und Kunstverständigen einen Gefallen durch Mittheilung dieser Feststellungen gethan zu haben, weil da- durch ein intereffanteS Streislicht auf daS Kunsthandwerk in der Wetterau vor dreihundert Jahren geworfen wird. ? Flensungen, 4. November. Eine hiesige Frau halte sich am verflossenen SamStage nach Mücke begeben, um Kraut zu holen. Vor ihrem Weggänge setzte fie ihr acht Monat altes Bübchen aus daS Bett. Als sie zurückkam, sand fie zu ihrem Schrecken daS Kind, zwischen dem Bett und der Wand eingeklemmt, tobt vor. DaS Kind hatte sich nach der Wand zugemacht, war hier in die Spalte gefallen, ohne aber auf den Boden zu gelangen, und hatte so den Lod gefunden. n. Ortenberg, 4. November. Unser weithin bekannter „faltet Markt" wurde gestern und vorgestern hier abgehalten. Er erfreut fich bet der Gesammtbevölkerung der näheren und weiteren Umgegend derselben Beliebtheit, wie der Schottenrr Sommer- und der Grünberger GalluSmarkt in dortiger Gegend. Der diesmalige, recht gute Besuch stand hinter dem der vorhergehenden Jahre doch zurück. — Pferde waren sehr viele uufgetriebeu. Der Kauf in Fohlen war so stark, daß bereit» am Montag fast alle verkauft wurden. Schöne Saagsohlen wurden mit 300 Mk. bezahlt, anderchalb- jährige galten 500 Mk., dritthalbjäbri.e 700 bis 750 Mk.- gute, jüngere Arbeitspferde galten 600 bis 1000 Mk. Der Rindviehmarkt war nicht so stark befahren wie sonst. Ganz flau war daS Geschäft in alten Kühen. Diele mußten sogar unverkauft wieder abgetrieben werden. Stark gefragt und gut bezahlt waren dagegen frischmelkende und hochtrachtige junge Kühe. Erstlinge wurden zu 300 bis 350 Mk. um« gesetzt, Kleinvieh stand verhältnißmäßig niedrig im Preise. Was die Raffen anbelangt, so war die Nachfrage in der Landraffe, einer Stmmenthaler Kreuzung, am stärksten. Norddeutsche Händler, die auch erschienen waren, suchten hauptsächlich Zuchtstiere. Ueberhaupt geht von unserem Markte vieles Vieh ins Ausland. Lauterbach, 1. November. Dieser Tage brachte ein hiefiger Einwohner von einem Spaziergang einen Strauß prachtvoller Walderdbeeren mit nach Hause. Die Beeren waren ausgezeichnet süß und aromatisch und außerdem befanden sich an den Sträuchern eine große Zahl noch halbreifer und unreifer Beeren, woraus hervorgeht, daß die Erdbeeren nicht etwa Ueberbleibsel aus der Sommerblüthe find, sondern daß wir Früchte aus dem zweiten Trieb in einem Jahre vor uns haben. vobstadt, 2. November. Ein hi-siger Fortbildungsschüler wurde wegen Beleidigung seines Lehrers vom Schöffengericht Lorsch zu 4 W och en Gefängntß verurtheilt. Gegen dieses Urtheil legte er Berufung ein, wurde aber von der Strafkammer abgewiesen. Unterdeffen erlaubte sich der Schüler wieder neuerdings Beleidigungen gegen den Lehrer und erhielt hierfür weitere 6 Wochen. □ Darmstadt, 4. November. Im weiteren Verlause seines VortragScyclus verbreitete fich heute Herr vr. F. Noack über das Heraion (Heratempel) in Olympia, wie eS durch die Ausgrabungen auf der Stätte des alten Olympia 1877 am Abhänge eines Hügels freigelegt worden. Sein Grundplan zeigt schmale, erstreckte Verhältniffe, wie bei den alten Tempeln, sechs Säulen an der Schmal-, sechzehn an der Langsette. Der Redner sührte an Hand der Forschungen aus, wie die Steinsäulen deS HeraionS höchstwahrscheinlich an Stelle früherer Holzfäulen getreten, wie auch Pausanias (2. Jahrh. n. Ehr.) noch eine Säule aus Eichenholz in der Hinteren Halle gesehen, und zeigte im Uebrigen, daß die Baugleder, die am Heraion vorkommen, schon beim mykenischen Privathaus in der Hauptsache vorhanden find, wie aber die Säulen an die mit der neuen Construction geschaffenen Verhältniffe sich anglichen, so daß man zu ihrer Erklärung keineswegs auf egyptische Vorbilder recurriren muß. Die Griechen bildeten so als Kunstformen aus, was früher schon als constructtve Theile bestanden- so ist der falsche Schleier zerrtffen, der die griechische Baukunst in ihren Anfängen umgeben, und dargethan, daß diese daS Product langer, langer Entwickelung unter Benutzung früher vorhanden gewesener Elemente ist. WormS, 2. November. Die Regierung hat jetzt definitiv entschieden, daß die neue Straßenbrücke über den Rhein bei WormS oberhalb der jetzigen Schiffbrücke gebaut wird. Die Kosten, die der Stadt WormS durch diesen Bau er- wachsen, betragen inSgesammt 800,000 Mk., worunter sich 300,000 Mk. als Beitrag zum BaufondS und 500,000 Mk. zur Anlage der nöthigen Straßen und der damit verbundenen Ausfüllung deS tiefliegenden Geländes befinden. Mainz", 2. November. Mit einer sonderbaren An- klage hatte sich daS hiesige Schöffengericht zu befaffen. Ein junges Mädchen, das in dem Arresthause eine kurze Strafe zu verbüßen hat, steht unter der Anklage, aus dem Zimmer drs Verwalters ein paar Tropfen Tinte mitgenommen zu haben, um mit den anderen Insassen des GesäugniffeS zum Zeitvertreib Karten zu bemalen. DaS Gericht erkannte aber auf Freisprechung, da der Werth der entwendeten Tinte nicht einmal in RetchSpsenntgen auszudrücken sei. vermischte». » Biedenkopf, 4. November. Gestern Abend wurden von dem Personenzug Nr. 452 einem Schreiber von der WilhelmShütte, der auf den schon im Fahren begriffenen Zug springen wollte, beide Beine abgefahren. • Kleine Ursachen, große Wirkungen. Der amtliche Bericht der Hessiichen BrandverficherungSanstalt stellt fest, daß der große Brand von Brotterode am 10. Juli durch die beiden vier- bezw. fünfjährigen Kinder des Schneiders Peter entstanden fei, welche sich eine gestohlene Forelle hätten braten wollen und zu diesem Zwecke in der Scheune ihres Vaters ein „Feuerchen" angezündet hätten. Nach der amtlichen Feststellung find 329 Wohnhäuser, 131 Scheunen, 92 Ställe, 175 Nebengebäude, 1 Kirche mit Thurm und 1 gewerbliches Gebäude, zusammen 729 Gebäude nieder- gebrannt, für die 1,734,878 Mk. 90 Pfg. Brandentschadi- gungen zu zahlen find. • Sin Proceß um ein Zengniß, der zu einem beachtens« wertheu Ergebniß geführt hat, ist gestern vor dem Land- gericht IV., in Frankfurt verhandelt worden. Ein Arbeiter bekam von seinem Arbeitgeber ein Zrugniß ausgestellt, in welchem eS hieß, fein Fleth fei gut, feine Leistungen gering und fein Benehmen nicht immer bescheiden. Dies hatte fich der junge Mann nicht gefallen laffen und deshalb Klage angestrengt und verlangt, fein Arbeitgeber habe ihm nur ein Zrugniß auSzustellen, in welchem nur Art und Dauer der Beschäfttgung angegeben sei. Kläger berief fich dabei auf $ 119 der Gewerbeordnung, welcher bestimmt, daß der Arbeitgeber nur auf Verlangen deS Arbeiter» auch über die Führung--Qual fication ein Zengniß auSzustellen habe- wenn in § 146 der Gewerbeordnung unter Strafandrohung der Fall nicht erwähnt wäre, so sei dieS ganz natürlich, denn die Strafbestimmungen richteten fich gegen die „Geheim- I Zeichen", wie fie früher von den Industriellen angewendet wurden, gegen die fich der Arbeiter nicht habe schützen können, gegen ein solche» Zeugniß stehe jedoch einem Arbeiter der Rechtsweg offen. Der Arbeitgeber wandte dagegen ein, d e Arbeitgeber wüßten sich gegen die schlechten Arbeiter dadurch schützen, daß fie in da» Zeugn'ß die Qual'fication hinein- schrieben. Die oberste Instanz gab dem Arbeiter Recht, indem sie anSsührte, der Arbeitgeber könne sich dadurch schützen, daß er in der vorherigen Stelle Nachfrage, dadurch aber, daß er solche Qualification in» Zengniß schreibe, würde dem Arbeiter von vornherein der Weg zur weiteren Beschäs« tigung gänzlich abgeschnitten- eine Berechtigung de» Arbeit- gebet», dem Arbeiter ohne deffen Verlangen eine Führung»« Qualification in» Zeugniß zn schreiben, könne nicht anerkannt werden. * Frankfurt a. M., 2. November. In der Markthalle traf am Mittwoch wieder eine große Sendung amerika« nischer Aepfel ein- der Lentner wurde mit 15 Mark bezahlt. Die Aepfel zeichnen fich durch ungewöhnliche Größe au». • Biebrich, 2. November. Ein Transport von einer Million Werth im Möbelwagen dürfte wohl zu den Seltenheiten zählen. Diese werthvolle Ladung wurde in einem Wagen der Firma L- Rettenmayer-Wiesbaden befördert und bestand auß Gold« und Silbergeräthen der Großherzoglich Luxemburgischen Silberkammer, welche von Biebrich nach Luxemburg im Auftrage deS Großherzoglich Luxemburgischen HofmarschallamteS übergeführt wurde. Aus der Fahrt mit der Eisenbahn begleiteten den besonder» verwahrten Wagen zwei Packmeister der Firma, welche die kostbare Fracht am Ziele glücklich ablitferten. • Düsseldorf, 3. November. Der Schmalzraffinerie« befitzer Reibel auS Neuß wurde gestern nach zwölfstündiger Verhaiidlung von der hiefigen Strafkammer wegen Schmalzverfälschung (Nahrungsmittelverfälschung und Betrug) im Rückfälle zu sechs Monaten Gesängniß und 1000 Mk. Geldstrafe verurtheilt. Sein Werkführer erhielt wegen Bci« Hülse vier Monate Gesängniß. • Bitter -war, aber nicht unlogisch. Ein Steuerzahler in Elberfeld, der mit seinen Steuern im Rückstände gewesen war, erhielt einen Mahnzettel, der zwar schon aus« gestellt war, ehe er die rückständigen Steuern bezahlt hatte, ihm aber erst nach der Zahlung der Steuern zugesttllt worden war. Er ging nun mit seiner Beschwerde biß an den preußischen Finauzminifter, der aber zu seinen Uugunsten entschied, indem ihm folgender Bescheid wurde: „Da Sie selbst die gesetzliche Frist zur Zahlung der Einkommensteuer für das zweite Quartal verstreichen ließen, haben Sie selbst Anlaß zur Ausfertigung deS Mahnzettels und zur Beauftragung des Vollziehungsbeamten mit seiner Behändigung gegeben. Der Auftrag konnte, nachdem Sie inzwischen Zahlung geleistet hatten, nicht mehr zurückgenommen werden, und wenn die Behändigung deß Mahnzettels In Folge diese» Umstandes trotz der inzwischen erfolgten Zahlungsleistung stattgefunden hat, fo tonn doch hiermit wegen der Ihne» zur Last fallenden Versäumniß ein ausreichender Grund, Sie von der Zahlung der gesetzlichen Mahngebühr zu entbinden, nicht entnommen werden." • Dem Rector der Berliner Uuiverfität hat dieser Tage das American-Theater in Berlin einen Spaß gemacht, indem es ihm solgenden Brief schickte: „Herrn Brunner, hier. Bitte höflichst, den Herrn Studirenden bekannt zu geben, daß ich denselben im American-Theater eine Preisermäßigung von 50 pCt. an den Wochentagen gewähre. . . . Selbstverständlich stelle ich Ihnen zu jeder Zeit Billett honoris causa zur Verfügung." • Bautzen, 3. November. Der Maurer Räche tödtete gestern seine Ehefrau durch Beilhiebe, weil fie ihm Geld zum Schnapskaufen verweigerte. Der Mann wurde eine Stunde nach vollbrachter That in einer Restaurat ou festgenommen. • Mannheim, 30. October. Die allgemeine Versamm« lung der Vereinigung südwestdeutscher Tabakinter« ess ent en zur Beseitigung deS Tabak-Dachkauf», welche ursprünglich erst am nächsten Sonntag stattfinden sollte, wurde nunmehr bereits heute Vormittag abgehalten, da die suche sehr dringend ist und verschiedene Mitglieder telegraphisch um Beschleunigung der Angelegenheit ersuchten, da fie sonst fürchten, bei dem Einkauf de» Tabak» in» Hintertreffen zu kommen. Die Versammlung war sehr gut beschickt und nah« einstimmig den Antrag aus Auflösung der Bereinigung an. Die Auflösung erfolgt mit dem genügen Tage. Leider er- eignete sich gegen den Schluß der Verhandlungen ein betrübender Zwischenfall, indem ein Teilnehmer an der Versammlung, Herr Gottschall Abenheimer von hier, plötzlich von einem Schlaganfall getroffen wurde, der dem Leben deS Bedanernswerthen ein rasche» Ende bereitete. D:r Vorfall hatte natürlich den sofortigen Schluß der Versammlung zur Folge. • Sin verhängnißvolle» Mißverstandniß. An» Zell am See wird telegraphirt: Donnerstag Nacht 11 Uhr wollte der Knecht Berger uuS der Gemeinde Ma Shofen für einen kranken Kameraden von der Apotheke Arznei holen. Der Befitzer der Apotheke hörte Berger an der rückwärtigen HauSthüre pochen. Er hielt ihn für einen Ruhestörer, welcher bereits vor einigen Nächten da» Apothekerhauö ottoquirt hatte. Der Apotheker feuerte einen Gewehrschuß ab. Mit dem Au-rufe „Recept" stürzte Berger tobt zusammen. • Die OrMrankenkaffe in Heidelberg hat — wohl al» erste — eine hygienische Station mit Badeanstalt (enthaltend Badezimmer, Douche- und Maffagera.m, Dampf' bad rc.) errichtet. DaS Bad kommt die Mitglieder auf ner 5 Mennige zu stehen. • Für die Schaffung besonderer Radfahrerwege, d. h- neben den Landstraßen laufender, den Radfahrern vorbehaltener „Trottoirs", wird jetzt in Radfahrerkreiseu lebhaft agitirt. In Belgien bestehen schon viele Kilometer lange ,Voies cyclablee®, und weitere lange S-recken find im Bau begriffen, so eine die Seeküste entlang. In Belgien ;*« V'!' h': 6„g,) d-°- artete, 7'"' " Wnttt SSI&Ä *s#* 5 *«a Utd) u»ge»ö-«.'ichi 'Ä&~ «Sft pÄw! cLe“ ben brsoudert in. », welche die!ol. feiten. H Der Schmlzraffin«^ ltrö N jlvSifstLndtsn '««« wegen Schwall' WMg und SBttiuo) fängnitz und 1000 Ml Heer erhielt wegen B-i lifch. Ein Stenerzahln Mm im Rückstände gt ei, ^er zwar schon qu«> R Steuern bezahlt hatu, der Steuern zugchL feiner Beschwerde bis u aber zu seinen llnguvstü efcheid wurde: „Di G nng der EinkommenstM i liehen, haben Tie W wzettelS und zur Bmf mit feiner Behändipuaz hdem Sie inzwischen Zch zurückgenowmen werden rhnzettels In Folge diese« folgten MewMstonz rmlt njtgtn btt Mnn iSreichender Grund, Sie chMr za eatbraden, nbichtät hat dieser Tazi men Späh gemacht, inden ,Herrn Brunner, hier, enden bekannt zu geben ater eine fetten*; i gewähre. . . ■ ®lli' )„ Zeit Billett honou ix Maurer Räche tädtk! «hiebe, weil sie ihm & Der Wann wurde er In einet i‘! DI, *11* ®",B5 ijtlle« r.b--''w abnl'$itfaaf|' ®’* ’ ,®Ä L«.-L •Ätti* MV, «ei»’ Ä*d , SE^ilut^met an k ** *ft. * Bee* sgfiij ,eitel' 119" “Vielte"'111 j ißt #<«’“'■ - «gSArt * * In'” •'Vulatete'V. Ittgerto6t L uB.' jettett"« i“, 8,hi««[' ” .„ft1 ■“•Ä: "6 I.««' i«1? Jüte J «M Hot sich der Preis für das Kilometer Radfahrer-Trottoir •auf 1750 Francs gestellt. • Wie Schiller sprach. Diese Frage wird mancher Leser schr leicht beantworten zu können glauben: Schiller sprach eben, w e er schrieb, das ist doch selbstverständlich. Das ist nun fre lich keineswegs selbstverständlich, und eS trifft aucy bei Schiller gar nicht zu, ebensowenig wie bei irgend einem anderen Dichter. Zu Schillers und Goethes Zett war der Schau pieler Anton Genast Regiffeur am Weimarischen Hof- theater. Sein Sohn Eduard Genast, gleichfalls Schauspieler, berichtet in seinen Memoiren auch über die Thätigkeit seines Vaters in dieser Stellung. Als in Weimar — erzählt er — am 14. Mai 1800 zum erstenmale Shakespeares „Mac beth" in Schillers Bearbeitung gegeben wurde, steigerte sich der Beifall von Act zu Act, und namentlich war es der Darsteller der Titelrolle, der Schauspieler Voß, der das Publikum begeisterte. Nach dem zweiten Acte eilte Schiller auf die Bühne. „Wo ifcht der Voß?" fragte er, und dann, als dieser ihm entgegenkam, umarmte er ihn und sagte: „Nein Voß! Ich muß Ihne sage, metschterhaft! meischter« haft! Aber nun ziehen Sie sich zum dritten Acte um!" Baß dankte dem Dichter, worauf dieser sich an den Regiffeur Genast wandte: „Skhe Sie, Gnascht, wir habbe Recht ge« habt! Er hat zwar ganz andere Bersch gesproche, als ich fh geschriebe hab, aber er ifcht trefflich!" Em andermal, eia ein Schauspieler Haide, der trotz mehrfacher Mahnungen Goethe'S immer wieder in den höchsten Töaen declamirte und heftig mit den Armen gestikulirte, Schiller bei einer Probe seine Gründe dafür auSetnandersetzen wollte, rief dieser zornig: „Et waS! Mache Sie'S wie ich'S Ihne sage unb wte'S der Goethe habbe will. Und er hat Recht, es ischt ä Graus, das ewige Vagtre mit bene Hänb unb baS HinauSpfeife bet Recitaiton." • Proceß. Um 10 Pfennig 979 Mark Proceß- rosten! Ein langwieriger Proceß zwischen ber Stabt« gemeinde Eoerswalbe unb bem Gutsbesitzer Schmibt in MacherSlust bei Eberswalde ist jetzt, wie die „Voff. Ztg." berichtet, endlich zum Abschluß gekommen. Es handelte sich dabei um den Schützenfestplatz in Eberswalde, den die Stadt vor langer Zeit an die Schützengilde „für 10 Pfg. jährlich" verpachtet hat. Das neben dem Plötze telegene Schützen« haus ist vor mehreren Jahren in den Besitz des Guts« besttzerS Schmidt übergegangen und bei der tnfolgedeffen der« anlaßten Änderung im Grundbuch find nun die auf dem Schützrnhause ruhenden Hypotheken versehentlich auch auf dem Schützenfestplatz mit ltngttragen worden. Es haben sich daraus dann vielerlei Streitigkeiten über das EigenthumS- recht an dem Festplatze und über das Zurechtbestehen der Hypothekenverbindlichkeiten entwickelt. Durch alle möglichen Instanzen ist der Prozeß von beiden Seiten verfolgt, lange Debatten find in der Stadtverordnetenversammlung und im Magistrat zu vielen Malen gepflogen worden und erst jetzt ist die Sache bis zur letzten möglichen Instanz durchgefochten. Der Stadt »st das EigenthumSrecht an dem Festplatze zu« gesprochen, aber die Verbindlichkeit für die eine der auf dem Platz mit eingetragenen Hypotheken in Höhe von 10,000 Mk. als zu Recht bestehend erklärt worden. Die Prozehkosten belaufen sich auf 979 Mk., von denen der Kläger Schmidt 397 Mk., die Stadt Eberswalde 582 Mk. zu zahlen hat. * Dameuhute uub Stadtverwaltung. Eine intereffante Frage beschäftigt zur Zeit den Stadtrath von Biüffel: die Frage der Damenhüte im Theater. In der letzten Stadtrathssttzung wurde der Antrag gestellt, daß in sämmt- lichen Theatern von Brüffel, in welchen die HauSpoOzei in Händen der Stadtverwaltung ruht, den Damen untersagt sein soll, auf den Plätzen des Parketts, sowie in den vorderen Logenreihen die Hüte auf den Köpfen zu behalten. Dieser Antrag, der im Publikum und in der Presse ungeteilten Beifall findet, wurde an eine besondere Comm sston verwiesen. Die größte Schwierigkeit, die sich nach der Meinung der Theater Dirrctionen für eine solche durchgreifende Neuerung ergeben würde, bestände in der Beschaffarg von Garderobe« räumen, in welchen die gewöhnlich sehr theuren und sehr eleganten Damenhüte, ohne Schaden zu leiden, das Ende der Vorstellungen erwarten müßten. Es werden aber auch Ge- werbSintereffen ins Feld geführt. Gerade für die Theatertoilette pflegen die Damen besonders reich garnirte Hüte zu tragen, die also eine bedeutende Brüsseler Specialindustrie, die Federn- unb Blumengeschäfte, sehr nahe angehen. Diese zahlreichen und größtentheilS bedeutenden Geschäfte haben sich nun in einer Petition an den Stadtrath gewandt und um die Verwerfung jenes hutfeinblichen Antrages gebeten, weil berselbe für ihren Industriezweig von unberechenbarem Nachtheil fei. Tatsächlich hat sich denn auch in den Brüsseler Blättern eine rege Fehde um die Hüte im Theater entspannen, die selbstverständlich zunächst das weibliche Lese- publikam aufregt. * Variirte Redensart. ParvenüSgattin (in ihrer neuen Villa): „Siegfried, das mußt Du selber sagen: in seinen 48 Wänden fühlt man sich doch am behaglichsten!" Citeratur unb liunft — Unlauterer Wettbewerb. — B-karmtlich hat die altbewährte »IRobetlttXlt* Nachahmer ihres Titels gesunden, unter dem jte zu so weiter Verbie lung gelangt ist. Es sind dies die „Große Modenwelt" und die „Kleine Modenwel Wie wir vernehmen, wird dem Unternehmer der beiden letzteren auf Grund des neuen Gesetzes nun ber Proceß gemacht. — Aus der „Internationalen Mode-Ausstellung zu Berlin" Hst auch unter den deutschen Moden- Zettungm allein „Die Modenwelt" und ihre Ausgabe mit Unter hallungSblatt, die „Jllustr. Fronen - Zeituna", den ersten Preis, nämlich den Ehrenpreis und die Goldene M.daille, erhalten. — Die Radlerin Sportblatt für radsahrende Damen Deutschlands und Oesterreich Ungarns. Diese im Verlage von Josa Matzner Edle von Hetlwerth in Berlin herausgegedene schön ausgestatle'e, mit Bildern versehene Zeitschrift ei scheint am 10. und 25. jeden Monats zum vierte jährlichen Abonnementspreise von 2 Mk Wer mit ber Thalsache rechnet, daß der Radsport unter den grauen immer mehr Anhänger findet (ein in der uns vorliegenden Nr. 4 enthaltenes Bild stellt die Königin Margherita von Italien zu Rade dar), wild es begreiflich finden, daß mtt dem Erscheinen ber „Radlerin" nur einem Bedürfniß entsprochen wird. Der Stoff ist reichhaltig unb anziehend und verbreitet sich über alle einschlägigen Fragen in gesundheitlicher und sportlicher Hinsicht, über die Kleidungsfrage und dient dem Meinungsaustausch über alles W.ssenswerthe. — Die Verlagshandlung von Ferdinand Schöningh in Paderborn kündigt soeben eine große illustrirte Prachtausgabe von Webers Dreizehniinde« an, die mit 12 Heliogravüren und zahlreichen Vollbilvern unb Text Illustrationen in Holzschnitt aus der Künstlerhand des Malers Carl Rickelt in München versehen, in Foltoformat in vornehmer Ausstattung binnen Kurzem erscheinen wirb. Der uns vorgelegte, mit großen Holzschnitt Illustrationen ausgestattete Prospect läßt auf eine gediegene, wahrhaft künstlerische Darstellung von tiefer Auffassung des Web rschen Meisterwerkes schließen, und können wir nicht unterlassen, unsere Leser aus diese bedeutende Erscheinung besonders ausmeikfam zu machen, die für die diesjährige Weihnachtefestzett wohl das hervorragendste Geschenkwerk zu werden verspricht. — DaS felbftstLrrdige Erlerne« fremder Sprachen wird wesentlich gefördert durch drei bet Rosenbaum & Hari in Berlin erscheinende Zeitschriften „Le R6p6titeur“, „The Repeater“ unb „II ripetitore“. Die Methobe bettelten ist insbesondere geeignet, den Lesern in leichter Weise die Kenntniß der französischen, englischen resp. italienischen Sprache zu erschließen. Jedes fremde Wort hat unter sich das entsprechende deutsche, so daß das Unbekannte sofort auffällt unb bei Wiederholung in Erinnerung gebracht wird, wodurch d.r Wortschatz sich vermehrt. Dieses ebenso einfache wie pracltsche System wird glücklich unterstützt durch den fesselnden Inhalt dieser Blätter, ber stets unterhaltend, anregenb und belehrend !?• ?ie ?4Egig erscheinenden Untdrrichlsblält r sorgen außerdem für die schon fortgeschrittenen Leser dadurch, daß sie allmonatlich eine Beilage mit nur fremdsprachlichem Text bringen, der behusS besseren Verständnisses Fußnoten erhält. Da bei diesen Vorzügen der Abonnementöpreis ein überaus billiger ist, indem er pro Quartal für jede der drei Zetschrislen nur 1 Mk. beträgt, so seien diele allen Freunden fremder Sprachen aufs Beste empiohlen. Abonnements werden zu jeder Zeit bei allen Postanstalten unb Buchhandlungen entgegengenommen. — Wieder find die Tage gekommen, wo der Herbst ^mordend htnsanst in de« Wälder«", wo ber längere Aufenthalt im Freien nicht mehr erquicklich ist und man gern im eigenen Heim sich ein behagliches Plätzchen auswählt. Das ist die Zeit, in • ber man mit froher Erwartung die in schönen Sommertagen etwa« vernachlässigte Leclüre wieder aufnimmt, unb ein gutes Buch, eine gediegene Zeitschrift, man lernt sie wieder schätzen. Unter jenen Blättern nun, welche vornehme Unte Haltung, reiche Anregung unb geistige Erholung bieten, nimmt die „Deutsche Roman Bibliothek (Stuttgart, Deutiche Verlaasanftalt) eine hervorragende Stelle ein. D'eselbe hat soeben ihren 25. Iah'gong begonnen, der gleich seinen Vorgängern des Fesselnden ung mein viel in Aussicht stellt. Eröffnet wird ber neue Jahrgang durch einen Berliner Roman von reichbewepter Handlung unb packender Schilderung: „Die Familie Rizzoni" von Annie Bock. Ferner rn hält das Heft die romantische Erzählung: „Der König von Ruritanien". An diese beiden, den neuen Jahrgang eröffnenden Werke wird sich eine weitere Reihe von f.sselnden Romanen und Novellen anschließen. W'r heben aus dem Prospect nur das Folgende h.rvor: Fürst Friedrich Wrede, ber in kurzer Zeit sich ifmn hoch angesehenen Namen in der ßitteralur errungen bat, bietet eine Novelle aus dem österreichischen H'ahlife: „Durchlaucht Jff"; dem norddeutschen Gesell clurss- leben entlehnt Heinz Tooote den Stoff seiner Erzählung „?)ap", und einen märkrschen Bauernroman gibt Fedor von Zobeltitz in seinem Werke „Der gemordete Wald". Als ein Neuling in ber „Deutschen Roman Bibliothek" wird Johannes Richard zur Megede erscheinen, aber fein Name hat bereits guten Klang, denn mit seiner Novelle „Kismet" that er jüngst in „ILber Land und Meer" einen glücklichen Wurf, und eS ist anzunebm-n, daß er auch mit seinem ersten größern Werke, dem Roman „Enterbte", sichern Erfolg hat. Diesen Werken werden sich ferner Romane und Novellen anreiben von Anton Freiherrn von Perfall, Jan Brun, Fr. Jacobsen, A. Osterloh u. A. Schistsnach rechten. Der Postdampser „Noordland" ber „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 3. November wohlbehalten in New'D^rk ängekomrnen. Gottesdienst in der Syuago«?. Samstag ben 7. November. Vorabend 480 Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 3 Uhr, Sabbathaus gang 5<° Uhr. Gottesdienst der israelittschm Religionsgesellschaft. Freitag Abend A^o Uhr, Samstag Vormittag S8« Uhr, Nachmittag 3 Uhr, Sabbathausgang 5i0 Ubr. Nachmittag 2« Uhr SchrifterklLrrrrrg. Wetzsteingafse 8. Wochengottesdienst Morgens 7 Uhr, Abends 43° Uhr. Verkehr, Canb* unb VolLsLvirthfchast- Siwvrrr-, 4. Dioöember. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 14,10, weißer Weizen X 14.00, Korn X 10 15, Gerste X 7.50, Hafer X 5.60. Witteruugsbericht vom 4. November. Das barometrische Maximum im Nordwesten hat an Intensität gewonnen und hat sich von ihm aus hoher Druck in südöstlicher Richtung ziemlich weit in den Continent herein auSgebreittt. Das Maximum, welches gestern über der Ostsee lag, zieht in das Innere von Rußland ab. Der Osten Deutschlands wird noch von dem niederen Drucke beeinflußt. Daselbst ist die Witterung trüb unb stellenweise regnerisch, während über West- unb Süddeutschland unter der Einwirkung des hohen Barometerstandes thetlweises Ausklaren eingetr len ist. Relativ niederer Druck hat sich noch über dem westlichen Theile des Mittelmeer-Beckens erhalten. Bo«ovsalm, Caoiar, Hummer, Sardlnes i l’hulle, Bismarcks- Heringe, Rollmöpse, Sardinen empfiehlt C. G. Kleinhenn, Bahnhofstraße 59. Frische Sdiclllifditl 3422 J. M. Schulhof. KMuhrttttlkn!!! zu WeihnachiS-Sefchevke« geeignet, fertigt billigst an H. Tichy, Nts 43. Selters weg 43. Windhof. HeuteDonnerstag Abend: 9845 Mchlftxpe wozu freundlichst einlabet Herm. Gräber. Kleiderbarchent) Hemdenflanelle, Sehürzenzeuge, Piquebarchent in großer Auswahl zu denk bar billigsten Preisen. 68|7 E. Seuling, Mech. Strickerei Wehsteinstratze 45. Frischgeschofiene Hasen sowie frische Preißelbeeren empfiehlt H. 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