lfWn. ” «i m, "9dne*&Wbal,|. 18 «'/-Uhr, « Ar. 210 Der hieheuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener ^amikienvtäller werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. ^Drittes Blatts Sonntag den 6. September__________________ Mchener Anzeiger Keneral-Wnzeiger. 1S9Ö Vierteljähriger Abonncmcntspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Rrdaction, Expedition und Druckerei: Schutstraße Hlr.7. Fernsprecher 51. Amts- rind Anzeigeblatt füv den Ttveis Giefzen. Gratisbeilage: Gießener Aamilienöl'ätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borin. 10 Uhr. Alle Annoncen-Burcaux des In- und Auslandes nehmen \ Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. wetteiferten, um Tausende und abermals Tausende von Menschenleben zu vernichten. Kinder, Greise, Frauen und Mädchen, Minister und Adelige, Geistliche und Weltliche, Künstler und Bauern wurden hingeschlachtet. Darauf drangen die franzöfischen Heere, anfangs zerlumpte Hausen, in Deutschland vor, schlugen wohlgeübte Heere der Oesterreicher und Preußen und erzogen sich in wenigen Jahren geniale Feldherren auS gemeinen Soldaten (Lannes), Kanf- maunslehrlingen (Maffena), Chirurgen (Jourdan)', Obsthändlern (Augereau), Advocatensöhnen (Napoleon und Bernadotte), Stalljungen (Hoche) u. a. m. Im Frühjahre 1796 drangen die Franzosen über den Rhein. Jourdan eroberte die Schanzen bet Mannheim, Comdö marschirte auf Offenbach, Moreau griff Rastatt au, Desair rückte auf Appenweier. Unsere Provinz Oberheffen blieb noch verschont. Am 28. Juni 1796 ging jedoch Kleber über den Rhein, trieb die Oesterreicher von der Steg nach der Lahn und lieferte ihnen vereint mit Jourdan am 10. Juli zu Ober-Mörlen (bei Friedberg und Nauheim) ein scharfes Gefecht. In dem Dorfe Fauerbach, 10 Minuten östlich von Friedberg, wurde ebenfalls hart gestritten- es stecken bis auf den heutigen Tag noch zwei Zwölfpfünderkanouenkugeln in zwei Häusern und daS Datum ist dazugeschrteben, wann diese Kugeln in die Häuser hineingeschoffen wurden. Im Sommer 1796 wurde die Wetterau hart mitgenommen. Die Oesterreicher kamen als Freunde, aber sie mußten leben und requirtrten, was sie brauchten. Ganze Dörfer wurden ausfouragirt. Darnach kamen die Franzosen als Feinde und hausten entsetzlich. Glücklicherweise blieben fie nicht lauge, weil sie den fliehenden Kaiserlichen auf den Fersen bleiben mußten. Am 15. Juli 1796 schaffen die Franzosen Frankfurt in Brand- nachdem 180 Häuser in Flammen aufgegangen waren, capitulirte die Stadt- eine Woche später, am 22. Juli, ergab sich die kleine Bergfestung Königstein t. T. bei Frankfurt a. M. auS Waffermaugel. (Fortsetzung folgt.) Amtlichem Theil ilbends 8 Uh Tanz m ende 81/, Uhr. rer WenS Dr. Göttelmann. 7754 Sl. (Neuenbäue 10) er- daS Eingehen des nach einer Bräunt- sich geltend mache, MuhNi da die bereits bestehende Wirthschaft wechselt. — Herr Wilh. Schomber sucht mit Hinweis darauf, daß durch Fuckert'schen Geschäfts das Bedürfniß wein-BerkaufSstelle in den Neuenbäuen deshalb Beste. d s n d n e 8 * Bet der nach Eröffnung der Sitzung vorgenommenen AuSloosung städtischer zur Rückzahlung bestimmter Schuld- Verschreibungen wurden folgende Nummern gezogen: 1893er Anlehen Nr. 117, 297, 245, 23, 84, 119 ä2000 Mk, Nr. 45, 318, 96, 90, 149, 332, 18, 283 ä. 1000 Mk., Nr. 641, 501, 607, 792, 715, 317, 645, 485, 580, 119, Gießen, den 3. September 1896. Letr.: Die in den Fortbildungsschulen verwendeten Lehrmittel. Gemarkung Ringelshausen begütert sind, unterschriftlich die | Feldbereinigung der Gemarkung Ringelshausen beantragt haben. Da an diesem Unternehmen im Ganzen 11 Grund- eigenthümer mit 118,345 Hectar Land betheiligt sind, so ist für das Zustandekommen des beantragten Unternehmens die gesetzlich vorgeschriebene Majorität (mehr wie ein Fünftheil der beteiligten Grundeigentümer, welche mehr als die Hälfte der beteiligten Fläche besitzen) vorhanden. Das Unternehmen ist hiernach von der Landescommission für zulässig erachtet und der Unterzeichnete zum Commiffär nach Art. 11 des Gesetzes vom 28. September 1887 bestellt worden. Der obenerwähnte Antrag nebst einer Zusammenstellung seines Ergebniffes liegt bei Großh. Bürgermeisterei Rabertshausen vom 3. bis 10. September d. Js. zur Einsicht offen. Einwendungen gegen die Zulässigkeit oder Rechtsbeständigkeit des Ergebniffes sind binnen 14 Tagen von der ersten Veröffentlichung dieser Bekanntmachung im Kreisblatt an gerechnet, mittels schriftlicher Beschwerde bei der Großh. Obern landwirtschaftlichen Behörde in Darmstadt geltend zu machen. Zugleich fordere ich die außerhalb der Gemarkung Ringelshausen wohnenden Ausmärker auf, zur Wahrung ihrer Jntereffen einen in der Gemarkung Ringelshausen wohnenden Bevollmächtigten zu bestellen, da eine weitere besondere Zuschrift im Laufe des Bereinigungsverfahrens an sie nicht mehr erfolgt. Friedberg, 28. August 1896. Der Bereinigungscommiffär: 135, 296, 174, 42 ä 200 Mk., Nr. 237, 374, 148, 15, 298, 96, 133, 330 ä 100 Mk. — 1894er Anlehen Nr. 358, 303 L 2000 Mk., Nr. 494, 422 ä 1000 Mk., Nr. 955, 807, 1085, 1064, 871, 848 ä 500 Mk., Nr. 366, 325, 432 ä 200 Mk., Nr. 500, 482, 414, 449 ä 100 Mk. — 1895er Anlehen Nr. 405 ä 2000 Mk., Nr. 518 ä 1000 Mk., Nr. 1157 L 500 Mk., 473, 472 ä 200 Mk., Nr. 640 ä 100 Mk. Mre ffenb: Feldbereinigung in der Gemarkung Ringetthaufen, Kreis Gießen. Vorverkauf bei hip- ässe 1 Mk. zu hck Der Vorbild. Sitzung der Stadtverordneten am 4. September 1896. Anwesend: Herr Oberbürgermeister Griauth, Herren Beigeordneten Georgi und Grüneberg, von Seiten der Stadt- verordneten die Herren Adami, Brück, EmmeliuS, Flett, Dr.Gaffky, Grünewald, Haubach, Helfrich, Heyligenstaedt, Hom- berget, Jughardt, Keller, LooS, Orbig, Petri, Scheel, Schiele, Bogt und Wallenfells. um Erlaubutß zum Ausschank von Branntwein über die Straße. Die Versammlung spricht sich gegen das Vorliegen des BedürfniffeS aus, da in den Neuenbäuen mehrere Wirtschaften mit Berechtigung zum Verkauf von Branntwein vorhanden seien. — Herr Jakob Müller hat die bisher von L. Sorgenfrei am Asterweg betriebene Wirtschaft übernommen. Die Versammlung spricht sich sür Bejahung der Bedürsnißfrage aus. vice versa sei den Wanderern noch einmal bestens em* pfohlen. Lißberg (Liebesberg) kommt -um erstenmale im Jahre 1222 urkundlich vor. Die Burg bestand auS zwei Thetlen: einer Vorder- und einer Hinterburg- darauf deuten die Angaben einer Urkunde von 1392. Hermann von Ltepsberg stiftete im Jahre 1345 eine dem heil. Pankratius gewidmete Capelle im Schlöffe zu Lißberg. Im Jahre 1398 starb die Familie mit Friedrich von Lißberg aus. Die Grafen von Ziegenhain nahmen das Schloß als Lehnsherrn gegen Johann von Rodenstein gewaltsam in Besitz. ES entstand ein Streit, der erst nach 55 Jahren, anno 1453, durch Erzbischof Dietrich von Mainz geschlichtet wurde. Einige Jahre vorher (1450) starben die Grafen von Ziegenhain aus- ihre Besitzungen fielen an die Landgrafen von Heffen. Diese verpfändeten die Burg einigemale, wenn fie in Geld- Verlegenheit waren, lösten die Besitzung aber stets wieder ein. Burg und Städtchen wurden von hessischen Amtleuten verwaltet, welche später ihren Sitz zu Zwiefalten nahmen. Im Jahre 1821 wurde das Amt Lißberg ganz aufgehoben, Justiz und Verwaltung wurde getrennt. Der Sitz des Landgerichts kam nach Ortenberg, derjenige des Landraths oder KretSrathS kam nach Nidda. Von der Burg find nur noch starke Mauerreste und ein schöner Thurm übrig, in welchem eine Treppe angebracht ist, die das Besteigen ermöglicht und von wo man eine köstliche Aussicht genießt. Dies vorauSgeschickt, wenden wir uns zu dem unglücklichen Ereigniffe, von welchem Lißberg im Jahre 1796 befallen wurde, und laffeu Einige- zum befferen Derständnitz hier folgen. Nach der franzöfischen Revolution 1789 suchten.Oesterreich und Preußen im Jahre 1792 die Greuel der Jakobiner in Frankreich zu dämpfen und die königliche Familie zu retten. ES mißlang vollständig. Nun kehrten die Franzosen den Spieß um und brachen in Deutschland ein. Hier verkündeten fie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, während zu Hause Gift, Dolch, Hunger und Elend mit der Guillotine M Swfd-Äi M b*L Bekanntmachung. 6 e t r.: Den Wasenmeisterdienst zu Saasen. Dem Heinrich Seip IV. zu Hattenrod ist der Dienst eines WasenmeifterS in der Gemeinde Saasen Über- tragen worden. Gießen, den 4. September 1896. GroßherzogltcheS Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Melior. Die HM Kreis-Schulcommisßon Gießen au die Vorstände der Fortbildungsschulen des Kreises. . Wir beauftragen Sie, uns bis zum 1. October d. Js- zu berichten, ob in den Ihnen unterstehenden Fortbildungsschulen ein besondere- Lesebuch sür Fortbildungsschulen ein- gksiihrt ist, und welchen Titel das Buch sühct. — Wo kein Lesebuch sür die Fortbildungsschule eiugeführt ist, und das Lesebuch der Volksschule verwendet wird, sind die Gründe, bit der Einführung deS ersteren entgegenstehen, anzugeben. I. B.: Dr. Melior. Bekanntmachung, betreffend: die Maul- und Klauenseuche zu Rödgen. Nachdem in einem Gehöste zu Rödgen die Maul- unb Klauenseuche amtlich festgestellt worden ist, wird dies mit dem Ansügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß SthSstsperre angeordnet worden ist. Gießen, den 4. September 1896. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. B.: Dr. Melior. Zu dem Gesuch deS Herrn H. Winn um Erlaubniß zur Belassung eines BackftetnhäuSchenS im Neustädter Feld wird widerrufliche Genehmigung auf weitere zwei Jahre ertheilt. — Herr Jakob Diehl beabsichtigt im Pfaff'schen Neubau am Riegelpfad eine Wirtschaft nebst Metzgerei zu errichten. Mit Rücksicht darauf, daß bereits vor einiger Zeit die Conceffion zum Ausschank von Branntwein für das Nachbarhaus ertheilt wurde, erfolgt Verneinung der Be- dürsnißfrage. — Herr Wilhelm Weidmann will die bisher von seinem Vater betriebene Wirthschaft im Hause Frankfurterstraße 83 weiterbetreiben. Die Bedürsnißfrage wird, weil eS sich lediglich um Uebergang einer bereits bestehenden Wirthschaft handelt, bejaht. — Verneint wird die Bedürfniß- frage bezüglich deS Gesuchs des Herrn Konrad Atzbach, welcher in seinem am Leihgesterner Weg gelegenen Hause eine Wirthschaft errichten will. Die Versammlung ist mit der Commission in der Ansicht einig, daß wegen der geringen Bewohnerzahl in dortiger Gegend ein Bedürfniß nicht vorliege. — Zu dem Gesuch deS Herrn Wilhelm Pfeiffer I. um Eitheilung der WirthschaftSconceffion für das Haus Liebigstraße 71 wird die Bedürsnißfrage bejaht, * nur den Inhaber F««illeton. Kleine Geschichtsbilder aus Bberhessen. (Nachdruck verboten.) Lißberg. F. Geht man von dem im Nidderthale reizend ge- leoenen Oitenberg etwa eine gute halbe Stunde nordöstlich «aswärtS, so trifft man auf das Städtlein Lißberg, welches Hir In den „FrühlingSspaziergängen", die zu Anfang deS 3895er Frühjahrs im „Gießener Anzeiger" erschienen, nicht v-r-vähnt ließen. Das Städtlein hat aber eine intereffante xcaeschichte, welche etwas weiter bekannt zu werden ver- tktit. ES wird in diesen Tagen die hundertjährige Ge- itihmißfeier einer sehr schweren Prüfung begehen, folglich Utrbient eS, daß seine Geschichte etwas bekannt wird. Lißberg gehört zum Kreise Büdingen, hat nach der Men Volkszählung 345 Einwohner, wovon 171 männliche lgi) 174 weibliche, die in 67 Gebäuden wohnen. Nidder ms HillerSbach, welche mehrere Stunden parallel neben- mnber herlaufeu, weil sie durch einen GebirgSzug von- tironber getrennt werden, vereinigen sich hier. Auf der litten Höhe dieses GebirgSzugeS liegen die Trümmer der ».irg Lißberg. Um die Burg, aber etwas niedriger, windet K das Städtchen, welches in reizender Gebirgsgegend liegt. Ser lohnendste Punkt befindet sich jenseits der Straße, ehe man in den Wald hineintritt. Vön hier aus überblickt man In schönsten Theil des NidderthaleS, welches von keinem (oberen Thale des VogelSbergeS erreicht oder gar über- treffen wird. Mit einem Blick überschaut der Wanderer Merg, Ortenberg und einige kleinere eingestreute Oertchen. Das köstliche Bild wird — wie die AuSfichen bei Linden- — von malerischen Bergen mit herrlichen Waldungen «bge schloffen, oder beffer, förmlich eingerahmt, eS kann daher ton dem Auge deS Schauenden vollständig erfaßt und ge-> «ffea werden. DaS Nidderthal: Stockheim—KonradSdorf— ©etter« — Orteoberg — Lißberg — Hirzenhain — Gedern oder jalgeMft für isgegenßände in Abort- unb Mir- n, S8> : Fayence unb M' dftebenbe Closels- - Druck-Mff-nr hm Röhren, 6tnW - Hchmiedeeismie lröbren, alle Sorten MtssingbrehMM Mate. - ItWt' .onseisen, goß'2 zandplatttir, Mc [,m. Schleferolallen- , SchweinM^ •n. Itn |° li** Mammlunq offen. §owwisstov. UWE«‘-K*8ÄMÄ S™ und " „ f«ek oben *1., « » Startw Verlag von Emil Roth in Gießen. Christliches Kausöuch u. Aamilien-KyroniK. Octav-AuSgabe in Chagrin-Einband 60^. Quart-AuSgabe auf Velinpapier, hocheleg. gebunden mit Goldschnitt X 1.50. 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