Mittwoch den 6 Mai 106 Zweites Blatt isee [w Meßmer Anzeiger Kenerat-Mnzeiger ^ach] Atnts- unb Anzeigeblcttt für bett Ureis Gietzen. Hratisbeikage: Gießener Kamikienötätter. Amtlichem Lbeil öv Con irtitSL... 4. W & hin 5. 6. die das Gesangbuch umschlossen hielt, fest gegen ihre wogende I nißvolle Etwas, das ein Menschenleben in neue, fremde Feuilleton WaS war nur über sie I Bahnen treibt. Brust und holte tief Athem. viel war, der zur von Anzeigen zu der Nachmittag» für de» Jolityiin Tag erscheinenden Nummer bi» Lorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux de» In- und Au-lande» nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. des AuSschluffeS mit solchen, Anträge auf Aufrechterhaltung bestehender Lasten bei Meldung des AuSschluffeS mit solchen, Anträge auf Einrichtung und Unterhaltung von Anlagen, welche für die benachbarten Grundstücke oder tm öffentlichen Interesse zur Sicherung gegen Gefahren und Nachtheile nothwendig find, etwaige noch unbekannte Rechte oder Ansprüche an die zu enteignenden Grundstücke in der oben erwähnten Tagfahrt vorzubringeu. Wenn dritte Personen als dinglich Berechtigte oder wegen stehend bezeichneten Wohnungen und Schlafstellen unter Anderem die häufig außer Acht gelassene Verpflichtung zur Anzeige von Vermiethungen und von Aenderungen in den Miethverhältuissen obliegt. schlusseS und Annahme der Emwilltgung in die beanspruchte Abtretung oder Beschränkung, 2. Erklärung auf die angebotene, auS der Eingabe ersichtliche Entschädigungssumme bei Meldung der Unterstellung der Annahme deS Angebots, 3. Anträge auf Ausdehnung der Enteignung bei Meldung habe die Sonne noch nie so golden geschienen, als duftete der Flieder jetzt doppelt süß. Sie war vieruodzwanzlg Jahre alt geworden, ohne auch nur einmal für einen Mann wärmer zu empfinden und hatte darum auch schon zum Aerger ihrer Mutter verschiedene sogenannte gute Partien auSgeschlagen. — Ohne den Mann zu lieben, wollte sie nicht heirathen, daS war ihr fester Entschluß. Nun aber war fie gekommen, die Liebe, diese- geheim- Der . *eart täglich, L,1t! «nähme de» fcatofl». sonstiger Rechtsverhältnisse bei der Enteignung betheiligt find, so muß fie der Eigenthümer sofort nach Zustellung der Bekanntmachung unS bezeichnen, andernfalls bleibt er für diese Ansprüche verantwortlich. Die Eigenthümer der abzutretenden GrundstückStheile müssen von der Zustellung dieser Bekanntmachung an zu neuen Anlagen oder zu einer von der bisherigen bezw. der gewöhnlichen abweichenden Art der Bewirthschaftuug die Genehmigung deS Unternehmers einholen, widrigenfalls eine Entschädigung demnächst nur insoweit verlangt werden kann, als durch die Veränderung auch für den öffentlichen Zweck, für welchen die Enteignung geschieht, der Werth deS Geländes erhöht worden ist. Räumt der Eigenthümer einem Anderen von dem Zeitpunkt der Zustellung an ein dingliches Recht an dem zu enteignenden Grundstücke oder ein persönliches Recht auf deffen Benutzung ohne Genehmigung der Unternehmer ein, so steht jenem Anderen an die Letzteren ein Anspruch auf eine besondere Entschädigung nicht zu. Da die gegenwärtige Verhandlung lediglich die Fort- setzung deS im vorigen Jahre stattgefundenen Enteignungsverfahrens ist, werden dieselben Sachverständigen, nämlich die Herren Bürgermeister Köhler zu LangSdorf und Gutsbesitzer Heinrich Philippi zu Wohnbach, sowie dieselben Commisfionsmitglieder mit der Aeuderung, daß an Stelle deS Kreisingenieurs Stahl zu Gießen der Bezirksbauaufseher Listmann zu Hungen tritt, weiter fungiren. Gießen, den 24. April 1896. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. l7 Gießener - -A m Anzeiger ch dreimal Niidegt. In seinen Augen flammte eS heiß auf. „So verzeihst Du mir wieder?" „Ich kann Dir überhaupt nie zürnen, dazu hab ich Dich zu lieb, Friedemann." — Seit Maria Erhardt mit Friedemann Bach verlobt schien ihr das Leben erst lebenöwerth- es war ihr, als Ja, fie war da- fie fühlte eS am unruhigen Zucken ihres Herzens, wenn fie zur Stunde, da er täglich vorüberkam, mit einer Handarbeit am Fenster saß. Wenn dann einer seiner leuchtenden Blicke fie traf, hatte fie stets dieselbe Empfindung, wie wenn die Sonne plötzlich durch die Wolken bricht. Und als er dann einmal wahrend ihres Spazierganges zu ihr getreten und fie gebeten, fie begleiten zu dürfen, schien ihr das ganz selbstverständlich. Draußen vor der Stadt hatten sie lange schweigend auf einer Bank nebeneinander geseffen und in die grüne, blühende Landschaft, die vor ihren Blicken auögebreitet lag, geschaut. Er hatte ihr unterwegs von seinem Ringen und Streben erzählt, von seinen großen, gewaltigen Zukunftsplänen, und ihr, dem einfachen Mädchen, war es gewesen, als stiege eine neue Welt vor ihr auf, fie fühlte, daß der Mann an ihrer Seite die Kraft hatte, das Höchste zu erreichen. Das Gelingen war auf seiner hohen, weißen Stirn und in seinen nachtdunklen Augen zu lesen. Aber hatte er nicht gesagt, eS fehle ihm noch Eines — daS Beste — und das könne nur fie ihm geben? — Was war daS? — Ein wonnevoller Schauer durchrieselte ihren Körper- er sah fie au und errieth ihre Gedanken. „Ria, süße, herrliche Ria, willst Du mir helfen?" hatte er gefleht, indem er neben ihr niederglitt und demüthig zu ihr aufsah. „Sieh, Ria, allein bin ich ein armer, schwache Episch; mit Dir, neben Dir werde ich kämpfen können, gehabt, ihn wird sich verzehnfachen für Dich- ohne Dickn- und Liedunheimlichen Geistern verfallen, die mich stt die immer bemüht find, mich htneiuzureißen raukfurter auf der Sünde. Du allein kannst mich retten, Bon diesen in ' (Fortsetzung folgt.) gekommen? Sie, die doch nichts von Musik verstand, rein gar nichts, war plötzlich wie erfüllt von Melodien. Wie in einem Instrument die Töne klingen, die man durch die Stimmgabel hervorruft, so klangen in ihrem Innern jetzt Saiten, die noch nie getönt. Da trat ein Schatten zwischen sie und die Sonne, und als fie die Augen hob, schaute fie erfreut in ein anderes Augenpaar, deffen Blick sich tief und dunkel in die ihren senkte. „Ria, hast Du verstanden, was ich Dir sagen wollte? Ich habe heute nur für Dich gespielt!" sagte der junge Mann und ging, als Maria erröthend forteilen wollte, wie eine Antwort erwartend an ihrer Seite weiter. Gewiß hatte fie ihn verstanden. ES war ihr, als seien plötzlich alle Nebel wieder gewichen, die sich von Neuem verdüsternd auf ihren Pfad gelegt hatten. Mit holdem Lächeln reichte fie ihm die Hand und sagte ernst: „Ich habe alle- verstanden, wenn auch nicht mit dem Kopfe, so doch mit dem Herzen." 1. Gemarkung Hungen: ;yIu« 17 Mr. 440Vi» II. Gemarkung Inheiden: la« IV Nr. 266»/,., Flur V Nr. 119, 189, 193, 194, 195. III. Gemarkung Feldheim: luve Hl Nr. 2, 4, 26, 43, 65, 300, 306, 318, 319, 3:20, 453. Flmq VI Nr. 352, 353, 354, 361, 363, 369, 377. Flu« VII Nr. 30, 31, 32, 33, 45. tr wird dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß icbtnit, Laß obiger Antrag nebst den betreffenden Gelände- rnxgtblpLartcn, einer Zusammenstellung deS zum Bahnbau .son'krlihen Geländes, den bezüglichen Längenprofilen und ^ruuckul SauSzügen in der Zeit vom 7. bis zum eo». Mei d. I. (einschließlich) auf den Bureaus der Grantzh. Bürgermeistereien zu Hungen, Inheiden •intil Utphe (für Feldheim) zu Jedermann- Einsicht offen tiegep ^gleich wird zur Verhandlung über den Plan und die za UiktsttllLen Entschädigungen Tagfahrt vor der Localcom- misffjM a»f: Liounerstag den 88. Mai d. I., Vormittags Uhr, -st Nachhause zu Hungen anberauwt. tlt 'Eigenthümer, Pächter, Miether und sonstige an den abzuirnttviden Grundstücken persönlich Berechtigte, sowie alle ilbTifinn am der beantragten Enteignung Betheiligten werden aufg^s-ldert: 11! Anwendungen gegen den Plan bei Meldung deS AuS- .jeder 8^ Schlafstellen. Gelegentlich der von uns z. Zt. veranlaßten Neurevifion unter obiges Gesetz fallenden Räumlichkeiten bringen wir allgemeinen Kenntniß, daß den Vermiethern der nachbestes deutsches ' Meinverkaus bei jei PRE m grösster Am Frieiir. Kuhw Giessen, Walte* Ael-Aß iann, Giessei .weg 89. zugsquelle in in, sowie U* Hattingen. Bekanntmachung, betreffend die Ausführung des Gesetzes vom 1. Juli 1893 über die polizeiliche Beaufsichtigung der Miethwohnungen und Schlafstellen. Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntniß, daß nach Art. 3 deS obigen Gesetzes an die EingangSthür jeder unter dieses Gesetz fallenden Schlafstelle die Zahl der von uns höchstens zugelaffenen Schläfer in dauerhafter, leicht erkennbarer Weise angeschrieben oder angeschlagen werden muß. Die hiernach vor jeder Schlafstelle auzubringendeu Täfelchen, auf welchen die Schlafstelle nach Straße und Stockwerk, nach Höhe, Länge und Breite, sowie die Anzahl der zugelaffenen Schläfer vermerkt find, haben wir anfertigen laffen und werden dieselben in den nächsten Tagen den Vermiethern behufs Anbringung an der EingangSthür zur Schlafstelle mitgetheilt werden. Abänderung, Beschädigung oder Zerstörung dieser Tafeln ist strafbar. Bei Umzug des MietherS ist die Tafel abzunehmen und auf daS Polizei-Meldeamt zurückzuliefern. Gießen, am 28. April 1896. Großherzogliches Polizetamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung, betreffend die Ausführung der Allgemeinen Bauordnung. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntniß, daß der Hauptlehrer Traber auf seinen Antrag vom 1. k. MtS. von den Functionen eines technischen BeirathS des unterfertigten Polizeiamts entbunden worden ist. Gießen, den 30. April 1896. Großherzogliches Polizeiantt Gießen, v. Bechtold. Bekanntmachung, oetrerßstni die Enteignung des zum Bau der Nebenbahn rrieitvirrg Hungen erforderlichen Geländes in den Gemarkungen Hungen, Inheiden und Feldheim. kckinS der zum Erwerb des Geländes für den rubr. «ttahipiau von den Gemeinden bevollmächtigten Commission, mi t: Seitens deS Großh. Ministeriums der Finanzen ist im tlishlmß an die im vorigen Jahre gepflogenen Berhand- ungzpi in Gemäßheit des Art. 22 des Gesetzes vom 26. Juli "8-Ä ilmrag auf Einleitung des EnteignungSverfahreuS iglij) der nachstehend bezeichneten Grundstücke bezw. derselben in den aufgeführten Gemarkungen gestellt worlt'tv: ;ung. ■ Theiln-Hme lidjen e «Hebe. „bet tW* Bekanntmachung, betreffend die Ausführung deS Gesetzes vom 1. Juli 1893 über die polizeiliche Beaufsichtigung der Miethwohnungen und ker= lieber , uitens. 18'■ vierteljähriger oxxrwteUgrrt» i 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg. Nedaction, Sypebiriea und Druckerei: Z4»tSr«heAr.7. Fernsprecher 51. i. Hauba Bahnhosstrch b Geschäft dieser dich: Verlorenes Glick. Von Loni Scharff. (Nachdruck verboten.) Ifae große, andächtige Menge füllte an einem ersten Jtattionitmg um die Mitte des achtzehnten Jahrhundert- die »p!chlu!drche zu Dre-den. Es war diesmal weniger die ßfeteklb als daS wunderbare Orgelspiel, wa» diesen Andrang jctaiiroirufen hatte. Seit der neue Organist Friedemann Bachii. lic älteste Sohn des großen Meisters Sebastian Bach, tpküas, konnte man beobachten, wie sich von Sonntag zu 5on!«t| die Zahl der Kirchenbesucher mehrte. stad es war kein Wunder! Mächtig und ergreifend ümkckKMen die Melodien den weiten Raum, man fühlte sich i m: ihnen emporgetragen in eine reinere, in eine gött» cche üS'noSphäre und erst nachdem die Töne eine Zeitlang 'erst.'vunr waren, schienen die meisten der Zuhörer sich wieder hre« sidendasetuS bewußt zu werden. Sm hätte dann die Kirche vom ersten bis zum letzten !:rchgehen können, ohne auch nur ein gleichgiltiges GestHju finden, so fesselnd und hinreißend war da-Spiel. 'ti wühlte die Seele auf in all ihren Tiefen und sprach °ind'Äf^iiicher zu den Menschenherzen, als e- die beste Predigt verwuü! hätte.-- ih einer der letzten Bänke saß ein junges Weib, das darüÄn Raum und Zeit vergessen zu haben schien, denn als ilg anderen die Kirche verlassen hatten, saß fie noch und illrHie dm letzten verklingenden Tönen, die wie zitternde Senüzn fie noch umschwebten. 'N al- der Kirchendiener fie leise mahnte, fuhr fie, wie aus iBQinc Traume aufgeschreckt, empor und sah verwirrt um sich, verließ fie eiligst die Kirche. •fcaunfctn stand fie einen Moment still, preßte die Hand, uni A J MM ita*? w^L Aermietyungen. Fermischle tu «^rn7 Mittwoch drn 11. Juni, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dem hiesigen OrtSgericht die der Wittwe und Kinder des Wilhelm Dillman« in Güßen gehörige Hofraithe: Flur 1 Nr. 1108 — 69 qm bei der Kirche öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 5. Mai 1896. Großh. Ortsgericht Gießen. I A-: Vogt. 4374 arronbirt, comolett tntant* Als Zahlung gebe «et» qui, Zi«Sha«», wenig bel-NüN. guter Säge von Frankfurt e», Offerten unter W. 1«|*, Haaseasteiu & B»|Ut M Krantfurt unb<*r«t68iifd Jj, rigeSordnlU eWU ^»riita üb« ^~.i((ett«. -i** tT-r'"-M autb k'crv out äunbti .-.ri-ilthrile M 6g„mtiiwn h- Übn6au »1 llttisiilüvden Feih PY und rar ir ® f» Lin! Schulstrasse 4. Für die Feiertage: Capes-Spitzen Spitzenkragen Kragen und Manschetten Schärpenbäuder Nationalbänder Kiuderhüte in Stoff u. Spitzen, Dawenröcke in weißen und fernen Wollstoffen Handschuhe Seidenstoffe und Perlbcsäye in großer Auswahl. Ker ren-Artikel: Verdingung. ■ Die zum Neubau eines Schulhauses in Vetzberg erforderlichen Arbeiten und Lieferungen, nämlich: Mittwoch drn 6. Mai l. I Nachmittags 2 Uhr, werden im vteker'schen Saale — Neu- stadt 55 — versteigert: SophaS, Commoden, Kleider- und GlaSschränke, 1 antiker Schreibtisch mit Aussah, Waschtische, 1 Pianino, 1 Berttcow, 4 Hobelbänke mit Werk, dartie Werkholz, 1 Kuh, u. a. -— ^ißlee. Gerichtsvollzieher. Grbenreiser »u "«taufe,. —JNahrungsberg 9. । Bon jedem Wechsel in der Person de» ver»i Schlafstellen hat der neue Bermiether der «ei® binnen einer Woche Anzeige zu machen. DtrAt.^ Person üe» Miether» ist — im Unterschied bezeichnete Vorschrift — nicht anzuzeigeu. 8 IUfcNr 4. Der vermiethung im Sinne diese» gleich jede Vergebung von Wohnräumen oder gegen Entgell. 5. Diejenigen Bermiether, welche am 1. . Wohnung der unter 1. bezeichneten Art obet eint (vergl. zu 3. oben) vermiethet haben, find zur _ Miethoerhältniffe» nur dann verpflichtet, »eü^ Wohnung oder Schlafstelle nicht zufolge der zur die Schutzmannschaft stattfindenden Erhebungen anf. ’ worden ist. 6. Sämmtliche Anzeigen find auf dem Polizei- .Weidengaffe 5, 2. Stock) einzureichen. 7 Wer die Erstattung der vorgeschriebeueo unterläßt oder in denselben wissentlich unrichtig macht, wird mit Geldstrafe bi» zu 30 Mark Formulare zu Bermiethungß-Anzeigen Polizei'Melde Amte erhältlich. Gießen, den 28. April 1896. GrohherzoglicheS Polizeiamt Gitßtr. v. Bechtold. t>at• f-'v »>• .lalingtl ii rar kti Kiftlmz der tk iSergotint lijj i-lemm (ml nt tm gllichm < ■fcirnm0Doil«flt tti 3ltreul (Än ictikiü), dcU der Zusa? I flr.ifln o. Hiwm t • van fit nang gt *irt( men. llautx ich, fo • t rh tut'an im linntr. i m iw rar capft)la, bii e t '01'14 ftn) tulidfllt MtNrgr;1 l'anbofrlfifd fite 5üölgtn. 61 *