hr btfant aus« an. an. an. an. R- Vt__1MJ palb in hcheube M auf, Ahnung 0 Gist- dürste, m an fbe unnum, flM) L «bend Pttie 0,75. he. lierlrofa ns ScMflktihDiUtl Uld zur bu Mt W Diell? wirf« nur i* tung viunbai. ad) pitmtnlcm idit tapiignW Gefchmsi mb n, uiwtniM irtintt’S Mch- SlliMtr unb in plombirtn 2060 Mtttt U. i Lcho«derr Linden bei: )n Sich btt: i schmitttn, je stets nut :tn. iselins ni»t lauester ver- Sparsam^ istadt, iOK I hi 6» Ä git. 56 Der frie|e*et Anreißer erscheint täglich, Oil Ausnahme deS Montag». Die Gießener Pamitteavläller werden dem Anzeiger »Schentlich dreimal beigelegt. Zweites Blatt. Freitag den 6. März 1896 Meßmer Anzeiger Keneral-Wnzeiger. Vierteljähriger A5oxxmtiiU|rreU i 2 Mark 20 Pfg. mil Vringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. -kedaction, Expedition und Druckerei: Zch»rstroßeAr.7. Fernsprecher 51. Aints- unb Anzeigeblutt für den Äreis Gietzen. chralisöeikage: chießener Jamitienölätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de, Kkgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS Ja- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Anrtlichev Theil. Ortspolizeireglement die Ausführung der allgemeinen Bauordnung in der Stadt Gießen betreffend. Auf Grund der Art. 2 und 31 der allgemeinen Bauordnung und deS § 51 der zugehörigen Ausführungsverordnung wird hierdurch nach Anhörung der Stadtverordnetenversammlung und unter Zustimmung des KreiSanSschusseS mit Genehmigung Großh. Ministeriums deS Innern und der Justiz vom 25. Februar I. I. zu Nr. M. I. 5324 für den Bezirk der Provinzial-Hauptstadt Gießen verordnet wie folgt: § 1. Die größte zulässige Höhe der Privatgebäude an Straßen von einer geringeren als der durch Art. 10 der allgemeinen Bauordnung bestimmten, normalmäßigen Breite beträgt: A. in der von der Ost-, Süd-, West- und Nordanlage eingefchlosienen inneren Stadt a. in Straßen bis zu 5 Meter Breite — 8 Meter, b in Straßen von 5 bis 11% Meter Breite — 3 Meter mehr als die Straßenbreite- B. in der außerhalb der vorgenannten Anlagen gelegenen nutzeren Stadt a. in beiderseits zu bebauenden Straßen 2 Meter mehr als die Straßenbreite, b. in einseitig zu bebauenden Straßen — 3 Meter mehr als die Straßenbreite. § 2. Die Straßenbreite wird dabei — ohne Rücksicht auf etwaige Vorgärten — zwischen den Stratzeufluchtlinien gemessen; im Uebrigen erfolgt die Messung derselben bei Straßen von ansteigender Höhenlage oder ungleicher Breite und für Eckhäuser an letzteren ebenso wie die Bestimmung der Gebäudehöhe und die Anrechnung von Stockwerken in gebrochenen Dächern, Zwerchhüusern und Giebeln nach den Vorschriften der Eingangs erwähnten Bestimmungen der aö gemeinen Bauordnung und der zugehörigen Ausführungsverordnung. Gießen, den 2. März 1896. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. E. v. Bechtold, Regierungs-Assessor. Bekanntmachung, das Erfatzgefchäft pro 1896 betreffend. Die Musterung und LooSziehung der Militärpflichtigen des Kreises Gießen für das Jahr 1896 findet an den nachbenannten Tagen statt und zwar: I. Zu Gießen in der Restauration „Zum Lahnstein", Nordanlage. Mittwoch den 11. März, Bormittags von 8 Uhr an: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Allendorf an der Lahn, Mendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Annerod, Bersrod mit Winnerod, Beuern, Burkhardsfelden, Daubringen, Großen- Buseck, Hattenrod und Mainzlar; Donnerstag den 12. März, Bormittag von 8 Uhr an: derjenigen der Stadt Gießen der beiden ältesten Jahrgänge (1894 und 1895) und der Gemeinde Großen-Linden; Freitag den 13. März, Vormittags von 8 Uhr an: derjenigen des jüngsten Jahrgangs 1(1896) der Stadt Gießen und derjenigen der Gemeinden Heuchelheim und Klein-Lmden; Samstag den 14. März, Bormittags von 8 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Lollar, Oppenrod, Reiskirchen, Rödgen, Ruttershausen, Staufenberg, Treis a. d. Lda., Trohe und Wieseck; Montag den 16. März, Vormittags von 8 Uhr an: Loosziehuug. II. Zu Lich im Rathhaussaale. Dienstag den 17. März, Vormittags von 9 Uhr an: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Albach, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt, Ettingshausen, Garbenteich und Grüningen; Mittwoch den 18. März, Vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Hausen, Holzheim, Hungen, Inheiden, Langd, Lang-Göns und Langsdorf; Donnerstag den 19. März, Vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Leihgestern, Lich, Muschenheim, Münster, Nieder-Bessingen, Nonnenroth, Obbornhofen, Ober- Bessingen, Ober-Hörgern, Rabertshausen und Rodheim; Freitag den 20. März, Vormittags von 9 Uhr au: derjenigen der Gemeinden Röthges, Steinbach, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen und Watzenborn mit Steinberg. Samstag den 21. März, Vormittags von 9 Uhr au: Loosziehuug. III. Zu Grünberg im Gasthaus zum Rappe«. Montag den 23. März, Vormittags von 9 Uhr an: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Allertshausen, Beltershain, Climbach, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Kesselbach und Lauter; Dienstag den 24. März, Vormittags von 9 Uhr au: derjenigen der Gemeinden Lindenstruth, Londorf, Lumda, Odenhausen, Queckborn, Reinhardshain, RüddingShausen, Saasen, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain und Weiters- hain. Mittwoch den 25. März, Bormittags von 9 Uhr an. LooSziehung. Besondere Bestimmungen. 1) Zur Musterung haben sich, bei Meidung der gesetzlichen Strafen, zu stellen: Diejenigen, dem Großherzogthum Hessen oder einem andern Staate des deutschen Reiches angehörigen Militärpflichtigen, welche a) in einer Gemeinde des Kreises Gießen ihr gesetzliches Domicil — ihre Heimath oder ihren ständigen Wohn- sitz — haben und sich nicht in einem andern Theile des Großherzogthums Hessen oder einem andern Staate in einer der nachstehend unter b) angegebenen Eigenschaften aufhalten; b) in einer Gemeinde des Kreises Gießen sich als Dienstboten, Haus- oder Wirthschaftsbeamte, Handlungsdiener und Lehrlinge, Handwerksgesellen und Lehrburschen, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft aufhalten, oder die Universität Gießen oder das Gymnasium daselbst oder eine sonstige Lehranstalt in einer Gemeinde des Kreises Gießen besuchen; c) in einer Gemeinde des Kreises Gießen, oder während ihre Eltern einer solchen angehörten, im Auslande geboren sind, und weder im Großherzogthum Hessen, noch in einem andern deutschen Staate Domicil besitzen oder sich aufhalten; und im Jahre 1876 geboren sind; ferner Sämmtliche Militärpflichtige, welche im Jahre 1894 bezw. 1895 zur ückgestellt worden, oder nach ihrer gezogenen Rümmer disponibel geblieben, d. h. nicht einberufen worden sind. Entbunden von der persönlichen Gestellung sind Diejenigen, welchen Ausstand bewilligt, oder Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst ertheilt worden ist. 2) Diejenigen Militärpflichtigen, welche zum zweiten- oder drittenmale erscheinen, haben ihre Loosungsscheine mitzubringen. 3) Wenn von einem Militärpflichtigen, oder für einen solchen von seinem Vater, oder seiner Mutter Zurück llellung in Anspruch genommen wird, so ist für Vorlage der zur Beurkundung der behaupteten Thatsachen erforderlichen Nachweise und Zeugnisse vor dem zur Musterung an- beraumten Termine zu sorgen. Die Zeugnisse müssen amtlich ausgestellt oder beglaubigt sein. Wenn die Zurückstellung auf die Arbeitsunfähigkeit eines Familienangehörigen gegründet wird, so hat der betreffende Familrenangehörige sich selbst persönlich im Termin vor der Ersatz-Commission einzufinden. Noch nicht eingereichte AurückstellungSaufprüche sind bei der Großherzoglichen Bürgermeisterei vorzuhringen und die Verhandlungen baldigst — unter allen Umständen vor Beginn des ErfatzgefchäfteS — an die Ersatz-Commission einzusenden. Verspätete Gesuche haben keinen Anspruch auf Berücksichtigung. Frühere Recla- mationeu, welche pro 1896 erneuert werden sollen, sind mittelst Berichts einzusordern. 4) Wenn ein Militärpflichtiger an Gebrechen leidet, die äußerlich nicht wahrnehmbar sind, z. B. Taubheit, Harthörigkeit, Kurzsichtigkeit, Geistesschwäche u. s. w., so ist dies durch amtlich ausgestellte ober beglaubigte Zeugnisse des Arztes, sowie des Bürgermeisters, Geistlichen, Lehrers u. s. w. nachzuweisen. DaS Vorhandensein von Epilepsie ist durch die eidliche Erklärung von mindestens drei glaubwürdige« Zeugen zu erhärten. 5) An der LooSziehung persönlich Theil zu nehmen, steht jedem Militärpflichtigen frei; für Diejenigen, welche bei dem Ausrufe nicht anwesend find, zieht ein Mitglied der Ersatz-Commission das Loos. 6) Die Grostherzoglichen Bürgermeistereien haben sämmtliche ihrer Gemeinde angehörigen oder in ihrer Gemeinde gestellungSpstichttgeu Militärpflichtige auf Grund der ihnen bereits zugeganaenen Stammrollen zu der Musterung vorzuladen. Bemerkt wird hierbei, daß Militärpflichtige, welche sich auSwäriS aufhalteu. zur Musterung nicht geladen werden dürfen, da solche nur an ihrem Aufenthaltsort gestellungspflichtig find. Die Großherzoglichen Bürgermeister oder Beigeordneten haben mit den Militärpflichtigen ihrer Gemeinde im Musterungstermin rechtzeitig anwesend zu sein und sich darum zu bemühen, daß die Letzteren i/2 Stunde vor der bestimmten Zeit zur Stelle sind, nüchtern und reinlich gekleidet erscheinen und während des Musterungsgeschäsres ein anständiges unb ruhiges Verhalten beobachten. Wenn ein Militärpflichtiger wegen Gebrechen ober Krankheit persönlich zu erscheinen nicht im Stanbe ist, ober wenn er sich in gerichtlicher Haft befindet, so ist darüber ein auf persönlicher Anschauung beruhendes Zeugniß des Arztes und der Bürgermeisterei, bezw. eine Bescheinigung des Gerichts vorzulegen. Den Großherzoglichen Bürgermeistereien liegt es ob, darauf aufmerksam zu machen, daß ein Militärpflichtiger wegen gerichtlicher Bestrafung des Militärdienstes unwürdig ist, und sind deshalb die erforderlichen Nachweise amtlich zu erwirken und vorzulegen. Im Anschluß an das Ersatz-Geschäft findet Samstag den 14. März in der Restauration „Zum Lahn st ein" (Nordanlage) zu Gießen, Freitag den 20. März im Rathhaus zu Lich, Dienstag den 24. März im Gasthau s zum Rappen zu Grünberg, die Clasfifieirnng der Mannschaften der Reserve, der Landwehr ersten und zweiten Aufgebots und der Ersatz-Reserve rücksichtlich ihrer häuslichen und gewerblichen Verhältnisse statt. Es haben daher diejenigen Reservisten und Landwehr- männer ersten unb zweiten Aufgebots, sowie bie Ersatz- Reservisten, welche im Falle einer Einberufung auteßurück- stellung wegen häuslicher Verhältnisse einen Anspruch machen zu können glauben, an ben bezeichneten Tagen, MorgenS 11 Uhr, zu erscheinen unb ihre Gesuche zu begründen. Gießen, den 18. Februar 1896. Dp: Civil-Vorsitzende der Ersatz-Cvmmisfion des Kreises Gießen. Dr. Melivr. Deutsches Reich. Berlin, 3. März. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibe Durch die Presse läuft die Mmheilung, daß das Reichsbm k- Dtrectorium kürzlich einen Antrag der Handelskammer Elbrr- feldaus Mehrüb erw eisung von Kronen abgelehnt hat, weil der Gesammtvorrath der RrichSbank an derartigen Stücken einen erheblichen Rückgang ausweise. In einzelnen Blättern wird dazu bemerkt, die Thatsache, daß eine Verstärkung deS Umlaufs an Kronen unterbleibe, lasse auf vorhandene Goldknappheit schließen. Diese Folgerung entbehrt der Begründung. Die Neuprägung von Kronen setzt einen Beschluß deS BundeSrathS voraus. Der BundeSrath hat eine solche Neuprägung bisher beschlossen, sobald sich ein dahingehendes allgemeine- und dringendes VerkehrSbedürfniß fühlbar machte. Eine gewisse Zurückhaltung in der Vermehrung dieser Münzsorte ist rathsam erschienen. Bestimmend hierfür waren — abgesehen von der Rücksicht auf die relativ hohen Prägekosten — die Absicht, aus eine thunlichst starke Verwendung von Silbergeld im Verkehr hinzuwirken, und die Erwägung, daß die Kronen sich im Umlauf erfahrungsgemäß leichter abnutzen als die Doppelkronen. Der verfügbare Goldvorrath würde eine Neuprägung jederzeit gestatten. — UebrigenS ist gerade von bimetallistischer Seite die Einschränkung der AuSmünzung von Kronen empfohlen worden. Beispielsweise äußerte sich Herr v. Kardorff in diesem Sinne in der ReichStagßsitzung Pom 6. April 1894. Heber die (Ergebnisse der Limesuntersuchungeu im Jahr 1895, mit besonderer Berücksichtigung der Odeuwaldliuie- Bort rag, gehalten von Herrn Geh. Oberschulrath Sold an von Darmstadt in der Sitzung des Oberhessischen Geschichts- vereinS vom 28. Februar. Nachdem der Borfitzende des Vereins, Herr Profesior Dr. Buchner, die zahlreich erschteneuen Mitglieder und Gaste begrüßt hat, nimmt Herr Geheimerath Solüan das Wort. Er gibt zunächst ein kurzes Bild von dem Lauf jener römischen Linie, die südlich bei Hinheim an der Donau beginnt, von da nordwestlich biS Gunzenhausen an der Altmühl zieht, westsüdwestlich dir in die Gegend von Lorch unweit des Hohenstaufen umbtegt, dann in nahezu nördlicher Richtung meist gradelaufend bei Miltenberg den Main trifft, bei Groß-Krotzenburg den Main verläßt, bei Grüniugen (Pohl- GönS, d. i. ,,Pfahl"-GönS) Gießen nahekommt, dann in einem großen, nach Norden geöffneten Bogen Butzbach, Langenhain, den Winterftein — weiterhin EaperSburg und Saalburg in sich begreifend —, Langenschwalbach und EmS berührt, um sodann nordwestlich fich dem Rhein zu nähern, der von ihr zwischen Hönningen und Rheinbrohl getroffen wird. Von dieser vorderen Linie ist auf eine große Strecke eine hintere zu unterscheiden. Sic beginnt in der Gegend von Cannstatt. Von hier bis Wimpfen bildet der Neckar die Grenzlinie. Von Wimpfen bis zum badischen Städtchen Schlotzau verläuft fie gradlinig und bleibt nun auf der Höhe des Kamm», den Windungen deffelben zwischen Mümling und Jtterbach auf der einen und Mudau und Main auf der anderen Seite folgend, bis Wörth a. M., wo fie dann die vordere Linie erreicht. Während die vordere Linie aus einzelnen größeren Kastellen und aus der eigentlichen LimeSltnie besteht, die fich im Süden als Mauer, von Lorch, nordwärts im Wesentlichen als Wall und Graben darstellt, wozu noch Thürmc und in deren Nähe liegende sogenannte Begleithügel und der feit drei Jahren bekannte kleine Graben kommen, unterscheidet sich die Hintere Linie in characteristischer Weise durch daö Nichtvorhandensein von Mauer und Erdwall und daS Dor- haadensein einer primitiven Verbindungsstraße. Früher betrachtete man die ganze Anlage im Wesenr- lichen als ein zusammengehöriges Ganze. Aber schon seit Jahren kamen doch Einzelne zu der Ueberzeugung, daß mau die „Begleithügel" als etwas Besonderes herauSgreifen müffe. Bei der vom Reiche eingeleiteten Forschung ging die eigentliche kritische Untersuchung aus von dem vor diesen Hügeln hinziehenden Gräbchen, auf däS zuerst Domcapirular Mayer in Eichstätt auf der südlichen Linie aufmerksam wurde, daS zu Anfang der 80er Jahre von Profesior Wolff — damals Gymnasiallehrer in Hanau — auch nördlich von Groß- Krotzenburg aufgefunden wurde, in seiner Bedeutung und Beziehung zum LimeS jedoch noch unenträthselt blieb. Im Winter 1892/93 gelang eS dem Vortragenden, in einer Ausdehnung von etwa 3 Km. die gleiche Anlage im Taunus zu entdecken. Zum Zweck einer eventuellen Auffindung dieser und anderer Eigenthümlichkeiten bereiste er dann im Sommer 1893 in Gemeinschaft mit General v. Sarwey, veranlaßt von Profesior Mommsen, einen großen Theil des LimeS- gebiet», wo alsbald von Htnheim ab das von neueren Forschern geleugnete Gräbchen fich auf eine Strecke von 37 Km. verfolgen ließ. Es wurde dabei weiter bei Butzbach auf eine Strecke von 2 Km., südlich von Langenhain in einer Ausdehnung von etwa 300 Meter und ferner in der Nähe von Idstein dasielbe Gräbchen entdeckt. Bei der genaueren Untersuchung fand Baumeister Jacobi in Homburg darin eine eigenthllm- liehe AuSsteinung in der Form hochkantig gestellter Quarzitplatten und wies dieselbe sofort auf der ganzen Taunus- linie nach. Die weitere Nachforschung ergab für andere LimeSstrt^en ähnliche Erscheinungen, wobei allerdings das Profil deS Grabens fich nicht immer gleich zeigte. Jacobi vermuthetc in dem kleinen Graben die erste römische Reichs- grenze und ließ die darin aufgejundenen Kohlen und Scherben als Geheimzeichen gelten, wie sie noch heutigeStagS unter Grenzsteine gelegt werden. In neuem Licht ließ die Sache eine Entdeckung von Kohl Weißenburg erscheinen, der in dem Gräbchen Ueberrrfte von Pfählen mit Vi Meter Durchmesser fand, die — auS Kiefernholz — unten glatt abgeschnitten und einige Zentimeter voneinander entfernt waren. Die kritische Untersuchung der „Begleithügel" blieb ebenso wie die deS Gräbchen» den Forschungen der Reichs- LimeS Commission Vorbehalten. Man hat diese Hügel so genannt, weil sie in der Regel in der Nähe eine» Steinthurm» angetroffen werden. Gewöhnlich sind diese 12 bi» 14 Meter im Durchschnitt messenden Hügel rund tiüfc von einem theil» flachen, theil» tiefen kreisförmigen Graben umzogen," seltner bestehen sie auS einer viereckigen Plattform mit zugehörigem viereckten Graben. Nach älterer Ansicht sollten auf den — deswegen auch „Brandhügel" genannten — Hügeln Holzstöße für Feuerfignale aufgesetzt worden fein. AIS der Vortragende im Winter 1892/93 den TaunuSlime» beging, fiel ihm auf, daß die Hügel, wie auch Jacobi annahm, älter fein müßten und nicht nach sonstiger Annahme jünger als der Lime», da sie an einzelnen Stellen, wo dieser die Gestalt einer Mauer hat, von der Mauer durchschnitten, an anderen Stellen vom LirneSwall angeschnitten werden. Sie stellen also eine ältere Anlage dar, die bei der Anlegung der Mauer- ober Walll'nie nicht beseitigt wurde. Die bayrische Strecke ergab dasselbe Resultat: häufig wird der Hügel von der Teufelsmauer durchschnitten; an einzelnen Stellen ist er vollständig nördlich von der TeufelSmauer, nie aber nördlich de» Gräbchen». Im Sommer 1894 wurde auf de» Redner» Antrag eine genaue Untersuchung dieser Hügel beschlossen und er und Jacobi | damit beauftragt. Baumeister Jacobi sand noch im ' Herbste 1894 in jedem der Hügel vier Löcher von viereckiger Form mit 30—35 Ctm. Durchmesser und bi» zu l3/i Meter Tiefe, die augen'cheinlich vier Pfosten enthalten hatten. Er faßte auf Grund seiner sehr eingehenden Unter- suchungen die Hügel mit den Pfostenlächern all die ersten Fixpunkte der vermeffungSpolygoae auf. Von wesentlicher Bedeutung waren die im Jahr 1895 an verschiedenen Stellen angestellten Untersuchungen : — soweit e» Hessen betrifft, die von den Herren Geheimerath Soldan und Dr. Anthe» im östlichen Odenwald in der Gegend von Waldleiningen vorgenommenen Ausgrabungen. Dort auf der idyllischen Jägerwiefe in der Einsenkung zwischen Hohenbuckel und Kahlenbuckel fanden Beide ein kleine» Castell, desieu Bloßlegung au» SchonuagSrücksichten unterbleiben mußte, von 1 Meter Mauerstärke und 15 bi» 20 Meter im Quadrat von auffallend schöner Construction, mit sorgsältigft behauenen Quadersteinen. Nördlich, auf dem sogen. Kahlenbuckel, finden sich zwei von Rundgräben umschloffene Begleithügel von 20, beziehungsweise 21 Meter Durchmesser: innen mit viereckiger Steinsetzung auS Trockenmauerwerk von 5 und 53/* Meter im Quadrat und aUSgesparten Ecken: an deren Stelle in der schon bemerkten Art scharf rechtwinklige Löcher von 30 bi» 40 Ctm. Durchmesser und U/g biß l3/, Meter Tiefe. Nicht weit davon nördlich liegt der noch */, Meter über den Boden ragende Thurm au» Mörtelmauerwerk, in desien Nähe vor zwölf Jahren ein Jnschriftstein gefunden wurde, der wie zwei an anderer Stelle gefundene auS dem Jahre 145 oder 146, also au» der Zeit de» AntoninuS Piu», stammt. In einem Abstand von 30 Meter fand sich der Grenzgraben: unten mit senkrecht abfallenden Wänden, oben trichterförmig verbreitert. Zwischen ben 25 bi» 30 Ctm. von einander entfernten bochgestellten Steinplättchen fanden sich Kohlenreste mit der Holzfaser nach oben, die unmöglich al» Geheimzeichen eine» Feldmesse.S aufgefaßt werden konnten, sondern zweifellos al» die Ueberreste angekohlter Palissadenpfähle gelten mußten. In der Nähe ließ sich die Römerstraße erkennen. Aus dem Hohenbuckel 1 Km. nördlich bei Hesielbach findet sich ein einzelner Hügel der vorgenannten Art mit der etwas größeren Steinsetzung von 6,10 Meter im Geviert und in desien Nähe ein Mörtel- thurrn, wieder auS sorgsam bearbeiteten kleinen Sandsteinquadern hergestellt. Daß diese Thürme nicht bi» zum Dach auS Stein waren, ließ die jedenfalls noch nicht an= getastete Masse der Steine erkennen, die auf eine frühere Höhe de» Steinbaus von nur 3,3 Meter schließen läßt. Der Graben mit senkrechten Steinplatten und mit Kohlenresten fand sich auch hier, ebenso die Straße. Nördlich von Hesselbach kommt daS von Hofrath Ko fier auSgegrabene Castell mit ca. 90 Meter im Quadrat und weiter nördlich al» nächste Station in einem Fichtenwald ein 1 Meter über dem Boden erhaltener Thurm von 1 Meter Mauerdicke und 4,80 Meter Seitenlänae - außerdem ein BrgleithÜgel, dessen innerer Raum durch Brandschutt auf frühere Bewohnung schließen ließ. Nahe der hier 7 (sonst gewöhnlich nur 5) Meter breiten Römerstraße zeigte fich der Palissadengraben mit 1^ Meter Tiefe, 8 bis 10 Ctm. von einander entfernten Kohlenlöchern, die eine Pfahlstärke von 25 dis 30 Ctm. ergaben; statt der Steinverbindung waren hier auf einer Strecke von 500 biß 600 Meter die Zwischenräume durch in feuchtem Zustand gestampften Sand ausgesüllt. Eine ähnliche Anlage zeigte sich weiter nördlich: wiederein graben- umgebener Hügel mit verstärkter Westfront und bei der 5 Meter breiten Straße ein Graben desselben Profils mit Steinsetzung zwischen den einzelnen Kohlennestern. Ein weiterer Hügel mit ähnlichen Nachbaranlagen (in dem Graben ersetzte wieder tennenartig gestampfter Sand die Steinbindung) ließ durch die völlig mangelnde geometrische Ausrichtung mit den nächsten Hügelstationen und ans Scherben und anderen Cultnrresteu schließen, daß die Hügel nicht als geometrische Fixpunkte, sondern al» Wohnzwecken dienend zu betrachten seien. Die nördlichste untersuchte Station von Lützelbach- Wiedelsbach wie» einen bis auf die unterste Schicht auß- gebrochenen Thurm aus Mörtelmauerwerk auf. Im Gegensatz zu dem zugehörigen, durch Massen von gebranntem Lehm, von Scherben und Kohlen auf Bewohnung und Brandzerstörung deutenden einen Hügel zeigte der nächste, etwa» kleinere, durch besondere Sorgfalt in der Steinsetzung ausgezeichnete Hügel keine Spur von einstigem Brand; der eine der Rundgräbeo läßt vermuthen, daß auch in diesem einst Palissaden gestanden haben. Der benachbarte kleine Graben unterschied fich von den früher beobachteten Grabenstrecken durch eine doppelte Reihe von Kohlennestern, dte außerdem nicht 25 biß 30, sondern nur 10, 12 ober 15 Ctm. Durchmesser hatten; außerdem waren die Kohlennester mit horizontalen Kohlenstr eifen verbunden. Bei der geringeren Stärke der zur Verfügung stehenden Stämme hatte man wohl eine doppelte Palisfaden- reihe mit verbindendem Flechtwerk in Anwendung gebracht. Die Palissadenlinie ergab hier und anderwärts die Rtchtung nach der nächsten Station. Bei der 2 bis 3 Km. von der letzterwähnten entfernten Station fand sich auch eine kreisförmige Kochstelle von 1 Meter Durchmesser mit Kohlenresten und angeschwärzten Umfassungssteinen. WaS ergibt sich au» dem Vorstehenden? Bezüglich de» Grabens spricht der Befund im Odenwald dafür, daß e» nicht ein Grenzgrabeu, sondern ein An- näherungShinderniß, eine Grenzsperre war. Da nach Ausweis der Kohlenlöcher die Pfähle l1/* Meter im Boden steckten, muß man annehmen, daß fie fich weit über den Boden erhoben. Wo bei schwächeren Stämmen die einfache Reihe nicht auSreichte, wurde die erforderliche Stärke durch eine doppelte Verpalisiadirung zu Wege gebracht. Daß östlich vom Graben nach der germanischen Seite eine Strecke von Wald freigehalten wurde, da die Bäume andernfalls die Sperrungsanlage zwecklos gemacht hätten, läßt sich vermuthen und auch in Spuren erkennen. Und was bezweckten die Hügel mit den Et-infetzungen und dem herumlaufenden Graden? Alle Spuren hn Odenwald weifen daraus hin, daß sie keine gromatischtn F ^Punkte waren, sondern einem anderen Zweck dienten. Culturreste (Scherben, Lehm, Brandschutt) deuten auf frühere Bewohnung. In den Löchern der vier ausgesparten Ecken saßen starke Balken. Da sie nach Ausweis der Lochtiefe mindesten» iya Meter im Boden steckten und durch eine starke, regel» mäßige Steinsetzung vor Berschitbuvg gesichert wurden, hatten die Balken jedenfalls eine ziemliche Höhe: fie bildeten die Eckpfosten eineß starken Holzbau», der mit Fachwerk auSgefüllt war. BemerkenSwerth ist, daß überall da, wo sich die größeren Palissadenlöcher von 25 biß 30 Centimeter vorfinden, in der Steinsetzung des Hügeldaus MauerschUtze freigelaffen sind, dagegen da, wo die Pfähle schwächer sind und in zwei Reihen stehen, diese Schlitze fehlen. Die Schlitze, die gleichfalls al» Balkenlager dienten, deuten auf eine stärkere Bauart, und eß stimmt vorzüglich zu jener Er- scheinung, daß, wo der Wald stärker war und also kräftigere Stämme lieferte, der Holzbau natürlich höher sein mußte, um einen Ausblick über die Gegend zu ermöglichen , daß hingegen an Stellen mit weniger starkem Holz und mithin schwächerer Waldung der Thurm weniger hoch und ent- sprechend weniger stark zu fein brauchte. Der herumlaufende Graben trug wahrscheinlich in feiner Sohle eine Berpaliffadi- rung, und man wird in jenen Hü gel bauten dte erste römische Anlage zu suchen haben, welche btc Römer auf der Höhe de» Odenwalde» schufen. In diesen Holzbauten wohnten detachirte Mannschaften. Durch den Graben mit dem umlaufenden Pfahlwerk schützten fie sich zu einer Zeit, wo die LimeSpfahlrethe noch nicht vorhanden war. WaS nun die zeitliche Folge der ganzen Anlage betrifft, so wird man anzunehmen haben, daß die vom Rhein nach Osten vorgeschobenen Mannschaften fich zunächst durch Erdschanzen (wie fie z. B. Jacobi im Taunu» gefunden hat» deckten, daß dann von diesen Erdschanzen au» einzelne Detachements von etwa 15 bi» 20 Mann auSgeichickt wurden, um die Grenzlinie zu ziehen, und fich zunächst durch Anlegung der Holzbauten sicherten, die Schutz vor Wind und Wetter sowie vor feindlichen Angriffen gewahrten und die Möglichkeit boten, über den Wald hinwegzusehen. Ueberall zeigt fich ihre Lage vortrefflich gewählt: der Einblick in die von der Ostseite einmündenden Thäler ist allenthalben gewahrt. Weiterhin schritt man zur Anlegung der Paliffadenlime, und eß folgte bann die Herstellung der die Stationen verbindenden Straße. Fragt man nach der Zeit, in welche die Anlagr fällt, so gtebt grade der Odenwald »tätigen Aufschluß. Die Zeit, wo die. Stemthürme angelegt wurden, kennt man durch die vorerwähnten Jnschriftenfunde. Die Gleichartigkeit der Construction erweist für die Thürmc und die Steinkastelle die gleiche EntstehungSzeit. Die Holzaulage ist demgegenüber älter. Der Umstand, daß btc Mörtelmauer» Thürme nicht mit einem Graden umfaßt sind, und vor allem die äußerst sorgfältige Bauart dieser Thürme, die zum Theil mit kehr schön bearbeiteten Gesimsen, mit Voluten, Zickzack- Windungen und allerhand Zierrath verseben find, der auch, an den Castellen begegnet, zeigen zur Genüge, daß diese Steinbauten in eine Zeit fallen, wo man eine Zerstörung nicht mehr zu befürchten hatte, wo also die Grenze bereit» biß an den Main vorgeschoben war. Man wird die Stein- thürme demnach nut al» Warten ober Signal» ftationen aufzufassen haben, indem die Hintere Linie noch al» Signallinie bestehen blieb. Die im Odenwald gemachten Beobachtungen stimmet» zu den anderwärts gewonnenen Ergebnissen, namentlich zu den mit großem Fleiß und Scharfsinn ausgeführten Untersuchungen von Professor Löschcke in Bonn. Löschcke sand auch am RhmnlimeS die tm Odenwald aufgedeckte Art de» PaltssadengrabenS mit einer Reihe starker ober zwei Reihen schwächerer Stämme und verbindendem Flechtwerk. Auherbem fanb fich dort die gleiche Art be» von einem Graben umlaufenen Hügel- mit ben gleichen Calturresten. Die Uebereinftlmmur.g ist io groß, daß dte Anlagen im Odenwald und am Rhein gleichzeitig entstanden fern müssen. Die Untersuchungen Löschcke» bewiesen daS höhere Alter der Holz- thürme zur Evidenz: e» fanb sich an neun Punkten ein Mörtelmauerfundament Über ben alten Pfostenlöchern. Dr. Eidam fanb auf bem ^üblichen LimeS bei Gunzenhausen gleichfalls den Palissadengraben mit vollständigen Holzresten, die sich in bem feuchten ©oben der Altmühl- Niederung erhalten hatten, und ebenso die hölzernen Thürme. Gräben unb Hügel der älteren Anlage wiederholen fich aus der vorderen Linie auf der ganzen Strecke von Hönntngea bi» Groß Krotzenburg und von Lorch bi» Hlnheim, auf bet Hinteren Linie von Wörth biß Hinheim. Wall und Graben, bezlehungßweise Steinmauer, mit beten Anlegung auf ber ganzen Mittelstrecke von Lorch biß Wörth eine Hinaußschiebuug ber Grenze erfolgte, find wohl zu einer Zeit entstanden, wo da» Pfahlwerk durch Wittetungßeinfluß unfest geworden war. Daß die Umänderung de» PaltssadendaueS in eine verwallung oder eine ab» sperrende Mauer vielleicht erst zu Anfang de» dritten Jahr- bunbertß erfolgte, macht eine auß dieser Zeit stammende Gewandriadel, die Dr. Eidam bei Tunzenbausen im Palissaden- graben fand, einigermaßen wahrscheinlich: fie mag beim AuS- reißen ber alten Pfähle hinelngerathen sein. Die von Löschcke im rheinischen Limeßwall aufgefundenen Schetbenreste deuten gleichfalls auf eine schon jüngere Zeit. Nachdem der Vortragende auf einzelne» aufmerksam gemacht hat, waß noch der Aufhellung bedarf, so insbesondere auf die auch in weiterer Entfernung hinter bet Linie an* zutreffenden Hügel, die eS wahrscheinlich machen, daß die Römer Sch.itt für Schritt vorgingen und bei jcbtimol'gem Vorschreiten sich durch eine später aufgegebene provisorische Anlage sicherten, fchließt er feinen durch eine größere Zahl von Zeichnungen unb Bildern erläuternden Vortrag mit bem Hinweis auf ben idealen Werth der LlmeSsorschiwg in materiell gesinnter Zeit. srAy t* ben vrr LhOofe W*v.n unbtl V» ,4rr i>t Moment .W8’1 „ als t.n . -rolgtnkcs auS- Lürs LS xm lebt gibt, »le liebe mb "M ®ie s-fir kam b Li CtgM nab Lea ZTmrb, °nm es emOrg-n iur d a jtz saß onmittel Ca aber in btt neuer, uuft überall nur die i * ben meisten Mensch ben Seist an sich 6e inftmstn: ES liegt öftrer tßeit, in ben- ganzen Wissenschaft i btt von bem Materie persönliche Leben, ba Itchleiten ganz zu: dafür, baß man setz! lernt SeüMnbigkcit wissenschaftlichen Bett trübt Derjenige z. B Eib auf einem ganz f M. BtrÜtrt itn tflio ater nach ben 8f miifo "4 «ob ui ttuMfauftnh »uttn di, welche du Irr bieftc Durch du: «ß- sich,, lhaudeu um. A*?* «ft si„. ®le Tchijt, en °°s ei! i.11 kner 3n^n Aulagr ie oom Rhr« nächst durj efundcn hoi, 101 einzelne Wft wurden, lx$ Mejun^ 1 und Detttt >te SRößlidjitn all zeigt fo > die von der den gewahrt Mfiabenlini!, Stationen du» die Änlagr |tn Lusschluh. n, kennt mca e Gleicharch' cwc und hi e holzaulaji Mörtelwaun» inö bor adern |/e $um Thrii ten, Zichach nd, drr auch it. duh bleje ne ßtiftöiung Srtme bitthf :d dir Stein- er Signal» cre Linie nch ngen siiaw» namentlich ja auSgeführlm oun. Löscht ,b au|gebedti ker oder zwei n Flechlwktk. rS von einem Culturrestrn. agen im Oden- i müßen. Die lter der fcolj’ citn Pvukten ßsostenlöchern. bei ©innen- DoUftänbigtn der Altmühl- ernen Thüme. holen sich an! m Hönningen heim, aus der »«ft» »I»* ptelU«^ tat SÄ - Steinmauer, it von Lor- erfolg«, Zählwerk durch dir Umände- nher eine * dritten M -it stammende im-E nag bei« ie von L-l-^ enrepe Der Borsitzende des Vereins dankt dem Redner für feinen hochinteressanten, mit reichem Beifall belohnten Bor« trag. An der sich anschließenden DiScnssion betheiligten sich außer den Herren Major Weimer, LandgerichrSrath vr. Müller und vr. Zrmmer die Herren Oberbibliothekar Dr. Haupt und Prof. Dr. Gundermann. Beide betrachten die endlich befriedigende Erklärung deS Wortes ,Pfahlgraben", das von einer älteren Anlage auf die jüngere pfahllose leicht übertragen werden konnte, wie eine Erlösung anl dem seitherigen unbefriedigenden DeutungSzustand- ersterer »nterftützt nubem die gewonnenen Resultate durch Heranziehung deS schrtftsttllerisch'geschichtlichen Elements, wahrend letzterer da» sprachliche Moment — insbesondere da» Vorkommen von „Psahl-'^ und seinen dialectischen Formen in Orts- und Flurnamen — als e.n wichtiges Hilfsmittel in dieser Frage hervorhebt. Gießen, den 5. März 1896. •* Religiöse Vorträge. Am Freitag, den 28. v. MtS., sprach Herr Dr. Müller aus Leipzig vor sehr zahlreicher Zuhörerschaft au» allen Kreisen — der Leib'sche Saal war dicht besetzt — über die Frage: Gibt eS ein Leben nach dem Tode? Der Redner führte in über 1^2 ftünbfger Siebe etwa Folgendes au«: Es war in der jüngsten Zeit allge- weineS Glaubensdogma: wie der Körper, so hört auch der Mensch überhaupt nach d-m Tode auf. Dieser Satz ist eine nothwendige Folge des Materialismus, denn wenn eS keinen Geist gibt, ist eS selbstverständlich, daß es kein Fortleben nach dem Tode gibt. Die materialistische Weltanschauung wurde Mode und ergriff wie eine Epidemie alle Kreise der Gesellschaft. Woher kam diese schnelle und weite Verbreitung? Jede» Organ uud Vermögen verkümmert, wenn es nicht benutzt wird, wenn es sich nicht äußern kann. Der Mensch hat ein Organ für d aü Geistige wie für da« Sinnliche, es ist daS unmittelbare ErfaffungSvermögen des Geistes. Da aber in der neueren Zeit und in der modernen Wissenschaft überall nur die mittelbare Erkenntniß angewandt wird, ist den meisten Menschen dieses unmittelbare Derständniß für den Geist an sich geschwunden. Damit hängt das andere zusammen: Es liegt in dem ganzen veräußerlichten Leben unserer-Zeit, in dem ganzen veräußerlichten Betriebe der heutigen Wiffenschaft und ferner in den GeifteSanschauungen, die von dem Materialismus auSgingen, begründet, daß das persönliche Leben, daS Leben der Einzelnen als Persönlichkeiten ganz zurückgegangen ist. Ein weiterer Grund dafür, daß man jetzt keine Empfindung für den Geist und seine Selbstständigkeit hat, ist die Specialisirung in unserm wiffenschaftlichen Betriebe, die uns den Blick für da« Ganze raubt. Derjenige z. B., der einseitig Naturwiffenschaft stud.rt und auf einem ganz speciellen Gebiet seine Forschungen an» stellt, verliert den Blick für das Ganze der Natur, als solcher, aber auch den Bl ck dafür, roaS jenseits de» Sinnlichen liegt, für das Geistige. Hierin liegt der Grund, daß der Materialismus seinen S'.egeszug durch unsere moderne Menschheit nehmen konnte. Aber der Materialismus hat keinen realen Grund unter den Füßen für seinen obenangesührten Satz. Da» einzige Fundament ist die Abhängigkeit des Geistes vom Körper. Bon dieser Grunderfahrung aus schließt man, daß der Geist auch etwas materielles ist. Die völlige Gleichstellung des Geistes mit dem Körper ist natürlich em Unsinn, denn zur Jdend,tät von Vorgängen gehört die Gleichheit aller wesentlichen Merkmale- daS Geistige hat aber ganz andere Merkmale als daS Körperliche. Ferner behauptet man, der Geist und Gedanke sei nur eine materielle Gehirn- function. Dieser Grundsatz der materialistischen Weltanschauung widerspricht erstens dem Grundgesetz von der Erhaltung der Kraft, daS audfapt, daß die Summe aller Energie und Kraft im Universum conftant ist, und daß alles, alle Ver» Änderungen in der Erscheinung nur durch Wandlung der Der- theUung der Energie hervorgebracht ist im lückenlosen Zusammenhang. Hiernach scheint daS Geistige völlig in der Lust zu schweben. Auch kann sich doch die materielle Gehirn- function nicht in etwas Geistiges umsetzen. Zweitens ist der Begriff der Materie gar nicht so sicher und klar, als daß man auf sie seine ganze Weltanschauung gründen könnte. Wir wiffen gar nicht, waS Materie ist. Es gibt heute neben der mechanischen eine dynamische Weltanschauung, welche den Begriff der Materie eliminlrt. Drittens ist eS den Materialisten ganz unmöglich, auch nur einen psychischen Güsted- vorgang zu erklären. Viertens ist es ein logischer Fehler, wenn man die Thatsache bei wechselseitigen Abhängigkeit ideutifizirt mit einer causa!en Abhängigkeit. Es ist hier nur eine ganz enge Beziehung der Functionen auf beiden Gebieten festgestellt, die aber nicht umgesetzt werden darf in eine ursächliche Beziehung. Schon diese einzelnen Punkte zeigen und, daß der Materialismus w'ffenschaftlich ganz un- haltbar ist. Doch mit der Widerlegung des Materialismus ist keineswegs die Fortdauer des Geistes nach dem Tode bejaht. Vielen Men'chen beweist die Abhängigkeit des GetsteS vom Körper das Gegentheil. Daß der Geist vom Körper abhängig ist, ist eine bekannte Thatsache. Ebenso klar ist die Abhängigkeit deS Körpers vom Geist. So werden z. B. leichtere Krankheiten durch den Willen überwunden, andere und auch schwerere Krankheiten werden auf hypnotischem Wege geheilt. Gerade die Versuche mit Hypnose und Sug. gestion geben uns die Möglichkeit, etwas wenigstens den Geist zu erkennen, wenn es auch völlig unmöglich, das Wesen des Geiste» ganz in seinem Wesen zu erkennen. Wenn z. B. ein bypnotifirteS Mädchen dem Hypnotiseur die allergenauesten unb zutreffendsten Aussagen über eine Person macht, die fern von ihm weilt, so können wir daS nur erklären, wenn wir die Lösbarkeit und Unabhängigkeit des Geistes vom Körper annehmen. Fragen wir ferner den menschlichen Geist selbst, ob eS eine Existenz des Geiste» nach dem Tode giebt. Es ist ganz sicher, daß bi» zum Anbruch der materialistischen Epoche die größten Denker daran glaubten. Man darf nicht einwenden, daß die Menschen nicht zu allen Zeiten die Gewißheit der Unsterblichkeit hatten. ES ist selbstverständlich, solange sich in grauer Borzeit die einzelne Persönlichkeit noch nicht losgelöst hatte von dem gesammten Leben der Gattung, der Familie und deS Volkes, so konnte sie keinen Instinkt dafür haben. Der Mensch hatte damals nur einen Instinkt für die Gattung. Sobald aber der einzelne sich von der Gesammtheit abhob unb sich selbst, seine individuelle Persönlichkeit ergriff, so sehen wir, daß unmittelbar die Gewißheit der Persönlichkeit mit der der Unsterblichkeit verbunden ist. Je mehr ein Mensch sich erkannt hat in seinem persönlichen besonderen Sein, um so sicherer ist er von der Fortexistenz deS Geistes nach dem Tode überzeugt. Andererseits ist es dann wieder ganz verständlich und begreiflich, daß in den Menschen heut zu Tage, die weder ein Auge für den Geist haben, noch bewußte Persönlichkeiten find, daß in diesen Menschen der Jnstinct für die persönliche Unsterblichkeit nicht mehr zu finden ist. Der einzige Mensch, der eine vollkommene Persönlichkeit war, und an den wir unS deshalb in dieser Frage zu wenden haben, ist Jesus von Nazareth. Deshalb müssen wir von vornherein postuliren, daß bet ihm der Jnstinct für die individuelle Fortdauer nach dem Tobe am klarsten geworden ist. Wenden wir uns an diese Stelle, so bekommen wir mit der wünschens- werthesten Klarheit die Antwort: „ES gibt ein Leben nach dem Tode." Ferner offenbart und Jesus, daß wir alle keimhafte Persönltqkeiten sind, die zur Entwicklung kommen sollen. Damit geht Hand in Hand, daß dieser Keim ein ewiges Sein hat. DaS große Wirken Jesu ist eine Fortführung der MenschheitSentwicklung aus die Ewigkeit hin, d. h. der Mensch ist unsterblich. Mit dieser Antwort Jesu stimmt die persönliche Erfahrung jedes Einzelnen überein, der durch Jesus in Beziehung mit dem lebendigen Gott getreten ist. In dieser religiösen Erfahrung wurzelt unser Glaube an die Unsterblichkeit bed Christud in seinem tiefsten Grund. Es giebt nun aber auch, wenigftend für mich, wie Redner fortfährt, einen Beweis für die Möglichkeit bed Fortlebens unfered Geisted, nämlich die Auferstehung Jesu. Den Hauptgrund, den man gegen sie einwendet, ist der, daß wir diese Geschichtdthatsache nicht mit unserer modernen Weltanschauung vereinen können. Aber widerspricht cs der modernen Weltanschauung, daß ein lebendiger Gott existirt, daß es neben dem ordentlichen uud mittelbaren Wirken Gottes noch ein außerordentliches, unmittelbare» und persönliches Eingreifen Gottes in die natürlichen Vorgänge giebt? Nein. Aber es handelt sich darum, ob wir hier eine Geschichtdthatsache haben. Die Auferstehung ist nicht nur bezeugt in den Evangelien, sondern auch in einem der historisch treuesten Documente, die wir überhaupt besitzen, im ersten Brief bed Paulus an die Korinther. Man hat die Auf. erstehung erklären wollen durch die VifionShypothese, die aber hat zur Voraussetzung eine krankhafte Nervenbelastung. Es ist nun doch ganz unwahrscheinlich, daß die 12 Jünger und 500 andere Menschen, die den Auferstandenen gesehen haben wollen, nervös belastet waren. Die weitere Einwendung, die Visionen steckten an, ist noch nicht nachgewtesen. Wir sind deshalb gezwungen, die Auferstehung als ein geschichtliches Factum anzunehmen. Wenn aber einmal die Schranken de» Todes durchbrochen wurden, so ist der Durchbruch vom Tod zum Leben überhaupt möglich. — Der Vortrag wurde, wie alle vorhergehenden, mit größter Spannung augehört und mit herzlichem Beifall ausgenommen. Er wird sich, wie auch die früheren Vorträge, nicht so leicht im Gedächtnlß der Zuhörer verwischen, denn er bot wieder eine Fülle von anregenden Gedanken. Mit ihm schließt der Cyclud. Aufrichtigsten Dank folgt Herrn Dr. Müller bei seinem Weggang für feine tiefgehenden geistvollen Vorträge und mit dem Dank verbindet sich die Bitte und der Wunsch: Auf Wiedersehen in unserer Stadt, hoffentlich schon im nächsten Winter! ** DaS Pilsener vier wird billiger. Diese Botschaft dürfe in den weitesten Streifen lebhafter Sympathie begegnen. Der Preis dieses Bieres wurde durch ein von den beiden Pilsener Brauereien geschickt geschaffenes Monopol dis jetzt in ziemlicher Höhe gehalten. Nun wird im Juni eine dritte Brauerei in» Leben treten, die ein Eartell mit den beiden andern ablehnte. Die beiden älteren Gesellschaften wollen in Folge dessen einen Concurrenzkampf mit der neuen aufnehmen und sie, obgleich diese schon billigere Preise in Aussicht gestellt hatte, noch unterbieten. Außerdem droht aber den Pilsener Brauereien von München her eine gefährliche Concurrenz, da auch dort eine Brauerei in der Gründung begriffen ist, die ein dem Pilsener ebenbürtiges Fabrikat erzeugen soll. (Wir denken übrigens, daß sich das in Gießen gebraute Pilsener auch mit In Concurrenz stellen kann.) Die Furcht der Pilsener vor der Concurrenz ist so groß, daß sie ihre Preise in einem Augenblicke herabsetzen, der eher zu einer Preissteigerung veranlassen könnte. Die Staatsbahnen haben nämlich die Transportpreise für das Gebinde beträchtlich erhöht. _____________ n. Friedberg. 4. März. Der hiesige Vorschuß- und Creditverein erzielte im abgelaufenen Jahr einen Reingewinn von 46,040 Mk. 73 Pfg. Die Einnahmen und Ausgaben erreichten die Höhe von je 12,239,627 Mk. 66 Pfg. Die Mitgliederzahl beträgt 1073. n. Vo» der Nidda. 4. März. Die jungen Gänschen werden eben, wenn sie kaum dem Ei entschlüpft sind, mit 1 Mk. 20 Pfg. bis 1 Mk. 50 Pfg. per Stück bezahlt. Händler haben allerdings auch schon junge Gänse, welche bereits flügge sind. ES sind hier namentlich einzelne Orte, in welchen die Gänsezucht stark betrieben wird. Man läßt daselbst die Gänseeier von Hühnern audbrüten, in denen man die Brutlust künstlich geweckt hat, weil man dabei nicht daS Ende der Legethätigkeit der Gand abzuwarten braucht; denn es liegt im Interesse der Züchter, recht bald markt- fähige Waare zu haben. Je früher die Gänse nämlich schlachtbar sind, desto theurer werden sie in Frankfurt bezahlt. Da den Leuten nicht immer besondere geeignete Räume zur Verfügung stehen, trifft man die junge Gesellschaft sammt ihrer Stiefmutter gar oft, namentlich an rauhen Tagen, im warmen Wohnzimmer. — Die Preise für die Zucht ferkel sind in letzter Zeit in die Höhe gegangen. Im Handverkauf werden für bad Stück 6 btS 8 Wochen alter Ferkel, je nach Qualität, 10 bid 14 Mk. gegeben. Märkte wurden seither wegen der Maul- und Klauenseuche nicht abgehalten. — Dad Pfund Schlachtgewicht der fetten Schweine bezahlen die Metzger eben mit 44 bid 46 Pfg. Der Ladenpreis beträgt in den einzelnen Orten 50 bid 55 Pfg. für bad Pfund. — Dad Kartoffelgeschäft gewinnt jetzt, da die Witterung den Transport erlaubt, allmählig Leben. Für feinere Sorten zahlt man bid zu 5 Mk. für das Malter, geringere Sorten gelten 3 Mk. Die eben In den Handel gebrachten Kartoffeln müffen ohne Tadel fein, denn sie sollen al» Steckkartoffeln Verwendung finden. — Auch da» Heu ist eben ein viel umgesetzter Artikel. Der Gentner wird mit 2 bi» 3 Pik. bezahlt. In der letzten Heuernte galt der Gentner 1 Mk., mitunter noch weniger. Ed wird also hieran ein ganz hübscher Gewinn erzielt. 0. Aus Oberhesseu, 1. März. Verschiedene öffentliche Blätter brachten kürzlich die Nachricht, daß in unserer Provinz der Glaube an Hexen noch nicht erloschen sei. Ein Beispiel, das sich kürzlich zutrug, beleuchtete diesen traurigen Wahn in eigenthümltcher Weise. Dem Schreiber dieser Zeilen kam irn vorigen Jahre ein Fall vor, welcher bewies, wie sehr der Aberglaube über Hexen, böse Geister, Unholde, Alpdrücken, Berufen oder Behexen von kleinen Kindern, Verderben von Vieh noch im Volke steckt. ES bedurfte der größten Anstrengung, zwei irregeleitete Frauenzimmer wieder auf den rechten Weg zu bringen, und nicht viel hat gefehlt, so wäre ein gewaltiger BeleidigungS- und VerläumdungS- prozeß entstanden. Die meisten Anhänger des HexenglaubeuS finden sich auf dem Lande unter den älteren Bauersfrauen, welche noch in den dreißiger Jahren, ober auch etwa» später die Schule besuchten. Damals wurde noch wenig Naturgeschichte und Naturkunde in den Schulen gelehrt. Wer ordentlich lesen, schreiben und die vier Specie» rechnen konnte, war ein kleiner Gelehrter. Noch viel verbreiteter al» der Hexenglaube ist der Glaube an dad Sympathiebrauchen bei gewissen Krankheiten und Gebrechen. So wird z. B. die Mundfäule meistens durch Blasen und Sympathiebrauchen auf dem Lande curirt. Neffelsucht behandelt man ähnlich. Hautausschläge, Umlauf an Fingern, Geschwüre u. dgl. m. heilt man durch Blasen und Sprüche kluger Männer, unter denen Wasenmeister, Schäfer und Gurschmiede eine hervorragende Rolle spielen. Manche dieser Naturärzte verschreiben auch Recepte, auf denen Sternanis, Eibisch, Fenchel unb ähnliche Arzneipflanzen zu einem ungefährlichen Thee ver- sinigt erscheinen. Gegen bad Berufen und Behexen der kleinen Kinder schützen Zettelchen, die unter Anrufung der drei höchsten Namen in ein Läppchen eingenäht und von dem Kinde auf der Brust getragen werden müffen. Dem behexten Vieh werden heute noch eigevthümlich beschriebene Zettelchen in dem Futter zu freffen gegeben. Vor zwei Jahren brachte der „Gieß. Anz." eine Erzählung „Die Hexe von Singen- heim" - darin war der Hexenglaube als nichtig unb ver- bammungSwürbig hingestellt. Die Erzählung hat unter dem abergläubigen Landvolks bedeutenden Eindruck gemacht, und viele bekehrt. Es werden aber noch Jahrzehnte vergehen, bis der Hexenwahn ganz verschwunden ist. Gegen diesen schädlichen, mitunter sogar gefährlichen Aberglauben muß noch mehr mit Wort und Schrift angekämpst werben. Wer den Berus bazu fühlt, unb bie Befähigung bazu besitzt, sollte mit seinen Gaben nicht hinterm Berge halten. Schiff-ncrchvichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Gerl Loos uno I. M. Schulhof. Bremen, 2. März. fPer transatlantischen Telegraph.! Der Postdampscr Halle, Eapt. I. Roben, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, tft gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyoik angekommen. Literatur — Die Kritik, Wochenschau des öffentlichen Lebens. Herans- gegeb.n von Karl Schneidt. 3. Jahrgang. Preis vierteljährlich 5 Mk. Einzelne Nummern 50 Pfg. Probenummern durch jede Buchhandlung zu beziehen. Kritik-Verlag, Berlin NW., Louisen- firaße 36. Nr. 74 vom 29. Februar 1896 enthält unter Anderem: Stumm. Römisches ober deutsches Recht von Dr. L. Kublenbeck. Die drei Stufen der Religion von Ottomar Beta. Hieb und Stich von Mephisto. Der Philosophie eine Gasse von HanS von Gumppen- berg. Der Fall Weinaartner von Daul Ertel re. Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle in Gieße». 9. Woche. Vom 23. Februar bis 29. Februar 1896. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 000 (tncl. 1600 Mann Militär). SterblichkrrtSziffer: 31,64, nach Abzug der Ortsfremden 22,60o/gc. Kinder Anm. Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. ES starben an: Zufammeu: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.-15. Jahr: Lungentuberkulose 4 (1) 4 (1) — — Gelenktuberkulose 1 CD 1 (1) — — Lungenentzündung 3 (1) 2 (1) 1 — Bronchitis 1 1 — Schlagflutz 1 (1) 1 (1) — — Herzfehler 1 1 — —— Lungenerweiterung l 1 — — Unbekannte Krankh. 2 — — 2 Summa: 14 (4) 10 (4) 2 2 Wenn man das Gutachten des Herrn Dr. G G. Wtttstein in München über das von Carl Rettet hergestellte Haarwasser liest, so wird man unwillkürlich zu der Ueberzeugung gelangen müssen, daß man es hier mit einem Mittel zu thnn hat, daS nicht nur keine nachtheiligen Folgen auf die Haare, sondern einen wohlthätigen Einfluß auf das Wachsthum derselben ausübt. Diese Beobachtung wird nunmehr seit mehr als 28 Jahren ganz allgemein bestätigt und hat sich das Wasser in Folge besten, unter Berücksichtigung deS enorm billigen Preises einer geradezu abnormen Nachfrage zu erfreuen. 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