1806 Erstes Blatt 130 M W Fernsprecher 5L kfdtflL Amts- und Anzeigeblutt für den Arers lKielzen Gratisbeilage: Gießener Jamittenblätter. Anrtticher Tbeil Sitzung auSfällt. 0Uständigte[ für Lest ettli ;iu Mw- ■ IbBiilwt ooi Innigen zu der Nachmittag« für bee (•ktqrt r Lag erscheinendm Nummer bi« Bonn. 10 Uhr. Freitag den 5, Juni Der •We A-tetier e e*e: täglich, »Ml: j«ahme de« fcntog«. h Sie-en er wn*r.-> m Anzeiger Eine lange Debatte emsplant fich über die Vorlage der Großh. Regierung wegen Herabsetzung deS ZinS. futzeS bei Darlehen aus der LandeScreditkafse. Der Finanzausschuß hat den Zinsfuß auf 3x/a pCt. und die Amortisation auf '/. pCt. festgesetzt. Abg. HaaS will 3‘/< pCt. und '/, pCt. Tilgung, die Erste Kammer 3»/. und 1 pLt. Tilgung vorgesehen haben. StaatSminister Finger und Finanzmintster Weber warnen vor zu großer Redu- cirung de» Zinsfußes im Interesse der Spar- und Credit. lasten deS Landes. An der weiteren Debatte, die sehr oft ins Persönliche übergreift, betheiltgen sich die Abg. Heiden» reich, Ulrich, Dael von Köth, Dr. Schroeder und HaaS. Die Abstimmung, die namentlich vorgenommen wird, ergtebt die Ablehnung der Anträge deS Abg. HaaS mit 20 gegen 17 Stimmen. Dagegen fand der Antrag der Mehrheit des Ausschusses, den Zinsfuß bet der Landescredit- lasse auf 3«/2, die Amortisirung der Darlehen auf •/< und die BeleihungSgrenze auf 50 pCt. des TaxwertheS fest» Deutscher Reichstag. 96. Sitzung. Mittwoch, den 3. Juni 1896. Aus der Tagesordnung stehen die Anträge Auer und Gen. sowie Ancker und Gen., belr. Versammlungs-und Vereinsrecht. Die Commission schlägt einen von ihr vereinbarten Gesetzentwurf vor. S 8 desselben erklärt alle Deutsche für berechtigt, sich ohne obrigkeitliche Erlaubntß friedlich und unbewaffnet zu ver- fammeln. Von politischen Versammlungen sollen Minderjährige ausgeschlossen sein. Lohn-Angelegenheiten gelten nicht als politische klagen^u entMen^ übrigen SS 5 bis 18 werden debattelo» ge- Freitag 2 Uhr: Börsengesetz. Schluß 5Vz Uhr. ft 112 de» Reichs-Gesetzblatt», ausgegeben den 30. v. M., enüjfiifc , (Ur. 2304.) Gesetz, betreffend Abänderung de» Zucker« fiemirrktties.es. Vom 27. Mai 1896. (lr. 2305.) Bekanntmachung, betreffend die Redaction des ii Hlilasteuergefetzes. Vom 28. Mai 1896. Jlr. 113 de» Reichs-Gesetzblatt», ausgegeben den 30. v. M., entfcNi: (Ar. 2306.) Gesetz zur Bekämpfung der unlauteren .WettMcrbe». Vom 27. Mai 1896. (Kr. 2307.) Gesetz, betreffend den Abgabentarif für den iaifar Wilhelm Kanal. Vom 27. Mai 1896. || iflc. 2308.) Verordnung wegen Ergänzung der Ver« ldiMij'. ivom 16. August 1876, betreffend die Cautionen der i ki der Militär- und der Marineverwaltung angestellten Beocultn. Vom 20. Mai 1896. 9i:ii rls fistentinnrn im nächsten Budget in Aussicht frischer l i. Metz? aße 1 unb fr »olff» telegraphische» Eorrespondenz-Bureau. Berlin, 3. Juni. Die „Berl. Corresp." schreibt: Der Arbeit-Minister ordnete wegen der vorauSzusehenden, sehr erheblichen Anforderungen an die LieferungSfähig- fett der Eisenbahnen im Herbst d. I., bei dem schon in gegenwärtiger Jahreszeit andauernd starken Bezug von Jndustrtekohlen, an, daß nicht nur bet der Ergänzung und Erweiterung deS Wagenparkes jede unnöthige Verzögerung vermieden werde, sondern auch mit der Ausführung der im Etat vorgesehenen Ergänzungs- und Erweiterungsanlageu auf den Stationen schleunigst vorgegangen werde. Außerdem wird angeordnet, daß in den großen Kohlenversandtbezirken eine erneute Prüfung der vorhandenen Anlagen auf ihre Zn- länglichkeit vorgeuommen werde, und daß, sofern eine außer« ordentliche Vervollständigung schon in diesem Jahre sich als unumgänglich erweise, alsbald die entsprechenden Anträge gestellt werden. ,,,, Berlin, 3. Juni. Die Budgetcommission bei Reichstage» begann bie Berathung de» Gesetzentwurf», bett. Abänderung des Gesetze» über die Friedenspräsenz» stärke. Der KriegSmmister erklärte, die Durchführung de» jetzigen Entwurf» sei möglich mit zweijähriger oder dreijähriger Dienstzeit. Bedingungslos seien die Anfragen wegen der zweijährigen Dienstzeit von keiner Commandobehörde beantwortet. Ein weiterer Versuch mit der zweijährigen Dienstzeit Bekanntmachung, bc&lftol die Zulassung von Loosen auswärtiger Lotterten zum Vertrieb im Großherzogthum. Slchh. Ministerium des Innern und der Justiz hat dem 'Jelmin ISerliner Künstler" die Erlaubntß ertheilt, dte Loose stiert in Verbindung mit der in diesem Jahre in Berlin stüt:iAlltel den internationalen Kunstausstellung zu veranstal« tc.cki mVerloosung von Kunstwerken (Oelgemälden, Aquarellen, RupJ1 Mitten, Radirungen re.) innerhalb de» GroßherzogthumS zu ! Dirtrc'iben. Mi dem von der zuständigen Behörde genehmigten rrMaugSplan dürfen 600000 Loose zu 1 Mark aus- -.ß ah cwerden, die in drei Serien zu je 200000 Loose zur r LvS'ÜPtelung gelangen. 9iüßen, den 3. Juni 1896. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. «llr Annonckn-Bureaux de« In- und Äullanbe« nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. den Verhandlungen der Zweiten Kammer der hessischen Stände. nn. Darmstadt, 3. Juni 1896. Eie Sitzung beginnt um x/^10 Uhr. Zur Derhand- ..«glicht zunächst eine Anzahl Rückäußerungen Erster K a Imme t, dte entgegengesetzte Beschlüsse zu diesen Gegen- Th »« «°»°° b« W°„--bur, unbi SiDioffen auf Einführung directer Wahlen für t etut hntotttg, dem die Erste Kammer nicht beigetreten ist. ta^lwrzer Debatte beschließt das HauS mit 20 gegen 12 . j mimen, den Beschluß de» anderen HauseS anzunehmen. 8ez,itglich de» Antrages HaaS und Genoffeu auf Auf- eli^kideSWetnsteuergesetzeS vom 9.December 1876 . Lslch!zr dte Kammer mit 20 gegen 16 Stimmen, auf dem srüMiür Beschluß zu beharren. In gleichem Sinne wurde reuten bezüglich der Ortszulagen der Hochbau« un^er und der Gehalts- und Dienstverhältnisie der 2t:ifsn ctSeinnehmer deS GroßherzogthumS. Auch be- • aüflnlk tet Gesuche der Steueraufseher um GehaltS- au -Ifll! serung wird Beharrung auf früherem Beschluffe | Rückäußerung wegen Erbauung einer Neben- Ha chen Bensheim-LindenfelS und einer Neben« da L durch daS Modauthal nach Lindenfels wird daht«i> beledigt, nachdem der RegierungS-Verrreter, Minister»« Üitb Michel Erhebungen für beide Linien in Aus- ^chiltMt, dem Beschluß Erster Kammer beizutreten. DeSgl. wtrÄikzilgltch der Nebenbahn Oppenheim-Groß-Gerau unrä.'p.penheiw«Darmstadt dte gleiche Erklärung ab« gegflitu, und nachdem noch Abg. Osann dte Berücksichti- gmpq-om Trebur in Anregung gebracht hat, auf früherem Bifrtr(i56rigfr >6on*rmcit5|irtU.' 2 Mark 20 Pfg. mt» Bnngtrlobn. \ Durch bie Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Rebactien, irptbitior unb Druckerei: Staatssecretär v. Bötticher: Herr Rick.rt weiß, daß die verbündeten Regierungen zu Initiativanträgen immer eist dann Stellung nehmen, wenn Beschlüsie dieses Hauses in zweiter Lesung vortiegen. Hiervon in diesem Falle abzuweichen, liegt kein Anlaß vor. Ich bin daher auch nickt in der Lage zu sagen, ob dte verbündeten Regierungen einen Gesetzentwurf, wie er vier vorliegl, wenigstens insoweit zu acceptiren geneigt wären, als er den S8 des preußischen VeretnsgesetzeS — das Verbot des in Verbindung rclens politischer Vereine - aufhebt. Ich bin um so weniger in der Lage darüber Auskunft zu geben, als sich dte verbündeten Regierungen fett 1894 nicht mit dem Veretnsrecht befaßt haben. Damals zeigte fich, daß tm Allgemeinen dte Regierungen an denjenigen gesetzlichen Bestimmungen in den Etnzelstaaten, die dem Bedürtniß genügten, nicht zu rütteln wünschten. Herr Rickert hat an daS Versprechen der Regierungen vor 24 Jahren erinnert. Damals wurden auch in der That Vorarbeiten gemacht, sie schetterten aber an der verschiedenartigen Auffaffung der einzelnen Regterungm, dte meisten R'• m hihel, W ist «ttheit: lonaise, benMe H Zement«. fafll: Ti nichorchtstn nigi Bier im G on 20 Pfg, tw-chstntr, flnih Saufonb zur fr !>hm Htsstn objrir i Btsuch btt Sa:-. rtdjt6trriiif$i Gieheu. 300000 lein Sager unb I in KahrrLdmi ä Sehr müblflt Pu ubthStthtüt in grr . Krogm Ketzsteittgasst» oooooc Berlin, 4. Joni. Der Kaiser besuchte gestern nicht, Berlin, 4. Juni. Die Angestellten der Privat- post traten heute früh in einen allgemeinen AuSstanb ein. 9262 Stimmen, v. Arnim (conservativ) 8344 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt. Berlin, 4. Juni. Wie daS „Tageblatt" hört, ist der Firma E. S. Mittler & Sohn der Druck bei Armee- Verordnungsblattes gekündigt worden. Berlin, 4. Juni. Die „Kreuzzeitung" meldet aus Wien: Ein Eingreifen des Kaisers in die Ausgleichsverhandlungen bezüglich der Quotenfrage scheint bevor zu stehen. Berlin, 4. Juni. Gegen den Prediger Professor Dr. Freiherr v. Soden soll, einer BlLttermeldung zufolge, vom Confistorium wegen seiner Rede auf dem evangelischsocialen Congreß, die bekanntlich die Veröffentlichung des kaiserlichen Telegramms gegen Stöcker betraf, ein Verfahren eingeleitet worden sein. Wien, 4. Juni. Wie sich herauSgestellt hat, herrscht die Cholera in Egypten schon seit 8/e Jahren. DieS hat die dortige Regierung bis vor Kurzem verheimlicht. Hier verlangt man gegen dieses VertuschungSsvstem scharfe Maßregeln. Parts, 4. Juni. Dem „Jour" zufolge wurden für den Besuch des Präsidenten Faure bei dem Grand-Prix von LongchampS und dem Grand-Steeple von Auteuil feindliche Demonstrationen geplant. London, 4. Juni. Nach einer Meldung aus Shanghai, die allerdings noch der Bestätigung bedarf, wurde der deutsche Jnstructionloffizier Krause von der Leibwache deS Vice- königS von Nanking ermordet, angeblich auf Anstiftung hochgestellter Persönlichkeiten. Um Genugthuung zu verlangen, soll daS ganze deutsche Geschwader in den chinesischen Gewässern nach Nanking beordert worden sein. Auch sollen dem Vernehmen nach die sämmtlichen in chinesischen Diensten stehenden Militärs abberufen werden. scheine nicht in Frage gestellt. Mit dem Säbel brauche man nicht zu raffeln, denn der Frieden sei auf lange Zeit gesichert. Ueber die zweijährige Dienstzeit werde die Regierung bis 1899 nicht zu einem abschließenden Urtheil gelangen. Im Frieden habe sie sich bewährt- wie sie sich im Kriegsfälle bewähren werde, sei abzuwarten. GodeSberg, 3. Juni. Der Afrikareisende Gerhard RohlfS ist in seiner Villa bei Godesberg gestorben. — (Gerhard RohlfS, der ein Alter von 65 Jahren erreicht hat, ist einer der verdienstvollsten Afrikaforscher- ihm danken wir namentlich die genauere Kenntniß von Marokko. Von Beruf Arzt, hatte er 1855 bis 1860 im französischen Dienste die Feldzüge in Algier mitgemacht. Er begab sich von da nach Marokko und durchreiste daS ganze Land tu der Verkleidung eines MuselmanS. AlS erster Europäer durchforschte er 1862 die Oase Tafilet. Hierbei wurde er aber überfallen und so schwer verwundet, daß er kaum dem Tode entrann. Im nächsten Jahre durchforschte er die Oase Tuat, die er ebenfalls als erster Europäer bereiste. Hieran schloß sich später noch eine Reihe anderer Forschungsreisen in Afrika, die alle eine Bereicherung unserer Kenntnisse über Afrika brachten- u. A. gehört er auch zu den Erforschern AbeffyntenS. Dem König Johannes von Abeflynten überbrachte er 1880 ein Schreiben del deutschen Kaisers. 1884 wurde er zum Generalkonsul ernannt und ging Ende dieses Jahres nach Sansibar als deutscher Reichscommiffar - doch entsprach er hier nicht den auf ihn gesetzten Erwartungen, ihm selbst sagte wohl auch eine so gebundene Stellung nicht zu, und schon im August 1885 kehrte er nach Deutschland zurück. Bern, 3. Juni. Der Stäuderath bewilligte heute ohne Debatte einen Zuschuß von 1 Million Francs an den Kanton Basel-Stadt zur Fortführung des Hüning er Canals bis Basel. Wien, 3. Juni. Der Baumgartner-PreiS der Akademie der Wiffenschaften wurde heute in der feierlichen JahreS- Sitzung Lenard und Roentgen für ihre Arbeiten über die Kathodenstrahlen zuerkannt. Wien, 3. Juni. Die Akademie der Wissenschaften wählte in einer gestern stattgehabten außerordentlichen Sitzung zu Ehrenmitgliedern: die Profefforen Hering (Leipzig), Albrecht Weber (Berlin) und zum correspon- dtrenden Mitgliede Profeffor F. Hoff (Berlin). Masfana, 3. Juni. Auf dem Schlachtfelde von Adua i wurden am 30. Mai 1072 Weiße und 39 Eingeborene bestattet. Im italienischen Lager treffen noch immer frei- gelaflene Gefangene ein. Kairo, 2. Juni. Gestern waren in Alexandrien 5, in Kairo 35 und in anderen Orten 45 Todesfälle an Cholera zu verzeichnen. In Kairo befinden sich noch 162 Cholera-Kranke in Behandlung. Seit September v. I. find 3030 Erkrankungen an Cholera vorgekommen, von denen 2523 einen tödtlichen Auögang hatten. Depttch» bet tieteax .Hrrsld* Berlin, 3. Juni. Bei der Stichwahl im ReichStagS- wahlkretfe Rupptn-Templtn wurden bisher gezählt für Lessing (frs. VolkSp.) 7235, für v. Arnim (cous.) 4352 Stimmen. Die Stimmenzahlen der ländlichen Bezirke stehen noch aus, bet denen die Entscheidung liegt. Berlin, 3. Juni. Der „RetchSbote" schreibt: Am Sonntag fand hier die große Regatta auf dem Müggelsee statt. Der Kaiser hat der an ihn ergangenen Einladung nicht Folge geleistet. DaS Hofmarschallamt hatte auf dieselbe geantwortet, daß der Kaiser besten! danken laffe, aber bedauere, an der zur Zeit deS Hauptgottesdienstes statt- findenden Regatta nicht theilnehmen zu können. Daraufhin hatte der Club die Regatta um eine Stunde verlegt, der Kaiser erschien jedoch nicht. Frankfurt a. M., 3. Juni. Die „Franks. Ztg." meldet auS Sofia: DaS Centralcomits der Macedonter hat den Plan zur Einführung vonReforwen in ber Türkei veröffentlicht. Der Hauptzweck der Publication scheint zu fein, die Bewegung wieder anzufachen. Von gut unterrichteter Seite erfährt der Correspondent deS oben genannten Blattes, daß das Heroortreten der Commission mit dem Eintreffen der erwarteten Subfidten aus England zusammenhängt. Trotzdem herrschen keine Besorgniffe, da die Stimmung entschieden gegen die Action gegenüber der Türkei und den Mächten engagirt ist. Köln, 3. Juni. Ueber die Ursache der Katastrophe in Moskau meldet der dortige Correspondent der „Köln. Ztg.", daß behauptet werde, die Wagenführer hätten mit dem Werfen der Packete, welche Eßwaren enthielten, nicht etwa einen Scherz beabsichtigt, sondern vielmehr einen bestimmten Zweck verfolgt. Die Wagenführer wollten nämlich baß Volk zum Sturm unb zum AuSrauben ber Wagen reizen, um den angeblichen großen Fehlbetrag bei der Gesammtlteferung der Festbeköstigung zu verbergen. Den nach Brod und Wasser verlangenden Leuten wurde beim Herannahen deS Wagen- zuges zugerufeu: „Da kommt daß, waß uns der Kaiser für heute zugedacht hat! Holen wir eß uns gleich!" worauf die Katastrophe erfolgte. Der Zar erhielt alsbald die Meldung davon und wollte, aufs Tiefste erschüttert, die Festlichkeiten, namentlich fein Erscheinen Abends auf dem Ballfeste ber frenzöfischen Botschaft, absagen lassen. Hiergegen legten sich tnbeß hohe Würbenträger, namentlich ber Minister beß Aeußeren, inß Mittel, welcher letztere ben Besuch auß politischen Grünben für nothwenbig hielt. Braunfchweig, 3. Juni. Die hiesige Jute spinnerei, die größte Deutschlanbß, würbe heute vormittag von einem großen Feuer hetmgesucht, welches noch in ben Nach« Mittagsstunden nicht gelöscht war. Mehr all 1800 Arbeiter finb brobloß. Karlsruhe, 3. Juni. Die zweite Kammer nahm einstimmig daß Gesetz, betr. die Einführung amtlicher Wahleouvertß bei ben LandtagSwahlen, an. Moskau, 3. Juni. Von unterrichteter Seite wirb die Zahl der Tobten bet ber Katastrophe am Samßtag auf I wie angekünbigt war, bas Girandola-Feuerwerk und die Lichte beß Evangeliums zu besprechen und in Marineschauspiele. | r " " * _ CocaUs nnb provinzielles, Gießen, ben 4. Juni. • • Militärdieustuachrichten. Die Asfistenz-Aerzte 2. Klaffe ber Reserve Dr. Sickinger vom Laubw.-Bezirk Mainz, Dr. Toepfer vom Lanbw.-Bezirk Gießen, Dr. Walther vom Lanbw.-Beztrk Gießen zu Assist.-Aerzten 1. Kl.- ber Unterarzt ber Reserve Hensay vom Lanbw.-Bezirk Mainz zum Assist.-Arzt 2. Kl. befördert. Dr. Hueßker vom 1. Großh. Hess. Jnf.-(Leibgarde-)Regt. Nr. 115 der Character alß Ober-StabSarzt 1. Kl. verliehen. Den Stabßärzten der Landw. 2. Aufgebots Dr. Koch, Dr. Frank vom Landw.- Bezirk Mainz, ber Abschieb bewilligt. • • Marineverein. Nach bem großen Kriege 1870/71 fühlten bte alten Kampfgenoffen baS Bebürfniß, sich in Ver- einigungen zusammen zu thun unb VaterlanbSliebe unb Treue zu Kaiser unb Reich zu pflegen. Da wollte auch baS jüngste Kinb unserer Wehrmacht, die blauen Jungens zur See, nicht zurückstehen unb grünbeten vor nunmehr sechs Jahren unseren ersten Martneverein. In rascher Folge entstauben 65 solcher Vereine, welche sich als Marinevereinigung unter baß Pro- tectorat beß Prinzen Heinrich von Preußen stellten. Eine Sterbekaffe würbe gegrünbet, welche sehr segensreich wirkt unb heute bereits ungefähr 4000 Mitglieber zählt. Selbst- verstänblich blieben auch unsere Jungens bes SalzwafferS in Gießen nicht zurück. Sic grünbeten am ,14. April 1892 den Marineverein zuerst mit 11 Mitgliedern, jetzt zählt der Verein bereits die stattliche Zahl von 32 Mitgliedern. Nun trat auch an unseren Marineverein die Frage der Fahne heran. Vor zwei Jahren wurde die Angelegenheit in die Hand genommen unb fanb allgemeinen Anklang. Kamerab Ohr unb ganz besonberS besten Frau Gemahlin haben sich große Derbtenste um bte Sache erworben. Frau Ohr stickte eine Fahne, welche tn beß SBorteß vollster Bebrütung ein Kunstwerk ersten Ranges genannt werben kann. So soll nun diese Fahne am 14. d. Mts. die Weihe erhalten, und munter rüsten unsere blauen Jungen zum schönen Feste. Auswärtige Marinevereine stiften Fahnennägel, und wollen sich recht zahlreich am Feste beteiligen. Da nun auch noch Herr Pfarrer Dr. Naumann, dem hiermit voraus herzlicher Dank gesagt sei, die Weiherede Übernommen hat, so verspricht daß Fest ein wirklich schönes und unsrer Stadt würdige- zu werden. Der Martneverein wird Aufführungen bieten, welche baß Fest zu einem besonberS schönen gestalten werben. Wir wünschen bem Marineverein zum fröhlichen Gedeihen beß Festeß ein herzliches „Volldampf" voraus. • * Zur Nachahmung empfohlen! Daß Polizeiamt Darmstadt erläßt nachstehende Bekanntmachung: „Infolge verschiedener, in letzter Zeit bet uns eingelaufeuer Beschwerden Versammlung am ersten Tag. Von den für die ©ertsz: gewonnenen Rednern seien genannt: Stadtpsann >-i aus Stuttgart unb Professor Zimmer au.' (am 10. Juni Nachmittags 2*/a Uhr im ©aalhj „Frauenfrage"), Hosrediger a. D. Stöcker aub Naumann auS Frankfurt a. M. (am 11. Juni vormü^s ll'/z Uhr Im Saalbau über „Die innere Wfon : ? Arbeitslosen"). Möchte bie wichtige Berfamtrljr; Freunben der inneren Mission in Oberht-m b i.-; -.vt besucht werden, als ihre Bedeutung es tierbttm n. Staben, 3. Juni. Eine Bruthenne des Ö-iltttyn Hammel hier hat vor 8 Tagen ein Hühnchen mit 4 St-rc außgebrütet, daß sich bis jetzt noch beß besten Sotyftiif erfreut unb sonst keine abnormen Bilbungen aufwetft. Beine finb normal, wahrenb der Fuß am menen nm ;r? Zehen hat. Beim Lausen zieht baß Hübnten die irr | Hinteren Beine soweit tn bie Höhe, baß sie saft jam -s in Febern verborgen finb. — Bei demselben Sutlbefiger .‘-r auch Jagbpächter ist, wurde gestern Morgen ei» awßetereneS Reh abgeliefert, baß etwa 500 Meter vom Cm r fr- auf einem Acker verwaist gefunben worben wat- St:r-' mit großem Behagen auß einem Fläschchen und tft brttti fo zutraulich, baß eß ber Tochter des Hanfe!, feiner % •■-.•v.: wie ein Hündchen nachläuft. n. Altenstadt, 3. Juni. Um die von ben «tn ’i • i gebrauchte Magermilch verwenden zu können, hat tu u«' n GenoffenschastSmolkerei eine Käserei eingerichtet, bte «ti rentabel zu werden verspricht. n. Büdingen, 3. Juni. Auch in diesem ’ hiesige Spar- unb Leihkaffe ben zu ihrem veznk |r.. Hauptversammlung stehen soll: Die innere TiifRon ul * Arbeitßlosen. Eß soll Gelegenheit geben, die der Mission im Unterschied von socialpolitischer Thäußker »■ gewiesene Arbeit nicht nur theoretisch zu begrenzen, ihr auch die Wege für eine Practische Arbeit zu SuLfte,'-- Arbeitslosen zu weisen. So recht eigentlich auf tal t3r Gebiet unserer Arbeit wird uns aber ber für bte t. \ Versammlung vorbehaltene britte Gegenfiznb der führen: Gemeinbe unb Gemeinschaft in thra Aezichmp, zur inneren Mission unb Evangelisation. Möchte b:rr k eingehende brüderliche Aussprache manche Unklarheti j-, manche Bedenken heben unb zur Vertiefung unb Derivm^-'. unserer Arbeit beitrogen. Dazu kommen Festprertz: m Morgenanbacht, sowie bie so beliebt geworbtnt rathung zu erwägen, waß mit ben ber Inneren thürnlichen Kräften geschehen kann, um an ihrer zuarbeiten. Hatten war im vorigen J,hr anfSL* Berlin, 4. Juni. In Sachen ber M etall-Dieb- Gebiet getagt, in einer von einer starken ** stähle in ben Spanbauer Arttlleriewerkstätten würbe gestern beeinflußten Stabt — so will uns in diesem ')ahiu-'r< 3600 beziffert. Im Holpital liegen 1200 Schwerverwundete. I sehen wir unß veranlaßt, daß Publikum m Die Stadt hat wieder daß gewöhnliche Aussehen unb nichts | lästigungen der Nachbarschaft durch uv-ebüd erinnert mehr an da- furchtbare Unglück. lang andauernde musikalische Productionen Uutt «l Pari!, 3. Juni. Ja dem Bergwerke Rochebeile bet bei geöffneten Fenstern, zu vermeiden, da wir Lille kamen infolge AuSströmens giftiger Gase 25 Berg- Beschwerde der Nachbarschaft als bered): gt -u V e leute um. genöthigt fein würben, eine Anzeige wegen \n2o2T 15- Paris, 3. Juni. DaS Cabtnet wird die vorfchläge zur gegen § 360 Ziffer 11 des R.-Str.-G. B. erbeb VersasfungSrevifton bekämpfen und die Vertrauens- --’ " frage stellen. Man spricht von einer Vertagung der Renten- r. 32. ZahreSverfammlnig der sudweßdeutft- steuer-Vorlage, um eß den Generalräthen zu ermöglichen, baß für teiete Missto» tn Darmstadt, den 10. uib Steuerproject zu begutachten. | Wiederum bereitet sich die fübwestdeutfche Conferer^ '' Jahreßverfammlung vor, welche ihren Freunden Gelegenheit geben soll, wichtige RrttfJ*!ax Lichte beß EvanaeliumS iu belBwAr« >,»>. £ i M ter 8trfu4 -*n[- U ertl _ J.-jTirhettn . Ltzrrib' o „ FtaM \ .^Lhrlich mz«>. tztodtkw g Ito Sli)1 ■tut ton bei l --- e Sw N!" ~Let icte i« ta tttetimn .4 ;jrrT jn tenro rtT-- ßegeifttrl Emtt-LinttN i bmr Zastm-v .. tai tanrt cnitlen feien- i -krteurt, «hr Oriß«-l°°s'ihr lud 'dlogrno, Bcrgcl Baue T-.t für ber I V rnti^ , M oreitarbcrungen der Arbeiter wurde bewilligt, von einer $<üi|.:;ung der Löhne wurde Abstand genommen, da die 'fliltictr selbst einsehen, daß zur Zeit eine solche nicht durch« ü iifl'.i Zur Ehre der Arbeiter muß constatirt werden, ba^j lijelben wahrend der Zeit der Arbeitseinstellung sich ; :tt! ttr geringsten Sxceß zu Schulden kommen ließen und auaij;erf9nnd) in keiner Weise Herrn Röder zu nahe traten. Ht rrDder wird dies gewiß auch anerkennen und sich hiernach bc tiien, die gerechten Forderungen seiner Arbeiter zu erfüllen. 3nfielet Beziehung wäre eß aber sicher für die Arbeiter uw«i:r!Heilhaftesten, wenn sie sich direct an ihren Prinzipal roetricen. Hoffentlich wird jetzt die Eintracht auf die Dauer heßtztzchelt sein zum Bortheile beider Theile. Naiv,. 3. Juni. In der gestrigen Sitzung der der« 'iaiipir Schul« und FiuanzauSschüffe wurde auf Antrag deS 3teid!:eroibneten Schäfer beschloffen, den DolkSschülern di« Schreib« und Zeichenwaterialien auf Kosten de nßtadt zu liefern. Der Stadt Mainz erwächst da« du'rri alljährlich ein Kostenaufwand von 6885 Mark. m Alzey, 3. Juni. Am vorigen Sonntag fand in der gn«u° Stadtkirche eine Oratorien-Aufführung statt, die eine 2b,I» :em Rahmen der localen Berhältuiffe hinauSgehende kiitLtiltii che Bedeutung beanspruchen kann und soll. ES wurde nätti'.t Don dem Alzeyer Männer- und Damengesangverein ’itrrin Leitung deS Herrn MufikdirectorS K. Keil das Di):dirhim ,Josua" von Händel original aufgesührt. BetillMtilich ist im vorigen Jahre von der Mainzer Lieder« ■’af rtütr versuch gemacht worden, zwei Schöpfungen HändelS mi irigbialen Gewände auszuführen. Die zahlreichen Zu« hö^ttr, zu denen ja auch die Kaiserin Friedrich gehörte, rrcEirrn begeistert von der Klangwirkung. Man hatte gar n d j: jtdbnt, daß eine Zusammenstellung von Clavier, Orgel, St Mt,aintett und weniger Blasinstrumente einen so wunder« ba«A Zvsammenklang bilden könnte, wie eS der Fall war, ,a :itij Ibamit ganz überraschende instrumentale Effecte zu er^rjüdtn seien. Alzey ist die erste Stadt, wenn wir nicht irren biuchupt, sicher aber die erste in Heffen, welche eine derartige r'-iMlDUfführung gewagt hat. Der Erfolg war auch hier d inniftbCiiigenb, so daß der Verein und sein geschätzter Dirigent mit Stolz auf daß Eoncert blicken dürfen,- es war eine musikalische That. Herr Fritz Vollbach, Dirigent der Liedertafel, hatte selber die Orgel übernommen, die Mainzer 88er stellten daS Orchester, und die Solisten Frl. Spicharz au- Frankfurt a. M. (Alt), Frl. Strauß-Stura aus Mannheim (Sopran), Herr Nicola ®örter aus Mainz (Tenor) und Herr He derer aus Frankfurt (Baß) trugen durch vorzügliche Leistungen zum schönen Gelingen des Ganzen bei. Scbiffsttad? richten« Der Postdampfer .Southwark" der „Sieb Star Eine* in Ant werpen ist laut Telegramm em 1. Juni wohlbehalten in New-Jork «ngetonunen. Universität-, Nachrichten. Erlange«, 3. Juni. Dem Vernehmen nach sind mit dem hiesigen Plofesior der Geschichte Dr. v. Bezold Verhandlungen eingeleitet wegen Uebernobme des durch ben Tod des Prof.fforS von Treitschke erledigten Lehrstuhles an der Berliner Universität. Briefkasten» Anonyme Aufträge können nicht ausgefübrt w rden; die betr. Briefmarken können wieder bei unS abgchoU werden. Die Expedition des „Gießener Anzeiger^. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 6. Juni. Vorabend 7* Uhr, Morgens 8» Uhr, Nachmittags 4 Uhr, SabbathauSgang 980 Uhr. Verkehr, Land- «nd VoLkrwfrthschaft» 2im6«te, 3 Juni. Fruchtmarkt. Rother Weizen A 14,15, weißer Weizen A 14.00, Korn A 9 95, Gerste A 8 40, Haier A 6.90. Witterungsbericht vom 3. Juni. Der Kern des barometrischen Maximums hat sich mit Dem weiteren Vordringen relativ niederen Druckes nach dem Nordosten deS ErdtheilS zurückgezogen. Unter dem Einfluß der von Westen hereindringenden flachen Depression nahm die Bewölkung zu und find stellenweise Niederschläge in Begleitung von electrifchen Entladungen eingetreten. Der Luftdruckoertheilang entsprechend, welche für unser Gebiet keinen ausgesprochenen Eharacter irägt, vielmehr ein Grenzgebiet zwiichn hohem und niederem Druck bildet, wird die Wetterlage eine unsichere und bei der ruhigen Lust und verbältniß mäßig hohen Temperatur zu Gewittern geneigt bleiben. BornnSstchNlch« Sittmmit Bei wechs Inder Bewölkung warmeS, zu Gewittern geneigtes Weiter. Temperatur der Lahn nnd Luft nach Reaumur gemesim am 4. Juni. Mittags zwischen Hund 12 Uhr: Master 17, Lust 17'/,°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Zur gefälligen Beachtung'. Huf unsere Anfrage bezüglich der Behandlung von seidenen Möbeln rc., die wir an Herrn J. Wickcrsheimcr, Präparator der Kgl. Universität hier, richteten, schreibt un« derselbe, daß die Be« fürchtnng, die Stoffe könnten durch die Behandlung mit seiner Motten-Verlilgung» Estenz leiben, völlig grundlos ist- Herr J. Wickersheimer übernimmt die Garantie, daß bet richtiger Är.» Wendung seiner Motten-Estenz selbst die difficilsten seidenen, Plüsch«, Sammet- und wollenen Stoffe ohne Gefahr behandelt werden können und weder fleckig werden, noch verbleichen ober sonstigen Schaden leiden Nur ist darauf zu achten, baß ein absolut reiner Zerstäuber zum Einsprengen verwendet wirb! Zu beziehen ist die «oltea« Vertilgung» «vstenz von unS in Fl. k 50 H, «/• Ltr. 2.76> A. 11 2tr. 5 A J. F. Schwarzlose Söhne. Königs. Hofltes., Berlin SW., vrarkgrafenstraße 29. In tiieMMen zu haben bei A. Wei«, Lindenplaß. 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Der Abouuemeutspreis für 6 Coucerte beträgt Farnilienbillet bis zu 4 Personen a Mk. 7.— Farnilienbillet bis zu 3 Personen ä Mk. 6.— Männer-Turnverein. Sonntag, den 7. Juni: 1 Hau-Turnfalirt nach Atsfeft. E Abfahrt 8 Uhr 20 Min. Vormütagz. |v Wer auf Fahrpreisermäßigung rechnet. D2Ü iz bis zum Samstag Abend bei Mitglied Haßtet iür Daselbst liegt auch die Anmeldeliste für das Gauturnfest in öübiipi (27., 28. und 29. Juni) auf und zwar bis längstens zum 10. L fa 3MF* Sonntag, den 7. Juni: Mx „Kathreiner’s Malzkaffee nimmt unter der ziemlich bedeutenden Zahl der x-r bekannten Kaffee- Surrogate weitaus d-- erste Stelle ein." Familien-Ausflug nach der Badens Zusammenkunft Nachmittags 2% Uhr am Thorhäuschen an StLpk 5209 _______Der Bwßiil Europäischer Hof Bad-Nauheiiu. (Inhaber Carl Meininger ---Hotel -Restaurant 1. Rangei.--- empfiehlt hin en neuen stylgerecht eingerichtet««» äW Bier- und. 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