fit. 81 Der fritfextt **jeiget erscheint täglich, Mit Ausnahme deS Montag«. Die Gießener -«»ittenSkSIter »erden dem Anzeiger »öchmttich dreimal deigelegt. Erstes Blatt. Sonntag dm 5. April______________________ Gießener Anzeig er Kenerat-Mnzeiger. 1S$>6 vierteljähriger «MoeetmcntsytcU« 2 Mark 20 Psg. mN vringerlohn. Durch die Post bezog«« 2 Mark 50 Vf8- Aedaction, ExpedttiM und Druckerei: Kchukstraße Jr.T, Fernsprecher 5L Aints- und Anzeigeblutt für den Tlveis Gietzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi« Borm. 10 Uhr. Hratisßeikage: chießener Jamikienökätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In« und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Deutsche» Reich. Berlin, 2. April. Während der parlamentarischen Oster- firien find die in Berlin geführten Unterhandlungen wegen Abschlusses eines Handelsvertrages zwischen Deutschland und Japan beendigt worden, die U Verzeichnung des Vertrages durch die beiderseitigen Bevollmächtigten sollte «och vor dem Osterfeste erfolgen. Wie die „Nat.-Ztg." öoa angeblich zuverlässiger Sette über den Inhalt des deutsch- japanischen Handelsvertrages erfährt, find in letzterem eine Anzahl Zollherabsetzungen für die deutsche Einfuhr in Japan uni zum Ausgleich für dieses Zugeständniß Japans die Aufhebung der bisher in Japan für die deutschen StaatSange- hörlgen bestandenen exterritorialen Gerichtsbarkeit vereinbart worden. Nur ist diese Aufhebung keine vollständige, da einige Materien der freiwilligen Gerichtsbarkeit der Confuln noch Vorbehalten bleiben sollen. Jedenfalls bekundet das Zustandekommen des Handelsvertrags mit Japan, daß die behauptete Verstimmung in den japanischen Regierungskreisen gegen Deutschland wegen besten bekannter Stellungnahme in den japanisch-chinesischen Händeln keine besonders nachhaltige gewesen sein kann. — In erfreulichster geistiger Frische und in verhältniß- wLhig günstigem körperlichen Wohlbefinden hat Fürst Bismarck unter der herzlichen Theilnahme aller patriotisch ge- Ponten Elemente unseres Volkes am vergangenen Mittwoch {litten 81. Geburtstag gefeiert. Namentlich war die Zahl der telegraphischen und brieflichen Glückwünsche, die |i« Geburtsfeste des Altreichskanzlers, die in FriedrtchSruh tingegangen find, auch diesmal wieder eine sehr große. Von Fürstlichkeiten sandten u. A. Glückwunschtelegramme der Kaiser von Oesterreich, König Humbert von Italien, der Lroßherzog von Baden, Prinz Heinrich von Preußen u.s.w. Kaiser Wilhelm verehrte dem Fürsten BiSmarck als Geburts« tvgSangebinde eine hübsche, in einem Goldbroncerahmen siezende Photographie, die ganze kaiserliche Familie dar- stellend- die Photographie weist die mit Bleistift geschriebene Widmung deS Kaisers auf: „Zum 1. April 1896. Wilhelm LR." Der Geburtstagstisch des Fürsten wies neben zahlreichen sou- pizen Gaben namentlich herrliche Blumenarrangements auf. Zur persönlichen Beglückwünschung des Fürsten waren Graf Herbert Bismarck — den jüngeren Sohn deS Altreichskanzlers, Oberpräsidenteu Grafen Wilhelm Bismarck, hatte ein Un- loohtsein an der Reise nach FriedrtchSruh verhindert — eine Anzahl näherer Freunde der BtSmarck'schen Familie, wie die tzirafen Henckel v. Donnersmarck, DouglaS, Waldersee, Prof. 6. Lenbach usw. und verschiedene sonstige GeburtstagSgäste erschienen. Von Deputationen wurde u. A. diejenige deS Halberstadter OsfizierScorpS empfangen, im Uebrigen war ter Empfang von BeglückwünschungSdeputationen durch den Fürsten ein beschränkter, da ihm die Aerzte möglichste Schonung anempfohlen hatten. Nach dem Diner erschien Fürst BiSmarck "aas dem Balcon des SchlosieS, um den Fackelzug, den ihm die Mitglieder Hamburger Vereine und 60 Bergleute des Grafen DouglaS in Galatracht darbrachten, entgegenzunehmen. Auf eme Ansprache des Redners der Hamburger, Staelin, er- widerte der Fürst, wie sehr eS ihn freue, das Wohlwollen (einer Hamburger Nachbarn, im Gegensatz zu dem verlorenen Wohlwollen von manchen anderen Seiten, noch immer zu besitzen. Dann hob er die Nothwendtgkeit des Gedeihens Hamburgs als große Handelsstadt bervor, desien Wohlsein nachher auch fruchtbringende Strahlen auf das Hinterland werfen werde- sei aber letzteres reich und wohlhabend, so werde wiederum auch die Handelsstadt gedeihen. Zuletzt hm BiSmarck auf die agrarischen Bestrebungen zu sprechen, trtoneud, er selber sei zwar kein leidenschasticher Agrarier, über die Bestrebungen dieser Richtung entbehrten nicht der verechtigung. Er schloß mit einem Hoch auf die Stadt Hamburg. Während deS ganzen Fackelzuges, der fast dret- biertel Stunden dauerte, verblieb Fürst BiSmarck auf dem Maicon, unausgesetzt dankend. — DaS Hauptverfahren gegen den Freiherrn d. Hammerstein ist eröffnet. Die Anklage lautet auf Urkundenfälschungen in zwei Fällen, Unterschlagung in einem {jade und fortgesetzten Betrug. Berlin, 2. April. Das Staatsminiftertum trat hrate Nachmittag 2 Uhr in seinem Dienstgebäude unter dem Vorsitze deS Biceprästdenten Dr. Bötticher zu einer Sitzung zusammen. m Berlin, 2. April. DaS „Tageblatt" meldet auS Rom, itr König ließ gestern den in Neapel weilenden CriSpi tüngraphtsch bitten, nach Rom zu kommen. Der König m^fing CriSpi in eiostündiger Audienz. Von der Unter- tileung weiß man nur, daß der König CriSpi verficherte, er iveude dem gegenwärttgeo Cabinet auf keinen Fall die Er- laubniß zur Auflösung der Kammer ertheilen. Die Citirung CriSpiS ruft das größte Aufsehen hervor und wird in politischen Kreisen als ein bedeutsames Symptom der Lage aufgefaht. Berlin, 2. April. Der italienische Botschafter Graf Lanza begibt sich noch vor dem Osterfeste nach seiner Heimath, um der bevorstehenden Zusammenkunft seines Souveräns mit Kaiser Wilhelm in Venedig beizuwohnen. Berlin, 2. April. Freiherr v. Manteuffel- Crossen erklärt in der „Kreuzzeitung", daß ihm davon, daß der Hof den Wunsch geäußert habe, Stöcker außerhalb der conservativen Partei zu sehen, nichts bekannt sei und daß ein solcher Wunsch weder an ihn persönlich noch an die Parteileitung herangetreten sei. München, 2. April. Einem hiesigen Blatt wird vom StarubergerSee geschrieben, daß das Bismarckdenkmal, falls eS wirklich dort errichtet werden sollte, keinesfalls lange oben stehen werde. Arr-land. Rom, 2. April. NeguS Menelik wird die Regenzeit in feinen Südstaaten zubringen. In Tigre hat die Regenzeit bereits begonnen. Die Friedensverhandlungen werden infolge desien vertagt. Menelik wird die Feiertage, welche nach abesiynischem Ritus am 6. April beginnen, in Magdala zu- bringen. Von hier auS begibt sich Menelik nach Schoa und wird dort seine Truppen bis October auSruhen taffen. Die Italiener sind gezwungen, sich während der Regenzeit nach Maffaua zurückzuziehen. ES bleibt wenig Hoffnung, die 2000 italienischen Gefangenen zu retten, welche Menelik nach Schoa mitnehmen wird. Rom, 2. April. Ein hiesiges Blatt veröffentlicht ein Schreiben seines Correspavdrvfen aus Massaua, wonach es unzweifelhaft ist, daß Oberstlieutenant Galloano auf Befehl Meneliks erschoffen wurde. Nach derselben Quelle verlautet, Menelik fordere für jeden Gefangenen 2000 Maria Theresien- Thaler, was für sämmtliche Gefangene einem Lösegelde von 14 Millionen Lire gleich käme. Bukarest, 2. April. Gestern fand an der unteren Donau ein furchtbares Unwetter statt. Mehrere Schiffe find dabei untergegangrn. Kiew, 2. Avril. Es verlautet, daß General-Gouverneur Graf Jgnatrew beim Czaren in Ungnade gefallen sei und daß er gleich nach dem Krönungsfeste seinen Posten verlassen werde. Konstantinopel, 2. April. Der Gouverneur von Tripolis ersuchte um schleunige Absendung von Truppen. Nerrefte WolffS telegraphisches Lorrespondem-Bure-u. Palermo, 3. April. Bei dem heute Vormittag an Bord der „Hoh enzo Ilern" stattgehabten Gottesdienst verlas Seine Majestät der Kaiser die Epistel, worauf vr. Dryander die Predigt hielt und das Abendmahl an Offiziere und Mannschaften beider Schiffe in Gegenwart der Majestäten auS- theilte. Nachmittags begaben sich Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin an Land, um die Capelle Palatina zu besichtigen. Da« Wetter hat sich aufgeklärt, die Witterung ist andauernd kalt. * London, 3. April. Die „Times" meldet auS Pra- toria vom 2. dsS. MtS., daß am Tage vorher dem Präfi- deuten Krüger eine wichtige Depesche deS StaatSsecrelärS für die Colonien, Chamberlain, vorgelegt sei. Die Depesche sei im freundlichen Tone gehalten, beharre aber auf der Forderung, die Beschwerden der Uitlanders abzustellen, und bringe neue Gründe hierfür bei. Sie lege daS Recht und die Pflicht der englischen Regierung zur Einmischung dar und ersuche nochmals um Antwort auf die Einladung zum Besuche Englands. ES könne nicht zugestanden werden, daß diese Angelegenheit auf unbestimmte Zeit unerledigt bleibe. Die Regierung der Südafrikanischen Republik ziehe zur Zett die Depesche in ernste Erwägung. AlgeeiraS, 3. April. Maurische Riff-Piraten haben sich der von Gibraltar kommenden Bark „St. Joseph" bemächtigt und die Ladung derselben geraubt. Die Besatzung und die Paffagiere find in kläglichem Zustande in Gibraltar eingetroffen. _____________ Depeschen Vt» Burea» .Herost-' Berlin, 3. April. Der bekannte Geschichtsschreiber Professor v. Trsitschke ist an einem Nierenleiden bedenklich erkrankt. Berlin, 3. April. Wie daS „Kleine Journal" meldet, findet außer dem Duell zwischen den Ceremonienmeistern v. Kotze und v. Schrader, welches in den nächsten Tage» unter den schwersten Bedingungen, und zwar zehn Schritte Distanze und Kugelwechsel bis zur Kampfunfähigkeit, erfolgt, am Morgen des ersten OsterfeiertageS ein zweites Duell zwischen zwei Herren der Aristokratie statt, deren Namen daS genannte Blatt noch nicht nennen darf. Bei diesem Duell handelt eS sich um eine Frau. Frankfurt a. M., 3. April. In einer auf gestern Abend vom Oberbürgermeister einberufenen Versammlung der Vorsitzenden hiesiger Vereine wurde Über die Veranstaltungen am 10. Mai verhandelt. Es soll ein Aufruf an die Bürgerschaft erlassen werden, um so eine prächtige AuS- schmückung der Stadt und Abends eine Illumination zu erreichen. Ein Theil der Vereine wird Spalier bilden. — Wie wir weiter hören, ist die Frage einer Zusammenkunft der deutschen Bundesfürsten gelegentlich der Feier am 10. Mai noch keineswegs abgethan und wäre es immerhin möglich, daß diese Zusammenkunft doch noch zu Stande käme. IekaterinoSlaw, 3. April. In d:r Kohlengrube „Siewier- vaj»" fand eine Explost on schlagender Wetter statt. 15 Bergleute wurden als Leichen zu Tage gefördert Eine große Anzahl wird noch vermißt. Die ReltungSarbeiten werden fortgesetzt. Brooklio, 3. April. Hier brannte ein meist von Italienern besuchtes LogirhauS nieder, wobei 20 Personen den Tod in den Flammen fanden. Bismarcks Geburtstagsfeier. Gießen, den 1. April. Die heute vom „Nationalliberalen Verein" zur Feier deS 81. GeburtStageS deS Fürsten Bismark veranstaltete Fest- vecsammlung im großen Saale deS GasthosS zum „Einhorn" verlief bei zahlreicher Betheiligung in schöner und würdiger Welse. Der Saal war mit den Büsten Bismarcks, deS Kaisers und Großherzogs sowie mit Blumen und Tannen- grün festlich becorht. Die Herren, Lehrer Hartmann (Harmonium), Müller (Violine), Spitz (Klavier) hatten den musikalischen Theil der Feier in dankenswrrlhester Weise Übernommen. Der Vorsitzende deS Nationalllberalen Vereins, Herr Stadtverordneter Kirch, begrüßte die Festversammlung mit folgender Ansprache: Geehrte Festversammkung! Im Auftrage und als Vorsitzender des nationalliberalen Vereins eröffne ich die brütige Festversammluna. Ich entbiete Ihnen herzlichen Willkommengruß und danke Ihnen für Jtne zahlreiche Betheiligung. Die Motive, die unS bei der heutigen Feier leiten, sind dieselben wie in den Vorjahren und sollen es auch bleiben für immerdar: Deutsche Treue — deutsche Dankbarkeit! 81 Jahre! Welch großes Wort für ein Menschenleben und wie groß erst, wenn diese Zelt vorwiegend dem Dienste deS Vaterlandes gewidmet war und wenn aus diesem Schaffen Früchte hervorgingen, wie sie schöoer und herrlicher nicht gedacht werden können: Der langersehnte deutsche Kaiser, ein geeintes deutsches Vaterland, ein Vierteljahr hundert Weltfrieden. Meine Herren: Der erste nationale Festtag im neuerschieneneu Frühling war ehemals der Geburtstag unfereS bochseligen Kaisers Wilhelm 1 Nunmehr ist es der Geburtstag des Mannes geworden, der wie Keiner mit fern Leben und den Thaten des Heimgegangenen Kaisers verbunden war; deS Mannes, den wir den Unseren nennen, »Unseres BiSmarck". Das Singen und Klingen, welches auf sein Wohl und zu seinen Ehren heute Abend an tausend Crten deS weiten Vaterlandes ertönt, es muthet an, wie das andächtige Einläuten eines VölkersonntageS. Auch in unserer Stadt haben nach alter, lieber Gewohnheit sich patriotische Männer zu einer BtSmarcks Geburtstagsfeier zu'ammen- gethan. Meine Aufgabe ist eS nicht, den Empfindungen Ausdruck zu geben, welche in dieser feierlichen Stunde in Ihrer aller Herzen lebendig sind. . Diese dankbare Aufgabe wird einem hierzu berufenerem unv befähigterem Munde, als dem meinigen, vorbehalten sein. Bismarcks Geburtstag feiern, heißt nicht in großartig angelegten Festlichkeiten aufgehen und damit zufrieden zu fein, Bismarcks Geburtstag feiern heißt zu erhalten, zu schützen und zu hüten, das was Bismarck geschafft«! Die nationalltberale Partei ist diejenige politische Bartei im öffentlichen Leben, welche in erster Linie den Beruf und die Ehre hat, das heilige Erbe der Her.scherkunst Kaiser Wilhelms, der Kriegskunst Moltkes und der Staatskunst Bismarcks zu hüten. Und so werden Sie eS, meine Herren, nicht für unangebracht halten, wenn ich auch heute wieder bei dieser fekrlldfr* Gelegenheit und gerade an BtSmarcks Geburtstag, den Rus zur patriotischen Mitarbeit dringend und mächtig ergehen lasse. — Umsomehr als unsere Feinde und Gegner allezeit rührig und wacker bet der Arbeit sind, während viele unserer Parteisreunde sich in den letzten Jahren von der Arbeit des politischen Lebens zurückgezogen haben. — Dies ist zwar erklärlich, aber unter keinen Umständen gerechtfertigt. Es ist leicht, in guten Tagen, in denen die Wogen deS Patriotismus hochgehen, seine Pflicht zu thun; aber, es ist die böhere Aufgabe des wahren Vaterlandsfreundes, auch in schweren Zeiten auszuharren und auf dem Posten 'U fein, desien gewiß, daß keine Stunde verloren ist, die man im ehrlichen Streite für eine große und gerechte Sache geopfert hat. Lassen Sie onS, geehrte Festversammlung, da« Versprechen am beut gen Abend abgeben, mtt»uhelfen an dem großen Werke zur Erhaltung der mächtigen Pfeiler de« Keuschen Reiche«: der Treue ja Kaiser und Reich, der Verfassung und der gesellschaftlichen Ordnung. Da« heißt BtSmarck« Geburtstag richtig und würdig feiern. Und so erkläre ich denn nochmal« unsere Feier für eröffnet! Vereinigen wir un« einem alten Herkommen unserer Partei entsprechend, um au« vollem Herzen zu rufen: Unser verehrter Kaiser, der sich heute wie wir an dem nationalen Festtage erfreut uno der beute wie wir, den großen Staatsmann ehrt, Se. Majestät Kaiser Wilhelm II. lebe hoch! hoch! und nochmal« hoch! Mit Begeisterung stimmte die Festversammlung ein, und saug stehend die Nationalhymne. Nachdem der mit Beifall aufgenommene Vortrag: „Erscheinung", Zwischenactsmufik au« „Manfred" von Schumann verklungen, betrat Herr Land, gericht-rath Ltnkenh el d die Rednertribüne zur eigentlichen Festrede, welche wir nur auszugsweise wiedergeben können. Man mache der nationalliberalen Partei vielfach den Vorwurf, fic stände zu weit rech!«, sie sei eonservattv. Ueber diesen Dorwurf wolle man heute nicht streiten und nicht rechten. Er beglückwünsche aber die Partei, daß sie in einem Punkte sehr eonservattv sei, conser- vatto in tdrer Liebe und Verehrung zu Fürst BiSmarck, an der die Partei immer unentwegt festgehalten, ob ihm die Sonne geschienen oder nicht, dessen Geburtstag hier in Gießen immer gefeiert worden, ob es gerade allgemein Gebrauch gewesen oder nicht. Gern ließe sie sich den Vorwurf de« Personencultn« gefallen, denn der Mann, dm wir verehrten und feierten, sei des Danke« und der Verehrung der ganzm Nation würdig, sei er doch der Baumeister de« mächtig wieder erstandenen Reichs. Der jüngeren Generation, welche in diesem mächtigen Bau groß geworden, käme leicht der Gedanke, ein solcher Bau verstände sich von selbst. Wir Aelteren aber, wir hättm noch die Raben deutscher Uneinigkeit und Zerrtssmheit gehört, welche mit heißerem G.krächz den Kyffhäuser umkreisten, in dessen Hohlen Kaiser Rothbart de« Tag« entgegmharrte, da sein Volk endlich wieder einig wurde. Immer und immer hätten ihm seine Zwerge gemeldet, seine Deutschen seien immer noch die Alten, sie haderten und zeterten, ob und wie sie ein Volk werden könntm. Endlich sei der berufene dmtsche Recke Bismarck gekommm, dem habe Barbarosia sein Schwert anvertraut, damit er jene Unglücksvögel aus Deutschland unb von seinen Grenzen vertreibe. Wir Aelteren, wir wußten noch, wie schwer e« gewesen, die Geister der Uneinigkeit zu verjagen und zu bannen, wir erinnerten uns noch der Zeit, wo der Gedanke schon einer Einheit de« Vaterlandes ein Verbrechen gewesen und würden darum nie müde werdm, den Helden zu pretsm und zu verehren, der da« fast Unmögliche vollbracht. Der jüngerm Generation aber müßten die Siege«- unb Jubelfeste des letzten Jahre« die große 8dt von 1870/71 unb mit ihr BtSmarcks Helbenthat vor Augen geführt haben. Mit uns sollten sie gelobm, immer an bem fest zu halten, waS er erstellten — ba« sei bas beste Geburtstagsgeschenk, daS wir BtSmarck brtngm konnten. Der starken Faust Bismarcks fei eS nicht gelungen, alle jene Unglücksvögel bet Uneinigkeit, beS Zwistes unb beS Habers auS DeutschlanbS Gauen zu verjagm — manchen sei eS gelungen, sich versteckt zu halten. An unS sei eS, immer wachsamen Auges herauf zu achten, baß sie sich nicht wieher zu gelegener Zett zu beS Vaterlanhes Schaden hervorwagten. DaS Lieh, haS wir im vorigen Jahre so oft gesungen: „Deutschland, Deutschland über Alles" das mahne uns, Dem unsere Huldigung barzubringen, der unS ein einiges Vaterland geschaffen, ihm gelte darum unser Hoch! In den Jubel der brausenden Hochrufe mischte sich der Beifall für den Festredner, worauf daS Lied: „Deutschland, Deutschland über Alles" im Chor gesungen wurde. — Auf Anregung deS Herr» Rechtsanwalt Dr. Fuhr ging folgendes BegrÜßungStelegramm an den Fürsten BiSmarck ab: Fürst BiSmarck FriedrichSruh. Und so ward er her wahre Gründer des Reichs. Jubelnd bestätigen es mit dankerfülltem Herzen die festlich versammelten Nationalliberalen Gießen«, unb wünschen noch viele glückliche Jahre! Hieraus folgte ein musikalischer Vortrag: „Zwei Lieder ohne Worte" von Mendelsohn, meisterhaft wiedergegeben von Herrn Müller. Der folgende Toast, in zündenden Worten von Herrn Profesior Dr. Wimmenaper ausgebracht, galt dem deutschen Vaterlande. Wenn wir heute In unserem Vaterlande Umschau halten und die jetzige Zett mtt der großen Zett vor 25 Jahren vergleichen, bann will unS zuweilen ein bangeS Gefühl Überkommen. Damals allgemeine Freube unb Begeisterung für baS Errungene, allgemein daS Streben, btefe Errungenschaften zum Wohle beS Vaterlandes auSzu- bauen, wenn auch die Ansichten über die Mittel unb Wege baju vielfach auseinandergtngen. Heute nicht nut Uneinigkeit in Betreff der Mittel und Wege, sondern auch der Ziele. Damals der Deutsche Reichstag in engem, bescheidenem Raume tagend, aber doch der Stolz des Vaterlandes, denn er enthielt die Besten, die das deutsche Volk zur Berathung seiner Angelegenheiten entsenden konnte. Heute ein Prachtbau ersten Range«; aber die darinnen sitzen, dtenen zum großen Thetle ohne Begeisterung nur den besonderen Interessen der Partei oder deS Standes, vergessend die Pflichten der Ptetät und Dankbarkett gegen Diejenigen, die daS Reich erschaffen unb groß gemacht haben. Ist daS nicht ein getreues Spiegelbtlb unserer Seit? Aeußerer Glanz — aber unter bet glänzenben Decke gar Manches faul! Sollen wir barum ben Muth sinken lassen? Rein! Sehen wir hoch noch weitere 15 ober 20Jahre zurück! Wie ärmlich war bamals Vieles im Vergleich zu heute! Wie eng unb beschränkt bie Gebanken unb Thaten her Regietenben unb Regierten! Unb hoch hat gerabe jene arme Zeit unfl die Männer geschenkt, bie bas brutsche Reich grünbeien. Warum konnte sie bas? Weil wir damals noch das oft verlachte, schlichte „Volk der Dichtet unb Denker" waten, weil uns her deutsche Idealismus noch ganz unb gak beherrschte! Der ist, Gott sei Dank, auch beute noch nicht auflgeftorben; nur wagt er sich oft nicht mehr heraus auf ben Markt des Lebens, weil da superkluge Leute sind, die ihn verspotten, und tobe Gesellen, denen Ideale überhaupt nichts gelten, sondern nur — Mund und Magen. Meine Herten! Weisen wir diesen undeutschen Elementen die Thür! Erhalten wir un« unsere deutsche Eigenart, zu der jener Idealismus nun einmal gehört! „Wa« hülfe es bem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, unb verlöre sich selbst?" Sorgen wir, baß, wie wir so oft singen, Einigkeit unb Recht unb Freiheit, deutscher Glaube, beutlche Sitte und Treue unS nicht abhanden kommen: bann wirb unS Gott auch, wieder Männer erwecken, die unser Vaterland aus seinen jetzigen Röthen siegreich herauSführen, daß eS weiter machte, blühe unb gebeibe — auf deutsche Art! Dem gilt mein Spruch, ll rser Volk und Vaterland, deutsch biS inS innerste Mark hinein, leoe hoch! Die Wirkung dieser Ansprache war überwältigend, unb langanbauernber Beifall lohnte den Redner. — Als da« Hoch verklungen und Wagner« „Lied an den Abendstern" für Clavier unb Violine vorgetragen war, nahm Herr Rechtsanwalt Dr. Fuhr da« Wort, die nationalliberale Parte feiernd. Noch manche- treffliche Wort wurde gesprochen, aber der Raum gebietet uns, eS kurz zu behandeln. Herr Prof. Dr. Schwartz toastete in launiger Weife auf die mufikalt- scheu Mitglieder und sprach denselben den wohlverdienten Dank au«. — Herr Gymnasiallehrer Hartmann dankte Namen« der Muficierendeu wie folgt: Sehr geehrte Anwesende! Zunächst gestatten Sie mir, auch im Namen der Herren Müller unb Spitz, die den musikalischen Theil der heutigen Festlichkeit mtt übernommen hatten, dem Herrn Proseffor Dr. Schwartz für seine rrundlichen Worte besten« zu danken. Meine Herren! Mil Stolz erfüllte mich der ehrenvolle Auftrag, zur Erhöhung der Feier am heutigen Abend beitragen zu dürfen. Jeder von uns ist verpflichtet, sein Scherstein zur Verherrlichung einer solchen Feier wie der heutigen beizusteuern. Und sollten selbst große Opfer gefordert werden, so dürften wir al« gute deutsche Bürger nicht zurückschrecken. Gill e« doch, unserm eisernm Kanzler, dem Fürsten BiSmarck, diesem erhabenen Helden, dem genialen Baumeister unseres großen und mächtigen, unseres geachteten, zugleich aber auch gefürchteten Deutschen Reiches unsere Huldigung dar- zubringen! _ Nichts wäre geeigneter, den patriotischen Gesühlm Ausdruck zu verleihen, al« gerade die Musik, namentlich die Konst de« Gesänge«, die jeden auch nur einigermaßen patriotisch angelegten Menschen zu edler Begeisterung erhebt. Vor Allem ist es der deutsche Gesang, der den Menschm mit mächtigen Banden an sein Vaterland knüpft. Wenn man vom deutschen Liede spricht, so versteht man darunter nicht nur die Worte, sondern auch seinen Klang, ich mochte sagen eine musikalische Seele, und gerade diele mag sich nur dem deutschen Gemüthe in ihrer geheimnißvollen Schönheit vollständig offenbaren. Der Gesang dient zur Stärkung de« heiligen Gefühl«, da« alle deutschen Bürger immer und überall verbinden soll, eS dient zur Stärkung der Liebe zum Vaterlande. Welche Wirkung erzielt doch daß Lied: „Deutschland, Deutschland über Alles, über Alles in Ur Welt" oder die „ffiadr am Rhein", die mit den Worten beginnt: ,E« braust ein Rus wie Donnerhall, wie Schwertgeklirr und Wogenprall/ Ja, deutsches Schwert unb deutscher Sang geben einen guten Klang. Bedenken wir ferner die Thatsache, wie da« deutsche Lied elngebrungcn ist in alle Schichten de« deutschen Volkes, wie eS eine Heimstätte gefunden hat In der Großstadt wie im einsamen Dorfe, in der glänzenden Festhalle wie in der kleinsten Hütte. DaS deutsche Lied ist ein Dermächtnlß jener Männer, denen ein Her» im Busen schlug voll Liebe für ba« Wohl beS brutschen Volkes. Schwillt nicht he« SängerS Brust beim Singen jener Lieber, die unsere Väter und Brüder begeisterten, als sie zogen in den heiligen Kampf? Ein deutsches Lied, so recht aus einem vollen, warmen Herzen tönend, da« greift, das packt mit unsichtbarer Macht, es veredelt da« Volk und zündet an das Fcuer der Begeisterung bei patriotischen Festen. Unb so wollen wir unS verpflichten, ben deutschen Gesang alS die Grundlage einer wahrhaft deutschen Bildung stets zu pflegen und bochzuhalten. In diesem Sinne fordere ich Sie auf, mit mir einzu- ftlmm®aenbeutlf(heUßieb al« hie Pflanzstätte echter deutscher Bildung, alS die Wurzel wahrer Vaterlandsliebe lebe hoch! Herr Ingenieur Baumann brachte al« Gast in warmherzigen Worten bem Vorstand des nationalliberalen Verein« als den Veranstaltern der Feier seinen Dank in Form eine« Hochs dar. Zum Schluffe dankte Herr Kirch nochmal« allen Mitwirkenden und den Gästen für ihre Unterstützung- allgemeine Lieder und musikalische Vorträge bildeten den Uebergang zum nichtoffiziellen Theil der Feier, der die Versammlung noch lange in fest-froher Stimmung zusammenhielt. toc*Us rrrrd Lroviiizielle-. Gießen, 4. April 1896. • • Choralmufik. Am ersten Osterfeiertage wird Morgen« 7 Uhr nach dem Festläuten Choralmufik vom Thurme der JohanneSktrche geblasen werden. * * Die Petition an die Stadtverordneten, betreffend Verlegung de« Viehmarktplatzes, ist, wie aus dem Jnferatentheil ersichtlich, in den hiesigen Gasthäusern und Wirthschaften, sowie in den Cigarrenläden rc. aufgelegt. Wir verfehlen nicht, da die Frage der Marktverlegung eine rein locale ist, darauf hinzuweifen, daß die Unterschriften nur von hiesigen Einwohnern und Jntereffenten abgegeben werden dürfen. • • Kaufmännische« BereinShaus. Betr. der in Nr. 78 befindlichen Notiz über einen Beschluß her BeurtheilungS- commission zu ben oon den Herren Stein & Meyer auS- gearbeiteten Plänen theilen wir berichtigend mit, daß zwar die Commission eine Entscheidung getroffen, die indeß von der am 2. April stattgehabten Generalversammlung nicht gebilligt wurde. Die Versammlung faßte vielmehr vorgestern mit großer Majorität folgenden Beschluß: „Die heutige Generalversammlung wolle beschließen, der BeurtheilungS- commission die Frage vorzulegen, ob sie sich der Prüfung dreier neuer Pläne unterziehen wolle, bejahenden Falle« sind die drei beteiligten Firmen nochmals zur Einreichung veränderter Pläne aufzufordern. Sollte die Jury nicht geneigt sein/auf den Wunsch einzugehen, dann ist eine neue General- Versammlung zu weiterer Beschlußfaffung einzuberufen." • * Schlägerei. Auf dem Kreuzplatz fand in vergangener Nacht zwischen jungen Leuten eine Keilerei statt, wobei eS blutige Köpfe absetzte. Anzeige wegen Körperverletzung wurde erhoben. •» Einem Radfahrer lief gestern Abend in der Grün- bergerstraße ein Hund vor da« Rad, wodurch der Radfahrer zu Falle kam. Er verletzte sich hierbei an Kopf und Arm nicht unbedeutend. »• Deutsches Säagerduudesfest. Vom 1. bis 3. August ds«. I«. findet in Stuttgart da« 5. deutsche Sänger« bundeSfest statt, zu dem sich bi« jetzt 45 Bünde mit 706 Einzelvereinen und 11,106 Sängern angemeldet haben. Voraussichtlich erhöht sich die Zahl auf 12,000. •• Der Getreidemarkt. (Berichtswoche vom 28. Mär bi« zum 3. April.) Obwohl im Allgemeinen kalte« und naffe« Frühlingswetter al« günstig für die Entwickelung gilt, so hat der starke Wetterrückschlag, zumal auch in Hinblick au daS kalte Welter in Nordamerika, doch auch die Befürchtung wieder wachgerufen, daß Nachfröste eintreten und die kommende Ernte schädigen können. E« trat daher im Angebot von Getreide in dieser Woche eine große Zurückhaltung ein und die Prei«forderungen wurden etwa« erhöht. Zu den erhöhten Preisen fanden sich aber nur sehr wenig Käufer, so daß sich die geringen Preisausschläge nicht lange halten konnten. Nur Roggen blieb etwas höher im Preise. In Berlin und Leipzig wurde gekauft: Weizen (je nach Qualität und per 20 Centn er) 148 biß 162 Mk., Roggen für 118 bi« 123 Ml., Gerste für 113 bi« 170 vtt., Hafer für 115 bi« 145 Mk., Mai« Ffr 88 bl« 94 Mk. □ Aos ben Vogelsberg, 1. April. In der verflossene, Nacht schneite e« ununterbrochen, so daß der Schnee faß einen Fuß hoch lag. Der Winter, den man nach den Ionen» lidjen Tagen der vorigen Woche längst entflohen glaubte, guckte heute Morgen von verschneiten Dächern, Wiesen nu‘w Feldern zu den Fenstern hinein. Die bereit« mit frische Blättern bedeckten Stachelbeersträucher bogen sich zur Erd« von der aus ihnen lagernden Schneelast. Die Koppen bei Vogelsberg« leuchteten gestern bereit« in weißen Sinter- mänteln von der Höhe herab und der Schnee lag hier t, oberen Gebirg gestern schon einen Fuß hoch. Wiewohl die Sonne heute recht warm scheint, hat sie doch den ELoer nicht ganz wegzuthauen vermocht. Hoffentlich behält Mt Kalenderregel Recht: „Schnee im April gut düngen will.» § Vom höheren Vogelsberg, 1. April. „Der April iß nicht zu gut, er schneit dem Bauer auf den Hut!* Dies« Bauernregel ist für dies Jahr vollkommen für die hiesig» Gegend zutreffend. Nachdem seit den letzten Tagen et»« rauhe Witterung eingetreten, liegt heute Morgen der Schm, etwa 15 Zentimeter hoch. Heitere, erfahrene Landwirts prophezeiten bei bem vor vierzehn Tagen herrschenden »armen Wetter, daß nochmal« Schnee nachkommen würde. Die Landwirthe sind gezwungen, die kaum begonnenen Feldarbeite, wieder einzustellen. Groß Steinheim, 31. März. Ein 21jähriger Kuvß. druck er, Bruder de« vor wenigen Tagen beim Raugirm getödteten Jacob Habermann von hier, gerieth heute Rach, mittag in der Kunstanstalt von Brünning Söhne beim Einsetzen eines lithographischen Steine« mit beiden Hindu zwischen jenen Stein unb bie Platte der Maschine, die eteai verfrüht in demselben Moment in Thätigkeit gesetzt wurde. Dem BebanernSwerlhen wurden acht Finger buchstäblich plan gedrückt. Der Verunglückte wurde zunächst behufs weitern Behandlung in da« Hanauer Hospital verbracht. Allgewest nimmt die Bevölkerung Antheil an dem Schicksal, das tu Familie so bitter verfolgt. Darmst. Ztg. Mainz, 1. April. Der Kaiser hat sein Jntereffe u dem Rudersport neuerdings auch dadurch bekundet, baz er bem Mainzer Ruberverein bie Erlaubniß zum Bau eine! seststehenben Bootshauses im Winterhafen erwirkte. Di» Rnchs-Rayon-Commission hatte bie Genehmigung zu de» Bau versagen müffen, weil bie Baustelle im ersten Festung« royon gelegen ist. Dermifdptt*» ♦ Frankfurt a.M., 1. April. Frau Clara Schumann, bie geschätzte Künstlerin, ist, wie bie „Franks. Ztg." erfährt, am Montag von einem Schlaganfall betroffen worben. Bei bem hohen Alter her allseitig verehrten Frau ist ba« Schlimmste zu befürchten. * Frankfurt a M-, 2. April. Heute Nachmittag wurde an her Höfler'schen Wirtschaft auf der Eschershe wer Laut straße da« zweijährige Söhnchen de« Schaffner« Allenbrns beim HerauSlausen auf die Straße vom Zuge her Frankfurt- EscherSheimer Localbahn erfaßt, überfahren unb getobt et. Ein zwölfjährige« Mädchen, die Tante des Kinde«, die den Kleinen an der Hand führte, konnte ihn nicht mehr retten." • Wiesbaden, 2. April. Gestern Nachmittag wurde auf der Station Kestert der Weichensteller Gu eile ring von dem Frankfurt Kölner DZuge üb erfahren und getöbtn. ■ * Köln, 1. April. Wieder verbreitete sich gestern Abend die aufregende Kunde von einem Morde in unserer Stadt. Die von ihrem Ehemanne getrennt lebende, in einem Haoie der Schemmergaffe wohnende Frau Thoma« wurde kurz noä 6 Uhr, al« sie auf der Heimkehr von der Arbeit begriffen war, von ihrem Manne, der ihr an der Ecke der Fleisch mengergaffe und BayardSgaffe aufgelauert haben soll, bin meuchlings überfallen und durch einen Stich in- Herz löbtlit verletzt. Die Unglückliche starb im Flur de« Bürgerho,pitaU, wohin man sie geschafft hatte. Obgleich mehrere Personen Augenzeugen der verbrecherischen Thal waren, gelang el tt» Mörder, in der allgemeinen Verwirrung durch bie Lungw gaffe zu entfliehen. Die Ermorbete hinterläßt 7 Rinber, bie bei ihr wohnten. Der Mörber, ein Maurer, soll bie Frau früher fortgesetzt mißhanbelt haben. • Straßburg. 31. März. Mit bem 1. April b. I. Kilt baß neue Gebäubesteuergesetz vorn 14. Juli 1895 tu Kraft unb wirb bamit bie bißherige Thür - unb Fensterst e u e r zu Grabe getragen. Diese Steuer, bie aus bei Gesetzen vom 4. Frimaire VII, 4. Germinal XI unb 21. Apn 1832 beruhte, war bestimmt, ben Inhaber einer Wohmwß nach her mehr ober weniger luxuriösen Einrichtung, bie M in der Zahl her Thüren unb Fenster zeigt, heranzuziehen Sie wurde nach einem Taris, der bie Steuersätze nach tri Einwohnerzahl her Ortschaften unb her Zahl der Fenster unb THÜröffnuvgen her Häuser verschieben abstust. aus bei Haußeigenthümer veranlagt unb kannte nach dem Gesetz vn 4. Frimaire VII von btefem bem Miether auserlegt werben Bon btefem Recht ist jeboch in Elsah-Lothringen kein Öebraad gemacht worden und so bildete bie Thür- unb Fensterstevc thatsächltch eine ba« Gebäube belastende Örunbabgabe. 3* der Praxi« hat sie zu zahlreichen Schwierigkeiten nab kasuistr scheu Entscheidungen in Bezug aus die nach den Gesetzen treffenden Unterscheidungen zwischen steuerpflichtigen nw fteuerfreten Thüren und Fenstern gesührt. In her Belasst»! wirkte sie sehr ungleichmäßig. Die« e.klärt sich dadurch, H in einer unb berfelben Ortschaft jebe steuerpflichtige Ccffnnm — gleichviel ob von besseren ober geringeren Gebäuden, * groß ober klein, ob ba« Gebäude in gutem ober schlechte» Zustsnbe ist, ob cß in einer kleinen abgelegenen Gaffe an einer verkehrsreichen Straße gelegen ist — S° loe gleichem Steuersätze herangezogen ist. «IS eine Steuer » i Lust unb Licht wirkte fte außerdem antisocial, fo daß mau «tz I endliche Beseitigung nur begrüßen kann. •d ry 6*KÖlwfer 2 flrtjb tn Sremcn, m tojjrf mflcfommoL • Siek & JJ .k^e-s ze°L°d IßrrS über t M--,' Siener hüte 0« is Bezug auf SdJt die 7' *(,1.611 w tiu;i Stak 1-°- , -» eite- - von des im Cdebn 1895 ctfdh ja tvidnigunfl beutfä urtitert 4 Mutmr lilichdilltakeil, Aussla 11 alle Gebiete des Ä je» Erscheinens der 1 Wichen genießenden, p nLiren vermögen, .^eichmstifi zu Hilfe 1 Mrchvoües Material ta erfreulichem Aufsch Mluitltoeife folgende liier die llosföchen ch t^fgleichmdm Äenntn «evtik In der Möbelin- unb öottliarfttl; Hol 4d4nnei; Ueber itünm auf den otifd t'Eiet den Inhalt einer 1 ijmben Zettschrisi b, ’ ist dieselbe butd A 3u< dem Gii -jfecrei.Cchadens | JJtrr ber Bedingut •wclbfiaufarbcitung d Die Abnehmer unb üarl ®wrbtiung. Dir Grohherzo «a um ottiüblid ^"ßen.den Grt Btat 6*,n ta, M di- WWü WL’B 'örtlichen E"9. °Hen. Sei r ^ n erstell Fistll 1. Ofterseterlag, Sonntag den 5 April. Vormittags 91/» Uhr: Pfarrer Dtngeldey. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die LucaSgemeinde: Pfarrer Dingeldey. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nach dem Gottesdienst Vertheilung der Schott'schen Stiftung»- zinsen. Collecte für die Armen. 2. Osterfeiertag Montag bett 6. April. Vormittags 9‘/2 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 2 Ubr: Pfarrer Dingeldey. Vorstellung und Prüfung der Confirmanden auö der LucaS- unb aus der Milttärgemeinde. Collecte für die Ktrchenkasse. Am Sonntag, den 12 April findet Confirmation für die Kinder der LucaS- und der Milttärgemeinde, verbunden mit heil- Abendmahl statt- Samstag den 11. April, Nachmittags 2 Uhr, Beichte. Pfarrer Dingeldey Citer otur nnd Aunst. — Don dem im «rwitt Großmattv» Verlag in Stuttgart sril October 1895 erscheinenden .«ttnftgewerbe Gehülfen^, Organ lei Bereinigung deutscher Kunstgewerdegehülfen aller Branchen, gingen uns wettere 4 Nummern zu. Dieselben bestätigen in Bezug auf Reichhaltigkeit, Ausstattung und ihres tiefen, verständlichen Eingehens oui olle Gebiete des Kunstgewerbes das, waS wir bereits gelegentlich bt" Erscheinens der 1. Nummer sagten. Was die hervorragendes Ansehen genießenden, zahlreichen Mitarbeiter nicht durch die Schrift ;u erklären vermögm, da kommen ihnen kunstgeübte Hände mit dem Htchenstift zu Hilfe und schon allein diese Zeichnungen bilden ein wecchvolles Material zum Eindringen in das Derständniß unseres in erfreulichem Aufschwung befindlichen Kunstgewerbes. Wir führen deisp lelSweise folgende Capttel an: Formkunde: Das Wissenswertheste über die klassischen christlichen Baustile; Ueber die Wichtigkeit einer ^gleichenden Kenntniß kunstgewerblicher Formen: Die Flachorna- mmtik in der Möbelindustrie; Wechselbeziehungen »wischen Archttektur- unb MobUtarsttl; Holzschnitzereien an Möbeln; Wandlungen in An- wentiung und Behandlung des Schmiedeeisens im Zusammenhang mit btn Sttloerwandlungen des letzten Jahrzehnt«, vor allem mit Rücksicht aus die Farbengebung; U ber Modelliren; Die Decorativmittel des Goldschmieds; Die künstlerische Gestaltung der eisernen Ztmmeröfen; 2ec»rattoe Maleret (Glasmalerei); Einiges über Maltechntk; Ge- iihiüte der Keramik; Unsere Tapeten; Moderne Strömung der Ma4erzeichnerei; Ueber lithographische Kunstanstaltm; Das pracltsche Zeichnen auf den verfchtedenen Papieren; Heraldik. — Dies Alles Hlbrt den Inhalt einer einzigen Nummer. Der Preis dieser hervor- ragenben Zeitschrift beträgt vierteljährlich 2 Mk. 50 Pfg. Zu beziehen ist dtefelbe durch alle Buchhandlungen. Auszug ans den Airchenvüchern der Stadt Gieße«. Evangelische Gemetude. Aetrattte. MatthäuSgemeinde. Den 28. März. Ludwig Kimmel, ein Wittwer, Schutzmann zu Gießen, und Margarethe Becker, Tochter des.LandwtrthS Kaspar Becker zu Alten-Buseck. Johannesgemeinde. Den 28. März. Fiiedrich Ferdinand Dietz, Kaufmann zu Altona-Ottensen, und Karoline Susanne Malkomestus, Tochter des Metzgermetsters Karl Malkomesiu« zu Gießen. Mattb äusgemetnde. Den 29. März. DeN Schuhmacher Heinrich Minke eine Tochter, Auguste Clara, geboren den 11. März. Denselben. Dem Mechaniker Karl Hatz eine Tochter, Hermine Luise Minna, geboren den 14 Januar. Denselben. Dem Lacktrer Louis Rinn ein Sohn, Louis Karl, geboren den 8. December. Markusgemetnde. Den 29. Mär». Dem Schubmacher Jacob Gimbel eine Tochter, Minna Johanna Friederike Bertha Helene Dorothea, geboren den 3. März. Denselben. Dem Carousselbesttzer Rudolf Winter eine Tochter, Wilhelmine Emilie Elise, geboren den 2. März. Denselben. Dem Hülfsbremfer Georg Wilhelm Habicht eine Tochter, Auguste Pauline Marie, geboren den 8. März. Lukasgemetnde. Den 29. März. Dem Schuhmacher Karl Amend eine Tochter, Marie Käthchen, geboren den 5. März. Johannesgemeinde. Den 28. März. Dem Küfer Leonhard Dörfletn ein Sohn, Leonhard, geboren den 28. März. Den 29. März. Dem Steinhauermeister Jacob Atzbach ein Sohn, Ludwig Ernst Heinrich, geboren den 25. Februar. Milttärgemeinde. Den 29. März. Dem Vtcefeldwebel Karl Kuöß eine Tochter, Tilla Katharina Auguste, geboren den 8. Februar. VeeedtgU. MatthäuSgemeinde. Den 28. März Karl Steuerwald, Schuhmacher, vcrheirathet, 44 Jahre alt, sta b den 25. März. Auszug au» den Stand esaintsregifteru der Stadt Gieße». März: 28. Friedrich Gustav Paul Sauermann, HauSdimer dahier, mit Anna Maria Brink hterselbst. 28. Ludolf Hermann Arthur v. Aloensleben, Oberstlieutcnant zu Mannheim, mit Georgine Auguste Marte Luise Antoinette Freiin o. Rtcou hterselbst. Wl>«fchlte-tttt«»tt. März: 28. Friedrich Ferdinand Dietz, Kaufmann zu Altona- Ottensen, mit Karoline Susanne MalkomesiuS hterselbst. 28. Ludwig Kimmel, Schutzmann dahier, mit Margarethe Becker Hierselbst. März: 23. Dem Schuhmacher Philipp Rupp eine Tochter, Louise. 27. Dem Agent Carl StiaSny eine Tochter. 28. Dem Küfer Johann Leonhard Dörfletn ein Sohn, Leonhard. 31. Dem Arbeiter Georg Becker UI. ein Sohn, Martin Emil. 31. Dem Kaufmann Wilhelm Hanstein eine Tochter. BdiotMtU. März: 27. Franz Opatic, 33 Jahre alt, Müller von Agram in Croatien. 27. Wilhelm Karl Heinrich Koch, 3 Monate alt, Sohn von Uhrmacher Georg Koch dahier. 27. Julius August Henze, 55 Jahre alt, Locomotiosührer bet der Matn-Weser-Bahn dahter. 28. Marlin Friedrich Carl Willy Paul Abermann. 11 Monate alt, Sohn von Bauunternehmer Martin Abermann dahier. 28. Leonhard Dörfletn, 131/» Stunden alt, Sohn von Küfer Johann Leonhard Dörfletn dahter. 29 Marte Mainzer, geb. Kummer, 60 Jahre alt, Ehefrau von Telegraphen-Assistent August Mainzer dahier. 30. Katharine Eltiabethe LupuS, geb. Dammel, 72 Jahre alt, Haushälterin von Bad-Nauheim. 31. August Wilhelm Frefeniuö, 62 Jahre alt, Großh. Polizeirath i. P. dahier. kirchlicheAnzeigen der evang.Genreirrde Gottesdienst. A« der Ltadtttrche« 1. Vsterfetettag 5. April. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 11 Ubr: Kinderkirche. Pfarrer Dr. y-retn. Abends 6 Ubr: Pfarrer Schlosser. Collecte für die Armen. 2. vsterfeiertag. 6. April. Vormittags 91/« Uhr: Pfarrer Schlosser- I« der AriedhofScapelle. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Dr. Grein. herrscht^, würde, । ^ruFtldch SM. MchthMs. Freibank. [3313 Heute und Dienstag: Ochsenfleisch nicht ladenrein, per Pfd. 56 Pfg- dchweinefleisch nicht labenrein, pr. Pfd. 45 Pfg. Heute Samstag bleibt die Freibank bis Abends 10 Uhr geöffnet. Wohnungs-Veränderung. Ich setze hierdurch meine wertbe Kundschaft sowie das verehrliche Publikum in Kenntniß, daß ich von heute an Woltett- gifle 10 wohne und halte mich bestens im Kleidermacherr in und außer dem Hause empfohlen. 3293 Achtungsvoll Sophie Schnepp, Schneiderin. Waldstreu-Abgabe. Au« dem Gießener Stadtwald am Anneröder Weg wird wegen Znsecten-Schadens für kurze Zeit das Moos »nentgeldlich abgegeben, unter der Bedingung der alsbaldigen Wegbringung deffelben und bei Eslbstaufarbcitung durch die Empfänger. Die Abnehmer wollen sich sofort bei den Forstwarten Brück von Ließen und Karl Brück von Rödgen melden behufs der weiteren Unordnung. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Ortschaften .werben um ortsübliche Bekanntmachung ersucht. Gießen, den 2. April 1896. Feinsten Salvator-Bock aus der Brauerei Henninger Frankfurt a. M. Frühe Ruhm von Haiger Mittelfrühe Daber'fche Mittelfrühe magnum bonum Späte Phöbus Späte Juno Späte blaue Riefen abzugeben. Hardthof. C. Schlenke. Saus in der Schützeuftraße mit Hinter» gebäude, Stallung, großem Hofraum und Garten ist zu verkaufen. 13278 Näheres Schottstraße 3. Kneipp’s Heilmethode! (Lehrbücher) 3270 sowie große Badewanne, billig abzu- In den Gottesdiensten: Collecte für den LocalkirchenfondS- Am Sonntag den 12. April (Quafimodo>entti), Nachmittag- Uhr: Prüfung der Confirmanden aus der Matthausgemeinde. Jtt der JohatttteSNrch«. Ä SÄ Ä Ct lQ9 °°>h bth L. btf "Dir en HUi?" fc Mt Z tD q or0en bei r. tfjäet Unterzeichnetem steht ein Wagen, welcher sich für Metzger oder Viehhändler eignet, zu verkamen. 3279 Waanermeister Stritt, Rödgen bei Gießen. llcrlfgung des" ' fließt in sämmtlichcn Gasthäusern und Wirthschaften Gießens zur Unter» , Pchnung offen. Bei der Wichtigkeit, welche diese Frage für das Geschästs- Ebeit unserer Stadt hat, ersuchen wir um recht rege Betheiligung. Hin Lebende Lahnhcchte BV” in allen Größen *QB 3276) bei TO. «imott, Wolkengasse 26. 3243] Größere und fleinett Weitt- fLffer billig zu verkaufen. «arktftraße 4, HL Zmittag urt'- OuelleriM' ren unb tr sich gefiniv ! in unfern r- »e, in einen as wurde toi» der arbeit W iet Ecke btt N' rt haben |ol,' lich inS Herj'i: desBürgerh«!^ ! mehrere N 6 durch bie« hinteriäht U- Maurer, foO 11. April W » 14. 3«“1* ßi- unb 8'" steuer, »l< * InalXIunb-l- i6tt einer fr- Einrichtu°S'-, ©teueriO1 r Z-Hl l" »et ««Äjj iür» unb ö"; , ©runbabi ieri<"°K nach b‘ ® $y,A IjOClfl1/ I n. Gothaer Lebensverficherungsbank (älteste und größte deutsche Lebensversicherungsanstalt). Nerßcheruugsbküand am 1 April 1896: 695 Wiüiollku Mark, zssgerahlte ^ersichrrungssammku seit 1829: 283y2 IHillinnrn Mark. Vertreter: Heinrich Hochreuther, Südanlage 5. Verkehr, und VoUrwirthschast. Gietzr«, 4. April. Marktbericht. Auf dem heutige» Wochmmarkt kostete: Butter pr. Pfd. JL 1,00—1,10, Hühnereier pr. St. 5-6 H, 2 St. 0 H, Enteneier 6—7, 2 St 0-0 H, Gänse« eter pr.St. 9—10 Käse pr. 6t. 5—10 Käsematte pr. ©t. 3 4b, Erbsen pr. Liter 17 4^, Linsen pr. Liter 30 H, Tauben pr. P«« JL 1,00 bis 0,00, Hühner pr. Stück 1,00 bis 1,30, Hahnen pr. Stück X 1,30—1,70, Enten pr. Stück v* 2,00—2,20, Gänse pr. Pfund X 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 70-74 H, Kuh- unb Rindfleisch pr. Pfd. 66—68 Schweinefleisch pr. Pfd. 50 bis 66 4s, Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 70-00 4^, Kalbfleisch pr. Pfd. 60 4s, Hammelfleisch pr. Pfd. 60—70 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,60 btt 5,00 «4L, Weißkraut pr. Stück 0—00 4. Zwiebeln pr. Centn« JL 5,00-0,00, Mllch pr. Liter 16-18 H &™io uS.r Omnibus-Verbindnng ÄSäJÄ Marburgerstraße—Bahnhof und zurück. " ' ' ' und zurück. Luchen- und Tannenscheithoi; empfiehlt billigst die Holzbandlung von Wilhelm Jang i., «lein Linde« 407 (seither K. Jung lV.)________ 4Udj 3m Klavierstiarrnen hält sich bestens empfohlen -erttrantt Bauer, Schillerstraße 15. 3311} Gut erhaltene Brttlebe und Wafserdank billig zu verkaufen. BiSmarckstratze 7, L Versteigerung. Dienstag den 7. d. Mts., Vormittag- von 9 Uhr an, werden im Auftrage des Herrn Rechtsanwalts Grünewald in Gießen als Bevollmächtigter der Kaufmann LoviS Bach Witlwe in Hungen, wegen Auf- lösung des Geschäfts, sämmtlich vorhandene Maschinen und Geräihe als: Säemaschinen, Häckselmaschinen, eine gebrauchte Mähmaschine, Düngerstreumaschinen, 1 Pferderechen, ein Heuwender, Maschinenzubehörstücke und Reserveiheile aller Art, Pflüge unb Pflugkörper (Sack'jche und Beet- mann'sche) aller Art, Eggen, Fegmühlen, Dickwurzmühlen, Schrotmühlen, Trieure, Jaugenpumpen, Decimalwaagen, eine Kohlenwaage, Keffel, Karren, Ofen, Herde, Hacken, Schippen, Dung- und Heugabeln, Ketten, Waschmaschinen, Wasch- mang In, Buttermaschinen und Nähmaschinen, sowie 2 Commode, 2 Tische, 2 Schränke, 2 Stühle, Reale und vieles Andere durch den Unterzeichneten gegen Baarzahlung versteigert. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Zusammenkunft der Steigerer im Buch- schen Lager am Bahnhofe. Hunge«, am 2 April 1896. Seipel, 3264 Großh Gerichtsvollzieher in Hungen Abbruch. Eine Scheuer, von Holz gebaut, auf den Abbruch zu verkaufen. Bnx zu verkaufen. 3308 Seltersweg 89. 832 fort (Main). 3273 ri 3319 Wiefeck, den 4. April 1896. au-geführt von der 3306 Familie Fresenius. 3269 zu vermieden «verweg 15. Ö285] Schön möbl zimmer zu vermiet hen. MLv-burg 7. im Saale des Kafs Leib. 3266 Anfang Abends 8 Uhr Anfang Abends 8 Uhr. Giessen Ostern 1896. OOOOOOOOOOO 00000000000000 CKAm 3. Osterfeiertag: ÄlNvhof. Tanzmuftk. Der Vorstand Stadt Marburg 00 Stadt Cassel. «SSÄ 2676 L' 3274 Thierpark zur schönen Aussicht I. Duill. wozu ergebens! einladet Am dritten Feiertag: Der Turuwart 3317 Phil. Wetter Wwe. 13275] wozu höflichst einladet auf den Weftphälischen Hof (öinbtjof) Der Vorstand. 8263 tit Grosses humorist. FriihconctrL Zum Pfau44, Neustadt 55. an d(e Exped. d. Bl. 3294 Am dritten Osterfeiertag: 3296 2929 W Leyerer. wozu höflichst einladet. walltdorllratze 27 (Eingang Asterweg). Schwank. Hierauf: ab und ladet hierzu besonders ein 3315 3295 SM» Anfang Zu regem Besuch ladet ergebenst ein Dir 5d)t Eine C 3318] »kost und Wobnung für Arbeiter bet Metzger Schmidt. Die Beerdigung findet Montag, den 6. April, Nachmittags 3 Uhr, statt. _________________ Herrenkarien ä 1 Mark find an der Kaste zu haben. Domei vH» Karten haben keinen Zutritt. Der Vorstand. Verspeculirt. Localachwank in 2 Acten von A. Stellte. Anfang 7*/g Uhr. CaesenöflTnung 6* ? Uhr Abends. Preise der Plätze: 1. Parquot JL 2.—. 2. Parquet JL. 1.50. Estrade JL 1.50. Gullerie 50 ■ Stadentenkarten Jt 1.—. '■ Vorverkauf bei Herrn Ernst Challier. Giessener Zitherclub (Wodlttzäti-teitsverein). «67 Am 2. Osterfeiertag AuSfiug nach Großeu-Liudeu. Zusammenkunft hier am Bahn Hof bis ’/42 Uhr. Auch für Diejenigen, welche |i Fuß nach dort gehen wollen. Der Vorstand. Concerthaus Lahnstein. Am 2. Oftertag, von 4 Uhr ab, hält die Nene Carueval Gesellschaft ihr Osterfest mit grosser Tansbelustigung Restaurant „Zum Lahnthal" Danksagung. Für die uns bei unserem schweren Verluste zu Theil gewordenen überaus reichen Beweise allseitiger Theilnahme sagen wir an dieser Stelle unseren innigsten Dank. Gietzen, den 3. April 1896. Männerturnverein Giessen Am zweiten Osterfeiertag: Tarngang mit Familie. Abmarsch 8 Uhr vom LudwigSplatz. Aermlschlc Anzeigen. Theater in Giessen im Feateaal (Leib’achen Saal). 3MB* Donnerstag, 9. April: Gastspiel des Herrn G. A. Strohecker vom Stadttheater in Frankfurt a. M. (Frankfurter Dialect-Ensemble). Frankfurt in Feindesland. Tüchtiges «Ldchen bei gutem Lohn g'suchf 3320 LSderstraße 26, II Srsa«s-Drkliu Hkitrtkkit. Am zweiten Osterfeiertag bei günstiger Witterung: Bäckerverein Frühauf. Am S. Osterfeiertag Tanzunterhaltung mit Thcatn Rfbachon: E. Scheyda. — Druck unb Verlag brr vrübl'schen llmversttäls-Buch. mb Stonbcedmi (Pietsch A Echetzb«) in •i*tu e Aes Ksterfestes wegen erscheint die nächste Dummer Dienstag Machmittag. Dk Äumw« umfafct 11 etVT . gtJuM 1 ^„.»lSiter •ww- Feinste Auswahl in allen Saison-Speisen. ' Reichhaltigste Frühstuckskarte. 3 Hochachtun ga voll Anton Koch Restaurateur. Badenburg Am dritten Feiertag: T anzmusik Frühconcert. Ausgeführt von der hiesigen Regiments.Musik. Anfang 10 Uhr Dienstag, den 7. April 1896, dritter Osterfeiertag Großes Humor. IoWni-Cmmt. N e n e s Pro stramm. Anfang 4 Uhr. Euträe 20 Pf g. Zur Wellersburg ______ Am dritten Osterfeiertag. Tanzmusik Steins Saalbau. Am 2. und 3. Osterfeiertage: Große Militär-Concertc Insel Helgoland 3304 Am zweiten Feiertag: ooooouooooooooooooooooooo O Clara Haas 8 § Liebmann Behr § O Verlobte. O ^a» mar e iw» ?etre Bdn« i nJnfereM ^on f0l R- __ illdklba1111 Ö^Qrtn<' Dienstag, den 7. April 1896, dritter Osterfeiert«« Grosses humorist. FriihconctrL •«&? Mn floh An können aute Siellev er- maucnen &aiun du ä- ^rau Srpbicke. Bahnhofstraße 43 3309) Ein tüchtiges MädLe« für Äücbt und Hausarbeit gegen guten Lohn gesucht. »ereRrate 20. 3’292] Ein Mädchen ' mpf. sich im laschen, Putzen undF-ldarbeit. Walkengage lv ‘*299] Eine tüchtige Büglerin empst.hlt sich in unb außer dem Hause. Näheres <». »»»• 8£d|11« » ----** '•Ci,®"««»' I 'k, lQi 3288] Zwei einj'lne Z'mmer zu oer- miethen ricinftraße 78 (im Laden • 3287]" Ein separates Zimmer zu ver- mietben.__rchütze^straße^t 8301] Schönes Stübchen mit Bett zu vermietben.__________Tetterswcg 6. 8310, Ein möblirtetz Zimmer sofort Postkeller. Bringe meine auTs feinste hergerichteten Restaurations-Räumlichkeitex in empfehlende Erinnerung. Dermietyungen 3255] Drei-Zimmer-Wobming m Zub per 1. Juli zu verm Lüdanlage 7. 3^60] Parterrewohnung, 8 Zimmer nebst Zubehör, p;r 1. Juli zu vermteihen. Frau Sann Wwe. 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