Wahl in; ^iche«, Stickerei«, '*'*11 Artikel», eschenke: uh 5 ft öV 30 , 48 , 10 , itiH seifen. H agen, 10114 WM KiWti schmt n-orga"' * tt Tieustev Slflomtni Mlrw ZP-Mk In, *obiliar gcljäd®6 ,«• 5«t und Haus- titel- Wr. 286 Erstes Blatt. Freitag den 4. December ISO« Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Amts» unb Anzeigeblatt für den Kreis Gietzeir Webaction, Uypebitia» und Druckerei: Kchokstr-tze Ar.7. Kerusprecher 61. Vierteljähriger Avouncmentspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit vringerlohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener Aa«itie«Stätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Hie-euer Anzeiger erscheint täglich, wit Ausnahme de» Montags. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Jamilienötätter.^ VerLt^eher Reichstag. 188. Plenarsitzung. Mittwoch den 2. December 1896. Die Generaldebatte über den Etat wird fortgesetzt. Abg. v. Kardorff (Rp.) spendet zunächst dem heldenhaften Betragen der Mannschaft des „I tis" Anerkennung. Ich habe selbst 1870/71 erfahren, welch stummer Heroismus in den einfachen Soldaten lebt. Ein glänzenderes Be.sptel hierfür, wie in dem Falle -tltu", ist aber noch kaum dagewesen. Die Soctaldemokratte äußert nur deshalb so giftigen Zorn, weil sie weiß, daß, so lange dieser Geist in Armee und Marine lebt, eS ihr nicht gelingen wird, in Heer und Marine etnzudringm. Ich hoffe dies um fo mehr, als in her Behandlung der Sociald.mokratie eine Umkehr bei der Regierung kinaetretm zu sein und die Regierung die von ihm und Stumm ILr verderblich gehaltenen, 1890 eingeschlagenen Wege verlassen zu wollen scheint. Wenn jetzt eine ausgiebige Revision des VeremS- lechis angebahnt wird, so widerspricht das durchaus nicht der Zutage des Reichekanzlers hinsichtlich Abschaffung des S 8. Daß wir eine Kriegsmarine brauchen, gaben, abgesehen von den> Soctal- berxotraten, alle Parteien zu. Wenn man da von Weltmachtsdünkel iprtcht, so erinnert mich das daran, wie die Sokifchrttttpartei früher Preußen den Großmachtsdünkel Hal autztreiben wollen. Meine Wünsche b.-rügltch der Marine gehen sehr wett, ober ich sehe ein, daß man sich etwas abhandeln lassen muß. Alles kann man jedenfalls nicht auf das Ordtnartum nehmen, einiges wird man doch aus Anleihe bocken müssen. Daß die Engländer unsere Schiffe ja doch vom Dceon wegjagen können, wie man behauptet hat — nun so schlimm liegt die Sache denn doch nicht. Wir haben doch eine vorzügliche artilleristische Ausrüstung und eine ganz andere zuverlässig Bemannung. Herr Richter sagte neulich, im Abgeordnetenhause seihe man Mücken und hier im Reichstage seien die großen Kamele. iSlürmische anhaltende Heiterkeit). I, die Herren feinen ft» so über ihre Kamelnatur zu freuen, daß sie aus dem Lachen nicht £er= auskommen. (Wiederholte Heiterkeit). Aber rechnen Sie sich doch aus Herr R cbter, daß Deutschland jährlich durch die Handelsbilanz u« 800 bis 1000 Millionen ärmer geworden ist. Wie groß sind L !msere Mehrimporte an Rindvieh, Schweinen, treibe Dabei kann Deutschland seinen ganzen Bedarf an alledem selber beden. Und deShslb gebt unser Wunsch dahin, daß unf«e Lind- -i-thschaft mehr Schutz finde. Ueber die Wirkung des ZuckeraesetzeS W sich jetzt in der Thal noch nicht aburtheilen. Wollen Sie die Z^ckerp oduction, die jetzt wirklich eine Treibhauspflanze ift, wieder aast ein vernünftiges Maß zurückschrauben, dann soram Sie dafür, bat unser Getreidebau wieder rentirt. Auch in Ocsterreich und Rußland find die Landwirthe ganz ingrimmig über die Handels- «lTträge. Welchen Cur8 haben unsere guten landschaftlichen Pfand- biü fcr Theil. Gießen, den 2. December 1896. Bekanntmachung. Betr.: Die Borschrifteu deS Arbeiterschutzgesetzes vom 1. Juni 1891 Über die Arbeitsbücher und die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter und Arbeiterinnen. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir sehen der Vorlage der in Gemäßheit der Vorschrift unter C Ziffer VII der gedruckten Anweisung vom 26. März 1892 an unS einzuretchenden Ueberficht der in Ihren Ge« meinden vorhandenen Fabriken und diesen gleichstehenden Anlagen, in welchen Arbeiterinnen oder jugendliche Arbeiter beschäftigt werden, unter Verwendung deS Formulars G. (cfr. Ausschreiben vom 7. Februar 1893, Anzeiger Nr. 35) bis zum 1. Januar k. I. entgegen. AlS den Fabriken gleichstehende Anlagen find anzusehen: 1. Hüttenwerke, Ztmmerplätze und andere Bauhöfe, Werste und solche Ziegeleien, über Tage betriebene Brüche und Gruben, welche nicht blos vorübergehend oder in geringem Umfange betrieben werden, Bergwerke, Salinen und Auf- berettungSanstalten, unterirdisch betriebene Brüche oder Gruben; 2. Werkstätten, in deren Betrieb eine regelmäßige Verwendung von Dampfkraft stattfindet und in denen durch elementare Kraft (Gas, Wind, Waffer, Electricität) be- wegte Triebwerke nicht bloS vorübergehend zur Der- Wendung kommen. Sollten in Ihren Gemeinden Fabriken und denselben gleichstehende Anlagen, in denen Arbeiterinnen oder jugendliche Arbeiter beschäftigt werden, nicht vorhanden sein, so ist dies binnen der oben genannten Frist berichtlich anzuzetgen. v. Gagern. StaatSsecretär v.Marschall: Vorrednerbehauptet, der Handelsverträge halber verloren wir bei der Handelsbilanz jährlich 900 Mill. Mark. Vor Inkrafttreten der Handelrvnträge waren unsere Handelsbilanzen aber ungünstiger als jetzt. Wir find also, wenn ich im Sinne deS Vorredners reden wollte, durch die Handelsverträge um so und so viel reicher geworden. (Sehr richtig links). Der Vorredner hat außerdem auf die Handelsverträge daS Weichen der Getreidepreise zmückgefüht t. Er übet sieht da aber ganz, daß in den letzten Iahten ü eiall gute Ernten gewesen find. (Beifall). Abg. Fürst Radziwill (Pole) führt Beschwerde, daß in letzter Zett der Ansturm gegen den nationalen Besitzstand der Polen ein steigender gewesen sei. Er vertraue, daß der Reichskanzler die Verhältnisse zu fantren geneigt sei. Abg. Rickert (frs. Vg.): Wir können der Regierung nur danken, daß fie die von Herrn Kardorff angefochtenen Handelsverträge trotz der Agitationen des Bundes der Landwirthe durchgesetzt hat. Der Reichskanzler hat nur die Beseitigung des S 8 der preußischen und analoger Bestimmungen anderer Vereinsgts.tze zugesagt. Ich vertraue auch jetzt noch, daß der Reichskanzler seinen Einfluß etnsetzen wird, um ein reaktionäres Gefitz in Preußen zu verhindern. Andernfalls würden wir hier im Reichstage ichon in der nächsten Session ein Reichs-Vereinsgesetz fordern, welches jene reactionären Gesetze wieder umstieße. Redner hofft, daß bei den jetzt schwebenden Zolloerhandlungen mit Rußland zwar die Interessen der Landwirth- schaft — abzüglich der Viehseuchen — gewahrt werden, ebenso aber auch die Vertragstreue. Bedauerlich seien die gestrigen aufreizenden Aeußerungen Paasches über den Strike in Hamburg. In solchen Fragen sollten wir zurückhaltend sein, nicht Feuer unterlegen. Herr Paasche hat gestern auch über den Getreideterminhandel in Ausdrücken gesprochen, die für einen Abgeordneten neu sind. (Ruf Paasches: Speculation), neu, cs handelt sich bei dem Terminhandel um ehrbare Kaufleute. Wenn, wie der Bund der Landwirthe fordert, die Regierung sich an die englische wenden wollte wegen internationalen Verbots des Terminhandels, sie würbe wohl eine eigen; thümliche Antwort erhalten! Auf die exorbitante Steigerung deS Marineetats waren wir nicht gefaßt. Die Regierungen sollten unS vor Allem in einer klaren Denkschrift auseinandersetzen, wohin fie eigentlich wollen. Im Vorjahre sagte Herr Hollmann: DasMarine- cabinet vertrete die Ansichten deS Kaisers und auf dieses müsse daher Rücksicht genommen werden. Ist das die Sprache eines con- fiitutionellen Ministers? Wir wollen eine dauernde und gleichmäßige Beschäftigung auf den Werften, aber keine fprrmgweise. Unsere Marine wird immer nur eine fecunbüre Rolle im Kriege spielen, die Entscheidung wird immer bei der Landarmee fein. Die konservativen scheinen ja fitzt von Herrn v. Plötz etwas abzurücken, die Regierungen dagegen bleiben nach wie vor bemüht, den Agrariern entgegenzukommen. Was wird das Resultat sein? Eine Summe von Verlusten an Autorität! Man lese doch die bündlerischen Kritiken der Handelsverträge in den Kreisblättern und wie behandle man die Minister, wie sprach daS Bundessrgan von dem Land- wirthschaftsminister gelegentlich der Reise desselben nach Ostpreußen. „Keine Diners für die Minister, die Herren müssen sehen, daß wir hungern!" (Heiterkeit.) Hoffentlich kommen auch die Bauern jetzt zum Bewußtsein, haben doch die Bündler bei den Nachwahlen schon 10 Sitze verloren! Glaubt die Regierung, daß sie durch ihre kleinen Mittel Erfolge erzielt? Einen Strich sollte fie machen zwischen sich und jenen Herren! m Staatsfecr. Graf Pofadowsky bemerkt, eine von Paasche bemängelte Ausführung des ^ranntweinsteuergesetzes durch sächsische Behörden beruhe auf Mißoerständniß und sei schon berichtigt. Slaatssecr. v. Boetticher: Wenn in einem von Rickert erwähnten Artikel des Organs des Bundes der Landwirthe steht, preußische Minister hätten im Bundesrathe ihre eigene Vorlage, das Handwerkergesetz, zu hintertreiben gesucht, so ist dieser Vorwurf unberechtigt. Sp-ciell mir gegenüber hat man sich diesen Vorwurf zu machen erkühnt; dabei bin ich selbst im Bundesrath mit vieler Vorlage noch gar nicht befaßt gewesen. Wer mich kennt, weiß, daß ich einer solchen Illoyalität nicht fähig bin. Durch die hämischen Bemerkungen des Organs des Bundes werden sich die Regierungen nicht abhalten lassen, die Interessen der Landwirthschast wahrzunehmen. Slaatssecr. v. Hollmann: Es kann nicht davon die Rede sein, daß ich durch das Marinecabinet vergewaltigt werde, und meine Verantwortung gegenüber dem Reichskanzler vergesse. Mein Verkehr mit dem Marinkcabinet betrifft niemals Angelegenheiten des Reichstages und des Etats. Abg. Lieber (Ctr.) verwahrt das Centrum gegen den vom Abg. Kardorff erhobenen Vorwurf des Handinhandgehens mit der Socialdemokratte. Kardorff habe sogar die Kühnheit gehabt, einem Reichstage, der soeben das größte deutsche vaterländische Werk, die Rechtseinheit, geschaffen habe, nachzusagen, derselbe sei „heruntergekommen". Das Centrum werde niemals, weder hier noch im preuß. Abgeordnetenhause, für eine reaktionäre Gesetzgebung auf dem Gebiete des VeteinSrechts zu haben sein. So weit wie der StaatS- secretär Hollmann in seiner Aeußerung in der Iltis-Angelegenheit gehe das Centrum nicht. Das Centrum sehe in der Obriakett nicht daS Heiligste. Es wolle mit den sog. Demokraten in der Auffaffur g über jene Sache nicht einen Millimeter zusammengehen, aber seine Freunde wünschen auch nicht, daß durch irgendwelche Aeußerungen das Volksgewissen verl.tzt werde. Der neue Herr Colonial irector hat gewünscht, wir möchten die Colonialfragen als neutrales Gebiet behandeln. Hat der H-rr damit tagen wollen, daß wir andere Gebiete nicht als neutral, sondern nach Parteirücksichten behandeln, so muß ich ihm erwidern, daß wir Alle, so sehr wir auch in Parteien gespalten find, doch Jeder nach seinem besten Wiffen, so rote er es versteht, im vaterländischen Jntensse handelt. Und das muß ich ihm noch sagen: so lieb uns auch die Colonien bisher find, unser Vaterland ist unS doch noch liebet4 (Beifall.) Abg. ©aller (südd. Vp.) erklärt, seine Fraktion lehne alle Schiffsneubauten ab. Bei den Gehaltserhöhungen müffe man unterscheiden zwischen Civ'l und Militär; keine Bewilligung für letztere, ehe nicht die Mißstände beim Militär beteiligt feien. Abg. Zimmermann (R-f.-P) bekämpft den Standpunkt Rickerts, zu der Handelsvertragspotirik und erklärte, auck seine Partei könne Bedenken gegen die hohen Forderungen für die Marine nicht ganz unterdrücken. Sie stehe denselben schon deshalb kritisch gegenüber, weil die Regierung sich gegen berechtigte Forderungen, namentlich der Landwirthschaft und des Handwerks ablehnend verhalte. — In Handwerkerkreisen suche man die Ursache für das Scheitern des letzten Entwurfs jedenfalls in Herrn v. Bötticher. Schatzsecr. Graf PofadowSko bemerkt auf eine Anfrage de» Vorredners, für technische Vervollkommung des Verbrauchs vo» Spiritus zu gewerblichen Zwecken fei eine gewiffe Summe verfügbar gemacht. Die Spiritusglühlampen-Producenten feien aber felbcr capitalkrästig genug. Slaatssecr. v. Bötticher: Die Erwägungen, wie einem etwaigen Petroleum-Monopol zu begegnen ist, sind zu einem gewissen Abschluß gekommen. Es würde also entsprechend vorgegangen werden können, sobald dazu eine Nothwendigkeit vorliege, was jetzt nicht der Fall ist. Die Handwerkervorlage ist in den Ausschüssen des Bundesralhs gefallen, weil die Mehrheit gegen die Zwanasinnungen war. Die Ausschüsse werden sich vielleicht noch vor Weihnachten, jedenfalls aber bald nach Weihnachten von Neuem schlüsfig machen, sodaß also die Befürchtung unbegründet ist, die ganze Sache fei auf lange Zeit gescheitert. Ich wiederhole, daß ich selbst mit der Sache im BundeSrath nicht befaßt war, also ganz unschuldig bin. (Heiterkeit.) Abg. Gras Limburg (c.): Jeder Conservative kann, ohne feine Königstreue zu gefährden, dem Bunde der Landwirthe an= gehören. Bei vielen Corffervattven ist dies auch der Fall, weil sie die Tendenzen des Bundes für richtig halten. Auf dem Grundgedanken des Antrages Kanitz stehen wir noch heute, aber wir find practische Leute und verzichten einstweilen auf den Antrag, nachdem er zweimal gescheitert ist. Daß die Regierung in wesentlichen Punkten das Jntereffe der Landwirthschast nicht wahrt, zeigt schon die Stellungnahme der Denkschrift des landroirthschaftlichen Ministers zur Mar» garinefrage und den Getreidepreisen. Redner betont dann noch die Nothwendigkeit einer Frnanzreform. Morgen 1 Uhr Fortsetzung; Rechnungssachen, Vertrag mit Nicaragua. — Schluß 5 Uhr. Wolffs telegraphisches Correspo»de»L-«»re«. verlin, 2. December. Der Kaiser fuhr um 1IV» Uhr bei der österreichisch-ungarischen Botschaft vor und blieb daselbst bis 12Ve Uhr. Ja einem zweiten Wagen fuhr die Kaiserin vor und verblieb kurze Zeit. Berlin, 2. December. Der Kaiser fuhr heute beim Reichskanzlerpalais vor und stattete dem Reichskanzler einen Besuch ab. Berlin, 2. Dccember. Das deutsche Kriegsschiff „Arcona" meldet aus Manila vom 28. November: Zustand unverändert kritisch- Defensive der Spanier auf Kavite und Manila beschränkt- täglich Angriffe zu erwarten- wegen Fortschaffung der Europäer aus der Stadt sind Vorbereitungen getroffen. Hannover, 2. December. Der Kaiser ist heute Nachmittag 41/2 Uhr hier eingetroffen. Hannover, 2. December. Der Kaiser wohnte Abends der Theatervorstellung bei und folgte der Vorstellung des „Don Juan" mit regem Jntereffe. Er spendete dem Sänger d'Andrade außerordentlichen Beifall nach dem Vortrag des Champagnerliedes, das der Sänger wiederholte. Bremen, 3. December. Der Strike ist beendet. Die Strikenden nahmen nach der Verhandlung vor dem gewerbegerichtlichen EtnigungSamt die Bedingungen der Lagerhausgesellschaft an. Dresden, 2. December. Der Verband landwirth- schastlicher Genossenschaften SachsenS soll von der Regierung eine Million Darlehen erhalten. Madrid, 2. December. Nach Berichten au» Manila wurden die Aufständischen in den Librel Bergen geschlagen. Sie hatten 14 Todte. Die spanischen Truppen hatten keine Verluste. Auch eine auf der Insel Talam erschienene Bande wurde mit einem Verlust von 40 Tobten geschlagen. Hamburg, 2. December. Die Versammlung der Arbeitgeberverbandes, bestehend auS Delegirten der 12 Berufs- verbände und Mitgliedern der gewerblichen und kaufmännischen Unternehmen, lehnte die Einsetzung eines Schiedsgerichts einstimmig ab. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 2. December. Heute Vormittag begann vor der 3. Straskammer deS Landgerichts I der Prozeß gegen die Journalisten Leckert und von Lützow. Den Vorfitz führt der Landgerichtsdirector RöSler, die Anklagebehörde vertritt Oberstaatsanwalt Drescher. Die geladenen Zeugen werden bis morgen beurlaubt, da die Vernehmung derselben heute noch nicht erfolgen kann. Beim Verhör erklärt der Angeklagte Leckert: Bei einem gelegentlichen Zusammentreffen mit v. Lützow habe er diesem mitgetheilt, nach seine» zuverlässigen Informationen sei die falsche Redactiou deS Zarentoastes in BreSlau auf englische Einflüsse zurückzuführen. Auf Befragen deS Prästdenten, wer dem Angeklagten diese Mittheilung gemacht habe, entgegnet letzterer, er habe sich seinem GewährSmanne gegenüber ehrenwörtlich zum Stillschweigen verpflichtet, da diesem eine etwaige JudiScretion die trat, war er nicht wenig überrascht, denselben in einen Blumkn- schlossen, vorläufig nicht in den Strike einzutreten. Cocefcs unb prwhtjklU* Männerchor, beide in Frankfurt. Im Conservatorium dirt girte er den größten Theil der Schlußaufführungen. Außerdem hat er wiederholt in Frankfurt und Brieg größere Werke einstudirt und geleitet. Trautmann beherrscht da- Clavter, die Orgel, die Violine und die Viola in künstlerischer Weise. So find wir denn sicher, daß die Wahl Trautmauns sür Gießen von schönsten Erfolgen begleitet fein wird und rufen wir schon heute dem jungen Künstler ein herzliches Willkommen zu. *• BolkSbad. Allen Freunden des VolkSbadeS können wir heute die erfreuliche Mtttheilung machen, daß das Zustandekommen des Unternehmens gesichert erscheint. In der gestrigen Sitzung deS Arbeitsausschusses konnte der Vorsitzende eine Liste vorlegen, nach welcher bis jetzt 11 6 Bürger unserer Stadt ein Actiencapital von 5 7400 Mk. gezeichnet haben. Die von Anfang an tnS Auge gefaßte Summe von 60000 Mk. wird hiernach nicht nur erreicht, sondern Hegezeit sür weibliches Rehwild. ♦•-r- Seltener Jubiläum. Die Inhaber und Arbeiter der italienischen Kriegsschiffe Volturno und Staffetta, sowie sechs Osfiztere durch Somalis getödtet und hundert Mann verwundet. Einzelheiten fehlen. der Cigarrenfabriken der F'rma Arnold Mueller In Gießen feierten gestern den 70. Geburtstag ihres langjährigen WB. Zanzibar, 3. December. Nach einer Rrutermeldung wurden der italienische Generalconsul Cecchi, die Capitäne da bet dem Fletsch diejenigen Theele, die voraamlich zur Frststellang deS Gesundheitszustandes nothwendig untersucht werden müffen, fehlten. Ferner wurde eine Partie Schweinefleisch, welches ohne GesundheitSschein bet einem hiefigen Metzger abgeletzt worden war, polizeilich zu einer Unter« selbe ist bereit- 34 Jahre als Werkmeister bei obengenannter Firma thätig. ÄlS er in der Morgendämmerung, zum ersten Male im Greisenalter, seinen altgewohnten Arbeitsplatz be« direct von Herrn v. Marschall. Berlin, 3. December. Gestern Vormittag wurden der Rendant Pepiniert und der RechnungSraih Moritz wegen suchung in das Schlachthaus gebracht. •*+ Jagdliche«. Mit dem 15. December beginnt die Gießen, den 3. December 1896. *• Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog empfingen am 2. December u. A. den Medicnal- WerkweisterS Johannes Bieraul. aus Wiefeck. Der- Hain verwandelt zu sehen. Sämmtliche Arbeiter brachten be'.m Eintritt in die Arbeitsräume dem Jubilar die herzlichsten Glückwünsche dar. Um 10»/2 Uhr betrat der Ches der Firma, Herr Gustav Mueller, mit Familie und dem gesammten Comptoirpersonal die Arbeitsräume. Voran die Kinder des Chefs mit prachtvollen BlumenbovquetS, der Reihe nach dem Jubilar ihre Gratulation in Gedichtform dar« bringend, welches auf sämmtliche Anwesende einen ergreifen« den Eindruck machte. Hieran schloß sich die Gratulation deS PrivcipalS, welcher die Verdienste und daS Wirken des Juki- larS rühmend hervorhob und auch dabet der älteren Arbeiter in warmen Worten gedachte. Dem Jubilar überreichte er zum Andenken an den festlichen Tag eine goldene Uhr mit Widmung nebst einem ansehnlichen Geldbeträge. Herr Buchhalter Becker bedachte denselben Namen- des Comptoir- Personals mit einer der Uhr .nffprechendrn Kette. Um 1 Uhr fand eine allgemeine photographische Ausnahme statt. Sodann begaben sich sämmtliche Arbeiter in die Restauration „zur Stadt Marburg", wo bei einer von der Firma der« anstalteten Feier die Teilnehmer bei Speise und Trank den Tag verlebten. Gegen 4 Uhr erschien dortselbst der Ches mit dem Comptoirpersonal und Überraschte hier die bereits über zwanzig Jahre bei der Firma thätigen Arbeiter durch Ueberreichung von geschmackvoll auSgesührten Diplomen und entsprechenden Geldbeträgen. Noch manche- schöne Wort wurde gesprochen und bet fröhlichem Sang waren die Theil« Unterschlagung verhaftet. Rotterdam, 3. December. Die Hafenarbeiter be- Stellung kosten könne. Sein Gewährsmann habe ihm auch I dir Versicherung ausgesprochen, daß StaatSsecretär Marschall auf die Publikation großen Werth lege. Die Wichtigkeit deS betreffenden Artikels sei ihm, dem Angek agten, völlig klar gewesen. Dem Artikel in der „Welt am Montag" behauptet der Angeklagte f-rnzustehen. Daffelbe thut auch v. Lützow. 1 Ferner erklärt Leckert, er habe nur eineu Artikel über diese Mrrerie verfaßt und diesen vergeblich der „Täglichen Rund« . schau" in Berlin und dem „Breslauer General-Anzeiger" angeboten. Da- Manuskript habe er zu den Acten gegeben. Diese Aussage LeckertS wird vom Vorfitzenden als sehr un« I wahrscheinlich bezeichnet. Der zweite Artikel in der „Welt am Montag" ist nach der Behauptung de- Angek agten auf Grund zweier Manuicripte entstanden, welche er v. Lützow übergeben habe. 8 dm beharrt bei seiner Behauptung, mit Freiherrn v. Mar'chall in Berlin und mit dem Reichskanzler in BreSlau gesprochen zu haben. Betreffs der letzteren I Audienz" legt der Oberstaatsanwalt dar, daß von einer I strichen keineswegs die Rede sein könne. Aus Beschluß deS Gerichtshofes wird die Ladung des Fürsten Hohenlohe als Zeuge so lange au-gesctzt, bis der StaatSsecretär o. Marschall vernommen sein w'rd. I Frankfurt a. M, 2. December. In dem Zeugniß« I zwang-verfahren gegen die „Frankfurter Zeitung" hat da- Gericht auf die Beschwerde deS Redacteurs Giesen be« schloffen, die Vollstreckung der Geldstrafe sowohl wie der Zwangshaft bi- zur Entscheidung über die Sache auS- zusetzen. Hamburg, 2 December. Ja den heute Vormittags statt« I gehabten, zahlreich besuchten Versammlungen aller Strike- Kategorien wurde der Vorschlag eine- Schiedsgericht- einstimmig angenommen. Vertreter der Slrikenden sind die Abgeordneten Molkenbuhr, Legten und v. Llm, sowie der CommisstonS-Vorsttzende Döring, Vertreter der Gegenpartei Senator Hachmann, Hinrtchsen, Dr. Noack und Rheder I Lariß. Nachmittage tritt da- Schiedsgericht zur Verhandlung zusammen. Wien, 2. December. Die hiesige spanische Bot« schäft dementlrt alle ungünstigen Nachrichten. Auf den Philippinen feien die Insurgenten überall geschlagen- Poft und Telegraph functionirten regelmäßig. Auf die letzte, 400 Millionen-Anleihe seien 91 pCt. gezeichnet worden, was ein Beweis der finanziellen Kraft Spaniens sei. Budapest, 2. December. In Beantwortung der Inter« pellation des Abgeordneten Polonyi über die auswärtige Lage und die Enthüllungen der „Hamburger Nach« richten" erklärte der Ministeipräfident Banffy, daß der Umstand, weßhalb die Thronrede wegen der auswärtigen Beziehungen keinen PaffaS enihielt, gar keinen Zweck ver- folge, da eine Aenderuvg der politischen Verhältnisse seit der letzten Thronrede nicht elngetreten sei. Die Enthüllungen der „Hamburger Nachrichten" seien etwa-, wa- an dem Gang der auswäriigen Politik nichts ändere. ES seien eben Ent« | Hüllungen, welche eine historische Bedeutung besitzen, weil sie fich auf die Vergangenheit beziehen. Für die heutige Politik seien sie nicht maßgebend. DieS wäre der Grund gewesen, aus welchem die Regierung nicht die Nothwendigkeit erblickte, fich in der Thronrede mit der auswärtigen Politik zu be« soffen. Banffy behielt sich vor, seiner Zeit eine merilorische Aniwort zu geben, soweit eine solche überhaupt ertheilt werden kann. Berlin, 3. December. Im weiteren Verlaufe deS Pro- zeffes gegen Leckert und v. Lützow schritt der Vorsitzende zur Vernehmung deS Angeklagten v. Lützow. Es findet zunächst eine eingehende Erörterung über die Personalien deS Angeklagten statt, insbesondere sein Berhältutß zur Polizei. Au- einem zur Verlesung gelangenden Briefe deS Angeklagten an den Criminal-Commiffar v. Tausch geht hervor, daß er als Vertrauensmann der Polizei berichtet habe, wie Com- wiffar v. Tausch fich in Preß-Angelegenheiten deS Oefteren des Angeklagten bedient hat. Der Oberstaatsanwalt stellte weiter die Anfrage, ob v. Lützow nicht auch Derfaffer anderer sensationeller Artikel sei. Weiter erklärt der OberstaatS« anwalt sodann, daß die Vertreter deS Auswärtigen Amtes bei der Zeugen-Vernehmung unbedingt aus alle Fragen Ant« wort geben würden. Es bestehe da- größte Jntereffe für alle Bethetligten, in breitester Oeffentlichkeit über diese Angelegenheit zu verhandeln. Sodann erfolgt die Vernehmung der übrigen Angeklagten. Redacteur Dr. Plötz erklärt, daß v. Lützow ihm wiederholt die Versicherung gegeben hätte, daß er zu einer bestimmt angegebenen Zeit von Freiherrn v. Marschall empfangen worden sei. Er habe nicht den geringsten Zweifel gehabt, daß Freiherr v. Marschall der Gewährsmann v. LützowS gewesen sei. Erst durch die erfolgten Dementi- sei er zweifelhaft geworden und habe direct Auskunft von Freiherrn v. Marschall erbeten, welche denn auch ganz anders gelautet, al- die v. Lützow'jchen Angaben. Der zweite Artikel sei dann doch noch in der „Welt am Montag" erschienen, weil v. Lützow sich so gestellt habe, als käme er von Gießen und den Decan WörriShofer von Groß« f hiefigen Schlachthaus unterworfen wurde. Hierbei stellte fich I heraus, daß das Flel ch von einer Kuh mit Tuberkeln be. eoucert-Bereiir. Am 13. December findet da- zweite haftet, und zwar für gen eßbar, aber nicht ladenrein befunden Concert dcS genannten Vereins statt und wird dasselbe wurde. Eine Partie Schaf, und Ziegenfleisch, sowie sämmt« neben dem hervorragenden Diolin-Dirtuosen Willy Bur« liche Brust- und Bauche'ngewe'de, welche vorzugsweise zur mester eine Reihe von Orchesterwerken bringen. Zum ersten Wurftfabrikation verwendet werden, mußten alS gänzlich un« Male wird der neu ernannte Universität- - Musikdirektor genießbar dem Abdecker überwtefeu werden. Dafür, daß da- Gustav Trautmann al- Leiter der Concerte in Tbätig- I für genießbar er! arte Fleisch der Gesundheit nicht schädlich kett treten und dürfte es für Viele intereffant fein, Nähere- | fei, übernimmt die hiesige Flellchbeschau^keinerlei Garantie, über den alS treff ich bekannten Dirigenten zu hören. Gustav ‘ ' ... *-*- * * Trautmann ist 1866 als jüngster Sohn des Lehrers Friedrich Gustav Trautmann zu Brieg in Schlesien geboren, besuchte dort da- Gymnasium bi- zur Obersecunda und studirte hierauf Musik am Hoch'jcheu Conservatorium zu Frankfurt. Zeitweise in Kurland in der Familie de- Fürsten Nicolai von Lieven, kehrte er, nachdem er den Preis der Mozart« stiftung für Compofition errungen hatte, nach Frankfurt zurück. Einen Ruf nach Kaiserslautern als Chor« und Orchefterdirlgent mußte er ablrhnen, da er seiner Militär« pfl cht damals noch nicht genügt hatte. Er wurde aber nach Absolviruug derselben und nach bestandener Reserveoffiziers- Prüfung an das Hoch'fche Conferoatorium berufen, wo er bis jetzt thätig war. Außerdem leitet er feit 1888 die Vorschule btß Rühl'schen Verein- , seit 1893 den Schuler'schen 'tzottesdienü in der Stmaßom. SamStaa den 5. December. „ Vorabend 4 Uhr, Morgen- 9 Uhr, Nachmittag» 3 Ubr, SabbalhauSgang 5W Uhr. __ Gottesdteuy der israelitisch«! ReligionSgesellschA Freitag Abend 4™ Uhr, Sam-tag Vormittag 8» Uhr, Nachmittag 3 Ubr, SabbathauSaang b" Ubr Nachmittag 2« Uhr in der Synagoge- Wochengottesdienst Morgens 7 Uhr, Abend« b Uhr. Verkehr, £anO« unb voUswirlhschaf^ XHesMtte # 2. December. Frachtmarkt. Rother X 14,15, weißer Wrijcn X 13 80, Korn X 1010, G"ste X Hafer •* 5 30. sogar überschritten werden und hoffentlich bedeutend überschritten werden, damit, wenn möglich, die Ausnahme einer Hypothek überflüsfig wird. Noch recht viele unserer wohlhabenden Mitbürger haben noch nicht gezeichnet, mögen sich dieselben an den Mitgliedern der Universität ein Beispiel nehmen. Obwohl die meisten unserer Prosefforen nicht ihr bleibende- Heim hier aufgeschlagen haben, haben dieselben dennoch in hochherziger Weise zur Förderung des gemeinnützigen Zweckes rund 12000 Mk. gezeichnet. Die Lehrer unserer Hochschule haben damit ein sie ehrendes Beispiel ,------ - - - - socialen Mchtbewußtseins gegeben, möge dasselbe dazu nehmer noch beisammen, als Schreiber dieses fich verabschieden dienen, bad sociale Gewissen weiterer Kreise zu wecken und mußte. Möchten doch alle Firmeninhaber fich ht«on ein dem Volksbade noch recht viele Aktionäre zuzusühren. Der Beispiel nehmen, bann wird Harmonie zwischen Arbeitgeber Arbeitsausschuß beschloß, um Jedermann die Zeichnung von und Arbeiter nicht fehlen. Ihm, dem in Arbeit "grauten Acllen zu ermöglichen, eine Zeichnung-liste bei Herrn Ernst Tabaksveteran, wünschen wir einen noch recht langen und Balser, MäuSburg, offrnzulegen und durch einen Diener I frohen Lebensabend. eine Liste herumtragen zu kaffen. Auf nächsten Dien-tag R 2Biefed, 2. December. Heute Abend brachten die Abend soll eine Generalversammlung der Mitglieder befi ^rbctter bcY Arnolb Mueller in Gießen ihre» Vereins Gießener DolkSbab unb der Actienzeichner in daS I Wcrksührer Johannes Bi er au zum 70. Ge« Hotel Einhorn einberufen werden, um sofort die förmliche burtgt bur$ bte ^epgc Mufikcopelle ein Ständchen. — Gründung der Aktiengesellschaft in die Wege zu leiten, damit, I öte GesangSabtheilung des Turnvereins brachte dem wenn irgend möglich, im kommenden Frühjahre mit dem Bau allgemein geachteten und beliebten Jubilar eine Ovation dar. der Badeanstalt begonnen werden kann. I _|_ 3. December. Ein interessanter Prozeß Religiöser Vortrag. Der sür morgen Freitag an- $d)en zwei hiefigen Einwohnern wegen eines Hündchens gekündigte Vortrag: „Offenbarungober Mythologie" I schwebt gegenwärtig beim Amtsgerichte Nibba. Dem Kläger von Dr. Johannes Müller mußte um acht Tage ver« toQT diesen Sommer ein Spitzpommer, welcher sehr geUhch schoben werden. Er wirb übrigens ber letzte der Vorträge gewesen sein und auch sonst eine Re he guter Eigenschaftka Dr. Müllers sein. I besessen haben soll, von dem größeren Hunde de- Stfiagten ♦♦ Stadttheater. Neber den morgigen Gast der hiesigen bei cjnem Rencontre ,ott gebissen worden, und beansprucht Bühne, Fräulein Käthe Bastö liegt uns ein weiterer ber $Iäget ült Werth deS Hündchens 75 Mk., deren Zah- Bericht aus Danzig vor. Mau schreibt dort: Wenn [unq Beklagter weigert, ba er für ben burch seinen Hund man selbst Anhänger ber sogenannten modernen Richtung verursachirn Schaden nicht haftbar sei. Es sind schon eine in der Litteratur ist, die aus unerbittliche Lebenswahrheit A„zghs Auskunstspersonen über die Streitpunkte unb Sach- ausgeht unb bte Mache der guten alten Zeit sür eine Sünbe verständige hinsichtlich des Werthes des getöbteten Sp>tz' wider ben heiligen Geist hält, so fühlt man in einem solchen pommerS vernommen worben, sodaß die Prozeß- und Au- romantischen Schauspiel, wie es der gestern aufgeführte waltskosten den Werth des Streitgegenstandes bereit» erheb« „Kleine Lord" ist, mit starker Selbstironie, daß man vor s H übersteigen. der Wirkung des altmobtfch Geworbenen boch noch nicht ganz — sicher ist. ES gibt eben Dinge, die in jeder Gestalt und Form wirksam bleiben, und hierzu gedöreu vor Allem Mutter- vww»»«? liebe und Kindesglück- mit solchen Mächten hat fich die Ver- * Warschau, 1. December. Die Synagoge zu Lzem sasserin den Erfolg diese- nach Inhalt und Ausbau um Jahr- st och au war am letzten Sonntag der Schauplatz einer große» । zehnte hinter dem modernen Geschmack zurückliegenden Stücke- Panik, die durch einen falschen Feuer lärm hervorgeruie» schon gesichert, es besitzt aber außerdem den Vorzug, eine wurde. In dem Gedränge wurden zahlreiche Personen vrr« ungewöhnlich dankbare Paraderolle zu bieten. Für diese, wundet. die Titelrolle, ist Käthe Safte, der Gast unsere- Stadt- — theater-, geradezu vorherbestimmt durch ihr z erliches Figürchen, Anzeigen -er Stadt Giehen. ihre Beweglichkeit, die Frische und Jugendlichkeit ihrer Stimme. Man mußte wirklich, wie e- im Stücke heißt, diesem idealen 8nangelift6e Bteeiebt Kinde vom ersten Augenblicke an gut sein, unb welcher Vater, Donnerstag ben 3 December. Abends 8 Uhr: vi-el»«»»« welche Mutter hätte sich nicht, wenn auch vielleicht mit einem im Confirmandensaal (Neustadt 61). So. Marc. Cap. &, leisen Seufzer, gewünscht, baß ble eigenen Söhne einer solchen I Pfarrer Dr. Gretn. ---- Parsifalnatur ähnlich werden möchten? Das gewiß nicht kleine Kunststück, al- erwachsene Dame ein lljährigeS Kind glaubhaft und herzgewinnend uns vorzuführen, ist der ganz und gar in ihrer Rolle ausgehenden Künstlerin glänzend ge- lungen, sie bat kaum auf Augenblicke ihre MaSke gelüstet. DaS Jntereffe, welches sie in Meißen gleich bei diesem ersten Auftreten erweckt hat, wird sie hoffentltch und gewiß im Sinne deS gestern ausverkauften und ganz begeisterten Hause-, zu einer Wiederholung ihre- Gastspiele-, nur wo- I möglich in einer anderen Rolle, veranlassen. Verdorbenes Fleisch. Von einem auswärtigen Händler wurde gestern eine größere zur Wurstfabrikation bc« stimmte Partie Kuh-, Schaf» und Ziegenfleisch in hiesige w hm, | Stadt gebracht, welche-, da Verdochtszründe vorlagen, po« rath^Dr. Do^gt^von Butzbach, den Postdirector Ritsert ‘ ltzeiltch angehalten und einer nochmaligen Fleischbeschau im Votn 30. uf ntbtUt «M** 11 19j i 'StoB^erjogr. Hochd-M -___Neuling, der Sut‘er en P t ^lund 70 P 10650 St ' r;- w»r ein luftiges Spiel wftnschi, da» in' 3 rr blt Sl Drithes i/ rtai «der >t«» K - * ÄtzSr ’««'»fe1 » i^rbi« ßntn «Äft «6 d«. *« W t '^"4 ;'lt, blt t, M*» UI)r drttat der Thef «J/ mit Familie und dlm mbritSrSume. Boran bi. «ölumtnbouquetd, z« Rch llion in Gedichtfow bar- Ersrode einen ergreifen. 08 |id) die Gratnialion -es und da- Wirken der IM, ° dabei der Arien Wur Öt® ^ubtiax Überreife er eine ßolbint Uhr mit n TUdbrNage. Herr ren Namens des Comploii 'll:sprechenden Kette, ti biographische Ausnahme fit: Arbeiter in dir Reflauraii:: einer von der Firma teil bei Speise und Trank k erschien dortselbst der H überraschte hier die 6trn:i Irma tdätigen Arbeiter H auSgesührten Diplom wi Noch manches schöne Soll ichem Sang »arm die lhtil' ireiber dieses sich verabschieden srmmi'nhaber ßch hieran tin tmonk jwijd)tn Sibiitgtbtr , dem in Arbeit trgratttw rivru noch recht W& wA itiri*8’®' hM Jubilar eine Döationir Sin ivteressanter ProiU OT Mft. «W O««* !#nl4it M°. D--» eine R-h- I* * ’± ..zkeren Hunde des W ‘y ’ 75 Mk., deren 5- « i,.' 0 fl°b |4i'» '-.tttltp*!« ®» 6' LS Fleckenwasser in der Tonne, 30, 50 PfgM entfernt alle möglichen Flecken. Hüte, Anzüge, Uoberzieher, blank gewordene Stoffe, schmutzige, verblasste Möbelstoffe, Portieren, Teppiche erhalten, mit Opal abgebürstet, ihr f Oberes Aussehen wieder. Opal-Sohwämmo en. extra präparirt, 15 Pfg. 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December 1896. 10645 Erostherzogliche Handelskammer. Angebot der Arbeitnehmer. 1 F 'brbursche. 1 TaglShner. 12 Lehrlinge, je 2 Buchender, und 9863 1 1 1 1 1 1 S Böcker. Frileur. Weiß Inder. Meurer. Schlosser- Schneider auf ? chreiner Nachfrage 1 Schlosser. 1 Schneider. 4 E'drrbeiter. der Arbeitgeber 1 Schmied. 2 Schlößer-, je 1 Sitzer, 1 Buch bn cker, 1 Schmied-. 1 Schuhmacher-. 1 Bäcker, 1 Schneider-, 1 Schreinerund 1 Glaserlehrling. 1 Köchin. 20 Dienstmädchen für sofort und später und für h er und Auswärts. 2 tüchtige Schweizer ) auf 2 tüchtige P erd.knechte ) Weihnachten Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Gartenstrahe 2. Vom 30. November bis 2. December: 1 Buchbinder. 1 Metzger. 1 Lackirer. 1 Zimmermann. 1 Schmied. Stückarbeit. 1 KiNenmocher. 6 Hau^ burschen. 16 Taglöhner. 2 B tzftau n. 1 Laufmödchen. 1 B chbinderlehrling. 2 Dienstmädchen. 1 Ladnerin. Oeffeutliche Versammlung sür alle Mitglieder der Ortskrankenkasse Gießen Sonntag den 6. December, Nachmittags S1/» Uhr, in der Restauration zum Pfau. Tages-Ordnung: Vertreterwahl zur General-Versammlung. 10837 Mehrere Mitglieder. Neuheiten. in Jabots, Spitzenkragen, Schleiern und seidenen Bändern. 10365 Ballkragen und Echarpes Ballstrümpfe und Ballblumen. Glace- und Ballhandschuhe. Krausen^Bpitzen und Taschen* ücher. A. Holterhoff Söhne 20 Seltersweg 20. [BehördlicheAnzeigen Vergebung von Bauarbeiter». Die zur Eibauung eines Dienst gebäudes für das unterzeichnete Hoch- bauamt erforderlichen Arbeiten des inneren Ausbaues, nämlich: 1) Schreinerarbeit (Loos 1: Herstellung von Thüren, Lambris, Fußböden rc., Loos 2: Herstellung von Treppen, Loos 3: Verlegen eichener Riemenböden in Asphalt), 2) Glaserarbeit, 3) Schlosserarbeit, 4) Weißbinderarbeit, sollen auf dem Submisstonsweg, und zwar bezüglich der einzelnen Loose getrennt ober zusammen, vergeben werden. Arbeitsbeschreibungen, Zeichnungen und Bedingungen können auf unserem Bürcau eingesehen und erstere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebots vermerk versehen, zum Selbstkostenpreis von dort bezogen werden. Verschloffene, postfreie Angebote sind längstens bis Montag den 21. December l. I , Vormittags 11 Uhr, bei uns ein* zureichen. Im Uebrigen wird auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 verwiesen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 28. November 1896. Großherzogl. Hochbauamt Gießen. Neuling. 10635 Empfehlungen. Stadt. Schlachthaus. Freibank. 10649 Heute und morgen: tzchmemefleffch licht ladenrein, per Pfd. 50 PfH. Schellfisch u. Cablian ft.sche Waare, im »Rebstock^. (1020^ Ä. L. Mohr’sche^ FF-Margarine itn «eschmack und Nährwerth gleich gut.r Butler empfiehlt per Pfund 70 Pfennig Bob. Stahl, 10*50 N-ustadt 23. Prima Gelreidepresshefan au8 bestem Getreide mit größter Sorg- iolC bergestellt. garavlirt große Halt' taekeit u. Trievkralt, empfehlen billigst Schneider & Vieregge, im Nuttlar a. d. Ruhr, ik -rnbranntwein Brennerei und Pretzhefenfadrik. UB* Händler gesucht. 9367 *68 SV- De» bellen deutschen TMS COGNAC eigne Marte, sowie alten Bum offerirt zu billigen Preisen 10 -70 Pet. Leppla, llenftnbt 79. Marmor-Wämstkine empfiehlt 10573 I H. ^«6r, Sonnenstraße. Frische Schellfische! 3422 J. M. Schulhof. Fst. Gothaer Cervelatwurst und Frankfurter Würstchen empfiehlt in bester Waare 10061 Emil Fischbach. Kieler Bücklinge per Stück 5 Pfennig, stets frisch, empfiehlt 10472 I M. Schulhof. Christbaumschmuck = reichhaltigste Auswahl. -—— A. Welz, 10648 Lindenplatz—Wallthorstraße. Schkitischuhe in allen Größen und Systemen, wieder eingetroffen. 10643 F. Kühne, Skttersweg 26. Salatkartosfeln gelbe Mäuschen, sowie Aepfel werden abgegeben 10041 Lndwigftrafie 31. A. Li Mohr ’sche FF-Margarine im Geschmack und Nährwerth gleich guter Butter empfiehlt per Pfund 70 Pfennig A. (weisse, 10646 Seltersweg 2. ~ s t ’S SM •M s AllgemeineRenten-Anslstt | Gegründet 1833. ZU Stuttgart. Reorganistrt 1855. lebens-, Renten- n. Kapitalverßchernngs-Grsellschnst auf Gegenseitigkeit, unter Aussicht der »gl. Württ. Staats« regier««-. Aller Gewinn kommt ausschließlich dea Mitglieder« dee Anstalt zu gut. Außerordentliche Reserven: Versicherung?ftand: über 5 Millionen Mark. wäw ca. 42 Tarsmd Policen. Nähere Auskunft, Prospecte und Antragsformulare kostenfrei bei den Vertretern •* Geueralagkutur Darmstadt: August Berbenich, Waldstraße 201. in Gießen: Gebrüder Zülch, Alicestraße 22, Haupt-Agenten; Heinrich Tichy. Friseur, Seltersweg 43, Friedrich Rtota, Weserstr., Agenten; in Großen-Lindenr Heinr. Weiß, Bauunternehmer. Laubachr Wtlh. Klipstein. Groß.Buseckr Salomon Berlin. Sich in Oberh sien: Ludwig Scherff. Glaser meister. 2483 MMMWMW^WMlMWMMW»WWWWWMWW»M»W»>»MWWWWWWWM Unser Weihnachtsausverkauf hat begonnen. Aug. Montanus Nachfolger, Giessen, Markt 10. losse miethen. SelterSweg 01 dieses Blattes 10628 Mieth-Gesuche gg: Aus Dankbarkeit und zum Wohle Magenleidender gebe ich Jedermann gern unentgeltliche Auskunft über meine ehemaligen Magenbeschwerden, Schmerzen, Verdauungsstörung, Appetitmangel rc. und theile mit, wie ich ungeachtet meines hohen Alters hiervon befreit und gesund geworden bin. 6705 F. Koch, König!. Förster a D, Pömbsen, Post Nieheim (Westfalen). Periecte Schneiderin sucht Arbeit in und außer dem Hause. Zu erfragen bei 10293 Frau Müller, Neustadt 1. 10607] Eine große Wohnung mit anschließenden Büreav«-äum«n « sucht. Offerten unter A. B. C. 1OO an die Expedition d Bl.___________________ ^"zu'verkaufbn**^ 1( 571] Aw'i neue französische Billards find auswärts wegen Todesfall mit allem Zubehör circa um die Hälfte des Werthes abzugeben. Wo? sagt die Exped. d. Bl. 10600] Die am 2. Januar 1897 fälligen Coupons unserer Pfandbriefe werden bereits vom 15. December c. ab an unserer Kasse in Berlin und an den bekannten Zahlstellen eingelöst. Pommersche Hypotheken - Actien - Bank. 10599] TD am 2. Januar 1897 fälligen Coupons unserer Pfand briefc werden bereits vom 15. De- eember er. ab an unseren Kaffen in Neustrelitz und Berlin, sowie an sämmtlichen auswärtigen Zahlst llen einaelöst. Mccklenburg-Strelitzsche Hypothekenbank. Wirthschast cautionsfähige, tüchtige Leute abzugeben. Näheres bei 10452 Buchacker, Neuen Bäue 11. 10534] Am Wetßzeuguäyeu sowie im A! fertigen von Haus- und Kinderkleidern empfiehlt fich in und außer dem Hause Ara« M. Lehrmund, Wallthorstraße 6, Hinterhaus. Zahnbürsten, Nagelbürsten, O Arisirkämme, Staubkämme, Tvilctteseifen, Parfüms rc. halte stets in großer Auswahl zu billigen Preisen auf Lager. 10631 H, Tichy, Sklterswkg 43. Schilfrohr,nf“' Nohrgewebe, einÄtunb geschält und ungeschält, off euren Jean Dem & Co., 6719 Baumatertalienhandlung 869h] Der mittler« Stock, Süd oulage 4, 8 Zimmer mit Zubehör, fflortenantbdl rc, sofort zu vermieihen Auf Wunsch auch Pserde^oll mit Bin schen jinimer. Näber«« Lüdavlage 8. 1UÖ3-/, Pomm.Hyo.S Bk.unk.b. 1906 --- _________,____________4 Frkf.Ldw.Cred.Bk.unk.b.isuojom!! MF Der heutigen Nummer unseres Blattes liegt em Prolped über Werthvolle Geschenk- und Bibliothekwerke für nachten 1896 aus dem Berlage von Belhagen Klasing in Bielefeld und Leipzig bei, auf den wir unsere Leser besoaber« aufmerksam macken. Der Dorfland des Detailllflen-Dereins 10842 zu Giessen. Wir bittenum Arbeit! Der Winter nabt! An die deutschen Hausfrauen! Jede Hausfrau, die ihre Freude daran hat. einen schönen, dauerhaften, jede» auShall zur Zierde gereichenden Leinen- und Wäsche-Vorrath zu besitzen, roeeb« ch an die Geschäfisstelle des Thüringer Weber-Vereins ?u Gotha die von dem zur Unterstützung der armen HauSweber gebildeten Comitä ins Leb« gerufen worden ist. Mit der Freude an einem stattlichen Ltnnrnschade erwirbt fich die Hausfrau zugleich daS Verdienst, zur Linderung deS in der Handweberei herrsche»» den Notbstandes be'getragen zu haben Für die Echtheit und Dauerhaftigkeit b:r von dem 93?reine bezogenen Waara wird jede gewünschte Bürgschaft geleistet. Auch die Preise stad angesichts der Soll» 8lebectt»n; L. Echeyda. — Druck und Berlaq her Brühl'schen Univergt8tS-Buck>- und ©trinbrudrrei sPietsch & Cchehda) in Gießen. Aie heutige Nummer umfaßt 8 Serien Der Die M'ner dem deigeleg'. Ä« ‘mW »H । ErzShlun. cn >ig tn Diese Karten hin cur um Bermu •• Gilt ißfltnung ml »laßt btt btutf jenigen, * W j® flchrrt haben und in oe m4t gute Kenntnisse I ichäft-zweigen, welche ist nicht stets sofort tim auf daS Freiwerden eine -a» Karten rit aber in Lebtniuntnhaü dort v gilt auch von btt Cap ohrila, da» man ganz Alle anfieht. -n- Selleuau, 1.1 auigezeichaetr Baumeisti deutlich an btt durch Straße, die Wit schon t haben. 68 wurde näi gelegt, da- vor zweit, schneiden mußte. Da den Morast und legten sodaß ein; Art Knüppel heute noch von bedeutend VchevpsLhie zeigen nur während fie inwendig m ti»e kohlschwarze Farbe es, zu uiiu^tn, ah l etiändtii und nach und h 4°, » “i|- «•*. O y b«6 «tstn tzgit, ,.Unet iti firt »Uthig M. ihr blt "°ssru ausgelagert Hut. aürdige Thaisachr rrgti Deutschlaud hat man Ka bit noch nicht ausgedeö vemuthete Straße mit aus ein Haar stimmt. «Swerstraße werden zerl '»wendet. Was würd, Mfn, wenn fie urvl brausenden Eisenbahmua »och ttwoö Anderes, c>l VriW,. r Arbeiter-Colon |g® •mi fia»a N'°-' 4,,. .Vleiv. ?° °na steb Tie < Ä*-ft S" ld «°1155*=*' Buf*nunt e , 4‘ln M- «%. S«u!t’0