7865 lfen. "blieben^ Ne«»,, .. lonle. ' Vorst,»j>. 7866 R Mete $lit. ^»■Nbenten =eptembet, w 6e >S, B®. ’ Uhr ab, Bautet eil Deren Familien gestc: '24 Uhr: Zusamvi ückuug der Grüü, ach dem LevzKv idschaftliche Mw 7834 eigers mlnota« bto. dler iten nek. sv es s- ’S s <3> B «NI 188'. 7 Z z - i ?. s S s * 1896. Silbenente Zold-Rente gklen Ärf*’“ ) Rentenb. D6L 0 ulDSI. MAS -dio.Sred.vl.'u' Sir. 20« f Der Hiehener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS. Dir Gießener A-amitienSlä1t«r werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal brigelegt. Zweites Blatt. Freitag deu 4. September 1896 Gießener A nzeiger Aenerat-Nnzeiger. Bierteljähriger Avonnemenlspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulssratze Kr.7. Fernsprecher 51. t Aints- und Anzeigsblatt für den Ureis Giefzen. ! Hr-tisMcage: Kich-n-r Jamikienbkätter. —M— Volksbibliotheken. Das Lesebedürfniß des Volkes wird bet uns noch immer nicht in seinem vollen Umfange erkannt und nach seiner großen Bedeutung gewürdigt. Wenn auch mehr als früher dafür gethan wird, gute Lectüre inS Volk zu bringen und angekämpft wird gegen die unsittlichen Hintertreppenromane, so bleibt doch noch sehr viel zu thun übrig. Vor allem müffen wir ernstlich bestrebt sein, unser VolkSbibltothekswesen auf eine höhere Stufe zu heben, wenn wir nicht den durch unsere Volksschule erlangten Ruhm, das Land der allgemeinen ®ll- düng zu sein, bald an andere Völker abtreten wollen. Die VolkSbibliothek soll einen doppelten Zweck verfolgen. Sie soll zunächst, da daS Lesebedürfniß ganz allgemein ist, dem Volke das darbteten, waS es gern liest, nämlich unterhaltende, spannende, interessante Lectüre- selbstverständlich -mn solche mit guter Tendenz, die nicht nur nicht anstößig ist, sondern die den Leser in sittlicher Beziehung festigt und fördert. Nur auf diese Weise wird man die schlechten, schlüpfrigen Colportageromane, die schon manches jugendliche Herz vergiftet haben, zu verdrängen im Stande sein. Leichte, fesselnde Lectüre wird zunächst am liebsten genommen, denn die meisten wollen sich beim Lesen nicht anstrengen, sondern vermittelst einer unschuldigen geistigen Er- regung über daS ost so freudlose Einerlei ihres Lebens Hinwegsetzen. Später, wenn sie sich an regelmäßiges Lesen gewöhnt haben, nehmen viele von ihnen auch gern ernstere Kost. Und hiermit kommen wir zu der zweiten Aufgabe der VolkSbtbliotheken; sie sollen auch ernste, practisch nutzbringende Bücher enthalten, um Btldungsaustalten zu sein für Die- jenigen, welche sich auf der Grundlage des in der Volksschule Gelernten weiter auSbilden, ihre Schulbildung durch geeignete Lectüre ergänzen und vertiefen wollen. Selbstverständlich darf man bet Schaffung der Volks- btbliotheken nicht fchablonenmäßig vorgehen. Im Allgemeinen wird es sich empfehlen, auf dem Lande die Volksbibliothek mit der Volksschule in der Weise zu verbinden, daß die Ge- metnde, welche Trägerin der Volksschullast ist, wenigstens ein Schullocal uebst den Kosten für Heizung und Beleuchtung zur Aufbewahrung und Ausgabe der Bücher zur Verfügung stellt. Zur Verwaltung der Bibliothek werden die Lehrer fast immer geeignet sein, sie müffen jedoch für ihre Mühe eine kleine Vergütung erhalten. Durch ihre Bekanntschaft mit der Bevölkerung ihrer Gemeinde, von der ein Theil durch ihren Unterricht hindurchgegavgev ist, sind sie besonders besähigt, den Lese- und Bildungöbedürftigen bet der Auswahl der Lectüre nützliche Rathschläge zu geben. Aehnlich wie auf dem Lande wird in den kleinen Städten vorzugehen sein. Für mittlere und große Städte lassen sich Fikuilleton. Der Eisenbahnfrind. Von Arthur Achleitner. (Nachdruck verboten.) Der verbissenste Gegner der projectirten Eisenbahnlinie durch daS Thalgelände war der Achenmüller, der sich hoch und theuer verschwur, keinen Quadratschuh Grund und Boden ür die Land und Leute ruinirende, Unheil bringende Eisen- bahn herzugeben. Das Zureden der übrigen Thalbauern blieb völlig vergebens- je mehr sie den Müller bearbeiteten, desto verbohrter wurde er, und schließlich verstteg er sich zur Drohung, die VermeffuogSbeamten von seinem Grund und Boden mit deu Hunden zu verjagen. Seine anderen Gedanken — dem ersten Bahnzug deu Weg zu verlegen — dehielt er sür sich, weil ja noch nicht für die nächste Zeit die Verwirklichung des BahnprojectS zu erwarten steht. Zum Verjagen der Vermesser kam eS nicht, die Ueberraschuug mit der Expropriation wirkte geradezu lähmend auf den verblüfften Müller. Eine schöne Einrichtung daS im Rechts- staat, dieses ZwangSeuteignuugSverfahren! DeS AchenmüllerS Grund, so weit ihn die Bahnverwaltung braucht zur Traceu- leguug, ist abgeschätzt und der Betrag hierfür beim Rentamt hinterlegt worden, nachdem der Müller die Annahme des Geldes verweigert hatte. Keiner wurde expropritrt, nur der Müller. Dann ward die Trace abgesteckt, Hunderte von Arbeitern begannen die Arbeit, gruben und wühlten, rissen die Erde auf, auch auf des Müllers Grund und Boden. Allmälig wuchs der Bahnoberbau empor mit seinem KteSrücken, Schienen wurden gelegt, Materialzüge rollten hin und her, begafft vou den Gebirglern und kritifirt je nach dem Standpunkt, deu die Leute zur neuen Eisenbahn einallgemeine Regeln nicht geben- vielfach wird eß dort wünschenö- werth sein, mit der VolkSbibliothek eine Lesehalle zu der- einigen, d. h. ein anständig auSgestatteteS, Abends gut beleuchtetes und im Winter gut geheiztes Local, wo die entliehenen Bücher sofort gelesen werden können. Dies empfiehlt sich besonders in allen denjenigen Städten, wo die unteren Schichten der Bevölkerung in ungünstigen Wohnungen leben, so daß sie sür ihre Lectüre zu Hause weder Ruhe noch Behaglichkeit finden würden. Vermischtes» • Marburg. 1. September. Der Kaiser hat der srau- zöfischen Colonie Hertingshausen bei Kirchhain einen Beitrag von 300 Mk. zu einer neuen Orgel geschenkt, während die Berliner Hugenottengemeinde 100 Mk. beisteuerte. Den Rest der 1000 Mk. kostenden Orgel hat die Gemeinde, die zur Zett 160 Seelen zählt, selbst aufgebracht. Die Kirche ist bereits im Jahre 1750 errichtet worden. * Frankfurt, 31. August. Eine größere Anzahl Wagen mit Falläpfelu trafen gestern Morgen an den Thoren ein. Das Obst fand rasch Abnehmer und wurde von den Wirthen, welche es zum Einkeltern ankausten, mit 6 bis 8 Mk. pro Malter bezahlt. • Frankfurter Obstmärkte. Das Comitv hat beschlossen, in diesem Jahre wieder zwei Obstmärkte abzuhalten, den ersten am 15. September, den zweiten am 7. October. Wie in den Vorjahren läßt die Marktordnung ausschließlich in Deutschland gezogenes Obst u. s. w. zu und zwar: sortirteS Tafelobst, gepflücktes WtrthschaftSobst, gewöhnliches Wirthfchafts- und Mostobst, gedörrte und eingekochte Obst- früchte, Obstweine, Obstbranntweine, Obstliqueure, Mus, Marmelade, Gelöe u. s. w., ferner gedörrte und eingekochte Gemüse, sowie Verpackungsmaterial. Der Verkauf geschieht nach Proben. Die Proben von sortirtem Tafelobst und gepflücktem WirthschaftSobst dürfen bis 5 Kg. brutto, diejenigen von gewöhnlichem WirthschaftSobst bis 25 Kg. betragen. Obst- und Gemüseproducte sind mit Ausnahme der flüssigen, die in Flaschen aufzustelleu find, in Originalpackung auSzu- stellen. Jeder Probe ist ein Begleitschein beizugeben, der folgende Angaben enthält: Name der Sorte, Preis per Kilogramm bezw. per 100 Kg. ab nächster Bahnstation, daS zur Verfügung stehende Quantum, den Namen des Verkäufers, die ungefähre Lieferzeit. Die Proben find am Tage vor Abhaltung des Marktes, franco Marktlocal (Stadthalle) zu liefern, oder an daS Obstmarkt-Comitö, Gneisenaustraße 15, einzusendeu. Alle Verkäufe auf dem Obstmärkte finden durch vom Markt-Comitö abgestempelte Schlußscheine uneot- geltlich statt. Begleitscheine find vom Obstmarkt-Comits er- hältlich, daS auch jede weiter gewünschte Auskunft ertheilt. nahmen. Bci der festlichen Bahneröffnung fehlte bloß der Achenmüller - fein nur 35 Meter vom Geleise entferntes Anwesen trug keinen Festschmuck. Alle anderen Siedelungen, die Thaldörfsr hatten geflaggt und waren mit Reifig geschmückt. Wie der erste bekränzte Zug vorüberraffelte, hübsch langsam, wie eS fich sür eine Localbahn im Hochland gehört, stand der Müller im Wohnzimmer mit dem Kugelstutzen in den Händen und mit bösen Gedanken im Kopfe. Wenn er so beispielmäßig treffsicher wie immer den Loco- motivsührer von der Maschine herunterschießen würde, wäre die Etsenbahnherrlichkeit jäh zu Ende. Schon reißt der Müller daS Fenster auf, legt den Stutzen an, zielt, doch setzt er wieder ab: die Eisenbahn wird wahrscheinlich noch mehr Maschinisten haben! Schießt er einen, zwei oder drei weg, so wird man den Müller aufs Gericht schleppen, prozesfiren und hängen, und die Züge werden dennoch verkehren. Das Wegputzmittel versängt also nicht. DaS Schienenaufreißen wird auch nicht viel nützen, die Bahnwächter find immer unterwegs und würden deu Frevler unfehlbar zur Anzeige bringen. Tagelang sinnt der Achenmüller auf Rache für die ZwangSeoteignung, auf das Der- derben der verhaßten Eisenbahn. So oft ein Zug vorüberfährt, gibts dem Müller einen Stich- er könnte rasend werden. Nacht ist es, der letzte Zug muß jeden Augenblick kommen. Der Müller liegt im Fenster und harrt deS fälligen TraiuS. Ein Klirren kündet daS Näherkomweu der eisernen Schlange- die Maschine pustet heran, schon find die großen Laternen au ihrer Eiseobruft sichtbar, feurigen Uu- gethümaugen vergleichbar, und glüheudrothe Funken stieben auS dem Maschineuschlot auf zum nachtschwarzen Himmel. Polternd und raffelnd fährt der Zug vorüber, schaurig-schön geht ein Funkenregen auf und fällt auf deu Wtesengrund ES sei zum Schluß noch darauf aufmerksam gemacht, daß daS Comitv (Ceotralstelle für Obfiverwerthung) auch sonst vor und nach deu Märkten Abschlüsse vermittelt. * Dem Krouthaler Wasser wurde auf der Fachausstellung für Hotel- und WirthschaftSwesen und verw. Gewerbe zu Wiesbaden eine silberne Medaille, die höchste für Mineralwasser verliehene Auszeichnung, und auf der Internationalen Ausstellung sür Hygiene, Volksernährung rc. zu Baden-Baden die goldene Medaille zuerkannt. ♦ Die Arbeiten am Nattouaidenkmal sür Kaiser Wilhelm in Berlin find während dieser sommerlichen Bauzeit in geradezu staunenswerther Weise gefördert worden. Die Säulenhalle, bestimmt, deu prachtvollen Rahmen für das Colossalstandbtld des Kaisers selbst abzugeben, ist zum allergrößten Theile, soweit die Steiumetzarbeir in Frage kommt, vollendet. Am weitesten vorgeschritten find die beiden Schmalseiten nach dem Lustgarten zu und dem rothen Schlosse gegenüber. Hier find die Säulenpaare bereits ausgestellt, und fie gewähren jetzt schon eine deutliche Darstellung von der Wirkung, die das vollendete Bauwerk einst machen wird. Die Säulencapitäle zeigen bet aller Stilstrenge dennoch eine freie Ausgestaltung. Unmittelbar unter den Eapitälen find kreuzweise verschlungene Lorbeerzwetge in zartem Flachrelief außgemetßelt. Die mächtigen Eckpfeiler geben vortreffliche Abschlüsse. An einzelnen Stellen der Halle ist man bereits mit der Verlegung des Gebälks beschäftigt. Auch die Wassersette der Halle nähert fich der Vollendung. Gleichzeitig wird mit allen Kräften an dem Sockel d;s Denkmals gearbeitet. * Berlin, 25. August. Zu der Auseinandersetzung über die Vorzüge der englischen und der deutschen Bahnen und insbesondere über die DurchschnittSgeschwindigkeit ihrer Züge werden nachstehende Angaben über die Schnelligkeit der Züge auf den in Berlin einmündenden Linien von Interesse sein: Ein Kilometer in der Minute oder 60 Kilometer in der Stunde ist die Fahrgeschwindigkeit, mit der sich der v-Zug von Berlin nach Frankfurt a. M. bewegt. Er fährt 7 Uhr 40 Min. vom Anhalter Bahnhof ab und ist 4 Uhr 30 Min. tu Frankfurt, gebraucht also 8 Stunden 50 Min, über 530 Min., um eine Strecke von 533,4 Kilometer zu durcheilen. Wer vom Anhalter Bahnhof aus fich mit dem schnellsten Zuge nach Dresden begibt, hat 58,70 Kilometer in der Stunde zu durchfahren. Wer den schnellsten Zug von Berlin nach Magdeburg benutzt, durcheilt 54 Kilometer in der Stunde, nach Kreiensen ebenfalls 54 Kilometer, nach München 52,80, nach Bremen und Stralsund 52,20, nach Aschersleben 46,80, nach Rostock 42,60. Mehr als 60 Kilometer in der Stunde durchfahren die schnellsten Züge der Bahnen Berlin—Köln, nämlich 60,30 Kilometer, Berlin —Posen 63, Ehdtkuhuen 63, Stettin, Königsberg 63,60, hernieder im weiten Bogen. Der Müller prallt zurück, einige Gluthfunken find ihm ins Gesicht geflogen. Sakra! Die Geschichte ist sehr bedenklich! DaS Dach der Mühle ist von Holz und strohtrocken. Wäre leicht möglich, daß die Malefizeisenbahn ihm noch deu rothen Hahn auf die Mühle setzt. Dagegen muß vorgebeugt werden. Aber wie? Tags darauf meldet fich der Achenmüller, der bisher jeden Agenten fortgrjagt, persönlich zur Feuerversicherung an und drängt auf rasche PoliceuauSfertiguug. BtS die Commission jedoch kommt, vergeht eine qualvolle Zeit für den Müller, der in jeder Nacht Wache hält, bis der letzte Nacht- und der erste Frühzug in der Morgendämmerung vorüber ist. Wenn es nur regnen und dadurch die Brandgefahr vermieden würde! Endlich kommt die Commission, besichtigt die Mühle, mißt die Entfernung vom Bahnkörper und steckt die Köpfe zusammen. Und ein gar Pfiffiger räth, den letzten Nachtzug abzuwarteu von wegen der sichtbaren und dadurch controlirbaren Fuukenftreuuug. Wohl will der Müller den Herren solche Absichten auSredeu, doch die Commission beharrt auf ihrem Plan, geht inS Dorf zur Atzung und findet fich knapp vor dem fälligen Nachtzuge wieder auf der Mühle ein. Richtig sendet die Locowotive hellglühende Funkengarben aus und der Versicherungsantrag wird abgelehnt. Der Müller muß die CommtsfionSkosten bezahlen und wird nicht versichert. Fuchtig droht er, er will zu einer anderen Gesellschaft gehen. DaS dauert eine Weile, die Geschichte wiederholt sich bis zur erneuten Ablehnung. Auf diesem Wege gelingt es also nicht. Vielleicht aber hilft ein Schreibebrief an die Bahnverwaltuug. Lieber tausend Metzen Korn mahlen, als so einen Brief zu Papier bringen. Aber eS muß sein. (S per Pfund 18 Pfg., nur frische Maare 7778 im »Rebstock*. Soeben im Verlag von H. Andres u. Co., Frankfurt a. O., erschienen: Ilie stirbt StudkntkNlveise! Heitere Kueipzeitungsgedichte. Herausgegeben v. K. L. Barthels. Preis: 75 Pfg. 7761 Herren Kleider liefere preiswerth fertig und nach Maaß. Schwarze Anzüge auch leihweise. W. 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Der Herausgeber dieser Schrift bespricht darin die Vorzüge deS alteren Vogels- bergerrassevieheS, dessen Reinheit durch planlose Kreuzung mst ftemdm Rassen längst verloren und eine ganz entartete Rasse an dessen Stelle getreten ist. Im weiteren zeigt er, wie der verständige Landwirth verfahren soll, um wieder zu der reinen Vogelsberger Rasse iu höher entwickelter Form und vermehrter Nutz, barkeit zu gelangen- Die Schrift ist von bobem Interesse für jeden vorwärts strebenden Landwirt-. «mil Noth, Verlag, Gießen. Grünbergerfträße—Bahnhof und zurück. (Sonntags und Doch« Markt—Schiffeubergrrwald und zurück tags Nachmittags r.m M? fflo’Ä' Omnibus-Verbindung Mar burgerftraße—Bahnhof und zurück. I Empfehlungen. 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