Dienstag den 4» Februar Erlies Blatt M. 29 vierteljähriger x, Anrts- und Anzeigeblutt für den Ureis Giefzen ^rktvra^ ig, Hratisöeitage: Gießener Aamitienötätter Amtlicher Theil erscheinender Intervention sich an den Deutschen Kaiser um wären die überwältigenden Sympathien der Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi« Borm. 10 Uhr. Die Gießener »«den dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, nrit Ausnahme bei Montag«. P*t.-No.ZJ et irt eh? ‘tülmJ. 9 Mr* Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Nedactton, LxpeditioO und Druckerei: Sch»lstr»ße Ar. 9. Fernsprecher 51. Alle Annoncen-Bureaux de« In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. schließungen in dieser Angelegenheit in die Oeffentlichkeit dringen, können nur auf Combiuationcn beruhen. — Der frühere ReichStagspräsident v. Levetzow wird Anfang Mai d. I. auS seinem Amte als LandeSdirecror der Provinz Brandenburg scheiden. Zu seinem Nachfolger ist der Führer der Conservativen, Frhr. v. Manteuffel, bestimmt. — Die gestern erfolgte Vernehmung der Redacteure des „Vorwärts" hat, wie die „Post" hört, ergeben, dast eS nunmehr keinem Zweifel mehr unterliegt, daß der Redaction des „Vorwärts" vorzeitig ein Exemplar der den Amnestie- Erlaß enthaltenden Nummer de« „Armee-VerordnungSblattes" in die Hände gespielt worden ist, daS unter allen Umständen aus der Druckerei des „Armee-VerordnuogSblattes" gestohlen sein muß, da kein einziger Beamter ein Exemplar jener Nummer vorher zu sehen bekommen hat. — In der heutigen Sitzung deS BundeSrathes wurde dem ReichstagSbeschlusse betreffend einen Gesetzentwurf wegen Abänderung dcs Paragraphen 2 des Gesetzes betreffend die Verfasiung und Verwaltung Elsaß Lothringens vom 4. Juli 1879 sowie auch dem ReichstagSbeschluffe betr. einen Gesetzentwurf wegen Aufhebung der dem Statthalter von Elsaß-Lothringen übertragenen außerordentlichen Ge- walten die Zustimmung versagt. Hamburg, 1. Februar. Im Kaffenzimmer der Nord- deutschen Bank wurden heute abermals drei internationale Bankräuber verhaftet, zunächst wegen dringenden Verdachtes des Taschendiebstahls und der Beihülfe dazu. Zwei nennen sich Commiffare TittS aus New York, der dritte will ein Jockey Taylor sein. Alle Namen dürften aber falsch und die Verhafteten selbst gefährliche Gauner sein. Staaten auf Seiten des Deutschen Kaisers gewesen." —- Bezüglich der Umbildung der vierten Bataillone kann die „Post" aus zuverlässiger Quelle mittheilen, daß die Blättermeldungen darüber unbegründet find. W:e mau diese Frage im Einzelnen zu lösen versuchen wird, und wann eine damit in Verbindung stehende Vorlage an den Reichstag gebracht werden soll, steht, so theilt die „Post" mit, bis jetzt noch durchaus nicht fest, und alle Meldungen, die über Ent- Netteste Nachr!chten» Diprschm deL Brrre« .Herold*. Halle a. S, 2. Februar. Gestern wurden zwischen dem hiesigen Magistrat und der Firma Kramer & Co. die Verhandlungen betreffs Baues einer electrischen Bahn zwischen Halle und Leipzig beendet. Der Bau wird voraussichtlich noch bis Ende dieses Jahres fertiggestellt werden. München, 2. Februar. Freiherr v. Hammerstein ist gestern Abend in Begleitung des Polizei Commiffars Wolff auf der Durchreise nach Berlin hier eingetroffen und wurde in der Königlichen Polizei-Direction internirt. Heute Morgen 8 Uhr wurde die Reife nach Berlin fortgesetzt. Prag, 2. Februar. Der Wiener Personeuzug der Staatsbahn ist bet der Station GeraSdorf entgleist. Der Zugführer, ein Schaffner und drei Damen wurden schwer, mehrere andere Personen leicht verletzt. Die Entgleisung wurde durch daS Unwetter hervorgerufen. Czernowitz, 2. Februar. In der Bukowina herrscht fett 48 Stunden ein furchtbarer Orkan, welcher einen coloffalen Schaden anrichtete. Viele Gebäude wurden zerstört, mehrere Dächer abgedeckt und Feuermauern eiugestürzt. Die Passage auf den Straßen ist lebensgefährlich. Rom, 2. Februar. Der „Tribuna" wird aus Paris gemeldet, daß der NeguS, um die Italiener aus dem Felde zu schlagen, das Protectorat Frankreichs und Rußlands angenommen hat. Antwerpen, 2. Februar. Die Matrosen des Norddeutschen LloyddampferS „Preußen" geriethen mit den Matrosen des englischen Dampfers „Heatman" infolge einer politischen Detttscher Reich. Berlin, 1. Februar. Bezüglich des Eindrucks, welchen die Depesche des Deutschen Kaisers an den Präsidenten der TranSoaal-Republik, Krüger, in amerikanischen Kreisen gemacht hat, gibt der „New Yorker Sun" an leiten- der Stelle folgende Erklärung ab: Einige britische UttlauderS und wenige Anglo ManiacS abgerechnet, gibt es in Amerika Niemanden, der nicht mit Bewunderung cuf den hochherzigen Deutschen Kaiser und deffen edle und gerechte That blickt. Diese Wahrheit kann der deutsche Botschafter vertrauensvoll seinem kaiserlichen Herrn melden. Infolge eines sehr bedauerlichen JrrthumS wandte sich unser StaatS-Departement an Mr. Chamberlain in London um Schutz der Amerikaner in Transvaal. Wenn überhaupt eine Intervention in Transvaal zu Gunsten der Amerikaner nothwendig geworden wäre, so hätten wir uns nur an den Mann gewandt, der allein die Fähigkeit und den Willen gehabt hätte, uns seine Hilfe zu leihen, nämlich an Kaiser Wilhelm II. Wir wiffen, daß wir im Namen des ganzen amerikanischen Volkes sprechen, wenn wir hiermit den Berliner Staatsbehörden die Versicherung geben, daß eS im ganzen Lande auf das Tiefste bedauert wird, wenn es unterlaffen wurde, bet etwa nörhig Ausland. Paris, 1. Februar. Wittwe Jules Favre'S, die lange Jahre Vorsteherin in einer Lehrerinnen-BtldungSanstalt in Sevres war, ist gestorben. Paris, 1. Februar. AuS Tananarieo wird mit- getheilt, daß durch das energische Vorgehen gegen die Rebellen im Westen der Insel Madagaskar der Aufstand beendet sei. Die Rebellen könnten ihre Banden nicht mehr zusammenziehen und kehren zum größten Theile in ihre Hei- math zurück. Nach den Aussagen mehrerer Gefangener konnte man die Anführer ausfinden. Nach Beendigung der Untersuchung wurden dieselben erschaffen. Die Regenzeit hat in Madagascar begonnen. Man befürchtet, daß die Ocupa- tionStruppen viel von dem Fieber zu leiden haben werden. Die Genie Soldaten find damit beschäftigt, für die Soldaten Unterkommen zu schaffen. Pari», 1. Februar. Der Ministerpräsident Bourgeois empfing gestern Abend eine Abordnung radicaler und sozialistischer Abgeordneten unter der Führung Go bl et S, die von ihm verlangte, daß das Leamten-Personal durch zahl- reiche Entlassungen gesäubert werde. Bekanntmachung. «« die Gr. Bürgermeistereien des DieustbezirkS der Gr. Districts-Eiunehmerei Treis a. d. Lda. Lt. Verfügung Gr. Ministeriums der Finanzen, Ab- theilung für Steuerwesen, ist der Gr. DistriclS - Einnehmer der Districts - Einnehmerei Babenhausen, Dieter, zum Districts Einnehmer der Districts-Einnehmerei Treis a. d. Lda. mit dem Wohnsitz in Gießen (Diezstraße Nr. 8) ernannt worden. Im Jntereffe Ihrer Ortsangehörigen ersuchen wir Sie, dieses in Ihrer Gemeinde durch die Schelle ortsüblich ver- tzffentlichen zu lassen. Gießen, den 1. Februar 1896. Gr. Mntamt Gießen. gez. Rübe. Schutz der Amerikaner zu wenden. Hätte die hochherzige und freundschaftliche Erklärung des Deutschen Kaisers zu einem Kriege zwischen Deutschland und England geführt, so wären die überwältigenden Sympathien der Vereinigten Abg. Schröder (ftf. Vp): Das Vorgehen Singers beweist nur, daß man mit außerordentlichen Uebertretbungen auch die bedauerlichsten Vorgänae zum Gegenstand politischer Verhandlungen macht. (Beifall.) Man verlangt sogar, es sollen alle seit längerer Zett von Herrn Braufewetter gefällten Urthetle redresstrt werden. Es ist «der doch unerhört, zu behaupten: wenn Jemand geisteskrank ist, so sei man berechtigt zu der Vermuthung, daß derselbe schon in früherer Zeit sich nicht in normalem Geisteszustand befunden habe. Dabei wirft Vorredner gar noch einem Collegium von vier anderen ehrenwerthen Männern, denen nichts nachzusagen ist, vor, trotz angeblicher Kenntniß des Zustandes Brausewetters an dessen Urlheilen theilgenommen zu haben. Zu einem Ausnahmegesetze liegt nicht der geringste Anlaß vor ~ r Abg. Schmidt-Warburg (Ctr.): Ich habe vor Jahren einmal mit Herrn Brausewetter zusammengewirkt, aber von geistiger Umnachtung nichts wahrgenommen. Ich habe bedauert, daß Brause- wetter so oft feine persönliche Meinung ausfprach vor Entscheidung über die Schuldfrage. Aber für verrückt habe ich ihn deshalb nicht gehalten. Jedenfalls Hal ftüher Niemand an eine Umnachtung Brausewetters gedacht. Auch die Preffe nicht! Zeigen Sie mir ein Blatt, welches damals solchen Verdacht geäußert hätte. Wenn Singer meint, es bedürfe größerer Garantien, so möge er bei der Justiz- Novelle Anträge stellen, ich werde auch dem mich nicht entziehen. Keinesfalls bedürfe es eines Ausnahmegesetzes. Adg. Lenzmann: (frs. Vp.): Ich muß Singer darin Recht geben, daß das Volksbewußtsein es nicht verstehen wird, wie U.theile bestehen bleiben können, an denen ein Geisteskranker theilgenommen hat. Die Vorwürfe gegen die anderen Richter finde ich nicht so sehr gerechtfertigt, und zwar deshalb, well das Verhalten des Herrn Brausewetter in den Gerichtsverhandlungen geradezu typisch ist für viele Vorsitzende preußischer Gerichte (Hört! hört!). Die Richter finden gar nichts Ungewöhnliches mehr darin, wenn die Vorsitzenden von den alten preußischen Grundsätzen abweichen, wonach bis zur Feststellung der Schuldfrage dem Angeklagten und seinem Verthei- diger gleiches Recht gewährt wird rote dem Ankläger. Die Vorwürfe gegen die Justizverwaltung sind nicht ganz unbegründet. Eine aufmerksame Justizverwaltung hätte sich längst sagen sollen, daß Herr Brauseroetter nicht am richtigen Platze sei. Derselbe wäre vielleicht ein guter Civllrichter gewesen. In diesem Augenblick ist jedenfalls die Revision unzulässig, weil die Frist abgelaufen ist. Wollen Sie etwa alle Urtherte Brausewetters kasfiren? Das würde die Rechtsficherhett schädigen. Begnadigung wäre nur Nothbehelf. Abhilfe bringt unser in der Commission für die Justiznooelle gestellter Antrag, der das W.ederaufnahmeoersahren auch zulassen will bei nachweisbarer Umnachtung eines Richters zur Zeit der Urthetts- fällung. Abg. Stadthagen (Soc.) verbreitet sich über den Gegenstand im Sinne Singers und schließt: Ich bedauere, daß der Herr Staatssecretär auf unsere Frage nicht eine wohlwollendere Erklärung abgegeben hat und bitte See, daS Gehalt des Staatssecretärs nicht zu bewilligen. (Heiterkeit.) Abg. Lütgen au (Soc.) verlangt Wiederaufnahmeverfahren im Essener Metneidsproceß gegen Schröder u. Gen. Er habe in Dortmund für sich — in einer Anklage wegen Beamtenbeleidigung — Freisprechung erzielt, weil das Gericht als nachgewiesen angesehen habe, daß der Gendarm Münter mit feiner Etdespsticht fahrlässig umgegangen fei. Titel Staatssecretär wird genehmigt, desgleichen der Rest des Justizetats, sowie der Etat des Rechnungshofes. Montag: Erste Berathung des bürgerlichen Gesetzbuches. Meßmer Anzeiger Kenerak-Wnzeiger. Deutscher Aeichsrag. 29. Sitzung. SamStag, den 1. Februar 1896. Die Zusatz-Erklärung zu dem internationalen Uebcreinkommen »on 1890 über den Eisenbahn-Frachtverkehr wird debattelos genehmigt. Es folgt die Beratbung des Justiz-Etats. Bei dem Ausgabe-Titel „Gehalt des Staatssecretärs" wünscht Abg. Bassermann (natl.), es möge bei Reotfion des Handelsgesetzbuches auch aus die berechtigten Wünsche der Handlungsgehülfen Rücksicht genommen werden, speciell betreffs der Kündigungsfristen und der Concurrenzklausel. Er empfiehlt gesetzliche Feststellung einer Minimalkündigungsfrist, etwa von einem Monat. Der excesfiven Anwendung des ConcurrenzverbotS müffe oorgebeugt werden durch Begegnung der Verbotschrist unter Berücksichtigung der Höhr des Gehalts. Ein Concurrenzverbot müsse überhaupt nur zulässig fein, wenn der Angestellte dafür ein Aequioalent durch entsprechend hohes Gehalt empfange. Auch müffe dem richterlichen Ermessen betreffs Herabsetzung der Vertragsstrafe und Begrenzung der Verbotsfrist Spielraum gegeben werden. Staatssecretär o. Nieberding: Die verbündeten Regierungen sind gewillt, bei Neuregelung des Handelsgesetzbuches einen Ausgleich zwischen den Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern eintreten zu lasten. Zu den bezüglichen Verhandlungen sind auch die Arbeitnehmer zugezogen worden und sie haben sich so einsichtsvoll gezeigt, daß aus eine befriedigende Regelung zu hoffen ist. Bezüglich der Kündigungsfristen stehen die verbündeten Regierungen auf dem Boden des vom Hause angenommenen bezügl. Gesetzentwurfs, aber sie hegen noch Zweifel, ob alle Bestimmungen desselben den Interessen der Gehilfen entsprechen. WaS die Concurrenzktausel anlangt, so ist weder deren völliges Verbot zulässig, noch auch das Fortbestehender jetzigen völligen Dertragsfretheit. Wir sind ernstlich bestrebt, einen guten Mittelweg zu finden. Abg. Singer (Soc.) bedauert, daß es hiermit geh.', wie mit der Schneckenpost. Verträge mit Concurrenzclausel widersprechen der guten Sitte. Lebhaft bewegt wurde das Volk durch den Fall des in Wochnfinn verstorbenen Herrn Brausewetter. Ich erinnere an den Gummischlauch-Proceß, in dem nicht die Schuldigen unter Anklage gestellt waren, sondern — wie das ja überhaupt bei uns geschieht — D'-stenigen, an denen die Behördenihr Müthchen gekühlt haben. Wie bat Herr Brausewetter die Vertheidtger beschränk:! „Sie können überhaupt nichts feststellen" und „Sie haben sich nicht mit der Person deS Staatsanwalts zu beschäftigen, sondern mit Ihren Clienten!" Diese Aeußerungen kennzeichnen das System. Herr Brausewetter lat eine Rechtsbelehrung an die Geschworenen damit geschloßen: „ich schließe mich den Ausführungen des Herrn Staatsanwalts Wort für Wort an." In einem anderen Falle sagte er: „Es ist unmöglich, daß Sie (die Geschworenen) dem Angeklagten mildernde Umstände bewilligen." Das in einer Rechtsbelehrung! Noch kurz vor seinem rranSport in eine Krankenanstalt hat Brausewetter noch Urthetle gefällt und auf drei Monate erkannt. Da fragt es sich denn, ob nicht die Richter ein Vorwurf trifft, die mit ihm zusammen Urtheil sprachen und die seinen Zustand längst hätten erkennen müssen. Hat doch sogar ein Gerichtsdiener gesagt, mit ihm ist nicht mehr auszu- tomtnen Präsident v Buol: Mit Beschwerden über Personen müßte Sh der Redner an den preußischen Justtzmtnister wenden. Hier nnte es sich doch nur um Mängel der Gesetzgebung handeln. Abg. Singer: Ich frage den Herrn Staatssecretär, denkt er, was zu geschehen habe, um solchen Mängeln in der Rechtspflege abzuhelfen? Im Rechtsberoußtsein des Volkes besteht jedenfalls die Auffassung, daß so gefällte Urthelle nicht fortbefiehen dürfen und daß von Gesetzeswegen das Wiederaufnahmeverfahren in solchen Umständen oorgeschrieben werden muß. DaS Mindeste, was ein Angeklagter »erlangen darf, ist doch, daß seine Richter sammtlich geistig normal find. Staatssecretär v. Nieberding: Soweit mir die Thatsachm bekannt find, muß ich bestreiten, daß die Urthetle, an denen der Dersiorbene rnitgewirkt hat, von ihm in krankhaftem Zustande gefällt sind. Ebenso wenig haben die Collegen des Verstorbenen seinen Zustand als krankhaft erkannt ober erkennen müssen. Ich bestreite auch dem Vorredner daS Recht, auf solche beweislosen Behauptungen hin der preußischen Justizverwaltung Pflichtverletzung vorzuwerfen. Hätte die Verwaltung zu einem Einschreiten gegen den Verstorbenen Anlaß gehabt, so hätte ihr eS auch an Mitteln dazu nicht gefehlt. Aus anonyme Denunciationen und Zeitungsangaben konnte nicht eingeschritten werden. Lasten wir den Todter. ruhen! Sollten wirklich Urtheile unter Mitwirkung eines geistig Kranken gefällt werden, fo steht der Weg der Revision frei Auch hat die Justiz- Verwaltung die Möglichkeit, daS Verfahren auf Absetzung eines solchen Richters einzuleiten. •Ää.** Daum >„ . "tp te Anzchw. । 6«e< «ML rbetttzelle KAA irling • ’KSSS jknecbt; ,erden HWt ;t$ ehriMen Gilgen. L/ause Id, ■'S SS Ste L^SleinNEu X* «JJ Fabrikant @6. 5 ist per sofort ander. anlagt 9, :®otaung ImJöTtitn ' W. Per L April >rei-Zimmtr-Wohmm Wort ,u vermittle -Sttifcafit 6,Jl Mng mit 5 Zimmert r zu vermitthen 146, Ecke Nordanlag!, «meister 6g. W »selbst.__________________ . bestehend aus 3 Zim- Zubehär, p:r sofort p SMHarftrazr 21. Ltt 'n guter Ni VKU in welchem bk :onscckonSgeM bi trieben wurde, ist c: :n, eventuell auch r )ütbig zu omnirttz 1 7 btfbrbert bit h _________________326 den, he'zv.WntMr tilRMwVWä), Mmf>.tzy>ed.d.U n mit grobem Scham ö teuftet ver 1.8pri! Seltemwef 89. imJbl. Zimmer an ein au |u vermietbeu. 18, Näheres im Ladeu eS Zimmer mit CabüM löblirteS Zimmer fofor. öaMofitt- 2b,1L uverläW ^kren. rm 150 30 14 20 6 rm fluch 120 Birken 40 Wen - Itytn - Mel — •• Prustmg hi tznfbefchlaz. Bei den auf Grund der | Verordnung vom 7. November 1885 im Dezember 1895 ab- gehaltenen Prüfungen im Hufbeschlag haben u. A. folgende Personen bestanden und find damit befähigt, ge- I werbLmäßig den Hufbeschlag selbstständig auSzuübrn: Lorenz i Peter Besaut auS Stadecken, Johannes Bien aus Salz, Friedrich Damm aus Uffhofen, Philipp Dörfchug ouS Sulzheim, Heinrich Friedrich Martin Joseph Engel auS Erfurt, Philipp Göttmanu auS Unter Ostern, Jacob Hang aus Dietzenbach, Wilhelm Heep aus Griedelbach, Peter Karl Huf ouS Nieder-Jngelheim, Marrin Johann Keim aus Hechtsheim, Konrad Mayer ans Großeu-Buseck, Leonhard Oberle aus Ober-Abtfteinach, Philipp Pfannebecker auS Flomborn, Heinrich Pfeifer aus Ober-KainSbach, Christian Schmidt aus Allen- dorf a. d. Lumda, Wilhelm Schwalb aus Großen Buseck. •* Für Besucher der Berliner Ausstellung. Eine vielfach erörterte Froge, wie theuer sich der Besuch der Berliner Gewerbe - Ausstellung, bie Besichtigung aller Sehenswürdigkeiten derselben einschließlich dec Special- Ausstellungen „Kairo" und „Alt - Berlin" stellen dürfte, wird von einem Eingeweihten dahin berechnet, oaß ein solcher Besuch fich auf 11 Mk. 50 Pfg. stellen wird. Hierin find auch die Eintrittsgelder für daS Fernrohr, Alpen-Panorama, sowie für die Unternehmungen im VergnügungS-Part, tc.ner Fahrgeld von und nach Berlin (40 Pfg.) inbegriffen. Dieser l Gesammtpreis ist außerordentlich niedrig gegenüber anderen Ausstellungen. So stellte fick z. B. der Besuch sämmt- licher nicht zahlreicherer Darbietungen auf der Welt-Aus. stellung in Chicago auf rund 12 Dollars, bei der Pariser Welt Ausstellung, die weniger derartige Anziehungskräfte bot, auf 35 Francs. — Im Uebrigen wag noch gesagt werden, daß zu einer vollständigen Besichtigung der Berliner-Aus- stellung ein mindestens sechsmaliger Besuch derselben — wöbet die Besuchszeit mit je 8 Stunden berechnet ist, er» DiScusfiou in ein Handgemenge. Acht Deutsche und sechs Engländer wurden durch Mefferftiche schwer verletzt. Paris, 2. Februar. Der bekannte von Kaiser Wtlhelm begnadigte Spion, Schiffs-Lieutenant Degouy, wurde zum Profeffor der See Taktik an der obersten Marine-KriegSschule in Toulon ernannt. H Oldenburg, 3. Februar. Die Großherzogin ist pesteru Abend um 10 Uhr gestorben. Hchverste grtiitg bett 7.\ kgrmtiags 9 Uhr m bem Albacher Listrict Kreuzholz, i Hrmdolz versteigert Die ßufammenhiuf timmten Stunbe au1 :öbet flicinalroeg au Walde«. Albach, am 1. Fel Hroßheqogl. Mg?n Balse forderlich sein dürste. ♦* Wie der „Rhein. - Westf. Ztg." auS B er lrn geschrieben wird, sollen nach einer Anordnung der HeereS Ber- waltuno auch in diesem Jahre wieder zahlreiche Commandos von Offizieren, namentlich jüngeren, zu anderen Waffen stattfinden, damit auf diese Weise das gegenseitige Waffen- Verständniß gefördert und die besonderen Verwendungen im Mobilmachungssalls vorbereitet werden. Ständig sollen Lieutenants der Infanterie zu Pionier-Bataillonen, Lieute- nants der Fußartillerie und des Jngenieurcorps zu In- fanterietruppentheilen commandirt werden. Cavallerieosfiziece des Beurlaubtenstandcs, die im Mobtlmachungsfalle zur Verwendung bet Reserve- und Landwehr ' Infanterie- Bataillonen bestimmt find, werden während der diesjährigen Sommer- und Herbstübungen zur Dienstleistung bei der Infanterie, jene dagegen, die als MunitionScolonnenführer oder für die Verwendung bei der Fußartillerie vorgemerkt find, zu entsprechenden Hebungen bei der Feldartillerie herangezogen werden. Unabhängig hiervon vollziehen fich die Hebungen, welche die Besucher der Kriegsakademie in den Monaten August und September bei andern Waffen, als der eigenen Stammwaffe durchzumachen haben, sowie die Commandirungen einzelner aktiven Offiziere zum Eisenbahn- Regiment und zur Luftschifferabtheilung. *• Preiserhöhung der Eisengnßwaareu. Die Werke des Lahn-, Sieg- und Dtllthales haben heute, nachdem fie bereits Mitte October v. I. ihre Preise für die E'sengußwaaren um 10 Mk. per Tonne erhöhten, eine wettere Preiserhöhung im gleichen Betrage pro Tonne beschlossen, und dieses der Kundschaft durch Rundschreiben angezeigt. Mainz abgeführt werden. •• Schlägerei. Gestern Abend gegen 9 Hhr fand in einem Haufe der Neuen-Bäue im Hausflur eine Schlägerei statt, wobei es blutige Köpfe absetzte. CocaUs rrnd ptoohiieUef» Gießen, 3. Februar 1896. Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß- herzog haben Allergnädigst geruht und dem Bürgermeister Georg Bopp V. zu Bellersheim, dem Bürgermeister | Johannes Heß XVI. zu Leihgestern das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste zu verleihen. • Aus de« Gerichtsdienst. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 1. Februar den Amtsrichter bet dem Amtsgerichte Offenbach, Amtsgerichts- rath Hugo Tasche, zum LandgerichtSrath bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg zu ernenneu. ♦* Militärische«. Im „Armee-Berordn.-Blatt" gibt der KriegSminifter folgende CabinetSordre des Kaisers über den Kirchenbesuch an Sonn- und Festr agen bekannt: „Um Meinem Heere erneut zu erkennen zu geben, wie sehr Mir die Erhaltung und Förderung deS religiösen Sinnes am Herzen liegt, erkläre ich hiermit ausdrücklich, daß die Bestimmung im § 28 Absatz 3 der Garnisondierst-Borschrift vom 13. September 1888, nach welcher unter gewöhnlichen Verhältnissen kein Soldat an Sonn- und Festtagen am Kirchenbesuch behindert werden soll, sich auch auf den freiwilligen Kirchenbesuch erstreckt. Sie haben diese Meine Willensmeinung, in der Ich Mich mit der in Meinem Heere lebenden Glaubensfreudigkeit eins weiß, demselben bekannt zu geben und das Weitere zu veranlaffen. Wtlhelm." Frauenklinik. Wie un« Seitens der Direction der Großherzogl. Frauenklinik mitgetheilt wird, ist daS genannte Institut im Interesse deS ärztliche Hülfe suchenden Publikums mit dem 1. Februar d. I. direct telephonisch angeschlosien worden. (Bereits in voriger Nummer mitgetheilt. Red.). fcrf SinStlandl totUattW und ° S <4 a jtr 28 nailtigl'4 iwdn tttoa M onl Solftandr W® tn ab« baxum, ftP auf da« Mi ür bar vor dem Zusammensturz deS HauscS ein in der Wiege liegendes, ou den eigenen Eltern in der Aufregung ver- geffenes Kind gerettet, als schon die Kiffen der Wiege vom Feuer ergriffen worden waren. Re en diesem Ehrenzeichen ist dem braven Mädchen auch noch u Geldgeschenk zu Theil geworden. ♦ Schweidnitz, 31. Januar. Der LandgerichtSprafideat SchmidthalS ist an Herzschlag gestorben. * Hadersleden, 31. Januar. Beim Spielen auf dem Eise in einer Torskuhle bei Avenwatr brachen vier Kinder ein, von denen zwei Kinder einer Wittwe, ein 15jähriger Knabe und ein Mädchen im Alter von 12 Jahren ertranken. • Stettin, 30. Januar. Der Arbeiter Robert Maaß hier wurde wegen Majestätsbeleidigung in Verbindung mit Sachbeschädigung zu der hohen Strafe von V/i Jahren Gefängniß verurtheitt. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Er hatte mit beleidigenden Worten eine ihm nicht gehörige Kaiierbüftr zertrümmert. • Leipzig, 31. Januar. AuS Liebe zur Betrügerin geworden ist die 23jährige Tochter eines hiesigen in allen Streifen hochangesehenen schuldirectorS. Daö Mädchen hatte gefälschte Sammellisten für die Zwecke der inneren Mission angelegt und Beiträge empfangen, die sie für sich behielt, um den im AuSlande in Roth gerochenen Geliebten ou» feinen Verlegenheiten zu retten. Der Fall wird lebhaft besprochen. • Wie Herr Kneipp die Kolik curirt. In einem seiner jüngsten Vorträge in WörriShofen erzählte^ Pfarrer Kneipp, wie einmal einen ganz verwöhnten Studenten, „einen Menschen, der nicytS essen konnte, waS nicht ganz fein zubereitet war", heftige Leibschmerzen befielen, daß er I sich „fast tobt schrie". Kneipp wurde gerufen, und er be- I richtet nun Folgendes: „So ging ich denn zu einem Bauern und bat ihn, er möge mir ein bischen Roßsteub geben, e» habe ein mir bekannter Student heftige Kolikichmerzen unk es könnte leicht eine Darmverschlingung geben. Nun gingen Vermischtes» ♦ Berlin, 1. Februar. ®er am 20. Januar in einem Pistolenduell mit dem Rittergutsbesitzer und Reserveoffizier R. in D. schwer verwundete Affeffo Wollstein ist gestern in der Bergmann'schen Klinik gesto ben. • Sine seltene Auszeichnung ist durch den Kaiser einem jugendlichen polnischen Dienstmädchen verliehen worden, nämlich die Rettungsmedaille am Bande, der kaum 16jährigen Marianna Sorz zu Salnia bei Krotoschin. Dieselbe hatte auS dem brennenden Wohnhause ihrer Dienstherrschaft unmittel- Grunderg, 2. Februar. Der „Darmst. Ztg." wird von hier geschrieben: Eine auffallende Erscheinung find die in unserer Stadt besonder» in den letzten Jahren ftatt» I findenden Güterversteigerungen. Während früher saft sämmtliche Geschäftsleute neben ihrem Handwerk etwas Landwirthschast trieben, suchen viele jetzt ihre „Oeconomie abzuschaffen. Hauptgrund ist wohl der Umstand, daß die wenigsten Hosraithen der Stadt zum Betrieb der Landwirts schäft geeignet sind. Scheuern und Stallungen befinden fich | häufig nicht unmittelbar beim Wohnhause, wodurch den I Leuten viele Schwierigkeiten, oft doppelte Arbeit und auch größere Ausgaben erwachsen. Mafien früher die Land- wirrhe der Stadt sogar in den benachbarten Gemarkungen Grundstücke, so ist jetzt da» Gegentheil der Fall. Die Bewohner der umliegenden Orte bebauen nun zahlreiche Aecker in unmittelbarer Nähe der Stadt, und immer neue Grundstücke werden von ihnen angetauft. E. Echzell, 2. Februar. In Nr. 20 des „Gieß. Anz. vom 24. Januar hatten wir das Vergnügen, zu berichten, daß unsere Bäcker den Preis der Weizenbrödchen herabgesetzt haben und eS wurde die Hoffnung daran getnupft, daß die übrigen Brodpreise denjenigen der Bxödchen bald folgen möchten. Diese Hoffnung hat sich sehr schnell erfüllt, i denn die Bäcker haben den Preis des viexpfündtgen Schwarz- brodeS von 38 Pf. auf 35 Pf. herabgesetzt. — In unserer nächsten Nachbarschaft sind einige kleine Jagden verpachtet worden, welche den 3- bis 4facken Pachtfckillmg gegen die vorhergehende Pachtperiode 1890 dis 1896 erzielt haben. Die im nächsten Jahre fahrbar werdenden Nebenbahnen durch I t>te Wetterau fpielen hierbei jedenfalls eine nicht uuwesentl.che Rolle. wir in den Stall, wo so ein alter „Häuter" stand, den striegelte das Bäuerlein, dann thatcn wir den Staub in ein Papierchen, sodaß eS auSsah wie ein Pülverchen, frisch au» der Apotheke geholt. Dies gab ich bann dem Student'n in einem Löffel voll Schnaps. Er war sofort beruhigt und nach fünf Minuten war der ganze Anfall vorbei. Ich habe mich natürlich gleich aus dem Staube gemacht, denn wenn er mich nach dem geheimen Mittrlchen gefragt und die Sache erfahren hätte, würde er fich vor Allem heftig erbrochen haben und mich hätte er sicher nicht mehr ansehen können. — ES ist im Grunde nicht viel habet und man nimmt noch viel schrecklichere Sachen ein. Ich wüßxe auch nie, daß es nicht geholfen hätte- die ganze Wirkung liegt darin, daß die Gase schnell erfaßt und auSgeleitet werden, dann tritt Ruhe ein." ♦ Au bie Gywuafiastinueu. Eine Frau ist rS angeblich, die aus Anlaß deS glänzenden Erfolges, den die Wiener „Gymnasiastinnen" bei der diesjährigen Schlußprüfung errungen haben, in einem Wiener Blatte folgende Worte au die Studentinnen richtet: „Die Nachricht von bem Erfolge, den Sie, meine jungen Damen, am JahreSfchlufi verzeichnen konnten, hat weniger Überrascht, als die Frage nahegelegt . Wer wird künftig unsere Kinder lehren Strümpfe stopfen und die Kochkunst ehren? Sie werden Über den „Naturalismus", der aus diesem Be- kenntniß einer durchaus nicht schönen Seele spricht, empört sein — aber selbst auf die Gefahr hin, den Zorn sämmtttcher ftudirender Göttinnen auf mein Haupt zu laden, will ich dieses „Product der neuen Zeit" näher betrachten. — Warum, meine Damen, betreten S'e einen Weg, der Jahrhunderte lang nur von den Herren der Schöpfung mühe- und sorgenvoll gegangen wurde? Ste werden mir antworten: „Nr. 1 von wegen der Gleichberechtigung, Nr. 2, um zu beweisen, daß wir geistig dem starken Geschlechte ebenbürtig, und last ' not least Nr. 3, um unfl eine Existenz zu gründen, da da» Heirathen zu legendär ronb." Nun gut, analysiren wir ben Punkt 1. Die Zeit ist wohl längst vorbei, und bafl wissen Sie selbst am besten, wo man den Kochlöffel den schönsten Stil weiblicher Poesie nannte unb wo man — ich citire (inen Ausspruch beS lachenben Philosophen Weder — die Feder nur am Hut, nicht aber in der Hand der Frau plactrr wissen wollte. Man ist auch darüber längst im Klaren, datz trotz des „Mindergewichtes" das weibliche Gehirn doch etwa» aut aufzufaffen und zu behalten vermag, wa» den Knaben eingebrillt wird. Bleibt also nur Punkt 3, und den will ich mit aller Kraft, die „Egoismus" elngiebt, bekämpfen. Haben I Sie, meine jungen Damen, über die Hrsachc des Nichtgehei- I rathetwerdenS schon nachgedacht? Glauben Sie ja nicht, daß die Männer aller Poesie bat sind, unb daß eß einzig unb allein der schnöde Mammon ist, der sie blendet und ihnen beaehrenSwerth scheint! Blicken Sie um fich (ich bin galant genug, nicht zu sagen, in sich), betrachten Sie genau da» Gebähten der Bälle, Concert, Theater, Eislausplatz, Kurorte besuchenden werbl chen Jugend, unb Sie wetten Urnen, die Männer miUer zu beurteilen und werden sich vielleicht de- I mühen, zu jener anmuthigen Natürlichkeit, zu jener naiven Hrsptüngl'chkeit, zu jener gesunden LebrnSauschauung und I LebenSauffaffung zurückzukehxen, die noch unseren Grofimüttern eigen unb denen eß vielleicht darum ebenso leicht gelang, Großmütter zu weiden. Wüßten die Frauen, mit weid) gelingen Mitteln sie ihren Zweck erreichen - und Zweck, I weil natürliche Bestimmung, bleibt doch nur die Sfie —, fU würden sich bemühen, anbei» zu sein, unb kamen so leicht iUr Heberzeugung, daß man, um Gute» zu finben, nicht m bie Ferne zu schweifen-braucht! Denn die Frau bleibt trotz ober wegen ihrer Fehler baß einzige Ideal der Männer, bleibt baß schönste Bild der Schöpfung, so lange man e» ur. htJfenben Rahmen findet. Der Cmheder, der Seeiriaal, der Get'chtslisch aber sind feine richtigen Statten für die Frau. Durch ben „Beruf" wird bie Jndividual'tät ber Frau ver- leugnet, unb badnrch entkleidet sie fich de» größten Zauder», ben cß in bleiet modernen realistischen Welt noch gtebt. 3« Interesse meiner Sch'ckfalßgenoffinncn will ich hoffen, batz Concert deS Kronbaner'schen Ouartetl-BereinS. Bor außoerfauftem Hause beging gestern der genannte Verein fein Concert, und wie wir gleich hinzufügen wollen, mit bestem Gelingen. Der Zweck, dem das Quartett sich dienstbar machte, verbietet unß zu unserem Bedauern, unß kritisch über I die Leistungen eingehender zu verbreiten, wir wollen aber doch constatlren, daß Herr Leopold Geller das Erbe seines unvergeßlichen Vorgänger» durchau» nicht verkleinert hat, sondern gut mit feinem Pfunde wucherte unb mit rastlosem Fleiß, mit feinem Berständniß dasselbe erweiterte unb außbautc. Fast ganz aus eigener Kraft hat ber Verein eine I Reihe hervorragenber Werke ber GesangSltteratur zu Gehör gebracht, unb verbietet unß bie auferlegte Reserve nicht, baß Wohlgelingen aller Gaben zu bekennen, ein Hrtheil, welchcß bie Zuhörerschaft durch reichen Beifall nicht nur bestätigte, I sondern hervorrief. Zwei liebenswürdige Gäste, die beide bie schöne Kunst zu ihrem Berufe gemacht, wirkten in bankenS- werthefter Weise mit: Frl. Karoline Hubert auS Cöln- Deutz, im Besitz eines ausgiebigen, wohlgeschulten hohen Soprane», als Liebersängerin und Interpretin ber Solls in ben Chorwerken (Sopran mit Männerchor) und Herr Paul Polster alß Pianist unb Begleiter. Beiden Künstlern lohnte reicher, wiederholter Beifall. Dem Denkmalsfond unb bem Saalbau-, oder präciser gesagt Tonhallenfonds, können trotz bem bescheidenen Eintrittspreise recht stattliche Summen überwiesen werden. Mögen nun andere Körperschaften namentlich für die Tonhalle ihre Kunst dienstbar machen, der Anfang ist gemacht, vivant sequentes. ♦♦ Theater in Gießen. Die Donnerstag den 6. d. M. im Leib'schen Saale zur Ausführung kommenden Local stücke mit Herrn Strohecker vom Stadttheater in Frankfurt a.M. in den Hauptrollen, find wie folgt besetzt: 1. "Frankfort I in Feindesland". Eine Scene auß dem deutsch-französischen Kriege von A. Hill. Neunter : Herr Hofmann, Margot: Fräulein Mühlbach (vom Stabttheater in Frankfurt), Peter Müller, Gefreiter vom Rh. Dragoner Regiment Nr. 5 : Herr @. A. Strohecker (vom Stabttheater in Frankfurt). 2. „Wie Du mir, io ich Dir". Local Schwank in einem Act von G. Bcck. NiceleS Atzemer: Herr Strohecker, Niceleß Atzemer, bessen Sohn: Herr Hafmann, Grittche: Fräulein Hartwig (vom Stabttheater in Frankfurt), Frau Rumpler: Frau Schöning. 3. „Durch ben kaufmännischen Verein/ Lccal | Schwark in 1 Act von Adolf Stoltze. Iona» Rappel: Herr Stroh«cker, Lucie: Fräulein Hartwig, Ludwig Punkium: Herr Hofmann, Fiäulein Windisch: Fräulein Ihm (vom Stadt- theater in Frankfurt a. M.) Maskenball des Fechtvereins „Waisenschntz . Am Samßtag Abend hatte daß Maßkenfeft deß Hessischen Fecht- verein» „Waisenschutz" die Räume des Gießener Festsaalß mit einer bunten Schaar vergnügter Theilnehmer gefüllt, und auch die, die Gallerie füllenden Zuschauer kamen nicht zu kurz, denn da» bunte Gewimmel im Saale bot denselben eine prächtige Augenweide. Während der Tanzpausen ließ ein hier bekannter Comiker feine humoristischen Couplet» ertönen, und erntete damit nicht nur reichen Beifall, sondern auch klingenden Lohn, als er als „Bettclbud verkleidet für die armen Waisen bet der Menge fechten ging. Es herrschte biß gegen Morgen die beste Fafchingßsttmmung. Daß finanzielle Ergebniß deß Festeß war ein überouß günstiges, und wirb ber recht bedeutende Heberschuß an die Obersechterei , Hiehlz^l üOfl »SÄ ft"11«'"'® s"! m tntpf“”6'"' i* '"Jä in velchem t M mentet. < gtoridjtung, 1(0 t w*;aUn ■ flnlm N- "'5^. Hofivel Dieastag den 1 m Morgens 9 Uh Dröhauser Interessen! dehöh an Ort w Wetnib verkauft werde 210 kichrn-flauhvlzsiä 15mSänge, 30- *, mit 21! tztötztentheilr zu iiynel. ^«hlchanM ii iiüize sic Mw geedri .irnammtnlunft q- 1. Der Wald. Jagdderp I ita dahier y* dtt L »itb, h ÄNttji “»Ä‘ * a. ds Boi $ bh" ».I Ä’fc 8%öf jj, auf btm dtkc ÜJ ZLr LtzL W& In Qöen schell hallte ;;««««Misfiov sur sich behi.lt, beliebten w iatt wirb lebhaft $“ etaein srmrr * Psaner hnten StubtnttD, .®a6 nicht flanj befielen, bafe er ufen, und er de« zn einem Baun» ifieub geben, er Eichmerzr» unk bro. Nu» ginge» tan6i den in ein Payinchrn, I au8 brr Apothrl. n in einem Löffel i und nach fünf habe mich natürlich er mich nach dem che erfahren Hütte, i haben unb mich tu. - ES ist im t nach viel schreck- , baff es nicht gr- ixtn, baß btt Gase in tritt Ruhe ein." au ist eS angeblich, btn die Wiener igtn SchlllMüfung Wfltnbe Worte an Ma bitt iölsvigt, ii\M dnMmll ; Trage na^dtgt: : lehren !unst ehren? der anS biese« Vc- ieele spricht, empört itn Zorn sämmtlicher in laden, will ich trachten. - Warum, , der Jahrhunderte । mühe, und sorgen» antworten: »Nr-1 2, um zu beweisen, benbüxtig, unb W 1U arünben, da dar ^»»enwirben Hi, uni W »>ß-° 0 man - >4 * op»m »>d» 7,*‘ srL'i »"55 A (ich bin galant 1® w 2 .„au dar rächten , ««*' U iie 5“/M W"'14* 'erden f’® naiven chkeit, iu J ua8 und Leb°"^AlohMklN 1 ebnnlo «* • e!1* >- 8,0U'"' unb 8”'<; >«'" 7 M -I 1,1 >d) nui M* ” |, ItW n, «”b X, »if '* lief i"J Kiftt nl* >4rf» 6 '' S <*H uc Mehrzahl jener jungen Damen, die heute, den Ovtd in Händen tragend, voller Stolz zur Schule gehen, am Ende doch noch lieber sich für einen charmanten Doctor entscheiden, als für den Doctorhur." * Wie unsere Eisenbahn Dir«etioneu eS sich angelegen sein lasten, den leiblichen Bedürfnisien der Reisenden durch Einrichtung von Schlaf-, RestaurationS- und Heizwagen zu genügen, ist nunmehr das heilige Rußland in löblicher Weise dafür eingetreten, auch für die geistigen Bedürfnisse seiner Reisenden und Bahnbeamten durch Einrichtung von Lapellenwagen zu sorgen. Bei dem Bau der großen icanSsibirischen Bahn nämlich hat die heilige Synode es schmerzlich empfunden, daß die in den unwirthlichen Gegenden Sibiriens beim Bau der Bahn beschäftigten Arbeiter und Ingenieure keine Gelegenheit haben, ihren religiösen Bedürfnissen nachzukommen, welchen Mangel die besorgte griechischrussische Kirche nun durch Vorstellungen beim Czaren bekannt gegeben, und einen Befehl desselben ausgewirkt hat, daß die jetzt schon auf den fertigen Strecken verkehrenden Züge mindestens wöchentlich einmal einen als Capelle nach russisch- orthodoxem Ritus eingerichteten Waggon mitführen sollen, in welchem ein Pope den Gläubigen die Heilömittel der Kirche spendet. Gewiß eine ebenso lobenSwerthe wie moderne Einrichtung, die der Sorge der russischen Kirche für ihre Mitglieder das glänzendste Z Spiegel, Bilderrahmen, Porcellanwaaren, 62 Biergläser und Krüge, 14 Strickmaschinen, 1 Jagdgewehr (Drilling), 1 Waschmaschine, 1 Waschmangel, 2 Hobelbänke. 1 Partie Werkholz, 1 Nähmaschine, 1 Pferd, 1 Kuh, 1 Wagen u. v A 2. ein fast neues Zweirad (Pneu, matte), 7 neue feine Zuglampe«, 1 Commode. 1 Kleiderschrank, 1 Nähmaschine, 6 Bilder, 1 Spiegel, ein Küchenschrank mit Glasauffatz, 1 Tisch, 1 Schreibtisch, 1 Wanduhr. Die Versteigerung unter 2 findet de- stimmt statt die sub. 1 theilweise. 1111 Geißler, Gerichtsvollzieher. ÄL MMauö. Freibank. [1125 Heute uud morgen: Ochsenfleisch nicht ladenrein, pr. Pfd. 54 Pfg. Rindfleisch, nicht ladenrein, pr. Pfd. 52 Pfg. aufgesprungene ttn^ wunde Haut sind vorzügliche Mittel: Glycerin, Goldcream, Boroglycerin- lanolin, Praeseroattv-Crsam, Creme- Iris, Crsme-Simon, Lippenpomade, Cacoobutter, Glysapol, Perudalsam, Salicyloaseline, Hirschtalg. Lanolin, Mandelöl, Mandelkleie, Mandelklei- feife, Glycertnseise, Vaseline, Vaselin- fetfe, Salicylstreupuloer, Lycopodium, Dermatolstreupulver, Puder, Lanoltn- feife, Myrrhen-Crime rc. zu haben in der 610 Adler-Drogerie, Seltersweg 39. POSIKEUIR borgen Dienstag Abend: Metzelsuppe. Dienstag Morgen von i/j9 Uhr: 601 Wellfleisch. „Zum Lindenhof." Heute Dienstag Abend: 1124 Metzelsuppe. Morgen! V210 Uhr: MellAkisih mit Krallt. Schürzen für Damen und Kinder in den neuesten Fa^ons, Haushaltungsschürzen aller Art, in großer Auswahl, empfiehlt billigst J. H. Fuhr, 1094 Souneustrafte 25. Sämmtliche Artikel für die Bälle und Maskeraden. Seidene Ball-Echarpes. Zwitbelil, Knoblauch Ü5 tag Lindenplatz bis 1 Uhr. [1109 CO co CD Wkmllmlch. 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Dievümüdchen sofort MM gesucht Fra« LchLffer, Steinstr. ich für bas mir geschenkie Vertrauen bestens danke. O bitte ich, dasselbe ferner meinem Sohne gütigst entgegenbrmgen O ju wollen. Hochachtungsvoll 8 Georg Schomber. o = Gictzen, den 1. Februar 1896. 1108 Q OOÖOOaOOOOOOCOOOOöOOOCODO Franz. Oesterr. Americ 27.60 18.85 23.30 25.25 24.10 1115! Ein anvLndige» 8R&6d)tn • VWWW ____ sucht Stelle zur Führung eines kleinen D TwIllllKr Hausholls, am liebsten zu einzelner Dame I JLF1“ ÄlCllUUg ■■■■■ oder Herrn mit einem Kinde. Offerten M , , wi/ l a »4.1. >°'-r K. K. 8 an di- Exae». ^ItCbBCrflCr X’ f-JtOttCtlC 2 fi«Lkt am *19. frbruar 1896 statt. Theater - Aufführung (Dilettanten - V oratellang) zum Beaten des Baufonda eines Krieger-Denkmals in Giessen Mittwoch, den 12. Februar, Abends 8 Uhr im Festsaal (Leib’scher Saal) Wallthorstrasee. Der Raub der Sabinerinnen von Franz und Paul Schönthan. 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