1S96 Nr 3 Gießener Anzeig er Aenerat-Ftnzeiger Samstag den 4. Zanuar Redaction, Expedtti« und Druckerei: SchutaratzeVr.'. Fernsprecher 51. vierteljähriger jtßomtcmcntspreto! 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener Aa«itte«Vtä11er werd« dem Anzeiger wöchentlich dreimal brigelegt. Der Girhever Anzeiger erscheint täglich, Orit Ausnahme de4 Montags. Zlints- und ZInzeigeblatt für den Ureis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de, folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Hratisöeilage: chießener Kamitienbkätter. Alle Annoncen-Bureaux des In« und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Bauern; '111,1 Amtlicher Lheil. Bekanntmachung, betreffend die Maul- und Klauenseuche. Die Maul- und Klauenseuche in der Gemarkung Gießen ist erloschen und sind die angeordneten Sperrmaßregeln aufgehoben. Gießen, den 2. Januar 1896. Großherzogltches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend die Mathildenstiftung für Oberheffen. Nach dem Voranschlag der Mathildenstiftung für Oberheffen sind für das Jahr 1896 etwa 1150 Mk. vorhanden, welche zu wohltbätigen Zwecken verwendet und womit in erster Linie die in der Provinz bestehenden Kleinkinderschulen bedacht werden sollen. Es werden hiernach die Vorstände solcher Schulen, für welche eine Subvention gewünscht wird, aufgefordert, ihre desfallsigen Gesuche, mit welchen eine möglichst ausführliche Miltheilung über Ausdehnung, Mittel und Bedürfnisse der betreffenden Anstalt zu verbinden ist, bis zum 10. Februar I. I. an den unterzeichneten Vorstand der Stiftung gelangen zu lassen. Gießen, den 2. Januar 1896. Der Vorstand der Mathildenstiftung für Oberheffen. v. Gagern, Gr. Provinzial-Director. Nerrefte NttctzeLrhten. Wolffs telegraphisches Corrrfpondenz-Aurcmr. Berlin, 2. Januar. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Au der am 18. d. M statlfindenden Feier des 25jährig en Gedenktages der Kaiser.Proclamation in Versailles werden aus Allerhöchsten Befehl Abordnungen derjenigen Regimenter theilnehmen, deren Chef des Hochseligen Kaisers Wilhelm I. Majestät gewesen, sowie deren Chef Seine Majestät der Kaiser und König Allerhöchstselbst sind, und zwar des 1. Garde Regiments zu Fuß, des Grenadier- Regiments König Friedrich Wilhelm IV. (1. PommerscheS) Nr. 2, des Grenadier-Regiments König Wilhelm I. (2. West- preußtscheS) Nr. 7, des Leib - Grenadier - Regiments König Friedrich Wilhelm III. (1. Brandenburgisches) Nr. 8, des 2. Badischen Grenadier-Regiments Kaiser Wilhelm I. Nr. 110, des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Groß herzoglich Heffiscyes) Nr. 116, deS Königs- Infanterie -Regiments Nr. 145, des Regiments der GardeS du CorPS, des Leib - Garde - Husaren - Regiments, des Leib - Kürassier Regiments Großer Kurfürst (Schlesisches) Nr. 1, des 1. Leib-Husaren Regiments Nr. 1, des 2. Leib Husaren- R-gimentS Kaiserin Nr. 2, deS Husaren-Regiments König Wilhelm I. (1. Rheinisches) Nr. 7, deS Königs - Ulanen-Regi- ments (1. Hannoversches) Nr. 13, des 1. Garde Feld-Artillerie - Regiments, des Königlich Bayerischen 6. Jnsanrerie - Regiments Kaffer Wilhelm, König von Preußeu, des Königlich Bayerischen 1. Ulanen Regiments Kaiser Wilhelm II., König von Preußen, des Königlich Sächsischen 2. Grenadier-Regiments Nr. 101 Kaiser Wilhelm, König von Preußen und deS Königlich Württembergischen Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm, König von Preußen (2. Württembergffches) Nr. 120, bestehend auS dem Regiments Commandeur, 1 Lieutenant, 1 Fahne des Regiments bezw. der Standarte nebst Fahnen- bezw. Standartenträger und außerdem 1 Unteroffizier. Die von auswärts hier eiutreffenoen Fahnen und Standarten sollen am 17. d. MtS. auf dem Potsdamer Bahiihof gesammelt und demnächst von einer Compagnie des 2. Garde - Regiments zu Fuß nach dem König« lichen Schlosse abgebracht werden. Nach der Feier im Königlichen Schlosse, am 18. d. Mts., wird bei einigermaßen günstigem Wetter vor Seiner Majestät eine Parade der hiesigen Garde-Truppen (ohne Rekruten), wobei alles zu Fuß erscheint, stattfinden. Leipzig, 2. Januar. Der Seuatspräsident beim Reichsgericht Dr. Erdmann Loewe ist gestorben. Sternen, 2. Januar. Rettungsstation Langeoog telegraphirt: Am 31. December von dem auf der Otzumer Balje gestrandeten englischen Dympfer ,,Sallborn", Capstän Leindsaw, 10 Personen gerettet durch das Rettungsboot „Papenburg" der Station Langeoog. Lübeck, 2. Januar. Gestern feierte der Bürgermeister Dr. Behn sein fünfundzwanzigjähriges Jubiläum als präfidirender Bürgermeister Lübecks. Se. Majestät der Kaiser richtete aus diesem Anlässe an denselben ein Telegramm. Rom, 2. Januar. Der Justizminister begann die Prüfung der norhwendizen Formalitäten in Sachen von der deutschen Regierung nachgesuchten Auslieferung des Fretherrn v. Hammerstein. Depesche« bei BuceL» .HrrvLb". Berlin, 2. Januar. Bei dem geftrigeu Neujahrsempfang Hot der Kaiser, soviel bis jetzt bekannt ist, Aeußerungen von allgemeiner politischer Tragw ire i irtjr qe- than. In der Ansprache an die commandirenden Generale verharrte der Kaiser, w'e die „Rat Ztg." hört, längere Zeit bei der Frage der vierten Bataillone, deren Umgestaltung ihm besonders am Herzen liegt. Dann kam er auf die Kaiser. Manöver zu iprechen und theilte mit, daß auch in diesem Jahre wieder Manöver in großem Stile abgehalttn werden sollen. Der Kaiser berührte sodann noch verschiedene militärische Angelegenheiten von geringer Bedeutung. Berlin, 2. Januar. Nach dem gestern ausgegebenen Bulletin über das Befinden des Prinzen Alexander von Preußen hat eine langsame Rückbildung der Lungen- Entzündung begonnen. Der Kräftezustand ist ein günstiger. Berlin, 2. Januar. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Sicherem Vernehmen nach ergebe sich auS den beim Auswärtigen Amt eingegangenen ausführlichen Berichten der deutschen Gesandtschaft in Athen, daß eine Bezeichnung deS Frhrn. v. Hammer st ein als Anarchist von keiner Seite ftattgesunden hat. Die Beamten des deutschen Consulats hotten bereit- auf Grund von Photographien die Identität des angeblichen Dr. Herbart mit dem Beschuldigten für höchst wahrscheinlich erachtet. Nachdem Polizetcowmiffar Wolff am 25. December in Athen eingetroffen und die Identität festgestellt hatte, beantragte der Gesandte, Frhr. v. Pleffen, im Auftrage des Auswärtigen Amtes die Der- Haftung und Auslieferung des Frhrn. v. Hammerstein auf Grund der im Haftbefehl bezeichneten Strafthaten, die griechische Regierung lehnte beide Verlangen mit dem Hinweise auf die bestehende Gesetzgebung ab, verfügte jedoch die polizeiliche Ausweisung Hammersteins mit Rückficht auf die Schwere der ihm zur Last gelegten Verbrechen, Vollzug dieser Ausweisung wurde Hammerstein am27.Decbr. Nachmittags auf den nach Brindisi abgehenden Postdampfer „Peloro" gebracht, auf dem sich auch Polizei-Commissar Wolff zur Ueberwachung des Angeschuldigten einschiffte. Von anderer Sette wird gemeldet, die Familie v. Hammerstein- befinde sich augenblicklich in größter Noth in Athen, wohin sie vor einiger Zeit von Slcilien übergefiedelt war. Berlin, 2. Januar. Bei Gelegenheit der Berathung der zum Neujahrs-Empfang in Berlin versammelten com- mandtrenden Generale ging, wie die „Poft" hört, die Meinung über die eventuelle Veränderung innerhalb der Organisation der Halb-Bataillone noch vor Ablauf deS Qutnquenars soweit auseinander, daß man darauf verzichtete, schon jetzt endgültige Beschlüsse zu fassen. Berlin, 2. Januar. Die Nachricht verschiedener Blatter von dem bevorstehenden Rücktritt des Gouverneurs von Ostafrtka ist nach der „Nordd. Allgem. Ztg." ebenso FtteiHeton. In Paris. Erzählung aus dem Kriegsjahre 1870/71 von C. v. Falkenberg. (3. Fortsetzung.) „Ah so! Da könnte ich mich verbergen!" flüsterte Ernest Robin. „Seien Sie also unbesorgt!" bemerkte Morin und der junge Herr entfernte sich mit einem Händedrucke von ihm. Cöcile war außer sich, als sie von der Gefahr für Ernest hörte. „Du darfst gar nicht in das Comptoir zurück," sagte sie, „ich will Dein Fehlen bei Papa in Ordnung bringen! In Deine Wohnung gehst Du auch nicht. Morin kann Deine Sachen von Wichtigkeit holen! Wir bringen Dich zu Papas Onkel, Francois Lacroix, in Versailles. Niemand sucht Dich dort! Richt wahr, Mama?" CvctleS Mutter nickte zustimmend und sagte: „Francois stellt und gewiß kein Hinderniß entgegen!" „Und sehe ich Dich dort öfter, Cöcile?" frug Ernest. „Jede Woche einige Male!" „O, Du Engel!" rief Ernest entzückt. Um dieselbe Zeit fuhr aber schon ein Wagen in der Rue Rivoli bei Eclair & Praille vor und demselben entstieg der Polizeiagent Herr Record. „Ich suche Herrn Ernest Robin!" erklärte er bei seinem Eintritt. „WcShalb?" „Herr Robin ist deutscher Bürger und wird per Schub etn die Grenze gebracht!" Herr Eclair entgegnete: „Bedaure, Herr Robin ist nicht anwesend!" „Wo befindet sich der Herr?" „Entweder in seiner Wohnung oder in der meinigen! ü___ Rougimont gab innerlich frohlockend dem Polizisten beide Adressen aiAtnb Record empfahl sich. AlS Records Wagen eine halbe Stunde später in der Rue Dupretl vor Eclair- Thür hielt, stürzte Morin hinauf in die Wohnung und rief: „Er ist da, Monsieur Robin, der Polizei-Wagen- rasch in mein Zimmer! Vor der Hausthür steht sogar Nationalgarde unter Lieutenant Longirard, dem Freunde des Herrn Rougimont!" „Ah," erwiderte Ernest, „nun geht mir ein Licht aus: das Alles danke ich unserem Buchhalter! Cvcile, Herr Rougimont ist mein Feind, der — auf Deine Hand speculirt!" „Der elende Feigling und Verräther!" rief da- junge Mädchen. „Wie ich ihn verabscheue!" Sie küßte Ernest znm Abschiede und Morm zog ihn durch die Zimmer mit sich fort. Als Monsieur Record eintrat, erklärte Cecile, daß Herr Ernest Robin vor Kurzem abgereist sei. „Wohin?" frug der Agent. Sie zuckte die Achseln und Record empsahl sich. Während die Nationalgardisten da- Eclair'sche Haus noch beobachteten, bestieg Ernest Robin, welcher seinen Weg mit Morin durch die Katakomben genommen hatte, schon vor der Matthieu'schen Wohnung eine Droschke und fuhr eiligst mit Morm nach Versailles zu, wo Monsieur Francois Lacro'x eine Sommerwohnung besaß. Ernest dachte während der Fahrt mit Grauen an die Katakomben zurück, an die engen Gänge voll Todtengebein aus alter Zeit! Stundenlang liefen sie unter der Altstadt von Paris hinweg. Man konnte sich darin verirren. Monsieur Lacroix hatte durch Morin schon Aufklärung au- Cöctles Munde erhalten- er nahm Ernest daher sehr , freundlich auf und sagte: „Wissen Sie, ich bin Republikaner wie Monsieur Praille. ES ist ein Unrecht, daß man die ausgewiesenen Deutschen derartig behandelt! Nicht einmal ihr Geld haben die Sparkassen auSgezahlt!" Ernest schwieg und dankte Herrn Lacroix nur suc die freundliche Aufnahme. In den nächsten Wochen sah sich das Brautpaar öfter. Eclair & Praille entließen bald darauf Rougimont und schloffen ihr Geschäft bi- auf bessere Zeiten. Der ränkevolle Buchhalter Rougimont hatte also durch seine Angebereien gegen Ernest Robin nicht- erreicht, ja er war sogar noch um seine Stelle gekommen. Wüthend ging er und schwur Rache. * Wenige Tage später gelangten die HiobSpoften von BazaineS Niederlage vor Metz, von der Schlacht bei Sedan und Napoleons Gefangennahme nach Parts. Eme napoleonische Regierung war so gut wie nicht mehr vorhanden, die Republikaner zogen demonstrirend durch die Straßen von Pari-, die Kaiserin mußte flüchten, die Republik wurde erklärt und da- napoleonische Kaiserreich war tote weggewischt. Leider rührten sich aber auch in Pari- alle unlauteren Elemente, die, bisher unterdrückt, später unter der Herrschet der Commune eine so traurige Rolle spielen sollten. Da die republikanische Regierung die deutschen Friedens« bedingungen nicht annahm und Elsaß nicht abtreten wollte, erschollen bald die Rufe: „Die Preußen marschiren auf Pari-!" „Pari- wird belagert?" „Da- ist unmöglich!" m n e „Wir find gut verproviantirt! An unseren Bollwerken werden sich die Preußen die Köpse einrennen!" (Fortsetzung folgt.) unbegründet, wie Nachrichten überhaupt, die zur Erreichung meist recht durchsichtiger, aber dem öffentlichen Jutereffe nicht dienender Zwecke auSgestreut werden. Berlin, 2. Januar. Dem „Kleinen Journal" zufolge hat es sich jetzt herauSgestellt, daß der flüchtige Rechtsanwalt Fritz Friedemann Wechsel gefälscht hat und zwar in der vorläufig constatirtea Höhe von 20,000 Mark. Doch ist eS nicht ausgeschlossen, daß noch weiteres Material in dieser Richtung zu Tage tritt. Berlin, 2. Januar. Ende des abgelaufenen JahreS ist Frau Dr. jur. Emilie Kempiu, Privatdocentiu für englisches und amerikanisches Recht an der Uuiverfität Zürich, in Berlin vor dem Amtsgericht I als Sachkundige für Ueber- tragung der englischen Rechtssprache ins Deutsche und umgekehrt, für sämmtliche Gerichte der Mark Brandenburg vereidigt worden. Offenburg, 2. Januar. In der hiesigen Sparkasse hat die vorgenommene Revision ein Deficit von 370,000 Mk. zu Tage gefördert. Wo daS Geld hingekommen ist, ist noch nicht aufgeklärt. Der Rechner der Sparkasse, Franz Bauer, ein sehr angesehener Mann, wurde verhaftet. Derselbe will von dem Verbleib deS Geldes, das in badischen Staatsobligationen angelegt war, nichts wissen, die gericht« liche Untersuchung wird wohl bald Licht in die dunkle Sache bringen. München, 2. Januar. Ein eigenartiges Vor- kommniß in der NeujahrSnacht bildet hier das Tagesgespräch. In der Gastwirthschaft zum „Pschorrbräu" befanden sich auch einige Soldaten und Unteroffiziere. Ein Unteroffizier stellte nun die Behauptung auf, einer der Soldaten habe ihn beim Verlassen des LocalS nicht vorschriftsmäßig gegrüßt, weshalb er den Soldaten zur Rede stellte. Als die Gäste für den Soldaten Partei ergriffen, begab sich der Unteroffizier nach der Hauptwache und erschien bald mit einer drei Mann starken Patrouille wieder im Local. Als nun die Gäste sich erhoben, offenbar, um zu sehen, was die Soldaten wollten, commandirte der Unteroffizier: Geladen! ES entstand eine große Panik. Zum Glück erschien der Polizeiwachtmeifter, welcher die Angelegenheit beilegte. Wien, 2. Januar. Sämmtliche Blätter geben in ihren farblos gehaltenen Neujahrsbetrachtungen lediglich einen Rückblick auf die Ereignisse des verflossenen Jahres und geben der Hoffnung Ausdruck, daß das neue Jahr die dunklen Punkte sowohl in der inneren wie in der äußeren Politik durch gegenseitiges Entgegenkommen mildern oder ganz verschwinden lassen werde. Wien, 2. Januar. Die „Pol. Corr." meldet auS Con- stanttnopel, daß der Polizeiminister die umfassendsten Vorsichtsmaßregeln getroffen hat, um etwaigen Ruhestörungen anläßlich der griechisch - armenischen Weihnachtsfeiertage vorzubeugen. Die Polizei und Gendarmerie ist bedeutend verstärkt worden. Venedig, 1. Januar. Die große Fabrik medicinischer und industrieller Oele, Levi, Dallafta & Co. ist ein Raub der Flammen geworden. Der Schaden ist sehr beträchtlich. Brüffel, 2. Januar. Fr^re - Orban ist heute früh gestorben. Die liberalen Blätter widmen in Extra-AuS- unben dem langjährigen Parteiführer der Liberalen warme Nachrufe. Paris, 2. Januar. Die Präfectur von Nancy ist gestern Abend in Brand gerathen. Bet den Lösch- arbeiten wurde durch einen herabstürzenden Kamin ein Feuerwehrmann getödtet und vier Soldaten verletzt. Loudon, 2. Januar. „Daily Graphic" läßt sich auS New-Uork melden, daß die Regierung von Venezuela mit den Vereinigten Staaten über den Ankauf von Waffen und Munition verhandle. 4Kanonen größten Kalibers find bereits nach dem Hafen von Maracaibo zur Befestigung desselben abgegangeu. Loudon, 2. Januar. Der StaatSsecretär der Colonien, Chamberlain, gibt in einem Telegramm an den Präsidenten Krüger der Hoffnung Ausdruck, daß eS diesem gelingen werde, die Feindseligkeiten tu Transvaal zu unterdrücken. Loudon, 2. Januar. Heute Vormittag ist hier die Meldung eingetroffen, daß Dr. Jameson an der Spitze seiner Truppen ohne Widerstand in JohanntSburg ein- gezogen ist. Birmingham, 2. Januar. Die hiesigen Gewehrfabrtken arbeiten Tag und Nacht an Waffenlieferungen für Süd-Afrika. Eine Firma verkaufte 20 000 Gewehre, eine andere 1000 Gewehre. Sofia, 2. Januar. Infolge von Schnee-Verwehungen ist der Verkehr auf den Bahnlinien Constan- tinopel-Philippopel gestört. Constaottnopel, 2. Januar. Nach Nachrichten aus Aleppo fanden am SamStag und Souptag in Orfa neue Unruhen statt. Loustautiuopel, 2. Januar. Auf das von den Botschaftern gestellte Ersuchen, die Herstellung des Friedens in Zeitun zu vermitteln, hat die Pforte noch nicht geantwortet, doch steht fest, daß die Pforte diesen Vorschlag ablehnen wird. DaS in voriger Woche hier verbreitet gewesene Gerücht über die Beschießung von Mersina durch ein amerikanisches Kriegsschiff entbehrt jeder Begründung. Es befindet sich zur Zett im Hafen von Merfina und Alexandre» nur je ein Schiff deS amerikanischen Geschwaders. WB. London, 2. Januar. Das „Colontallaud" veröffentlicht Depeschen, wonach die Boten RobtusonS Jameson zehn Meilen von ElandS River entfernt erreichten. Jameson mißachtete den Befehl, zurückzugeheu und setzte den Vormarsch ostwärts fort. DaS Gefecht begann gestern Nachmittag. Jameson wurde auS verschiedenen Stellungen verdrängt. Die Boeren nahmen 23 Verwundete, einschließlich 8 Offiziere, gefangen und begruben fünf Tobte. WB. Pretoria, 2. Januar. Reutermeldung. Die Regierung hat wettere Nachrichten empfangen, daß die Char- teriedcompanh Streitkräfte mobilisirt, um tu Transvaal etnzudringeu. KafferncommandoS sollen sich bereits in Transvaal, an der Grenze von Betschuanaland befinden. Der Orangefreistaat bereitet fich vor, den TranSvaalstaat zu unterstützen, er stellte ein Commando von 1600 BurgherS in der Nähe von BAllußeS auf. Die Eisenbahnlinie KrügerS- dorp-JohanneSburg ist aufgeriffen. Schließlich theilt der britische Agent in Pretoria mit, daß Jameson eine Niederlage erlitten. CocaUs nnö LrovLnzieller, Gießen, 3. Januar 1896. * ♦ Die psychiatrische Klinik, deren Uebergabe wir bis zum 15. d. MtS. schon meldeten, wird an dem Tage ohne jede besondere Feierlichkeit in Benutzung genommen. Zum Herbste, bis wohin auch daS hygienische Institut fertig gestellt sein wird, soll eine gemeinsame Feierlichkeit auS Anlaß der Errichtung beider Anstalten stattfinden, zu der auch der Großherzog sein Erscheinen zugesagt Hot. * ♦ Die Ergebnisse der Verwaltung der Großh. Braud- verficheruugskaffe vom Jahre 1893 verzeichnen als Hauptsumme der Einnahme 2511374.19 Mk., als Hauptsumme der Ausgabe 1312179.02 Mk., davon an vergüteten Brandschäden und Abschätzungskosten für die Provinz Oberhessen 488 637.05 Mk., für die Provinz Starkenburg 386 221.56 Mk. und für die Provinz Rheinhessen 278837.94 Mk. — Die Großh. Landesfeuer löschkafse hatte im selben Jahre eine Einnahme von 23 144 Mk. und eine Ausgabe von gleicher Höhe, darunter an Unterstützungen an verunglückte Feuerwehrleute in der Provinz Oberhessen 1171.65 Mk., Starkenburg 2961.86 Mk., Rheinhessen 1736.25 Mk., Bei- hülfen an Gemeinden und Feuerwehren zur Anschaffung von Ausrüstungs-Gegenständen in der Provinz Oberhessen 3291.98 Mk., Starkenburg 3100 Mk., Rheinhessen 2600 Mk., dem Landesausschuß Hessischer Feuerwehren Beitrag zu den Kosten der Geschäftsführung 300 Mk. • * Die deutsche» Alters- und JnvaliditatS - Berficheruugs- Anstalten bewilligten im Jahre 1894 neu: 33,442 Altersrenten, 44,397 Invalidenrenten. Vorhanden waren nach Abrechnung des Abgangs im Laufe des Jahres: 183,168 Altersrenten, 71,775 Invalidenrenten. Der DurchschiNSsatz der Altersrenten betrug 1894: 127,05 Mk., der Durch- schnittSsatz der Invalidenrenten 120,96 Mk. * * Volksbäder. In immer weiteren Kreisen unserer Bevölkerung hat fich in den letzten Jahren daS Bedürfniß nach einer Badeanstalt geltend gemacht, die eS den Angehörigen aller Stände ermöglicht, Jahr aus, Jahr ein, im Sommer wie im Winter, ihrem Körper die Reinigung und Abhärtung zu theil werden zu lassen, deren cr bcnöthigt, um gesund, kräftig und widerstandsfähig zu bleiben in dem immer mehr gesteigerten Kampf um's Dasein. ES ist diese in allen Städten Deutschlands erfolgte oder wenigstens erstrebte Errichtung von Bolksbädern keineswegs etwas will kürlicheS, keineswegs eine Ausgeburt des Luxus, nein, eS ist daS natürliche Streben, im Interesse der Gesunderhaltung unseres Volkes ein Gegengewicht zu schaffen gegen die nerven- und gesundheitzerstörenden Anforderungen, die erne stets höher strebende Cultur an alle Glieder des Volkes stellt, ein Jedem zugängliches Heilmittel bereitzustellen für die Wunden, die der stetig gesteigerte Wettbewerb gerade dem schwächsten Thetle der Gesellschaft schlägt, auch auS den untersten Schichten unseres Volkes die Würgengel zu verscheuchrn, die ganze Generationen dem Siechthum überantworten und jährlich Tausende wegraffen. „Die Reinlichkeit, wie ein vernünftiger Gebrauch von Bädern sie mit sich bringt, ist das beste DeStn- fectionSmittel und der wirksamste Schutz gegen ansteckende Krankheiten." (Dr. Fetzer.) „Für die Pflege der Haut zu sorgen, ist mit der Förderung unserer Gesundheit und unseres Wohlbefindens gleichbedeutend und indem wir sie im Kampf gegen die Außenwelt unterstützen, erfüllen wir eine dem einzelnen Individuum, wie der ganzen menschlichen Gesellschaft auferlegte Pflicht." (Dr. Holm.) Zur Zeit Difft bet dem größten Procentsatz der Bevölkerung noch der Ausspruch PeitenkoferS zu, der sagt: „Wir senden unsere Kleider ins Bad, aber die meisten lassen den Schmutz auf der Haut liegen." Wie kommt eS, daß große Bevölkerungskretse dieses so wichtige Organ deö menschlichen Körpers, die Haut, welche die Functionen der Wärmeleitung, der Absonderrng und der Athmung zu besorgen hat, in solcher Weise, wie dies geschieht zum großen Schaden der Menschheit, vernachlässigen konnten, Jahrhunderte lang vernachlässigt haben? Die Entartung der mittelalterlichen Badestuben, der Niedergang der gesammten Cultur infolge deS dreißigjährigen Krieges, Mißbräuche, die mit den Bädern getrieben wurden, haben den Werth der Bäder in Vergessenheit im Publikum gebracht. Ein niedriger Culturstand ließ daS Bedürfniß für die Bäder ersterben. DaS weibliche Geschlecht ist der Träger solcher hygienischer Gewohnheiten und gerade bei ihm fanden und finden die Bäder nicht die häufige Anwendung, wie sie eS sollten. DaS Baden war in Mihcredit gerathen und eS hat schwer gehalten, demselben in der öffentlichen Gesundheitspflege wieder den ihm gebührenden Rang einzuräumen. Ein zweiter Grund — der allerdings eine directe Folge der mangelnden Bedürfnisses war — liegt in dem Mangel an Bädern. „Wir hatten", schreibt ein Arzt, „bislang einen Ueberschuß an Badeorten, aber einen schreienden Mangel an Bädern, und zwar gerade in Städten, wo sie daS dringendste Bedürfniß darstellen, und Oskar Laffar hat ganz Recht, wen» er sagt: „Jetzt hat, zurückgeschreckt durch die Erbärmlichkeit der vorhandenen Anstalten und den unerschwinglichen Preis, das Volk zu baden, geradezu verlernt. Mit dem rationellen Angebot von Bädern aber wird fich die Nachfrage wieder mächtig steigern. Wenn eS eine sociale Frage von humanem und sittlichem Charakter gibt, in deren Beantwortung alle Parteien und Auffassungen übereinst mmen werden, so ist es die Popularifirung körperlicher Reinlichkeit durch billige Bader« eine Agitation, deren Träger zu sein, sich Jedermann zur Ehre rechnen sollte." Möchten diese Worte, wie in diele» anderen Städten unseres Vaterlandes, auch in unserer Stadt berechtigten Widerhall, das richtige Verftändniß finden. * * Jubiläum. Am 1. Januar vollzog fich in de» Comptoirräumlichkeiten der Firma Carl EmmeliuS hier- selbst in aller Stille eine finnige und erhebende Feier. Dieselbe galt dem silbernen GeschäftSjubiläum der Firma. Bon Seiten des Comptoirpersonals waren der Eingang nnd die Arbeitsräume der Firmeninhaber der Bedeutung des Tageentsprechend, auf daS Schönste geschmückt. Inmitten dieser finnigen Decoration prangte daS umflorte Bild des verstorbenen Gründers der Firma, Carl EmmeliuS. Nachdem Morgens von Seiten deS ersten kaufmännischen Beamten, Herrn Wilh. Käser, in pietätvoller Weise ein prallvoller Lorbeerkranz mit Widmung auf daS Grab desselben niedergelegt worden war, versammelten fich gegen 11 Uhr tas gesammte Comptoirpersonal und die Betriebsleiter der einzelnen Fabriken zur gemeinschaftlichen Beglückwünschung auf dem Comptoir. Herr Wilhelm Käser überreichte hierbei den jetzigen Inhabern der Firma, den Herren LouiS und Heinrich EmmeliuS, Namens deS Gesammtpersonals mit einer kurzen Ansprache je eine der Bedeutung deS Tage- entsprechende Adresse. Tiefbewegt dankten die Herren für die ihnen gewordene, von Herzen kommende und zu Herzen gehende Aufmerksamkeit. Herr LoniS EmmeliuS betonte dann weiter, daß auch die Mitarbeiter Antheil hätten an dem Emporblühen der Firma, was dankbar von ihnen anerkannt würbe, und als Beweis der Anerkennung und gleichzeitig als Erinnerung an den heutigen schönen Tag sei den Herren Wilh. Käser und Wilh. Stecker, welche bereits 20 Jahre den Interessen der Firma ihre Kraft gewidmet hätten, je eine prachtvolle Uhr zugedacht. Um aber den Tag voll und ganz im Sinne des verblichenen Gründers der Firma, der stets et» warmes Herz für seine Arbeiter gehabt habe, zu verleben, hätten sie fich entschlossen, am heutigen Tage zu Ehren des verblichenen Gründers der Firma eine Stiftung von Mk. 2 5,000 zu 4 Proz. verzinslich zu errichten, die den Namen Carl EmmeliuS'sche Stiftung führen, und deren Zinsenerträgniß zur Unterstützung von Arbeitern ihrer Betriebe bei unverschuldetem Unglück, Krankheit und dergl. dienen solle. Dankend und anerkennend wurde allseitig diese Mittheilung ausgenommen. Der weitere Verlauf der Feier ging in zwangloser Unterhaltung vor sich und zeugten diese Stunden so recht von dem Einvernehmen, welche- in der Firma Carl EmmeliuS zwischen Prinzipalität, vorgesetzte» und Untergebenen herrscht. * * Goethes Nachkomme». Die „Tägliche Rundschau" brachte kürzlich die Nachricht, daß mit dem Tode des am 27. o. M. verstorbenen Grafen Leo Henkel von Don« nerSm ark der letzte Nachkomme der Goelhe'schen Familie dahingeschieden, bemerkt aber dabei, daß de- Grafen von Donnersmark Mutter eine gebotene von Pogwisch, eine Schwester der Schwiegertochter Goethe-, gewesen sei. Es wird uns mitgetheilt, daß der ehemalige, hier verstorbene Gymnasiallehrer L. Textor, sowie der verstorbene Pfarrer Texlor in Ober - Berbach directe Nachkommen Goethes waren. Dem Ersteren entstammen zwei Söhne, nämlich der im vergangenen Jahre verstorbene Lehramtsassessor Wolfgang Textor, sowie der Dr. med. Textor, Assistenzarzt im städlischeu Krankenhause zu Darmstadt. Der Pfarrer Textor hinterließ drei Kinder, Bertha, Friedrich und Ida Textor, welche mit ihrer Mutter nach dem Tode des Vaters nach Gießen zogen und in der Ludwigftraße wohnen. Demnach leben mindestens augenblicklich noch vier Nachkommen Goethes. Auch in Oberrad soll, wie man unS versichert, bte Frau des GärtnereibefitzerS Deines ihren Stammbaum bi» auf Goethe zurückführen können. * * Der Gabelsberger Ste»ographe» Berei» Gieße» ernannte in seiner ordentlichen Haupt-Versammlung am 12. Dccember v. I. Herrn Wilhelm Wagner, Inspektor des GaS- und Wasserwerks in Vegesack, in Würdigung seines langjährige» erfolgreichen Wirkens für die Gabelsberger'sche Stenogrophie zum Ghren-Mitgliede. * * väcker-Ball. Wie alljährlich, feierte auch am Syl- vester-Abend der Bäckerverein „Frühauf" im Saale ces Casö 2etb seine Sylvesterfeier, bestehend in Coneert und Ball, und war die Festlichkeit, wie nicht anders zu erwarten, sehr gut besucht. Eingeleitet wurde daS Fest durch Csncertstücke und eine Polonaise. Der Höhepunkt des Festes wurde erreicht, als die Glocken der Stadtktrche das Jahr 1896 ankündigten,' und nach einer kräftigen Ansprache, gehalten vom Vorsitzenden, Herrn Hahn, gelobten fich die Theil- nehmer, auch im neuen Jahre fest und unentwegt zusammen zu halten, wie bisher. • • AaSlrag einer Wette. Die in Nr. 1 erwähnte Wette der beiden Metzgermeister hatte vorgestern eine Menge Gäste nach dem Poftkeller gezogen. Der eine der Wettende» war pünktlich zur Stelle, während derjenige, welcher den Gaul vorzuführen hatte, später einen Boten mit der Erklärnng sandte, daß sein Pferd behindert sei, im Poftkeller zu erscheine» und er infolgedessen seine Wette für verloren ansehe. Der Gegencontrahent schmunzelte darob nicht wenig und ließ de» Rest der nicht getrunkenen 40 Flaschen Wem in feine Wohnung schaffen. * ♦ Mordversuch. In der NeujahrSnacht versuchte der Taglöhner Betz von Garbenteich seinen alten Baler z» erwürgen. Er schlich sich zwischen 2 und 4 Uhr in die Wohnung, nahm einen Strick und warf diesen seine« ü» Bett liegenden Vater um den Hals. Der Baier griff »ach der Schlinge, sprang auf, an das Fenster und rief um Hilfe. Nachdem einige Leute hinzu kamen, ließ Betz davon ab und versuchte die Sache als einen Spaß hinzustellen. Der Staats- anwaltschaft wurde Anzeige erstattet. — Hessischer Haudmerkertag. Für den 26. Januar 1896 ist ein hessischer Handwerkertag in Darmstadt projectttt m't der Tagesordnung: Stellungnahme zum Handwerker- kammergesetzentwurf. ♦* Patent Srtheilusgen. Heizkörper mit Lustleitschaufeln, Zas. z. Pat. 83,291, H. Buderus, Hirzenhain, vom 5. 2. 95 ab. Zugminderungsvorrichtung anRegulieröfen, Zus. z. Pat. 78,221, H. BuderuS, Hirzenhain, vom 5. 6. 95 ab. Anzündevor- rlchtung für Gasöfen u. dergl., H. BuderuS, Hirzenhain, vom 14. 6. 95 ab. ♦♦ Gebrauchsmuster Eintragung. An Regulieröfen-Thüren durch Verschieben oder Drehen des Klinghakens und durch konischen Anlauf auf dem Fallriegel nachstellbarer Verschluß, Carl BuderuS, Lollar, 19. 11. 95. Zu Amerika verstorbene Hessen. B e l l e v i l l e, Jll.: Heinrich Mohrhard, 73 Jahre alt, auS Semd. — Chicago, Jll.: Valentin Ruh, 62 Jahre alt, aus Bür- stadt. — Gale na, Jll.: AgneS Bensch, geb. Kremer, 86 Jahre alt, auS Heffen-Darmstadt. — San Francisco, Cal.: - Dr. Georg Gerlach, 47 Jahre alt, aus Heffen- Darmstadt. — Washington, D. C.: Martin Becker, 72 Jahre alt, auS Gonsenheim. T Sich, 30. December. Gestern fand im Gasthof zum „Holl. Hof" dahier die General-Versammlung für die hiesige Pfennigsparkasse statt. In derselben wurde zunächst das GeschäftSergebniß vorn Rechnungsjahre 1895 mitgetheilt, nach welchem die Summe von 10988,60 Mk. eingelegt wurde, 871,80 Mk. mehr als im vorausgegangenen Jahre. Zurückerhoben wurden ungefähr 2000 Mk. Als Erheber für 1896 wurden die Herren Schreiner Vogt, Dachdeckermeister Schwenk und Schreiner Schmidt jr. bestellt, als Obererheber wird wieder Herr Schreiner Schmidt seu. fun- giren. Am Schluffe der Versammlung erstattete der Vorsitzende noch Worte des wärmsten Dankes sowohl dem Vorstände des hiesigen Vorschußvereins, wie auch den Herren Erhebern für die mühevolle und unentgeltliche Verwaltung der Pfennig- Sparkasse, ebenso wurde ein Beschluß des hiesigen Gemeinderaths dankend erwähnt, nach welchem das der Stadt gehörige Erhebungslocal nun auch noch auf Kosten der Stadt gereinigt und geheizt wird. § Ruppertenrod, 2. Januar. Für die hiesigen Octs- armen besteht in unserer Gemeinde die Al lend orf'sche und Philippi'sche Stiftung, aus der die Zinsen alljährlich am WeihnachtSfeft in Gestalt von Bictualien und baarem Gelde vertheilt werden. Diese Zinsen erhalten alljährlich noch einen Zuwachs an verschiedenen eingehenden milden Gaben und dem Betrag der Ortsopferbüchse. An diesem WeihnachtSfeft wurden 13 Arme m t Lebensmitteln und baarem Gelde in einem Werthe von 1—3,70 Mk. beschenkt. — Die Volkszählung ergiebt sür unsere Gemeinde einen Bestand von 733 Seelen gegen 772 der vorletzten Volkszählung. DaS kommt einem Rückgang von 5 Procent gleich. Im Zug nach den großen Städten liegt die Ursache dieser Verminderung der Einwohnerzahl. W. AuS der südlichen Wetterau, 30. December. Seit mehreren Jahren kommt auS dem Bayerischen, vom Speffart herüber, ein Taubstummer und heischt sich Gaben, welche ganz reichlich ausfallen. Der Taubstumme weiß seine Gebrechen durch Pantomimen darzustellen und versteht dadurch die Herzen zu rühren. Das geschah auch dieser Tage wieder und wer giebt nicht gerne zur Weihnachtszeit! Ein Freund des Schreibers dieser Zeilen merkie schon im vorigen Jahre, daß der Taubstumme ein Simulant sei, konnte aber keinen rechten Anknüpfungspunkt finden, um den Schwindler zu entlarven. Dieser Tage kam er wieder und wußte in förmlich theatralischer Weise Hunger und Frost pantomimisch darzustellen. Er wurde reichlich beschenkt und der Spender sprach zum Abschiede: „Armer Mensch, wie dauerst du mich. Wie lange bist du denn schon taubstumm?" „Von Jugend an?" war die klägliche Antwort — und schwabb! schwabb! saßen ihm je eine Maulschelle rechts und links auf der Wange. Mit Windeseile schob der Curirte von dannen über die nahe Grenze. Es ist nicht unmöglich, daß der Schwindler seine I Raubzüge weiter in die Provinz auszudehnen sucht, denn das Geschäft ging gut und war auch ohne Gewerbeschein leicht zu betreiben. Darum sei vor ihm gewarnt. n. Altenstadt, 2. Januar. Bei der hier abgehaltenen Wahl eineL Kreistagsabgeordneten wurde an Stelle des seitherigen Vertreters, des Herrn Bürgermeisters Braun von Oberau, Herr Karl Carl von Heegheim gewählt. — Wie gewinnbringend der Obstbau sein kann, haben wir hier wieder im vergangenen Herbst erfahren- denn etwa 40 000 Mk. wurden von den hiesigen Obstzüchtern für ihre allerdings sehr gesuchten Aepfel gelöst. Einzelne Baumstückebesitzer hatten eine Brutto-Einnahme von etwa 4000 Mk. Dem entsprechend find auch die Preise der Baumstücke sehr hohe. Doch dürfte auch hier die Baumpflege eine noch viel sorgfältigere sein. In den nach Südwesteu zu gelegenen Obstanlagen sind viele Bäume bis in die äußerste Spitze dicht mit Moos bewachsen, ohne daß bis jetzt irgend etwas dagegen gethan wird. Sauber abgekratzte Bäume sieht man leider selten. Groh Eichen, 2. Januar. Die Unsitte des Neujahrschießens, die übrigens gegen frühere Jahre ent» schieden in Abnahme begriffen, hat hier einen Unfall hervorgerufen. Ein hiesiger Bursche von 17 Jahren hantirte an einem geladenen Terzerol und hielt dabei die linke Hand vor die Mündung des Laufs. Plötzlich entlud sich die Waffe und Papierpfropfen und Pulver riffen dem unvorsichtigen Schützen das Fleisch von den Fingern, die die Mündung bedeckt gehalten. Der Verwundete mußte die Hilfe eines benachbarten Chirurgen in Anspruch nehmen. § Illnhausen (Kreis Büdingen), 30. December. Der Landwirth und Musikus Heinrich Reitz in dem nahen Reichenbach war gestern mit Häckselschneiden beschäftigt. Hierbei gerieth er mit der rechten Hand derart in die Häckselmaschine, daß ihm der Mittelfinger der rechten Hand total abgeschnitten, sowie der andere Finger gespalten wurde. § Bom höhere« Vogelsberg, 31. December. Seit heute ist hier Thauwetter eingetreten. Für das Wild ist dadurch eine bessere Zeit gekommen, denn seither bei dem hohen Schnee und dem starken Frost kamen die Hasen schon Nachts in die Dörfer und Grasgärten und suchten an den jungen Obstbäumchen zu nagen. Dadurch hatten die Hasen in unserer Gegend im vergangenen Winter bedeutenden Schaden angerichtet. Die Holzhauerei kann wieder ausgenommen werden. w. Darmstadt, 2. Januar. Wie wir a^s sicherer Quelle hören, ist an Stelle des nach Breslau gehenden Professors Dr. Paul Iörs der ordentliche Professor Dr. Biermann an die Landesuniversität Gießen berufen. Derselbe, ein Gelehrter Anfangs der 30er Jahre, ist erst kürzlich zum ordentlichen Profeffor ernannt worden. — Am 30. vor. Mts. verstarb dahier der Dr. phil. et theol. Karl Köhler, Ober Consistorialralh und Superintendent a. D. der Provinz Rheinheffen. WormS, 2. Januar. Die Handelskammer erklärt durch einstimmigen Beschluß, daß sie die Niederlegung des ausdrücklich nur zeitweilig übernommenen Vorsitzes durch den Reichstagsabgeordneten Freiherrn v. H eyl bedauere und daß der Rücktritt mit handelspolitischen Fragen nicht zusammen- hänge, wie dies außerdem die mit großer Mehrheit erfolgte Neuwahl des Freiherrn v. Heyl zum Mitglied der Kammer beweise.______________________________________________ Verrttifthter • Berlin, 30. December. Die Morgenblätter melden auS Liegnitz: Der Maler Adolf Zehrer, der vor zwei Jahren von der hiesigen Strafkammer wegen Majestätsbeleidigung zu vier Jahren Gefängniß verurtheilt wurde, ist vom Kaiser begnadigt worden. • Berlin, 2. Januar. Ein Rekrut vom Kaiser Alexander- Regiment wurde wegen grober Insubordination durch kriegsgerichtliches Urcheil zu schwerer FestungSstrafe verurtheilt. Derselbe hatte am 23. September v. I. beim Griffe-Uebe« dem Gefreiten plötzlich das Gewehr vor die Füße geworfen mit der Bemerkung, er sei blödsinnig geworden. Die ärztliche Untersuchung ergab die Haltlosigkeit dieser Behauptung. * Frankfurt a. O., 2. Januar. In der Sylvefteruacht explodirten in zwei Häusern des Beamten-WohuungS' Vereins je eine mit Pulver und Eisenstücken angefüllte Spreng- kiste. Die Explosion richtete in dem einen Fall geringen, im zweiten Fall gar keinen Schaden an. * Beutheu, 31. December. Bei einem furchtbaren Brande eines Petroleumlagers sind 400 Faß Petroleum und 300 Tonnen Heringe verbrannt- der Handlungsgehilfe Kohn sowie ein Soldat sanden den Tod in den Flammen. * Hildesheim, 29. December. In vorletzter Nacht find in dem braunschweigischen Dorse Hohenassel der Wittwe eines Oeconomen sür circa 45,000 Mark Werthpapiere gestohlen worden. Es ist anzunehmen, daß oer Dieb versuchen wird, die Papiere (Reichsanleihe, Eisen- bahnactieu u. s. w., deren Nummern noch nicht bekannt sind) auswärts zu versilbern.______________________ Anzeigers der Statt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag, den 5. Januar. Sonntag nach Neujahr. \ Arr der Siadttirche. Vormittags 9V, Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Ubr: MilitLrgottesdienst. PfarrerDingeldey. Abends 5 Uhr: Kandidat Corel! «us Lollar. Die Kinderkirche fällt aus. Nächsten Donnerstag Abend fallen die Bibelstunde und die Bereinigung der confirmirten weiblichen Jugend aus der MarcuS- gemeinde aus. , . _ ., , Nächstkünftigen Sonntag, den 12. Januar, wird Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäus gemeinde im AbendgotteSdtenst gehalten. I« btt JohauneAkirche. Vormittags 9>/r Uhr: Pfarrer vr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann Vorbereitung am Samstag, Nachmittags 31/* Uhr- Abends 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Montag, den 6. Januar, Abend« 8 Uhr, Bibelstlwde im Confirmandensaal der Johanneskirche: 1. Petrusbrtef, Capittl 3. Des Hauses Segen und der gottgefällige Wandel in der Welt- Pfarrer Dr. Naumann. Die Kinderkirche der LucaSgemeinde findet erst am kürütigeu Sonntage, den 12. Januar, Vormittags 11 Uhr, statt. Pfarrer Arn künftigen Sonntage, Ken 12. Januar, 1. nach Epiphanias, wird das Landes-MiffionSfeft gefeiert und hierbei in allen Gottesdiensten eine Collecte für die Heidenmission erhoben werden. Katholische Gemeinde. LSonnjtag den 5. Januar. Sonntag nach Neujahr. Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Von 5—7 Uhr wird ein fremder Priester Beicht Horen- Sonntag: Bormittags von 6«/8 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; , um 6V| Uhr erste hl. Meffe; „ um 7Vi Uhr Austheilung der hl. Communion; „ um 8 Uhr zweit: hl- Meffe; Vormittags um 91/, Uhr Hochamt mit Predigt; - Nachmittags um 2 Uhr Herz Jesu-Andacht. Nachmittags um 5 Ubr: Wiederholung des Weihnachtsspiels im Gießener Festsaal. ’S Salmiak Terpentin * ist die HL Lq_jJ6| LU HM hte. deshal IHM" Gut und billig "TWE kauft man eämmtliche Gemüse* und Obst-Conserven bei [10547] J, M. Schulhof. Nutzholz-Verkauf. Aus den Waldungen der Stadt Gietzen, 4—6 km von Gießen entfernt und an chaussirte Abfuhrwege angrenzend, soll das folgende, zu Schnitt-, Schwellen-, Bau- und Grubenholz rc. geeignete Eicheustamm- holz submisfionsweise vergeben werden: Schnitt- und Bau- und D i st r i c t Schwellenholz Grubenholz Stück Festrn. Stück Festrn. .Stadtmald 86 . . . 132 91,81 207 92,57 „ 84 . . . 19 9,99 164 51,24 „ 114 .. . 90 73,73 105 53,36 „ 76 . . . 138 107,16 146 64,06 „ 7 . . . 86 90,93 — — „ 8 . . . 105 104,96 — — Gegen Bürgschaftsleistung binnen 14 Tagen nach Genehmigung wird sechsmonatlicher Zahlungstermin und Abfuhrtermin bis zum 15. Mai 1896 festgesetzt. Die Offerten sind bis zum 20. Januar 1896, Vormittags 11 Uhr bei der unterzeichneten Stelle einzureichen, woselbst die Eröffnung stattfindet. Die Gebote können für das Schnitt- und Schwellenholz, sowie andererseits für das Bau- und Grubenholz im Ganzen und auch ab- theilung-weise eingelegt werden. Nähere Auskunft erthellen die unterzeichnete Stelle und die 6e- treffenden Forstwarte, zunächst Forstwart Brück dahier. Gießen, den 27. December 1895. Grobherzoglich Hessische Bürgermeisterei Gießen. 10747 Gnauth. AliceKochschule. Wegen Krankheit der Lehrerin kann die Kochschule nicht vor Montag den 20. Januar 1896 beginnen. _ . 192 Der Vorstand. Bekanntmachung. Das 5. Ziel Gemeindesteuer pro 1895/96 ist binnen acht Tagen bei Meidung des Beitreibungsverfahrens zur hiesigen Stadtkaffe zu bezahlen. Zahltage: Dienstag, Donnerstag, Samstag. Gießen, den 2. Januar 1896. _____________________Der Stadtrechner: Doepfer. 146 Bei öec yeute slattgefunvenen Verloosung oer Gemeinde OoUgauonen wurden gezogen: Lit. A. Nr. 87 mit Mk. 400 „ B. „ 33 „ „ 200. . Die Rückzahlung erfolgt am 1. April 1896 durch das Bankhaus I. Grünewald in Gietzen und unseren Gemeinderechner. Friedberg, 2. Januar 1896. Der Vorstand der isr. Gemeinde. 185 E. Loeb. _____ Oeffenlliche Aufforderung. Die Erbschaft der kürzlich verstorbenen Wittwe des Fabrikanten August Weidig zu Gießen, Katharina, geb. Weidig, ist unter der Rechtswohlthat des Inventars angetreten worden. Es werden daher alle, welche An- sprüche an fraglichen Nachlaß zu bilden haben, hiermit aufgefordert, solche binnen 14 Tagen dahier anzumelden, anderenfalls sie bei Ord- nung des Nachlaffes Berücksichtigung nicht finden können. Gießen, den 30. December 1895. Grobherzogliches Amtsgericht. Stammler. 144 GMdkvkrßkigkMg. Die nachstehende, zum Straßen- eigenthum gehörige Parcelle Flur VII Nr. 272 der Gemarkung Pohlgöns — 8550 qm soll Montag deu 20. Januar 1896, Vormittags UHeilweise bestimmt. 193 Geißler, Gerichtsvollzieher. w"e.“ Bären ist , _ , Neuenweg. Illd.ZchtabachoNachf., Ludwtgsplatz. Uhr. Achöohals, beim KaUprl. Patentamte geMCliützt. P. H. InhofTen, Bonn Hoflieferant Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Friedrich. Erste und größte Dampf- kaffeebrenneret in Bonn. Heute und morgen: Kuhfleiscb, »tcht ladenrein, pr. Pfd. 52 Pfg echt! gnerfgnnt wohlskhmelLcndfter n, im (M-- imiöx ßiMgster natnr- kicher Dohnen - Haffee gebrannter llMM stets vorräthig bei 180 Frau Schepers, ßirabenHr. 10. MFanter A Co., Hochheim edicinal-Champagner feinster, deutscher Sect für Gesunde u. Kranke, V« Fl. 1 Jt, i/s Fl. JL 1.70, Vi Fl. 3 JL empfiehlt F. Schott, 174 Bahnhofstr. 23, Giessen. Buchweizenmehl, Buchweizengrütze, frisch cingetrcffen. 175 J. M. Schulhof. Pa. Nasskohlen, „ Anthracitkohlen, „ Briquetts, KJeingemachtes Holz, fuhren» u. centnerwetse, empfiehlt billigst Heinrich Hof, 176____________Babnbofstraße 33. Hasen, frisch geschossen, empfiehlt I. Zörb Wwe., 189 Mäusburg 9. 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Avril 1896 zu oermiethen; ferner ein Stall iür 2 Pferde auf sofort__________ Familien-Wohnungen in allen Größen und Lagen weist ausführlich n ich der Gießener WoynungS nachweis. babnbofstraße 11.__50 36] Durch Wegzug von Frau Eanzleirath Dörr ist Goethefiratze 32 der mittlere Stock per 15. April 1896 zu oermiethen.__ 149] Arankfnrterstraße 11. 2 Tr. hoch, geräumige Wohnung, 5 Zimmer und 3 Kammern, Bleickplatz, perl. April zu oermiethen. Zu erfragen Parterre. 35] Ein gut möblirteö Zimmer zu vermieden. Bahnhofstraße 15, 2 Tr- 187] Großer gewölbter Keller per. 1. April ds. Js. zu oermiethen. Näheres Exped. d. Bl. unter Nr. 187. Vermischte Anzeige«. Meinen Mttmeistchm, welche an Magendeschwerden.Verdauungr- schwache, Appetitmangel rc. leiden, theile ich herzlich gern und nnentgeMich mtt, wie sehr ich selbst daran gelitten und wie ich hiervon befreit wurde. Pastor a. D Kypke in Schreiberhau, (Riesengebirge). [169 CZ3 3/1. A. S‘/2 U. Obl. Bal 159 Gen. V. d. W. u. W. K Nebenverdienst Mk. 3600 jährlich festes Gehalt können Personen jeden Standes, welche sich in ihren freien Stunden beschäftigen wollen, verdienen. Off. u. „W. X an 6 L Daube & Co., Frankfurt a. M. 168 Giessener Concertverein. Drittes Concert (105. Vereinsjahr) Sonntag d. 12. Januar 1896, Abends 5 Uhr, im grossen Saale des Gesellschaftsvereins. Ausführende: Heinrich Grünfeld (Cello), Kgl Hof-Cello-Virtuose, Berlin. Max Pauer CClavier). Professor am Conservutorium in Cöln, Grossh. Hess. Kammervirtuos. .Florian Zajic (Violine), Grossh. Bad. Kammervirtuos, Berlin. Programm: 1. Trio D-dur op. 70 No. 2 L. van Beethoven. Poco sostenuto. Allegro ma non troppo. Allegretto. Allegrettoma non troppo. Finale. Allegro. 2. a) II. Satz a. d. E-moll-Concert D. Papper. b) La Cinquantaine Gabriel Marie. c) Guitarre M. Moszkowski. Herr Hch. Grünfeld. 3. a) Lied ohne Worte F. Mendelssohn. b) Etüde F. Chopin. c) Etincelles M. Moszkowski. Herr Max Pauer. 4. a) Romanze M. Bruch. b) Polonaise Wieniawski. Herr Florian Zajic. 5. Trio B-dur F. Schubert. Allegro moderato. Andante un poco mosso Scherzo (Allegro). Rondo. Allegro vivace. Der Concertfliigel von Bechstein ist aus dem Lager des Herrn Wilh. Rudolph hierselbst. Eintrittskarten für Nichtmitglieder zu Mk. 2.50 (Sperrsitz Mk. 3.50) sind bei Herrn Emst Cballler (Rudolphs Nacbf.), für Studirende bei Herrn Hausverwalter Storck in der Aula zu ermässigtem __Preise zu haben. 183 Zum sofortigen Eintritt ein Reisender D für den Besuch von Privatkundschaft in Stadt und Land gesucht. Schrift« ilche Meldungen unter X. 365 nimmt die Exped. d. Bl. entgegen. 195] Mädchen können gute Stellen erhalten durch Frau Teybicke, ________________Babnbofstraße 43. 153} Ein braves MLdche« für leichte Hausarbeit gesucht. Schillerfiraße 27. 164] Ein zuverlässiges LaufmLdchen für die Vormittagsstunden gesucht. Frau Dr. Haverkor«^ Moltk-straße 5. 65] Eine tüchtige Lavstran sofort gesucht.__________Liebigstraße 55, 11. Schriftliche Arbeiten jeder Art werden übernommen und bestens ausgeführt, insbesondere auch die Abschrift von Eollegheften- Näheres in der Erp. dss. Bl- 151] Ein Mädchen vom Lande sucht Stelle in besserer Familie- Gute Behandlung wird hohem Lohn oorgewgen. Off. unter A. L. 25 an die Exv'd- d- Bl. 166] «eitert Ara« welche Liebe zu Kindern hat, wünscht tagsüber entsprechende Beschäftigung; es wird in erster Linie auf gute Behandlung reflectirk. Zu erfragen in der Exped. d. Bl. IflV* Wer schnell und mtt geringsten ^kosten Stellung finden will, verlange per Postkarte die »Deutsche Bacanzen- Post" in Gtzttnge« a. «. [6026 Volksversammlung. Sonntag den 5. Iannar 1896, Nachmittags 412 Ahr, im Saale des Kotes Hinöorn: Allgemeine Volksversammlung. Vortrag des Herrn Baumeister G. Wolff aus Halle a. S. Zu zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein ss Der vorbereitende Ausschuß. (iS Gießener Ruder-Gesellschaft. In der am Samstag den 4. Januar, Abends 9 Uhr, im Saale des „Hotel Einhorn" stattfindenden General-Versammlung findet, gemäß § 21 der Statuten, auch die Wahl zweier Hertreter der passiven Mitglieder zum Vorstände statt und laden wir unsere oerehrl. pafltuen Mitglieder hierdurch ein, von .ihrem Wahlrechte hierbei Gebrauch machen zu wollen. 1^0 Der Borstand. BENEDICTINE de F ABB AYE de FECAMP (Seine-Inferieure) Frankreich Der beste aller Xäqueure. Aerztlich empfohlen. Man verlange immer am Fusse jeder Flasche die viereckige Etiquette mit der Unterschrift des General-Directors: I^In^Glesaen zu haben bei: Emil Fischbach, Seltersweg 24. HASS HOTTEMROTH, Generalagent, HAMBURG. Familien-Drucksachen (Gebnrtfl-, Verlobung*-, VennählnngB-Anselg8a, Tranerbriofen etc.) eupfiehh sich die BrubPsche Druckerei JL Xdnilstratse 7. 0- 9 50 o Q * 3= N ZV H L = CL 9 3 3 i $ | r L ’S p o / ä -3 3. « 3 = 5 B • b S? ® a •e O ° ff ? ? » Q oc 5 8 •3 S "® Z / Ananas, Apricosen, Birnen, Erdbeeren, Kirschen, Melange, \ Mirabellen, Nüsse, Pflaumen, Pfirsiche, Reineclauden, Stachelbeeren n. s. w. j— Ö3 02 « CL O Billiger und besser als frische, empfehle eingemachte Gemüse u. Früchte aus den bedeutendsten Fabriken, wie Moitrier, Lampe, Koch u. s. w. Dadurch, dass ich am hiesigen Platze die weitgrössten Quantitäten hiervon beziehe, bin ich in der Lage, dieselben zu aussergewöhnlich billigen Preisen abgeben zu können. Emil Orbig, 9934 Bahnhofstrasse 30. Prinzess-, Perl-, Wachs-, Schnitt-, Kern- und dicke Bohnen, Erbsen, / < Carotten, Erbsen mit Carotten, Gemischte Gemüse, Stangen- / -s\. und Breohspargel, Teltower Rübchen. /g- g Coursbericht VSK «I.Knrz Giessen, SahNi'ISttft Frankfurtsr 5ör< vom 2. Januar 1896 3«/b°/« Deutsche Rrichsene. 104.9 4Vb6/s Oesterr Silberrntte 84.60 3°/y Prrr'ß- Eonlols 99.90 49/p Ung. Aoid'Rente 102 60 SVt3/' Äst Hessische Obl 104.10 3°/o Portugtrim 96 03 4°/c Stellst Darmstadt v. 1891 10320 6 0/1 Mexicaner 89.00 4% , WormS mif. 6. 1901 1C5 50 *a/c Monopol-Griechen m*i 1887 31.C0 S°/o Dfflm Htaattil's:? v. 13Üf- 89 3 1 4°/0 Eisend. Reniaib. CM 102 45 3«/» 3t«I. flactiftar. Etsmh. 52.4015 e/0 Buderus Obl. 101.60 Wh Kraaksurrer Hpo. BL. 101.00 3i/i 6/c Frks. Hpp. Grcb. B 101.(0 40/0 D«tsche 101 53 3«/po/vPreuß. Hyp.A. Bk.uoU.1905 10. 50 4o/o Pomm.Hvp.SEk.mik b 1904 106 60 4o/o Franks Lanbw. ®reh. Bk 108.00 Darmst. Vk.-Actie» 20 Frankm»SL En gl. SovereignS Dollars <ä Gold Blinbroorfo 156.401 Deftar. Eredtt-Actten Brief 16.20 Geldforto«