STÄ A-nXntz- fef <*Äi S!r. 233 Der f4e*tt Zeitiger ! k»scheint täglich, ick Ausnahme de» Montag». Vie Gießener ßA«ttie«ötL1ter »rdcn dem Anzeiger Bchmtltch dreimal ßeigelegt. Erstes Blatt. Samstag dm 3. Oktober____________________ Meßmer Anzeig er Kenerat-Mnzeiger. 1S9Ö vierteljähriger 2 Mark 20 Psg. mir vringerlobn. Durch die Post bezog«» 2 Mark 50 Pf,. Aedaction, Gxpeditt«^ und Druckerei: Kchutstratze Fernsprecher 5L chten. «r M Star 8t '•Stptembninoyk) Ä ""em Rechts 5au^-$>lea[ir 8 eani für sij '%■ b."5r iS*»*» Mehlen wir JS ''ft1"11 UBb !' .duchhindlling § ? nimmt Bchillu ) 0en Srolfttmifc ion en-Havi MM, . veims ÄoftU m st wrmWR. I» Hti bvvmß» M LoO 1U KTE 1. Dich, Sditymr udtttatSKIMi ntt SubtW. Mnr- Oforl jU K* ich Werdest^ d fc NHererMch inM. UP gorrtbor, i, an rubiflt z- «voll viel« fteundl-WohM 5(fi5n m8bl 3^, MMur^ zu perai. Freundlich # M todtnein*^ jtaSigS*' , 1° TiTW -Ä* a' 8gr»i«^ Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gieren. Alle Annoncen-Bureaux deS In» und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Hralisöeikage: Kießener Jamilienötatter Innahm« von Anzeigen zu der Nachmittags für d« ßlgend« Lag erscheinenden Nummer bis vor«. 10 Uhr. Hmtlid?»» Tbeil. Bekmmtmachmlg, Getreffeud: die Maul» und Klauenseuche zu Großeu-Buseck. Nachdem die Maul« und Klauenseuche zu Großen» Hvs« ck erloschen ist, werden die angeordueteu Sperrmaßregeln Wsze hoben. Gießen, den 1. October 1896. GroßherzogltcheS KreiSamt Gießen. v. G a g e r n. _______________________ Gießen, den 1. October 1896. Met».: Die Ausführung des Gesetzes über die Gehalte der BolkSschullehrer vom 11. April 1896. Die vntzh. Kreis-Schulcommisfion Gießen au die Schulvorstände des Kreises. Wir erinnern Sie an die umgehende Erledigung unserer luftige in rubricirtem Betreff, soweit Sie damit noch im Rückstände find. v. Gag ern.____________________ Neueste Nueb^lehtE telegraphisches «orrespondevz-Burra». veriiu, 1. October. Die SouderauSstellung „Kairo" "ßrabstchtigt den Betrieb noch eine kurze Zeit über den 16. Oktober hinaus aufrechtzuhalten. Eine Entscheidung der sir die Ertheilung der Erlaubniß zuständigen Behörde liegt aod) nicht vor. Von einer Verlängerung der Concesfionen >fir alle übrigen SonderauSstellungen und Betriebe innerhalb irr Ausstellung ist an amtlicher Stelle nichts bekannt. Während irr Kett nach dem 15. d. M. bleiben auf dem AuSstelluvgS- ttruln nur für die mit dem Abbruch der Baulichkeiten be- sLSfttgten Arbeiter Schankräumltchkeiten bestehen. — Die -rstchtigung des Tunnels der Untergrundbahn durch M Publkkum ist nunmehr von der Behörde freigegeben auf rine Strecke von 120 Metern. Der übrige mit Preßluft Mllte Raum, welcher zum Arbeiten benutzt wird, darf vom InbLltum nicht betreten werden. Berlin, 1. October. Die internationale Kunst» lusstellung wurde gestern mit einer Rede des CultuS» miffters Dr. Sofft feierlich geschloffen. Berlin, 1. October. Der „Post" zufolge ist Professor vu BoiS-Rehmond in Potsdam ziemlich schwer erkrankt. Berlin, 1. October. Wegen Fälschung von Luther» lutographen in der Bibel und anderen religiösen Büchern U dem Zeitalter Luthers find die Eheleute KyrteleiS |itt verhaftet worden. Sie haben die gut gelungenen Falsifikate hier und in anderen Orten Deutschlands, Italiens inb der Schweiz in großer Anzahl zu hohen Preisen abgesetzt. Rom, 1. October. Die „Agenzia Stefani" meldet, daß iir Hochzeit des Prinzen von Neapel und der Prinzessin hü, ne am 24. Oktober stattfiudet. Paris, 1. Oktober. Während des hiesigen Aufenthalts W Kaisers von Rußland wird die Pariser Garnison n 8000 Mann Infanterie und 1600 Manu Cavallerie aus irr nächsten Armeecorps verstärkt werden. Konstantinopel, 1. October. Das in Philtppopel er» -steinende türkische Blatt „GHairat" wurde wegen seiner rch'rnfkindlichen Haltung in der Türket verboten. Dsvssch« M »mt«b Aetlin, 1. October. Ueber den Tag der Abreise itß Kaisers von Rominten waren bis gestern Abend noch fchu endgiltigeu Bestimmungen getroffen. ES ist nicht aus» «schloffen, daß der Kaiser bei dem inzwischen eiugetretenen ul«« Wetter noch einige Tage in Rominten verweilt und ich in der nächsten Woche wird er sich dann nach HubertuS» fick begeben. — Die Kaiserin reist heute Abend von SiSaholz nach Plön und von dort über Hamburg nach Btrltti, wo fie wahrscheinlich morgen früh gegen 7 Uhr im siiwen PalaiS aulaugt. Berlin, 1. Oktober. Der Buudesrath trat heute |i Heiner ersten Sitzung zusammen. ES wurde in derselben Irr Antrag Preußens, betreffend die Abänderung der Ge» tir:beordnung, ferner der Entwurf eines Gesetzes über die lbSnderung der Arbeiterverficherungsgesetze und der Ent» bmf der Bestimmungen über die Führung der Börfeu- nMer, sowie die Aufstellung der Gefammtliste, den zu» fSnidigen Ausschüssen überwiesen. Von der Vorlage, betr. iie Regelung der Thronfolgerfrage im Fürstenthum Lippe, i°mde Kenntniß genommen. aSptrant Ludwig Müller aus Stockstadt unter Belassung auSzahlsng. die provisorische Offenbach Louise bahu-Arbeiteru solidarisch zu erklären. Brüx, 1. Oktober. In dem hiesigen Revier ist der Strike auch heute noch in der Zunahme begriffen, ebenso werden die Gewaltthaten seitens der ausständigen Bergarbeiter fortgesetzt. Dagegen ist eS im Töplitzer Revier ruhig. In osficteller Form haben die Arbeiter noch keine Forderung gestellt, iudeß werden von ihnen unter der Hand drei Wünsche geltend gemacht, nämlich: achtstündige Schicht, CocaUs mtfc prwhtjieUw« Sieben, den 2. Oktober. Kirchliche Dienstuachrichteu. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgft geruht, der durch die Decanatsshnode des Dekanats Zwingenberg für den Rest der im Jahre 1898 ablaufenden Wahlperiode vollzogenen Wahl des evangelischen Pfarrers Friedrich AutheS zu Bensheim zum Decan und des evangelischen Pfarrers Karl Matthes zu Jugenheim a. d. B. zum Stellvertreter deS DkcanS des DecanatS Zwingenberg die Bestätigung zu er» theileu. Schuldienst Nachrichten. Am 26. August wurden die von dem Herrn Fürsten zu Jsenburg-Btrstein auf Lehrer- stellen an der Volksschule zu Offenbach präsentirteu Schul» amtSaSpirauten Herw. DebuS auS Bretzenheim, Georg Fuhr aus Heldenbergen, Adam Geiß aus Birkenau und Eduard Sander aus Bingen für diese Stellen, — an demselben Tage wurde der von dem Herrn Fürsten zu Löwen- Pari», 1. Oktober. Gestern find die ersten franco- russischen Fahnen an den öffentlichen Gebäuden zu« Vorschein gekommen. Dem „Matin" zufolge wird das große Feuerwerk, welches zu Ehren deS Zarenbesuches vom Eissel- thurm, von der Jena>Brücke und von den Usern der Seine abgebrannt werden wird, alles bisher Dagewesene übersteigen. Belfast, 1. October. Bei Einschiffung von Truppen entstand gestern ein Crawal l mit der Volksmenge. Letztere bewarf die Truppen mit Steinen. Die Polizei zerstreute die Menge nach heftigem Kampf. Ein Polizist wurde schwer verwundet. Athen, 1. October. In der Provinz Kandia ver- brannterrTürken zwei christliche Dörfer. Zwischen den Einwohnern der Dörfer und den Türken kam es zum Kampf, wobei eS auf beiden Seiten viele Tobte und Ver» wundete gab. Der österreichische Consul in Kandia erhob auS diesem Anlaß Vorstellung beim Vali, welcher daraufhin die Ausweisung der Anstifter verfügte. Berlin, 2. Oktober. DaS auf Charlottenburger Boden befindliche neue Berliner Theater, welches sich Theater des Westens nennt, ist gestern Abend vor geladenem Publikum eröffnet worden. In der ersten ProfcentumS- löge waren Prinz und Privzesfin Aribert von Anhalt erschienen. Zur Aufführung gelangte „Tausend und eine Nacht", deffen Text von dem Dänen Holger Drachmann ist. Trotz der guten Darstellung vermochte das Stück nicht zu feffeln. Der Erbauer des Theaters, Baumeister Bernhard Schring, wurde am Schluffe der Vorstellung wiederholt gerufen. Das Theater faßt gegen 1800 Personen. Berlin,2.Oktober. Der uationalliberalePartei» tag tritt heute Abend hier zusammen. Die Zahl der zu i erwartenden Delegirten wird aus 450 bis 500 angegeben. Die „Nat.-Ztg." sagt zu dem Parteitag heute unter Anderem . Mehrfach ist die Frage aufgeworfen worden, ob wir unter unseren näheren Gefinnungsgenossen eine Sezesfion ins Auge gefaßt haben. Wir erklären wiederholt, daß dies nicht der Fall ist. Wir können uns von einer neuen kleinen Fraktion keinerlei Besserung des liberalen Parteiwesens versprechen. Wien, 2. Oktober. Der Vicepräfident des Herrenhauses, Prinz Alexander von Schönburg, ist gestern Abend gestorben. c Prag, 2. Oktober. Die Gesammtzahl der Strikenden ist auf 6500 Personen angewachsen. Auf dem Jupiter» schacht fanden Excesse statt. Vielfach wurden die Beamten mißhandelt. Die Mehrzahl der Belegschaften erklärt, daß sie nur auS Furcht vor Mißhandlungen nicht einfährt. Die Rädelsführer der Brixer Exzesse wurden verhaftet. Konstantinopel, 2. Oktober. Die in Liverpool gehaltene Rede Gladstones gegen die Türkei machte hier ungeheures Aufsehen. — In Wau find neue Unruhen aus- gebrochen. — Im Gelände der „Detti publique" entstand Nachts beinahe eine Kesselexplofton- dieselbe wurde rechtzeitig verhütet. — Der gesürchtete 30. September, der Jahrestag der vorjährigen armenischen Demonstrationen, ist ohne Störung verlaufen. fteiu-Wertheim Rosenberg und dem Herrn Grafen zu Erbach- Schönberg auf die 2. Lehrerstelle an der evangel. Schule zu Lützel-WiebelSbach, Kreis Erbach, präsentirte Schulamts- " ‘ für diese Stelle bestätigt,- — am 16. September wurde Lehrerin an der höheren Mädchenschule zu Berlin, 1.October. DaS neue LehrerbesoldungS- । gesetz ist jetzt im CultuSministerium fertiggestellt worden und wird in diesen Tagen dem Finanzminister zur Prüfung der stnaoziellrn Seite zugehen. Den Gegnern der ersten Vorlage werden in dem neuen Entwurf verschiedene Eon- ceffionen gemacht. DaS CultuSministerium will zunächst alles aufbieten, um dem Gesetze im Abgeordnetenhause eine große Mehrheit zu fichern und daun mit der Autorität dieser Mehrheit die Vorlage im Herrenhause einzubriugen. Berlin, 1. October. Der einjährige Urlaub deS Prinzen Heinrich von Preußen ist mit dem heutigen Tage abgelaufen, so daß er nunmehr zum ersten Male als Contre-Admiral iy der Flotte Dienst thun wird. Wie der „Post" zufolge verlautet, wird Prinz Heinrich in den nächsten Tagen den Befehl über die zweite Division des ersten Geschwaders übernehmen, die bisher von dem Contre-Admiral v. Arnim geführt wurde. Berlin, 1. Oktober. Die Verhandlungen des in den nächsten Tagen zusammeutretenden national liberalen Parteitages werden nicht öffentlich sein, sondern geheim gehalten werden. Berlin, 1. Oktober. Wie die „Poft" erfährt, ist im Fiuauzmiuistertum ein Gesetzentwurf, der die Errichtung von Fideicommifsen erleichtern soll, weder vorbereitet, noch in Vorbereitung. Die Bildung von Fideikommissen fei Sache deS Justizministeriums, das mit dem LaudwirthschäftS-Ministe» rium ins Einvernehmen zu treten hätte. Eine durchgehende Erleichterung der Ftdetcommiß-Bildung dürfte kaum em- pfohlen werden. Berlin, 1. October. Die Ankunft des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe in Berlin erfolgt, wie jetzt feststeht, am nächsten SamStag. Berlin, 1. Oktober. Der Ausschuß des Central» Verbandes deutscher Industrieller trat gestern zu ' einer Sitzung zusammen. Ueber den Entwurf des Handelsgesetzbuches referirte General-Cousul Ruffel. In einem einstimmig angenommenen Anträge bezeichnet der Ausschuß den Entwurf deS Handelsgesetzbuchs als eine durch das bürger- ltche Gesetzbuch nothwendtg gewordene wohlgelungene Arbeit. Die etngegangeneu Abänderungs- und Ergänzungsvorschläge sollen der ReichSregieruog zur Berücksichtigung überwiesen werden. General-Secretär Buecker erstattete sodann den Geschäftsbericht. Er sprach dem Auswärtigen Amt für daS der Industrie bewiesene Entgegenkommen seinen Dank auS. Auch in der russischen Grenzfrage habe daS Auswärtige Amt feine Bereitwilligkeit zur Vermittelung erklärt. Die Vortheile auS dem Handelsverträge mit Rußland feien zu bedeutend, um einen Zollkrieg als empfehlenSwerth erachten zu können. Zum Schluß wurde noch über die Handwerkerfrage und das Handelskammergesetz referirt. Schneidemühl, 1. October. Durch eine große Feuers- b runst wurde die Hälfte der Ortschaft Stahr en (Posen) eingeäschert. 25 Gebäude, die ganze Ernte und viel lebendes und todtes Inventar wurde vernichtet. München, 1. October. Unter ungeheurem Zudrange des Publikums begann heute Vormittag vor dem hiefigen Schwurgericht die Verhandlung gegen den Maurer Johann Berthold wegen Verbrechens des dreifachen Mordes, Raubes und Diebstahls. Wegen der voraussichtlich laugen Dauer der Verhandlung find zwei HilfSrichier, ein Ergänzung-- Secretär und drei ErgLnzungSgeschworene vorgesehen. Die Anklage vertritt der Erste Staatsanwalt Schlicht, die Ver- theidigung ist in den Händen des RechtSanwaltS Dr. v. Pannwitz. Unter den anwesenden Journalisten befinden fich viele auswärtige. Im Ganzen find 216 Zeugen und 10 Sachverständige geladen. ES kommt zunächst die Anklage wegen Diebstahls zur Verhandlung, bet welcher fich Berthold in Widersprüche verwickelt. Wien. 1. October. Die Werkstätten-Arbeiter der StaatSbahn Gesellschaft beschlossen in einer gestern Abend abgehaltenen Versammlung wegen der ablehnenden Haltung der Direktoren den Strikt fortzusttztn. Dit Arbtittr in der Smichower Maschinenfabrik, in welcher dit Staats» tisevbahn Ihre Pragtr Rtparaturtn voruthmen wollte, weigerten fich, diese Arbeiten auszuführen, um fich so mit den Staat-- drei Wünsche geltend gemacht, namuch: achlsiunoigk । Jochem zur Lehrerin an dieser Schule, unter Belastung Selbstverwaltung der Bruderladen und wöchentliche Lohn- in der Kategorie der BolkSschullehrerinnen, ernannt- — au 1 demselben Tage wurde dem SchulamtSaSpirauttn Wilhelm Heß an« Pfungstadt eine Lehrerstelle an der Gemrivdeschute zu Roßdorf, Kreis Darmstadt, übertragen. • • kmmgelifche Laudelftznode. Die 10. Sitzung der fünften ordentlichen evangelischen Landessynode findet am 13. Oct ob er, Bormittag- 10 Uhr, statt. • • Schwurgericht. Die Anklage gegen Feist Sommer von Lrainfelb ist nun erhoben. ES handelt sich um Meineid, Betrug und Untreue — nicht aber um Wucher. — Die Verhandlung findet nächste Woche vor den Geschworenen statt. * • Stadttheater. Unter der Direction Kruse-Helm wurde gestern die Theatersaison eröffnet. Abweichend vom üblichen Gebrauche, ein Lustspiel als Eröffnungsstück zu bieten, wählte die Direction ein Schauspiel, „Der Hütten- befitzer" von G. Ohnet, ein Stück, deffcn sich bietende Schwierigkeiten in der Gestaltung und Verkörperung der darin vorkommenden Lharactere unsere- Erachten- ein Wagniß für ein neu geschaffene-, zum ersten Mal actirende- Personal ist. Die Wiedergabe bekundete jedoch ein fleißiges Ein- studiren und flotte- Spiel. Auf die Leistungen der Darsteller und Darstellerinnen näher einzugehen, behalten wir uns nach Aufführung weiterer Stücke vor. — Heute, Freitag Abend gelangt Mosers Lustspiel „Der Hypochonder" zur Aufführung. * • Verhafteter Betrüger. Ein von Stuttgart und Gießen aus verfolgter Betrüger Heinrich Burchatz aus Nieder« ziffen bei Koblenz wurde von der Darmstädter Polizei festgenommen. Er hatte Abonnenten für eine sogen. Wettertafel aufgesucht, die angeblich in der Ernst-Ludwigstraße in Darmstadt angebracht werden sollte und thatsächlich einige Abonnenten erhalten, die je 20 Mk. Anzahlung leisteten. E« besteht kaum ein Zweifel, daß Burchatz auch an anderen Orten derartige Manipulationen au»führte. ** Landwitthschaftliche Vereine des GroßherzogthumS Hesien. Als Generalsecretär des LandeSauSschuffeS der land- wirthschaftlichen Vereine im Großherzogthum Hessin ist Dr. Müller-Alzey, bisher Secretär des landwirthschaftlichen Provinzialverbandes für Rheinheffen, berufen worden. Der Landesausschuß der hessischen landwirthschaftlichen Vereine hat gegenwärtig vor Allem die Förderung deS genoffenschast« lichen Kornverkauss und die Belebung und Unterstützung einer rationellen Rinderzucht, besonders im Odenwald und im Vogelsberg, als Aufgaben in Angriff genommen. Der bisherige Generalsecretär Dr. Rodewald ist zum General- secretär der ostpreußischen LandwirthschafSkammer gewählt worden. W. Aus der Wetterau, 1. October. Die Jägerwitte- rung-regel: „Wie der Hirsch zu Aegidi (1. September) in die Brunft geht, so geht er nach vier Wochen wieder heraus", hat sich bestätigt; am 29. September (Michaeli) bekamen wir trockene, sonnige Witterung, die bis heute angehalten hat. Das letzte Grummet kommt nach Hause — allerdings schwarz und mulwerig. Alle Kräfte werden eingesetzt, um die Kartoffeln nach Hause zu schaffen. Sie haben sich besser gehalten, als nach der vier Wochen anhaltenden Nässe befürchtet werden konnte. An kranken Knollen fehlt ti natürlich nicht. An Wirsing unb Weißkraut tauchen erst jetzt die Rrupen des Kohlweißlings auf. Die Dick- wurzeln haben eine seltene Stärke erreicht. Das Obst, selbst das gebrochene, fängt an zu faulen, eine Folge der langandauernden Näffe- die Hausfrauen werden darauf aufmerksam gemacht, recht oft ihre Vorräthe durchsetzen zu taffen, sonst müffen sie Schaden befürchten. Q Groß Eichen, 1. October. Nachdem im August d. I. die Molkereigenoffenschast Nieder-Ohmen in dem früheren Jughardt'schen Fabrikgebäude dahier eine Rahmstation zu der in Nieder-Ohmen befindlichen Molkerei eröffnet, folgte heute die Inbetriebsetzung der in größerem Maßstabe errichteten Rahmstation des Molkereibesitzers Herrn Zimmer au- Grünberg. Unmittelbar an der Straße von hier nach Ruppertenrod, da wo der von Höckersdorf kommende Bach dieselbe kreuzt, erhebt sich der schmucke Neubau der Molkerei. Im Inneren äußerst geräumig und practisch eingerichtet, macht derselbe einen vorzüglichen Eindruck. Die maschinelle Einrichtung besitzt alle Errungenschaften moderner Molkereien. Zwei Alfa-Patent-Separatoren mit einer Umdrehungsgeschwindigkeit von 5600 in der Minute bewerkstelligen in kürzester Zeit die Entrahmung von ca. 4000 Liter aus der Umgegend zur Lieferung kommenden Milch. Die in Grünberg befindliche Molkerei des Herrn Zimmer verarbeitet ungefähr das gleiche Quantum an Mtlch. Ungemein sinnreich eingerichtet ist die Erwärmung der Vollmilch in der neuen Rahmftation, wie auch der Abkühlung der Magermilch. Eine in einem Seitenbau befi »bliche zehnpferdige neue Dampfmaschine mit getrennter Kesselfeuerung liefert die erforderliche Betriebskraft. Tüchtig geschultes Molkereipersonal sorgt für richtigen Gang deS Unternehmens. Später soll mit demselben auch eine Butterei verbunden werden, wozu die nötigen Räume bereits geschaffen worden find. -e. Reu - Ulrichstein, 1. October. Monatsbericht ber Arbeiter-Colonie pro September 1896. Ende September 1896 sind in derEolonie stellen-, resp. arbeitslos 34 Mann. Dieselben vettheilen sich auf das Groß- herzogthmn Hessen 5- Königreich Preußen: Regierungsbezirk Raffel 6, Regierungsbezirk Wiesbaden 3; Provinz Rheinlande 8, Provinz Hannover 1, Provinz Sachsen 3, Pro- vmz Brandenburg 1, Provinz Schlesien 2; Königreich Sachsen 1, Königreich Württemberg 1; Großherzogthum Baden 1; thüringische Staaten 1; Ausland: Schweiz 1. Hiervon waren: Arbeiter 15, Anstreicher 1, Bäcker 2, Buchdrucker 1, Eartonagearbeiter 1, Former 1, Kaufleute 2, Krankenwärter 1 , Kürschner 1, Oeconomen 1 , Photographen 1, Maschinenschlosser 1, Schneider 4, Schuhmacher 2. Gearbeitet wurde an 894 Tagen. Im Monat September wurden entlasten 7 Mann, und zwar auf eigenen Wunsch 3, in Arbeit durch eigenes Bemühen 3, wegen ContractbruchS I. Seit Bestehen der Colonie sind ausgenommen worden im Ganzen 3097, dagegen abgegangen im Ganzen 3063 Mann, Reibt Bestand am 30. September 1896 : 34 Mann. □ Darmstadt, 1. October. Die 9. General-Versammlung des Evangelischen Bunde« trat heute vormittag unter dem Präsidium von Frhrn. v. Münch- Hausen-Berlin zu ihrer zweiten und letzten Haupt-Versammlung zusammen. Der Schriftführer, Eouflstorialrath Dr. Leuschner-Wanzleben, gab da« Erwiderungstelegramm des Großherzogs bekannt und knüpfte an diese sehr gnädige Antwort die besten Wünsche des Bundes für den Landesfürsten und das ganze Großherzogliche Haus. Eine Reihe weiterer Begrüßungen, so vom sächsischen Bischof Dr. Müller in Hermannstadt, vom Präsidenten deS preuß.-evang. Oberkirchenrath«, vom altkatholischen Bischof in Bonn, auch auS England, Holland und Schweden wurde verlesen- der Eentralau«schuß für innere Mission in Berlin hatte einen Begrüßenden in der Person von Pastor Fitsch von da entsendet. Mit großer Freude und Beifall wurde vernommen, daß Gasthofbesttzer Theobald in Friedberg für die Zwecke deS Bundes 350 Mk., ein ungenannter Fabrikant von da 325 Mk. gespendet und der Ueberbringer der Spende, Director Dr. Weiffenbach den Betrag auf 700 Mk. erhöht habe. Ein württewbergischer Geistlicher, Stadtpfarrer Brecht auS Gerabronn sprach sodann Über „Autorität und Gewissen" in erschöpfender, in reichem Maße anregendster Weise. Er beleuchtete die Wandlung der Autorität vom Ur- christenthum bis zu den Zeiten der priesterlichen und dann der Autoritäts-Kirche und meinte, daß in der christlichen Religion, die ursprünglich frei und priefterloS war, eine olche Rückbildung erfolgt fei, daß wir nach einem halben Jahrtausend die zopfigste, gegliederte aller Hierarchien ihr aufgestülpt sehen, die von Grund auS ihren ganzen Character umgewandelt und verkehrt hat. Vor allem fehle, wenn man die heutigen Zustände betrachte, die erziehende und stützende Thätigkeit der Kirche nach dem Jugend-Unterricht- man müffe deshalb die (Konfirmation, diesen Schwer- )unkt der kirchlichen GewiffenSerziehung, besser unter- und Überbauen, indem man den dem jeweiligen Alter und 93er* ständniß ausgesetzten Schülern nach ComeniuS Beispiel Sitten- und LebenSregeln in die Hand gebe und vom Lehrer verlange, daß er fich um deren Berstävdniß und Befolgung bemühe. Es fehle eben ein feste« Lebensprogramm für das persönliche Leben, wobei die Geistlichkeit durch Beispiel und Mahnung, durch Versammlungen und besondere Gottesdienste vorangehen müsse. Auf diesem Wege könne man die Kirche dem urchriftlichen Ideale wieder annähern. Für die Lösung der heutigen großen Fragen bedürfe eS auch vor allem willenSftarker, ausgeprägter Persönlichkeiten, starker Charactere - wenn diese wieder vorhaßden, brauche eS uns vor den Entscheidungskämpfen mit unseren Gegnern nicht zu bangen. — Zu einer DiScusfion dieser hier vorgeschrittenen hochwichtigen Fragen mangelte eS an Zeit, man ging deshalb sogleich zur Berathuug von drei Resolutionen über. Die erste derselben betrifft die Armenier und heißt eS darin: „Die deutsche Reichsregierung wird es gerechtfertigt finden, wenn der Evangelische Bund dem dringenden Wunsche Ausdruck gibt, daß eS ihrem Einfluß gelingen möge, dem bluttriefenden Schwerte Einhalt zu gebieten, welches über so vielen unserer christlichen Brüder, darunter auch über Tausenden von evangelischen Armeniern, schwebt" — sie enthielt also nichts von der überflüssigen, hie und da geradezu verletzenden Schärfe verwandter Resolutionen beregter Sache. Die andere, wesentlich schärfere Resolution „richtet die Frage an die deutschen Regierungen, daß römische Processionen in Orten consessiouell gemischter Bevölkerung nur auf die Innen- räume der Gotteshäuser oder auf die unmittelbare Umgebung beschränkt werden und warnt die GlaubenSgenoffen aufs Dringendste, nicht durch Anbequemungen und Huldigungen gegen römische Demonstrationen die evangelische Ehre zu verletzen und daS evangelische Bekenntniß zu verleugnen." Eine dritte Resolution spricht sich für Förderung bestehender und Gründung neuer evangelischer G es eilender eine aus. Alle drei Resolutionen wurden einstimmig angenommen und nach einem DankeSschlußwort des Prof. Dr. Nippoldt an das Präsidium von heute und gestern mit Gebet die Generalversammlung geschlossen. Schwurgericht. W. Gieße«, den 1. October 1896. (Fortsetzung.) In die Beweisaufnahme eintretend wird der Bürgermeister und Ortsvorsteher Mühlschwein von Bilde! vor- genommen- derselbe bekundet u. A., daß der Angeklagte daS größte Vertrauen besessen. Am 16. September 1895 ist der Zeuge in« Amt getreten. Am 1. October hat der erste Kaffensturz stattgefunden. Rausch hatte die Aufstellung gemacht, wieviel Geld da fein muhte und der vorhandene Baarvorrath stimmte mit dem Buche überein. AIS dann durch daS KreiSamt auf Veranlassung der Oberrechnungskammer der Fehlbetrag von 7847 Mark festgestellt war, hat der Zeuge sich darüber gewundert, daß da- Manco vom Rechner sofort ausgeglichen wurde und einige Tage darauf eine Revision der Kaffe vor- genommen, wobei fich ein Manco von ca. 9000 Mark heraus- stellte. Der Gemeinderath beschloß, daß der Rechner die Zahltage noch abhalten solle, aber Gelder nur in Anwesenheit eine« GemeinderathSmitgliedeS ein* und auflgeben sollte, während daS KreiSamt verlangte, man solle Rausch sofort absetzen und anzeigen. ES wird beschloffen, den Bankier Jakob Grünewald als Zeugen darüber zu hören, ob Rausch al« Beamter oder als Privatmann den Obligationen Umtausch besorgt hat und deshalb denselben zu morgen Vormittag 9 Uhr zu laden. — Der Zeuge Heinrich Kräuter, KreiSkaffen- rechner von Friedberg, bekundet, daß der Rechner bei der Revision durch einen Beamten der Oberrechnungskammer verschwiegen hat, daß er im Besitz von 30 000 Mark sei, die ihm zum Umtausch der Obligationen au«gehändigt seien. Der Vater de- Angeklagten hat dem Zeugen mitgetheilt, daß der Sohn ihm au- der von ihm verwalteten Sparkaffe 8000 Mark entwendet habe, um den erst entdeckten Fehlbetrag zu decken. Der Angeklagte bestreitet den Diebstahl- dieser fei au* der Sparkasse unmöglich, denn an die Kaffe könne man überhaupt nur heran, wenn Rechner und Eontrollenr beisammen feien, denn die Lade, worin da- Geld liege, kann nur mh |»C| verschiedenen Schlüsseln geöffnet werden. Der Staat-amvalt stellt den Antrag, zwei Bankbeamte von Sörgel,Parrifiu« fc (h., Genossenschaftsbank Frankfurt a. M., al« Zeugen für mergte zu laben, dem der Gerichtshof entspricht. Johanne« Fritzel von Vilbel hat die Bücher, dst der Angeklagte geführt, revidirt, sie waren sehr in Unorbnung unb würbe ein Desect von 12000 Mark zu Ungunsten brr Stabt ermittelt. Der Nachfolger be« Angeklagten im Ann, Rechner Dreßler, beponirt, baß in all beu Fällen, wo er Restanten au« bet Amtszeit be« Angeklagten zu Zahlunga ausgefordert, diese Quittung vorgelegt hätten, woran« sich ergebe, daß Rausch die Gelder eingenommen, aber oU 8 c- nähme nicht in die Bücher eingetragen habe. Der Zenze erklärt weiter, er würde das Umtauschgeschäst der Obligationen in die Bücher eingetragen Haden, wenn er al« Rechner der Stadt von dem Bankhaus damit betraut worden wäre. — Zeuge Lotz, Rechner der Felbdereinigung-kaffe, erklärt, ti dem ihm bei feinem Dienstantritt übergebenen Handbuch hätte, mehrere Eingänge gefehlt, die aber auch im Tagebuch nicht eingetragen waren, darunter ein Einnahmeposten von 4000 Dl, dieser Posten ist am 25. April 1894 eingegangen. — Hieraus wird der Beamte der Oberrechnungskammer Heinrich Leonhardt Auer von Darmstadt al« Sachverständiger und Zeuge vereidet. Der Angeklagte behauptet nämlich, Itfr er eine Zahlung be« Laudwirth ten Brink über 500 Mark d« deswillen nicht gebucht, weil er demselben kurz daraus die gleiche Summe als Ueberzahlung zurückgezahlt, sodaß sich beide Zahlungen ausgeglichen. Der Sachverständige erklärt, daß nach den Büchern und Quittungen der ten Brink nieeel» 500 Mark, sondern nur 185 Mark zuviel gezahlt hat. — ten Brink erklärt, als Zeuge vernommen, daß er die Ueberzahlung, die er nach seinen Quittungen geleistet hatte, ca. 500 Mark, vom Angeklagten zurückerhalten hat. Der Angeklagte gesteht in drei Fällen, die er am Bormitta- bestritten, zu, Geld empfangen zu haben, daS er nicht gelndit hat, sodaß auf mehrere Zeugen verzichtet wird. W. Gießen, den 2. October 1896. Heute Vormittag wird in der Sache Rausch fortge- fahren. Konrad Wiesenstein, Pflastermeister in Leistadt, will ca. 120 Mk. Rest fordern für ©runbarbeftrn, die als gezahlt gebucht find, die er aber nicht erhalten habe. — Der Angeklagte kann über den Fall keine Erklärung abgeben. — Der Zeuge Kreistechniker Jungmana*vildel bestätigt, daß er die Gesammtrechnung Wiesenstein« zur Zahlung angewiesen habe. — Heinrich Möb« von Nieder- Mörlen erklärt, daß er nicht sagen könne, von Rausch u* einen Pfennig betrogen worden zu fein. — Der Sachverständige Auer erklärt, daß nach den vorhaadenen Büchen an den Zeugen MöbS 40 Mk. mehr gezahlt fein sollen, al» von diesem Quittungen vorhanden. Der Zeuge Alexander Will-Vilbel war eine zeit- lang und zwar 1894 Schreibgehilfe bei dem Angeklagten, welcher den Zeugen verdächtigt hatte, daß dieser jbm vielleicht Quittungen, die er noch nicht gebucht, entwendet Haden könne. Der Zeuge versichert, daß er Quittungen nicht an fich genommen, Rausch habe dieselben in der Regel Abend» in dem Kaffenschrank verwahrt. Der Zeuge Bankier Gr un e w al d - Gießen betontet, daß daS QbligativnSgeschäft mit dem Rechner Rausch nnr in dessen Eigenschaft al« Rechner der ®abt Vilbel zewachi fei. In der Bekanntmachung, betreffend die Einziehung ttx alten Obligationen, ist die Gemeindekafle als dritte Zahl' stelle angegeben. —- Der ehemalige Bürgermeister Hinkel- Vilbel erklärte, daß kein GemeinderathSdeschluß dahin er- gangen fei, daß der Rechner al« solcher nichts mit dem Loi- vertirungSgeschäft deS alten AnlehenS zu thun haben i«üe. wie es der Angeklagte zu seiner Bertheidigung angiebt. Trotz* dem ist der Zeuge der Anficht, daß der Angeklagte al» Privatmann bei der Sache mitgewirkt, und nicht al» Beamter. Staatsanwalt Koch fragt den Zeugen, ob er ernstlich die Ansicht habe, daß das EonvertirungSgefchäft der Stadt Vilbel nicht durch die Gemeindebücher zu gehen hättet Der Zeuge ist darüber im Zweifel. Dermifd?tcs* • Lastet. 1. October. Oeconomierath Späth-Rixdorf eröffnete als Vorsitzender den von über 200 Theilaehmero besuchten vierzehnten Congreh deutscher Pomolvgen vo Ob ft zücht er. Zugegen waren Vertreter der StaatSrege- rungen Preußen«, Sachsen« und Heffen-Darmstadt«. U« 10 Uhr wurde die großartige Allgemeine deutsche Obstbau- auSstellung im Orangerieschloß durch Dberbflrgennewr Wefterburg eröffnet. Die Versammlung wurde von &<• Oberpräfidenten Magdeburg begrüßt. * Aachen. 1. October. Anläßlich be« 25 jährigen JtM" läum« seiner Fabrik schenkte Eommerzienrath Säppner fünfzigtaufend Mark, deren Zinsen den Arbeitern zu kommen sollen. ,, „ e ♦ Plane«, 29. September. Der Geschäit«gehilft «• V Kautzsch hatte in einer Dorsschänke die Aeuherung gethan „Die dümmsten Soldaten werden zu Unteroffizieren i | • macht." Da« sächsische KciegSminifterium hat fich veranlaßt gesunden, gegen Kautzsch Strafantrag wegen v letbiguug ber Unteroffiziere beS 12. «rm cor« zu stellen, mit bem Erfolg, baß ber Genannte j 50 Mk. Gelbstrafe vom hiesigen Landgericht verurtheil w • Bremen. 1. October. Der Lloyd ermäßigte, » » infolge des Hamburger Vorgehen«, btn preis nach Newyork für Postdampfer auf 140 Mk., M Schnelldampfer beträgt er noch 150 Mk., der 3®“® prei« nach Baltimore 140 Mk. ], ßctol $ittauW8tbtn ° „ sotvu |fl^larn9 gohouuS । Fs«'* , iianilif1®- «”% mW **’ ? g. Erts1? C7«— b-"°° iaolonb vur 4 SCm W ®oW .1, fti f8r It«” 91 2M<> tognfiü dm 8 Lit 9l,n„ai SuHWliK u«”»"01 ital-inmi btt H buiiit rat 81m St|tn • Hitt ata itt'l'“0* t j, Ma«b W $11 '”•8« M •<« Biilii? 4t«t ®“ nueiiU*. M Ttv lUa laß btx da» ®elt« < l-az«. 9ute» ober s ntoc «ehl- oder M Der letzte Sonntag lltünng waren der, jßiologifiten Gatten - in den Theatern - «erkauft — minbef HO,000, un Thitrgar ^0,000; mit btt W, «irr. 3° den Locall IWOtt, hasmheide, S i «Inhftenl 100,000. RJerfonen, welche In iUttltv sich btfanbtn. ter Spar- »abeichr. Haftpflicht, 'kapitalien bei dm Tttii a. b. 5 Der S - -ö. Be «Var* Impfehlu Ml. M 8teiba ««b t Achsen Schwein Unrein, per B«m. N . Bi G< Aacre 8 mit le g Mer, <53 6 0 Psg-, 2 . Mittwoch d I «lnuiloau der Z, *Ä : Dkr tzt^. !' WM«1' !,Nm74 :%> .LllIa' Ny '?' ,b« «111 " hie. $,. ■ ;«"«< lut Morden iiij. ** eG °tntn Havdbu^ **■«*»> 'p°Mvi>liD» '8'S°llgr,i. -u jstammer Ql6 SachveG 'ehauptrt nümllit >k üb» 500SX1I- tlben kurz barer ^gezahlt, W rchverstaudigr ti' der tenStinlto 'viel gezahlt bah ti ^Sen ßeleiftit i. lcknhalteu ha», ; ie « am 8jx n, daSnchi,^ tet tohb. i 2, Dttobti 18Ü )°cht JRanlHr Zflastnmchn:■ - i für ter » nicht erh5 Fall keine r Juugw^'' Wiefenstetnl »b Ml Don h inne, non M° l — Der Talk'. orhaaSeueo SG M W Wo,: • Wies, 1. October. Heute haben sich zwei Ei«» >shrig-Freiwillige, Eduard Kohn und Arthur Purjeh, ul Furcht vor dem zweiten Dienstjahr infolge schlecht ab- zeleg'er OfftzterSprüfuog erschossen. • Da« PretSanIschreiben der Zeitschrift für Zuueu Deco- mtloH (herauSgegeben von Alexander Koch Darmstadt) zur Erlangung von Entwürfen für einfache, billige, aber ge» lesmackoolle Wohnung«.Einrichtungen hatte folgende« Multal. ES erhielten: 1) Erste Preise L 250 Mk.: Otto Bidet in Darmstadt, Heinrich Kieser in München uud Ar- littet William Müller in Leipzig. 2) Zweite Preise ä 150 Mk.: Hart Gerds in Berlin, Wilh. Zaiser in Mannheim (2 Preise) ®ib W. Michael in Berlin. 3) Dritte Preise L 100 Mk.: Erchitcet van de Sandt in Rotterdam, Architekt William Miller in Leipzig, Heinrich Kieser in München und Karl Siockle in Mannheim. * Der deutsche Wald. In der letzten Ausgabe der Conlon tr Zeitschrift „Natural Notes" bringt der bekannte Ge» Ithite C A. Daubeny ein Unheil über den Zustand der Korstwirthschaft in Deutschland, baß in dem Zu- gistäabniß gipfelt, Deutschland verdiene in dieser Hinsicht zvkifelloß den ersten Rang. Mehr als 25 pCt. des Landes fnt mit Bäumen bestanden. Preußen besitzt 23 pCt. Wald, ligtgen England nur 4 pCt. Für die Instandhaltung und tzltderung deS Waldes sorgen in Deutschland 12000 Forst- Itate, die für ihren Beruf eine durchgreifende Bildung in eüta dazu nöthigen wiffenschastlichen und technischen Mchern erhalten haben. Daube, y weist auf den bedeuten- im verfall hin, den Länder wie Syrien, Griechenland und EpVien durch Bernachläsiigung der Waldwirihschaft, be- zithangSwetse unvernünftige Ausnutzung des Waldes zur Hn«ehrung der Staatseinnahmen erlitten haben. Es wird ior deutsche Sprüchwort citirt: „Den Wald zu pflegen, Bringt Allen Segen". Der größte Werth der Waldpflege Bchght aber zweifellos in dem Einfluß auf den gesuudheit« Ilten Zustand beß Volkes. • Wie viel Geldumsatz bringt wohl ein Sonntag in Herl in? Etue Beantwortung dieser Frage ist natürlich «miiiglich. Alle Ermittelungen können nur Stückwerk sein. Mer daß der Umsatz sich zu ganz colosialer Höhe erhebt, »eim das Wetter günstig ist, läßt sich mit Bestimmtheit lagen. Gutes oder schlechtes Wetter bezeichnet ganz sicherlich eine Mehr- oder Minder-AuSgabe von vier Millionen Mark. Du letzte Sonntag bewies daß zur Evidenz. In der Aus- ßillung waren der „N.-Z." zufolge 150,000 Personen,- im Zoologischen Garten 40,000; in der Kunstausstellung 20,000; In den Theatern — eine ganze Anzahl waren total auS- Mfauft — mindestens 250,000; im Grünewald gegen 80,00*0; im Thiergarten (Zelten, Charlottenhof, Lutsenhof re.) 20,000; mit der Wannseebahn wurden gegen 25,000 expe litt. In den Localen der Umgegend (Pankow, Schönhäuser Allee, Hasenheide, Wilmersdorf, Friedrichshain, Tegel rc.) ■rinbtftcnß 100,000. Das macht zusammen rund 460,000 Wersvinen, welche in Erholungsplätzen und VergnüguugS- CicaUm sich befanden. Natürlich tappt jede Schätzung über die durchschnittlichen Ausgaben t« Dunkeln. Aber die Mta- destauSgabe, für Eiseubahnfahrt und die kleinste Erfrischung ist doch bekannt und unter fernerer Zugrundelegung der feststehenden Eintrittsgelder laßt sich doch sagen, daß der durchschnittliche Mtudestbetrag pro Kopf 2 Mark ist. Wie viele Hunderttausende Unterhaltungen aufgesucht haben, welche in obiger, auf Grund von Ermittelungen angefertigter Zusammenstellung nicht enthalten sind, läßt sich natürlich nur vermuthen. Das aber darf als feststehend gelten, daß der Besuch der billigen Locale annähernd so viel Geld verschlingt, wie der der theueren. Bezahlt doch der Besucher von Tanz- wirthschafteu, in denen sür einen Ruudtanz nur 10 Pfennig gefordert wird, oft 3 Mk. und mehr im Laufe der Nacht, fressen doch die CarousselS, die Würfelbuden und Schießbuden außerordentliche Summen auf, die sich au» lauter Nickeln zusammeusetzen. Regen am Sonntag macht alledem ein Ende. Nur die Theater find mit ihm zufrieden und die Gasthäuser, ob fle nun mit prunkvollen Einrichtungen auf daß beste oder alß Kellerdestillen auf daß lichtscheue Publikum rechnen. Deshalb ist ein verregneter Sonntag geradezu ein Unglück. * Eine rusfifch ftavzöfische Alliavzpostkarte ist in Paris hergestellt worden. Die Karte zeigt in Buntdruck die Bilder des Zarevpaareß, weniger portraitähnlich zwar alß vielmehr in äußerst schmeichelhafter Ausführung, uud über Beiden schwebt ein Brustbild Faureß, umgeben von Lorbeerretsern. Wqhreud der Zar in goldstrotzender bunter Uniform abgebildet ist und die Kaiserin in pelzverbrämtem Purpur- gewande mit lang herabwallendem Haupthaar, trägt Herr Felix Faure den schwarzen Frack, und nur ein breites Ordensband legt sich neben der eleganten kleinen weißen Cravatte über daß tadellose Chemiset. Unter den drei Por- trätß find zwischen Lorbeerzweigen die Fahnen Rußlandß und Frankreichß entfaltet. * Verschämte Andeutung. Am Postschalter erscheint ein jungeß, hübscheß Mädchen und fragt schüchtern erröthend den diensthabenden Beamten, ob kein Brief unter „W. H. 30" angelangt sei. „Llebeßbrief oder Geschäftßbrief?" fragt der stetß zu einem Scherz aufgelegte Beamte. Tief erröthend antwortet die Kleine: „Geschäftsbrief!" Da sich kein Brief unter der obigen Chiffre vorfindet, entfernt sich daß Mädchen, kommt jedoch nach einiger Zeit zurück, klopft an daß Fenster und flüstert noch heftiger erröthend: „Bitte, möchten Sie doch so freundlich sein und auch einmal unter den Liebesbriefen nachschauen?" IChrdylictye Anzeige« de* Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag, den 4. October. 18. Sonntag nach Trinitatis. I« der Stadttirche. Vormittag» 91/* Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche. Pfarrer Dr. Grein. Vormittag» 9»/i Ubr: Pfarrer Dingeldey. vormittag» 11 Uhr: Kinderkirche für die LucaSgemeinde: Pfarrer Dingeldey. Sonntag den 11. Oktober: Feier de» «entedauttestes; diesem Sonntag wird in allen Gottesdiensten eine Collecte erhoben für den Fond» zur Erneuerung der Stadtkirche. Bon Sonntag den 11 October, Erntedoukfest, an werden Abend» gotteSdlenstc um 6 Uhr gehalten. Am Montag und Dienstag, den 12. und 13. October d. I-, beginnt der C»nste«ra«de«««terricht für die im Jahre 1897 zu eonfirmirenden Kinder unserer vier Gemeinden. Am Montag sund Donnerstag findet für die Knaben, am Dienstag und Freitag für die Mädchen Confirmandenstunde statt. Die Anmeldung zum Confirmandenunterricht für die Matthäus», MarcuS», Luca», und Militärgemeinde wird von den Pfarrern der betreffenben Gemeinden Montag den 5. und Dienstag den 6. October, jedeSmal Vormittags von 11 bis 1 Uhr und Nachmittag» von 6 bis 71/, Uhr, in ihren Wohnungen entgegengenommen. Für die JohanneSgemeinde wird noch besondere Bekanntmachung erfolgen- »ath,lischt «e»ei»be. (Nachdruck ohne Genehmigung untersagt.) SamStag den 3. October. Nachmittag» von 3—7 Uhr und Abend» um 8 Uhr Gelegenhett zur hl. Beichte. Sonntag den 4. October. Rosenkrauzfest. vormittags von 6>/> Uhr an Gelegenheit zur hl. Beicht«; , um SV» Uhr erste hl. Meffe; gemeinschaftlich« heil. Eommunion. , um 7V» Uhr AuStbetluna der hl. Communion; „ um 8 Uhr zweite hl- Messe: „ um 91/. Ubr Hochamt mit Predigt; t Nachmittags um 51/, Uhr Christenlehre; darauf Rosenkranzandacht mit Segen- _ .. An den Wochentagen ist täglich um SV» Uhr des Abends Rosenkranzandacht mit Segen- Schiffrnachvichten» — Der Postdampfer „Noordland" der „Red Star Linie- ta Antwerp en ist laut Telegramm am 30. September wohlbehaltenM Newyork angekommen. Norddeutscher Lloyd, in Gießen ö er treten durch bi« Agenten teil Loo» und I. M. Schulhof. Bremen, 1. October. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Havel, Capt. Th. Jüngst, vom Norddeutsch« Lloyd in Bremen, ist heute 3 Uhr Morgens wohlbehatten ta Newyork angekommen. WitterrrrrgSbericht vom 1. Oetober. Die Luftdruck-Vertheilung bietet im Großen und Ganzen das gleiche Bild wie am Vortage. Zwischen zwei Depresstonsgebieten, einem flacheren über Süd-Europa und einem verhältnißmähig tiefen im äußersten Norden verweilt ein breiter Rücken hoben Barometerstandes von Westen ostwärts bis nach Rußland. Ueber Centtal- Europa befindet sich ein gegen Süden gerichtetes Druckgefälle und bauert dementsprechend in Süddeutschland das trübe und stellenweise regnerische Wetter fort, doch lagen die Temperaturen heute Morgen meist etwa» höher als gestern. VoeausstSUiS« «ttUtmtet Zunächst noch wenig Aenberung. Mü teat eine s bd btm vsikltz! , baß Mk* w bucht, tWW : Ollittva^ M t in btt W - alb-M» n Rechvrr1 •t gabt M tnb die Entlasse als b* Slirgtmeifltt l- -atW* *u 6 zu K eibißung ah bet vM. litt, unb »ll( J. t den itbfötr IH*" et. 1 hrt Staat1'- Ton*1" eit 6,8 , baß Bekanntmachung. Der Spar- uud Borfchußvereiu, eingetr. Genossensch m. wdtschr. Haftpflicht, zu Treis a. d. Lda. zahlt für alle Eiulage- lktpißalieu bei demselben vom 1. Januar 1897 an »«/, °/0 Zinsen. Treis a. d. Lda., am 30. September 1896. 8719 Der Director: Der Rechner: ________H. Becker VI.__________I Becker VI._________ Spar und Leihkasse Gießen. Mittwoch den 7. Oetober fällt wegen baulicher Arbeiten im BiretniUocal der Zahltag ans.8730 Mt. SchlachthMS. Freibank. 8704 Heute uud morgen: Ochfensteisch i chl (abenrein, pr. Psd. 54 Psg. 8chweinesleisch »h! ladenrein, per Pfd. 48 Pfg. (gekocht uud gesolbert). Keine Fabrikate sind weit bekannt als gut und billig! Rem. Nickel 6.— „ Silber ®°/io» Goldr. JL 10.- Ancre Spir. BreguSt 15 Stein JL 16.— mit 16 Stein, 1 ChAton, System Glashütte JL 20.— Wecker, leuchtend, vtt 2.70 Bipllateur 1 Tg. Geh- u. Schlgw. JL 8.50 Äpllateur 10 Tg. Geh- u. Scldgw. JL 12.— Uluistr. Preiscourant über Uhren, Ketten, Witkier, Regulateure, Gold- und Silber- Jn meinem Verlage erschien: GiessenerT aschenfahrplan Winter 1896/97 ------------in Buchform----------- enthaltend alle Stationen umfassende Fahrpläne von 20 um Gießen' herum liegenden Eisenbahnstrecken, sowie die Fahrzeiten der Gießener Omnibus-Gesell- schäft. tptti# 10 Pfg. 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