'rein. Ab-.- lens N N to CD i. etry, xrks-m, -aß : devjmigea ach niemals ch jetzt «tcht Mige «t. »u bilügni D. 0. ________6084_ _ ngdrofftn bei: >lung, LudwigstraheR Pfg werden zu 4b H >lttje nachgefM. 2971 1t MO-M 896. titonflrti 8681 ort, 10420 264(1 W40 83,10 lab. Obi. NW SL MW "&8tbJ9061$: .b,8funü.l900 M w«f 170K 41! uz! \ 22.,;8.129'' 89. 2)8- mdb.M- ,318®-^ Wdbahn- w». Centtal ziehungen zu Frankreich wollten sich anbahnen,- so wird der Jubel über den geschlagenen Franzmann vielleicht hie und da leiser werden. Aber ein Dreifaches darf bet uns nicht sterben. Nicht sterben darf der tief aus dem Innern quellende Dank: „Der Herr hat Großes an uns gethan, deß sind wir fröhlich V Nicht sterben darf die Freude, das Glück über die Einigung und Herrlichkeit des Deutschen Reiches: „Welch eine Wendung durch Gottes Fügung! Herrlich auferstandeu bist Du, Deutsches Reich!" Nicht sterben darf die dankbare Erinnerung an die Tapferkeit der deutschen Brüder, die mit Blut und Eisen unS so herrliche Siege errangen: „Euch Allen Dank! Zum Lohn Euch Allen ein Laub vom großen Etchenkravz!" Nicht sterben da,f der Dank gegen Gott. Jedermann im Volk weiß, daß die ganze Größe unseres Volkes, all sein Wohlstand, den man bis inS kleinste Dorf spüren kann, die ganze Vorwärtsbewegung im wirtschaftlichen und Culturleben nicht hätte eintreten können, wenn Gott nicht den deutschen Waffen den Sieg gab. Wo ist der Dank für solche Gottesgabe? Als unser Kaiser daS 25jährige Jubelfest des Tage» von Sedan beging, da ließ er in Berlin eine herrliche Kirche weihen! DaS war sein Dank an jenem Tage. Seinem Beispiel gilts folgen am Sedantag. Jede» deutsche HauS soll Gott seinen Dank in Gebet und Lied, in freudigem Lobe darbriugen: „Der Herr hat Großes an uns gethan!" Nicht sterben darf die Freude an des Reiches Herrlichkeit. Im letzten Jahre haben sie in großer Fchfeier das Kyffhäuserdenkmal geweiht, dem Reiche zur Zierde, dem Sehnen des Volkes nach Darstellung feiner Einheit und Macht zur Vefrtedtgung. Aber solche Freude am Reich soll unS nicht bloß am Fest, sie soll unS alle Tage beseelen. Sie darf uns nicht weichen, auch wenn es Feirilleton. Alles auf einmal. Von Luise Glaß. (Nachdruck verboten.) Ein junges Mädchen öffnete die FriedhofSthür,- eß trug keine tiefe Trauer, nichts von Crcpeschleiern sprach aufdringlich zu dem Begegnenden: Schau her, ich bin betrübt! aber schlichtes Schwarz, gesenkter Kopf, hastig scheuer Gang redeten auch ihre Sprache. _ Am Arme trug sie einen selbstgewundenen Himmets- schlüffelkranz — sie hätte ohne Beschwer kostbare Orchideen austragen dürfen, bezahlen konnte sie das,- aber die blasie Marie wollte gern etwas Eigenes verschenken, und maß sie an Geld und Gut besaß, daS hatte ihr heute Morgen erst die Todte in den Schooß geschüttet. Marie schlug sich als kleine Handarbeitslehrerin tapfer und spärlich durch die Welt- nie war ihr der leise Gedanke gekommen, „bk Frau Tante", die sich so wenig um sie kümmerte, könne ihr eine Erbtante werden. Die Stelle der schafft» sie ihr freilich nach der Eltern Tod — Marie war gar nicht dankbar genug dafür gewesen damals — benn fk ging schwer fort auS der Vaterstadt. Und heimisch «achte ihr die Verwandte den neuen Aufenthalt auch nicht nur an den drei hohen Kirchenfesten wurde Marie zu Tisch je beten und saß da steif unter steifen, bejahrten Herrschaften Aber nun war die Tante tobt unb hatte bet blaffen Marie all ihr Besitzthnm vermacht: daS HauS vorm Thor, auf besten First bte Amsel saug, unb bas Gelb dazu — viel Geld- wie eine schwere Last lag es auf ihren fangen ^^Jch habe Dich zu meiner Erbin erwählt, weil Du tapfer und pflichttreu bist - Reichthnm ist kein Ruhekisten für faule Glieder, Retchthum zwingt unS schwere Pflichten QUf _ ich glaube, daß Du Dich ihnen nicht entziehen wirst. So hatte in dem Testament gestanden — „schwere Pflichten" — Pflichten, die nicht so klar und einfach vor ihr lagen wie die täglichen der Schule. Freude an ihrem Reich- thum empfand sie nicht. Wenn es damals gekommen wäre, ehe der Vater starb, damals, als die Mutter krank lag in dem kleinen HauS und genesen konnte an einer Reise ins Land deS warmen Winters, damals, als Nachbars Curt so gern studirt hätte und nicht konnte, obwohl Vormund und Lehrer sagten, eß sei jammerschade. Marie legte ihre Himmelsschlüffel aus daS Grab neben Palwenzweige und prunkende Kränze- das kleine Tannen- kreuz, daß sie am Begräbnißtage mitgebracht hatte, lag tief unter der Pracht, unscheinbar und unbeachtet wie Marie selbst im Trauergeleite gegangen war. Keiner deS vornehmen LetchengefolgeS hatte ihr die Erbin angesehen, keiner sich um die Bescheidene gekümmert, deren letzte Blutsverwandte in die Erde gebettet wurde. Einer nur war neben ihr an die offene Grube getreten — der Verstorbenen Secretär, ein schmächtiger, wohlfrifirter Herr, unb sie war ihm sehr dankbar dafür gewesen. Er war auch bet ihr stehen geblieben, alS sich die Menschen verliefen, hatte den Hut zwischen den Fingern ge- dreht und mit sanfter Stimme abgemessene Worte gesprochen: wie Fräulein Marie die Todte vermiffen werde, wie Fräulein Marie nun ganz allein stehe, wie ihn das innig betrübe und ob sie sich unter fothanen Verhältniffen wohl entschließen könne, seine Frau zu werden, er biete ihr ein bescheidenes, aber sorgenfreies Heim. Marie sah in die Grube, wo der Sarg unter den Schaufeln der Tobteugräder verschwaub — eß war wirklich nicht baß Schlimmste, etneß braven Mannes fleißige Hausfrau zu werben — sie dachte an alle», was sie verloren hatte, an die Eltern, an daß Heimathhäuschev, an Nachbars Curt, — aber als sie an Nachbars Curt dachte, graute ihr auf einmal vor dem wohifrisirten Schreiber, ein Schauer lief ihr über den Rücken, ihr schien plötzlich, bester eine arme, kleine Lehrerin zu sein, bte über ben herabgesallenen Maschen ungeschickter Kinderhänbe hinten barf, was sie will, benn irgend etneß fremden Manneß gutgenährte Hausfrau, die ihre LteblingSgedanken fest unter argwöhnischem Verschluß halten muß. Der Freier sah, tote sich plötzlich Marien- sanftes Ge- fichtchrn veränderte, und hastig, ehe sie mit kurzem Nein ein Ende machen konnte, sprach er: „Nicht jetzt bitte ich um Antwort, nicht in der Erregung dieser ernsten Stunde — morgen — morgen geben Sie mir einen Bescheid, der mich glücklich macht." Zu Hause, während Marie die Klastenarbetten burchsah, Kindergestrick mit weitohrlgm unb eng zusammengeknüttelten Maschen in Ordnung brachte, da schlich sich leise lockend daß Bild etneß friedlich schlichten Zuhause in ihre Wünsche, nur daß der Herr dieser Hetmath durchanß nicht auß den blaßblauen Augen deß wohlfrifirten Herrn Secretärß auf die junge Frau schaute. Braune, guimüthige Schelmenaugen hatte er und daß dunkle Haar starrte ungefügig auf dem Wirbel in die Höhe. Am anderen Morgen bttam Marie die Aufforderung, zur Testamentseröffnung im Amtsgericht zu erscheinen, unb als reiche Erbin verließ sie zögernden Fuße» bo6 große Ge- baube — sie konnte nicht in ihr enges Stübchen gehen, aber sie wagte sich auch nicht in der Tante HauS — ihr eigen HauS, sie holte bte Himmelsschlüffel von ber Wiese. Nur auf betn Heimwege wollte sie ganz schüchtern dort vorübergehen, wo ihre Zukunft hingehörte. Die ersten AepfelblÜthen leuchteten durch baS Gitter, bie Kastanie rollte ihre grünen Blattfinger auf, in ben Rabatten blühte eß, baß Btenengesumm brang biß heraus zu ihr, trotzdem die Vögel schmetterten unb bie Windharfe unermüdlich ihren feinen Ton fang. Scheue Bl'cke nur schickte sie Über die blanken Spiegelscheiben unb sah doch alles, was dahinter war, die Sp.tzen- Vorhänge, das Silberzeug der altvätrischen Credenze, daß trauliche Nahsenster mit der Epheulaube und der indischen Nachtigall, die vor jedem Gaste außer der blaffen Marte immer so ängstlich flatterte. (Schluß folgt.) gilt, Opfer zu bringen für des Reiche» Macht. Tie darf uvS nicht weichen, auch wenn e» gilt, eigene Interessen einmal um der Anderen willen zu vergeben. Sie darf uns nicht weichen, auch wenn der böswillige Nachbar in Gift und Galle un» die Freude am Reich verkümmern will durch Nörgeln und Mäkeln. Nein, Freude am Reich, Freude am deutschen Vaterland fei de» deutschen Manne» Kraft und Stolz! Und dazu daS Letzte: Nicht sterben darf die dankbare Erinnerung an die Tapferkeit der deutschen Führer und Truppen im großen Kriege! Wo fie Blut iäeten, ernteten wir Kraft und Glück. Wo fie ihr Beste» gaben, erwuchs un» da» Beste. Da» sei ihnen unvergessen, und der Schmuck der Denkmäler soll eß wieder bezeugen, daß man ihrer noch denkt. Dann aber gilt'», solchen Sinn in unferm Volk lebendig zu erhalten. Gott Lob! noch lebt er. Al» jüngst ein Schiff unserer Marine ein Opfer der Wellen wurde, da find die tapferen Mannen mit einem Hurrah auf ihren Krieg-Herrn in den Tod gegangen. DaS ist ein muthiger, starker Geist, der so im Tode treu ist. Er soll im deutschen Volk lebendig bleiben- dann gilt» auch fürder: Deutschland, Deutschland über Alle»! Hoch Kaiser und Reich! Deutsche» Deich. Berlin, 1. September. Die „B. P. N." glauben nicht, daß über die Convertirung der preußischen bi er* procentigen Anleihen bereit» endgiltige Entschließungen vorliegen. Bei dem Zusammenhang zwischen dieser Frage und den Vorlagen finanzpolitischer Natur, die den Landtag in diesem Herbst noch beschäftigen sollen, werde man aber kaum fehlgehen, wenn man annimmt, daß auch die Conver- ttruugsfrage nach der Rückkehr des Finanzminister» Mi q u el aus Wiesbaden zur Entscheidung gelangen werde. Diese Mittheilung bestätigt die Annahme, daß die Conversion im Princip beschlossen ist, man aber mit der Ausführung der Maßregel noch einige Zeit warten will. — Der Sitz de» aufgelösten socialdemokratifchen Parteivorstandes soll angeblich nach Offenbach ver« legt werden, weil in Hessen eine erneute Auflösung nicht zu befürchten fei. Der Abgeordnete Liebknecht hält sich bereits feit mehreren Tagen in Offenbach auf, um mit den dortigen Führern die Angelegenheiten zu besprechen und die Vorarbeiten zu erledigen. Auf dem Parteitage in Gotha wird die Neubildung des ParteivorstandeS erfolgen. Kiew, 30. August. Die Stadt ist zu dem bevorstehenden Empfange des KaiferpaareS auf daS Glänzendste geschmückt. Diele Landbewohner find eingetroffen. Die Gast« Hilfe find überfüllt. Da» Kaiserpaar trifft morgen ein und gedenkt am 3 September nach BreSlau abzureifen. :icuric^te,e. tioitt» 'ttegraphtsche» Lorrefpondenr-Bme«. Berlin, 31. August. Am Mittwoch findet in der Capelle der rusfifchen Botschaft ein Trauergottesdienst für den Fürsten Lobanow statt. Berlin, 31. August. Die 12. Wanderversammlung des Verbandes deutscher Architekten« und Ingenieur- Vereine wurde heute Vormittag Im ReichStagSgebäude in Anwesenheit der Minister Thielen und Bosse, des Bürgermeisters von Berlin, Kirschner, de» Rectors der technischen Hochschule, Hauck, und Anderer eröffnet. Der Vorsitzende, Baurath Htnkeldey, begrüßte die Vertreter der Staat»« reglerung und der Stadt Berlin und bewillkommnete die Berufsgenossen, besonder» die aus Oesterreich-Ungarn und der Schweiz erschienenen. Hierauf begrüßte Minister Thielen Namen» der Reich»- und Staatsverwaltung die Versammlung. Die Regierung erkenne es als ihre Pflicht an, die Bestrebungen de» Verbandes nach Kräften zu fördern. Nachdem Stadtverordnetenvorsteher Dr. LangerhanS Namen» der Stadt Berlin gesprochen und Baurath Hinkeldey für daß ausgesprochene Wohlwollen gedankt, wurden Vorträge gehalten. Alsdann trat eine Pause ein. Nachmittag» findet eine Besichtigung der Stadt und der Kunstausstellung statt. Berlin, 31. August. Die „Berl. Corresp." schreibt: Der LandwirthschaftSminlster hat dem Könige eine Denkschrift Über die zur fjörberung der Land- wlrthfchaf t In den letzten Jahren ergriffenen Maßnahmen unterbreitet, die mit allerhöchster Genehmigung der Oeffent- llchkeit zugänglich gemacht werden soll. Die Denkschrift erkennt die Bedeutung deß Getreidebaues für Deutschland und die im Sinken der Getreidepreise liegende Gefahr an. Bei der Undurchführbarkeit der bekannten, zur allgemeinen Preis- Hebung gemachten Vorschläge beschränke sich zur Zelt die Aufgabe der Staatsverwaltung auf Maßnahmen der Gesetzgebung und Verwaltung, welche die landwirthschaftliche Production in allen einzelnen Zweigen heben und dieselbe dadurch verbilligen, daß der Landwirthschast möglichst billige Betriebsmittel zur Verfügung gestellt und die auf Ihr ruhenden Lasten vermindert werden. Die Denkschrift lehnt bestimmt daß allgemeine Anitheilen de» Grund und Boden» in ben Kleinbesitz nb unb hebt hervor, baß ber AuSgabenetat ber lanbwirthfchaftlichen unb Justizverwaltung in ben letzten 15 Jahren um $8.8 pCt., in ben letzten 10 Jahren um 45.3 pCt. gestiegen sei. Wa» bie Steuerreform betrifft, berechnet bie Denkschrift bie aus bem platten Lande gemachte Erleichterung auf über 28»/, Millionen, welche meisten» dem verschuldeten Thelle beß Grundbesitze» zu Gute kommen. Auf dem Gebiete der Zollverwaltung entfallen von ben durch die Gesetze von 1888 unb 1889 eingeführten StaatSzuschüssen im Jahre 1894/95 auf da» platte Land über 19«/, Millionen. Ebenso find die au» ben etatSwäßigen Fonb» ber Unterricht»« Verwaltung gewährten Zuschüsse bebeutenb gestiegen - z. B. bie Zuschüsse für bie Lehrer- unb Lehrerinnen-Pensionen auf dem platten Lande in den letzten Jahren von 2,683,000 Mk. auf 3,362,000 Mk. In ben letzten zehn Jahren würben 4598.5 Kilometer Eisenbahnen für Staatsrechnung gebaut, bavon in ben sechs östlichen Provinzen 2397.3 Kilometer. Zur blrecten Förderung der Meliorationen sind in den letzten sechs Jahren über 12 Millionen Mark aufgemenbet worden. Die ländlichen Genossenschaften deS Neuwieder und Offenbacher Systems find in Preußen feit dem Jahre 1890 von 1877 auf 5158 gestiegen. Nürnberg, 31. August. Unter zahlreicher Behelligung wurde heute im Saale des Industrie« unb CulturverelnS ber 11. Deleglrtentag bes Innung» « verbanbeS deutscher BaugewerkSmelster durch den ersten Vorfitzenden, Baumeister Felifch Berlin, eröffnet. Al» Vertreter ber bayerischen Staatsregierung begrüßte KreiSbauaffessor Häberlein-AnSbach, al» Vertreter ber Stadt Nürnberg Bürgermeister Tändler bie Versammlung. Der Deleglrtentag be« schäftigte sich im Wesentlichen mit ber Organisation be» Hand- werk», wobei Bauer-Hamburg, Nieß-Braunschweig unb Kreil- gerichtSrath a. D. Dr. Hilfe-Berlin sich ausführlich über ben von ber preußischen Regierung dem BundeSrathe vorgelegten Gesetzentwurf aussprachen. Die Versammlung nahm ben Stanbpunkt ein, baß ber Entwurf zu begrüßen fei alS ein Versuch, bem Handwerk entgegenzukommen, baß er aber in manchen Punkten ber Verbesserung bedürfe. Troppau, 31. August. Die Oder ist infolge Regen- gestiegen. Mehrere Brücken find fortgeschwemmt. Die Häuser in Lamsch unb Neudörfel stehen ein Meter tief im Wasser. Der Verkehr ist vielfach unterbrochen. Pari», 31. August. Anläßlich beß Ablebenß beß Fürsten Lobanow hat Präsident Felix Faure dem Kaiser von Rußland sein tiefste- Beileid au-gedrückt. Der Minister de- Auswärtigen, Hanotaux, hat dem russischen Botschafter, Baron v. Mohrenheim, persönlich fein Beileid zum Ausdruck gebracht. Der französische Botschafter in Petersburg ist telegraphisch angewiesen worden, der Familie deß Verblichenen die Versicherungen des Beileids zu übermitteln. London, 31. August. DaS Reuter'fche Bureau meldet au- Akafse: Daß befestigte Lager deß SclavenräuberS und Sclavenhändlerß Katchella am Benne wurde von den Truppen ber Noyal-Niger Company nach heftigem Kampfe zerstört. Biele Sklaven würben befreit- 14 Soldaten wurden getöbtet unb viele verwunbet. Katchella würbe, währenb er an ber Mauer kämpfte, erschossen. Sofia, 31. August. Die „Hgence Balkanique" melbet: Gestern wurden bet der Einweihung ber renovirten katholischen Kirche zum ersten Male seit bem Uebertrltt beß Erbprinzen Boriß bie liturgischen Gebete für ben Fürsten burch ben römisch-katholischen Erzbischof von Phillppopel, Msgr. Menini, vom Altar wieder abgeleseu. Die Ermächtigung hierzu soll schon seit längerer Zelt vom heiligen Stuhle gegeben worden fein. DepelÄnt M fhtrctn .Herold'. Berlin, 31. August. Der diesjährige allgemeine Parteitag der beutfch-foclalen Reform-Partei wird, wie die „StaatSb. Ztg." meldet, vom 10. biß 12. Oktober in Halle a. S. stattfinden. Berlin, 31. August. Die Kronprinzessin von Schweden wird am 4. September von Sofiero nach Karlsruhe reisen, um der Feier deß 70. Gebnrtßtageß ihres Vater-, beß Großherzogß von Baben, am 9. September beizuwohnen. Gegen ben 13. September wirb bie Kronprinzessin wieder nach Sofiero zurückkehren. Berlin, 31. August. Unter den Vorlagen, welche dem Bundeßrath bet seinem Ende nächsten Monats erfolgenden Wiederzufammentritt vorgelegt werden, befindet sich, tote bie »Post" vernimmt, neben bem Gesetzentwurf betr. Abänderung der Gewerbeordnung auch ein Gesetzentwurf betr. Abänderung der Arbeiter-DerficherungSgesetze, welche, wie verlautet, beide dem Bundeßrath nebst umfangreichen Begründungen bereit» zugegangen fein sollen. Ferner soll noch die Seemannß- Otbnung vom 27. September 1872 einer Abänderung unterzogen werden, zu ber bie technische Commission für Seeschifffahrt Vorschläge gemacht hat unb welche bem Bundeßrath bald zugehen wird. Wien, 31. August. In hiesigen diplomatischen Kreisen hat der plötzliche To b beß Fürsten Lobanow erschütternb gewirkt. Allseitig wirb betont, baß Europa allen Grund habe, diesen ausgezeichneten friedliebenden Staatsmann zu betrauern. Spectell Oesterreich verliere in demselben einen ehrlichen durch und durch vertrauenswürdigen Freund. Man glaubt in hiesigen diplomatischen Kreisen, daß der hiesige russische Botschafter Graf Kapnlst ober dessen Bruder, ber Director beß orientalischen Bureauß in Petersburg, zum Minister beß Aeußern ernannt werben wird, ba ber sonst in erster Linie in Frage kommende Graf Nelidow von seinem Konstantinopeler Posten unter ben jetzigen Umftänben nicht abberufen werden könne. Wien, 31. August. Die Behörde verbot bie von den Deutsch-Nationalen in Linz unb Weiß geplante Seban- feier. Triest, 31. August. In Dalmatien haben Wolkenbrüche viele Culturen zerstört. Eine Menge Vieh ist zu Grunde gegangen. Ksnstautinopel, 31. August. Gestern kam eß in Bujukdere sowie in mehreren Ortschaften am Boßporuß zu einer großen Panik. Zahlreiche Schaaren kurdischer Arbeiter griffen die armenischen Häuser an, wobei eß auf beiden Seiten zahlreiche Tobte unb Verwundete gab. Die Zahl der bißher getödteten Armenier wird auf 12- biß 15000 geschätzt, während nur 100 Muselmänner ihr Leben eingebüßt haben sollen. Wie auf mehreren Botschaften constatirt wurde, find die Unruhen von einer hohen türkischen Persönlichkeit an- gefacht unb genährt worden. Berlin, 1. September. In Betreff ber Erbfolge in Fürstenth um Lippe Ist, wie der.Kreuzztg." zufolge verlautet, nach dem Compromißvertrage ber in Betracht kommenben brei Linien be» Hause» L-ppe bet L ppe'fche Schiedsvertrag nunmehr in Kraft getreten. Berlin, 1. September. Der russische Botschafter Graf v. b. Osten-Sacken ist hier von Ragaz eingetroffen. Et beabsichtigt, sich Donnerstag nach BreSlau zu begeben. Arn- Mittwoch gedenkt er einer Trauerfeierlichkeit zum Andenken an den Minister Lobanow in ber Botschafts-Capelle beizuwohnen. ES wirb in Kreisen bet russischen Botschaft angenommen, baß da» Programm ber Zarenteise durch den Tod Lobanows keine Abänderung erleidet. Berlin, 1. September. Ucber bie näheren Umstänbe de* Tobe» be» Fürsten Lo banow wirb noch Folgende» an» Petersburg berichtet: Auf bet Station Schepetowka ließ ber Zar ben Zug halten, um mit feiner Gemahlin einen Spaziergang zu unternehmen. Er wat habet von feiner Suite, herunter auch bem Fürsten Lobanow begleitet. Dieser würbe plötzlich unwohl. Er wollte in den Waggon zurückkehren, allein e» war ihm nicht möglich unb er mußte fremde Hilfe in Anspruch" nehmen. Kaum war er in ben Waggon wieder eingestiegen, als ein Schlaganfall feinem Leben ein Ende machte. Berlin, 1. September. Der „Localanzeiger" meldet au* Sansibar: ©alb Kallb unb feine nach dem deutschen Consulat geflohenen Anhänger wurden unter Bedeckung von deutschen Matrosen nach Dat-e--Salaam ringeschlfft. Gerüchtweise verlautet, ber in Sansibar von Wißmann entwaffnete Mabruk wolle abermals rebeQIren. BreSlau, 1. September. Die Reisebispofitlonen bei Zarenpaares würben nicht geänbert. Prag, 1. September. Die Bergarbeiter beschlossen, Ende September einen Generalstrike zu unternehmen. Graz, 1. September. Die fortgesetzten Niederschläge in Steiermark unb Kärnthen haben bereits eine furchtbare wirtschaftliche Katastrophe von unabsehbaren Con« sequenzen herbeigeführt. Rom, 1. September. ES verlautet neuerdings, der Zar statte dem italienischen KöiigSpaare einen Besuch ab. _ CoceU» nnO provinzielle Gießen, ben 1. September. * • Auszeichnung. Se. Kgl. Hoheit ber Grohherzog haben Allergnädigst geruht, am 22. August bem Steuermann Abam Wagner in Mainz bie RettungSmeballle jir verleihen. * * Tagesordnung für bie Sitzung ber Sladtverorbnele»- Berfammlnng Freitag, ben 4. September 1 896, Nachmittag- 3»/a Uhr, pünktlich: 1. AuSloosung zurückzuzahlender Obligationen des 1893er Anlehen». 2. DeSgl. be* 1894er Anlehen». 3. DeSgl. beß 1895er Anlehenß. 4. Gesuch beß H. Winn um Trlaubniß zur Belassung eine» Backsteinhäul- chenß im Neustäbterfelb. 5. Gesuch deß Jacob Diehl um Er- theiluug ber Erlaubuiß zumWirthschastSbetrieb im Hause Riegel- Pfad. 6. Deßgl. beß Wllh. Weidmann im Hause Frankfurter- straße 83. 7. DeSgl. deS Konrad Atzbach im Haufe Leih- gefternertocg 9. 8. Deßgl. beß W'lh. Pfeiffer I. im Haufe Llebigstraße 71. 9. Gesuch beß Wilh. Schomber um Er» laubniß zum Ausschank von Branntwein über die Straße. * * Beginn bei Schwurgerichte» für bei vierte Quartel. Die nächste Tagung beß Schwurgerichts beginnt om 28. September. Alß Vorsitzender wirb Herr Landgerichtß- rath MöbiuS fungiren. Nach unseren Informationen ist anzunehmen, daß bie Verhandlungen länger alß acht Tage bauern werben. Durch Zufall würbe gestern Nachmittag ein Dienstmädchen vom Tode beß Ertrinken» gerettet. In der Nähe ber Schwarzlach auf einem Acker beschäftigt, wollte sich btefelbe im Woog bie Hänbe waschen, wobei fie in» Wasser fiel. Infolge beß badurch entftanbenen Geräuscheß wurde ein in ber Nähe mit seiner Mutter vorbeigehender junger Manu aufmerksam - beide sprangen eiligst hinzu, und gelang e* ihnen, die schon Bewußtlose anß Ufer zu retten, wo fie sich nach einiger Zeit wieder erholte. • • Hasfia-ErluuerungSfeier 1895. Der finanzielle Abschluß der vorjährigen großen Haffla-ErinnerungSfeler an 1870 liegt nunmehr im Drucke vor. Im Gebiete ber neu» verschiedenen Ausschüsse, bie in Thätigkeit waren, betrug bit Gesammteinnahme 129,787.04 Mk, bie GesammtauSgabe 119,278.52 Mk. Die größten Einnahmen hatte natürlich der Finanzausschuß (56,590.95 Mk.) unb ber Wirtschaftsausschuß (55,994.20 Mk.), letzterer zugleich die größte Au*' gäbe mit 41,374.07 Mk. - bann folgt ber Bau» unb Au»« schmückungSau-schuß mit 26,124.65 Mk. u.s.w. Der Rein- Ueberschuß der ganzen Veranstaltung beträgt 9186.97 Mk. * * Bezüglich der Verpachtung von Militaecantlne» hat bem ^Berliner Local Anzeiger" zufolge der Kriegsminister verfügt, baß bte BataillonScommandeure die Santinen nur für die Dauer ihres CommaudoS bei dem Bataillon vergeben dürfen. Bei einem jeden Commandowechsel erlischt der Pachtvertrag, unb eS steht bem neuen Bataillonschef frei, benfelbtn nicht zu erneuern unb bie (Santinen anderweitig zu verpachten. * * Die öffentlichen Abbitten in den Zeitungen bet Beleidigungen nach schlebSmännischem vergleiche find bisweilen derartig, daß fie ihrem Zweck nicht entsprechen, vielmehr oft von Neuem beleidigend wirken. Die SchiedS- mInner (in Preußen) find deshalb, wie eS heißt, angewiesen worden, den Wortlaut dieser »Abbitten- schon bei der Verhandlung mit ben Parteien festzusetzen unb in baS Protokoll aufzunehmen. * * Die Hauptergebnisse der Berufszählung vom 14. Juni 1895 find nun auch für da» Reich zusammengestellt. Danach gehören nach bem Hauptberufe: ,Erwerb»thätige" von 51,770,284 Bewohnern beS Reiches 18,501,307 ber Laub- wlrthschaft nebst den dazu gerechneten Berufen (Gärtnerei, Thierzucht, Forstwirthschaft, Fischerei) an, während 20,253,241 sft'v ‘er |J' Ar ■ * Lr ° b'«.dr, Ä k $.1L* """• 4; [""Mietein iV’Me' yeHtuMi ii,i 5* Nr' ’"" itta« ^Kgoo zurück. n kn ffia0gon H'nttn Lrbrn tin dim bmt|d)tn Bkbrckung Dob schifft. Gnüchl. ®M« klltwchklt ^ipofitlonkll brt eiter beschlofl», 0 unternehmen. 3 Werschlage K i°e furchtbare absehbaren Son- ntuttblngi, der einen Besuch ab. eller. i L September. er Großherzig t dem Steuermann ttungsmedaille za Stadtverorbaeitm tember 1 896, AuSloosung zurück- nS. 2. DeSgl.de» nlehenS. 4. Gesät nt6 BadftdnljQui'- :o6 Diehl um Arp b ImhauseM^s' )ause tzraulsurter- i im Hause Leih» eiffer I. im haule schomber um Ti« tber bk Straße, il vierte Oa-M tchtS beginnt om ptn Lanbgerilhir- Informationen fr zer als acht Taze mittag ein W gerettet. In in schäsligt, M »bei ße ins * iräusches W»** ender juugu^ u, und ßM * retten, w fir W rungSfeier an Gebiete btt veno Daten, GesammtauSS»» >n hatte natüdü , btt mE ich die E Bau- und W uj.w. Der O' Mtliialcanti»' Krieg-°'E die Cantinrn Bataillon ve^ SÄ i* »■ * I* «’S *>■ »M« ’JJfcl» ÄS auf Bergbau und Hüttenwesen, Industrie und Bauwesen, 6,966.845 aus Handel und Verkehr entsallen. Daneben find noch gezählt für die Abthetlungen „Häusliche Dienste" ein« schließlich der „Lohnarbeit wechselnder Art" 886,807, „Beamte aller Art" und „Freie Berufsarten" 2,835,222. Ohne Beruf und Berufsangabe 3,326,862. . »• D>8 Zehr 1896 ist ungemein reich en Pilzen. Der unaufhörliche, vielbeklagte Regen hat viel Pilze gezeitigt. Da empfiehlt eS fich besonders, an daS Aufbewahrrn und Einmachen der Pilze zu denken. Am besten eignen fich wohl für diele Zwecke Stein« und Herrenpilze, Morcheln, Champignons, Pfefferlinge. Dor Allem achte man beim Einkäufen derselben darauf, daß die Pilze hart find. Dieselben werben in kaltem Wasser abgewaschen und zum Abtrocknen auf einem Brette an einem schattigen Orte auSgebreitet. Nach zwei Stunden werden die Pilze in einen unbenutzten Thontopf gelegt und mit Kochsalz bestreut. Auf je zwei Liter Pilze rechnet man 8 Löffel Salz. So stellt man den Topf, mit einer Stürze zugedeckl, über Nacht in den Speiseschrank. Am nächsten Morgen hat sodann daS Salz den Pilzen die Feuchtigkeit entzogen und den Topf mit einer schleimigen Waffermaffe erfüllt. In dieser Feuchtigkeit werden die Pilze gekocht und nach Abkühlung in Büchsen gelegt, bis an den Rand mit Saft angefüllt und, wie alle Einlegefrüchte luftdicht verschloffen. Es empfiehlt fich indeffen, recht kleine Büchsen zu wählen, weil bet dem Oeffnen der Büchsen, nach dem Hinzutritt der Lust, der Inhalt allzu leicht verdirbt. J. TreiS a. b. Lda.. 31. August. Gestern feierte unsere Gemeinde unter großer Betheiligung der Bewohner deö Ortes und der Umgegend das Se bansest. Gegen 3 Uhr Nachmittags versammelten fich am Schulplatz die Mitglieder des Krieger« und Gesangvereins, sowie die gesammte Schuljugend in Begleitung ihrer Lehrer. Der Festzug bewegte fich durch den Ort nach dem romantisch am Walde gelegenen Festplatz. Die Festfeier wurde durch eine von Herrn Lehrer- Kurz gehaltene gedankenreiche Rede eingeleitet, worauf die Schuljugend daS Lied: „Deutschland, Deutschland über Alles" anstimmte. Der ganze Verlaus des Festes war sehr zu- sriedenstellend, insbesondere ergötzten die Gesangsvorträge seitens der Schuljugend und des Gesangvereins die Festtheil« nehmer. Auch der Aufruf: „Au mein Volk" von Theodor Körner, welchen die Knaben der ersten Klaffe vorgetrageu und den ihr Klaffenführer, Herr Lehrer Gerhard erklärte, fand allgemeinen Beifall. Die angenehmen Abwechselungen, die daS Programm des Festes enthielt, erfreuten Alt wie Jung und Groß wie Klein und kehrte ein Jeder befriedigt am Abend nach Hause. 8. Hangen, 30. August. Dahier ereigneten fich in letzter Zeit zwei Unglücks fälle. Vor wenigen Tagen fiel der hiesige Landwirth Philipp Vogt von feiner Scheuer und zwar so unglücklich, daß er infolge der ferneren Verletzungen einige Tage darauf verstarb. Sodann fiel der Spenglermeistrr Dirlamm dahier, als er an einem Haufe in Langd eine Dachkandel anbringen wollte, herunter und liegt nun, wie es heißt, an schweren inneren Verletzungen krank darnieder. Nidda, 30. August. Bei den Wafferleiiungsarbeiten in hiesiger Stadt wurde gestern Nachmittag ein mit Sandsteinen eingefaßter vormaliger Springbrunnen in der Graben- straße aufgedeckt, deffen Alter auf Jahrhunderte zurück zu führen ist. Auch fand man wieder eine Anzahl sonderbar geformter, alter kleiner Hufeisen, mit welchen vermuthllch Kriegspferde beschlagen gewesen find. R. Reichelsheim i. W., 31. August. Zum tiiertcnmale feit der Bahnbau Friedberg — Salzhausen—Nidda begonnen worden ist, ereignete fich in dem Basaltsteinbruche, der zwischen hier und Blofeld liegt und der eine bedeutende Maffe Lhaus- firungSmaterial liefern muß, ein UnglückSfall. Dieser scheint ernster auSzufalleu, als die drei ersten Unfälle, bei denen die Betroffenen nach einiger Z-it wieder arbeitsfähig wurden. Bei dem letzten Falle brachen Steinmaffen, die unterhöhlt waren, zu frühe los und ein schwerer Brocken traf einen Arbeiter an den Kopf. Vier stark blutende Wunden zeigten sich bet dem Beschädigten, der sogleich ohnmächtig wurde. Heftiges Erbrechen trat ein und so oft der Verwundete etwas zu sich nimmt, tritt wieder Erbrechen ein. Starke Gehirnerschütterung, sagen die Aerzte und geben wenig Hoffnung auf Rettung des Schwerverletzten. Friedberg, 1. September. In der Stadtkirche, die sich jetzt in der Renovation befindet und die in rein gothischem Stile ausgeführt ist, wurden vor einigen Tagen in den Gewölben alte spätromanische Gewölb- und Wand« malereien mit reichem Figurenwerk unter dem Putz auf- gesunden. Die Gewölbe werden jetzt freigelegt. Diese sehr schwierige Arbeit ist dem Maler Georg Hieronimus hier übertragen, der bereits hiermit begonnen hat. Die Wiederherstellungsarbeiten selbst, zu denen das Großh. Ministerium 100,000 Mark bewilligt hat, find dem Herrn R. Opfermann, Architeet in Mainz, zugewiesen worden. Man hofft, in vier Jahren die Kirche dem Gottesdienste wieder über« geben zu können. -o- Aus dem Nordosten OberheffeuS, 31. August. Mehrere an der äußersten Peripherie des Schwalmthal-Sänger- bundeS wohnhaften Verelie find der zu großen Entfernung von den meisten ZusammenkunftSorten und des Mangels der zur Ausgleichung solcher Unbequemlichkeit geeigneten Verkehrsmittel wegen aus jener Verbindung ausgetreten und beabfichtigen nun — soweit eß die geographische Lage der betreffenden Orte zuläßt — fich einem in dem hiesigen Theile unserer Provinz neu InS Leben zu rufenden Sängerbünde anzuschllehen. An der behufs Berathung über die Gründung eines solchen auf Anregung des Gesangvereins zu Schlitz nach Lauterbach anberaumten Versammlung beteiligten sich in corpore außer dem schon erwähnten Verein die Gesangvereine Liederkranz'Lauterbach, Liederkranz«Maar und Sänger- krelS.Landenhausen, durch Deleglrte der Gesangverein HebloS und Liederkranz Alsfeld. Als erste und Hauptaufgabe deS neu zu gründenden Bundes ist nicht die Förderung des Kunst-, sondern vielmehr des schlichten BolksgesangeS zu betrachten. Es wurde hierauf die Gründung eines Sängerbundes für die hiesige Gegend einstimmig befchloffen. Auch wurde sofort eine Commission mit dem Entwurf der Statuten beauftragt, welche biß um Weihnachten l. I. fertiggestellt sein sollen, um nach vorheriger Zusendung an die einzelnen in Betracht kommenden Vereine schon im nächsten Frühjahr einer enbglltlg beschließenden Delegirten - Versammlung vor« gelegt werden zu können. Mainz, 31. August. Für die von hier nach WormS kommenden beiden Bataillone deS Jas. ReglmenkS Nc. 118 werden, wie mitgetheilt wird, baß 2. Bataillon btß Regiments Nr. 88 von Diez unb baß 3. beß Regiments Nr. 87 von Hanau hierher verlegt werben. Mainz, 31. August. Vor einigen Tagen durchlief alle Zeitungen die Mtttbellung, baß bei Laubenheim ein 16 Jahre altes Mädchen von zwei Handwerksburschen überfallen, beraubt unb In ben Rhein geworfen worben sei. Wie eS sich nun nachträglich herausstellt, ist an ber ganzen Geschichte kein wahres Wort. DaS Mäbchen hat alle Be- Hörden getäuscht. Dertetyr, unb VsU-wirttzlchaft. «teße«, 1. September. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochmmorkt kostete: Butter pr. Pfb. X 0,90-1,05, Hühner eie, pr. St. 6 A, 2 St. 00- 0 H, Enteneier 0 2 St. 0 H, Ghffe- eier pr. St. 00—00 Käse pr. St. 5—8 -A, Käsematte pr. St. 3 A. Erbsen pr. Liter 15 Linsen pr. Liter 26 A, Tauben pr. Paar X 0,50 biß 0,70, Hühner pr. Stück 0,90 dis 1,00, Hahnen pr. Stück X 0,50-0,85, Enten pr. Stück X 0,00-0/ 0. Gänse pr. Pfund X 0,00-0,00, Ochs.nfleisch pr. Pfd. 70-74 H, Kuh« und Rindfleiich pr. Psd. 64-68 H, Schweinefleisch pr. Psd. 56 btß 66 4, Schweine- fletsch, gesalzen, pr. Psd. 70 A. Kalbfleisch pr. Pfd. 60—00 A» Hammelfleisch pr. Pfd. 60-70 A. Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,00 Ml 6,50 X, Weißkraut pr. Stück 0-00 A, Zwiebeln pr. Centner X 3,50—4,00, Milch pr. Liter 16 * Witterungsbericht vom 3L August. Die Luftdruck-Verthetlung gestaltet sich heute viel gleichmäßiger als in ben letzten Tagen, da« Maximum im Nordosten hat noch an Intensität gewonnen. In Central-Europa ist der Barometerstand etwas gesunken; da aber gleichzeitig über dem übrigen Erbt heil eine Zunahme des Luftdruckes eingetreten ist, haben die gestern noch bestehenden Luftdruckunterschiede zwischen dem Nord^und Südfuße der Alpen sich ausgeglichen und ist demnach in vüddeutschland, zumal in den südlichen Thellen deffereS Wetter eingetreten. Von der nordwestlichen Depression hat sich nur noch eine flachere über Süd» England und über dem Canal erhalten. Dir Temperaturen find meist etwas gestiegen. »oiaoiWetii»« «ittrama r Von Morgen- unb Abendnebeln abgesehen meist heiteres und etwas wärmeres Wetter. Temperatur der Lahu und Luft nach Reaumur gemessen am 1. Septbr., Mittags zwischen 11 und 12115t: Wasser 13, Luft 15°. Rübsamen'fche Badeanstalt. Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage : Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald unb hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wirb und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mtt Farbstoff erschwert), unb hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegen« satz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die ber verfälschte« nicht. Die «eideusadrike« 61. Henneberg (k. u. k. Hoflieferant) Zürich versendet gern Muster von ihren echten Seidenstoffen au Jedermann unb liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und steuerfrei in die Wohnung 24 Faselochs. Donnerstag den 3. September l. I., Vormittags IO Uhr, wird auf hiesiger Bürgermeisterei ein der hiesigen Gemeinde gehöriger, abgängiger Faselochse meistbietend versteigert. Allendorfa Lda., 29. August 1896. Gr. Bürgermeisterei Allendorf a. Lda. ____________Rein.________7735 Donnerstag den 3 Sept. L I, Nachmittags 2 Uhr, im »tlblet* zu Gießen versteigere ich öffentlich gegen Baarzahlung: 1 Partie Nutzholz, 15 Gentner Heu, 1 Pferd, 1 Metzger wagen, 1 Handkarren, 2 Hobelbänke, 1 Nähmaschine, 1 Büffet, 1 Secretär, 1 Berticow, 1 Consol, 3 Kleiderschräuke unb sonstiges Mobiliar; ferner 1 Zweirad (mit Pneumatik), zwei SophaS, 1 Sopbatlsch, 1 Anzahl Milltärmützen, Bilder ic. Versteig, theilw. bestimmt, insbes. Abf. 2. 7764________S«gel. Gerichtsvollzieher. r™Tnpfbhlungenr™| SM. Schlachthaus. Freibank. 7766 Heute und morgen: ivchsensteisch nicht ladenrein, pr. Pfd. 54 Psg. Die Freibank bleibt bis 10 Uhr Abends geöffnet.___________ Paradiesäpfel zum Einmachen sind in größeren und kleineren Partieen abzugeben bei Frau Balßer, 7580 Wiefeckerweg 24. Schellfische !H Saison- ♦ per Pfund 18 Pfg, nur frische Maare | — — ä im.Rebstocks Ausverkauf | Gebrannter Kaffee ein vorzüglicher, Apreiswürdiger und ^.Mächler Bohnenkaffee wird tmt allein hergestellt von P. H. Inhoffen. Kaiserl. K. Hoflieferant.^ Grösste Dampf-Kaffeebrennerei in Bonn. 80, 85, 90, 95 unb LOO.Pfg. per */2 ffd.-Packet. SS sind Nachahmungen im Handel, vor diese« sei gewarnt! Man verlange nur | Kaffkk mit dm Kürkll! | Zu haben in Giessen bei: Ehr. Kieker, Neustadt 55. loh. Haillbach Mwe., Marbrgrstr. 29. I. Häuser, Ludwtgstraße 36. (5. Herd-rdi, Marktplatz. 7402 i. Kalkhof, Westanlage. Alb. Köchiiu, Ecke Weser-u. Steinstr. Jolj. Will). Kun, Neustadt. leier feppla, Neustadt. -rih sssuq Lachfgr., Dammstr. 34. fibm. r-ih, Wallthorstraße 23. 6eorg Wohl, Bahnhofstraße. Friede. Muller jr., Neustadt. W. 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