1896 Sonntag den 2> August Amts- rmd Anzeiseblcitt für bett Kreis <8ie^en. en. | Hratisöeitage: Gießener Aamikienbtätter 7000 Ben der be- nidt z Neustadl wurde. (Fortsetzung folgt.) A! l«H. ] gelassen werde. Worten weg: Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» Agenden Tag erscheinenden Nummer bi- Dorm. 10 Uhr. • AuS Mainz wie er wohl selten rintgen Tagen zum Vilhelm I iufet J M itag de» )6, stürmen". Bajonette am Arm Höpsner ttcet tsuiufil. e 20 ri ISS, n mit srii wärtigen Vereine, welche ebenfalls zahlreich erschienen waren, betont, daß ungeachtet aller Achtung vor der hundertjährigen Jubilarin man doch an die Erwerbung einer neuen Feuer- spritze statt der ehrwürdigen Reliquie denken sollte. Fast hätte eine solche gewaltthätige Weise sein Haus zu be- Dabei bekam seine Tochter, die unter die gefällten liste mit einem Werth von 200 Mk. angeführt. Bet dem PreiSschiehen fielen die beiden Figuren einem Herrn auS Chemnitz als Preise zu. In seiner Heimath angekommen, ließ der Schütze die beiden Figuren abschätzen, aber der Experte taxirte sie nur auf 130 Mk. ab. Nunmehr verlangte der Schütze, die Mainzer Schützengesellschaft solle ihm die Differenz im Betrag von 70 Mk. herauöbezahlen, und als die Gesellschaft sich weigerte, strengte der Chemnitzer Schütze eine Klage gegen die Gesellschaft an. In der Gerichtsverhandlung bestritt der Vertreter der Schützengesell- schast, daß der Kläger das Recht habe, eine Entschädigung ziu verlangen- die beiden Figuren seien von der Gesellschaft als Preis bei dem Concurrenzschießen bestimmt worden und d-r Schenkgeber habe für dieselbe die Summe von 200 Mk. in einem reellen Geschäfte bezahlt. Man brauche auch nicht duese Kunstgegenstände auf Heller und Pfennig abzuschätzen, fir den Einen hätte ein Gegenstand diesen, für den Anderen jraen Werth und der Preis von 200 Mk. entspreche dem Handelswerth. Das Gericht schloß sich diesen Ausführungen an, wies den Kläger mit seiner Klage ab und verurtheilte ihin auch noch in bte entstandenen Kosten. Von Rechtswegen. * Man muß die Feste feiern, wie sie fallen, müffeu die Kärger deS Ortes U. am Main denken. Sie feierten nämlich den hundertjährigen ErinneruugStag des Besitzes einer Feuerspritze. Tagreveille, Festzug, weißgekleidete Jung- flauen und ein Festmahl, alles wurde richtig und nobel, wie es sich gebührt, abgehalten, nur bei der Festrede gab eS ebnen kleinen Mißklang, indem einer der Vorstände der auS- der 50 P es da eine Prügelei gegeben. * Auf der Berliner Gewerbe-AuSstellnug ist besonders gut die FeldbahN'Jndustrie vertreten. Speciell hat die Firma Arthur Koppel, Feldbahnfabrik, Bochum i. W. (Centralhaus Berlin N.-W. 7) sich Mühe genommen, dem Beschauer ein möglichst übersichtliches Bild über die gesammte Entwickelung und verschiedenen Anwendungen der schmalspurigen Bahnen vorzusühren. Wir sehen da GeleiS- anlagen für die Landwirthschaft, für Fabrikhöfe, für Ziegeleien, Kleinbahn- und Waldbahnstrecken, Weichen und Drehscheiben verschiedener Systeme in sehr accurater Arbeit. Von Wagen sind verschiedene Sorten Ziegel- und Kippwageu ausgestellt. Daneben stehen große Waldbahnwagen und Güterwagen, Etseubahndraisinen rc. Verschiedene neue Methoden find hier- bet angewandt, auf die es hier zu weit führen würde ein- zugehen. Den Abschluß der Ausstellung bildet ein eleganter Pavillon aus Eichenholz, welcher das AuSftellungSbureau der Firma enthält und ferner eine große Sammlung von Zeichnungen, Photographieen von Anlagen, welche die Firma in den verschiedensten Welttheilen ausgeführt hat. — Vielen Besuchern der Ausstellung auS dem Westen Deutschlands war eS interessant, hier die ihnen wohlbekannte Fabrik vertreten zu finden und aus ihrer sorgfältig vorbereiteten Ausstellung ein Bild darüber zu gewinnen, wie diese Firma einerseits unermüdlich im Schaffen neuer Constructionen, eS auch andererseits verstanden hat, der deutschen Industrie immer neue Absatzgebiete zu erschließen und im wahren Sinne deS Wortes auch in den entferntesten Ländern bahnbrechend für sie zu wirken. ~ , * ©erlin, 28. Juli. Im öffentlichen Fuhr» betriebe waren am 30. Juni dss. IS. 5095 Droschken 1. Klaffe, 2345 Droschken 2. Klaffe und 169 Gepäckdroschken, zusammen 7609 Droschken, ferner 420Omnibusie, 298 Thor- wagen und 1499 Straßenbahnwagen in Betrieb, darunter wurden 36 Wagen electrisch betrieben. Unfälle kamen vor I im Vierteljahr April—Juni dieses Jahres beim Betriebe der vierttllähriger JWo»»emc*bytetoi 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Zch»lstraße Zlr.7« Fernsprecher 51. Mr. 180 Zweites Blatt sonen schwer und 13 leicht verwundet. ♦ Plaueu i. Vogtl., 28. Juli. Daß Eltern ein auf rathsel- haste Weise verschwundenes Kind nach langen Jahren unvermuthet wiederfinden, ist wohl zuweilen in Romanen zu lesen, aber bei den geordneten Zuständen im Deutschen Reiche erscheint ein solches Vorkommniß auSgeschloffen, und doch hat sich ein derartiger, nach allen Seiten vollkommen beglaubigter Fall soeben hier zugetragen. DaS sechsjährige Mädchen der Eheleute Vetters in der nahen Fabrikstadt Reichenbach i. V. verschwand vor acht Jahren spurlos. Die Eltern waren außer sich- in der ganzen Gegend war man lange Zeit in Aufregung und betheiligte sich an den Nachforschungen, aber sie blieben ohne Erfolg. Vor einigen Wochen tauchte nun in einem thüringischen Dorfe ein 14jährigeS Mädchen auf, das, ohne allen Unterricht ausgewachsen, von Zigeunern dort zurückgelaffen worden war und über seine Herkunft keinerlei Angaben machen konnte. Die behördlichen Ermittelungen veranlaßten das Vetter'sche Ehepaar, sich nach dem Mädchen zu erkundigen und sie erkannten in ihm infolge mancher Zeichen ihr eigene« Kind, daS sie, obgleich es keinerlei Erinnerung an sein Leben im Elternhause erkennen ließ, doch in der Gewißheit, sich nicht zu irren, mit nach Hause nahmen. Dort im Hause und im Garten der Eltern erwachte auch allmählich die Erinnerung, und daS Kind begann nach Ge- räthen, nach Beerensträuchen und Fruchtbäumen zu fragen, die in den frühesten Jahren seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatten, aber seitdem beseitigt waren. Die Zigeuner pflegen die Beschuldigung deS Ktnderdiebstahls mit den Worten abzuweisen, daß fie eigene Kinder genug hätten- hier liegt einmal ein Fall vor, in welchem die Entführung eines Kindes durch Zigeuner zweifellos Thatsache geworden ist. ♦ Charley's Taute aus dem Velociped. Aus Karlsruhe wird der „Frkf. Ztg." vom 25. Juli geschrieben: Die badische Residenz steht seit gestern unter dem Zeichen icÜich Praktik «llr «unoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Moriz Höpfner sah aus dem Garten kommend auf dem Brand den Zusammenlauf der Studenten, und da er den nahen Streit voraussah, ging er heim und veranlaßte zwei bei ihm wohnende Studenten noch einige andere am Brand abzurufen. Sie kamen auch und saßen nun zu sechs im Hausähren Höpfner's und tranken Bier. Da wurde Generalmarsch geschlagen und die Soldaten der Garnison liefen mit Schnoppsäcken, Ober- und Untergewehr durch die Gassen. Aber keiner der sechs Studenten verließ das Haus. Etwa i/4 Stunde später kam ein starkes Commando unter Führung des Hauptmanns v. Nagel auf Höpfner's Haus zu- die Tochter wollte die Thür zuschließen, doch wurde so stark mit Flintenkolben von außen dagegen gestoßen, daß sie die Thür um so mehr wieder aufmachte, als ein Fenster daneben mit einem Flinkenkolben eingestotzen wurde, v. Nagel drang nun mit 10 Soldaten gefällten Bajonetts in das Haus ein und bis in das Höfchen vor. Die sechs Studenten hatten sich vorher in andere Hausräume geflüchtet, einer aber bekam einen so hestigen Kolbenschlag ins Gesicht, daß ihm die ganze Nacht Aufschläge gemacht werden mußten. Höpfner trat Nagel mit Herzhaftigkeit, ober doch mit Bescheidenheit entgegen und fragte, ob es erlaubt sei, einem ehrlichen Bürgers- ntann auf '"”n fAwvnnütfintinp SFRpife fein .fmus ru be- gerochen war, einige Verwundungen am Auge und und einen starken Stoß an die Stirn. Als sich er Ar> fl in enfW' eh-lrmB-i way“- der, , von es ud)t ait 9# 1 hier gesehen". So war die vom Landgrafen eingesetzte Commission nach noch nicht vierzehntägiger Thätigkeit auseinandergefallen. Ein Versuch, v. Wrede zum Wiederkommen zu bestimmen, scheiterte an seiner Erklärung, man habe bei Müllers Aussage seine Stimme nicht achten wollen, darum komme er micht wieder: v. Rohr dagegen erklärte sich bereit, wieder am den Sitzungen cheilzunehmen. Ueber diese unangenehmen Ereigniffe ging nun abermals am ausführlicher Bericht nach Darmstadt. Wie der Landgraf fcie Weigerung v. Wrede's aufnahm, erfahren wir nicht aus imferen Civilakten, jedenfalls wurde die Untersuchung ohne iihn weitergeführt. Freilich war sie erschwert und gehemmt Lurch die Abwesenheit der Studenten, die offenbar infolge Ler mangelhaften Naturalverpflegung in Gleiberg und Krofdorf twährend des Auszugs theilweise in die Heimath zurückgekehrt waren. Der Senat bemühte sich vergeblich, durch die Pedellen, Üie nach Krofdorf geschickt wurden, die Studenten oder aller- wcnigstens die Stipendiaten zur Rückkehr in die Stadt zu Der Soldat Müller sagte aus, er sei von zwei nannten Offiziersburschen aufgefordert worden, mitzugehn, sie wollten ihn zehrfrei halten und den Abend Studenten fchmeißen. Er wollte aber aus Furcht vor Strafe nicht. Da wurde ihm gesagt, sie hätten den Auftrag von ihren Offizieren, sie würden nicht gestraft. Trotzdem ging er nicht mit, wurde aber noch am späten Abend aus seinem Ouartier durch einen Unteroffizier geholt, kurz ehe Alarm geschlagen Noch während dieser Vernehmung erklärte der Comman- bant v. Rohr, der Soldat Müller sei ein simpelhafter Mensch un) unglaubwürdig und ging aus der Sitzung weg. Die anderen Herren der Commission aber erklärten, sie hätten nicht den Eindruck gehabt, als wenn Müller blödsinnig fei und bestanden daraus, daß sein Protokoll bet den Akten Nun ging auch Oberst v. Wrede mit den Ich empfehle mich Ihnen, mich haben Sie Feuilleton. JUTertet über Sludentenauszüge. Von Dr. O. Buchner. (Nachdruck verboten.) (5. Fortsetzung.) Vermischtes schreibt man der „Kl. Pr.": Ein Proceß, die Gerichte beschäftigt Hai, kam hier vor AuStrag. Bei Gelegenheit deS elften deutschen Schützenfestes, das vor zwei Jahren dahier stattfand, stiftete ein Vorstandsmitglied deS hiesigen Schützenvereins einen Preis, bestehend aus zwei Broncefiguren „Krieg und Frieden", nach dem Original auf dem Nrttionaldenkmal dargestellt. Der Schenkgeber hatte die beiden Statuen in einem hiesigen Geschäft um den Preis von 200 Mk. erstanden utib es wurden daher die beiden Figuren in der PreiSfchieß- Der chletzeuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener P»«trie«vlLlter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Keneral-Unzeiger. bestimmen. Sie verweigerten dieses hartnäckig. Der Senat verhehlte sich nicht, und sprach es auch dem Landgrafen gegenüber aus, daß strengere Maßregeln die übelsten Folgen haben könnten, wie in Jena, wo 400 Studenten mit Sack und Pack nach Erfurt abgezogen seien. Hier sei zu befürchten, daß namentlich die Ausländer, unter welchen sich mehrere vermögende und gesittete junge Leute befänden, nach Marburg überzögen, nicht wenige Inländer aber bis zur völligen Wiederherstellung der Ruhe nach Hause gingen. All das sei aber für die Universität höchst nachthetlig. Der Bericht schloß mit der Bitte um Verhaltungsbefehle und eine Verordnung , durch welche die Studenten beruhigt würden und weiteren Mißhelligkeiten vorgebeugt würde. Als sich nun gar die Nachricht in der Stadt verbreitete, 150 Marburger Studenten hätten sich mit denen von Gießen in Krosdorf vereinigt, um gemeinsam in die Stadt zu ziehen, stieg die Sorge vor schweren Ereigniffen sehr hoch. Generalmajor v. Rohr gab an den Thoren den Befehl, keinen Marburger Studenten einzulassen und die Wachen sollten durch Pedellen verstärkt werden. Pedell Stein aber, der zur Ausforschung nach Krofdorf ritt, kam mit der beruhigenden Nachricht zurück, es sei daselbst kein einziger Marburger Student. So mußte die Untersuchung der Hauptsache nach ohne die Aussagen von Studenten fortgeführt werden, was um so eher anging, als sie hauptsächlich die Ereigniffe nach der Schlägerei in der Braugaffe und am anderen Morgen vor dem Auszug betraf. Canzleidiener Schmuzler war während des Tumults auf dem Brand mit seiner Frau in der fürstl. Canzlei im alten Schloß. Dann kam noch eine Frau aus der ^tadt und die Thür wurde wieder verschloßen. Zwischen 9 und 10 Uhr kam eine Patrouille von 10-15 Mann unter Befehl des Hauptmanns Stutzer an die Canzlei und verlangte Em aß, es hätten sich Rebellen in das Haus geflüchtet, es solle ausgeschlossen werden. Schmutzler verweigerte es, er könne nur auf Befehl feiner Vorgesetzten öffnen- übrigens sei außer ihm keine einzige Mannsperson im HauS. Da rief em Unteroffizier, man solle die Thür einschmechen und trat sehr hefttg gegen dieselbe. Doch zogen sie nachher ab, der Offizier drohte aber noch, es solle alles, was aus der Canzlei herauskomme, gefangen genommen werden. Der Lieutenant der Schützencompagme und Kramer iad. NM tftl auch darüber beschwerte, antwortete Hauptmann v. Nagel, wenn sie nicht sogleich das Maul hielten, werde er sie alle auf die Wache bringen lassen. Unterdeß hatte sich die älteste Tochter mit Lebensgefahr durch die Bajonette zur Hausthür gemacht und wollte um Bürgerhülfe schreien. Da kamen Hauptmann v. Stofch und Lieutenant v. Gall und baten um Gotteswillen, nicht zu rufen und versprachen, allen verursachten Schaden zu ersetzen, v. Nagel hatte unterdeß das Höfchen ohne Erfolg nach Studenten durchsucht und verlangte nun ein Licht, um auch den Stall zu durchsuchen, doch verweigerte Höpfner der Feuersgefahr wegen ein solches zu stellen. Nun wurde v. Nagel von v. Stosch abgerufen und die Soldaten zogen mit ab. E I Pferdebahnen 521 und beim Betriebe der Omnibus-Gefell- schäften 45. Von den durch den Pferdebahnbetrieb hervor- gerufenen Unfällen hatten zwei den Tod der dabei Ver- unglückten zur Folge- 50 Menschen wurden schwer und 194 leicht verletzt- unverletzt blieben 275. Auch beim Omnibusbetriebe wurden zwei Personen getödtet, 16 Perlgen aus. lausgehob. asten „Lharleh'S Tante", die eine wahre Wallfahrt nach dem Stadtgartentheater hervorgerufeu hat. Bet 25 Grad Hitze ausverkaufte Theaterhäuser und ein von Glück strahlender Theaterdtrector —, allein schon eine Sehenswürdigkeit. Und das hat Charley's Taute gethan, die Herr Wander vom Wiesbadener Hoftheater in dezenter Weise, soweit dteS bei dieser geschätzten Dame überhaupt möglich, zur Darstellung bringt. Die pi&ce de resistance ist die Flucht der Tante vor dem Advocaten Spittigue auf dem — Belociped, ein Tric, der das, wie mau sieht, für den echten Humor em» psängliche Publikum veranlaßte, Freudenthräueu zu vergießen. • Zürich, 25. Juli. Der Strike in der Heune- berg'schen Setdenfabrik in Zürich-WolliLhofeu kann der „N. Zür. Ztg." zufolge als beendet gelten. Bei der Wiederaufnahme der Arbeit am Donnerstag meldeten sich über hundert Arbeiter, am folgenden Tage kam weiterer Zuzug, so daß die Arbeit sowohl in der alten wie in der neuen Fabrik wieder ausgenommen werden konnte. Den Arbeitern, die sich nicht am Strike leiheiligt haben, hat Herr Henneberg während der ganzen Dauer der Schließung der Fabrik den vollen Lohn auszahlen lasten, uw sie vor einer Schädigung zu bewahren. £iteratur unb Knnft — Im Verlag von Emil Roth in Giehen erscheint in den nächsten Tagen: »DaS Grundbuch- und Hypothekenrecht der neuen bürgerlichen Gesetzgebung für das Deutsche Reich. Unter besonderer Berücksichtigung der hessischen und preußischen Gesetzgebung, dargestellt und erörtert von Landgericktsrath Dr. G. Best in Darmstadt." Erster Theil: Grundbuchrecht 8°. 9 Bogen. Preis 2 Mk. DaS Werk enthält eine systematische Darstellung des neuen Grundbuch- und Hypothekenrcchts. Behufs besseren Verständnisses der materiellen Normen verbreitet es sich zugleich über die künftige Gestaltung der Grundbücher, sowie der Grundbuchbehörden und das Verfahren der letzteren bei Führung der Grundbücher. Durch die vergleichende Berücksichtigung des hessischen und preußischen Rechtes, sowie durch die Beifügung verschiedener erläuternder Formularie» dürste das Werk für die gesammten juristischen Kreise von hervorragendem Jntereste sein. Dies ist umsomehr der Fall, als gerade auf dem Gebiete des Grundbuch- und HypothekenrechteS die Einführung deS neuen Gesetzbuches vielfach fundamentale Aenderungen der bestehenden Zustände mit sich bringt. DaS Werk, dessen zweiter Theil Anfang September d. I. erscheint, sei allen Interessenten bestens empfohlen. _____________ — Mit einem glänzenden ersten Heft führt sich wieder der neue. 45. Jahrgang der »Jllustrirte« ötli* (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) ein. Der Reichthum an Bildern ist ein außerordentlicher. Den Reigen beginnt eine doppelseitige farbige Kunstbeilage nach dem Gemälde von E. Rau: „Noch an schön'n Gruß!" — eine Leistung ersten Ranges, und nicht minderes Lob ist dem einteiligen farbigen Kunstblatt, dem drolligen Genrebild „Erster Versuch" von M. Wunsch, zu spenden. Die sorgfältigsten Holzfchnite aus allen Gebieten schließen sich an. Wer Soldatenerinnerungen ausfriichen will, wer die Berliner Dtenftbotenfrage ftubiren möchte, wen ein packendes Geschichtsbild reizt, oder wer lieber einsam in schöner Natur schwelgt, — sie alle finden für jede Seite ihres Geschmackes reizvolle Bilder. Wer aber gern in tiefsinnigen Räthsel- fragen sich verliert, dem winkt ein köstlicher erster Preis: Ein großes Gemälde im werthoollen Goldrahmen — »Vom Hochgewitier überrascht." — Aus dem reichen Textmaterial, dessen Geist eine Fülle spannender und hochinteressanter Aufsätze au5 allen Gebieten characterifirt, seien nur die leitenden Romane hervorgehoben: „Die Fahrt um die Erde" von Wilhelm Meyer-Förster, ein großer moderner Roman von scharfer Eharacertstik und feinem Humor — und „Das Pharaonenarmband" von A. Groner, eine Criminal- geschichte von stärkster Spannung. Schon dieses eine reiche, vornehme erste Heft läßt ebnen, was der neue Jahrgang (bei dem billigen Preis von nur 30 Pfennig pro He't) in seiner Gesammtheit bieten wird. Das erste Heft ist von jeder Sortiments- und Col- portaae-Buchhandlung zur Ansicht zu erhalten. Fortschritte der Lebens-Versicherung in Deutschland. Aus der bekannten statistischen Abhandlung über „Zustand und Fortschritte der deutschen Lebens Versicherungs-Anstalten", welche in der nächsten Zett für das Jahr 1895 zur Ausgabe gelangen »tr| dürften folgende Ergebnisse allgemeinstes Interesie in anfprtä nehmen. In der eigentlichen Lebens-Versicherung, alS welche nur die i, erster Linie der Famllienoersorgung dienende Kapttal-Verstcheruo« auf den Todesfall in ihren verschiedenen Formen anzusehen tst würben im vorigen Jabre von den 42 deutschen LebenS-Versicherunas. Anstalten 99,262 neue Versicherungen über zusammen 447,353 230 Mk übernommen. Dagegen schieden 1748 Derstcherungen über 9,164.27:. durch Zahlbarwerden bei Lebzeiten der Versicherten, ferner 17,042 vn sicherungen über 66,096,251 Mark durch Ableben der Versicherten sowie endlich 29,361 Versicherungen über zusammen 111,515,131 Mx durch Rückkauf und Verfall auS. Der Verficherungsbestand bn 42 Anstalten, der zu Aniana deS Jahres 1895 auf 1,080,466 sicherungen über 4,579,760,569 Mark sich belief, vermehrte sich baba im vorigen Jahre wieder um 51,111 Versicherungen über 260 577,57*; Mark und hob sich dadurch auf 1,131,577 Versicherungen übn 4,840,338,145 Mark. Au fällig gewordenen VerficherungsfumA» sind im vorigen Jahre inSgesammt 74,638,374 Mark, und 65,474,102 Mark für gestorbene Versicherte und 9,164,272 Marth. Lebzeiten der Versicherten zur Auszahlung gelangt. Diefe recht ansehnlichen Ziffern geben von der segensreichen Bedeut^ der Lebensversicherung Zeugniß. Bemerkenswertb ist daß die ält* deutsche Lebens-Versicherungs Anstalt, die im Jahre 1827 gegrünte LebenS.VerstcherungS'vank für Deutschland zu Gotha, zugleich auch den größten Verficherungsbestand aufzuwetien hat, bq also keine der zahlreichen nach ihr gegründeten Ansialten nt im Geschäftsumfang einzuholen vermocht bat. Ihr Versicheruoztz, bestand belief sich Ende 1895 auf 691,689,800 Mark. Die nächii- größte Gesellschaft, die im Jahre 1857 gegründete „Germania- t, Stettin, hatte Ende 1895 einen Ledens Vcrstcherungsbestand och 467.364,723 Mark. Die Mehrzahl der in Frage stehenden 43 deutsch,i LebenS-DersicherungS-Anstalten schließt außer eigentlichen Leden-, Derficherungen auch noch andere, auf das Leben der Menschen bezügliche Versicherungen ab, insbesondere Begräbnißgeld-, Ausstkmr- Unfall- und Renten-Versicherungen. Im Vergleich zur eigentLtfca Lebens-Versicherung sind jedoch alle diese Nebenzweige nur oci untergeordneter Bedeutung, abgesehen etwa von der sparkassrnäbn- lieben sogenannten Arbeiter- oder VolkS.Verficherung, die neuerbinp* auch von einigen deutschen Lebens-VersicherungS Gesellschaften tt größerem Umfange und mit zum Theil überraschend gutem Erfolge ausgenommen. sjtfM' u w 1 WP' 2chl> Kohlen- und Hoh-Neserung. Die Lieferung der für das Großh. Provinzial - Arresthaus dahier pro 1896/97 erforderlichen Steinkohlen und des Brennholzes und zwar: ca. lOOO Ceutner reine Stückkohlen, ca. 600 Ceutner gewaschene Nußkohlen, 30—50 mm Durchmesser, beide aus der Grube Mansfeld, und ca. 30 Rmtr. Tauueu-Scheit- und Prügelholz soll im Wege des öffentlichen Angebots unter den in Anlage A. zu dem Ministerial Erlaß vom 16. Juni 1893 enthaltenen allgemeinen und den von dem Unterzeichneten ausgestellten besonderen Bedingungen, welche aus der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft zur Einsicht offen liegen und gegen Erstattung der Schreibgebühren bezogen werden können, vergeben werden. Versiegelte Angebote sind kostenfrei bis zum Eröffnungstermine: Samstag den 8. Auguft 1896, Vormittags IO Uhr, auf der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft dahier, Justizgebäude, nieder« zulegen. Der Zuschlag bleibt 3 Tage vorbehalten. 6619 Gießen, den 17. Juli 1896. Der Großh. Erste Staatsanwalt beim Landgericht der Provinz Oberhessen. Dr. Güngerich. Die Deutsche Gasglühlicht-Actieu-GeseWaft iu Berlin hat ihre Preise für Glühkörper (s. g. Strümpfe) herabgesetzt und sind wir daher in der Lage, einen Glühkörper (Strumpf) vom 1. August d. I. ab zu Mk. 1.40 «anstatt seither M. 1.80) abzugeben, während der Preis eines vollständigen Apparates, wie seither, von Mk. 5.— beibehalten bleibt. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß wir vertragsmäßig verpflichtet sind, Auer'sche Glühkörper auch nur für Auer'sche Brenner abzugeben. Die Glühkörper werden von uns auf dem Preß-Gasapparat vorbereitet, wodurch größere Haltbarkeit und hohe Leuchtkraft erzielt wird. Gießen, den 28. Juli 1896. 6869 Städtisches Gas- n. Wasserwerk Giessen. Neueste, beste und billigste Schreibmaschine D.R.P. 84528 „Graphic“ D.R.P. 86382 5 L er- n 1 2. 5' E u P* :Q ■ V Die „Graphic“ kann von 3e&etttie«n ohne Vorübung sofort benutzt werben. Die „Graphic“ ist in Folge ihrer einfachen Construct^on keinen Reparaturen unterworfen. 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S X £ 5-3 ‘ Meiner werthen Kundschaft von Gießen und Umgegend hierdurch zur Nachricht, daß ich mein Barbier- und Friseurgeschäft von Bahnhofstraße Nr. 58 nach Bahnhofstraße Nr. 51 verlegt habe. Indem ich für das mir bisher geschenkte Vertrauen bestens danke, bitte ich, mir dasselbe auch fernerhin bewahren zu wollen. i >s«» E chiral L Separat- ö. 1(f, Neuenweg & Az ® Hochachtungsvoll C. J. Wegmann, Erbsen zur Stoppelsaat empfiehlt 6907 offeriren 8t Co,, mein eifrigstes Bestreben sein, meine Kundschaft nur guter Waare zu bedienen und bitte ich um Hochachtungsvoll S. Rothschild. Wegen Umbau meiner Magazine und Vergrößerung meiner Ladenlocalitäten iin ich genöthigt, um während der Bauveränderung Platz zu gewinnen, meine bedeutenden Vorräthe in Möbel-, Spiegel-, Polsterwaaren, Teppichen, Vorhängen etc- möglichst zu reduziren und habe ich bis zum IO. August einen Ausverkauf zu erniedrigten Preisen arrangirt. Insbesondere mache auf meine große Auswahl in Teppichen und Läufern, Linoleum etc. aufmerksam! ssos )tr: ünheimer »en, pla| 3. | l Aal' 'grsSLft Ml- Gebrüder Weil in Frankfurt a. M. Concessionäre der Firma Metzeler & Co. in München. Niederlagen in Giessen: C. A. Faber; W. Hosch; C. Liebrichs Nachf.; Brüder Schmidt; J. Schellenberg. In Wetzlar: Fritz Brenner; Anton Waldschmidt; Rud. Spiess. In Friedberg: Chr. Hess. In Bad- Nauheim : H. Kegelmann; Rich. Schwab. In Alsfeld: G. Waldeck Wwe. obigen Werkes und halte mich verehrlichen Interessenten bestens empfohlen. 6701 Hochachtungsvoll Emil Schmall. -tod Geschäfts-Empfehlung, rreo Dem geehrten Publikum der hiesigen Stadt und Umgegend mache ich hiermit die ergebene Mittheilung, daß ich an hiesigem Platze 6719 Baumaterialtenhandlung eröffne. — Es wird prompt und reell mit geneigten Zuspruch. Job. Fr. Schaaf, Diezstratze. 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Jea» Der«, Weftanlage 15. 6707] Hamwftratze 27 r 3 Zimmer mit Zubehör zu vermiethen. 6248] charmnstratze 12: Mansarden- logiS zu vermiethen. Nähere« Ladnstratze 11. mit oder ohne Logis zu VUVCII vermiethen- 4230 I- Rothenberger» Lindenplatz 8. Neuhergerichteter Laden sofort zu vermiethen. 5500] Seltersweg 14. Mtlich MNNi len lulbrud) bet So1 e«f ,le fctil Ml«, 31(6(11/ bw 31. 3^’ v. @t ' Äiü it Biranftaltung boa Vnlo hetzogthm Dn Ottiöorftanb zu N 51. ixguft l. I- ftattftnbenbi xi Vieh, lanbwirWaftlicher jtltprtinbeu zu oerbinben. Stoß. Miniftnium bei gesuchte Srlaubnift zur1 sei betBtbinguug rttheill H 5» Vsetwig baS ®lüd i^ftttul 60 M be» Br jeeft zuw Intau] bau G nnb zugleich ben 8tn CMbtften gestattet. Sießen, ben 30. In Gloß-lysMtt b. G *-rTURX oegr: 1846