Uhr Noiil 9115 bends 7 Uhr Ü. TK werden. Der «otflani. lachen ige Her uni) Tmj nde und Gönner bei 9671 er Vorstand. Tonutag: liniifik, eter Berg. eutfdjea Wvlffr ist ein langer und Men $Wtt «!• \ Rechner Köhler in zur gerichtlichen Brecht ans deutschen i" Für jetzt begegne lawps, dem auf Beider Feststellung, daß , eine gegen vr. Böcke! und zwar, wie nach- . leeiellundsörmllch, at und daß demnächst un Böcke!, der pfandlor irk in Frage - erließ hem Slnn ge- < "ei Ä » *» 6".S*S n erivachjen st"' serlS”- *N*»s (t Mr Sonntay den 1. November 1896 Aints- und 2InzeigeI-lutt fiw den Web Grenzen ] Hratisöeikage: Gießener Jamitienökätter. Annahme von Anzügen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux dcS In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" -entgegen. Die Gießener Aamitienbtälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelcgt. Der Hietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Vierteljähriger Aöonnemcntsprcis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition nnd Druckerei: Zchutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Kr- 258 Zweites Blatt. Siebener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. Anrtlicher Theil. Gießen, am 15. October 1896. B e t r.J: Herbst-Controlversammlungen. Das Großhcrzogliche Kreisamt Gießen *• die »rskh eftrgmttdfterdnt des fttdfei. Nachstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen lassen. v. Gagern. Bekanntmachung. Bei den diesjährigen Herbst-Controlversammlungen im Kreise Gießen haben zu erscheinen alle zum Hauptmeldeamt Gießen gehörigen: 1) Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve (Anzug: Helm, Waffeniock, Achselstücke, Schärpe, hohe Stiesel oder lange Hoscn beliebig). 2) Reservisten, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden Entlassenen aller Waffen. 3) Diejenigen, der Landwehr I Aufgebots angehörige Mannschaften, welchen em besonderer Gestellungsbefehl zum Erscheinen bei der Herbstcontrolversammlung zu- gegangeu ist. Die Ersatz-Neservistcn haben bei der Herbstcontrol- Versammlung nicht zu erscheinen. Nachstehend ist angegeben, wo und zu welcher Zeit die Controlpflichtigen anzutreten haben: A. Zu Gietzen in Oswalds Garten für die Bewohner von Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg und Herrnwald, Heuchelheim, Klein-Linden, Oppenrod am 2. November 1896. 1 Appell Vormittags 8 Uhr: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve, sowie sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1889, 1890 und 1891 eingetreten sind. 2. Appell Vormittags 10 Uhr: Sämmtl che Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1892, 1893, 1894, 1895 und 1896 eingetreten sind. 3. Appell Nachmittags 2 Uhr: Sämmtliche Reservisten der Garde, Jäger, Cavallerie, Feld- und Fuß-Artillerie, Pioniere, Eisenbahn- und Luft schiffertruppen, des Trains (einschl. Krankenträger), Sanitätsund Veterinärpersonal, Büchsenmacher, Oecoi.omie-Handwerker, Marine-Mannschaften, sowie sämmtliche zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlaßenen Mannschaften aller Waffen und alle übrigen im Reserve V.rhältniß stehenden Mannschuften. 4. Appell Nachmittags 3V2 Uhr: für die Bewohner von Allendorf a. d. Lahn, Großen-Linden, Lang-Göns, Leihgestern, Watzenborn und Steinberg, Hausen. B. Zu Grünberg am 3. November 1896, Vormittags 9 Uhr, am Bahnhof für die Bewohner von: Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle und Sommermühle, Kesselbach mit der Rabenau'schen Papiermühle, Lauter mit der Arztmühle, Bingmühle, Georgenhammer, StrelleSmühle und Walkmühle, Lindenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmidtmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte, Lumda (Groß- und Klein-), Odenhausen mit Appenbörnerhof, Queckborn, Reinhards- Hain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirrberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, WeiterShain mit Hainerhof, Winnerod. C. Zu Lollar am 3. November 1896, Nachmittags 1 Uhr, neben dem neuen Bahnhofsgebäude für die Bewohner von Allendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen mit Heibertshausen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedeihausen, Treis a. d. Lda., Trohe, Wieseck. D. Zu Hungen am 4. November 1896, Vormittags 9 Uhr 30 Minuten, am Friedhof für die Bewohner von: Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim mit Hof-Güll, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Nodheim mit Hof-Graß, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen. E. Zu Lich am 4. November 1896, Nachmittags 3 Uhr, am Bahnhof für die Bewohner von: Albach, Birklar, Dorf- Güll, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Grüningen, Holzheim, Lich mit Albacher-Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Nieder«Bessingen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbach. Befreiungsgesuche sind bis längstens 8 Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege (durch das Hauptmeldeamt) einzu- reichen und müssen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein, werden aber nur im dringendsten Nothfalle genehmigt. Die Leute treten in bürgerlicher Kleidung an. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Cigarren sind vorher wegzulegen. Die Militärpapiere (Paß und FührungSzeugniß) müssen zur Stelle sein. Sämmtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Controltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militärgesctz. Gießen, den 13. October 1896. Großherzogliches Bezirks-Commando. Detring, Oberstlieutenant und Commandeur des Landwchrbezirks Gießen. Kkformationssefl. „Religion ist Privatsache", sagt die Gocialdemokratie. „Religion ist die allervolkSthümlichste Sache", das lehrt unS die deutsche Reformation, deren wir heute gedenken. So tief und gewaltig har nie eine große Sache die Gemüther des deutschen Volkes bewegt wie der Kampf um den evangelischen Glauben, der Geisterkampf der Reformation. Die ganze Geschichte unseres Volkes steht unter den gewaltigen Nachwirkungen der Reformation. Feuilleton. Nur ein Viertel-Liter. Humoreske von Fritz Wold eck. (2. Fortsetzung.) „Herr Amtsrichter, ich habe drei Liter gebracht," sagte Minna mit scheinheiligem Diensteifer, „der Wirth meinte, ich mühte mich wohl verhört haben, — der Herr Amtsrichter tränken ja immer sechs Seidel." Nachdem die HauSmaid diesen Partherpseil auf das eheliche Glück der Familie Stavenberg abgeschossen, verschwand sie, um, wie sie bei sich als militärisch geschultes Mädchen dachte, aus der Schußlinie zu kommen. Frau Erna hatte den Bericht Minnas mit weit auf- gerissenen Augen angehört und dabei, wie um sich fest- zuhalten, beide Hände auf die Lehnen des Fauteuils gelehnt. Dann aber löste sich das Entsetzen in Wehmuth und schluchzend rief sie aus: „Ich habe einen Trunkenbold geheirathet!" „Aber Erna," rief Stavenberg lachend, „wann bin ich jemals betrunken nach Hause gekommen?^ „Nein, aber um so schlimmer," replicirte Erna schlagfertig, „Curt, Curt, was mußt Du schon in Deinem Leben zusammengetrunken haben, daß Du sechs Seidel vertragen kannst!" „ES gehört zur guten Erziehung," sprach der Amtsrichter mit vieler Würde, „ein gewisses mäßiges Quantum vertragen zu können." „Das nennt der Unglücksmensch ein mäßiges Quantum! Was kann an dem schalen Zeug nur so gut schmecken?!" „DaS nennst Du schales Zeug? Da sieh einmal!" Stavenberg hielt seiner Frau den geöffneten Krug so dicht vor das Gesicht, daß sie — wohl oder übel — hinein- blicken mußte. „Wahrhaftig, wie die schönste Schlagsahne!" rief sie mit einer bei Damen sehr erklärlichen Jdeen-Affociation. „Aber das ist gewiß nur obenauf, da unten aber ift'S fürchterlich!" „Nun, Erna, versuch einmal die Götter " „Ach, wo denkst Du hin, Gurt I" antwortete Erna in einem Tone, in dem Begierde und Abscheu miteinander ramgen. „Probir es nur, eS schmeckt famos. Da oben der kleine Krug faßt höchstens ein viertel Liter, das kannst Du Dir schon leisten." Curt hatte den Krug schon vom Bort genommen, aber die junge Hausfrau nahm ihn aus seinen Händen und wischte ihn rasch mit einem Staubtuch aus dem Korb in der Kamin- ecke aus. „Ich denke, bei Dir wird alle Tage Staub gewischt?" Erna thrt, als ob sie diese Bosheit überhörte und sprach resignirt: „So, jetzt kannS loSgehen!" Während Stavenberg beide Krüge füllte, sagte er: „Erna, ich wette auf ein Dutzend Handschuhe, daß Du nicht bet dem Viertel L ter bleibst." „Aber Jouvin, denn ich gewinne jedenfalls." „Und was bekomme ich, wenn ich gewinne?" „Einen Pelzkragen, tote Du ihn Dir gewünscht hast- das Geld habe ich zwar nicht dazu, — aber waS thut daS? Ich bin meiner Sache sicher." Curt hatte bte Krüge gefüllt,- er reichte den kleineren seiner Gattin, die ihn mit sichtbarem Zagen nahm, und stieß dann mit dem seinigen an: „Prosit, kleine Frau 1" „Prosit!" hallte eS ängstlich wider, dann herrschte einen Moment feierliches Schweigen, während beide tranken. „Curt, daS schmeckt gar nicht Übel!" „Sagte ichS nicht? Erna, ist nicht noch etwas Caviar im Hanse?" „Gewiß, ich hole ihn." Damit war Erna schon anS dem Zimmer. Curt lehnte sich behaglich tn den Fauteuil, strich seinen Bart und genehmigte sich den zweiten Schluck mit der Miene eines ManneS, der ein gutes Werk gethan hat. Nach wenigen Minuten kam Erna zurück, gefolgt von Minna, die ein Tablet mit Caviar, Weißbrod und den so unentbehrlichen Holzmessern trug. Minna sah offenbar erstaunt, ja, man kann sagen, ein wenig enttäuscht aufi; die treue Dienerin hatte sich schon auf einen kleinen Ehezwist gefreut. Unsere lieben HauSgenosfinnen, die wir brutaler Weise noch immer Dienstboten nennen, nehmen ja so innigen Anthetl an unserem Wohlergehen. „Die Schnitten röste ich selbst am Kaminfeuer- Sie können gehen, Minna!" Diese hatte nämlich als perfecteS „feines" Hausmädchen Anstalten gemacht, diese Arbeit ihrer Herrin abzunehmen. Sie hätte ja gar zu gern erfahren, wieso sich daS Gewitter verzogen hätte. Zum Unglück schlossen auch die Thüren so fest, daß man draußen nichts hören konnte. „Wahrhaftig, der zweite Schluck schmeckt auch noch!" rief Erna, nachdem sie mit einem schüchternen Blick auf Curt wieder an ihrem Glase genippt hatte. „Du wirst Dich wundern, wie der dritte, der vierte und dann erst die folgenden schmecken." „Curt, Du willst mich hineinfallen lassen- ich trinke keinesfalls mehr, als den kleinen Krug hier." „Sollst Du auch nicht, mein Kind, ich würde ja sonst meine Wette gewinnen, und das beabsichtige ich gar nicht." „Ja, ja, Dich kenne ich! Aber so schlau wie Du find wir auch!" rief die junge Frau, die sichtlich aufthaute. Dann spießte sie die Welßbrod-Schnittchen auf eine lange Gabel und hielt sie über das Kaminfeuer. Der Amtsrichter genehmigte sich den dritten Schluck und füllte feinen Krug aufs Neue. Plötzlich tastete Erna mit der Linken nach dem Tisch, ohne sich in ihrer Beschäftigung zu unterbrechen. „WaS suchst Du, Schatz?" „Das Bier- daS Feuer dörrt mir die Kehle aus." Der aufmerksame Gatte beeilte sich, seiner Frau den Krug zu reichen, den diese bis zur Neige leerte- dann nahm er ihn zurück und füllte ihn wieder, wobei ein satanisches Lächeln um seinen Mund spielte. Erna hatte jetzt ihre heiße Arbeit vollendet, die Schnittchen mit Caviar belegt und, nachdem sie Curt den Teller gereicht, selbst mit Behagen gegessen. Dann rief sie: „So gut hat mir der Caviar noch nie geschmeckt!" ergriff den Krug und nahm einen herzhaften Schluck. „Hurrah, mein Pelzkragen!" //Ach, Du schlechter Mensch! Aber Prosit! ES schmeckt zu schön!" „Wer hat nun recht, Erna? Indessen freue ich mich viel zu sehr, Dich zum „Echten" bekehrt zu haben." „Oho, noch bin ich nicht bekehrt! Wer weiß, wie eS mir bekommen wird." „Ganz vorzüglich, dafür garantiere ich Dir, Erna, — vorausgesetzt, daß Du nicht zu viel trinkst." (Fortsetzung folgt.) Als die Kurfürsten von Sachsen, einst die Schirmherren des evangelischen Glaubens, um der polnischen KöuigSkrone willen ihren Glauben Preisgaben, hat Brandenburg-Preußen die sinkende Fahne des Protestantismus hoch gehalten, und der wellregierende Gott hat ihm die Führung Deutschlands gegeben. Vergeblich hatten einst die Hohenstaufen versucht, Deutschland von der Knechtschaft deS Papstthums frei zu wachen. In der katholtschen Welt deS Mittelalters mußte das unmöglich bleiben, denn der Papst war die Sonne und weltliche Obrigkeit nur der Mond. Erst die Reformation hat daS eigene gute Recht deS Staates zur allgemeinen Ueber- zeugung und Anerkennung gebracht, daß er auch eine GotteS- ordnung ist ebenso wie die Kirche, daher es zur Gottesfurcht gehört, zu geben „bem Kaiser, was deS Kaisers ist." Erft die Reformation hat die Möglichkeit gegeben, daß die evangelischen Hohenzollern daS Werk der Hohenstaufen hinaus führen konnten. Die vermeintliche „Privatsache" der Religion, die innerlichen Bewegungen der gläubigen Seele haben sich als eine Macht erwiesen, welche unwiderstehlich die große Politik der Bö ker umgestaltet hat. Denn wie die Völker glauben, so leben und handeln sie. Nach katholischem Glauben ist nur der geistliche und kirchliche Stand vollkommen christlich, jeder andere „weltliche" Stand mit dem Makel einer geringeren Christlichkeit behaftet, der Mönch und die Nonne im Kloster heiligere Leute als der christliche Hausvater, der für feine Kinder arbeitet, als die fromme Mutter, die sie aufzieht. Unser evangelischer Glaube hat uns gelehrt, daß kein Stand an sich selbst heiliger tft als ein anderer, kein Stand darf sich mit einer ger-ngeren Heiligkeit begnügen als ein anderer- durch die Taufe tft jeder Christ geheiligt und Jedermann tft schuldig in seinem S-and und Beruf, welcher er nun sei, nach dem Gebot unseres Heilandes zu leben: „Ihr sollt vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen tft". In jedem Stande kann der Christ ein Nachfolger Jesu sein. Diese evangelische Erkenntniß hat uns die Welt und daS Leben in der Welt in einem neuen Lichte gezeigt und hat die Freude am Vaterlande, am irdischen Beruf, an Haus und Familie christlich verklärt, weil daS Alles, wie Luther sagt, „ist ein Mitglied worden des christlichen Körpers". Aus der „babylonischen Gefangenschaft" RomS ist das nun Alles zur christlichen Freiheit zurllckgegeben. In dieser Luft evangelischer Freiheit hat sich daS politische, wtrthschaftliche und wissenschaftliche Leben zur schönsten Blüthe entfaltet; hier gehen die evangelischen Mächte voran: England, Deutschland, Nordamerika. Die evangelische Frömmigkeit hat eine große Verheißung auch für daS irdische Lben empfangen. Lutherund die anderen Männer der Reformation wollten nur ihre eigene Seele selig machen und die ihrer Mitmenschen, und weil sie am ersten nach dem Rrich GotteS trachteten und nach seiner Gerechtigkeit, so ist b:n Völkern der Reformation auch ein großer irdischer Segen zugesallen. Freilich, die evangelische Freiheit kann gemißbraucht werden und das tft ost genug geschehen. Don Menschenknechtschaft loS sein und Gott dem Herrn dienen, daS heißt frei sein. Wer nicht GotteS Knecht, GotteS Kind sein will, verfällt unrettbar wieder der Menschenknechlschast und Sünden« knechlschaft. Nur JesuS C-r-stuS kann die Menschen recht frei machen. Eine glaubenslose Wissenschaft verfällt dem Aberglauben, ein unchristliches WirthschaftSleben dem Marn- moniSmuS, eine ungläubige Masir dem Despotismus ihrer Führer. Möchten wir nie vergtssrn, daß das Beste von dem, was wir Deutschen sind und haben, auS den tiefen Lebens« wurzeln der evangelischen Frömmtgkrit herauSgewachsen ist. Ohne die würde es u aufbaltsam wieder verfallen. An jedem Reformationstage wollen wir uns fest auf unfern evangelischen Grund stellen, alle mit einander, denn unsere Religion ist mehr als „Privatsache". DaS Innerlichste und Persönlichste, der religiöse Glaube, ist zugleich daS Gemeinsamste und Volksthümlichste. Darum, evangelisches Volk, „halte, was du hast, daß Niemand deine Krone nehme." Citeroiur unb Ttnnfr. — Statistik der deutsche« Schul- und Univerfftüts- fchriften lb95/96. Bet der CeniratNelle für Dissertationen und Pr^vramme von Gustav Fock tn Leipzig sind im Wtnt rsewester 1895/9i sowie im Sommersemester 1896 „3720" im gleichen Zeiträume an deutschen Unioeisiiäten bezw höheren Lehranstalten rc. neu erschienene Schriften rJnauguraldlsseitat onen, Habilitattonsschriften, Gelegenheitslch 'sten, Programmadhandlungen rc), eingeliefert worden. D»e Titel derselben sind im 7 Jahrgang des unhr Mitwirkung mehrerer Un versttälsbehörden von obengenannter Centralstelle her- auSgegebenen Bibliographischen Monatsberichtes über neu erschienene Schul- und Unive.sitätssckrtften verzeichnet. Aus die einzelnen Wissenschaften vertheilen sich die 3729 Schriften folgendermaßen: Klassische Philologie und A terthumsw'ssenschaften 296. Neuere Philologie (Modern Sprache und Lttteraturgeschichte) 218. Orientalta und Allgemeine Sprachwissenschaft 73. Theologie 38. Philosophie 51. Pädagogik 233. Geschichte und HülsSwtsienschaften 167. Geographie 15. Rechts- und Staatswissenschaften 340. Medtctn 1404. B schreibende Naturwissenschaften (Zoologie, Botanik, Geologie, Mineralogie rc) 184. Exacte Wisien'chasten (Mathematik, Physik, Astronomie, Meteorologie rc) 198 Chemie 386. Bildende Künste 21. Musik 3. Land- und Forstwirtschaft 22. Verschiedenes (Bibliothekswesen, Reden rc.) 71. — Aus dem reich sprudelnden Leben der Gegenwart zu schöpfen, liebevoll der Vergangenheit zu folgen, geistige Anregung und Unterhaltung zu bieten, das find die Forderungen, welche die deutsche Leserwelt an eine gediegene Zei schrtfi stellt. In vollem Maße wird diesen Forderungen das belieote Familienblatt »Utbet Land und Meer" gerecht, von dem un8 in vornehmer Ausstattung das erste Heft de« neuen Jahrgangs oorltegt. Welch reiche Fülle besten, was Auge und Herz erfreut! Mit der Menge seiner künstlerisch vollendeten Abbildungen stellt sich das Heft als ein wahrer Prachtband dar, in dem sich zu vielen Holzschnitten, unübertroffenen Muster- leistungen der xylographrschen Kunst, noch eine stattliche Reihe ^vielfarbiger Aquarelldrucke gefeilt, welche die Technik Meter Vervielfältig- ungsart tn bisher unerreichter Höhe zeigt. Als fei aufs Ne. e der Sommer eingezogen, so lacht uns die doppelseitige achtfarbige Kunstbeilage „Unter Rosen" entgegen — eine neckische Schöne unter üppigem Blumenflor —; das H:rz deS Waidmonnes weitet sich beim Anblick deS stimmungsvollen, vom ersten Morgendämmern beleuchteten JagdbildeS „Entenfall", und in die von romantischem Zauber umwobene Vergangenheit versetzt unS die prächtige bunte Bild'rreibe „Stuttgart im sechzehnten Jahrhundert". Besondcrn BcisallS dürften sich auch die Gruppenbilder au« den höchsten Kreisen erfreuen: wie die Zeitschrift ihren vorigen Jahrgang mit den PorteäiiS deutscher Prinzen und Prinz«ssinnen eröffnete, fo bringt sie jetzt in reizvoller Anordnung die Bildnisse österreichischer Erzherzoge und Erzherzoginnen. Heber diesem verschwenderischen Bilderschmuck ist indessen der geistige Inhalt nicht vernachlässigt, vielmehr bietet auch er Auserlesenes dar Alexander Baron von Robert-, der unlängst vom Tode dahinaerafft wurde, hat das Erscheinen seiner jüngsten Schöpfung, des Romans „Schwiegertöchter", nicht mehr erlebt, aber die Leser werden dem Autor der humorvollen, ebenso spannenden wie lebenswahren Schilderungen ein dankbares und herzliches Erinnern widmen. Entwickelt dieses Werk sich auf dem Boden deS modernen Berlin, fo versitzt uns Georg Freiherr von Ompteda mit feinem Roman „Der Zeremonienmeister" nach dem schönen Elb- florenz und gibt fesselnde Bilder aus dem dortigen internationalen Gesellschafttzleden. An diese beiden großen W rke, deren Der'asser auch im Bilde vorgeführt werden, fchließt sich ein reichhaltiges Feuilleton aus den verschiedensten Gebieten, und auch die Poeüe gelangt in stimmungsvollen Gedichten zu ihrem Rechte. Die Rubrik „Für müßige Stunden" bietet wieder viel Ms Anregenden und Unterhaltenden, und ohne Frage werden die Preisräthsel einen eifrigen Wettbewerb Hervorruf n. Nimmt doch unter den vierzig Preisen die erste Stelle das Original der farbigen Kunstbeilage ein: das Aquarell „Unter Rofen" von 21. H. Schram, mit seinem kunstvollen Rahmen einen Werth von 1350 Mk. reprösentirend. Wir empfehlen allen unfern verehrlichen Lefern, sich das erste Heft von der nächsten Buchhandlung kommen zu lassen, damit sie sich selbst durch den Augenschein überzeugen, was dieses treffl'che Unterhaltungsjournal für seinen billigen AbonnementSpreiS (3 Mk. 60 Pfg. vierteljährlich, 60 Pfg. für die in vierzehntägjgen Zwischenräumen er- erscheinenden Hefte) alles bietet. Feierabend für Lehrlinge. Mit nächsten Sonntag, den 1. November, beginnen wieder die regelmäßigen Zusammenkünfte. Dieselben werden jeden Sonntag Abend von 6 Udr ab im Saale des alten Rathhauses stattftnden. Alle Lehrlinge sind herzlichst willkommen. 9619________Für den Vorstand: Dr. Grein. PrriiWe Rritki-VrMklmss-Anjtall. Leidrenteuverficheruug zur Erhöhung b<6 Einkommens. Kapitalver- ffcherung (für Aussteuer, Militärdienst, Studium) Sparkaffe. Gezahlt« Rente« 1895 : 3440000 Mark. V-rmSgear 96 Millionen Mark Prospekte und nähere Auskunft bet Herrn Heinrich Hochrentder in Gießen, Südanlage 5, 670 Bekanntmachung. Zum Gedächtniß des früheren ordentlichen ProfefforS d-r Theologie an der Landes-Universität Karl August Credner ist von deffen Sohne, dem Verlagsbuchhändler Hermann Credner zu Leipzig, der Landes Universität ein Capital von 10,000 Mk. stiftungsmäßig überwiesen worden. Die Zinsen dieser „Karl August Creduer-Stiftung" sind zur Unterstützung von Wittwen und unverheiratheten Töchtern verstorbener Profesioren und Privatdocenten der Landes-Universität bestimmt. Anspruch aus Be« rücksichligung haben demnach alle Wittwen und hinterlaffenen ehelichen, nicht im Haushalte der Mutter lebenden Töchter, deren Gatte bezw. Vater zur Zeit seines Todes ordentlicher oder außerordentlicher Profesior ober Privatdocent an Mr Landes Universität war, und deren Berhältniffe eine Zuwendung aus den Erträgnissen der Stiftung rechtfertigen. Dabei soll es keinen Unterschied macken, ob der Gatte bezw. Vater bis zu seinem Tode im activen Dienste stand, oder bereits in den Ruhestand getreten war. Die Vergebung des Stiftungsertrags erfolgt durch den Engeren Senat der Landes-Universität auf Grund schriftlicher Bewerbungen, — die Auszahlung jeweils am 10. Januar als dem Geburtstage Karl August Credners, erstmalig an besten 100-jährigem Geburtstage, dem 10 Januar 1897. Bewerbungen sind spätestens bis zum 20. November d. I. an den Engeren Senat der Landes-Universität einzureichen. Gießen, den 26. October 1896. Großherzogliche Landes Universität. 9630___________________D. Stade, Rector.______________Sckäffer. Sonntagsverein für Mädchen. Die Vereinigung der Mädchen am Sonntag soll für das Winter- Halbjahr am nächsten Sonntag, den 25. October, wieder ihren Anfang nehmen. Die Vereinigung findet statt an jedem Sonntag zwischen 2 und 7 Uhr Nachmittags im Saale der Kleiukinderschule; die Mädchen können nach Belieben zu jeder Zeit kommen und gehen; von 9/t4 Uhr bis 9/45 Uhr findet gemeinsame Unterhaltung statt mit Gesang, Ansprache, Vorträgen. Gute unterhaltende Bücher und Spiele find in grober Zahl vorhanden. Eröffnungsfeier am Sonntag, den 25. Oktober, Nachmittags 4 Uhr. Wir laden die Mädchen zu zahlreicher Betheiligung ein, und bitten Ellern, Herrschaften und Geschäftsinhaber, ihre Mädchen auf den Sonntagsverein Hinweisen und denselben die Theilnahme gestatten zu wollen. Gießen, den 20. October 1896. Für den Vorstand: 9319 Dr. Naumann, Pfarrer. BehördlicheAnzeigen . i ie husten von nicht mehr bei Gebrauch Walthers Sroßh. Hessische Ltaatsrisendahllkn Verdingung der Lieferung und Befestigung der hölzernen Brücke«- schwellen und -gedecke für die vier kleineren eisernen Ueberbaute« der Revendahn sfriedberg—Hunge«. Die der obigen Ausführung, welche rund 16 cbm Quer- und Saum'chwellen, sowie rund 144 qm Bohlenbelag von k> cm Starke umfaßt, zu Grunde gelegten Zeichnungen, Massenb-rechnungen und Bedingungen sind im Bureauzimmer Nr. 3 der unterzeichneten Behörde in Gießen (Frankfurterstraße 64) einzufehen, woselbst die Verdingungsanschlag Formulare und auf Wunsch die Bedingungen ober Tbeile derselben, auch die Mrffen- berechnungen gegen Entrichtung von 10 H für jeden Actenbogen, bezw. für jedes Actenblctt, sowie die Zeichn ngen gegen Bezahlung von 1 für jedes Exemplar von Normalformat, bezw- 2 JL für jedes von Doppelformat, abgegeben werden Angebote sind postfrei und unter ent sprechender Aufschrift an die unterzeichnete Behörde bis zum Eröffnungs-Termin Samstag Den 7. November d. I., Vormi'tags 11 Uhr, etnzureichen Zuschlagsfrist zwei Wochen. Gcoßh. Baubehörde für Nebenbahnen tn Oberhessen. 9441 Fichtennadelbonbons Erfolg sicher. 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Ludwig Kümmerer s «eben gehörigen Grundstücke: Flur 32 Nr. 92 — 1725 qm Wt-se am Hegstrauch, bet der Roden hansischen Wiese, Flur 39 Nr. 63 — 24 <1 qm Acker hinter dem Waldbrunnen, 39 64 — 2425 qm Acker daselbst, „ 39 „ 65 -2425 , . zum größeren Tbetl Wiese „ 41 „ 1H9 — 4205 qm Acker am Rain, hinter der Warte freiwillig meifloietenb versteigert. Gießen, den 26. October 1896. 9539 In Auftrag: Hoffmann, OrtSgerichtSmann. Der einzigste, vernünftige Herren- liqueur ist Faust! Bestes Mittel bei Magen- beschwerden u. Katzenjammer. Niederlagen: 8976 Hoflieferant Carl Schwaab und C. yv von Mk. 90 an. i, Abzahlung gestattet lur mit hohem Rabatt ▼ Reparaturen u. Stimmen. Billige gebrauchte Planoe stets am Lager. f JF Husten -j- Heil (Brust-Caramellen) von E. übermann, Dresden, sind das einzig beste diätet. Genuss* mittel bei Husten und Heiserkeit Zu haben bei: 9437 Gebr. 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