In9' daß unfete : Md faSmtter » e K Ä ?X -heilnahme bitten tbliebmttt. Men, Sonntag 9639 Bier Mönchshsj' 6tn Gehaltes halber wird It Perle aller sogenannten en oorgepgen- iuna förderliches Bier m, KeconoaleScenien und obuct elften Mangel $hil«ba6« WuW» Mt t>asM M btt t>ea besten Vteten, frt, u. A. ans bm Welt- 'l* M MwiMk 26- n 31. October, es 6af6 Leib: Iforträge, t, Theater, Ball. 9] Der Vorstand om 8or»«nbi -°»B« 919- ftrie ; SZ-S ........ Nr. 258 EEes Blatt Sonntag den 1 November 1898 Der Kktzener Aujeiger erscheint täglich, »it Ausnahme dcS MoutagS. Die Gießener Aamirieuvkälter Werben dem Anzeiger Wöchentlich breimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kmerat-Mnzeiger. Lierteljähriger Abonncmentspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schntgraße Ar.7. Fernsprecher 51. Aints- und Anzeigeblntt für den Ureis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für bai fotgenben Tag erscheinenben Nummer bi- Bonn. 10 Uhr. chratisöeitage; Hießener Kamikienölätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- unb Auslände- nehme« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 2lmtfi4?e* Tbeit Gefunden: 1 Spazierstock, 1 Notenheft, 1 wollene Kappe, 1 W.ckbeutel, 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Kette. Zugeflogeu: 1 Kanarienvogel. Gießen, öen 31. October 1896. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Neueste AnchrichtE WolffS telegraphisches Lorrespondenz-Bme«. Berlin, 30. October. Der „RetchSanzeiger" veröffentlicht einen Erlaß des FinanzmintfterS, wonach auf Grund des Beschluss-- des Bundesrathes vom 14. d. MtS. die zu gewährende Brennsteuervergütung von 0,06 Mk. pro Liter reinen Alkohols für den zur Esstgbereitung verwendeten Branntwein zu gewähren ist, ohne Unterschied ob der Branntwein vorher mit E stg, Wasser oder Thteröl denaturtrt und ob der erzeugte Essig als Spetseessig verwendet oder bet der Fabrikation von Bletwetß, Bletzucker rc. wetterverarbettet wird. Berlin. 30. October. DaS Gesuch des Arbeitsausschusses der Gew erbeauSstelluug, daß ihm die Verpflichtung erlassen werde, das Terrain der Ausstellung als Park wieder herzustellen, wurde durch den Magistrat abgelehnt. Sydtkahnen, 30. October. Der Kaiser und die Kaiserin von Rußland haben heute Abend 6% Uhr Wohlbebalten den hiesigen Bahnhos palsirt. Düsseldorf, 30. October. Um 4 Uhr Nachmittags fand in der Tonhalle aus Anlaß der Eröffnung der neuen Aula der Kunstakademie ein Festessen statt, bet dem EultuSminister Dr. Bosse das Hoch auf den Kaiser auSbrachte und Minister Brefeld die Schönheit der Siadt Düsseldorf feierte. — Professor Janssen hat den Kronenorden 2. Klaffe, Professor Schill denselben Orden 3. Klaffe und Commerzten- rath 2 ueg den Rothen Adlerorden 4. Klaffe erhalten. Pest, 30. Ociober. Bis jetzt find die Ergebnisse von 892 Wahlen bekannt. Gewählt find 256 Liberale, 34 Angehörige der Nationalpartei, 9 Parteilose, 45 von der Koffuth- fraction, 6 von der Ugron-Fraction und 20 VolkSpartetler. In 8 Bezirken ist Stichwahl erforderlich. Die liberale Partei hat 74 Bezirke gewonnen und 17 verloren. Ihr Reingewinn beträgt bis jetzt 57 Mandate. Die Natioualparrei ist bedeutend verringert. Nur die Kossuth-Partei behauptet ihren alten Stand. Paris, 30. October. H'ute fand in Gegenwart der Minister, einer Anzahl Mitglieder der Akademie. Senatoren und Deputirten das Leichenbegängniß Ehallemel Lacours auf dem Friedhöfe Päre Lachaise statt. Die Geistlichkeit war nicht anwesend. ES wurden keinerlei militärische Ehren erwiesen. Hanotaux, Loubet und MeziäreS hielten Gedächtnißreden. Eapvadt, 29. October. Infolge des GrasfirenS der Rinderpest haben die Eingeborenen von Betschuanaland von der gewöhnlichen Mtlchnahrung zu getrocktietem Fletsch übergehen müssen. Sie sterben drshalb in großer Zahl an Skorbut. Der VolkSraad deS Ocanjr-FreistaateS hat daher den Präfidenten ermächtigt, den Zoll auf Brod und Fleisch aufzuheben, wenn dies als völhig erachtet werden sollte. Newyork, 30. Oktober. Ein großer Aufzug zu Gunsten Mac KtnlehS und „gesunden Geldes" wird für SamStag geplant. Maa rechnet auf etwa 160000 Theilnehmer. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 30. October. Der Kaiser wird nach der heutigen Jagd in Blankenburg bis Abends dort verweilen «nd um 11 Uhr die Rückreise nach der Wildparkstation antreten. Die Ankunft daselbst, bezw. im Neuen PalaiS erfolgt morgen früh 8 Uhr. Berlin, 30. October. Der Kaiser hat, wie daS „®er(. Tagebl " erfährt, sammtlichen deutschen Fürsten ein Widmung« Exemplar der neuesten, nach seinen Angaben entstandenen Knackiuß'ichen Zeichnung überbringen lassen. Der Sendung dieser Zeichnung, die bekanntlich den Steg des deutschen Michel über die die Friedens Wohlfahrt bedrohenden Mächte der Finsteruiß darstellt, ist eine begleitende Auseinandersetzung de« malerischen Borganges beigesügt. Berlin, 30. October. Der Kaiser wird, wie die „Zu- lunft" wissen w ll in Gemeinschaft mit einem jungen Dichter, ben Herr v. Hülsen, Theatertntrndant tn Wiesbaden, em- tzfohlen und dem Monarchen zugrsührt hat, jetzt ein Drama schreiben, ein Kaiserdravna, daS zum Theil iw Baseler Land ßpielt. Der Kaiser habe im Kasseler Hause deS Professors Laacksuß seinen Mtarbeitier empfangen und mit ihm den Plan lei Werkes berathen. Berlin, 30. October. Dem „Berl. Tagebl." zufolge ist die Berufung des Obersten Liebert zum Reorganisator der chinesischen Armee, die provisorisch bereits im Januar dieses Jahres vereinbart war, nunmehr perfect geworden. In Kurzem wird Oberst Liebert tn Begleitung einer Anzahl Osfiztere Deutschland verlassen, um nut Genehmigung deS Kaisers die Reorganisation der chinesischen Armee in die Hand zu nehme«. Berlin, 30. October. Ueber die Verhaftung und die Aussagen deS Raubmörders Bruno Werner wird gemeldet, daß Werner sich bis nach Zellerfeld, wo er bekanntlich verhaftet wurde, meist durch Betteln ernährte. Er habe aber auch in mehreren VerpflegungSstationen Nahrung erhalten. In der Nähe von Quedlinburg fei er nahe daran gewesen, erkannt zu werden. Ein Gendarm habe seinen Steckbrief aus der Tasche geholt und ihm direct gesagt, daß er Werner sei. Er habe aber energisch geleugnet, worauf ihn der Beamte ruhig gehen ließ. Dem Amtsrichter Kölle gegenüber gestand Werner seine Identität mit dem Thäter ein, blieb aber dabet, daß Große der Mörder deS Justizraths Levy sei. Auf die Frage des Amtsrichters, ob er, Werner, seit dem Morde nicht von großer Unruhe geplagt werde, ent' gegnete derselbe: Nein, daS sei nicht der Fall,- er müsse fich selbst über seine Ruhe wundern. DeS Wetteren erzählte Werner, daß er in Gemeinschaft mit Große die Dolche im Grünewald vergraben habe. Ueber die Mordthat sagte der jugendliche Verbrecher aus, ihm sei allerdings die Aufgabe zugefallen, den Justizrath zu tödten, während Große die Frau ermorden sollte. In der Dunkelheit hätten sie aber die Opfer verwechselt und so sei eS gekommen, daß Große den Justizrath niedergestochen habe, während er selbst die Frau verwundete. — Heute Mittag 1 Uhr 14 Minuten wurde Werner in Begleitung zweier Eriminal-Schutzleute von Zellerfeld nach Berlin überführt. Berlin, 30. October. Einer Blättermeldung gegenüber, wonach bet der in Aussicht stehenden Convertirung der 4proccntigen Reichs-und Staatsanleihe in eine 3l/zprocentige gefetzlich seftgelegt werden soll, daß innerhalb der nächsten acht Jahre eine weitere Herabsetzung des Zinsfußes auf 3 Procent nicht erfolgen dürfe, erfährt die „Staatsbürger- Zeitung" von zuständiger Seite, daß diese Nachricht jeder B gründung entbehre. Eine derartige Verfügung für die Zukunft werde an maßgebender Stelle nicht nur für unthun- llch, sondern auch für überflüssig gehalten. Biersen, 30. October. Hirrselbst stürzte das Gerüst eines Neubaues ein, als der HauSetgenthümer den Arbeitern eine Erfrischung bringen wollte. Sämmtltche Arbeiter wurden von den Trümmern bedeckt, drei Arbeiter wurden schwer verletzt hervorgezogen. Dresden, 30. October. Im Ministerial-Gebäude ist heute Nachmittag unter dem Vorsitz des Königs Albert von Sachsen das Schiedsgericht, betreffend die Lippe'fche Thronfolge • Angelegenheit, zusammengetreten. Bis auf Weiteres werden die Verhandlungen nicht bekannt gegeben. Ziltan, 30. October. Gestern hat hier ein furchtbarer Sturm schweren Schaden verursacht. Mehrere Fabrik'chornsteine in der Umgegend find eingestürzt. München, 30. October. Vom Militärgericht wurde gestern der Gemeine del königlichen 1. Infanterie.Regiments, Anton Pschorr, welcher am 17. F.bruar l. Js. einen Kameraden mit dem Seitengewehr erstochen hatte, zu fünf Monaten Gefängniß verurtheilt. LichtevfelS, 30. October. Die Strafkammer des königl. LandgertchtS Bamberg verurtheilte den Brauer Johann PuelS, welcher einen Sud Bier zum Ausschank gebracht hatte, von welchem er wußte, daß eine Ratte in denselben gefallen war, wegen Vergehens gegen daS Lebensmittel Gesetz zu 80 Mk. Geldstrafe. Ulm, 30. October. Der Bankier Kuno Unrath hat gestern Abend in seiner Wohnung in Neu Ulm Selbstmord begangen. Ec sollte heute wegen mehrfacher Unterschlagung verhaftet werden. Budapest, 30. October. Bon den bisher bekannten 400 Wahlen fielen den Liberalen 260 Mandate zu. Rom, 30. October. Heute Morgen li/t Uhr ist an einem Schlaganfall Cardinal Hohenlohe im 74. Lebensjahre gestorben. Der Dahingeschiedene war der einzige Bruder des deutschen Reichskanzlers, nachdem der jüngste Bruder Constantin, Obersthofmarichall des Kaisers von Oesterreich, dem Cardinal im Frühjahr dieses JahreS im Tode voraukgegangen war. Brüssel, 31. October. Gegen den Socialisten Anseele ! wurde eine neue Untersuchung eingeleitet, weil er Anarchisten । Geld zur Anfertigung von Bomben gegeben haben soll. Brüssel, 81. October. Einer Bläctermeldung zufolge reist König Leopold im Laufe des JahreS 1897 nach dem Congostaat. Loudon, 31. October. In Galveston (Texas) brannte eine große Baumwollpresse mit 4000 Ballen Baumwolle nieder. Der entstandene Schaden ist bedeutend. Konstantinopel, 31. October. Ueber tausend muselmanische Auswanderer auS Rußland trafen zur Ansiedelung in Kleinafien ein. WB. Berlin, 31. October. Der Mörder Bruno Werner ist gestern Abend in Berlin eingebracht und nach dem Polizeipräsidium überführt worden, woselbst sofort ein Verhör stattfand. CocaUs unb ^provinzielles, Gießen, den 31. October. ** Ruhestandsversetzung. In den Ruhestand versetzt wurde am 23. October der LocomotivsÜhrer bet den Ober- hessischen Eisenbahnen Wilhelm K alberlah in Gießen auf sein Nachsuchen wegen geschwächter Gesundheit, mit Wirkung vom 1. November l. I. an. •• Schuldienst-Nachrichten. Am 14. October wurde dem SchulamtSaSptranten Georg Blum aus Schwabsburg eine Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Uffhofen, KcetS Alzey, übertragen- — an demselben Tage wurde der Schulamts- aSpirant August Winter aus Momart zum Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Groß Grrau, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer, ernannt. •* Erledigte Lehrerstellen. Erledigt find: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Worfelden, Kreis Groß-Gerau, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Eine mit einem kaihol. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ruhlkirchen, KreiS Alsfeld, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk- Mit der Stelle ist Organistendtenst verbunden. ** Milde Stiftungen. Seitens des Groß Herzogs find in den Monaten Juli, August und September l. Js. Schenkungen und Vermächtniffe brstätigi worden, die ins- gesammt die Höhe von 107 439 Mk. erre'chen. Hiervon entfallen auf die katholische Kirche 55,615 Mk., auf die evangelische 11,010 Mk. An israelitische ReligionSgemeiuden kommen 2014 Mk., währund die Stadt- und Landgemeinden 10,800 Mk. erhalten. Hierzu kommt noch das Vermächtnis des L. Braun in Mainz, der seinen Nachlaß der Stadt Mainz vermacht hat. An wohlthätige Anstalten und an die Armen oelangen 18,000 Mk. und die Univerfität Gießen ist mit 10,000 Mk. bedacht. **H. Stadttheater. Mit einer Novität, einem aus de« Franzöfischen übersetzten Schwank „Die Dragoner- hat die Direction dem unter den Nachwehen der Schliersee'» Abende schwach besetzten Hause gestern aufgewartet. Diese lustige Comödie, gewürzt mit französischem Esprit, P kanterie * unb etwas Frivolität, kann fich nur heimisch fühlen in prüderiesreien, lebenslustigen, den leichten französischen Ton verstehenden Kreisen. Die Handlung dreht fich um ein- quartirte Dragoner, auf dem Landgut der Wittwe Auberive in der Nähe von Paris. Der Capitän Fauchy liebt deren reizende Tochter Clemence, während die heirathslustige Wittwe ihre Augen schmachtend und sehnsüchtig zu LouiS, dem hübschen Burschen des CapitainS, erhebt. Der Bursche verlobt fich auch mit der sich ihm aufdrängenden W ttwe und daS Fräulein Tochter nach einem manoeuvre de force gleichfalls mit dem Capitain. In ergötzlicher Weise ist nun der Widerstreit deS zum Schwiegervater avancirten Burschen mit seinem Vorgesetzten unb nunmehrigen Schwiegersohn gegeben. Inzwischen hat die mit ihrem Mann zu Besuch anwesende Schwägerin, Frau von Solignac, einen von ihrem Gemahl verlorenen Brief gefunden, von einer Tänzerin Sirena herrührend. Die sehr auf Ihre „Grundsätze" haltende Frau glaubt den Brief an ihren Sohn JuleS, der als Dragonerlieutenant gleichfalls anwesend, gerichtet und unterzieht diesen einem Verhör. Dieser ist empört darüber, reist zu der im Briefe unterzeichneten Sirena, wo er darüber aufgeklärt wird, daß dieser Brief schon recht alt und seinen Vater angehe, der mit der gleichnamigen Mutter der Tänzerin früher Beziehungen unterhalten. Die sittenstrenge Frau von Solignac will aber über den Brief fich persönlich erkundigen und reist deshalb nach Paris. Der Sohn, um ihr zuvorzukommen und um Sirena zu bitten, seinen Vater nicht zu compromtttiren, reist auch dorthin. Der eine Liaison mit der Tänzerin unterhaltende Capitain reift, als ihm die Geschichte von JuleS mitgetheilt wird, gleichfalls zu dieser, ihm nach der Bursche, welcher dort die Kammerzofe liebt unb zum Schluß reift auch W ttwe Auberive mit ihrer Tochter, welche bavon Kenntniß erhielten, borthin nach Paris. Im dritten Act schürzt fich der Knoten: Die in kurzen Pausen hintereinander im Zimmer der Tänzerin Ankommenden find gerötdigt, sich zu verstecken, bis endlich Girena selbst nach der Ankunft deS EapttalnS erscheint, der die stürmischen Liebkosungen dieser abzuwehren sucht. Doch das Berhäugniß naht — ein um ©kenn in Liebe und Eifer« sucht rasender Spanier erscheint und sucht diese zu erschießen. In seiner blinden Wuth feuert er auf eine vorher von Madame Soltgnac verhüllte BenuSbüste. Durch den Schuß stürzen Alle aus ihren Verstecken hervor, fich gegenseitig entrüstet anstaunend. Die im Durcheinander stehende Tänzerin erscheint nun in einer Apotheose. Mit dem Auörufe: „Mir wird zu warm!" steht fie in einem seither verhüllten noch von der Balletprobe anhobenden Eostürn da, da- wir unseren „provinzialhaoptstädtischen Grundsätzen" zuliebe bloS durch die Finger arsahen. Hierauf fällt der Vorhang, der Schwank ist fertig. Um die den richtigen Ton treffende Wiedergabe hatte sich unser Ensemble recht verdient gemacht. Frau Helm stattete die liebedürstende, kokette „Wittwe Auberive" wirksam auS, desgleichen Frau Kruse die sittenstrenge „Frau von Soltgnac", während Herr Schröder unter das Niveau deS unter dem Pantoffel stehen« den Obersten a. D. kam. Herr Peickner als Eapitain Fauchy und Herr Goldbach als Lieutenant JuleS seien lobend erwähnt, desgleichen Herr Fritsch!er als Spanier in furioso. Als Bursche des CapitainS führte fich Herr Leuschner in gewinnender Weise und gutem Erfolg ein. Noch find die Damen v. Winterstein, Leno und Dell- mar für die mit Eifer und bestem Gelingen auSgesührten Rollen zu erwähnen und last not least Frl. Egger als bezaubernde Tänzerin Strera. — Die Jnscenesetzung war tadellos und machte der Regie deS Herrn Kunert alle Ehre. Dem mächtigen Beifall nach zu schließen, hatten sich die Erschienenen recht gut amüfirt. •• Die Leipziger Eoucerisauger, welche gestern Abend in „SteinS Saaldau" einen Humoristischen Abend veranstalteten, wurden als alte, gerngesehene Bekannte von dem recht zahlreich erschienenen Publikum freudig begrüßt. DaS Programm, wiederum Neuheiten auf dem Gebiet deS Con« certgesangeS, komischer Solo« und Ensemble Szenen enthaltend, fand lebhaften Betfall, sodaß noch Einlagen in dankenSwerther Weise geboten wurden. — Heute Abend findet noch eine Vorstellung statt, auf welche besonders aufmerksam gemacht sei. * ♦ Soiree Aly und Slade. Auf die morgen, Sonntag, Abend in SteinS Saalbau stattfindende Vorstellung erlauben wir unS nochmals hinzuwetsen. Fly und Slade haben in Berlin, Hamburg, Breslau, Dresden, München in allen gebildeten Kreisen das größte Aufsehen erregt, so daß ein Besuch dieser hochinteressanten Vorstellung zu empfehlen wäre. ES sei noch bemerkt, daß in Berlin die Vorstellung durch den Besuch deS Herzogs Ernst Günther von Schleswig- Holstein, des Bruders der deutschen Kaiserin, beehrt wurde. * DaS Panorama Phoioplasttk bringt von Sonntag ab eine ganz neue Btldergruppe, welche noch nie ausgestellt war und zwar Moskau sowie die Krönung Kaiser Nikolaus II.- ferner daS entsetzliche Unglück auf dem ChodtnSkyfeld, wo Tausende von Menschen an den Geschenkbuden ihr Leben ein« gebüßt haben. Die Hauptansichten, welche wir hervorheben, find: der KrönungSzug, der Kaiser, die Kaiserin, die Fürst« lichkeiten, der Eintritt in den Kreml, geschmückte Straßen, Innere- der Schlösser, der Katserpavillon und Tribünen, auf dem ChodinSkyfeld, gestürmte Geschenkbuden, daS russische Volk mit den Krönungsbechern nach dem Unglück rc. Ferner die Ausstellung 1896 in Ntschni Nowgorod. Wir machen noch besonders aufmerksam, daß Vereinskarten bei dieser Serie am Sonntag, wegen voraussichtlich starken Besuchs, nur gegen Nachzahlung gültig find. • • Auf den Wiederbeginn des „Feierabend für Lehrlinge" Sonntag den 1. November, Abend- 6 Uhr, im alten RathhauS- saale seien auch an dieser Stelle (fiehe noch Inserat) Eltern, Lehr« und Dienstherren freundlichst hingewiesen mit der Bitte, die jungen Leute auf diese Einrichtung aufmerksam zu machen und zu regelmäßigem Besuch aufzufordern. Die Vereinigung, welche fich seit Jahren stet« eines starken Zuspruch- erfreut, bezweckt, der confirmtrten Jugend — namentlich auch denen, die von auswärts hier in Lehre sind — einen richtigem Rückhalt zu bieten und eine gute Verwendung ihrer freien Zett zu ermöglichen. Der Abend kann mit unterhaltenden und nutzbringenden Dingen auSgefÜllt werden. Unterhaltung-« spiele find zahlreich vorhanden, eine in diesem Sommer noch vermehrte Bibliothek erzählender, belehrender, illustrirter Schriften steht zur freien Benutzung während de- Abends - auch werden Bücher zur häuslichen LectÜre ausgeliehen. Geschätzte Mithilfe ermöglicht eS, gemeinsame Gesänge etnzu« üben und zu Zetten auch Scenen auS Klassikern zur Aufführung zu bringen. Kurze Ansprachen über Gegenstände auS den verschiedensten Gebieten wollen endlich ebenfalls ihr Thrtl mit zur Belebung der Abende beitragen. Der „Feierabend für Lehrlinge" ist allsonntäglich Abend- von 6 Uhr ab zum Besuche off/n. •• Für die Zugßrevtsoreu der preußischen Staattbahnen ist eben eine neue Dienstanweisung ausgegeben worden, nach der die genannten Beamten die Ueberwachung der Loco- motiv- und Zugbegleitungsbeamten, der Bahnsteigschaffner bei Ausübung des Dienstes, die Nachprüfung der Fahrkarten, die Beansfichtiguug der Gepäck- und E lgutbesörderung und die Beaufsichtigung der Züge vorzunrhmen haben. In letzterer Beziehung ist auch auf die ordnungsmäßige Reinigung, Erleuchtung und Erwärmung der Wagen, den guten und dichten Verschluß der Fenster und WagenthÜren, daS Vorhandensein der vorschriftsmäßigen Zrhl von Abtheilungen für Frauen und Nichtraucher in den Zügen, den sauberen Zustand der Toiletten, die Versorgung der Wascheinrichtung mit Wasser u. s. w. Bedacht zu nehmen. Passagiere, die in dieser Beziehung Beschwerden haben, können sich an den Zugrevisor oder Zugsührer wenden. Entdeckt der Zugrevisor bei der Fahrkartenprüfung eine Unregelmäßigkeit, die einen Betrug oder Betrugsversuch in sich schließt, oder macht er. die Wahrnehmung, daß fich ein Schaffner etneS solchen oder einer strafbaren Begünstigung eines Reisenden schuldig gemacht hat, so ist er befugt, dem Schaffner die wettere Ausübung seines Dienstes sofort zu untersagen. Bei der Fahrkartenprüfung wird auch controllirt, ob die Reisenden nicht zu vieles oder zu schweres Handgepäck mit sich führen, und die Mitreisenden dadurch nicht etwa belästigt werden, auch wird in der vierten Wagenklaffe darauf gesehen, daß die Reisenden bei Mitnahme von Traglasten die zuläsfigen Grenzen nicht überschreiten. Auch auf schonende Behandlung des GepäckS unb der Eilgüter beim Ein« und Ausladen haben die Zug- revtsoren streng zu achten. Cs. Großen-Linden, 29. October. Am verflossenen SamStag feierte der hiesige Bürgerclub, wie üblich, sein Stiftung-fest, welche- in diesem Jahre einen besonderen Retz dadurch gewann, daß Herr Muflkdirector Kruse auS Gießen in Vorführung zweier seiner Schüler, Söhne von Mitgliedern de- Vereins, den Beweis erbrachte, daß bei seiner Lehrmethode innerhalb kurzer.Zrit durch Fleiß sehr Vorzügliche- erreicht werden kann. Auf der Getgr pro- bucirten fich die beiden Schüler musterhaft, während dieselben von Herrn Kruse jun. auf dem Llavter begleitet wurden. ES war ein doppelt schönes Fest, welches den Mitgliedern einen sehr schönen Abend brachte, dem Herrn Kruse aber ein Verdienstanerkenntniß, welches denselben als Mufiklehrer nicht genugsam empfehlen kann. Osthofen, 28. October. In der Nähe unserer Station wurde heute Vormittag ein Soldat der 8. Compagnie des 118. Regiments von einem Bahnzuge überfahren und ge- tödtet- der Kopf wurde ihm vom Rumpfe getrennt. Da an der betreffenden Stelle das Betreten deS Bahnkörpers verboten ist, so muß man annehmen, daß der Soldat freiwillig den Tod gesucht hat. Der Name deS Unglücklichen ist noch nicht festgestellt. Brodpreise vom 1. November bis 15. November 1896. Der hiesigen Bäcker. 1 Kg. (2 Pfd.) Taselbrod......27 Pfg. bei Emil Noll, I. Kumpf und H. Flick . . . 26 ,, 2 Kg. (4 Pfd.) Tafetbrod......54 , _ V If__ff ff ff ff ff ff • • • V“ ,/ 1 Kg. (2 Pfd.) Wetßbrod......25 , tf n tf tf ff tf tf tr • » - 24 „ 2 Kg. (4 Pfd.) Wetßbrod......50 , bei Emil Noll, I. Kumpf und H. Flick ... 48 „ 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrot)......23 , 2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrod . 46 " 44 1 Kg. (2 "Psd.)"Schtüchterner Brod "bet Karl Spamer . 22 " 2 Kg. (4 Psd.) Schlüchterner Brod bei Karl Spamer . 44 „ 2 Kg. (4 Psd) Roggen-Schwa, zvrrd bei Ernst Muth, und W. Amend 44 , 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod......69 „ Der auswärtige« Bäcker. 2 Kg. (4 Pfd.) Wetßbrod bei W. We-tzel von Lang-GönS 46 „ Wtlh. Fabel von Wiefeck 48 „ Aug. Deibel von Wies ck 48 „ 2 Kg. (4 Pfd.) SchwarzbrodbeiJoh. Kv. Belte v. Küch-GönS 38 „ L. Steinmüller, Gr -Linden 38 „ W. Weitzel von Lang GönS 42 „ W.Steinmüller v. Lang-GönS 40 „ L Schmidt von Gr. Linden 40 , Aug. Deibel v. Wiefeck 44 „ G. Jacoby v. Allen-Bufeck 44 „ 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod bei G. Jacoby o. Alten-Buieck 66 „ Ernst Christ von Wiefeck 66 „ Der Vrodvertäufer. Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern. Gießen, den 31. October 1896. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. Attszttg au» den -tandesenntSVegiftee« der Stadt Gieße». Nttsgehnee. October: 24. Heinrich Klein, Diebhändler dahier, mit Elise Schmidt Hierselbst. 24. Guido Moritz Robert Günther, Fabrikant zu Wieseck, mit Karoline Henriette Luise Helene Möser Hierselbst. 28. Guüao Moritz Lodwig Besitz, Malermeister zu Greifswald, mit Mtna Schmidt hierselbst. 29. Balthaser Brücket, Fabrikarbeiter zu Steinberg, mit Friederike Dern, Fabrikarbeiterin dahier. October: 28. Rudols Heinrich Wilhelm Kühne, Seminar Oberlehrer zu Ueiersen, mit Clotilde Bi. rau hierieldst. 30. Wilhelm Hoffmann, Schneider dahier, mit Elisabeth Prophet hierselbst. Irtoniti. October: 25. Dem Rentner Ludwig Preisag eine Tochter. 25. Dem Eisenbahnschaffner Matthäus Altbau- eine Tochter, Elisabeth Margarethe. 25. Dem Kaufmann Earl Bieler ein Sohn. October: 24. Auguste Ri gel, geb. Buchner, 25 Jahre alt, Ehefrau von Kunstmaler Theodor Riegel zu München 25. Margarethe Marie Meckel, 16 Jahre alt, Tochter von Schne der Friedrich Meckel dahier. 26. Benjamin Bing 37 Jahre alt, Kaufmann zu Gedern. 26. Marie Elisabeth Rühl, 56 Jahre alt, Wittwe von Octroierheber Johann Jacob Rühl dahier. 25 Joseph Franz Maria Hahn, 39 Jahre alt, Realschuldirector zu Heppenheim a. d. B. 29 Julius Otter dein, 91/» Jahre alt, Sohn von Landwirth Willibald Otterbein zu Salz- schürf. 29. Mari« Lehr, geb. Gruner, 59 Jahre alt, Wittwe von Bahnwärter Philipp Lehr dahier. Aurzug au» den Airchendücherir der Stadt (Siebe«. Evangelische Semeinde. Matth äuSgemeinde. Den 28. October. Johannes Peter KrauSkopf, ein Wittwer, Bürstenmacher zu Gießen, und Marie Peter, Tochter deS verstorbenen Leinweber- Konrad Peter zu Sellnrod. Den 29. October. Rudolf Heinrich Wilhelm Kühne, Seminar- Oberlehrer zu Uelersen in Schleswig-Holstein, und Clotilde Bierau, Tochter des Oberförster i. P Theodor Heinrich Jakob Bierau zu Gießen. Den 30. October. Wilhelm Hoffmann, Schneider zu Gießen, und Eltsabethe Prophet, Tochter des Taglöhners Balthafar Prophet zu Gießen. MarkuSgemeindi. Den 24. Octcber. Karl Auaust Hell, Former zu Gießen, und Johannette Elisabeth Schmall, Tochter deö Weichensteller« i. P. Wilhelm Schall zu Gießen. , LukaSgemeind« Den 24. October. Heinrich Wendel, Gesängnißausseher zu Mainz, und Katharine Carl-, Tochter des Johannes Carl- II. zu Gießen. Johanneögemeinde. Den 25. October. Wilhelm Heinrich Nicolai, Taglöhner zu Gießen, und Christine Johannette Anna Brückel, geb. Nassauer, Wittwe des Fabrikarbeiters Balthasar Brückel. Denselben. Carl Feldhaus, Arbeiter zu Gießen, und Karoline Kreiling, Tochter deS Taglöhners Johannes KreUing X. zu Gießen. MatthäuSgemeinde. Den 25. October. Dem Glaser Wilhelm Sickert eine Tochter, Friederike Wilhelmine Henriette, geboren den 18. September. MarkuSgemeinde. Den 25. October. Dem Schlosser Ludwig Haas eine Tochter, Wilhelmine Marie Elise, geboren den 21. September. Denselben. Dem Buchbinder Paul Richter ein Sohn, Reinhold Heinrich Hermann Martin, geboren den 8. August. Denselben. Dem Fuhrmann Konrad MauS ein Sohn, Friedrich Wilhelm, geboren den 19. September. MatthäuSgemeinde. Den 27. October. Marie Margarethe Meckel, Tochter des SchneidermeisterS Friedrich Meckel, 16 Jahre alt, starb den 25 October. Den 28 October. Ernst Schomburg, cand. phil., Sohn de« zu Blankenburg verstorbenen practischen ArzteS Dr. med. And'eas Schomburg, 38 Jahre alt, starb den 26. October. LukaSgemeinde. Den 28. October. Marie Elisabeth Rühl, geb. Melior, Wittwe des Octroierheders Johann Jakob Rühl, 56 Jahre al', starb den 26. October.___________________________________ kirchliche Anzeige« der Stadt Gietzen. Kathelische Semetude. (Nachdruck ohne Genehmigung untersagt.) Montag den 2. November. Allavseele«. Vormittags von 6Vt Ubr an Gelegenheit zur hl Beichte; „ um 67» Uhr erste hl. Messe; „ 7* 4 Uhr Seelenamt für alle Verstorbenen der Pfarrei. In der hl M.ffe und im Seelenamt wird die hl Eom« munion auSgetbeili. Nachmittags um 6'/, Uhr Rosenkranzandacht mit Segen. Schluß des Rosenkranzgebetes. Verkehr, Lnnd- nnd VoUrwirrhschaft. • Utm, 31. October. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,00—1,10, Hühnereier pr. St. 0 ch, 2 St. 13—15 A. Enteneier l 4, 2 6t. 11 A, Gänse, der pr.©LI0—00 4, Käse pr.6t.5-8 Käsemade pr. 6L 3 * Erbsen pr. Liter 17 H, Linsen pr. Liter 28 H, Tauben pr. Paar X 0,50 biS 0,60, Hühner pr. Stück 0,90 bis 1,00, Hahnen pr. Slüd X 0,60-1,CO, Enten pr. Stück X 1,40-1,60, Gänse pr. Pfund X 0,44-0,55, Ochfenfleisch pr. Psd. 70—74 A. Kuh- und Rindfleisch pr. Psd. 64—68 Af Schweinefleisch pr. Pfd. 56 bi« 64 A, Schweine- fleifch, gefalzen, pr. Pfd. 70 4, Kalbfleifch pr. Psd. 60-54 A Hammelfleisch pr. Pfd. 60—70 A, Kartoffeln pt. 100 Kilo 4 50 M 5 00 X, Weißkraut pr. Stück 0 -00 A- Zwiebeln pr. Centn« X 4,00—0 OO, Milch pr. Liter 16 A. Zwetschen pr. fctntntt X 8—10. »letze«, 31. October. Der am 27. und 28. d. Mt«. dahier abgehaile. e Btehmarkt war veihältnißmäsfig gut bffahrm. ES waren aufgetrieben: 546 Stück Rindvieh und 881 Stück Schweine. BeiZucht- und Arbeitsvieh und Kälbern entwickelte stch durch die fremden HanvelSleute ein flotter Handel, der Handel bei Fettoieh war trotzdem nur ein fchwach6«, U«1 ts Weilhmstrllnz i. P l' SesSngnthaü^hkr w Johannes L-eiS IL [u )L JW Mm ia «d, geb. giaflaucr, iu Giehm, und Raroltnt 8 KreUing X. zu ®kfi(n, bc »elm Sickni rint loäjlu, m 18. SqiUmbtr. IL ubroig Haa8 etat Tochtee, September. Wer ein Sohn, Reinhold . r ugust. Mans ein Sohn, gdebilj nbt uhe Meckel, lotter M ealt, starb den 25 Dclobtt g, und. phiL, Sohn bei Arztes Dr. med. Avd'tti Dciobtr. W, gib. Bdiot, Bittet -6 Jahre ei’, flatb bin Stall H'tchr». itilH tig unterlagt.) Itelttt. zur bl Beichte; ' Lerstorbenen btr Pftnri. jelenamt wirb blt hl ®oa' dacht mii Segen. E * sro de« Bekanntmachung, betreffend: die Einrichtung eines Arbeitsnachweises für die Provinzial» Hauptstadt Gießen. Der auf Grund der Bestimmungen des Ortsstatuts d. d. 5. September a. c. eingericktete Arbeitsnachweis tritt mit dem 1. November a. c. in Wirksamkeit. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen und zwar überall beiderlei Geschlechts) Arbeit unentgeltlich zu Vermitteln. Der Arbeitsnachweis befindet sich im Bürgermeiftereigebäude, Zimmer Nr. 14, und ist an den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 Uhr geöffnet. Die Führung der Geschäfte des Arbeitsnachweises ist dem Bürger- meistereigehülfen Na« übertragen. Die Arbeusvermittelung geschieht mittels Listen, welche nach Bedarf hinsichtlich der Berufsartm gesondert und für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Dienstboten und Lehrlinge je getrennt geführt werden. Die Eintragung der Gesuche erfolgt auf Grund von schriftlichen und mündlichen, auch telepdonischen Anzeigen; erstere find auf entsprechende« Formularen, welche auf Großh. Bürgermeisterei — Zimmer Nr. 14 — und an anderen demnächst noch bekannt zu gebenden Stelle« in der Stadt unentgeltlich verabfolgt werden, eiuzureichcu. Besonders zu beachten ist, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer, welche den Arbeitsnachweis in Anspruch nehmen, verpflichtet find, sofort demselben unter Bezugnahme auf den Tag der Anfrage Kenntniß zu geben, sobald sie, sei es durch den Arbeitsnachweis, sei eS ohne denselben, die erforderten Arbeitskräfte oder die gesuchte Arbeit erlangen. Auf den Karlen, mittels derer vom Nachweis den Arbeitgebern Arbeiter zugewiesen werden, ist ein Vordruck enthalten welcher entsprechend auS- zufüllen und dem Arbeitsnachweis alsbald zuzustellen ist. Gesuche, welche nicht binnen 14 Tagen erledigt, zurückgezogen oder erneuert sind, gelten als erloschen. Der Beamte des Arbeitsnachweises ist verpflichtet, über Fragen der Gewerbeordnung, der Kranken-, Unfall, Jnvalituläts- und AlterSverficher- ung, sowie anderer soc Apolitischen Gesetze auf Anfrage unentgeltlich Auskunft zu ertheilen,' oder nöthigenfalls die Nachfragenden an die zuständigen Beamten Großh. Bürgermeisterei Gießen zu verweisen. Beschwerden über die Geschäftsführung oder über den Beamten können in das in btr Geschästsstube aufliegende Beschwerdebuch eingetragen oder bei bm unterzeichneten Vocsitzenben der D putation für den ArbeitS Nachweis vorgebracht werden. Die neugeschaffene Einrichtung kann nur dann den erwünschten Erfolg haben, wenn möglichst -alle Arbeitsgesuche und alle freien Arbeitsstellen dem Nachweis angemeldet werden, welcher nach der Reihenfolge bet Anmeldungen die letzteren zu erledigen suchen wird. Da- Publ kum wird demgemäß ersucht, bei Bedarf von Arbeitskräften aller Art die Dienste des Arbeitsnachweises in Anspruch zu nehmen. Gießen, den 31. October 1896. Die Deputation für den städtischen Arbeitsnachweis: 9716 Wolff, Beigeordneter. nagFI POSTKELLER. Holz-Berkauf aus den Freiherr!.v. Rabenan'schen Waldungen. Nachverzeichnetes im Winter 96/97 zur Fällung bestimmtes Bau- und Nutzholz soll aus dem Submissions- wege verkauft werden: 1. Stämme Eichen: 50 fm Schn ttholz, 2. „ „ 200 „ Bauholz, 3. ,, Buchen: 300 „ Schnittholz (meist über 40 cm m. Durchm.), glaltschastig, 4. Stämme Kiefern: 200 fm Bauholz, 6. Grubenholz: Eichen 20 fm, 6. „ Kiefern 50 „ 7. „ Fichten 50 „ Das Holz lagert ca. 2 bis 5 km von der nächsten Station der Bahn streckeLondors-Grüi berg(Oberheffische Eisenbahn). Angebote sind bis zum 10. November l. Js., Vormittags 10 Uhr, verschlossen und nut entsprechender Aufichnft versehen bei unterzeichneter St-.lle einzureichen. Papiermühle, 29. October 1896. Freiherrliche Oberförstern Rabenau. Schwörer. 9657 Versteigerung Dienstag den 3. Novbr. l. I - Nachmittags 3 Uhr. versteigere ich Neustadt 65 (früher Bramm) dahier gegen Baar,ahlung: 1, eine Schreibmaschine (Äropbic>, eine Partie Sprungfedern, Hirscheber, Metzg/rgürtel. ZugstrSnge, Ohrenklappen,'HosrntrSger, Kind rpeilschen, ßrbet fett und Lederlchwärze, Dr- sch- fl-geihüte, Ctgarren u. Cigarretten rc. L. eine grobe Anzahl verschted Flaschen uvd Gläser, Porzellan und ver- sch ebene Möbel Die Versteigerung sä 1 findet bestimmt, id. 2 theilweise statt -711 Sorn, GeT-jchtSvallzieber. Bienenhonig, diesjährigen diesigen, empfiehlt 2284 Friedr. Leo, Selle: Sweg. Speisenfolge. ~~~ Samstag Abend: 7-ZZZZt Souper zu 90 Pfg. Erbsensuppe mit Schweinsohren oder Piquante Eier ä la Meierbeer. Roastbeef ä la Tiflis. Sonntag Abend : ui— Souper zu 90 Pfg. Ochsenschwanzsuppe. Has im Topf ä la Carte. Exquisiteste und reichhaltigste Auswahl nach der Abendkarte. 96h7 November. ■ stürme! ^'Schippels Mltom- jufffllifauprt verhindert das Zurückdrängen des Rauches in Wohnräume, Schornsteinzug, macht Abortanlagen geruchlos, entlüftet Wohn- u. Ar .eitsräume. Schippels „Victoria-‘-Luftabsauger ist aus starkem, verbleiten Eisenblech hergestellt. Schippels „Vlctoria“-Luftabsauger werden von Herrn Wilhelm Zwescb, Kaminfeger, dahier, aufgesetzt. Schippels ,,Victoria‘‘-Luftabsauger ist infolge seiner Einfachheit und Zweckmässigkeit wohl der beste und der billigste unter solchen Apparaten. Schippels „Vlctoria“-Luftabsauger ist in weit über 2000 Fällen erprobt, er ist in Deutschland gesetzlich geschützt, im Auslande patentiert. 9677 Zahlreiche Zeugnisse hiesiger Haus- eigenthümer, Bauunternehmer und Bewohner liegen zur Ansicht auf. Näheres O. Kauold, Schillerst!. 23II. Pumpernickel 'M' «. & (S. Wallenfels, 9006 Markt 21. — Telephon 46. verstärkt den B Kaffee ungebr. 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Ler -Mahw- Vontags- Die Sußtntt iJotttna öfs ibilftiisüimh. öl ©fiinn m Darmstlidt über die Parteitage. 9715 Alle Wähler ladet ergebenst ein Der natwnalliberale Wahlausschuß »I Mm SÄ Peter Berg wozu höflichst einladet 9659 Stellen Angebote""^ saat die Expedition. 9648 HailsbarscheoKkllnttiklirling 9688 jr Der Stadtaufiage nuferer heutigen Rümmer liegt eine (Extrabeilage der Aehseofeld'schen Univ.» Buchhandlung (A. Z^reeS), LelterSweg SL, dahier, bei. oses Qtbactton; A. Echeqda. Dienstag Abend: Hotel Kaiserhof 'UND 9694] Ste< •/< Seige mit Sasten 1« verkaufen. «olfstratze 14, 2 Lr. Friseurgehitfenschaft Gießen eiert Sonntag den 1. November ihre diesjährige Abendnuterhaltung mit Theater und Tavs auf Louys Bierkeller und ladet alle Freunde und Gönner des Verein» hiermit höflichst ein. 0671 Anfang 8 Uhr.Der Vorstand. Kaufmännischer Jerein und Grlsgewerbeverein Hießen. Mittwoch, 4. November, Abends 81/» Uhr, im Cafs Leib Ein energischer, sotlder Wickelausscher wird von einer hiesigen Fabrik zum alsbaldigen Eintritt gesucht. Wo? ooöoooooooodo ööoaoooooooa Restaurant Westendhalle. Verloren u.Gefunden.| Pfungstädter Märzenbier «nd Kaiserbrän. Für Schneider. 970i| »in Arbeiter gesucht für Hosen und Westen I Schneider, Steinstraße 78. — Druck und Verlag der vrühl'scheu UniversitLt»-Buch. und Steindruckerri (Pietsch A Echeyda) in Gießen. Aie heutige Kummer umfaßt 10 Seiten. In der heute erschienenen Nummer der „Deutschen Volks- wacht", Organ des Mitteldeutschen Bauernbundes, ist ein langer und recht confuser Artikel des früheren Reichstagsabgeordneten Köhler ent« halten, der sich in beleidigender Weise mit Erledigung von Rechtssachen refaßt, die ich für dessen Vater, den verstorbenen Rechner Köhler in Langsdorf, besorgt habe. Ich werde den Reichstagscandidaten Köhler zur gerichtlichen Be- irafung bringen, damit ihm klar werde, daß „das Recht aus deutschen Landen noch nicht ganz entschwunden ist!" Für jetzt begegne ich, auch im Hinblick auf den gegenwärtigen Wahlkampf, dem auf Verhetzung der Landbevölkerung berechneten Artikel mit der Feststellung, daß der verstorbene Rechner Köhler mir zwei Rechtssachen, eine gegen vr. Böckel („Böckelactien") und eine gegen Stern Übertragen und zwar, wie nach. gewiesen werden wird, nicht gelegentlich, sondern speciell und förmlich, in letzterer ordnungsmäßige Vollmacht ausgestellt hat und daß demnächst Abrechnung ordnungsmäßig erfolgt ist. Da Köhler an Böckel, der pfandlo» ist, Alles verloren hat — es standen hier 500 Mark in Frage — erließ ich ihm schenkungsweise die Hälfte meiner Kosten. Der Erbe des Auftraggebers, Reichstagsabgeordneter Köhler, bt* zahlte demnächst trotz Aufforderung den reducirten Betrag nicht und wurde darauf verklagt — wie das in deutschen Landen Rechtens ist! Wenn Köhler sagt, die Sachen »feien ihm au« dem Sinn gekommen" und „er habe keine Ahnung von denselben," „er sei nicht ein* geweiht," so ist da» nicht wunderbar, da er von Vielem keine Ahnung hat und fast nirgendwo „eingeweiht" ist. Köhler muß aber die Bauern doch für furchtbar dumm halten, wenn er meint, daß sie auf einen so plumpen und widerspruchsvollen Artikel hereinfallen und sich von der freisinnigen Sache oder „dem freisinnigen Advocaten" abwenden sollen — weil er, Köhler, eine Schuld nicht rechtzeitig bezahlt hat und ihm deshalb Kosten erwachsen sind. Gießen, den 31. October 1896. 9717 Grünewald, Nechtsalllvalt. Nanorama-pholoplalNK Neuenbftue 1, Parterre- Nur acht Tage: tlb Moskau Straßen, Plätze, Schlösser, Kreml von innen und außen, der Krönungüzug des Kaiser« und der Kaiserin mit Gefolge, das entsetz, liche Massenunglück auf dem Chodinskyselde, gestürmte Gc. schcnkbuden, Lager de- Volkes nach dem Unglück mit Krönungsbecher. Die Ausstellung 1896 in 9661 Nischni-Nowgorod. Fechtverband Gicßen-Jahr. Sonntag den 1, November 1896, Abends 7 Uhr auf dem Felseukeller: snf* Familienabend. tk Freunde können durch Mitglieder eingeführt werden. Eintritt srei.S7v7 Der Vorstand. besucht. [9703] Avis! äßrfltn dem vorauSstch l chen Andrang sind Vcreinrkarten am Sonn« taa mir gegen Srachzavlung «iitig , Letzte (SafHvtde: Berlin, Kroll« Theater- Cassel, Hämisch Saal- Unergründliche Vorführungen auf dem Gebiete de« GedankenltsenS, Gedankenübertragung, Spiritismus, Enthüllungen au6 der vierten Dtm- nsion, Mnemotechnik, Somnambulismus, psychologische Studien. ®lt) vnd Stade haben mit ihren unergründlichen modernen Wundern überall große« Aufsehen erregt Aly und Stade'« geh imnißvolleDemon- straltonen firb nicht mit Tasch n» spielerei. Zauberei oder HypnoliSmuS zu vergleichen. 9571 Aly und Stade mach n Sachen, die »wischen Himmel und Erde kaum denkbar find __ BiUeis imVorverkauiin derMustkalien- Handlung de- H rrn Ernet Chillier Sverr- flh 1 Btt, nichtnummertlte Sitze 50 Psg, -der d« an der Kasse Mk. '.20 und 70 Pfg. des Herrn Brünecke, Geheim-Secretär a. D. des Auswärtigen Amtes, Wiesbaden. Thema: Oonstantlnopel (mit Photographien). Programm: Bosporus, Panorama, Volk-leben, Straßenhunde, Eroberung ConstantinopelS, der g^oße Serail, M fchcen, türkisches Altertbümer-Museum, Bazar, Volkscharacter der O^manen, die orientalisch- Frage u-b die armenischm und griechischen Auf- ft3nb<, Poiyga'nte und Eheverhälinisse, J-la-i, Koffeehautzleben, Pera, die Christen- flabt, die deutsche Colonie, der Sultan und fein Hof, Audienzen, Bairamsempsang, Erdrosselung bi« Sultans Abbul Aziz u. A- m- Der Eintritt ist für Mitglieder frei. Karten für Angehörige derselben ä 30 Pfg., für Nichtangehörige ä 75 Pfg. sind zu haben bei Herrn C. Orbig, Bahnhofstraße 30, und Herrn H. Noll, Marktplatz 1, sowie für Mitglieder des Ortsgewerbevereins bei Frau Beil, Asterwkg 25. 9679 ___________________Die Vorstände. G-eschw. Heerz, Neuenweg 7, empfehlen ihr Lager in: fertiger Damen-, Herren- und Kinderwäsche. Extra Bestellungen hierin werden entgegengenommen, dieselben rasch und pünktlich ausgesührt. 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GL F. ± . 9637 Mantaa den 2 November, AbendS »Vr Uhrr Versammlung bei Kamerad Weber, Grünbergerstr. 50. In Uniform. DaS Commando. p Q p 9689 Montag Abend r Lenz. «nnahmr von ftlgoibtn &!i Setr.*: Herbst DaS ®ro Mchstebeil Stift zur offen Bei den im Kreise Gietz amt Sietzen ge 1) Werr, (Anzug: Stiesel o 2) Neserviste und der 3) Diejenige, Mannscho zum W gegangen Die (s oetfamml Watytfynb 6ontro(pflityigen in Oswalds Gai hardsselden, Gieß! heim, Klein-Lindi 1 Adßell $ Ofüjitrc, i lovir sämtliche Jahren 1889, 1 Nü -Herr Amts Wmq mit schein "atzte mich »qm ja Immer Nachdem ble Mck der! Mm, wie st, auft bu . „fr«« itni n” ste auS: "3ch habe e »Aber @rna •mm? It(er! Ai* f0nrfl [an atQnt b ? a° dem * r8i« tu * 11 ^'erlich8 Erna, T®ogen. in