Nl 8 j??5" l" “""fcäiiS fl n v ft n ft c G n 2 V **■ *» n Z. ß iSietzkll 3 ttirchroplah 21. und Anstalt (SSüSM,,” iben ic, forolt ibe Artikel. j dienung. prompt. ilkcrci es ir reichhaltige8 ^he^lTerke U J* e®Mnen Jucher —, .etc, etc. 6eh,ll,n »erd«, itäte-TaechenbuehH SÄtb**“ lcht ’orräthiger Werke. Bibliothek. ;sr Wollgarnen lie Shitollrmnpfen. tu von Ttrumpfe« lehlatter. eine. *K [wein# ier uogndu 390111. -taN1' der Lage, für nnen- Prob* -j vi Die*. — Löwengasse. linand Schott toben. _____ '<51^3, if P. c#w, Ku .eh«-?’*- ’S* ;t KMrUß^- ISfHi Nr. 258 Drittes Blatt. Sonntag den L November Der A) zu Gießen sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: , 1 Partie Nutzholz, 3 Hobelbänke, eine Ladeneinrich'ung 1 Büffet, 1 Ptantno 1 Secretär, 1 Weißzeugfchrank. sechs Sophas, 2 Belten, 4 Bettstellen eine Rotzhaarmaschtne u sonst. Mobilien, 1 Panorama 2 Faß Bier, 1 Partie Porzellan. Nickeltische, eine Aniahl Bilder. 1 Rnscdecke, 1 Partie Bücher dio. Jnbal's rc Versteigerung vorauSs. theilw. benimmt. 9682 enpel. Gerichtsvollzieher Im Wascht« na- Kögel« empfiehlt sich Frau Klein Wwe., 9673 Frankturterstraße 31. Prima Speisekartoffelnr "ML Bisqatt per Centner Bit. 8.50 Englische „ „ w 8 — liefert Heinrich Döring, Gleiberg. Auf Wunsch Probe-9685 Kunst-Ausstellung, ‘mÄ nähme deS SamtztagS, von 11 dis 1 Uhr, am Mittwoch auch noch von 3 bis 5 Uhr. SouutagS unonterdrochen von 11 bl# 8 Uhr. — Eintrittspreis für Nichtmttglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pfg. Hochachtungsvoll C. Hebe AonnementS werden entgegengenommen._______ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Göbelnrod pro 1897/98 liegt vom 4. d. Mts. an acht Tage lang auf dem Bürger- meisterei-Büreau dahier zur Einsicht der Jntereffenten offen. Göbelnrod, den 1. November 1896. Ein Mädchen Kleidermachen in und außer dem Hiuse- |9s92) Lief,«weg 15. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Bettenhausen für 1897/98 liegt vom 2. November d. Js. acht Tage lang zur Einsicht der Betheiligten auf dem Bürgermeisterei-Büreau offen. Bettenhausen, den 31. October 1896. Großherzogliche Bürgermeisterei Bettenhausen. frei für Mathematit, Griechisch, Latein, Der Voranschlag der Gemeinde Villingen sür 1897/98 der Be- TanMtemcht. Anmeldungen zu den 9015 Winter-Tanz Cursen werden zu jeder Zeit entgegen genommen. I. Möhl, Sonnenstr. 5. Hauslehrer richt in sämmtlichen Eymncsial'öchern, incl. Englisch. Gcfl Offerten unter ,fcaa»l<6rrt* an die Exped. b Blatte».9200 Bekanntmachung. Der Pferde- und Krammarkt findet, wie angezeigt, am v. und 10. November statt. Dagegen ist die Haltung des Rindvieh-Marktes und der Austrieb von Schafen wegen im Kreise aufgetretener Maul- und Klauenseuche untersagt worden. Hochheim, den 28. October 1896. 9680 Der Bürgermeister: Siegsried. 88nbt8ftm. Dl-j-nlg-n, dl« ®inn«6m k ga^rttn. fltttt MH ltim|t crt^ünr- * „ fc Maraily. Antaerp* in Fa. George Hirech- itere Bleiche J- ioxLxvi M M g.Postdsn hon werpen *) In der „Wittekdeulflhen ^okkswackit" wird unter allerlei Schimpfreden auf den Abg. Dichter behauptet, daß derselbe in obigen Angaben die Unwahrheit gesprochen Da das Blatt sich in dieser Frage selbst auf die Protocolle des Reichstags bezieht, so kann der Vorwurf nur wider befferes Wissen gemacht sem Denn die An aben entsprechen genau dem Protokoll des Reichstags, welches in zweiter ZSeralhuua übet die namentliche Abstimmung am 20. Juni geführt worden ist. Die anderweitigen Zahlen der „Deutschen Volksmacht" beziehen sich dagegen auf die am 30. Juni stattgehabte dritte Aerathung. Bei der dritten Berathung hatte sicb, was die „Deutsche Volksmacht" unterläßt mitzuiheilen, d.r Abg. Werner wieder einmak umgekrempett. Während er in der zweiten Berathung gegen die Ersahpfl cht gestimmt hatte, stimmte er in der dritten Berathung dafür. Außerdem waren noch vier Antisemiten erschienen, welche in der zweiten Beralhung unentschuldigt gefehlt hatten. Von diesen war aber Abg. Müller nur gekommen, um sich der Abstimmung zn enthalten, mährend d.e Abgg Bindewald, Förster und Hirsche! mit Werner für die Ersatzpfttcht stimmten. Dies zur Erklärung für bie verschiedenen Angaben. Die Enrsch-idung in der Krage war tatsächlich schon durch die Abstimmung bei der zweiten Berathung getroffen. . Hebung der Fachbildung der Landwirthe. Auch sind wir eifrige Förderer des Genossenschaftswesens. Schulze-Delitzsch, der Begründer und Führer unserer Partei, hat uns hier die Richtung gegeben. J . NaA Listen Vorschriften sind zahlreiche Vorschußvereiue und Volksbanken gegründet worden, die den Wucher wirksamer bekämpfen als alle Strafparagraphen und auch dem Sandmann einen billigen und soliden Credit gewähren. In derselben Richtung sind hlnzugekommen die landwirthschaftlicheu Genoffenschaftcii für die Beschaffung von Düngemitteln und Saaten, für gemeinsamen Bezug von Werkzeugen und Maschinen, für die Erleichterung des Absatzes. Alle diese Genossenschaften finden im Interesse des mittleren und kleinen Bauernstandes unsere lebhafte Unterstützung. Wirksamer noch würde in dieser Richtung die Unterstützung der Landwirthschaft fein, wenn nicht die dentsch-sociale Partei und theilweise auch die Natioualliberalcu die Landwirthe abzogen durch den Hinweis auf sogenannte große Mittel, welche helfen sollen. Auch sie RatlonaUiberalen haben sich nicht einmüthig gegen den Antrag Kanitz verwahrt. Der Antrag Kanitz will durch Monopolisirung der Getreideeinfuhr in der Hand des Staates künstlich die Getreidepreise im Innern in die Höhe steigern znm Nachtheil aller Eonsumenten infolge der sich daraus ergebenden Brotverthcnernng. Denn der Staat kann Überhaupt Nlcmand etwas geben, was er nicht anderweitig vorher weaacnommen hat (Sehr richtig). ,, . Wer aber hat den Vortheil ans der künstlichen Belastung der gesummten brotessenden Bevölkerung? Dnrchaus nicht die Gesamintheit der landwirthschaftlichen Betriebe. Die Statistik weist nach, daß 76 Procent der landwirthschaftlichcn Betriebe ganz und gar keinen Vortheil von der künstlichen Preissteigerung des Getreides haben würden, weil in allen Betrieben mit weniger als 5 Hectar weniger Getreide gebaut werden kann, als für den Haushalt au Brot, Mehl u. s. w. verzehrt wird. Im Groß- herzogthnm Hessen aber siud 54000 laudwirthschaftliche Betriebe, die noch nicht den Umfang eines einzigen Hectars erreichen. Im Durchschnitt aller landwirthschaftlichen Betriebe von mehr als einem Hectar sind die landwirthschaftlichen Betriebe des Groß- herzogthnms 5% Hectar groß. Wenn der Nutzen des Antrags Kanitz erst bei 5 Hectar Munt, so ergiebt sich daraus, wie gering die Zahl der Betriebe ist, welche wirklichen Vortheil aus dem Antrag Kanitz haben wurden. Im Osten, wo die großen Güter sind, stellt sich die Sache allerdings anders. Je mehr der Westen für die Ernährung der dichteren Bevölkerung Getreide aus dem Osten nnd aus dem Ausland bedarf, desto größer ist auch der Nachtheil durch die höhere Belastung des Consums. Wenn man dazu übergehen sollte, durch künstliche Mittel den Getreidepreis zu steigern, so könnte dasselbe verlangt werden auch für die Steigerung des Preises von Vieh, Gemüse, Eiern, Butter und Fleisch. Und warum alsdann nur für die Producte der Laudwirthschaft und nicht auch für die Produkte des Handwerks und der Industrie? Warum sollte denn nicht auch ebenso wie die Grundrente auch die Zinsrente und die Miethsrente durch den Staat künstlich gesteigert werden? Wenn aber alles im Preise erhöht wird, so müßte doch auch der Arbeitslohn entsprechend gesteigert werden (Beifall) dies wurde doch schon dre Gerechtigkeit verlangen. Würden aber alle Preise gleichmäßig gesteigert, was hätte es dann zuletzt für eine Wirkung? Keine andere, als daß mau zwar mehr Geld einnimmt, aber ebenso auch mehr Geld ausgiebt, also nur größere Geldstücke in der Hand umdreyt (Beifall). Wie schädlich aber grade für die Landwirthschaft die von antisemitischer und uatio- nauibcraler Seite vorgeschlagenen Heilmittel sein können, zeigen die Folgen der Zucker- stcuernovclle aus dem Mai dieses Jahres. Sie sollte dazu bestimmt sein, im Jntereffe des Rübenbaus die Zuckerpreise zu steigern. Statt desseu hat sie durch Erhöhung der Ansfuhrprämien einen Druck auf die Weltmarktpreise mit sich geführt, welcher zur Folge hat, daß auch die Inlandspreise nicht gestiegen, sondern ein Viertel gefallen sind, verglichen mit der Zeit vor der Zuckersteuernovelle. Und jetzt bildet sich je ein großer Ring der Zuckerfabriken, um zum Schaden der Landwirthschaft den Rübenbau einzuschränken und durch künstliche Verringerung der Production die Zuckcrpreise zum Nachtheil aller Cousumeutcn in die Höhe zu schrauben. Die Nationalliberalcn haben für ein solches, grade für die Landwirthschaft feindliches Gesetz gestimmt und ebenso die Antisemiten, freilich, nur soweit, wie sie im Reichstag anwesend gewesen sind (Heiterkeit). Abg. Köhler ist ja überhaupt nur 7 Mal von 47 namentlichen Abstimmnngrn im Reichstage anwesend geweseu. Ich kenne ihn nicht einmal von Ansehen. Als wegen der Ausfuhrprämie die Zuckerstcuer in der letzten Reichstagsession erhöht wurde, wollte der Schatzsckrctär auch noch für den Fiskus einen Gewinn machen und noch eine weitere Mark auf die Verbrauchssteuer schlagen. Wir verbanden uns dagegen mit den Konservativen. Hier mindestens hätten doch die Antisemiten mit uns stimmen müssen zur Abwehr fiskalischer Steuern auf nothwendige Lebensmittel. Aber als wir uns nach denselben umsahen, da fehlten von den 15 antisemitischen Abgeordneten 8. Nur 7 waren zugegen, nnd von denselben stimmten 4 für die Erhöhung und'3 dagegen (Große Heiterkeit). Wenn also nur einer anwesend gewesen wäre, hätte er ebenso viel bedeutet wie die ganze Fraction. Die Antisemiten nnd die Nationalliberalen prahlen mit ihrer Bauernfreundlichkeit. Nichts aber ist doch natürlicher, als die Baueruäcker zu schützen gegen Wildschaden. Darum haben wir stets darauf gedrungen, daß Hochwild nur in eiugehegten Bezirken unterhalten werden kann. Wir haben in der Commission für das Bürgerliche Gesetzbuch es durchsetzen helfen, daß Wildschaden vergütet wird auch für das aus den Forsten auf die Bauernücker wechselnde Wild, und ebenso der Schaden, den die Hasen insbesondere an Obstbäumen und Gärten anrichteu. Aber dagegen empörte sich das ganze Gemüth unserer Junker. Sie drohte«, lieber das ganze Bürgerliche Gesetzbuch fallen zu lassen und den Reichstag durch Fortbleibeu beschlußunfähig zu machen, wenn solche Ausdehnung des Wildschadenersatzes beschlossen würde. Da haben ihnen leider die Nationalliberalen nachgegeben. Wo aber waren die Antisemiten bei dieser für den Bauernstand wichtigen Frage? Von den antisemitischen Abgeordneten war nach Ausweis der Liste über die namentliche Abstimmung einer beurlaubt, 11 fehlten ohne Entschuldigung, nur 3 waren anwesend. Von diesen enthielten sich noch 2 der Abstimmung und einer stimmte gegen die Ausdehnung des Schadenersatzes (Große Heiterkeit. Hört, hört!).*) Sie grofte Wahlerversammlnng, welche der Vorstand des freisinnige« S°nn ag den I8^O-.°b-r nach ..Steins Garten" einberufen h!.te, war 1 in de" vorhergehenden ^agen herrschenden Begehr nach Eintrittskarten nicht anders zu erwarten war, sehr zahlreich besucht, so daß schon lange vor Beginn des Saal bis auf den letzten Platz besetzt war. Nachdem der Redner VersammlungReichstagsabgeordnete Engen Richter, unter lebhaften Hochrufen der £ Z 1 Saal betreten, nahm Herr Landtagsabgeordneter Rechtsanwalt Metz im^^o^^degrußte zunächst Herrn Eugen Richter als den Vorkämpfer des Volkes des Vater andes und der Partei, der trotz vieler Pflichten dem Rufe, «ach 3 °m,nen' ße gleistet habe uud den Wähler« beizusteheu im bevorstehenden SvunipTv. rtla ^"aen Richter empfiehlt dcu srcisiunigcu Caudidaten, Prof. Stengel, frfiÄ V s- $ieu"b' c'nen selbstlosen, überzeugungotrcuen Politiker, der jedem Wahl- ols Candidat und als Abgeordneter zur Ehre gereichen wird. Oberhessische Reichs- tagswahlkreste sind schon wiederholt durch Abgeordnete unserer Partei vertreten gewesen; niemals hat solche Vertretung dem Kreise zur Uuchre gereicht. den gegenwärtigen wüsten Jntercsseukampf, bei welchem einzelne Gruppen der Bevölkerung, unbekümmert um das Wohl des Ganzen, nur die Staats- mncyt und die Klinke der Gesetzgebung auszubeuten suchen für ihre Sonderiutcresseu. Dieser Vorwurs tr,fit auch die nntionolliberalc Partei, welche dem Zersetzungsprozcß verfallen ist, weil sie glaubt wirthschaftliche Fragen als offene Fragen dem Sondcriuteresse der einzelnen Gruppen überlassen zu können. .... Die trübseligste Erscheinung in der Gegenwart aber ist die deutsch-sociale oder antisemitische Partei, weil sie sich richtet nicht gegen die sachlichen Ziele anderer Parteien, sondern bekämpft de« Mensche« als solche« nach seiner Confessio« und nach feiner Ab- stamuiung, nnd weil sie leugnet die Grundlage alles friedliche« nud einträchtige« Zu- sammeiiwirkens der Parteien, die Gleichberechtigung aller vor dem Gesetz. Sie stellt in den Mittelpunkt ihrer Bestrebungen die Bekämpfung des Jndeuthums. ~,cnn tol^r E'o, daß die 99 Procent Christen in Deutschland in Gefahr ständen, x- *"erbe" von dem einen Procent der jüdischen Bevölkerung, was müßte daun die deutsche Nation gerade im Sinne der Antisemiten für eine elende, jämmerliche Gesellschaft sem (Beifall). Gewiß, es giebt schlechte Menschen unter den Juden, aber auch unter den Christen. Man soll die Schlechten verfolgen uud mißachten, wo man sie Mfft, ui jeder Maste; aber man hüte sich zu verallgemeineru aus der Abstammung, aus der Religion, ob gut oder schlecht. Das kränkt Diejenigen, die sich bewußt siud, gut zu sein, gewahrt aber Deckung grade den Schlechten, die uuumehr es so darstellen können, daß sie verfolgt werden, nicht weil sie es persönlich verschulden, sondern aus angeblichem Vornrtheil gegen Confessio« und Abstammung. Parteien, die dergleichen zum Mittelpunkt ihrer Thätigkeit nehmen, können für die Dauer keinen Bestand haben. Sie können einzelne Geschäftspolitiker anziehen, die sich virtnosenhaft ausbilden in der Verspottung und Karrikierung, in der Aufreizung zum Haß gegen die jüdische Bevölkerung; aber für die Dauer ist solch einseitiges Virtnosenthllm selbst für einen gewöhnlichen Schauspieler nicht ausreichend, um ihm eine Existenz zu sichern. Selbst wenn der Gewerbebetrieb im Umherzichen damit verbunden wäre, müßte man ihn zuletzt, wie bei Ahlwardt, noch bis auf Amerika ausdehnen, um den Unterhalt daraus gerannte« zu könuen (Große Heiterkeit). Im Reichstag siud die Antisemiten nur die Spaßmacher unserer Junker (Beifall), die über, solche Witze lachen, aber sich für zu vornehm halten, sie selbst zu machen. Doch auch diese« raerden die antisemitischen Witze im Reichstag für die Dauer zu öde und zu langweilig, und so sind die antisemitischen Redner im Reichstage rairksamer als Haus- lcercr (Heiterkeit) als irgend welche anderen Redner. Weil der Antisemitismus allein die Partei nicht aufrecht zu erhalten vermag, hat sie sich ein Programm zurecht geflickt, aus allerlei Lappen, zum größten Theil entnommen der conservativcn Partei, verbrämt auch mit einzelucn Streifen aus liberale« Programmen. Nach Art der Wunderdoktoren auf dem Jahrmarkt preist die deutsch-sociale Partei für jede Noth uud jedes Gebrechen ihre Heilmittel an. Man muß nur daran glauben (Heiterkeit) nnd wenn nicht Geld, so doch wenigstens einen Stimmzettel in den Kasten werfen. Freilich, wer sich in Noth befindet und leidet, glaubt leichter au die Recepte der Wnudermäuner als diejeuigeu, die ruhig und klar bei'Verstand das Verhältuiß von Ursache uud Wirkung prüfen. Eine Zeil wirthschaftlichen Niedergangs in den letzten Jahren ist der Fluth der antisemitischen Bewegung zu statten gekommen. Jede Tollheit von dieser Seite hat zeitweilig ihr Publikum gefunden. Ich erinnere nur an die Verdächtigung der Löwc'schen Waffenfabrik. Wenn im Mittelalter Epidemien einen Ort hcimsnchten, so ergriff der Glaiibe die Bevölkerung, die Juden hätten die Brunnen vergiftet, und die schändlichsten Verfolgungen traten alsdann ein. Auf einen Rest jenes Aberglaubens und jener Barbareietl der Volksseele speculiren die Antisemiten noch heute, indem sie überall, wo Dtißstände hervortreten, die Vorstellung zu erwecken sucheil, Kniffe und Pfiffe der Juden trügen die Schuld daran. Jetzt, rav das wirthschaftliche Leben sich wieder in aufsteigender Richtung bewegt, verläuft in den Städten uud den iudustricllen Bezirken die Fluth der antisemitischen Bewegung. Desto krampfhafter klammer! sich die deutsch sociale Partei noch an das platte Üaiib, an den Baneriistand. Mau sucht es so darzustellen, als ob man in der Lage sei, allen Uebelständeu der bäuerlichen Bevölkerung abznhelfeu. Allerdings sind die Getrcide- prcise in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen. Aber ebenso wie die Grundrente hat sich auch die Ziusrente vermindert. Die Antisemiten versprechen der Landwirthschaft stetige Getreidepreise. Stetige Getreidepreise aber kann es nicht geben, so lange man nicht ein Mittel erfunden hat, die Witterung stetig zu machen (Heiterkeit und Beifall). Getreidepreise hängen ab von dem Angebot, das auf dem Weltmarkt erscheint. Dieses aber ist bedingt von den Ernteerträge«. Auf dem ganze« Weltmarkt waren in den letzten Jahren die Ernten vorzüglich. In Deutschland kam 1895 zur guten Getreideernte eine gute Kartoffelernte und eine gute Obsternte. Diese Conjuncturen aber sind nicht dauernd. Auf die Dauer wächst in der Weltwirthschaft die Bevölkerung, die Getreide consumiren muß, stärker als die Zahl der mit Getreide bebauten Hectare. Darum hat auch der Getreidepreis seine natürliche Untergrenze, und schon die ungünstigen Ernten in Ostindien und Australien haben auf die deutschen Getreidepreise derart steigernd eingewirkt, daß sie erheblich höher stehe« als zur Zeit, wo der russische Handelsvertrag 1894 in Kraft trat. Auch darf man nicht vergessen, daß die Viehzucht sich bei steigenden Fleischpreisen in den letzten Jahren erheblich zu Gunsten der bäuerlichen Bevölkerung entwickelt hat. Die Viehzählung von 1893 im Reich ergab einen um 800 Millionen höheren Werth des Viehbestandes, als die Zählung von 1883. Natürlich, je billiger das Brot, desto mehr kann die Bevölkerung von ihrem Einkommen für Fleisch ausgeben. Aber wie dem auch sei, wir erkennen die Pflicht an, Uebergangsverhgltnisse, die «us «achtheiligen Conjuncturen entstehen, zu mildern, soweit es geschehen kann, ohne dadurch die Interessen der Allgemeinheit und anderer Bevölkerungsklaffen zu schädigen, tleberall treten wir daher im bäuerlichen Interesse ein für Ausbildung des Verkehrsnetzes, rationelle Gestaltung der Eisenbahntarife, für Meliorationen jeder Art, für «iS W ll,bn “ Star Link' h, । O jJigtin u Klein Wwe AurtnstrchSh' niwooi »Nähen unb ■"Mi« bim -Lckmvig 15, iß Arbeiten 'mrntntn unb btfttnS tote auch dir Abschrift Milon d. Blatts InfA und rficherung. rndßenTestllschasten ßiM EmichtMM an allen Orten hlige tretet. 1 mit festem Gehalt, letreffende seine bis- flung aufjugkben ge> feiten unter A 200 m d. Bl. 9410 Was ist den» eine Partei werth, die in einer solchen Bauernfrage selbst Las Hasenpanier ergreift (Heiterkeit). Die deutsch-sociale Partei ist in meinen Augen eine vollständig bauernfeindliche Partei (Beifall), trotzdem sie das Gegentbell behauptet. Solches ergiebt sich auch daraus, wie fte die Freiheit des Grundeigenthums bekämpft und einzuschränken sucht. Leider wird sie auch darin von der nationallibcralen Parker unterstützt. Die Freiheit des Grundeigenthums ist aber ein Grundrecht, welches der Bauernstand Anfang dieses Jahrhunderts erhalten hat und dem er seine ganze Entwickelung seitdem verdankt. Antisemiten und Nationallibcrale aber wirken im Reichstage für eine sogenannte Hrimstättcuordnung, die darauf ausgeht, zu bestimmen, daß Bauerm guter nur für die Hälfte ihres Werthes hypothekarisch belastet werden dürfen und auch dann nur mit unkündbaren Renten. Das hört pch sehr schön an. Aber Derjenige, der gezwungen ist, Hypotheken aufzunehmen über den halben Werth hinaus oder der unkündbare Rente nicht bekommen kann, für den ist eine solche Beschränkung gleichbedeutend mit dem Verlust seines ganzen Besitzes. ~ . Oft wird ein Arbeiter seßhaft, indem er cm kleines L-tuck Land kauft, aus Ersparnissen zunächst eine geringe Anzahlung macht und späterhin weiter seine Schuld abträgt. Auch dies würde aufhören bei der Beschränkung des hypothekarischen Credlts. Und doch kann es nicht Grundbesitzer genug im Lande geben. Je mehr die Arbeiter seßhaft gemacht werden, desto weniger verfallen sie der Socialdcmokratie. Antisemiten und Nationallibcrale planen auch die Einführung eines Anerbenrcchts, bei welchem der Erstgeborene von den Kindern begünstigt wird auf Kosten der nachgeborenen Geschwister. . , Dies führt zu einer Proletarifirung der letzteren, zu einer Benachtheiligung ins- besondere bei Banerntöchter, für die es ohne angemessene Ausstattung schwer ist, wieder auf einen Bauernhof zu heirathen. Der Anerbe selbst aber hat von seiner Bevorzugung auch fernen Segen. Denn sein Verfüguugsrccht an dem Grundbesitz soll nach allen Richtungen eingeschränkt werden. Der Grundbesitz selbst wird entwerthet im Preise infolge solcher Beschränkungen. Redner wendet sich nunmehr gegen die projectirte Einführung der ZwaugS- organifation für das Handwerk, welche zwar nicht von den Nationalliberalen, aber von der deutsch-socialen Partei befürwortet wird. Redner führt aus, daß freie Vereinigungen der Handwerker durchaus vorthcilhaft sind und jede Förderung verdienen. Anders aber verhält es sich, wenn von oben herab Zwangsinnungen gebildet werden sollen. Solche zwangsweise Zusammenpferchung der Handwerker trägt schon von vornherein Widerwillen in die Bereinsbildung. Dazu kommt, daß bei Zwaugsinnungen Einrichtungen für den gemeinsamen Geschäftsbetrieb der Handwerker, welche besonders vor- theilhaft sein würden, ausgeschloffen werden müßten, wie es in der Regierungsvorlage bestimmt ist. Für Schiedsgerichte, für Krankenversicherung aber bestehen Organisationen genug schon jetzt außerhalb der Innungen. Was aber die Arbeitsvermittelung und die Fachschulen anbetrifft, so haben nicht bloß die Kleinbetriebe sondern auch die Großbetriebe dasselbe, ja, noch ein höheres Interesse daran, und nicht bloß die Großbetriebe, sondern die ganze bürgerliche Gemeinde. Deshalb ist es auch in unseren Augen Psticht der Gemeinde, das Fachschulwesen der Handwerker nnd die allgemeine Fortbildung der- . selben auf Kosten der Gesammtheit zu fördern und zu unterstützen. Gerade die Scheidung der Kleinbetriebe von den Großbetrieben durch die neuen Zwangsiuuungen gereicht für die Kleinbetriebe zum Nachtheil, weil sie ihnen die Unterstützung der leistungsfähigeren Großbetriebe bei gemeinsamen Einrichtungen von vornherein entzieht. Aber freilich, die Einrichtung der Zwangsiunungen soll nur die Vorstufe sein für die Einführung des obligatorischen Befähigungsnachweises. Auch dafür ist die deutsch-sociale Partei. Es soll also nur Derjenige selbständig ein Handwerk treiben dürfen, der Prüfungen als Meister und Geselle abgelegt hat. Verlangt man denn aber etwa Prüfungen von den Landwirthen? Unter den Großgrundbesitzern sind auch manche, denen der Nachweis der Befähigung sehr schwer fallen würde, es sei denn etwa im Betrieb der Jagd (Große Heiterkeit) ober in Bezug auf die Pferdezucht, die sie als Cavallerieofsiziere kennen gelernt haben. Auch von Kaufleuten, Fabrikanten verlangt man keinen Befähigungsnachweis. Das Handwerk leistet wahrlich jetzt mindestens ebenso Tüchtiges wie in früheren Zeiten. Dies zeigen alle Ausstellungen. Im Publikum klagt mau auch nicht über die Leistungen der Handwerker, sondern vielleicht nur, daß hier und da die Ablieferung der Arbeit nicht pünktlich ist oder daß man von den Handwerkern so schwer eine Rechnung bekommt (Große Heiterkeit). Was würde auch das Prüfungswesen im Handwerk für die späteren Leistungen der Handwerksmeister beweisen? Das Publikum fragt nach keinem Prüfungstitel; daü Werk muß den Meister loben. Den Zünftlern ist es auch nur darum zu thuu, durch die Prüfungen und den vor- geschriebeuen Lehrgang die Concurrenz der Handwerker nntereinander zu vermindern. Als noch dieses Prüfungswesen in Deutschland bestand, klagte man im Handwerk überall über die Erschwerungen besonders für ärmere Handwerker, selbständig zn werden, weil Zeit und Geld für Prüfungen zn viel kosteten gerade in der Zeit, wo man zur Selbständigmachung Geld am meisten gebrauchte. Die Zünftler sehen dabei nicht, daß, indem sie darauf ausgehen, die Concurrenz der Handwerker untereinander zu vermiudern, sie die Concurrenz der Großbetriebe mit den Handwerkern erleichtern. Denn das Prüfungswesen bedingt die Abgrenzung der verschiedenen Handwerkszweige gegen einander. Auch der Geprüfte muß sich alsdann in den Grenzen des Handwerks halten, für das er geprüft ist, auch wenn er durch Verbindung mit anderen Arbeiten jeweilig noch so viel verdienen kann. Großbetrieb und Handel aber sind unbeschränkt. So wirkt das, was die Antisemiten als Hebung des Handwerks bezeichnen, gerade als Benachtheiliguug deö Handwerks in her Concurrenz mit dem Großbetrieb und dem Handel. Die Antisemiten rühmen sich, eine Mittelstandspartei zu sein. Wir wollen überhaupt keinen Stand besonders, sondern nur das ganze Volk vertreten (Beifall). Die Antisemiten erklärten, dem Bürgerlichen Gesetzbuch nicht znstimmen zu können, weil es den Interessen des Mittelstandes nicht gerecht werde, sondern des Großkapitals. Aber nachweisbar sind die neuen Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs, welche gerade der Reichstag eingefügt hat, fast ausschließlich im Juteresse der kleineren Leute und der Arbeiter getroffen worden, nicht des Capitals. Redner führt dies im einzelnen aus. Was haben denn die Antisemiten in der Commission beantragt im Jntereffe des Mittelstandes? Während der sechsmonatlichen Commissionsberathnng stellte der Vertreter der antisemitischen Fraction einen Antrag im Interesse der Rheder, ein anderer Antrag betraf die Analphabeten, drittens beantragte er, dem Vermiethcr das Recht zu geben, für die Micthe auch das Arbcitsgeräth des Miethers mit Beschlag zu belegen (Große Heiterkeit). Das also soll im Interesse des Mittelstandes und der kleineren Leute liegen, daß ihnen Dasjenige gepfändet werden kann, ohne das ein Arbeitsverdienst nicht möglich ist. Auch wir hätten die Vertagung der Plenarberathung des Bürgerlichen Gesetzbuchs bis zum Herbst gewünscht; aber als es die Mehrheit ablehnte, haben wir zu verbesiern gesucht, was noch verbessert werden konnte. Anders die Antisemiten. Sie stellten keine Anträge. Sie wiffcn überhaupt zu wenig, diese Herren Antisemiten (Lebhafter Beifall). Sie haben nur Virtuosität in allgemeinen Redensarten, aber sie wissen keinerlei practische Vorschläge für die Gesetzgebung zu machen. Und dann, wie zerfahren ist diese Gesellschaft trotz ihres geringen Bestandes unter sich! In der Commissionsberathnng über das Bürgerliche Gesetzbuch trat der Vertreter der antisemitischen Fraction, Abg. Viclhabcn, für die Beibehaltung der ob igatorischen Eivilehc namens seiner Fraction ein. Dann rief ihn die Fraction ab, und der geistliche Gelehrte der Partei, Pfarrer Jskraut, stimmte in der Commission für daS Entgegengesetzte (Hört! Hört!). Ja noch mehr, er erklärte, seine Partei wünsche deshalb die Vertagung der Entscheidung über das Bürgerliche Gesetzbuch, um bis zum Herbst eine große Agitation gegen die Beibehaltung der obligatorischen Civilehe entfachen zu können. Was ist das für eine Partei? Sie will eine große Agitation machen gegen die Beschlüsse, für welche sic zuerst selbst gestimmt hat. Während einer Session verwandelt sich ihr Standpunkt in einer grundsätzlichen Frage in das Entgegengesetzte. eine Parteiagitatiow soll ins Werk gesetzt werden, welche die Ansicht einer Minorität in der Partei selbst bekämpft. Das ist doch eine Zerfahrenheit, die der Centrumsabgeordnete Gröber mit. Recht im Reichstag kennzeichnete mit den Worten: „eine solche Partei kann überhaupt nicht mehr ernst genommen werden" (Sehr richtig!). Wie verhielt sich die Partei bei der Schlußabstimmung über das Bürgerliche Gesetzbuch? Es handelt sich nm em so großes nationales Werk, das durch mehr als zwanzigjährige Arbeit so weit gefördert war. Die Antisemiten bezeichnen sich besonders als deutsch-nationale Partei. Natürlich muß mancher, um das Zustandekommen eines s» großen nationalen Werkes zu ermöglichen, manche besondere Ansicht im einzelnen unterordnen. Als es aber zur Abstimmung kam, da sagten diese Deutschnationalen weder Ja zum Bürgerlichen Gesetzbuch noch Nein. Diejenigen, die überhaupt anwesend waren, enthielten sich der Abstimmung (Heiterkeit). Aber wählt man denn dazu Reichstagsabgeordnete, daß dieselben in wichtigen nationalen Fragen weder Ja noch Nein zu sagen, verstehen? Dann wäre es doch richtiger für die antisemitischen Wähler, sich schon am Wahltag auch selbst der Wahl solcher Abgeordneten zu enthalten (Sehr richtig). Uns, der freisinnigen Volkspartei, werfen die Antisemiten vor, daß wir die Interessen des Großcapitals vertreten, insbesondere der Börse. Nun, meine Herren, an der Berliner Börse hat man im Jahre 1893 Geld gesammelt nicht zur Unterstützung unserer Wahlen, sondern zu unserer Bekämpfung bei den Wahlen- Was die neuen Börsengcsetzc betrifft, so haben wir die Zustande au der Börse Niemals für unverbesserlich erachtet. W.r haben dekhalb dem neuen Bankdepotgescy von Anfang an lückbalilos zugcstimmt, um größere Sicherheit gegen die Unterschlagung von Depots bei den Bankiers zu haben. Wir haben auch für manche Bestimmungen in dem anderen neuen Börien- gesetz gestimmt. Aber wir konnten für das Gesetz im ganzen nicht stimmen, grade weil es zu einer Privilegirung des Großcapitals führt. Die Börse ist ein Markt. Die Bedeutung eines Marktes beruht auf der Concentration von Angebot und Nachfrage. Je größer diese Conceutration, desto mehr ist jede Preiswillkür ausgeschloffen. Jede Beschränkung des Börsenverkehrs dagegen erleichtert willkürliche Preisbestimmungen. Solche Beschränkungen werden durch das neue Börsenregister für den Terminhandel aber ein* geführt. Namentlich kleinere Geschäftsleute werden dadurch ferngehaltcn. Dies führt zu einer Privilegirung grade der großen Banken und zu einem Uebergewicht derselben in der Preisbestimmung. Wir haben außerdem gegen das Gesetz stimmen müffe» wegen des Verbots des Tcrminhaudels im Getreide. Dieses Verbot gereicht grade der Landwirth- schast zum Schaden. Die Ernie beschafft den Getreidevorrath auf einmal für daS ganze Jahr. Aber der Confum vertheilt sich auf die einzelnen Abschnitte des Jahres. Der Handel muß daher das Angebot der Landwirthschast nach der Ernte aufnehmen können. Je mehr dem Handel das erleichtert wird, um so Vortheilhafter der Absatz für die Landwirthfchaft. Die Tcriningcfchäftc für Getreide, welche die Lieferung auf spätere Fristen auffchiebcn, sind eine Erleichterung für die Aufnahme der Ernte. Mau kauft Getreide, das man nicht sofort wieder verkaufen kann, um so bereitwilliger, wenn man sicher ist, dasselbe bei späterer Frist wieder verkaufen zu können. Man kauft per Caffa und verkauft auf Termin und sichert sich dadurch einen festen, wenn auch vielleicht nur sehr mäßigen Gewinn. Grade diese Ausgleichung und Verleitung des Getreideangebots auf einen größeren Zeitraum ist verhindert und beeinträchtigt durch das Verbot des Terminhandels. Aus das Schädlichste muß dasselbe insbesondere auf das Müllergewerbe einwirken. Wären wir wirklich Jntcressenten des Capitals, so müßten wir und jetzt mit Hand und Fuß wenden gegen die Herabsetzung des Zinsfußes für die Staatsgläubiger. Umgekehrt ist diese Couvcnirung der 4procentigen Papiere in 3^ procentige von uns zuerst im Reichstag und Landtag angeregt worden, weil sie dem Herabgchcn des Zinsfußes auf dem Geldmarkt entspricht. Dazu kommt, daß die Eriparniß aus dieser Zrnsherabsetziing es ermöglicht, den Plan der Besoldungsvcrbcfstrnng der Beamten weiter durchzuführen, insbesondere für Eifenbahnbcamte und Postbeamte. Anzustreben wird fein auch die Erhöhung des Wohnuiigsgeldzuschusses namentlich für die Unterbeamten in den westlichen und industriellen Theilen des Reiche-, wo die Wohnungsmiethen um ein Mehr- faches den jetzigen Wohnungsgeldzuschuß übersteigen. Unsere ganze parlamentarische Geschichte beweist, daß mir das Gegenthcil einer Partei sind, die Sonderinteressen des Großcapitals und der reichen Leute begünstigt. Verfolgungen und Verdächtigungen, ja selbst der Anzweifelung des Patriotismus haben wir uns ausgesetzt bei den Verhandlungen über Militärsragen in unserem langjährige» Kampf für die Einführung der zweijährigen Dienstzeit beim Militär. Habrn wir diese Verkürzung der Dienstzeit etwa gefordert wegen der Söhne der reichen Bankiers und Großindustriellen? Nein, diesen ist das Einjährig-Freiwilligen- Privilegium immer gesichert gewesen. Wir haben die zweijährige Dienstzeit erkämpfen helfen hi langjähriger parlamentarischer Thätigkcit gerade im Jntereffe der kleineren Leute, der Handwerker, Bauern und Arbeiter (Lebhafter Beifall). Wir wollten, daß Diejenigen, die nicht in der Lage sind, ihren Söhnen das Einjährig-Freiwilligen Privilegium zu verschaffen, nicht länger im Militärdienst festgehalten werden, als die Ausbildung zum Krieg wirklich erfordert. Wir waren dabei geleitet von der Anschauung, daß die jungen Leute ans jenen Klassen der Bevölkerung nicht länger durch den Militärdienst in ihrer bürgerlichen Ausbildung unterbrochen werden dürfen, weit von dieser Ausbildung ihre ganze bürgerliche Zukunft abhängig ist. Wenn wir 1893 gegen die Militärvorlage stimmen mußten, welche zugleich die zweijährige Dienstzeit einführte, so ist dies geschehen, weil mit dieser Einführung verbunden war ohne inneren Zusammenhang eine Erhöhung der Friedens- Präsenzstärke um mehr als 80000 Mann. Wie aber hat sich die deutsch-focialk Partei in dieser Frage gestellt? Bet dec Ab stimmung vor der Auflösung war die Partei wie immer getheilt, 3 stimmten für die Militärvorlage, 3 dagegen. Der Effect der Partei war also gleich Null. Bei der Wahlagitation traten die Antisemiten zuerst gegen die Militärvorlage auf. Dann aber fiel die ganze Gesellschaft um und begeisterte sich mehr und mehr für die Vorlage. AIS bann der neue Reichstag zusammen kam, haben die Antisemiten sainmtllch einschließlich derjenigen 3 Herren, welche zwei Monate vorher dagegen gestimmt hätten, für die Militärvorlage gestimmt. . Die Stimmen der Antisemiten hätten bei der geringen Mehrheit für die Vorlage dieselbe verwerfen ober zum Minbeften bie dauernde Einführung der zweijährigen Dienstzeit herbeiführen können. Jetzt ist bie zweijährige Dienstzeit nur bis zum Jahr 1898 etil- gefiihrt. Kommt bis dahin nicht ein neues Gesetz zu Stande, so tritt von selbst die drei» jährige Dienstzeit als die verfassungsmäßige wieder in Kraft. Und diesen Zustand der Unsicherheit für Alle, die schon von 1897 ab in den Militärdienst eintreten, verschulden die Antisemiten. Auch als wir in diesem Sommer bei Gelegenheit des Geietzeö über bk Umroanblung der vierten Bataillone bie zweijährige Dienstzeit bauernb einführen wollten, stimmten die Antisemiten ebenso wie die NationaUiberilen gegen uns. Das ist die gerühmte Volksfreunblichkcit im Jntereffe beS Mittelstandes I Wir haben stets gekämpft nicht bloß gegen ungerechtfertigte Militärlasten und deren Erhöhung, fonbern auch gegen ungerechtfertigte Vermehrung ber Steuerlasten, namentlich der indirecten Steuern, weil biefe vorzugsweise auf bie minder wohlhabenden Klaffen fallen. Manche Abwehr, wie diejenige deö Tabaksmonopols, deS Branntweinmonopols, ist ungelungen, insbesondere auch bie Abwehr ber letzten Lteuerprojecte, ber Tobakfabrikatsteuer unb ber neuen Stempelsteuern. In bem Kampf gegen biefe Steuerprojec-e hat meine Partei anerkanntermaßen die Führung im Reichstag gehabt. Ader freilich, wenn mae jetzt in ber Weife wie bie Antisemiten und Natiouattiberalen für Ausgabeerhohuugei eintritt, namentlich in ber Colonialpolitik unb für Marinezwecke, so ist zu befürchten, da» bald wieder neue Steaerprojecte auf ber Bübfläche erscheinen unb auch alsbann wieder für die Tpbaksinduftrie eine Periobe ber Unsicherheit entsteht. Wir haben gegen bie Antisemiten zu kämpfen. Ein nationalliberaler Canbidat steht in Frage. W r bekämpfen ebenso entschieden bie Socialdcmokratie. Wenn wir heute so viele bie Jnterefien beS Volkes bedrohende P^ojecte ber Gesetzgebung zu bekämpfen ' haben, bie man längst hätte al« abgethan ansehen müffen, man nur noch ernstlich eintrete« in Agitation otbl ete * 5*5’$ !*Sm5 f lesend h- 1 in b J?. jfa |ulSll* ia6 * die I„, j’S.'Sg «niMi««. 7 611 ie« SantieU "™»™ Sörien= weil ,ln Die $i.. *,*» Je- *flen. jene I,- eftimmungen. g0,*r lniinhandel aber ein- lten. Dies fiihrt W derselben in der müssen wegen deS >rade der Laiidwirth- mal für das ganze Wti. Der handel nehmen können. Je >ür die Landwirlhschaft. fristen auischicben, sind Ireire, das man nicht |t, dasselbe bei späterer aust auf Temin und iigtn Gewinn. Grade größeren Zeitraum ist Auf das Schädlichste i uns jetzt mit Hand aatsgläubiger. in 3^procenlige von dem Herabgchcn de» ! Eriparniß aus dieser g btt Standen weiter 9.njuflrtbtn wirb fein Unterbeamten in beit Mn um rin W das (StytM tintr idjcn W dcWstigl. ^attiotismus haben wir unserem langjährig ir. wegen der Söhne der Einjährig-Freiwilligen- >e Dienstzeit erkämpfen esie der kleineren Leute, wollte»/ daß Diejenigen, aen Privilegium zu ver- Ausbildung zum Krug daß die jungen Leute irdienst in ihrer bi rg Ausbildung ih" Militäroorlage stimm di-- -«-"'L Erhöhung der ^rieö sef«D.? »« i y. B« * * । , t.. (lir die Lorlsgi Dienst^ . «i^tir 1898 1« ' Ml d>-»» । tritt von । ' nd dn ! Unb * jftlüulW «II f'fffi'/te«le |iit d-« ®„L w* jt» ««’• 0«*” -M für ^UrdA **1'6 -- ** müffe für die Erhaltung der Gewerbefreiheit, des Reichswahlrechts, der Preßfreiheit, der Bereinsfreiheit, der Freizügigkeit, der Freiheit des Grundeigenthums, so trägt die Schuld daran wesentlich die Socialdemokratie. Sie hat die Spaltung in das Biirgerthum ge- tragen. Die socialdemokratische Bewegung in ihrem Extremen nach links drängt andere Schichten der Bevölkerung den Extremen nach rechts zu. Man sagt, es habe hier 1893 mancher Freisinnige dem Socialdemokraten die Stimme gegeben wegen der unentschiedenen Haltung des von freisinniger Seite ausgestellten Can- didaten. Der Vorwurf ist richtig. Der damalige Candidat war in seiner Parteistellung, in seiner Haltung zur Militärvorlage nicht klar. Alles dies trifft für den gegenwärtigen Kandidaten, Prof. Stengel, nicht zu. Man erwähne nicht, daß man eine gerechtfertigte Opposition gegen Projecte der Gesetzgebung kräftiger zum Ausdruck bringt, wenn man dem Socialdemokraten statt dem Freisinnigen die Stimme gibt. Was im liberalen Sinne zu erreichen möglich ist, dafür einzutreten, lassen wir es an Energie und Schneidigkeit wahrlich nicht fehlen. Auch die Socialdemokraten können im Reichstag nur mit Wasser kochen. Aber die Socialdemokratie will nicht nur das Erreichbare, sie strebt auch nach dem Unerreichbaren und Ungerechtfertigten in Militärfragen, Steuerfragen und Fragen des Arbeitsverhältniffes. Weisen wir den Socialdemokraten dies im Einzelnen nach, so sagen sie: was schcert uns die heutige Gesellschaftsordnung, wir wissen eine bessere Ordnung für unseren Zukunftsstaat. Fragen wir sie dann nach den Einrichtungen dieses Zuknnftsstaates, so sträuben sie sich, ein klares Bild desselben zu zeichnen. Aber in ihrem Programm steht, daß alle Productionsmittel vergesellschaftet werden sollen. Das ist gleichbedeutend mit Verstaatlichung. Denn die auf Zwangsgewalt gegründete Gesellschaft ist der Staat. Was bedeutet die Verstaatlichung der Productionsmittel. Aller Grund und Boden, Haus und Hof, auch das kleinste Besitzthum, Maschinen, Werkzeuge, Werthpapiere, Sparkaffenbücher — denn auch diese sind Anweisungen auf Productionsmittel —, alles dies wird den Privaten eonfiscirt. Alle selbständigen privaten Betriebe sollen aufhöreu. Der Bauer wird Tagearbeiter, der Handwerksmeister Fabrikarbeiter, der Kaufmann Ladendiener, — Alle werden Beamte und Arbeiter in einem großen einheitlichen Staatsbetriebe. Daraus folgt zunächst schon die Vernichtung jeder wirthschaftlichen und persönlichen Freiheit. Denn wenn es im Staat nur einen einzigen Arbeitgeber, die oberste Staatsbehörde, giebt, so muß sich Jeder, der essen will, gefallen lassen, an dem Ort zu arbeiten, Dasjenige zu arbeiten, wozu er von Oben herab commandirt wird. Jede Freizügigkeit, jede Freiheit in der Wahl des Berufs muß aufhören. Nicht bloß die Freiheit in'der Production wird zerstört, auch die Freiheit in der Consumtion; denn man muß alsdann Dasjenige verzehren und verbrauchen, was der Staat als einziger Producent und Lohngeber dazu anweisb. Aber, so sagen die Socialdemokraten, wir sichern die Freiheit dabei, durch Einführung des gleichen geheimen Wahlrechts inbetreff der Vorgesetzten.' Es giebt aber eine persönliche Freiheit, in die Niemand sich hineingreifen lassen will, weder von einer Minderheit, noch von einer Mehrheit (Sehr richtig!). Jedermann will allein entscheiden über Das, was in den wichtigsten Fragen, welche die eigene Person angehen, zu geschehe» hat. Wenn überdies Jemand unfrei ist in allen wirthschaftlichen Beziehungen, so nützt ihm auch die politische Freiheit des Wahlrechts nichts. Früher hatten auch die Soldaten in der Kaserne das Reichswahlrecht. Trotz der geheimen Abstimmung wurden die Stimmen immer genau so abgegeben, wie es der Commandeur haben wollte. Entschädigt nun etwa für den Verlust jeder persönlichen und politischen Freiheit der größere Antheil des Einzelnen an dem Gesammtertrage der Production? Das gerade Gegentheil ist der Fall. Es ist nicht richtig, daß, je größer mau den Betrieb gestaltet, derselbe um so productiver wird. In der Laudwirthschaft producirt der mittlere und kleinere Besitz per Hectar weit mehr als der Latifundienbesitz, und auch im Gewerbe sind den Vortheilen des Großbetriebes natürliche Grenzen gezogen. Aber entscheidend ist vor allem, daß mit dem Fortfall des Eigeuintercsscs an der Production der ganzen Ernte, dieselbe zurückgehen muß. Das Bestreben, etwas für sich selbst und die ©einigen vor sich zu bringen, sich emporzuarbeiten, ist es, was den Einzelnen veranlaßt, sich immer mehr auszubilden, zu vervollkommnen und fleißig und sparsam zu sein. Die freie Concurrenz in unserer Gesellschaftsordnung ist es, die zugleich den Einzelnen anspornt und doch verhindert, daß sein Vortheil auf Kosten der Allgemeinheit unverhältnißmaßig groß wird. Die freie Concurrenz beschränkt den Vortheil des Einzelnen zu Gunsten der Allgemeinheit. Schalten Sie diese großen Factoren des Wirthschaftslebens aus, so sinkt nicht bloß die Production, sondern der ganze Kultursland herab zu einer solchen Tiefe, wie wir sie uns nicht mehr vorstellen können, weil sie weit in die ersten Anfänge der Civilisation zurückreichen würde. # , r . ,ri . Nun hört man oft sagen, alle diese Probleme der Socialdemokratie feien Utopistenen, feien Zukunftsmusik. Aber durch die Ausbreitung solcher falschen Vorstellungen wirkt die Socialdemokratie auch schädlich unmittelbar in der Gegenwart. Die Socialdemokratie ist schuld, daß sich unter den Arbeitern ganz falsche Begriffe verbreiten über die Bedeutung de- Unternehmers und des Arbeitgebers. Gewiß, ohne den Arbeiter keine Production! Aber um die Arbeit wirklich productiv zu machen, muß ein Leiter, ein Unternehmer da fein, der die Arbeit im einzelnen zusammenfügt, der das Risico trägt und der für den Absatz sorgt. Wenn für den Arbeiter nach fleißiger Arbeit die Feierstunde schlägt, f» kann er sich der Sorge um die Arbeit bis zum andern Morgen entschlagen. Nicht so ist es immer bei dem Arbeitgeber. Dieser muß fortwährend daran denken, auch weiterhin genügende Arbeitsaufträge zu haben, muß sorgen, daß das Product auch verkäuflich wird und, wenn es verkauft ist, der Kaufpreis auch zur Zahlung gelangt. Man weist auf einzelne reiche Unternehmer hin, aber man vergißt, wie viele andere ihr Vermögen in Unternehmungen verlieren, weil die Conjuncturcn ihnen entgegenarbeiten. Indem die Socialdemokratie die Bedeutung der Unternehmer verkennt, dasjenige, was denselben zukommt als Zin- für das Capital, als Entgelt für die Leitung des Unternehmens und für das Risico, erweckt sie bei den Arbeitern falsche Vorstellungen, welche das ganze Arbeitsverhaltniß vergiften können (Beifall). Das gereicht auch den Arbeitern selbst zum größten Nachtheil; denn im letzten Grunde sind die Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern solidarisch und harmonisch. Wenn die Unternehmungen gedeihen, dann entstehen bald neue Unternehmungen oder die bestehenden werden erweitert. Je mehr aber Unternehmer, desto mehr Nachfrage nach Arbeitern. Mit der Nachfrage nach Arbeitern steigt von selbst der Arbeitslohn. Wenn aber umgekehrt dem Arbeitgeber durch das Verhalten der Arbeiter die Lust verleidet wird, seine Unternehmungen auszudehnen oder neue zu beginnen, so schränkt sich die Nachfrage nach Arbeitern ein und damit verschlechtern sich auch die Löhne und die Arbeitsverhältnisse. . Niemand kann leugnen, daß im Laufe der letzten Jahrzehnte die Arbeitsverhaltnisse sich außerordentlich aufgebeffert haben. Wenn auch noch große Mißstände, viel Elend, viel Noth vorhanden sind, so muß man doch zugeben, daß die Welt sich fortbewegt, daß die Arbeitszeit kürzer, der Lohn höher geworden ist und daß der Cousum gerade in Demjenigen, was die Masse braucht, — das ist statistisch nachweisbar, — erheblich gestiegen ist, auch für den Kopf der Bevölkerung. Der Zinsfuß sinkt, die Löhne steigen, der Unternehmergewinn kann sich alsdann verringern, wenn der Friede gesichert bleibt, nicht bloß nach außen, sondern auch im Innern in den Arbeitsverhältnissen selbst. Der 18. Oktober ist ein Gedenktag nicht bloß als Schlachttag von Leipzig, sondern auch als Geburtstag des Kaisers Friedrich. Kaiser Friedrich war ein Friedensfürst. Er schrieb 1870/71 in seinem Tagebuch, er hoffe, daß nun genug der blutigen Arbeit sei und daß er einen weiteren Krieg nicht mehr erleben werde. Er betonte in diesem Tagebuch wiederholt die „Pflicht zum freisinnigen Ausbau des Deutschen Reiches". Er erkannte, daß einst die Zeit kommen werde, in der man mit ihm zu rechnen habe als dem ersten Fürsten auf dem Thron, der rückhaltlos den verfassungsmäßigen Einrichtungen zugethan sei. Er betonte die Notwendigkeit „eines freisinnigen Ausbaues des Deutschen Reiches" und sprach die Hoffnung aus, daß die Generation, die mit ihm zu rechnen haben werde, ihn in diesem Wirken für den freisinnigen Ausbau unterstützen werde. Uns fällt es nicht ein, diese Absichten des Kaisers Friedrich zu identisiziren mit den Einzelheiten unseres Parteiprogramms. Aber wahr ist es und bleibt es, daß die Einheit des Deutschen Reiches in der Zukunft nur gesichert erscheint nut der Ausgestaltung und Ausbildung der Freiheit im Innern. Dieser freisinnige Ausbau, er ist in den letzten Jahren in unserer inneren Entwicklung nur allzu sehr in den Hintergrund getreten. • Ich meine, auch gemäßigtere Liberale, auch die vertrauensvollsten unter den Liberalen müßten angesichts mancher Vorkommnisse gerade in der letzten Zeit des Hervortretens einer unverantwortlichen Nebenregierung, der Unstetigkeit des Curses der Regierung, sich mit uns in dem Bestreben vereinigen, den freiheitlichen Ausbau zu vervollkommnen. Vorbedingung dafür ist ein angesehenes Parlament. Ein Parlament ist für Deutschland ebenso die nothwendige Klammer der deutschen Einheit, wie die Kaiserkrone. Ein angesehenes Parlament aber haben wir nur dann, wenn der wilde Jnter- essenkampf, von dem ich Eingangs gesprochen, aufhört, wenn man nicht mehr danach fragt: Was nützt Dies und Das einzelnen Berufsklassen, nicht darauf ausgehl, ein Stück der Staatsmacht auszubeuten für Sonderinteressen, sondern wenn man auf allen Seiten nur einzig nnd allein das Allgemeininteresse gelten läßt. Gewiß, verschiedene politische Parteien müssen sein, sonst würde das öffentliche Leben versumpfen, der Stachel für den Fortschritt verschwinden. Aber alle politischen Parteien sollten eingedenk sein, daß sie den Beruf haben, nicht eine einzelne Klasse, sondern das ganze Volk zu vertreten. Wie es in unserem Wahlaufruf für Stengel heißt: wir wollen nicht sein eine Partei einer einzelnen Berufsklasse, weder nur der Arbeitnehmer, noch nur der Arbeitgeber, nicht sein eine Partei nur des Großkapitals oder nur des Grundbesitzes. Wir wollen einzig und allein sein eine Volkspartei, welche sich das Gemeinwohl als Leitstern. und Richtschnur dienen läßt. Das ist es auch, worauf es bei dieser Wahl ankommt. Wenn Sie unserem Can- didaten Prof. Stengel Ihr Vertrauen schenken, so sind wir sicher, daß Sie uns zugesellen eine kräftige Stütze in unseren Bestrebungen, die einzig und allein darauf gerichtet sind, nach bester Ueberzeugung zu dienen dem Heil des Volkes und dem Wohl des Vaterlandes. (Langer, anhaltender, stürmischer Beifall.) Aus der Mitte der Versammlung wird ein dreifaches Hoch auf den Redner, Reich-- tagsabgeordneten Richter, ausgebracht. Verlag Lev Freisinnigen'WnhlcomilLs in Gießen. — »eühl'sche Univ-Buch- und Steindruckerei (Pietsch L Scheyd«), Gießen. Dir Mao de» Händler». erloschen, Sieben, Grc Za Falles Äarbtn anb Q beim, Rrti» B aokgebrochen un Eirßrn, Gl betreffend Nachdem ti uab Auenleuch mit dem Aosüj @tmailung»ipi' Gleichzriti gekochte« Zaft- Gießen G Der Groß' in Grüvbrrg I Seine vertretn Großh. 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