st N Nv s..8,/> । ihn) nr< 78 Der Hietzeaer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag-. Die Gießener W««trte»ötL11er werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Zweites Blatt. Mittwoch ben L April 1S9@ Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. vierleltähriger Aös«ne«ent»,reiO i 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Psg. -Kdactton, Expedition und Druckerei: -chntstratzeAr.,. Fernsprecher 51. orn ,kt- $«i. nanu. ' NtV^. “75 Psg. t £rn.M: Setei: tut Smarä, Vorstaub, Sein •• April h hr, findet sammli i Schnell orbnung : iheiten. •s fand. ienl Lazn m ich/ Zeichnen ui'i' IMMl 50 per Ms und guter NaM mbenjtrj____ Wlt. [nmelbungen« Softume aUt Mer^ 88, Sorbette1 LUf sowie weit nn“ 8S6 ilberre5>< :tnk L Aints- und Anzeigeblntt für den Kreis Gieren. «»nähme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de« (ArtrHcfitnlVtrtf • ItfMt ÄQ; Annoncen-Bureaux de- In« und Auslandes nehm« zokgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. ^3f4-UVlZ>Vvl4Uljv. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 2lmtiid?er Theil. Bekanntmachung, betreffend: die Maul- und Klauenseuche. In der Gemeinde Ehringshausen, Kreis Wetzlar, -ist die Maul' und Klauenseuche erloschen. Die Gehöfts- und Gemarkungssperre sind aufgehoben. Gießen, den 30. März 1896. Großherzogltches KretSantt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Infolge Verfügung Großh. Ministeriums des Innern uiü> der Justiz vom 27. l. Mts. ist die Abhaltung des für ben 7. April l. Js. geplanten Viehmarktes zu Laubach unter der Bedingung genehmigt, daß nur Thiere aus un* verseuchten Orten der Kreise Schotten, Gießen, Alsfeld und Friedberg, Thiere von Händlern aber nur dann, wenn sie mindestens sieben Tage in unverseuchten Orten fraglicher Kreise in seuchenfreiem Zustande zugebracht haben, aufgetrieben »erden dürfen. Schotten, 28. März 1896. Großherzogliches Kreisamt Schotten. Schönfeld. Gießen, den 30. März 1896. Großherzogliche Kreisamt Metze« an Großh. Polizeiamt Gießen, die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises, sowie die Gr. Geusdarmerie. Wir beauftragen Sie, über nachstehende Angelegenheit sofort die geeigneten Ermittelungen anzustellen und über etwaige Ergebniffe schleunigst hierher zu berichten. v. Gagern. Eine anscheinend geisteskranke Frauensperson ist Freitag den 27. ds. Mts., Abends, in Kirch-Beerfurth, Kreis Erbach, aufgegriffen worden. Sie scheint 30—40 Jahre alt zu sein, sie ist schlank gebaut, hat schwarzes Haar, längliches schmales Gesicht, sie ist bekleidet mit einem bläulichen, großcarrirten Kleide und schwarzer Schürze. Sie verweigert jede Auskunft und Nahrungsaufnahme. €»eeU* »wft jteeotasfteOe». Gießen, den 31. März. •• In Amerika verstorbene Hessen. Waterloo, Canada, Elisabetha Lenz, geb. Grein, aus Heidelbach. Montgomery Couoty, Pa., John Fretmann, 76 Jahre alt, au- Heffen- Darmftadt. Segutn, Texas, Anton Braden, 61 Jahre alt, aus Bingen. Lancaster, Pa., Christian Vatter, 68 Jahre alt, auS Leeheim. Bellevtlle, Jll., Wilhelm Haff, 75 Jahre alt, aus Horrweiler. Greenpoint, L. I., John Bogel, 52 Jahre alt, aus BenShetm. MuScarine, Ja., Philipp BerniuS, 65 Jahre alt, aus Reinheim- Brooklyn, N. N-, Anton Weigand aus Mainz. Columbus, Friedrich SchweinSberger, 78 Jahre alt, aus Sickenhofen. Erie, Pa., Jacob GuckeS aus Hessen-Darmstadt. KansaS City, Kan., Anna Regina Lillich, geb. Staff, 77 Jahre alt, auS Hessen-Darmstadt. Albany, N. T)., Elisabetha Mauß, geb. Störck, 84 Jahre alt, aus Langd. Maria Gruner, 63 Jahre alt, auS Burg-Gräfenrod. Brooklyn, N. U., Bertha Kletselriug aus Alsfeld. Montagne, Mich., Elisabeth Kiel, geb. Feick, 62 Jahre alt, aus Rimbach. Springfield, Jll., John Peter Reinheimer, 68 Jahre alt, aus Reichelsheim t. O. Newhork. I. Bang, 64 Jahre alt, aus Bingen. High Prairie bei Belleville, Jll., Regina Schmidt, geb. Seibert, 83 Jahre alt, au« Semd. ♦* Militärdienst der Handwerker. Bet Gelegenheit der im verflossenen Jahre in Mainz staltgehabten General- Versammlung des Landesgewerbkveretns wurde durch Herrn Rechtsanwalt Calman-Alzey die Frage de- Militärdienstes der Bauhandwerker angeregt und zur wetteren Behandlung einer Commission übertragen. Die Großherzogi. Centralstelle in Darmstadt hatte, um die Ansicht der Gewerbevereine darüber kennen zu lernen, ein Ausschreiben an die Vorstände derselben gerichtet. In der letzten Sitzung deS engeren AuSschnffeS des LandeSgewerbevereinS wurden die eingelaufenen Antwortschreiben eröffnet. Für den einjährigen Dienst ohne die Pflicht deS eigenen Unterhaltes und der eigenen Equipirung sprachen sich sechs, dagegen zehn Vereine aus. Der Ausschuß glaubt, diese ablehnende Haltung dürste auf die Abneigung gegen Schaffung weiterer Klaffenunter- schiede in unserer Militärorganisation zurückzuführen sein. Der Anregung, die Handwerker nach Besuch einer Fachschule und Absolvirung einer staatlichen Fachprüfung zu« einjährigen Dienst zu berechtigen, haben neunzehn Vereine zngeftimmt, ablehnend verhielten sich fünf Vereine. Die letztgenannte Angelegenheit soll, nachdem sich auch der weitere Ausschuß der Gewerbevereine damit befaßt hat, dem Verband deutscher Gewerbevereine unterbreitet werden. Zur Beachtung für Stellensuchende. Um dem planlosen Zuzug Stellung suchender Personen nach Berlin schleunigst vorzubeugen, erläßt der Polizeipräfident von Berlin eine Warnung, wodurch auf Grund der hier gemachten Erfahrungen allen Personen, die in Berlin oder von hier auS außerhalb Berlin- in einen Dienst treten wollen, von dem Verlassen ihres bisherigen Wohnortes eindringlich abgerathen wird, bevor sie nicht eine ganz genau bestimmte Stellung in Aussicht haben. Namentlich werden die Stellungsuchenden darauf hingewiesen, Verpflichtungsscheine und andere Schriftstücke, wenn überhaupt, so doch nur nach aufmerksamer Prüfung des Inhalts zu unterschreiben. Dienstbücher und LegitimationSpapiere sollten Überhaupt nicht aus der Hand gegeben und nur den Herrschaften und Arbeitgebern vorgelegt werden. Vorsicht! Gegenwärtig durchziehen wieder eine An- zahl Hausirer das Land und bieten Kleiderstoffe zum Kaufe an. ES wird ein ziemlich bedeutender Preis gesor- dert, nach einigem Herunterbieten erhält man jedoch, wie die „Darmst. Ztg." mittheilt, den Stoff für den vierten und sogar fünften Theil des geforderten Preises. Der Stoff ist meist nicht den Macherlohn werth. Auch die Haufirer m Leinwand find wieder eifrig thätig. Gewöhnlich wird ein beschmutztes Stück vorgelegt- der Hausirer bittet, ihm daganze Stück abzunehmeu und zwar zum halben Preis, da es beschmutzt schwer zu verkaufen sei, und darauf fällt die Hausfrau in den meisten Fällen herein. Um den Einfluß de» Turnens auf die Entwicklung des Körpers festzustellrn, haben zwei Aerzte mehrere Jahre eine große Anzahl von Turnern beobachtet: Schon in fünf Monaten nahm zu: der Umfang des Brustkastens bei 76 pCt. der Turner um 2,5 Ctm., bi« Oberarmes bei 83 pCt. um 1,28 Ctm., des Unterarmes bet 62 pCt. um 0,76 Ctm., des Fe«illeton. Di» Beschießung von Pssyburg im Jähre 1870. Von Fred Vincent. (2. Fortsetzung.) ,66 sollte mich gar nicht wundern, wenn die Kerle -ein paar von unseren Pyramiden umschöben!" meinte Bice- stldwebel Fleischmann, als die erste Rundkugel klatschend auf b,r abschüssigen, einem Wafferfall gleichenden Waldwtese ein« Wug. Und er behielt recht, denn gleich darauf flog so ein MM Ding, krachend die Baumwipsel durchbrechend, weit In die Wiese hinein und hüpfte spritzend und schwerfällig Dk ein riesiger Frosch dieselbe herunter, warf auf dem linken Flügel drei Gewehrpyramiden um, worauf es in dem znin Ueberlaufen mit Waffer gefüllten tiefen Straßengraben ürrfchwand. „Alle neune!" jubelten unsere Leute und stellten Nich die Gewehre wieder auf, von welchen auch kein einziges «ine nennenswerthe Beschädigung zeigte. DaS war aber auch so ziemlich der letzte Ausbruch des ßnS regen SoldatenhumocS, denn den immer dichter herab- fnrmeoden Regenmaffen war er auf die Dauer nicht ge- »ochsen, so daß die später über die Wiese hüpfenden Kugeln lmm noch mit einem spöttischen „Hopp, hopp!" begrüßt bürden. Drüben in Pfalzburg waren einige Male Flammen, auf- Liegen, so daß wir glaubten, unsere Geschosse hätten ge- ziadet, doch jedesmal war nach kurzer Zeit der Helle Schein SUben wieder verschwunden, und schließlich sauste von unserer *6ettc Granate auf Graoate in die dunkle Nacht hinaus, tfic in den Pfalzburger Festungswerken irgend welchen ficht- lare« Eindruck zu machen. Unter diesen Umständen ließ •Oeutral Hausmann, nachdem wir ungefähr taufend Granaten »rrschoffen hatten, das refultatlose Feuer einstellen und die --schütze auf die Hintere Waldwtese zurückgehen und auch bk seindltchen Geschütze verstummten bald daraus. Damit itgann aber der letzte und schrecklichste Theil der Beschießung-- nacht vor Pfalzburg. Immer eisiger wurde der Sturm, der den fortwährend gleicher Heftigkeit strömenden Regen in fast wagrechten Mfien über die Höhen hinwegpeitschte, und immer tiefer wurden die Gießbäche, die über die Abhänge hinabrauschten und die Straße in einen reißenden Strom verwandelten, auS welchem nur hier und dort ein Steinhaufen, einer Insel gleich, hervorragte. Und auf diesen Steinhaufen standen dichtgedrängt unsere Leute Mann an Mann und glücklich schätzten sich diejenigen, denen eS vergönnt war, hier festen Fuß zu fassen. Die anderen wanderten wie ruhelose Schatten der Unterwelt durch die fast greifbare Finsterniß, in dem vergeblichen Bestreben, einen Platz zu finden, an welchem sie nicht bis an die halbe Wade im Waffer und Schlamm versanken. Und nirgends ein Obdach oder Schutz, denn ein Eindringen in den Wald war bei dem wütheoden Sturm, der beständig dicke Stämme und Aefte zn Boden schmetterte, geradezu lebensgefährlich. Die einzige Behausung in der ganzen Gegend war ein kleines, einstöckiges Försterhaus, das am oberen Rande der zweiten Waldblöße stand und auf dessen Hof die Fahrzeuge der Stabsequipage der Artillerie aufgefahren waren. In den ärmlichen Stuben deS Häuschens war General Hausmann mit den Stäben der Artillerie und unseres Regiments untergekommen; aber so beschränkt waren die Räumlichkeiten, daß die Offiziere in der kleinen Küche und auf dem engen Hausflur, in dem Ställchen für eine Kuh, ja sogar im Schwe nestall so dicht zusammengepfercht standen, wie draußen die Leute auf den Steinhaufen. Auch die Fahrzeuge auf dem Hofe waren als Schutzmittel verwerthet worden, denn die Ordonnanzen hatten aus dem Megelbrocken auf die Helme polterten, hatte auch diese edle That keinen weiteren Erfolg, denn jedes aufzüngelnde Flämmchen wurde sofort von den Regenfluthen ersauft, so sehr auch dessen Er« zeuger bemüht waren, es durch die auSgehängte Hofthüre und vorgehaltene Mäntel gegen die Wuth der Elemente zu schützen. Und dabei schien die kurze Sommernacht kein Ende nehmen, der Tag nie wieder anbrechen zu wollen. Aber endlich begann eS zu dämmern, was zunächst nur den einzigen Unterschied im Gefolge hatte, daß es noch viel kälter wurde, als in der Nacht, und zwar so kalt, daß die Regenpfützen auf der höchsten Stelle der Straße deutlich Eisbildungen zeigten — lange, dünne EiSnadeln nämlich an der Oberfläche deS Wassers, sobald der eisige Nordoststurm über dasselbe hinwegfegte. DaS war unser Morgengruß am 11. August 1870 auf der luftigen Höhe der Vogesen! Rasch kam jetzt der Tag herauf und nun entwickelte sich in der kleinen Küche deS ForsthauseS eine rege Thätig- keit, nachdem die nächtlichen Gäste jene sowohl, wie auch den Flur geräumt hatten. Ein Helles Feuer flackerte auf dem Heerd, auf welchem in den größten Kesseln und Töpfen der Frau Förster Waffer zur Kaffeebereitung zum Steden gebracht wurde. Jede nur irgend noch verwendbare Bohne wurde zu diesem edlen Zweck vermahlen und wanderte gemeinschaftlich mit dem letzten erreichbaren Tropfen Sptrt- tuosen — von den HofmannStropfen der Lazarethgehülfen an bis zum Cognac fine Champagne des Generals hinauf in die brodelnde Fluth. Und von diesem Gebräu, für da- eS mir nie gelungen ist, einen Namen festzustellen, wurde alsdann, so lange der Borrath reichte, Jedermann mit der größten Unparteilichkeit ein Blechbecher voll verabreicht — es schmeckte zwar fürchterlich, denn Zucker gab eS keine», allein eS war heiß und that dem leeren Magen gut. (Schluß folgt.) Oberschenkels bei 63 pCt. um 1,38 Ctm., deS Unterschenkels bei 36 pCt. um 0,82 Ctm., die Kraft und zwar die Hebekraft des ganzen Körpers bet 86 pCt. um 28 Kg, die Greifkraft der Hände bei 81 pCt. um 10 Kg. Umfang und Kraft der Muskeln nahmen also zu. Dagegen wurde für das Gewicht des Körpers eine Abnahme festgestellt und zwar bet 83 pCt. um 7,5 Kg. Auch daS muß als günstiges Er« gebniß angesehen werden, daS für den Nutzen deS Turnen- spricht, denn bekanntlich ist eine Zunahme des Körpergewichts nicht immer ein Zeichen von Gesundheit. Die Gefahren deS Turnens find dagegen gering. *• Sine Neuerung bei der preußischen Siseubaha Verwal- tnng, welche jedenfalls bet dem Publikum mit Freuden begrüßt wird, tritt, wie auswärtige Blätter melden, am ersten April in Kraft. ES fahren nämlich bei den V-Zügen Frankfurt-Berlin, Frankfurt—Hamburg und Frankfurt—Emmerich Frauen mit, welche während der Fahrt für die Reinhaltung der Wagen-Abtheilungen zu sorgen haben. Besonders im Sommer ist diese Eiurichtung mit Freuden zu begrüßen, da man sich bei der Geschwindigkeit der Züge deS StaubeS, besonders auf der Berliner Strecke, kaum erwehren kann. *• Infolge des neuen StukommeusteuergefeheS, insbesondere der darin vorgesehenen DeclarationSpflichr aller Steuerpflich« rtgen mit einem Einkommen von 2600 Mk. an und der bedeutend stärkeren Heranziehung der größeren Einkommen, hat sich daS Einkommensteuercapttal in der Stadt Gießen wie folgt geänderr: DaS Einkommensteuercapital der ersten Abtheilung (von 2600 Mk. Einkommen an) betrug für daS Jahr 1895/96 bet 1106 Steuerpflichtigen 928290 Mk., für daö Jahr 1896/97 bet 1030 Steuerpflichtigen 1046845 Mk., folglich in 1896/97 mehr 118555 Mk. Das Einkommensteuercapttal der zweiten Abtheilung (von 500 Mk. bis weniger als 2600 Mk. Einkommen) betrug für daS Jahr 1895/96 bei 3757 Steuerpflichtigen 341 665 Mk., für daS Jahr 1896/97 bei 4061 Steuerpflichtigen 348 745 Mk., folglich m 1896/97 mehr 7080 Mk. DaS Einkommensteuercapital beider Ab- theilungen zusammen ergab also ein Mehr von 125635 Mk. Die 1030 Steuerpflichtigen der ersten Abtheilung zahlen hiernach an dlrecten Steuern (16 Pfg. auf 1 Mk. Steuer- capital) 167 495 Mk. 20 Pfg., die 4061 Steuerpflichtigen der zweiten Abtheilung zusammen nur 55 799 Mk. 20 Pfg. Grüuberg, 27. März. Am hiesigen AmtSgerichtS- gebäude, dem sogen. Schloß, werden im Laufe dieses JahreS verschiedene bauliche Veränderungen vorgenommen werden. In dem nach Norden ziehenden Flügel, in welchem sich bereits die Wohnung des Oberförsters der Oberförsterei Grünberg befindet, wird durch Aussetzung eines weiteren Stockwerks noch eine Wohnung für den Oberförster der Oberförsteret Nieder «Ohmen, der feit längerer Zett feinen Sitz n unsrer Stadt hat, eingerichtet. Außerdem wird ein Neubau aufgeführt, der den Sitzungssaal Großh. Amtsgerichts Giünberg aufnehmen soll, da der seither als solcher benutzte Raum wenig zweckentsprechend erscheint. Mit den Bauarbetten wird demnächst begonnen werden. (Drmft. Ztg.) -M. Herbstein, 26. März. Wie man vernimmt, ist beabsichtigt, die Eisenbahn von Schotten über Rebgeshain nach Herbstein fortzusetzen und haben bereits die Gemeinden, welche hieran betheiligt werden, namentlich Michelbach und Herbstein, die nöthigen Schritte wegen Einreichung einer Petition gethan. /\ Aus dem Ohmthal, 30. März. Die Befürchtung, welche man ob der Kälterückfälle nach den ungewöhnlich warmen Tagen der vorigen Woche gehegt, ist rascher einge- troffen, als man erwartet. Seit vorgestern hat die Witterung wieder ein winterliches Gepräge. In den beiden vorauS- gcgangenen Nächten herrschte starker Frost,- am Morgen waren ©offen und Wasferpsützen mit einer Eiskruste überzogen. Heute fällt Schnee, der aber rasch wieder zerschmilzt. Hätte da- warme Wetter der vorigen Woche nur noch einige Tage angehalten, dann wären an Kirsch- und Pflaumenbäumen die Blüthen zum Ausbrechen gekommen, die dann allerdings vom Frost vernichtet worden wären. An der Straße zwischen Ermenrod und Ruppertenrod bemerkte man schon in der vorigen Woche am Waldesrand einen in voller Blüthe stehenden Kirschbaum. Hält das jetzige winterliche Wetter längere Zett an, so können die Sämereien in den Gärten, mit denen man eß zu eilig gehabt hat, leicht Schaden nehmen. Weiße Ostern scheint eS wieder einmal geben zu wollen. § Vom Vogelsberg, 26. März. Ein Radfahrer aus G. fuhr dieser Tage einem Pferd auf der Straße gerade so fest wider die Brust, daß eS eine schwere Beschädigung davon trug, in thierärztliche Behandlung genommen werden mußte und längere Zeit dienstuntauglich war. Selbstredend muß der Radfahrer für den Schaden aufkommen. Kurze Zeit darnach fuhr derselbe Radfahrer eine etwas steile Straße herunter und gerade in eine Schweineheerde, dort coloflale Verwirrung anrichtend. Als ihn der Schweinehirt und andere Personen darüber zur Rede stellten, erwiderte er ganz ruhig: „Ich habe ja doch geschellt." §§ Vom höheren Vogelsberg, 28. März. Das feit einigen Tagen herrschende FrühlingSwetter ist wieder umgefchlagen, eß sind Regcnwetter, Kälte und Schneesturm eing-treten. Im nahen, Oberwald liegt der Schnee noch 60 Zentimeter hoch im sogen. Districi „Grebenhainer Berg", so daß den Holzhauern ihre letzte Arbeit noch sehr erschwert wird. — Die Roggensaat ist hier vielfach durch den Schnee zerstört, währenddem der Weizen meisten- grün steht. Die Wicsengründe zeigen schon junge- Grün. Sämmtliche Zugvögel, welche schon seit längerer Zeit hier zurückgekehrt find, suchen sich bereit- ihre neue Wohnungen au-. — Wie seither in den letzten Jahren, so findet auch die- Frühjahr wieder ein gemeinsamer Bezug junger Fichtenpflanzen von Seiten der Leute statt, um damit die öden Wiesen und Hutweiden im Wald anzulegen. Bekanntlich find ja auch von Seiten unserer Regterung in den letzten Sitzungen der Ständekammer für Aufforstung von Oedländereien und Hutwiiden im Vogelsberg 10,000 Mk. bewilligt worden. Darmstadt, 29. März. Die Stadtverordneten-Bersamm- lung hat in Anerkennung der Verdienste de- kürzlich verstorbenen Dichters vr. Otto Roqnette zur Bestattung desselben eine Familien«Begräbnihstätte aus dem städtischen Friedhöfe an der Nieder-Ramstädter-Straße gestiftet und die dauernde Unterhaltung berfelben übernommen. Vermischtes. th. Reittirche» (Kreis Wetzlar), 29. März. Dem Landwirth Conrad Petri, Haus Nr. 36, wurden von einer 41/2 Jahre alten Kuh im Laufe von 2 Jahren in 3 Würfen 7 Kälber geboren, zweimal Zwillinge und das letztemal, am 29. März 1896, Drillinge. Diese 7 Stück Vieh befinden sich noch alle gesund und munter im Stalle deS Besitzers, auch die alte Kuh befindet sich vollständig wohl. * Frankfurt a. M., 30. März. Heute früh um fechs Uhr hauchte im Zoologischen Garten der Elephant Albert seine männliche Seele aus. DaS Thier mußte bekanntlich um seiner Bösartigkeit willen, erschossen werden. Gewählt wurde zur Vollstreckung deS TodeSnrtheilS ein kleinkalibriges Infanterie-Gewehr (Modell 88). Mit diesem Gewehr wurde ans etwa drei Schritte Entfernung ein Schuß abgegeben, der aber völlig wirkungslos blieb; Albert wurde nur aufmerksam, hob den Rüffel und sicherte nach allen Seiten. Nach etwa halbstündigem Warten nahm da- Thier endlich die Stellung ein, daß es die Schläfe dem Schützen zukehrte- der Schuß krachte, und der Eltpdant sank lautlos zu Boden. Nicht ein Glied zuckte mehr. Der Schütze war der bekannte Airtkareifende und Thierhändler Joseph MengeS, der schon zahlreiche Elephanten auf der Jagd erlegt bat. Go schwer auck der Verlust deS ThiereS den Garten trifft, so wäre die Beseitigung deS Elephanten im Interesse der Sicherheit doch in Kürze nöthig geworden- beschleunigt wurde sie durch die Nothwendigkeit, den Stall au-zubeffern — Wie man hört, gibt eS am Mittwoch im Zoologischen Garten ein Elephanten-Effen, deffen umfangreiches Menu sich ausschließlich aus den vorzüglichsten und edelsten Theilen deS seltenen Wilde- zusammenfetzt. ES soll hierbei, da der ge« tödtete Dickhäuter seines jugendlichen Alters wegen noch ver- hältnißmäßig zart sein muß, erprobt werden, ob sich das Elephantenfleisch kulinarisch verwenden läßt. Anmeldungen zur kostenfreien Betheiligung an dem Mahle nimmt der Wirth des Gartens entgegen. * Gleiwitz, 27. März. Auf den Schienen der Bahnstrecke Gleiwitz-Laband wurde in der vorigen Woche die Leiche des jugendlichen Bahnarbeiters Hanke gefunden. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, daß Hanke in der Nähe des Fundorts durch Schläge auf den Kopf mit einem Hammer und durch Messerstiche in dic Brust getödtet und von den Mördern alsdann auf die Schienen gelegt worden war, um den Anschein zu erwecken, als fei er zufällig überfahren worden. Durch einen Güterzug wurde der Leiche ein Arm abgetrennt und die Gesicht-Haut abgcriffen. Gestern wurde nun der eigene Vater des Hanke, ein Weichenstelle.', unter dem Verdacht der Thäterfchaft festgenommen. Der Mord ist in der Nähe der väterlichen Wohnung verübt worden. Zwischen Vater und Sohn bestand ein äußerst feindseliges Derhältniß. * Ein vornehmes Findelkind. Kurz vor Abgang des nach Berlin gehenden Zuges trat auf Station St 0 lp ein Mann mit eintm Korbe an einer Wagenabtheil 4. Klasse und bat einige darin sitzende Frauen, den Korb einen Augenblick in Verwahrung zu nehmen, da er sich noch schnell ein Blllet lösen wolle. Der Unbekannte kam jedoch nicht wieder und der Zug dampfte ad. Die Frauen, welche den Kord an sich genommen hatten, hörten nun plötzlich unterwegs ein Geräusch aus demselben hervordringen. Sie öffneten den Korb und fanden darin ein Baby in einem seidenen Steckkissen. Unter diesem lag außer einer Anzahl von neuen Wäschestücken ein Couvert mit vier Einhundertmarkscheinen und ein Zettel mit folgendem Inhalt: „Der Finder wird gebeten, da- Kind zu behalten. Nach Verbrauch deS beigrsügten Geldes folgt mehr." Die Frauen befchloffen, das Kind vorläufig zu behalten. * Prag. 28. März. Bei einer Artillerie-Schießübung der Garnison in Josefstadt fuhr einem Corporal, welcher einem Geschütz bei deffen Abfeuern zu nahe kam, die ganze Ladung in den Rücken. Der Corporal wurde auf daS Gräßlichste verstümmelt. * Die Polizei in Monte Carlo. Bon der Polizei in dem berüchtigten Monte Carlo weiß ein Mitarbeiter der „Pall Mall Gazette" folgendes zu berichten: Von der Polizeibehörde wird bereits wenige Stunden nach der Ankunft eines Reifenden deffen Name der Cluboerwaltung gemeldet, natur- lich fammt Adresse und allen möglichen Einzelheiten, als da find Zahl und Größe der Gepäckstücke, Benehmen und äußere Erscheinung des Reisenden, Preis deS Zimmers ober der Pension, wo er abgesttegen u. s. w. Die Kenntniß dieser Dinge ist von hervorragender Wichtigkeit für den Inspecteur du viatique, deffen Hauptaufgabe darin besteht, rutnlrte Spieler heimzuschicken, da- heißt, mit dem nöthigen Zehrgeld zu versehen. Verliert Jemand all sein mitgedrachteS Gut biß auf den letzten Heller, so werden ihm großmüthig entweder zehn vom Hundert feiner Verluste zurückerftattet — natürlich erst auf ein Gesuch hin — ober er bekommt, wenn die verlorene Summe geringfügig ist, die Eisenbahnfahrt dt- -u einem Betrage von 30 Frc-. bezahlt. Mit diesem Wegegeld rückt man aber auch wiederum nicht eher heran-, al- biS der Empfänger einen Wechsel unterschrieben hat, der vor einem etwaigen Wiederbesuche deS SpielfaaleS eingelöst worden sein muß. Nicht weniger a'.S 200,000 FrcS. jährlich werben für diesen Zweck vertheilt, wovon wiederum nicht weniger als 150,000 FrcS. thatsächlich in die Bankkoffe zurückfließeu, da- ergiebt 75 Prozent unverbesserliche Spieler. Wie peinlich sich die Polizei über alles, was im Gebäude selbst und deffen Umgebung vor sich geht, zu unterrichten trachtet, ?cht schor: daraus hervor, daß Niemand sich etwa einfallen laffen tu.'te, anzugeben, er habe 1000 FrcS. verloren, wenn e- nur gewesen find. Hört man auf zu spielen, weil man nti:i mehr hat, so fordert einen der oben erwähnte Jnfpeetor w - der größten Liebenswürdigkeit auf, mit ihm den Saal j3 verlassen und dann eine Weile auf ihn zu »arten. Nach tu paar Minuten kommt er wieder, und kann einem dann nicht nur erzählen, wie viel man verloren hat, sondern er weiß auch zu berichten, wie man gespielt hat, ob mit einfache» ober doppelten Chancen, ob „Martigale" (Verdoppelung des Einsatzes, mag die Karte gewonnen oder verloren Haber) ober nur auiS Geradewohl- und wenn man da- bestreitet, so ist er gleich bereit, einige weitere Bemerkungen Hinz.'za» fügen, wie: „Sie haben kein Gepäck," „Sie effen in biUut.n Restaurationen," „Sie wohnen in einer billigen Pension* u. s. w. Da- Alle- soll nur zum Beweise dienen, wie foig. fällig Alles und Jedes beobachtet wird. HauSk'.echte, Gast. Hofbesitzer, Eifenbahubeamie und besonder- die in Gasthl.u> wohnenden Croupier-, Alle senden täglich ihre Beobcch:. äugen ein. 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Bed smieichnitz unb Zeichn •l-xbtaeau am Nie elftere auch gegen S unser Sendati Wtbcte di» jum 8. 1 -10 U)r. babier einjur 8 Zai fe, btn 28. M «L______ SlgdttstsMc Tie Lieferung brr si *c neuen BerlftltUanl ■- -^eiferntn .7' *««!» »'»lotet: l. ",bal < iite ’iltn h ij, «W fe. Di,.. le in •■ 'hre ft* t» !m8* 2} W btü6 mbe Wnk> Jeden, der und Erchch Welt di? Lt.- etne neue M Müßen HM cKicltSt mgit »>e H-ndwnt; •fit fleminner. die WnkstM ’ Fabblndertz. n dem Gbeoiil.- mit der M le Mlen Eljer: iünfunft tt}J an unfertm L Kniffes: elnfi lfiehen und nt wie viele ir.jc das Alles fo i Wen. Kn. fl »d vefttlii emidSestimwr! tt mrgtboigt r w. Bezeichnirngw « räßeren Stute zSbezKk u. I »> oder auch die kV AZ hürdigen), W hne Postas nvchditjtM tefiellung derbe- Molung* igin einem 1^ i noch das jj jung antugtwr- herbeisühl^ empfängt Mk. 13j unb ShantoP' tra-etWr:; canirl. 2000 De# u.k.Hofl')' Bekanntwachung. Die Listen über die während der Zeit vom 1. April 1896 bis Ende Lärz 1897 für die Pflichtfeuerwehr heranzuziehenden Personen liegen »iti Erscheinen dieser Bekanntmachung ab während acht Tagen auf unserem Lureau — Zimmer Nr. 15 — zu Jedermanns Einsicht offen. Es wird Mtfi unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß während dieser Offenlegungsfrist Einwendungen gegen die Richtigkeit und Vollständig- leit dieser Listen, sowie Befreiungsansprüche auf Grund der Ortsfeuerlöfch- ndnung vom 12. Juli 1892, auch Wünsche hinsichtlich der Eintheilung a eine bestimmte Abtheilung der Pflichtfeuerwehr mündlich oder schriftlich tti uus vorgebracht werden können. Gießen, den 28. März 1896. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 3063 BekarmiMachnng. Das Abfallholz (Reisig und Klötze) aus den städtischen Anlagen in der Südanlage, Westanlage, Grünberger. und Licherstraße, sowie eine Parthie Fichtenreisig im Bürgermeistereihof sollen Mittwoch, den 1. April, Vormittags 10 Uhr, an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist an der Johanneskirche. Gießen, den 30. März 1896. 3124 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Mittwoch den 1. April l. I., Nachmittags 2 Uhr, hn (Marktplatz 2ß) zu Gießen lallen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 2 Schweine, 1 Partie Nutzholz, eine Hobelbank, 1 Drehbank, 1 Ladeneinrichtung, 1 Nähmaschine, 6 Sophas, 4 Bettstellen, 2 Sessel, 2 Commoden, 1 Ptanino u. s. w.; ferner: 1 Tafelclavier, 1 Geige, 1 Partie Porcellan und GlaS, 1 feine Punschbowle, 5 Spiegel, diverse Del» und sonstige Bilder rc. Versteigerung vorauSs. theilw. bestimmt, namentlich betreffs Absatz 2. 3U4_______«ngel, Gerichtsvollzieher. Kr.BbcrheMchc Eisenbahnen. Die Glaserarbetten für den Hauptbau her -neuen Werkstättenanlage sollen vergeben werden. Bedingungen, Arbetts- verzeichniß und Zeichnungen find auf dem Laubüreau am Riegelpfad einzusehen, erstere auch gegen Erlegung von 60 HI durch unser Secretariat zu beziehen, An- gebete bis zum 8. April, Vormittags | 10 Uhr, dahier einzuretchen. Z»schlag8frtst 8 Tage. Hießen, den 28. März 1896. 3125 Gr- Direction. Frühjahrs-Saatgut H. Schadt, Domäne Hof Rheinfelden, Poft Wallerstädten, empfiehlt: in bewährten Sorten: Alllllgkllklvk »eseler Hafer, Roö, Gommerweize«, Webbs bartlose «erste; sowie Snatkartoffeln: Ä"S’. Prof. Dr. MLrcker, PhSbus, sowie diverse andere Sorten, welche ich als Versuchsansteller der deutschen Kartoffel- Culturstatton anbaue. 1472 Muster von Getreide und Preisliste auf Verlangen gratis und franco. Absolute Garantie für Reinheit und Echtheit: Port-, Madeira-, Lacrlmae- und Tarragona-Weine. i. vorzügl. Qualität., Orlginalmarken des Hauses Adolfo Pries y Ca. Malaga. 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