Wr &• 'n"*?4»«. 1896 M 78 Erstes Llatt. Mittwoch den 1. April viertellLhriger Keneral-Wnzeiger. Amts» uni Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren Reboction, «kxpedtttst und Druckerei: Achurfira^e Ar.7. Fernsprecher 51. Die Gießener Ia»tltenVtLtter »erden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigrlegt. Der Oieteaer Anzeiger erscheint täglich, »tl Ausnahme de» Montag». Gießener Anzeiger s elfen 'ättunger ste Auswahl Giessen flotter II 1896. >0000, $ot 1500 Mark u. stark. ise 20 Bi t 78, Eiks I.MllM waam adfarb.it, Och ölfirtti^ SiccL t, WwW’ wrib Ww-: i, ^olte r ctur, Megtl len QuaM Schau ickereii 16 sen bestens er euz 10. vundramM MneraWsM- Lkn. DaS E Hat. Aushick^ en-Aetitö-Sk^ 5 ,1 fäckeb | Hratisöeikage: Gießener Kamikienötätter Ranahmr von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Hmtlidytr Ltzril. Bekanntmachung, betreffend die Abhaltung der öffentlichen Märkte. Wir haben genehmigt, daß der Sicher Ostermarkt wegen dec dort herrschenden Maul- und Klauenseuche am 7. April l. I. zu Hungen abgehalten wird. ES darf auf diesen Markt nur Zuchtvieh ausgetrieben werden, welches laut vorzulegender Ursprungszeugnisse aus Orten des Grotzherzogthums Hessen stammt. Der Durchtrieb von Bteh durch die Gemarkungen Sich und RöthgeS tft verboten. Gießen, am 30. März 1896. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend den Ankauf von Remonten im Jahre 1896. Nachstehende Bekanntmachung des König!. Preußischen KrbegömtntsteriumS, Remontirungs-Abthetlung, bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß. Gießen, den 19. März 1896. GroßherzoglicheS Kreisamt Gießen, v. Gagern. vekamttmachung, den Ankauf von Remonten sür 1896 betreffend. Großherzogthum Heffen. Zum Ankäufe von Remonten im Alter von drei und ouknahmSweise vier Jahren sind im Bereiche des Groß- heiZogthumS für dieses Jahr nachstehende, Morgens 9 Uhr brennende Märkte anberaumt worden und zwar: am 13. Mat Gernsheim, „ 15. „ Groß Gerau, „ 16. „ Reinheim, „ 18. „ Nidda, 8 Uhr. Die von der Remonte-Ankauf-Commtssion erkauften Pferde Derben zur Stelle abgenommen und sofort gegen Quittung har bezahlt. Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Landes- gesehen den Kauf rückgängig machen, find vom Verkäufer gegen Erstattung deS Kaufpreises und der Unkosten zurück- zunehmen, ebenso Krippensetzer und Klophengste, sowie Wallache mit ausgesprochener Hengstmanier, welche sich in den ersten zehn bezw. achtundzwanzig Tagen nach Einlieferung in den Depots als solche erweisen. Pferde, welche den Verkäufern nicht eigenthümlich gehören oder durch einen nicht legitimirten Bevollmächtigten der Commission vorgeftellt werden, sind vom Kauf ausgeschloffen. Die Verkäufer sind verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke rindlederne Trense mit starkem Gebiß und eine neue Kopfhalfter von Leder oder Hanf mit zwei mindestens 2 Meter langen Stricken ohne besondere Vergütung mitzu- geben. Um die Abstammung der vorgeführten Pferde feststellen zu können, find die Deckschetne resp. Füllenschetne mitzubringen, auch werden die Verkäufer ersucht, die Schweife der Pferde nicht zu coupiren oder übermäßig zu verkürzen. Ferner ist es dringend erwünscht, daß ein zA massiver oder zu weicher Futterzustand bei den zum Verkauf zu stellenden Remonten nicht stattfindet, weil dadurch die in den Remontedepots vorkommenden Krankheiten sehr viel schwerer zu Überstehen find, als dies bei rationell und nicht übermäßig gefutterten Remonten der Fall ist. Die auf den Märkten vorzustellenden Remonten müffen daher in solcher Verfaffung sein, daß sie durch mangelhafte Ernährung nicht gelitten haben und bei der Musterung ihrem Alter entsprechend in Knochen und Muskulatur ausgebildet find. Berlin, den 3. März 1896. Kriegsministerium. Remontirungö-Abtheilung. gez. Hoffmann-Schal tz. Bekanntmachung, betreffend die Faselschau zu Grünberg im Frühjahr 1896. Bei der am 26. l. MtS. zu Grünberg stattgehabten Faselschau find nachstehend verzeichnete Thiere für tauglich befunden worden, als Gemetndezuchtfasel verwendet zu werden. Gießen, den 30. März 1896. Großherzogliches KreiSamt Gießen, v. Gagern. p Eig ent e Q Namen hümer Wohnort Rasse 1 Pbil. Jünger IV. 2 Christian Pitz 3 Jul. Zimmer 4 KaSp Kauß II. 5 Hetnr. Völzing । Hetnr. Loth II. 7 LouiS Groh s Bürgermstr. Schmidt । Hetnr. Schützlcr 10 Ludw. Emmel 11 Herm. Kreuder 12 Georg Sehrt Reiskirchen Lauter Lauter Stockbaufen Klein-Eichen Rüddingshausen Wohnfeld Trohe Niedergemünden Warthoib. Grünberg Grünberg Ettingshausen Vogelsberger do. do. do. do. do. do. Simmenlh. Kreuzung Simmenth. Reinzucht Simmenth. Kreuzung Berner Bastard Simmenth. Kreuzung Deutscher Reich. Berlin, 29. März. Wegen Beleidigung des Oberpräfi- knten v. Puttkamrr wurden gestern die Redacteure deS ,«leinenJournal" Hugo Krause und Carl Klug von der tirrten Strafkammer deS Landgericht- I zu je drei Wochen ßefängntß verurtheilt. — Nach dem Wiederzusammentreten des Reichstags »ach Ostern wird auch die Frage ernstlich zur Geltung Immen, wie es denn eigentlich mit dem Bürgerlichen Kesetzbuche werden soll. BiS jetzt bat die betreffende lietchStagscommission von den mehr als 2300 Paragraphen tiefer Riesenvorlage etwa ein reichliches Drittel in erster kisnmg erledigt- wenn die Commission gegen Mitte Mai mit kr ersten Lesung fertig werden sollte, dann würde sie unge- miui fleißig gewesen sein. Zweifellos würden aber die zweite kesumg und hierauf die Redaction der CommisfionSbeschlüffe liuidestenS noch die zweite Hälfte deS Mai ausfüllen. Aber in teen AuSgang deS Wonnemonats fällt diesmal Pfingsten, iatz jedoch der Reichstag über Pfingsten hinaus noch wochen- Irogi zur Fertigstellung deS Entwurfes deS Bürgerlichen Ge- sqbiiicheS zusammenzuhalten wäre, daran ist gar nicht zu taWn. Es muß also ein Ausweg gefunden werden, um die Fasel Bemerkungen Alter Farbe Körperbeschaffenheit GefundhettS- und Nährzustand l'/r Jahr roth gut gut 17 Man. roth genügend do. 1'/, Jahr rolh do. do. 16 -*»'on. gelbroth do. do. 16 Mon. rolh do. do. 16 Mon. roth do. do. 17 Mon. gelbroth do. do. 14 Mon. Falbscheck gut do. 17 Mon. Falbscheck do. do. 2‘/< Jahr Falb genügend do. 16 Mon. Rothscheck do. do. 16 Mon. Falb do. do. bisherigen Arbeiten der ReichStagkcommisfion für das büroer- liche Gesetzbuch nicht zu verlorenen zu machen, waS bei einem wirklichen SefsionSschluffe zu Pfingsten doch der Fall sein würde. ES bieten sich nun zwei Auskunftsmittel dar, um in dieser Sache einen „modus vivendi“ zu erzielen, entweder wird die jetzige Session deS Reichstags nicht formell geschloffen, sondern nur bis zum Herbst vertagt, oder man verlängert daS Mandat der betreffenden Commission, nachher könnte ja der Schluß der Session ohne Bedenken erfolgen. Für welchen der genannten beiden Auswege sich die Regierung und der „Seniorenconvent" deS Reichstags entscheiden werden, daS bleibt allerdings noch abzuwarten, aber Zeit wird'S allmählich, daß man in dieser Angelegenheit an den zuständigen Stellen endlich einen Entschluß saßt. — Der sächsische Landtag ist am Sonnabend vom König Albert mittels Thronrede feterlichft geschloffen worden. Das weitaus bedeutsamste Erqebniß der nun beendigten, mehr als vier Monate umfaffenden Session stellt das Zustandekommen de» WahlresormgesetzeS dar, wie dies denn auch in der Thronrede hervorgehoben worden ist. Wenn die Königliche Kundgebung bann dem Wunsche Ausdruck verleiht, daß die veränderten LandtagSbestimmungen dem Sachsenlande dauernd zur Wohlfahrt gereichen möchten, so darf man gewiß sein, daß dieser allerhöchste Wunsch bei allen patriotischen Elementen deS sächsischen Volkes sein Echo finden wird- hoffentlich werden die düsteren Voraussagungen, tn denen fich die Gegner der beschloffenen Wahlreform auS den Reihen der bürgerlichen Parteien auch jetzt noch gefallen, zu nichte. Hamburg, 28. März. Wie das „Berl. Tagebl." schreibt, ist der V term aster „Stanley", von Kalkutta nach Hamburg unterwegs, bei Texel gestrandet und wahrscheinlich gänzlich verloren. Ausland. Wir», 29. März. Der bekannte Gynäkologe Josef Spaeth, früher Professor der Univerfität, ist, 74 Jahre alt, gestorben. Lille, 29. März. Fünfzehn Soldaten, welche in einer Apotheke Genever trinken wollten, zogen fich eine Vergiftung dadurch zu, daß man ihnen irrthümliazer Weise Gift statt Genever reichte. Sie wurden sofort tn daS Militär-Lazareth gebracht, wo sechs derselben gestorben find. Lille, 29. März. Die Kirche St. Sauveur ist heute Nacht vollständig niedergebrannt, das daranstoßende Hospital St. Sauveur ist zum Thetl zerstört. Die im Hospital befindlichen Kranken wurden gerettet. Einem Gerücht zufolge find drei Kranke in Folge de» Schrecken- gestorben. Madrid, 29. März. Die Minister des Krieges und der Marine werden außerordentliche Credite verlangen zum Umbau von Schiffen, zum Ankauf eines Panzerschiffs und dreier Torpedoboote, sowie von Kriegsmaterial, ferner zur Befestigung und Verteidigung der Küsten zur Bewaffnung der Armee mit dem Mausergewehr. Lima, 29. März. Gestern fand hier ein heftiges Erdbeben statt, welches die Einwohner in große Besorgniß versetzte._______________________________________________________________ Neueste Nachrichten. Wolff- telegraphische« Lorrespondenz-Bureau Jena, 30. März. Im Physikalischen Institut entdeckten Profeffor Winkel mann und Privatdozent Straub el eine für die photographische Ausnahme mittels der Röntgen'scheu Strahlen neue, die Empfindlichkeit auf mehr al- das Hundertfache steigende Methode, nach der wenige Secunden für eine Aufnahme genügen. Die Methode beruht auf der Umwandlung der Röntgen'schen Strahlen in Strahlen einer anderen Wellenlänge mittels Flußspathcrystalls, der durch Pulver desselben Crystalls ersetzt werden kann. Neapel, 30. März. Der deutsche Kaiser empfing heute Mittag an Bord der „Hohenzollern" den Präsecten, der die Mitglieder der Municipalität vorstellte, sowie die Generale Sterpone und Rugia, ferner die Admirale Corfi und Palumbo in einstündiger Audienz. Der Kaiser drückte denselben im Laufe der Unterhaltung seine Bewunderung für die Schönheiten Neapels aus, erkundigte fich nach den in Afrika verwundeten Soldaten und dankte für die Aufnahme, die das Concert der Capelle der „Hohenzollern" gestern im Theater San Carlo seitens des Publikums gefunden hat. Die Kaiserin, die bei der Rückkehr von einer Besichtigung des Museums einen Blumenstrauß mitbrachte, überließ diesen dem General Sterpone mit dem Ersuchen, die Blumen an die in Afrika verwundeten Soldaten zu Vertheilen. Heute Abend wird fich der Kaiser zu Wagen nach Camaldone zu einem Besuche des dortigen Karthäuserkloster» begeben, wo ihn der Cardinal-Erzbischof empfangen wird. Neapel, 30. März. Die Aufführung, welche mit Genehmigung Sr. Maj. des Kaisers Wilhelm das Musik- corps Sr. Maj. Aacyt „Hohenzollern" zum Besten des italienischen Rothen Kreuzes im Theater San Carlo veranstaltete, nahm einen äußerst glänzenden Verlauf. Viele Fremde waren anwesend, besonders Deutsche. DaS Orchester fand großen Beifall. Als der „Königsmarsch" und die preußische Hymne gespielt wurden, erhoben fich sämmtliche Anwesenden von ihren Plätzen und hörten dieselben stehend an unter den Rufen: „ES lebe der König" und „ES lebe der Kaiser." Barcelona, 30. März. Bei einem Concert, welche» hier gestern Nachmittag stattfand, nahm die Menge die vorgetragenen vaterländischen Hymnen mit Begeisterung auf, brach in Hochrufe auf Spanien auS und verbrannte eine amerikanische Fahne. Depesche» btf Bvrean „Herald*. Berlin, 30. März. Die preußische und hessische Regierung haben, wie der „RrichSaazeiger" meldet, der Hessischen LudwigSbahn - G esellschaft heute ein Verstaatlichungs-Angebot zugehen lasten. Danach sollen die in den Provinzen Rheinhesten und Starkenburg belegenen Etsenbahustrecken deS LndwigSbahu-Uuternehmen- am 31. December dsS. I». als Staatsbahn erklärt und in staatliche Verwaltung übernommen werden. Den Actionäreu soll eine Abfindung für je eine Actie zu 600 Mk. Schuldverschreibung im Gesamwtwerthe von 700 Mk. und zwar in preußischen und hessischen SlaatSpapieren unter der Be- diogung angeboren werden, daß vorab der Beamten-CautionS- fondS wie der Reserve- und EcneuerungSfond der Gesellschaft in ihrem vollen bilanzmäßigen Sollbestaude durch Verwendung deS Erlöses der bei dem Bau über den Bedarf erworbenen oder disponibel gewordenen Grundstücke effectiv wieder hergestellt werde. Als Liquidation-Preis werden 80 Millionen seitens beider Staaten gezahlt werden. Bis zum 16. Juli soll die endgiltige allseitige Entscheidung getroffen werden. Berlin, 30. März. Die Auslieferung Fritz Friedmanns soll nach einer Meldung deS „Berl. Tagebl." von den französischen Behörden abgelehut worden sein. Friedmann soll sich bereit- auf dem Wege nach Brasilien befinden. Eine Bestätigung der Nachricht sei jedoch bis heute nicht erfolgt. Berlin, 30. März. Die „Post" meldet auS Wilhelmshaven, die von dem Corvetten Copitän Zehe geführte, nahezu 800 Köpfe starke Ablösung für die Schiffe der ostasiatischeo Station ist heute mit dem Dampfer „Weimar" nach Hongkong abgegangeu. Kiel, 30. März. Die Kaiserin wird mit den beiden ältesten Prinzen am 18. April in Plön eintreffen. Kiel, 30. März. DaS deutsche Segelschiff „Christine" ist vor der Eidermündung gesunken und anscheinend gänzlich verloren. Die Besatzung ist verschollen. Karlsruhe, 30. März. In der letzten Nacht sind in Mönsheim bei Pforzheim durch eine Feuersbrunst zehn Gebäude eingeäschert worden. Mannheim, 30. März. Die Strafkammer verurtheilre den früheren Kassirer der deutschen Unionbavk, Richard Mayer, wegen Unterschlagung von 300,000 Mk. Depot- zu 4 Jahren und 6 Monaten Gefängniß. Bern, 30. März. Der hiesige UniverfitätSprofeffor Carl Stocks erhielt eine ehrende Berufung an die Wiener Universität. Derselbe dürfte dem Rufe jedenfalls Folge leisten. Wien, 30. März. Kaiser Franz Josef hat sich gestern zum Besuch seiner Tochter, der Erzherzogin Marie Valerie, nach Lichtenegg begeben und kehrt morgen wieder hierher zurück. Rom, 30. März. ES gilt nunmehr als sicher, daß Oberstlteutenant Galltano, der tapfere Vertheidiger von Makalle, im Gefängniß von den Abestyniern an Händen und Füßen verstümmelt wurde. Rom, 30. März. Wie schwierig immer noch die Lage Italiens ist, beweist der Umstand, daß General Baldiffera tausend Tonnen Wasser aus Neapel bestellte. Rom, 30. März. Im Ministerium deS Innern wird versichert, daß die Friedensverhandlungen kurz vor dem Abschluffe find. Meneltk hätte übrigens nie von einer Kriegsentschädigung gesprochen. Die Schwierigkeiten wären nur auf die Einflüsterungen einer fremden Macht zurück- zuführeu. (Gemeint ist Frankreich.) — Der afrikanische Correspondenr der „Tribuoa" deutet in einem Briefe an, daß Baratieri die Schlacht von Adua doch auf Befehl CriSpiS begonnen habe. Brüffel, 30.März. In Transvaal finden die Allarm- Nachrichten auS Matabelaland keinen Glauben. Diese sollen, wie Prtvatweldungen auS Pretoria besagen, lediglich von Cecil RhodeS verbreitet werden, um Trupprnverstärkungen nach Südafrika schicken zu können. Die Boeren rüsten sich für alle Fälle. Brüffel, 30. März. Der „Gazette" zufolge zieht die Regierung die neue Subvention von 20 Millionen für die Congo-Etsenbahn zurück, erklärte fich jedoch bereit, eine 3l/2procentige Congo-Etsenbahn-Anleihe zugarantiren. Paris, 30. März. Johannes Brahms wurde von der Akademie der schönen Künste zum Mitgltede ernannt. u CocaUs rrnd Lrooiirzieller. Sieben, 31. März 1896. ** Ernennung. An Stelle des aus dem Staatsdienste ausscheidenden Großherzogl. KretSamtmanueS Neff ist der MtnisterialfecretärbeiGroßh. Staatdministeriumvr.T h e o d o r F u ch S zu Darmstadt zum Vorsitzenden deS Schiedsgerichts für die Invalidität-- und Altersversicherung im Bezirke des Groß- herzogthumS mit Wirkung vom 1. April I. I. an ernannt worden. *• Reue Ferufprechaufchlnffe. Außer den von uns schon gemeldeten drei Anschlüffen find in diesem Vierteljahr weitere fünf Anschlüffe an daS Fernsprechnetz bewirkt, nämlich: Rechtsanwalt Dr. Fuhr Nr. 108, Villa Gail, Rodheim Nr. 70, Friedrich Seibel Nr. 107, Wallenfels & Sauer Nr. 106, Lohnkutscher Junker Nr. 109. ♦♦ Gießener Omnibus - Gesellschaft. Nach dem in der General-Versammlung der Gießener OmnibuS- Gesellschäft vom 28. d. M. gefaßten Beschluß soll der Betrieb in seiner ganzen Ausdehnung beibehalten werden, nachdem verschiedene auf Einstellung deS Betriebs auf Theil- strecken sowohl wie auf Entlassung der Schaffner gestellten Anträge abgelehnt wurden. Angesichts der wieder steigenden Einnahme und tu der Voraussicht, daß die Stadt da- Unternehmen im Interesse deS Verkehrs fubventioniren werde, hofft man das Institut erhalten zu können. * • Kaufmännisches VereiuShauS. Die BeurtheilungS- Commisfion für das Kaufmännische DereinShauS, welche gestern Nachmittag tagte, beschloß, daS Project der Architecten Herren Stein u. Meyer zur Ausführung zu bringen. Wie wir hören, werden die eingereichten Entwürfe öffentlich ausgestellt. • • Bettraue» Bereit Die am 28. l. M- im Cafs Leib abgehalteue ordentliche Generalversammlung beschäftigte fich mit Erstattung deS Jahresberichts, RechnungSablage und BorstaudSwahl. Der Verein hat einen Bestand von 134 Mitgliedern, neu ausgenommen wurden 17 Mitglieder und ein Ehrenmitglied ernannt, verstorben find 2 Mitglieder. In den Vorstand wurden wieder- bezw. neugewählt: Als 1. Vorsitzender L. Petri III., al- 2. Vorsitzender Wachtmeister KaSper, al- Schriftführer Baumeister Traber, al- Rechner Julius HooS, als Beisitzer die Kameraden Bruchhäuser, Gimbletu, Heß, Pfitzner, Weeg. * ♦ CommerS deS 9. Gaues bei deutsche» Radfahrerbu»de8. Am Sonntag Nachmittag fand in der „Alemannia" zu Frankfurt a. M. ein CommerS des 9. Gaues des deutschen RadfahrerbuudeS statt, der zahlreich besucht war und einen glänzenden Verlauf nahm. Bon Gießener vereinen nahmen daran Theil „Die Wanderer", G. R. G., die in ansehnlicher Zahl erschienen waren. Ein Theil der Gießener Theil- uehmer hatte die Tour von hier nach Frankfurt per Rad in vier Stunden zurückgelegt. *• Die Mainzer Handelskammer will beim Reichstage eine PettttovSlanze zu Gunsten der Weioreifenden einlegen. Bekanntlich hat die ReichStagScommission für die Novelle zur Gewerbeordnung u. A. daS Verbot deS Detail- reifen- im Wetnhandel beschlossen, welche Maßregel aber, sollte sie Gesetz werden, Lausende von Existenzen in der Wetubranche in Frage stellen würde. Die Mainzer Handelskammer gedenkt in einer Eingabe au den Reichstag darzu- thuu, daß der Wetnhandel zum großen Theil auf daS sogenannte Detailreifen angewiesen sei und daß bis jetzt noch keine Thatsachen vorgebracht worden seien, auS denen wesentliche Mißstände in diesem Geschäftsbetriebe oder irgendwelche Belästigungen des Publikums erhellten. W. Lich, 31. März. Se. Kgl. Hoheit der Groß- Herzog wird in 3 bis 4 Wochen dem Fürstlichen Hause einen Besuch abstatten. Romrod, 30. März. Nach Ostern wird sich ein pract. Arzt hier niederlaffen. ES wird hierdurch einem allgemeinen Bedürfniß Rechnung getragen. Die Ortskrankenkassen deS in Betracht kommenden Bereiches sollen zur Subventionirung bereit sein, sodaß die Niederlassung deS Arzte- als gesichert betrachtet werden darf. Schlitz, 29. März.» Dem Vernehmen nach wird der Kaiser, nachdem er auf der Wartburg der Auerhahnjagd obgelegen, sich am 25. April zu gleichem Zweck nach Schlitz begeben und dort bis zum 29. April der Gast des Grafen Görtz fein. Maiuz, 30. März. Als heute Morgen um 3 Uhr der Fuhrunternehmer Neuling nach feinen Pferden sehen wollte, wurde er in der Neuthorstraße von 5 unbekannten Personen überfallen und zusammengestochen- er hat nicht weniger als 8 Stiche, davon 5 in den Kopf erhalten. * Berlin, 29. März. Die ersten weiblichen AbiZu- rientinnen in Berlin, welche durch besondere Erlaubniß deS CuItuSministerS zur Abgangkprüfung am Kgl. Luisen- gymnafium zugelaffen werden, haben heute Mittag sämmtlich daS Examen bestanden. ES sind dies sechs junge Mädchen, welche den von Fräulein Helene Lang eingerichteten und geleiteten GymnasialcursuS besucht haben. * Düsseldorf, 27. März. Widerliche Panschereien beim Bierausschank haben den früheren Director des Hotel Continental hier, Anton Müller, und den früheren Zapfer OSear Röper auf die Anklagebank der 2. Strafkammer gebracht. Den beiden Angeklagten wurde nachgewiesen, daß sie hinter dem Büffet eine Bütte aufgestellt hatten, in der daS Tropfbier und die Reste auS den Gläsern gesammelt wurden. Dies widerliche Zeug wurde dann den Gästen, mit frischem Bier gemischt, vorgesetzt. Für diese Handlungen verurtheilte die Strafkammer den Röper zu 100 Mk. Geldbuße, den Anton Müller zu drei Monaten Gefängniß; außerdem hat der Müller noch 200 Mk. Buhe zu zahlen, weil er verbotenes Glücksspiel im Hotel geduldet hat. * Mit der Dummheit kämpfe» Gotter selbst vergebeuS. AuS Radbruch wird dem „Hann. Cour." geschrieben, daß der Zudrang zum Wunderdoctor Ast nach wie vor ein ganz bedeutender ist. Etwa 8—10 Fuhrwerke halten zu jedem Personenzuge am hiesigen Bahnhofe, um die Kranken nach AstS Wohnung, resp. nach Winsen a. L. zur dortigen Apotheke, woselbst die von A. verordnete Medizin meisten- entnommen wird, zu befördern. Man schätzt die Zahl der täglich hier eintreffeuden Fremden auf 100—200. Gewöhnlich haben die Patienten, die oft aus den entferntesten Gegenden hierher kommen, auch noch verschiedene Büschel Haare von fremden Personen untersuchen zu lassen; die Einnahmen AstS müssen sich darnach auf mehrere hundert Mark pro Tag belaufen. Die Blödsinnigen werden vielfach und hart besteuert. * Der sprachkundigste Unteroffizier der deutscheu Armee ist sicherlich der Feldwebel Zegla, der bisher beim Bezirks- Commando in KönigShütte (Oberschlesien) thätig war und jetzt zur Probedienstleiftung in das Auswärtige Amt berufen wurde. Er wurde als Alumnus in einem italienischen Priester- Seminar erzogen und erwarb fich äußerst gründliche Kennt- niffe in der italienischen Sprache sowie im Lateinischen. Außerdem beherrscht er in Wort und Schrift vollständig daS Deutsche, seine. Muttersprache, sowie daS Polnische, Russische, Englische, Französische und Spanische. * UI«, 28. März. Ein unschuldig verurtheilter wurde vom Schwurgericht im Wiederausnahmeverfahren freigesprochen. Der ledige DienstknechtJohannes Hermann von Erstetten war am 11. October 1896 vom hiesigen Schwurgericht wegen eines verbrechens wider die Sittlichkeit (§ 176 Z. 2 d. R.-Str.-G.-B) zu acht Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Er hatte bereits über ffc Monate feiner Strafe verbüßt. e AuS Lothringen, 29. März. In dem bei Saarbur gelegenen Dorfe Saaraltdorf hat heute Nachmittag be Bauer Schäfer feinen Sohu erstochen. Der Sohu hcur den Vater mit der Mistgabel attakirt, dieser ergriff da» ic genannte Metzgerwesser und lödtete den Angreifer. In bte Dorfe hat der SchuapSteufel die Herrschaft. * Zerstreut Frau Professor (tritt mir ihrem Jüngste, spät Abend- in das Studirzimmer ihres arbeitenden Gattev- „Eduard, wir möchten Dir gute Nacht sagen!" — Profess,- (un Eifer der Arbeit): „Hab' jetzt keine Zeit, kommt «orgr, Früh wieder!" * Zehntausend Mark für eine Briefmarke. Ein ragt, brauchte- Exemplar einer Briefmarke Cap der guter Hoffnung, sogenannter Holzschnttt, 4 Pence roth, Fehl druck, ist dieser Tage der Briesmarkenzeituug „Die Post-' zufolge in Loudon um 10 000 Mk. verkauft worden. Spidplön der verewigten Frudsurter Ltidttheßür. Cntrnbau». Mittwoch der, 1. April: Wilhelm Tell (Schansptzy. Donnerstag den 2. April: Margarethe. Freitag den 3. itn' geschloffen. Samstag den 4 Ap il: Tristan und Sonntag den 5. April, Nachmittag- 3/, Uhr: Ktnderkirche. Pfarrer Schlosser. Abend« 6 Uhr: Aufführung derMatthäu-passion oonI.H-Echüs durch den Kirchergesangoeretn- 1. Osierfeiertag 5. ttpriL Vormittags 91/« Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 11 Ubr: Ktnderkirche. Pfarrer Dr. ®retn. Abends 6 Uhr: Pfarrer Schlosser. Collette für die Armen. 2. Osterfeiertag. 6. April. Vormittag- 91/« Uhr: Pfarrer Schlosser. 3« der Friedhof-capelle. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Dr. Grein. In den Gottesdiensten: Collecte für den Localkirchenfond«. Am Sonntag den 12. April (Quafimodoeentti), Nachmiltezs 2 Uhr: Prüfung der Confirmanden aus der MatthäuSgemciude. I« der IohanneSkirche. Gründonnerstag, de« 2. April. Vormittag- 9'/, Uhr: Pfarrer Dr. Nauma nn. Beichte und heil. Abendmahl für Lucas- und JohanneSgemetnbe. Charfrettag, de« 8. April. Vormittag- 9‘/t Ubr: Pfarrer Dingeldey. Beichte und heil. Abendmahl für LucaS- und IohanaeSgemeiAe. Nachmittags 2"°k°hik°.h< ^«rbolintntn ^Halben aller Jaabenleit» ?'"ti°ageg.P >i«s-etentinct« .. 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