Nr. 151 Drittes Blatt. Sonntag den 30. Jnni 1898 Der -tttzeoer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Dir Gießener MamlttenSlLtter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal deigelegt. Gießener Anzeig er Kenemt-Mnzeiger. Dierteljäbrigcr ASonnemcntspreis» 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Zchulstr-ßeAr.7. Fernsprecher 51. Zlnrts- und Anzeigeblatt für den Tkveis Gieren chratisbeikage: Hießener Aamilienötätter. Lnnahmr von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Alle Annoncen-Burcaux deS In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" rnlgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, betreffend Ausbruch der Maul- und Klauenseuche zu Harimannshain. Die über Herchenhain, Kreis Schotten, verhängte Gemarkungssperre, sowie die über die verseuchten Gehöfte zu Hartmannshain verhängte Gehöft sperre ist wieder aufgehoben. Die über die Gemarkung Hartmannshain angeordnete Gemarkungssperre bleibt fortbestehen. Gießen, den 27. Juni 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gag ern. Abonnements^Einladung Zum Bezug des „Gietzener Anzeiger" für das 3. Vierteljahr 1895 laden wir hiermit ergebens! ein. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrichten-Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorfälle in demselben aus dem Lausenden. Unterstützt durch an allen Orten der Provinz Oberhessen ansässige Berichterstatter, ist der „Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschaft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus - = wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die „Gietzener Familienblätter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten. Wir ersuchen nun namentlich auswärüge Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzutretende erhallen vom Tage der Bestellung bis 1. Juli den Anzeiger kostenfrei zu- ■, gestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Nummern nach auswärts poststei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnements- ’ betrag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt. Hochachtend Verlag des „Gietzener Anzeiger" Brühl'sche Univ.-Buch u. Steindruckerei (Pietsch & Scheyda). Dentscher Reich. Berlin, 28. Juni. Der Bundesrath erledigte in seiner am Donnerstag abgehaltenen Plenarsitzung eine ziemlich reichhaltige Tagesordnung. Es wurden die Gesetzentwürfe bett, die Bestrafung des Sclavenraubes und Sclavenhandels und betr. die Abänderung des Gesetzes über die Etnsührung einer einheitlichen Zeitbestimmung in der Fassung des Reichs lages angenommen, und ferner die neue Vorlage über die Einrichtung einer Seequarantaine für ausländisches Vieh, sowie der Entwurf einer Verordnung, betr. die Abänderung der bis jetzt bestandenen Verordnung über Erhebung eines Zollzuschlags für Maaren auS Spanien und den spanischen Colonien, genehmigt. Weiter stimmte die Versammlung den AuSschußanträgen zu, welche sich auf die Bestimmungen über die Ausführung der Novelle zum Branutweinsteuergesetz beziehen. — DaS preußische Abgeordnetenhaus erledigte am Donnerstag zunächst einige Wahlprüfungen und ging dann zur Specialberathung des Gesetzentwurfes, betr. die Berpflegungsstationen, über. Eine stundenlange Debatte entspann sich bet § 1, welcher die Errichtung von Ber* pflegungSstationen an geeigneten Orten ausspricht. Die Commission beantragt, der Regierungsvorlage in diesem Punkte den Zusatz „nach Bedürfniß" und die Bestimmung hinzuzusügen, daß von einer Arbeitsleistung in besonderen Fällen abgesehen werden könne. Der sreiconservative Abgeordnete v. Zedlitz erklärte, daß für einen großen Theil des Hauses die Entscheidung über § 1 wesentlich von der Regelung anderer Bestimmungen des Gesetzes, besonders aber von der Frage des Staatszuschusses äbhänge. Hierauf gab Finanzmintfter vr. Miquel die Erklärung ab, daß die Regierung dem § 3 tn der CommisfionSfassung, wonach der Staat den Kreisen die ihnen aus den VerpflegungSftationen erwachsenden Kosten durch einen bestimmten Zuschuß zum Theil wieder ersetzen solle, nicht zuftimmen könne- sollte das Haus trotzdem diese Commissionsvorschläge bei § 3 annehmen, so würde hierdurch daß ganze Gesetz gefährdet werden. In der weiteren Discussion traten thetlweise recht bemerkenswerthe Gegensätze in der Auffaffung des Wesens , der Verpflegungsstationen hervor, sie ließ im Uebrigen erkennen, daß die Regierungsvorlage keine sonderlichen Aussichten bei der Mehrheit deS Hauses besitzt. Schließlich gelangte § 1 mit geringer Mehrheit in der CommisstonSfaffung zur Annahme, § 2 (Einrichtung, Verwaltung usw. der Verpflegungsstationen) wurde nach einem von freiconservativer Seite gestellten Abänderungsantrage gutgeheißen. ES folgte eine längere Debatte über den erwähnten wichtigen § 3 (Kostenvertheilung), die mit Annahme deS den Staatszuschuß befürwortenden CommisfionsvorschlageS endete. DebatteloS gelangten die §§ 4 und 5 zur Annahme, die Discussion über die weiteren Paragraphen war nicht sonderlich belang* ; reich, dieselben fanden meist im Sinne der CommissionS- - beschlüffe Genehmigung, spectell § 9, der Betrunkene, Land- ! stieicher und Urkundenfälscher von der Aufnahme tu die Verpflegungsstationen ausschließen will. Feuilleton. Wochrnbriefe ans der Residenz. (Originalbericht des „Gießener Anzeigers"). Z. Darmstadt, 28. Juni. Versammln»g. — Ein studentisches Sommerfest. — Aus dem Bereiuslebeu. — Allerlei. Am Freitag letzter Woche fand die Generalversammlung einer der wohlthätigsten Genoffenschaften, die in unserer Stadt bestehen, statt, der „Centralanstalt für Arbeits- und Wohnungsnachweis". Herr RegierungSrath Fey führte den Vorsitz und eröffnete einen intereffanten Einblick in die Thätigkeit des Vereins seit seinem Bestehen. Am 2. Februar 1893 hat die Anstalt nach dem auSgegebenen Geschäftsbericht ihre Thätigkeit begonnen und in diesem Jahre 371 Stellenangebote und 812 Stellengesuche erledigt. Im Jahre 1894 wuchsen diese Zahlen schon ganz bedeutend, sodaß 741 Stellenangebote und 1627 Stellengesuche verzeichnet werden konnten. I« laufenden Jahre liefen vom Januar bis Mat 332 Stellenangebote bei der Anstalt ein. Im Ganzen sind bis jetzt 5240 Stellenangebote erfolgt, von denen 1028 mit den gesuchten Arbeitskräften versehen werden konnten. Nach Er* ledigung mehrerer geschäftlicher Angelegenheiten schloß der Vorsitzende die Versammlung, von deren stillem segensreichen Wirken auch den Gießener Lesern hiermit einmal Mittheilung gemacht sei. Ein studentisches Sommerfest, wie es in Darmstadt seither noch ganz unbekannt geblieben war, hatte der Akademische Verein an der hiesigen Hochschule am letzten Sonntag arrangirt. Die Veranstaltungen der genannten Corporation find tn Darmstadt altberühmt, gilt doch der Ball des Akademischen Vereins seit Jahren als das schönste Ballfeft der Residenz. So fand auch der Ausflug am Samstag zahlreiche Betheiligung und verlief auf das beste. DaS Ziel der fröhlichen Reisegesellschaft, die am Nachmittag unter der Obhut zahlreicher Profefforen, unter denen auch der Rector, Herr Prof. vr. Lepsiu s, zu bemerken war, bildete Auerbach. i Dort giugS zum Fürstenlager und dann ins Schloß. Vor i dessen Portale empfing eine „echte" Zigeunerin die An- i kommenden und überreichte den Damen hübsche Erinnerungsfächer. Später vollzog sich mit der romantisch aussehenden Zigeunermaid freilich eine Metamorphose, denn sie entpuppte sich als Studiosus, der reizende vom Akademischen Verein selbst hergestellte Postkarten verkaufte. Vor dem Betreten des Schlosses wurden die Gäste durch den Schloßvogt in altdeutscher Tracht begrüßt und Jeder erhielt einen willkommenen ErsrischungStrunk aus den Tiefen des Schloßkellers. Im Schloßhofe selbst begann nun ein düsteres Schauspiel, ein gleichfalls historisch „echtes Vehmgericht" hielt hier eine öffentliche Sitzung in Sachen des Frau Zlmmervermietherin Wetterhahn gegen einen Studiosus der Darmstädter Alma mater. Glücklicherweise endete die Sache für den Akademiker günstig, denn die durch herabgelassene Stalllaternen „erleuchteten" fünf Richter wiesen die Klägerin ab und verurtheilten sie wegen Verleumdung noch in die gewaltigen Kosten von 2 Mark 95 Pfg. Als die Klägerin gar zu behaupten wagte, auch die Herren Professoren würden zuweilen von dem Schreck- gespenst des Katers heimgesucht, mußte sich das Gericht freilich für incompetent erklären. Plötzlich erschienen nach Beendigung der Gerichtsverhandlung die Ritter deS Ordenscapitels und belohnten die schmählich beschuldigten Studenten mit allerhand unerhörten Ordensauszeichnungen, die mit gebührender Demuth hingenommen wurden. Der lustige Schwank verfehlte seine erheiternde Wirkung auf die Zuschauer nicht und dadurch war zugleich für den weiteren Verlauf des Festes die fröhlichste Stimmung ge- schaffen. Gegen Abend verließ man die Ruine und dann begann unten in der „Krone" in Auerbach eine gesellige Vereinigung mit allerlei humoristischen und ernsten Ansprachen, von denen hier nur die Dankesworte des Herrn Rectors an den veranstaltenden Verein erwähnt seien. Natürlich fehlte zum Schluffe nicht der Tanz und dann gabs nach dem Abend- effen gar noch einmal eine theatralische Aufführung in Gestalt einer Parodie auf Schillers „Taucher". Sehr „früh" wurde die Rückkehr nach Darmstadt per Extrazug angetreten und damit hatte ein Fest sein Ende erreicht, das nach den Berichten der Teilnehmer, auf die wir uns diesmal verlaffen mußten, in Darmstadt wohl nur selten seines Gleichen gehabt hat. Im Sommertheater wurden auch in der vergangenen Wocke schöne Erfolge erzielt. Die Operette „Don Cäsar" machte volle Häuser und der Schwank „Die Dragoner" erzielte einen riesigen Lacherfolg. Am Dienstag kam Offen- bachS „Schöne Helena" zur Aufführung und errang einen außerordentlichen Erfolg, da die übermüthige Parodie einem großen Theile des Publikums noch neu war. Die Operetten finden stets sehr zahlreichen Besuch, da in diesem Genre daS hiesige Publikum auf unserer Hofbühne natürlich nur sehr wenig zu sehen bekommt und daS Sommertheater über ein wirklich gutes Personal verfügt. Von großen Vereinsveranstaltungen, die für die nächste Zett geplant sind, erwähnen wir daS Sommerfest, das die „HumanitaS" am nächsten Sonntag in den Räumen des Saalbaues veranstalten will. Die Einzelheiten des Programms find noch nicht bekannt gemacht. Dann wird der Bicycleclub am nächsten Sonntag sein großes Sommerwettrennen abhalten. Das Programm dafür weist die üblichen Nummern auf. Zahlreiche Meldungen von auswärts, darunter solche von berühmten SportSgrößen, sichern einen 1 intereffanten Verlauf. Zum ersten Male werden übrigens bei diesem Rennen neben den seither üblichen Ehrenpreisen auch Baargeldpreise auSgegeben werden. Die Kriegervereine arbeiten an ihren Festrüstungen eifrig fort. An den Schlachtentagen im Juli und August sollen die Gräber der Gefallenen in Lothringen von den lebenden Kameraden mit prächtigen Blumen- und Kranzspenden geschmückt werden. Eine eigene Deputation wird sich an Ort und Stelle begeben, um ihres Ehrenamtes zu walten. Das Zustandekommen des historischen FestzugeS darf als gesichert angesehen werden, doch ist das (Somite für weitere leihweise Ueberlassung von Waffen und Costümen sehr dankbar. — Der Senat von Hamburg hat in einer amtlichen I Kundgebung der Einwohnerschaft den Dank des Kaisers! für die ihm in Hamburg gewordene Aufnahme, sowie daS Bedauern der Kaiserin, daß sie den Hamburger Festlichkeiten nicht beiwohnen konnte, übermittelt. Der Senat seinerseits dankt der Bevölkerung der Stadt für ihre während des Kaisertages bekundete ausgezeichnete Haltung. * Ms. Kassel, 28. Juni. In dem benachbarten Ober- kau fung en eretgnetefich gestern ein schrecklicher Unglücksfall. Der ArbeiterLin g e, welcher auf einer dortigen Fabrik an der Kreissäge beschäftigt war, kam auf eine merkwürdige Weise ums Leben. Die Kreissäge schlug nämlich eine Latte mit solcher Wucht zurück, daß Linge, vor den Kopf getroffen, sofort tobt zusammenstürzte. *Ms. Aus dem Werrathale, 28. Juni. Eine wirthschaftliche Maßregel von großer Tragweite vollzieht sich hier im mittleren Werrathale, indem die Grundbesitzer in den Dörfern bei Allendorf, Witzenhausen, Eschwege rc. in viellen Fällen, anstatt wie bisher Zuckerrüben, Tabakanpflanzen, weil ihnen der Tabaksbau einen erheblich höheren Ertrag verspricht, als der Bau von Zuckerrüben. Dadurch mehren sich die Anpflanzungen von Tabak in recht vielversprechender Weise in Hessen. *Ms. Fulda, 27. Juni. Der provisorische Billetabnehmer auf dem hiesigen Frankfurt - Bebraer Bahnhof, Hein r. Wagener, ging gestern Abend mit einem Bekannten zur Fulda, um zu baden. Obwohl des Schwimmens nicht kundig, wagte er sich zu weit in den Fluß hinein gerade an solche Stellen, die von der Polizei verboten sind, zu benutzen. Der Fluß ist dort nämlich stellenweise 4 Meter tief. Kaum war Wagener ins Waffer gestiegen, als er mit jähem Aufschrei versank und nicht wieder zum Vorschein kam. Alle Rettungsversuche waren vergeblich. * Berlin, ^4. Juni. Durch den Mißgriff eines Arztes bei Anwendung einer Einspritzung hat ein Provinziale sein Augenlicht verloren. Der Unglückliche, der aus Czarnikau gebürtig ist, consultirte wegen eines Augenleidens einen dort wohnenden practischen Arzt, der ihm ein Augen- waffer verordnete, das mittelst einer kleinen Spritze den kranken Theilen zugeführt werden sollte. Um nun seinen Patienten in der Handhabung der Spritze zu unterweisen, wollte der Arzt die erste Einspritzung selbst bewirken. Hierbei verwechselte er aber das Augenwaffer mit einem daneben stehenden Fläschchen Carbolsäure und spritzte dem Unglücklichen die ätzende Flüssigkeit in beide Augen, so daß derselbe augenblicklich erblindete. Da die sofort angewandten Gegenmittel ihre Wirkung versagten, hat sich der Bedauernswerthe hierher begeben- doch erscheint es nach Ausspruch der Aerzte sehr fraglich, ob er jemals wieder sein volles Sehvermögen erhalten wird. * Düffeldorf, 28. Juni. Vom Schwurgericht wurde die Frau des Werkmeisters Heep, die ihren 10jährigen Stiefsohn in unmenschlicher Weise zu Tode mißhandelt hatte, zu 15 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Technische Fortschritte. — Thonfigrrre« galdanisch z« überziehe«. Will man ungebrannten Tdon galvanisch mit einer Metallschtcht überziehen, so muß diesem vorerst die Eigenschaft genommen werden, Flüssigkeiten anzuziehen. Es geschieht dies am besten durch Wasserglas oder eine Kautschuklösung. Nach vollständigem Trocknen wird der Gegenstand durch Ueberbürsten mit Graphtipulver leitend gemacht und alsdann in ein saures Kupserbad gebracht (Kupfervttriollösung mit 10pCt. Schwefelsäure). In diesem Kupferbade bleibt das Stück, bis der Kupferniederschlag die genügende Stärke hat. Diese Kupferschicht kann nun beliebig entweder so bleiben, vernickelt oder in Cyanbäderv versilbert oder vergoldet werden. - »-«es praktisches Verfahre«, «m GipSgutz zv polire«. Ein sehr einfaches Verfahren, Gipsguß polttursähig zu machen, ohne ihn, wie es früher geschehen mußte, erst mit einem Grunde überziehen und mehrfach naß abschleifen zu müssen, hat Richard Völker in München erfunden. Der Gips erhält einfach in trockenem Zustande einen kleinen Zusatz von Graphit oder Talkum und zwar im Verhältniß von 100 zu 4 und wird dann wie gewöhnlich mit Wasser angemacht, in die Form gegoffen und getrocknet. Danach kann er gefärbt werden und läßt sich mit dem Reibholz, Polirftahl oder Achat poliren. In der Auswahl der Farbe ist man nicht beschränkt, es kann Tempera, Leimfarbe, Goldbrovce, Aluminium u. a. sein. Um die Geschmeidigkeit zu erhöhen, kann man Kreide zusetzen, die Härte wird durch Harzöl vermehrt, und um ihn trocken zu falten, dient Carbolpulver. — Stempelkissen a«S Kork. Nach „Ackermanns Gew.-Z." stellt man jetzt Stempelkissen her, bei denen das Farbpolster durch eine Korkplatte ersetzt ist. Der sehr glatt geschnittene Kork saugt die Stempelfarbe gut auf und hält diese in feiner Vertheilung fest. Als Vortheile dieser Neuerung werden genannt: geringe Abnutzung der Stempel und sehr scharfe Abdrücke, da nur die eigentliche Druckfläche mit Farbe benetzt wird. Citerofur und Annft. — Grundzüge der Briefma»kenk«nde und des Briesmarkensammelns von Victor Suppantschitsch. Mit dem Porträt Rowland Hills und 7 in den Text gedruckten Abbildungen. In Original-Leinenband 3 Mark. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Während das Sammeln von Postwerthzeichen früher nur als eine Spielerei angesehen wurde, mit welcher sich lediglich Kinder beschäftigten, ist, besonders im letzten Jahrzehnt und nachdem sich insbesondere gereifte Männer eingehend mit demselben befaßt haben, ein vollkommener Umschwung in dieser Beziehung eingetreten. Es wird nicht mehr nur gesammelt, sondern es hat sich ein ernstes Studium entwickelt, dem sich tausende von Männern aus allen Berufsklassen widmen und dem täglich neue und begeisterte Anhänger zuftrömen. Wenn auch bisher einige Leitfäden der Brtef- markenkunde (Philatelie) erschienen sind, so fehlte es doch an einem Lehrbuch, in welchem alles Wissenswerthe auf diesem Sammelgebiete »u finden ist. Ein solches Buch liegt nun vor uns, und der Name des Verfassers, der in philatelistischen Kreisen einen guten Klang hat, gibt genügende Bürgschaft dafür, daß auch etwas wirklich Gediegenes geschaffen worden ist. Der zu bewältigende Stoff ist vom Verfasser in drei Abschnitten behandelt worden, deren erster: Die Lehre von den Postwerthzeichen, deren zweiter: Die Lehre vom Sammeln der Postwerthzeichen (Philatelie) und deren dritter: Die Geschichte der Philatelie mit besonderer Berücksichtigung Deutschlands umfaßt. Es würde zu wett führen, bier all die einzelnen Capltel zu erwähnen, welche in diesen dr.i Theilen Berückstchligung gefunden haben; es genüge darauf hinzuweisen, daß Derjenige, der sich mit Ernst dem Studium der Philatelie hingeben will, in dem Buche alles finden wird, worüber er Aufklärung wünschen dürfte und daß auch Derjenige, welcher der Philatelie bisher scepttsch gegenüber gestanden hat, durch daS in dem Buche Entwickelte zu einer Feuilleton. Ein Heilmittel gegen Krebs entdeckt! Von Dr. Otto Gotthilf. (Nachdruck verboten.) In allen Kreisen der Bevölkerung, von der Hütte bis zum Thron, hat die furchtbare Krebskrankheit schon ihre Opfer gefordert. Noch ist in Aller Gedächtniß das traurige Jahr 1888, wo Kaiser Friedrich nach unsäglichen Leiden von dieser gräßlichen Krankheit dahingerafft wurde. Das echt christlich- demüthige Kaiserwort: „Lerne leiben, ohne zu klagen!" ist damals auf dem schmerzvollen Krankenlager entstanden. Vergebens bemühten sich die Koryphäen der medizinischen Wissenschaft, die Leiden zu lindern oder der unheimlich gleichmäßig fortschreitenden Krankheit Einhalt zn thun. Menschliches Wissen und menschliche Kunst erwiesen sich, wie stets gegen Krebs, ganz ohnmächtig. Denn wie vor tausend Jahren, so sind auch heute noch alle Aerzte der Ansicht, daß unter den sogenannten unheilbaren Krankheiten der Krebs (Carcinom) obenan steht. Professor Billroth sagt, daß er die zahllosen angeblichen Krebsheilmittel vergebens geprüft habe, „die Resultate waren so durchaus negativ, daß nicht einmal eine Veröffentlichung der methodisch ausgesührten Kuren der Mühe verlohnte !" Er fügt dann hinzu: „In den Perioden der Unheilbarkeit stehe ich keinen Moment an, den Wünschen der Patienten oder ihrer Angehörigen nach allerlei Kuren mit „Wundermitteln" nachzugeben. Eine Wirkung sah ich bisher nie. Dem Arzte bleibt nur eine Aufgabe: zu trösten und die unsäglichen Leiden der Kranken zu lindern. Solche Patienten zum Essen zu quälen oder stärkende Mittel zu geben, hat keinen Sinn. Man lasse sie schlafen, schlafen, schlafen!" In diesen Worten Billroths spricht sich die ganze Ohnmacht der medizinischen Behandlung in betrübender Weise aus. Ja, die 6e» deutendsten Aerzte glaubten sogar für alle Zukunft daran ver^ zweifeln zu müssen, daß je ein Heilmittel gegen Krebs gefunden werden könnte. Professor Gusserow (Berlin) sagt: „Für immer sind in der wissenschaftlichen Medizin die Zeiten vorüber, wo wir nach specifischen Mitteln gegen die krebsigen Affectionen suchten." Alle abwehrenden Streiche gegen diesen furchtbaren Feind, gegen diesen Würgeengel der Menschheit, trafen stets in die Luft, und allgemach erlahmte die kampfes- muthige Hand im vergeblichen Ringen. Diese Zeit der ärztlichen Ohlimacht war denn auch die Blütheperiode unzähliger „ganz unfehlbarer" Heilmittel, welche von Kurpfuschern als Panaceen, als Radicalmittel gepriesen wurden. Aber immer von Neuem rüttelte der unerbittliche Feind die Aerzte auf zu neuem Kampfe, zur Verbesserung ihrer Kampfesweise, zur Schärfung ihrer Waffen. Da ist es nun endlich zwei deutschen Forschern, Professor Emmerich und Dr. H. Scholl, gelungen, dem Feinde das Visir zu öffnen, und mit neuer Kampfes- freudigkeit sind die Gemüther aller Aerzte erfüllt. Wohl hatte sich in der Behandlung des Krebses 'm Laufe der letzten 50 Jahre bisweilen ein Wetterleuchte, gezeigt, welches durch vereinzelte Hoffnungsstrahlen auch dieses noch ganz umnachtete Gebiet vorübergehend erhellte. Französische, englische und deutsche Forscher berichteten in den letzten De- cenrien über merkwürdig rasche Heilung von Krebs oder anderen Geschwülsten (Sarkomen), wenn dabei noch eine andere Krankheit, nämlich Rothlauf (Rose, Erysipel), auftrat. Auf dieser Grundlage bauten Emmerich und Scholl weiter, um nach jahrelangen Mühen endlich zu einer rationellen Heilmethode zu gelangen. Im Jahre 1886 stellte Professor Emmerich fest, daß Thiere, welche an Krebs oder auch an Milzbrand, dieser furchtbaren, oft in 24 Stunden tödtlich verlaufenden Krankheit, litten, durch Einimpfung von Rothlaufbacterfi n geheilt wurden. Emmerich fand ferner, daß die Rothlaufbacterien im Blute gewisse Veränderungen verursachen, welche den Milzbrand- bazillen die weitere Existenz unmöglich machen. Wir können uns dies durch folgenden Vergleich klar machen: Viele Pflanzen gedeihen nur auf bestimmtem Boden, d. h. wenn der Boden die zu ihrem Wachsthum uöthigen Stoffe enthält, sonst ve, kümmern sie und sterben ab. So verhält es sich auch mit den kleinsten pflanzlichen Gebilden, den Mikroorganismen (Bacterien, Bazillen), welche auf ihrem Nährboden, int Blute nämlich, nur dann gedeihen, wenn sich darin die für sie nöth gen Nährstoffe vorfinden. Die Rothlaufbacterien entziehen nun gewiß dem Blute diese Stoffe oder erzeugen sogar für Milzbrand- und Krebsbazillen giftige Substanzen, weshalb diese alsbald absterben. Durch Hunderte von Versuchen wurde festgestellt, daß Blut von Thieren, welche mit Rothlaufbacterien geimpft waren, die Krebsbazillen zu Grunde richtete, also heilende Wirkung auf Krebs ausübte. Derjenige Bestandtheil des Blutes aber, an welchem diese heilende Eigenschaft haftet, ist — ebenso wie bei dem Diphtheritisheilmittel — das Serum, weshalb man diese Heilmethode (Therapie) die Serum-Therapie nennt Was ist nun Serum? Wenn wir eine kleine Wunde haben, so gerinnen alsbald in dem aus derselben tretenden Blute die Faserstoffe zu einem Schorf, und es bleibt eine durchscheinende, Helle Flüssigkeit übrig: das Serum. Von dem Blute der mit Rothlauf geimpften Thiere wurde nun das Serum ab= gesondert und von den darin befindlichen Rothlaufbacterien durch Filtriren befreit- das erwies sich dann in der That als „Krebs- Heilserum". Zahlreiche, jahrelange Versuche, welche Professor Emmerich und Dr. Scholl in Verbindung mit Professor Tsnboi und Dr. M o st ausführten, bestätigten dies zur Genüge. Dabei zeigte sich als besonders wirksam das Blutserum von Schafen, weit weniger dagegen von Kaninchen. Die Bereitungsweise des Krebsheilserums ist übrigens viel umständlicher, als die des Diphtherieheilserums. Es müssen zahlreiche Vorsichtsmaßregeln beobachtet, es dürfen nur ganz be- I tmb besseren Ansicht über da« Wesen derselben gelange^ I wird. Wir zweifeln nicht, daß der Wunsch des Herrn Verfassers, „daß sich das Buch den Beifall der Briefmarkensammler erringen möge', voll und ganz in Erfüllung gehen wird. _ , —, 3m Verlage der Konigl. Hosbuchdruckerei Trowitzsch u. Sohn In Frankfurt a. O. ist erschsinen und durch jede Buchhandlung, wie gegen Einsendung von 90 Psg. porlofret durch die Verlagsbuchhandlung selb» zu beziehen: Allerlei Nützliche Garien- Jnseete«. Neu durchgesehener und vermehrter Sonderabdruck aus dem „Praktischen Rathgeber im Obst- und Gartenbau" von Heinrich Freiherrn von Schilling. Mit einer Farbentafel und 29 Holzschnitten nach Zeichnungen des Verfassers. Preis 80 Pfg. Pflicht jedes Gartenfreundes, der seine Pflanzen lieb hat, ist es, sie zu schützen vor dem großen Heere von Schädlmgen, von denen ihnen, besonders unserem Obstbaue, Gefahren drohen. Der Kampf muß auf doppelte Weise geführt werden: einmal durch directe Bekämpfung der Schädlinge — und dieser Kampf bildet den Inhalt des von dem Herrn Verfasser früher herausgegebenen Werkes „Die Schädlinge des Obst- und Weinbaus." — Dann aber durch Pflege und Unterstützung der Lebewesen, die unsere Bundesgenossen sind im Kampfe gegen die Schädlinge, besonders der Vögel und gewißer nützlicher Garteninsecten. Als die Kunftbeilage und die sie erklärenden Aufsätze des Herrn Verfassers im vorigen Jahre im praktischen Rathgeber erschienen, erregten sie das größte Interesse der Gartenfreunde und allgemein wurde der Wunsch nach einem Sonder- abdruck laut. Der Herr Verfasser ist diesem Wunsche jetzt in erweiterter Form nachgekommen. Die Kenntniß gerade der Jnsecten und ihrer Bedeutung im Reiche der Natur ist in den weiteren Kreisen unseres Volkes sehr gering - schädliche Jnsecten werden unterstützt, die nützlichsten, wie der Ohrwurm, die Baumwanzen, die Laufkäfer aus Unkenntniß vernichtet. Möge das Buch dazu beitragen, diese Vorurtheile zu zerstören, zum Segen unseres deutschen Gartenbaues! _ n ~ Eltern und Erzieher sowie Studirende seien auf das in 6. Auflage im Verlag von Gustav Fock in Leipzig erschienene, 275 Setten umfassende Werk: .Die Stipendien an de« dentschen Universitäten. Ein Handbuch für Studirende. Mit einem Anhang: Das studentische Leben in Deutschland, Oesterreich, der Schweiz, Rußland und Frankreich nebst einer Anleitung und Formularen zu Bewerbungsschreiben aller Art. Nach amtlichen Quellen bearbeitet und herausgegebm von einem Universitäts-Beamten" hiermit aufmerksam gemacht. Dieses allen Interessenten warm zu empfehlende Handbuch enthält ein Verzeichniß aller bekannten Stipendien und Studienstiftungen der deutschen Universitäten nebst Angabe der Bestimmungen zu deren Erlangung, Adressen der dieselben vergebenden Curatoren rc. Für diejenigen Studtrenden und künftigen Studtren- den, welche auf den Genuß von Stipendien zur Ermöglichung ihrer Studien angewiesen sind, ist es cmpfehlenswerth, sich stets frühzeitig über die bestehenden Stipendien und Stiftungen zu orienttren und nicht damit bis zum Beginn der Semester zu warten, da sonst häufig den Bewerbern ein „zu spät" entgegen gehalten wird. Andererseits aber bleiben auch viele Stipendien oft lange Zeit unbenutzt, da stch infolge Unkenntniß des Vorhandenseins derselben Bewerber nicht melden. Der dem Werke beigegebene Anhang, „Wohnungsund Lebensverhältnisse in den verschiedenen Universitätsstädten, Preis-Aufgaben, wissenschaftliche Anstalten, studentische Vereinigungen", erstreckt sich auch auf die deutschen Universitäten des Auslandes. Der Preis des Werkes beträgt 2 Mark und ermöglicht derselbe auch Minderbemittelten die Anschaffung dieses nützlichen Handbuchs. Knust-Anccfpllnnn im Thurmhaus am Brand, XMlUOl Ällbbieilling, geöffnet täglich, mit Ausnahme des Samstags, von 11 bis 1 Uhr, am Mittwoch und Sonntag auch noch von 3 bis 5 Uhr. — Eintrittspreis für Nichtmttglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pfg. stimmte Schasrasscn benützt werden u. s. w. Die Wirkung der Jnjection ist aber oft ganz überraschend. Die Geschwülste schwinden meist schon in zwei bis drei Tagen. Je jünger die Krebsgeschwulst, um so sicherer, um so rascher ist die Heilung. Bis jetzt wurde der Krebs bekanntlich nur operativ behandelt, d. h. es wurde durch höchst schmerzhafte und oft lebensgefährliche Operationen die Geschwulst herausgeschnitten. War dies wirklich vollständig gelungen und an der betreffenden Stelle auch nicht mehr das geringste krankhafte Gewebe zurückgeblieben, so wurden doch meist über kurz oder lang die Hoffnungen des Patienten nnd Chirurgen zerstört, indem an anderen Körper- theilen neue Geschwülste entstanden. Wie der Hydra für jeden abgehauenen Kopf zwei andere wuchsen, so wucherten nach einem glücklich entfernten Gewächs verschiedene andere hervor und setzten den Operateur schier in Verzweiflung. Die Krebs- parasilen wurden nämlich durch Blut uno Lymphe von dem ersten Krankheitsherde im ganzen Körper verschleppt, und dadurch wurde der Grund zur Entstehung anderer Geschwülste gelegt. Hat nun aber durch Einspritzung von Krebsheilserum das Blut bacterientödtende Wirkung erlangt, so ist dies unmöglich, weil nicht nur die eine bestehende Geschwulst geheilt wird, sondern auch das im ganzen Körper circulirende Blut diese heilende Eigenschaft annimmt. ,Wenn sich Chirurgie und interne Medizin in dieser Weise ergänzend unterstützen", sagt Professor Emmeri ch, „dann werden viele jener „hoffnungslosen" Fälle, welche das Glück ganzer Familien zerstören, verhindert werden. Aber", fügt er hinzu, „wir stehen noch ganz im Anfänge der Behandlungsmethode, nnd das bitten wir wohl zu beachten." Uebrigens verspricht die S^rumbehandlung des Krebs schon aus einem rein äußerlichen Grunde weit mehr Erfolg als die der Diphtheritis- denn letztere entsteht meist so rasch und verläuft so schnell tödtlich, daß es, namentlich in der Privatpraxis, oft gar nicht möglich ist, rechtzeitig Heilserum anzuwenden. Aber die Krebskrankheit zieht sich so in die Länge, daß dieser höchst wichtige Hinderungsgrund ganz wegfällt. Wohl mögen bei dieser Heilmethode sich noch manche Mängel einstellen, sich noch manche Enttäuschungen zeigen, aber doch ist sie eine Errungenschaft, und zwar deutschen Forschergeistes, wie sie von keinem Optimisten unter den Aerzten für's Erste erhofft wurde. Fast zehn Jahre lang haben deutsche Forscher in aller Stille daran gearbeitet, haben keine Mühen und keine Kosten gescheut, und, auf einer scheinbar unbedeutenden That- sache fußend, logisch Schluß aus Schluß gefolgert, experimentell Folgerung auf Folgerung aufgebaut, bis es ihnen endlich gelungen ist, der leidenden Menschheit ein Heilmittel gegen den furchtbaren Würgeengel, d>e fressende Krebskrankheit zu bieten. Diese jahrelange Arbeit war wahrlich des Schweißes der Edeln werth! Bekanntmachung. In dem Firmenregister des unterzeichneten Gerichts wurde Folgendes «eingetragen: 1. Das mit dem Sitze zu Großen-Linden unter der Firma „Karl Engel" betriebene Handelsgeschäft ist auf die Herren Rudolf Krause und Rudolf Gutermuth, beide in Großen-Linden, übergegangen. Letztere führen das Geschäft unter der seitherigen Firma als offene Handelsgesellschaft weiter und ist jeder der beiden Theilhaber zur Zeichnung und Vertretung der Firma berechtigt. Die dem Christian Bernshausen zu Großen-Linden für diese Firma ertheilte Procura ist erloschen. 2. Die Firma „Gebrüder Bücking" zu Gießen ist erloschen. 3. Paul Heinrich Eugen Laris Ehefrau, Julie geb. Becker zu Gießen, Theilhaberin der Firma „Becker und Laris" zu Gießen, ist verstorben. Der verbliebene Theilhaber Paul Heinrich Eugen Laris zu Gießen führt das Geschäft in unveränderter Firma auf alleinige Rechnung weiter. Gießen, den 27. Juni 1895. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Neuenhagen. 5660 Bekarmrmachrmg. Mittwoch den 3. k. M., Nachmittags 6 Uhr, findet zu Bad-Nauheim im Hotel „Kaiserhof" (Weinsaal) eine Conferenz der Inhaber von Rabenau'scher Partialobligationen (Ober- Mörlen) statt, in der über gleichmäßige Wahrung der Rechte dieser Pfandgläubiger berathen werden soll. Ich bin beauftragt, zu dieser Conferenz sämmtliche Inhaber der bezeichneten Titel hierdurch einzuladen. Gießen, den 29. Juni 1895z 5676 Grünewald, Rechtsanwalt. Der Collecteur des Diakouisseumutterhauses „Elisabethcn- ftift" in Darmstadt wird von nächster Woche an die jährliche Collecte für dieses Haus einsammeln. Seine Sammlung sei hiermit herzlich empfohlen. Gießen, den 29. Juni 1895. Schlosser, Pfarrer. Gießener E. G. m. b. H. Zur Vorfeier des 22. Mittelrheinischen Kreisturnfestes, Sonntag den 30. d. Mts. Aetrieöseintheikung: Nachmittags von 3 Uhr ab alle 20 Min. nach dem Wald. MukM-Industrie " ' (Inhaber: Carl Haas jr.) empfiehlt la. Weitz Stückkalk u. hydraul. Grau-Stückkalk, la. Weitz-Sackkalk u. la. Grau-Sackkalk, Schlackensteine (Schwemmsteine) u. Ringofenbacksteine ab Kalkwerk bei Großenlinden, sowie frei Baustelle. Billigste Preis berechnung, prompteste Bedienung. Zahlreiche Zeugnisse stehen zur Verfügung. Weitz-Sackkalk, sowie Grau-Sackkalk wird auch auf meinem Lager Franksurterstratze 59 stets vorräthig gehalten. Carl Haas jr. 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Schlackensteine, aus Schlackenmehl und Schlackensand vermittelst Preffen hergestellt, sind leichter als Feldbrand und Ringofensteine; die Steine haben ganz gleichmäßig schöne hellgraue Farbe, und da dieselben nicht gebrannt werden, sondern an der Luft cementartig erhärten, so bleiben sie scharfkantig und gerade, wodurch bei deren Vermauerung nur wenig Mörtel erforderlich ist; auch lassen sich dieselben in jede Form hauen, ohne zu brechen, sie verwittern uiemals, ihre Festigkeit nimmt nach dem Vermauern noch zu und find sie insbesondere wegen ihrer cementartigen Eigenschaft für Mauerwerk an feuchten Orten, unter der Erde, in Kellerräumen, Stollen re. durchaus vorzuziehen. Versuche im Polytechnikum in München haben ergeben, daß Schlackensteine für Luft doppelt so durchlässig sind, als Rvrmalmörtel, weil sie Wasser durch Kapillarität nur langsam aufsaugen, das ausgenommene Wasser dagegen wieder sehr rasch abgeben. Die Schlackensteine find zur Erbauung gesunder trockener Wohnhäuser deshalb ganz besonders zu empfehlen, und eignen sich sowohl zur Ausmauerung von Fachwerk, wie auch zu Massivbauten, Brandmauern, Kaminen; ihre Feuer- Beständigkeit ist eine sehr grotze, sie springen nicht und firck sehr schwer schmelzbar; auch find Schlackensteine durch «cknisteriellen Erlatz zu allen Bauten als zuläsfig erklärt. Die Steiue werden in zwei Größen gefertigt und zwar: 260 x 120 x 100 nun und 250 x 120 x 65 mm (Normalformat). Schlac&enmehl Ersatz für Cemcnt, Graukalk und Weißkalk zur Herstellung von Frucht und'ähnlicher Räume ganz besonders geeignet und begehrt, sowie Schlackensand bestes Material zur Mörtelbereitung rc., liefern in den größten Quan- tttäten GEER. KORTING, Frankfurt a. M, Stammhaus: KÖRTINGSDORF bei Hannover. Elektrische Beleuchtung«- und Kraftübertragungs- Anlagen. Kasdynamo« und schnell laufende Dynamo-Maschinen. Elektro Motoren. 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Marburg 1230 164 420 560 82u 1016 1206 130 JÖ9 313 506 769 954« 1007. 3H (führt 2 —4. Klasse). Aronbansen (Localz.) 210 (führt 2.-4. Klasse) 1208 1220 6lO 7b3 943 ] 148 1200 |U6 412 457 718 7ö5 AW. Wetzlar 524 662 8" W" 1020 1210 12^8 24& 5056£2 612 820 9£ 102» 1208 943 1200 106 412 748 836. chms—Eoblenz 524 8" 101212>0 2«t>500 6£0g20 1220 1148 467 766, Dentz—ESln 662 1025 1238 (>20. 757 H&4 463 1000. -futoa 625** 817 121U 52u** 82, 960 326 721 1038-l. Gelnhausen G'-o 8" 1225 146 (bis Laudach) 50t' 81£tt- 647 96U 326 721 1038f. Sttdda bezw. Schonen 600 1226 5uo 812ft. 960 326 72t 1033-J-, Seder«, Laudach bezw. Stockhetm 600 8" 1225 145 506 816ft. Die Nachtzeit«, vou 6 Uhr Stbenbe bll W® Uhr früh find durch Uaterstretchea der Miauteuzahlen ausgezetchuet. Die fetten Ziffern bezeichnen die Schnellzüge. Die mit • bezeichneten Züge führen nur 1. und 2. «taffe. **) Nur bi« Alsfeld. §) Nur an Sonn- und Feiertagen. 1) Nur Sonntags bis Gießm, an Wochentagen nur bis Nidda, ft) Nur an Sonn» und Montagen bi« Biidingen. An Werktagen wird Morgens 523 jtt Großen-Buseck ein Zug 3. Kl. abgelassen, welcher 5.<7 in Gießen eintrtfft. . Buderus’sche Eisenwerke (Besteht seit 17 Jahren und erhält laufend viele Anerkennungsschreiben). Näheres 1387 ' An Wochentagen Fahrkartenvorverkauf bet A. & S. Wallenfels (Telephon 46). auf gell. Anfrage. Fahrpreis iuaq3fg. 6 Uhr Morgens. Mhin-Weser-Hütte Margarethenhütte Sophienhütte Georgshütte Stetten Lollar. Station Giessen. Station Wetzlar. Station Burgsolms. Tüchtige Knechte vom Laude, Kleinknechte, Stallschweizer, Di-nstjungen rc. (deutschredende Leute) vermittelt in Jahreslohn per sofort und später überallhin und billiger als andere Agenten Kiwenftahl, Vermiethungscomptoir Berlin, Große Hamburgerfiraße 16 Bo« und nach dem Batznyof. Fahrpreis 10 Pfg. 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Die Beerdigung findet heute Sonntag 12 Uhr in Oppenrod statt. Danksagung. Allen Denen, die mir während der Krankheit meines lieben Mannes Jean Retter hilfreich zur Seite standen, sowie für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei seiner Beerdigung, sage ich meinen innigsten Dank. Gießen, 29. Juni 1895. 5666 Bertha Retter, geb. Schwabe. ................................................................................ । । Wetzsteine. Heugabeln. Heurechen. Dengel- hämmer. Ambose. Zur Sensen volle Garantie. 2788 Emil Fistor, Marktstr. 10. Berger's Mexico Chocolade Fabrik Robert Berger, Pössneck j. Tb. Ein«. Verkauf in Apotheken und M. 1. cs sterilisirte Kindernahrung Von ben ersten Autoritäten als das vollkommenste aller künstlichen ttmdernährmittel anerkannt und empfohlen. Sic enthält beste Vollmilch, Eier und Pflanzcneiweiß. Sie erzeugt gesundes Blut und festes Fleisch. Sie fördert Muskel- und Knochenbildung. Eie bleibt dauernd steril und ist frei von roher Stärke. 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Das Offizier-Corps betrauert auf’s Tiefste den Verlust dieses liebenswürdigen, allgemein geschätzten und hochgeachteten Kameraden, dessen Andenken in aller Herzen treu gepflegt werden wird.