ab 'Heerte %«). - '»SSL 6t: • ’ JL ■ ,6.-* ■ „ 2.20 ' • « 0.50 **■ Itl*. be: n"ä.bie®«tol» WetWiftirertot. Donnerstag den 30 Mai Nr. 125 Zweites Blatt. 1898 Gießener Anzeiger Kenerat-Unzeiger. Aints- und Zlnzeigeblatt für den Ureis Gieren. Siebaction, ErpcdNU». und ©rudere:: Kchutstratze H?r. Fernsprecher bl. Vierteljähriger AdonnkmeRtrprei»: 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener Pamttteu v kälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigklegt. Der -teßener Awzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr. chratisöeikage: Gießener Aamitienßtätter. Alle Annoncm.Bureaux deS In. und Auslandes nehmen Anzeigen für ben „Gießener Anzeiger" entgegen. l heute ab ________4141 imbeetiaft, allpafier, , 4831 Mlarttyayt bedeutend hack- lieber die Versicherung der Abgelehnten. Rastlos strebt der menschliche Geist vorwärts, alte, gewohnte Bahnen verlassend oder dieselben verbreiternd. Kaum auf einem anderen Gebiete tritt dieses Streben nach Vervollkommnung stärker hervor, als auf dem des Berfiche- rungSwefenS, nachdem sich dasselbe infolge der unermüdlichen Arbeit der Versicherungsgesellschaften auch in Deutschland immer mehr zu einem der bedeutendsten wirthschaftlichen und socialen Factoren entwickelt hat. Neben einer Reihe von alteingeführten Gesellschaften find jüngere Unternehmungen mit gutem Erfolg in den Wettbewerb eingetreten und an allgemein bekannten Formen der Versicherung sind neue Zweige angesetzt und ausgebildet worden. Zur letzteren Klasse gehört die Versicherung der Abgelehnten oder, wie der technische Ausdruck lautet, „der anormalen Risiken", die noch wenig bekannt ist und schon deßhalb zu einer kurzen Besprechung geeignet sein dürste, weil allein im Jahre 1892 von den deutschen Gesellschaften über 80,000 Anträge mit einer Versicherungssumme von rund 128 Millionen Mark unter den normalen Aufnahmebedingungen abgelehnt werden mußten. Der rationelle Betrieb einer Versicherungsgesellschaft erfordert bekanntlich, daß eine große Anzahl von Verfiche« ruagSanträgen zurückgewiesen werden muß, weil die Antrag» iWt WUM Ker in Giessen stiller den der Existenzfähigkeit der betreffenden Institute genau angemessenen Bedingungen nicht entsprechen können, also nicht vollkommen gesund find. Gerade diese Personen aber haben an dem Eintritt in eine Lebens« Versicherungsgesellschaft ein ganz besonderes Jntereffe, und muß eS deßhalb schon vom rein menschlichen Standpunkte auS bedauert werden, daß die Wohlthat der Versicherung g.tabc Personen, bezw. Familien vorenthalten wurde, bet beuen ein unerwarteter Todesfall am ehesten zu befürchten ist. Es lag daher wohl der Gedanke nahe, hier einen Ausgleich zu schaffen und dieser, der Humanität wie dem Zeit- em Feuilleton 6 «er ein Roman aus -er -ritten Gießener Iran?osen?eit. 1797. Ven Dr. Otto Buchner. (Fortsetzung und Schluß.) Nach der Landung in Egypten wurde Malus nach icm Lazareth in Lesbieh gebracht, wohin auch die Pestkranken ton Damiette und die Ankömmlinge von Syrien, darunter ringe Reisende, gebracht wurden, die keinerlei Anzeichen der Krankheit hatten, aber im Lazareth angesteckt wurden und tis auf den letzten Mann starben. Durch die zahlreichen Opfer wurde die Befreiung des Ualus aus diesem höllischen Gefängniß sehr verzögert. Äer das Unglück hatte Hineinzugerathen, entrann daraus iwr selten. Man hielt es kaum für der Mühe werth, den Unglücklichen zu helfen, die ihre letzte Stunde erwarteten. Uolus sah oft Leute vor Wuth sterben, wenn sie ihre barbarischen Wärter um Waffer baten, diese aber sich stellten, als wenn sie es nicht hörten oder gar antworteten, es sei vcht mehr der Mühe werth. Gierige Todtengräber plün- wnten die Sterbenden, ehe sie den letzten Seufzer aus» i Kreuz) m n bestens empfohlen. ■den. jä***i; mdigter irpton ;ationeü6ie*ee11' bürg. CobkM. idda. Streun. ;ise von *0 eBer Xn*" ich tech ä» K” geche entsprechenden Forderung Rechnung tragend, haben in veirester Zeit drei deutsche Versicherungsanstalten es unternommen, auch der Kategorie der Äbgelehnten die Möglichkeit zum Abschluß einer Lebensversicherung zu bieten. Selbstredend konnten bet dieser (unter nicht normalen Verhältnissen zu Stande gekommenen) Verficherungsart die Leistungen und Gegenleistungen nicht in demselben Maßstabe vertheilt werden, wie bei der normalen Versicherung, aber man hat sich mit Erfolg bestrebt, den Effect trotzdem zu tmrm möglichst günstigen für die Versicherten zu gestalten. Die zu diesem Zwecke gewählte Methode ist eine verschiedene. Zwei Versicherungsgesellschaften haben ohne Weiteres die lirümienhöhe der normalen Versicherung beibehalten, können ober deßhalb für den sicheren und ungeschmälerten Enderfolg richt in demselben Maße eintreten, wie das dritte Institut, He Münchener VersicherungS-Actien-Gesellschaft „Arminia", welche unter Berücksichtigung der größeren Sterblichkeit die ÄrLmien in mäßiger Welse erhöhte und durch dieses natur- 8,ch rucht. Und dabei waren diese die einzigen Aerzte, die einzigen Wächter, die man den Kranken bewilligte. Die bei ein 5kosten wurden auf das gegenüberliegende Ufer gebracht und zi-iß- Iben Hunden und Geiern überlassen. Manchmal wurde auch Mi 1895- ft Mert Sllb-lreott 1(ßi £ oiUP»* B ** äteüS * gemäßere Vorgehen die Gewährung der vollen Versicherungssumme, den Haupteffect einer Versicherung, am sichersten garantirt, um so sicherer, als die rechnerischen Grundlagen zu dieser Operation sehr sorgfältig und außerordentlich vor« sichtig gewählt worden sind, so daß ein etwaiger Verlust durch Uebersterblichkeit, der eine erhebliche Kürzung der Versicherungssumme zur Folge haben müßte, so gut wie ausgeschlossen ist. Daß übrigens die Prämienerhöhung sich nur in mäßigen Grenzen bewegt, dürfte zur Genüge daraus zu ersehen sein, daß z. B. ein öOjähriger Mann, der für sein 55. Lebens« fahr mit einer Summe von 1000 Mk. versichert, eine jährliche normale Prämie von 39 Mk., bei der anormalen Ab« theilung dagegen eine solche von 43,50 Mk., also nur 4J/2 Mk. pro Jahr mehr zu zahlen hat. Den technischen Apparat einer derartigen Versicherung einer eingehenden Betrachtung zu unterziehen, erscheint uns hier nicht angebracht- dagegen dürfte eS von Jntereffe sein, die wichtigsten, auf Grund der oben gekennzeichneten Erwägungen aufgestellten Verficherungsbedingungen kennen zu lernen. Nehmen wir hierbei als Muster die Bedingungen der „Arminia". Diese zahlt sofort ö'.e volle Versicherungssumme au8: 1) wenn der Versicherte den von ihm selbst (innerhalb gewiffer Grenzen) gewählten Endtermin erlebt, 2) beim Tode deS Versicherten, sobald die Versicherung bereits 15 Jahre in Krast besteht, und 3) wenn ein Unfall einen unerwarteten Tod herbeiführre. In allen anderen Fällen erfolgt die Auszahlung in zwei Raten, und zwar erhalten die Hinterbliebenen sofort mindestens die Hälfte der Versicherungssumme, den Rest dagegen erst nach Ablauf deS betreffenden Kalenderjahres und zwar in voller Höhe, sobald die wirklich eingetrxtenen Sterbesälle die angenommene rechnerische Grundzahl nicht übersteigen. Sollte dieser ungünstige Fall thatsächlich doch einmal eintreten, so erfolgt an der Restsumme eine entsprechende Kürzung, die tndeffen kaum jemals eine nennenSwerthe Höhe erreichen wird, da hierfür schon die Betheiligung an dem Gesammtgewinn einen Ausgleich bildet und außerdem, tote nochmals betont werden möge, in den rechnerischen Grundlagen eine so hohe Sterblichkeit vorgesehen worden ist, daß diesem ungünstigen Ergebniß nach menschlichem Ermeffen vorgebeugt ist. Die Versicherung der Abgelehnten ist also, wie jeder Einsicht'ge zugeben wird, so zweckmäßig und vonheilhaft eingerichtet, daß damit den von einer normalen Lebensversicherung ausgeschloffenen Personen ein allen gerechten Ansprüchen vollauf genügender Ersatz geboten wird. Cseafcs iiitb jptdiWclk» Ramrod bei Schotten, 24. Mai. Vorgestern, Nachts 3 Uhr, wurde die Mahlmühle des W. Bischoff II. hier ein Raub der Flammen. Das Feuer legte das ganze Anwesen in Asche- auch Kleider und Lebensmittel gingen zu Grunde. Die Bewohner richteten sich in einem verschont gebliebenen Stalle wohnlich ein. Der Besitzer der Mühle war gerade abwesend und vernahm erst bei seiner Rückkehr den Unglücksfall. Darmst. Ztg. A Mainz, 27. Mai. Dem in weiteren Kreisen bekannten Domcapitular Dr. Friedrich Schneider hier ist mit Rücksicht auf seine der Badischen Regierung auf dem Gebiete der Kunst- und Alterthumskunde mehrfach geleisteten Dienste von dem Großherzog von Baden daS Ritterkreuz deS Zähringer Löwen erster Klaffe mit Eichenlaub verliehen worden. — Der Rhein ist In Folge der häufigen und heftigen Niederschläge der letzten Tage sehr stark gestiegen und zwar derart, daß seit heute der amtliche telegraphische Nachrichtendienst wieder ausgenommen werden mußte. — Bet dem kurz vor dem letzten Carneval in der hiesigen „Stadthalle" auSge- brochenen Brande ist die „Rarrhalla" dadurch in Mitleidenschaft gezogen worden, daß das künstlerisch hergestellte Podium anbrannte. Seitens der Versicherungsgesellschaft ist hierfür jetzt die Entschädigung in der Höhe von Mk. 7378 geleistet worden, welche Summe einen recht netten Grundstock für den nächstjährigen Carneval bildet. A Biogen, 27. Mat. Die Einweihung der bis auf einzelne Theile der inneren Ausstattung vollständig fertiggestellten neuen Rochuscapelle findet nunmehr bestimmt am 17. August d. I. (am Tag des RochusfesteS) statt. Für die EinweihungSfeierlichkeiten hat sich ein Festcomite con- stituirt, das sich einstweilen über folgende Programmpunkte verständigte: Feftgeläute, Zieren und Beflaggen der Stadt, Feuerwerk, Illumination der Stadt und Capelle, Kinderfest und Aufführung eines mittelalterlichen, rheinischen Festspiels. An der Spitze des FestcomitLs stehen die angesehensten Bingener Bürger, ohne Unterschied der Confesfiooen und der Parteien. Für den Rohbau der Capelle find Mk. 193 400 aufgewendet worden, welche Summe durch die Brandent- schädigungSgelder (Mk. 17 834), den Ertrag einer Collecte (Mk. 41 800), Gewinn aus einer Lotterie (Mk. 36 200) und einer Anleihe der katholischen Gemeinde von Mk. 100 000 gedeckt wurde. A Aus Rhetnhefseu, 27. Mai. Bei dem heftigen Gewitter, welches am Samstag Nachmittag über einen Theil von Rheinhessen zog, wurde in Finthen der AckerSmann Joh. Datz vom Blitz erschlagen. Derselbe hatte vor dem Regen unter einem Birnbaum Schutz gesucht, wo er von einem Blitzstrahl getroffen und sofort getödtei wurde. — An Feldfrü chren haben die Gewitter am SamStag bedeutenden Schaden angerichtet. In der Gegend von Nieder- olm waren alle Niederungen überfluthet und wurden durch die Waffermassen große Furchen geriffen. Ueberall liegt daS Korn nieder, als ob eine Walze darübergegangen wäre. ITnnat-AnaQtallnnfl im Thurmhaus am Brand, IkUnSl-AUSSWllUIly, geöffnet täglich, mit Ausnahme des Samstags,,, von 11 bis 1 Uhr, am Mittwoch und Sonntag auch noch von 3 bis 5 Uhr. — Eintrittspreis für Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pfg. ein wenig Sand über die Leiche geworfen, aber der Wind fegte ihn rasch weg und so bot dieser Schindanger den schrecklichen Anblick eines Schlachtfeldes. „Eine unglückliche Frau, für die ich sorgte, weil sie vollkommen verlaffen war, bat mich am Abend vor ihrem Tode, den Todtengräbern einen Piaster zu geben, damit sie nicht die Beute der Schakale werde. Ich erfüllte diese Bitte und ließ sie am Ende der Ebene des Todes in einem rnuharnedanischen Grabe beisetzen." Schon einen Monat war Malus an diesem schauderhaften Ort, ehe er ein besonderes Zimmer zur Quarantäne angewiesen bekam. Seine Einsamkeit war für ihn kostbar, weil er die Gesellschaft der Sterbenden verlassen hatte. Er fing an, sich zu erholen und im Juni erhielt er endlich die Freiheit, aber all seine Habe mußte er zurücklaffen. Er war einer der sehr wenigen, die der furchtbaren Seuche entronnen waren. Bei Cathieh, wo der General Leclerc commandirte, lebten die Truppen wie die Araber in Hütten, deren Wän'e und Dächer von Palmblättern gebildet waren, und Malus hatte nahe bei seiner Hütte in einer Einzäunung seine Pferde, Kameele und Esel, auf einem Hühnerhof noch Enten und Gänse, in besonderen Verschlügen zwei Hammel und ein Schwein- die Tauben waren in einem besonderen Bauer und die Ziege weidete frei. „In dieser Gesellschaft verbrachte ich drei Monate meines egyptischen Aufenthaltes, die mir ganz besonders angenehm waren. Die vollkommene Ruhe, friedliche Genüsse und das Warten auf einen Feind, den zu besiegen wir sicher waren, verhinderte uns, Bequemlichkeiten zu wünschen, deren wir völlig entbehrten." Hier begann er auch schon seine optischen Untersuchungen. Doch kamen zwischendurch auch einzelne Gefechte vor. Im October 1799 kam Malus nach Cairo, wo ihn i Kleber zum Major ernannte. Wir übergehen die Einzelheiten des egyptischen Krieges, an denen Malus thätigen und erfolgreichen Antheil nahm. Er war in Gizeh, als am 14. Ium 1800 General Kleber von einem aus Syrien gekommenen fanatischen Türken in Cairo ermordet wurde. In dieser Zeit erwähnt er in seinem Tagebuch, wann er von Vater, Schwester, Oheim rc. Briefe erhielt, nie aber, daß auch einer von seiner Braut in Gießen ankam, und doch kann kein Zweifel darüber sein, daß ein brieflicher Verkehr bestand und wenigstens ein Theil seines Tagebuchs seinen Weg nach Gießen fand Offenbar wollte er seine Brautschaft noch geheim halten und er war nicht sicher, ob nicht sein Tagebuch durch widrige Kriegsfälle in fremde Hände gerathe. Nach dem Vertrag des General Menon mit einem großmüthigen Feind wurde die französische Armee auf eng- lrschen Transportschiffen zurückgebracht. Malus landete zu Marieille am 14. Oclober 1801. Nach überstandener ; Quarantäne eilte er nach Paris, um einen kurzen Besuch bei seinen Eltern zu machen, dann aber nach Gießen, wo er nach vierjähriger Trennung seine geliebte Braut Wilhelmine Luise Koch am 13. Februar 1802 in der Siadtkirche zu Gießen an den Traualtar führte. Etienne Louis Malus wird im Trauprotocoll als Bataillons-Chef vom Genie aus Paris bezeichnet. Damit ist eigentlich der Roman zu Ende. Was sollte ooooooooooooooooooooooooo R O Vortheilhaftester Einkauf ■ |O für sämmtlichk Bürstcnwaaren, -Leisen, 4072 = - OOOOOOOOOOOOOOOOOO J Des Versuches werth! I>r. I>r. Dr. Dr. Das Wasser aus erster Hand NbtHi* Dr. in Dr. Benner’schen Marktplatz. S da auch noch erzählt werden aus einer glücklichen Ehe eines jungen Offiziers und Gelehrten, der in seiner ersten Eigenschaft vielfach hin- und hergeworsen wird durch militärische Verwendungen. Zuerst in Lille, dann in Antwerpen, dann bei der Nordarmee, von 1806—1808 in Straßburg, von 1809 an in Paris, erfüllte er seine dienstlichen Pflichten mit demselben Eifer und derselben Gewissenhaftigkeit wie in Egypten. Und doch fand dabei auch der Gelehrte immer noch Zeit, seinen mathematischen und optischen Studien ob- zuliegen. ES ist hier nicht die richtige Stelle, um auf die unvergängliche Bedeutung und den hohen wissenschaftlichen Werth dieser Untersuchungen genauer einzugehen. Gewiß aber hat nie ein Offizier die wenige Muße, die der Vorpostendienst im Kriege übrig läßt, oder die stillen Stunden des Lagerlebens, oder die knappe freie Zeit während des Garnisondienftes so fruchtbar und erfolgreich für seine wissenschaftlichen Untersuchungen verwendet, wie MaluS. Seine Abhandlungen über analytische Optik, über die Strahlenbrechung in durchsichtigen Körpern, über die mathematische Theorie der doppelten Brechung, seine Untersuchungen über Polarisation des Lichtes u. a. Arbeiten, deren Anfänge schon in Egypten wurzeln, haben unvergänglichen Werth. Malus wurde zum Mitglied der Pariser Academie erwählt, 1811 verlieh ihm die ft. Gesellschaft der Wissenschaften in London die Rumfordmedaille und viele andere wissenschaftliche Gesellschaften rechneten eS sich zur Ehre an, Malus zu ihrem Ehrenmitglied zu ernennen. Er kannte den wifienschaftlichen Werth seiner Forschungen und legte selbst den größten Werth darauf, auch auf die Anerkennung durch die anderen Gelehrten. AlS 1810 durch den Tod Montgolfiers ein Platz in der physikalischen Section deS Institut» frei wurde, bewarb sich Malus um diese Stelle. Er erhielt sie mit großer Stimmenmehrheit, aber die Nachricht darüber an ihn verzögerte sich durch einen Zufall, sodaß er annahm, er sei durchgesallen. Er verfiel darüber in die äußerste Verzweiflung, obgleich seine Frau ihn zu trösten nicht nachließ. Der Soldat, der in zwei Erdtheilen im Kamps so oft dem Tode ins Auge geblickt, der als Pestkranker mit dem Tode gerungen und gesiegt hatte, ließ sich völlig niederschlagen durch den scheinbaren Mißerfolg einer akademischen Wahl. Seine wifienschaftliche Thätigkeit verschafite ihm einen Ruf an die polytechnische Schule in Paris, wo er nun als Lehrer und Forscher, nicht weniger als glücklicher Ehemann sich niederließ. Er war geliebt, geehrt und geschätzt von allen, die ihn kannten. Er besaß endlich nach den kriegerischen Arbeiten seiner Jugend alles, was ihn an das Leben fesseln konnte. Zum Unglück aber für seine Angehörigen, seine Freunde und für die Wissenschaft und den Ruhm deS französischen Volkes wurde er krank. Mitte 1811 bemerkte er die ersten Zeichen der Schwindsucht, die erschreckend rasche Fortschritte machte, vielleicht in Folge der Keime, welche die Pest in feinem Körper zurück- gelafien hatte. Doch erkannte er selbst die Natur seiner Neustadt 41, Neustadt 79, MäuSburgls, Neuebäue 10, Schlllerstr. 7, Thompson s Seifenpirlver ist anerkannt da» beste,.billigste und bequemste Waschmittel. Thompson's Leifenpulver macht dir Wäsche blendend weiß, ohne Rasenbleiche. Thompson s Leifenpulver spart Zeit und Geld unter größter Schonung der Stoffe. Thompson's Leifenpnlver ist narantirt frei von allen ätzenden, die Wäsche angreisenden Bestandthellen. Thompson's Scifenpnlver mit heißem Wasser aufgelöst. giebt, wenn kalt geworden, eine schöne, weiche weilte Seife und verleiht der Wäsche einen Parfümerien und Toilettcartikel. A. Welz, Ecke Lindenplatz-Wallthorstraße. Nr 53, sein hohlgeschliffen, von prima englischem Silberstahl, abgezogen, zum Gebrauch bereit, und verpflichtet sich, das Messer innerhalb 8 Tagen zu retourniren oder Mart 1.75 dafür ei,usenden. . Ort und Datum (recht deutlich): «ame und Stand (leserlich). Rankheit nicht und war bis zuletzt voll Hoffnung. Obgleich er mit der vollen Üenntniß der Ansteckungsgefahr bei Schwindsucht auS Egypten zurückgekehn war, so lehnte der schweigsame Mann doch oft seinen müden Kops an den seiner treuen Gattin, die ihn beobachtete und tröstete, dabei aber die Luft einathmete, die vom Kranken auSgeathmet wurde. Die bewunderungswürdige Frau konnte nicht an da» Unglück glauben, welches sie bedrohte, und als der Kranke am 23. Februar 1812 den letzten Athemzug gethan, mußte man fast Gewalt anwenden, um der Gattin die Leiche zu entziehen. Sie überlebte ihn nur wenige Monate. Arago schildert Malus als von mittlerer Größe und Körpergestalt. Obgleich kalt nach außen, hatte er eine freundliche Seele. Er war ein treuer Sohu, zärtlicher und vorwurfsloser Gatte, ein treuer Freund, der von Allen, die ihn kannten, geliebt wurde. In seinem Tagebuch findet sich einmal die Stelle: „Nur wenige Menschen hinterlafien beim Sterben Spuren ihre» Daseins." . Mal us hat zu diesen wenigen Menschen gehört, ^etn Name wird durch seine großen Entdeckungen bi» in die fernsten Zeiten erklingen. In der Geschichte der Optik, namentlich der Polarisation, wird der Name MaluS un. vergefien bleiben. frt Wftfler. t<