Nr. 25 Mittwoch den 30. Zanuar 1895 Der Hiefseaer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Di» Gießener P«mitienVtätt«r «erden dem Anzeiger ivöchmtlich dreimal beigelegt. Vierteljähriger Avomremeutsprela e 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezagea 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schatstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Gießener Anzeig er Kenerat-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Nreis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr. Gratisbeilage: Hießener Jamilienbkätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und AuSlaudeS nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgeg«. Amtlicher Theil. Gießen, den 30. Januar 1895. Bett.: Das Ersatzgeschäft pro 1895. Der Civilvorsitzende der Großh. Ersatz-Commisfion Gießen au die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Soweit Sie noch mit Einsendung der Stammrollen im Rückstände sind, werden Sie an sofortige Erledigung der Verfügung vom 23. l. Mts. erinnert. Bei weiterer Säumigkeit müßten die Stammrollen durch Wartboten abgeholt werden. Dr. Melior. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 28. Januar. Dem „Reichsanzeiger" zufolge wird in den Stadtgemeinden Braubach, Kronberg, Friedrichsdorf, Geisenheim, Haiger, Hofheim, Königstein und Usingen die StLdteordnung für den Regierungsbezirk Wiesbaden vom 8. Juni 1891 mit dem 1. April d. I. eiugeführt. Berlin, 28. Januar. Die „Nordd. Allg. Ztg." sagt: Mit dem Minister GierS ist einer der hervorragendsten Staatsmänner dahingegangen. Es sei als ein glückliches Geschenk anzuiehen, daß den edlen und auf das Wohl des Volkes bedachten Herrschern Alexander III. und Nikolai II. ein Staatsmann von besonnener und maßvoller Klugheit zur Verfügung stand. Auch in Deutschland werde der Tod des Ministers aufrichtig beklagt werden, der sich um die Sache deS Friedens wohlverdient gemacht habe. Köln, 28. Januar. Wir haben 20 Grad L. Der Rhein geht wieder mit Treibeis, so daß die locale Dampfschifffahrt bereits eingestellt und die Schiffbrücke ab- gefahren werden muß. Der Oberrhetu meldet starkes Eistreiben und steht die Einstellung der gesammten Schifffahrt zn erwarten. Karlsruhe. 28. Januar. Aus dem Schwarzwalde wird gemeldet: Im Wtesenthal und in der Umgebung des Feldberges sind die Schneeverwehungen so groß, daß auch zum Theil der Straßenverkehr gänzlich unterbrochen ist und Hunderte von Arbeitern aufgeboten sind, um den Verkehr herzustellen. Weitere Schneeverwehungen sind auf den । Bahnstrecken des Württembergischen Schwarzwaldes vorge- | kommen. Auf der Strecke Nagold Altenstein und Leutkirch- JSuy ist der Gesammtverkehr bis auf Weiteres eingestellt. Budapest, 28. Januar. Heute fand hier eine zweistündige Demonstration Arbeitsloser statt, welche die Straßen der Stadt durchzogen. Dabei wurden 19 Verhaftungen wegen Widerstands gegen die Polizrtanordnungen vorgenommen. In Gro ßbecskerek wurden aufreizende Druckschriften constscirt und ein Hauptagitator verhaftet. Bern, 28. Januar. Der „Diritto" hatte gemeldet, die technische Lonferenz zur Berathung des Simplondurch- stiches sei auf den 15. Februar verschoben worden. Dem« gegenüber wird von unterrichteter Seite erklärt, daß der Zeitpunkt für die Conferenz noch nicht festgesetzt sei. Die Berathung wird in Mailand wahrscheinlich in der zweiten Hälfte deS Februar stattfinden. Rom, 28. Januar. Der „Agencia Stefani" wird aus Washington gemeldet: Der Minister deS Auswärtigen, Baron Blanc, und der Gesandte Columbiens in Rom richteten an den Präsidenten Cleve land gleichzeitig die tdeutische Birte, das schiedsrichterliche Mandat zur endgiltigen Entscheidung aller Fragen internationalen CharacterS zu übernehmen, die die Forderungen des italienischen Staatsangehörigen Cerutti gegen die Regierung von Columbien betreffen. Petersburg, 28. Januar. Aus dem ganzen Reiche treffen Deputationen ein, um dem Kaiser und der Kaiserin zur Vermählung zu gratuliren. Die Deputationen werden von den betreffenden Reffortminifiern vorgeftellt und bringen dem Kaiser und der Kaiserin Heiligenbilder, sowie Salz und Brod auf kostbaren Schüsseln dar. Petersburg, 28. Januar. Wegen des Ablebens des Ministers v. GierS wohnte der deutsche Botschafter General v. Werder dem anläßlich des Geburtstages des Deutschen Kaisers von den deutschen Reichsangehörigen veranstalteten Festesten nicht bet. — Wie der „Grashdanin" hört, soll die Leiche des Herrn v. Giers am Donnerstag im Ssergelkloster bet Petersburg beerdigt werden. Washington, 28. Januar. Cleve land und Carlisle hatten g ern eine mehrstündige Unterredung, in welcher Carlisle m Präsidenten eine Anzahl finanzieller Daten unterbreit ue, auf Grund deren Cleoeland eine kurze Botschaft an den Congreß richten wird, in welcher er den jüngsten Goldausfluß aus Amerika bespricht und die Feuilleton. Sie Hohenzollern als Jäger. Von Botho von Pressentin-Rautter. (Nachdruck verbotm.) AlS Burggraf Friedrich von Nürnberg 1415 unter dem Namen Markgraf Friedrich I. die Regieruug von Brandenburg antrat, war das Land entvölkert und verwahrlost. Die einem Urwalde ähnltchen Wälder und unzugänglichen Sümpfe bet Mark beherbergten damals noch Elche, Bären, Luchse und Wölse in Fülle, und es bedurfte erst der zielbewußten Herrschertugenden jenes fürstlichen Geschlechts, dem Laude den Frieden wiederzugeben und besten Bewohner vor den Verheerungen der Raubthiere zu schützen. Dazu waren schon die ersten Hohenzollern in der Mark die rechten Männer. Sofern ihnen die zahlreichen Fehden nut dazu Zett ließen, lagen fie dem edlen Waidwerk ob. DaS war damals nicht leicht. Es gab keine Eisenbahnen und Chausteen, keine weittragenden, sicher treffenden Gewehre. Man zog hoch zu Roß, durch streitbare Reisige gegen etwaige Uebersälle ansässiger LehnSritter gedeckt, die mächtigen Hatz« Hunde von Koppelknechten gesührt, Lebensmittel auf Pack- pfetden- mit sich führend, zur Jagd aus. Eine Hatz aus den Bär, den Wolf, daS Elch, den Hirsch und das Schwein barg jedesmal eine nicht zu unterschätzende Gefahr- denn hatten die Rüden ein solches Wild gedeckt, so galt eß für den hohen Jäger, unter Einsetzung der vollen Manneskraft, rechtzeitig gut Stelle zu sein und, von links hinten her, richtig mit der Feder den Fang zu geben. Nut wenige aus dem streitbaren Hohenzollerngeschlecht — unter ihnen der gelehrte Johann Cicero — zählten nicht auch zu den besten Jägern ihres Landes. Joachim II. legte in der unmittelbaren Nähe von Kölln au der Spree den Thiergarten au. Es war dieses ein von Wiesen und ausgedehnten Brüchen durchschnittener Wald, der sich bis zum heutigen Charlottenburg erstreckte und sich auch da befand, wo gegenwärtig die Dorotheeustadt, ein Theil der Friedtichsstadt und Moabit liegen. Dieser sogen. »Thiergarten" wurde mit Wild reich besetzt und hier stöhnten die Hohenzollern der Jagd, wenn ihnen nur wenige Musestunden zur Verfügung standen. Es befand sich in dem damaligen Thiergarten auch der Falkenhof, in dem die Falkoniere die für die Reiherbeize erforderlichen Falken abrichteten und ausbewahrten. Joachim II. ließ ferner im Jahre 1542 an der Stelle, wo er zwei kämpfende Hirsche beobachtete, das heutige Jagdschloß Grünewald erbauen, von dem auS sich jetzt die Jagd- züge zu jeder Parforcejagd in Bewegung setzen. Eine Lteb- ltngSjogd dieses hochmächtigen, waidgerechten Fürsten war die Wolss- und die Saujagd. Und wie er gelebt, so starb der hohe Herr. Auf einer Wolfsjagd in der Nähe von Cöpenik (unweit von Grünau) erlag er einem nicht völlig aufgeklärten plötzlich aufgetretenen Leiden. Seine Nachfolger bekundeten das gleiche Jntereffe für daS Waidwrrk. So ist ein Rescript deS Kurfürsten Johann Sigismund vorhanden, worin dieser dem Hofjagermeister Jacob Roth befiehlt, Hasen und Rehe einfangen zu laffen und solche im Thiergarten auszusetzen, auch mit Eifer dafür zu sorgen, daß das Hochwild genug Aesung finde. Hirsche wurden in freier Wildbahn unausgesetzt eingefangen und im Thiergarten ausgesetzt. Diese Fürsorge für das genannte Lieblingsgehege setzte man auch noch unter der Regierung deS Großen Kurfürsten fort. Oberjägermeister von Hertefeld ließ sogar auf Allerhöchsten Befehl 1657 Auerwild in der Neumark etufangen und es bei Berlin der Freiheit Übergeben. Friedrich Wilhelm L, dem streng sparsamen Soidaten- könig, war die Jagd in seinem fast nur der Pflicht gewidmeten Herrscherberuf die einzige Erholung. Der Berliner Thiergarten war freilich seit dem dreißigjährigen Kriege ver- wahrlost, aber das Jagdschloß zu Königswusterhausen verdankt ihm seinen historischen Ruf. Dort saß der eiserne König nach frohem Jagen mit seinem Gefolge an den Abenden bei der Pfeife und einem einfachen Glase Bier und erzog durch solch Beispiel die ihn fürchtenden, aber auch bewundernden Unterthanen zu der strengen Zucht, auS der die Zeit Friedrichs des Großen hervorging. Mittel, demselben Einhalt zu thun, erörtert. Die Botschaft, erfolgt voraussichtlich heute. WB. Berlin, 29. Januar. Den Morgenblättern zufolge wurde ein Mann, welcher in der Dunkelhett a« Schuppen deS Laboratoriums auf der Jungfernhaide sich verdächtig zu schaffen machte, bet dem Fluchtversuch von bet Militärpatrouille erschossen. A Mainz, 29. Januar. Der Rhein geht in seiner ganzen Breite mit schwerem EiS. Die Schiffe und Brücken flüchten eiligst in die Häfen. Kälte — 10 Grad R. WB. Paris, 29. Januar. General Zurltnden wurde zum KriegSmtnister ernannt. WB. New Park, 29. Januar. Der Aufstand iu Columbien nimmt größere Dimensionen an. In Cartagena ist der Belagerungszustand erklärt, in Panama die revolutionären Führer verhaftet worden. Ein französisches und ein amerikanisches Kriegsschiff find nach Kolon gesandt. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, *28. Januar. Infolge deS ErlaffeS des Kaiser» an die städtischen Behörden wegen Ausschmückung der SiegeSallee mit Marmor-Standbildern wird der Magistrat eine Dankadreffe an den Kaiser richten und die Stadtverord- neten-Versammlung ersuchen, sich dieser Maßnahme anzuschließen. Berlin, 28. Januar. Der Verband der deutschen Kriegervereine hat anläßlich des Geburtstages des Kaisers gestern eine Versammlung abgehalten, welche von ca. tausend Personen besucht war. Nach dem Hoch auf de« Kaiser wurde in einer Debatte erörtert, daß den noch übrig gebliebenen unversorgten Kriegern von 1870/71, 1866 und 1848/49 ein sogenannter Ehrensold gewährt werden solle. In dieser Hinficht soll bei Kaiser und Reichstag petitionitt werden. Erwähnt wurde noch, dag ein solcher Ehrensold bereits in Frankreich gesetzlich festgelegt sei. Berlin, 28. Januar. In der Reichstags Commission zur Berathung der Umsturzvorlage wurde heute die Debatte über § Illa (Anpreisung von Vergehen und Verbrechen) fortgesetzt. Abg. Barth (freis. Der.) beantragt in der Rtthe der im Paragraphen angeführten Vergehen den Landsriedensbruch und die Erpreffung zu streichen, dagegen die Herausforderung zum Zweikampf aufzunehmen. Außerdem will er den Wortlaut deS § Illa so gefaßt wissen, daß bei der Erpreffung die Abficht vorliegen muß, zur Begehung bet Selbst bieser Helbenkönig, ber gar kein Jäger war, bewies seine Vorliebe für Wald und Wild, indem er nach dem Schlesischen Kriege in dem vom Wilde entvölkerten Thiergarten eine Fasanerie anlegen ließ. Im Uebrigen machte sich Friedrich II., wie gesagt, wenig auS der Jagd. Als ihm eines Tages aus der Neumark gemeldet wurde, daß dort ein ansässiger Edelmann in dem königlichen Forst einen Hirsch unberechtigterweise geschoffen habe, befahl der große Monarch characteristisch genug: „Der Mann soll hundert Ducaten für den Hirsch zahlen, und kann er fie zu dem gleichen Preise meinetwegen alle haben." Friedrich Wilhelm IN. wurde durch Kriegssorgen von der Jagd abgelenkt und wenn er in seinen späteren Regie- rungSjahren gelegentlich eine Hofjagd mit seiner Anwesenheit beehrte, so geschah eß doch eigentlich nur alS Jagdherr feinen Gästen zu Liebe. Wirkliche Freude an dem Waldwerk hatte er nicht. Uebrtgens waren auch die Wildstände in den königlichen Forsten während ber Franzoseuzeit geradezu decimirt und vertrugen es wohl, Jahre hindurch 'geschont zu werden. Der schöngeistige König Friedrich Wilhelm IV., deS vorigen Nachfolger in ber Krone, war schon seiner Kurzsichtigkeit wegen nicht das, was man einen guten Jäger nennt. Dafür liebte er leidenschaftlich die Natur und schoß mit bet Brille nicht Übel, sobalb ihn sein Leibjäger früh genug auf das anwechselnde Wild aufmerksam machte. Geschah die» nicht, so konnte der sonst überaus liebenswürdige König außerordentlich heftig werden. In solchen Fällen schoß er nicht nur leicht in Ueberhastung fehl, sondern eS konnte dann auch geschehen, daß man an den Nebenständen das Schrot oder die Posten des königlichen JägerS klappern hörte. Die Büchse sührte Majestät in späteren Jahren so gut wie gar nicht. So lange sich der König aber ncch völlig gesund fühlte, versäumte er schon deßhalb keine Hofjagd, weil er heitere, durch pikante Scherze gewürzte Gesellschaft über alles liebte. (Schluß folgt.) Mi. Ep-b- I Die Getreidepreise «ud die Volksernähruug. I u> M lk * •■J“*** 1 .....______au8gab, betriebene (Selbbettäge aU angebtld>e» Fa h n b u n g S schre ib e « ist Der eherne Mund der de« diese Mengen mit der Bevölkerungsziffer getheilt, ergeben für 813 vik Schul sind laut Tilgu warben. 2)itf Qänbtn tyibtn, tage an der h imsnutz endet mi Hungen, ii Eintrittsgeld te den verein, erlassen worden. n. Lollar, 28. Januar. niedrige« Getreidepreise keineswegs nur in der erhöhten Getreideproduction zu suchen ist, ja, daß wir die Volk»- Vermehrung in den verschiedenen Ländern berücksichtigend, gar nicht von einer Steigerung der Roggen- und Weizenerntev pro Kopf der Bevölkerung ausgerechnet, reden können. Denn wenn eS auch richtig ist, daß in den Jahren 1892 bis 1894 recht gute Roggen- und Weizenernten in den meisten Ländern der Erde gemacht worden find und dadurch ein größeres Angebot von Brodfrüchten auf allen Märkten entstand, so schwindet doch die Behauptung der Ueberproduction, wenn man die Ernten 1875 bis 1884 und 1885 bis 1894 mit der Bevölkerungszahl in Berechnung bringt. Werden die Roggenmengen dem Weizenertrag zugesügt, so ergeben sich für die zehnjährigen Erntepertoden folgende Durchschnitts- 1885/94 = 2,435 987 1875/84 — = 2,486 Das Resultat muß überraschen! Hüttenwerke gehörigen Kanonen verkündete gestern, sowie a« Vorabend — an dem Seitens des Veteranen- und Krieger- Vereins durch daS Trommler- und PfeifercorpS auch Zapfenstreich auSgesührt wurde — den Ge burtSta g deS Kaisers, welcher durch gemeinsamen Kirchgang und Abends im vereinSlocal festlich begangen wurde. Die schön ge» schmückten Räume deS SchönhofeS erwiesen sich leider als zu klein für den Andrang, sodaß nur eine beschränkte Anzahl Gäste zugelasien werden konnte. Nach dem „Sang an Aegir", vorgetragen von 30 Sängern deS Vereins, folgte die Festrede, die mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Se. Majestät endete. Musik- und Gesangstücke wechselte» mit einander ab. Kamerad Güter^xpedient Störmer feffelte die Aufmerksamkeit der Anwesenden durch eine» Vortrag über SelbsterlebtcS auS dem deutsch französischen Krieg, den er von Anfang an mitgemacht. Sein Hoch galt der Armee. Herr Reservelieutenant Dölp brachte in kurzen aber markigen Worten daS Hoch auf Seine Königl. Hoheit den Großherzog aus, dem jubelnd zugestimmt wurde. Allgemeine Freude erregte ein von 5 Herren und 5 Dame» des Turnvereins aufgeführter Schnitterreigen, unter Leitung deS Kameraden H. Schmidt. Dann begann der Tanz.de» Alt und Jung in ausgiebigem Maße huldigte- manche» Won wurde noch gesprochen, wobei als erfreuliches Rrsultat eine Zusicherung gegenseitiger Unterstützung zwischen Krieger- und Turnverein, die beide die Pflege der nationale» Gesinnungen vertreten, gezeitigt wurde. Beide Vereine habe« auch bereit- einen gemeinsamen Schritt gerhan, indem sie alle anderen hiesigen Vereine zu gemeinsamer Feier vo» Bismarcks 80. Geburtstag eingeladen haben. —d— Friedberg, 27.'Januar. Die hiesige Rübenzuckerfabrik, welche am 11. September v. I. ihre Campagne begann, wird voraussichtlich noch für daS erste Drittel deS Februar Arbeit haben, so daß die Campagne grade 5 Monate gedauert haben wird. ES waren ungefähr 6500 Morgen Rüben für daS Etablissement bestellt- man kann, ohne einen großen Rechensehler zu machen, annehmen, daß der Morgen — l]4 Ha. 200 Crr. Rüben ertrug, so daß die hiesige Fabrik 1,3 Millionen Ctr. zu verarbeiten haben kann. Da die Campagne wahrscheinlich 5 Monate, also 150 Tage dauert, berechnet sich die täglich zu verarbeitende Rübenmaffe auf 8500 Ctr., oder etwas besser. Die Rübenpreise sind gegen die früheren Jahre bedeutend gesunken, waS ganz selbstverständlich ist, denn der Zucker ist um mehr als 50 pCt. gegen früher gewichen. Trotz dieser geringen Zuckerpreise ist die Cultur der Zuckerrüben immer noch wesentlich vortheilhafter, als der Bau von vielen andere» landwirthschaftlichen Culturpflanzen. Der Actionär erhält bei 12 pCt. Zuckergehalt 70 Pfg. pro Ctr., (die Rübe« zeigen im Durchschnitte 12 pCt. Zucker und 13 pCt. Füllmasse.) Da der diesjährige Durchschnittsertrag 200 Ctr. pro Morgen ergibt, so erzielt der Actionär 140 Mk., real sehr mäßig berechnet ist. Für Kaufrüben wurden 90 Psg. im Durchschnitt vergütet. Schon von December an pflegt der Zuckergehalt der Rüben bedeutend zurückzugehen, die Rüben wachsen auS. — Den Rohzucker gibt die Fabrik meistens nach Frankenthal, an die dortige Raffinerie, ab. Die Verwaltung ist eifrig bemühe, die Fortschritte in der Maschinen-Technik für ihr Unternehmen nutzbar zu machen. Die Arbeiter in der Fabrik verdienen hübsche Löhne, ein besserer Arbeiter erzielt 3 Mk. pro Tag, ein mittelmäßiger bringt es auf 2 Mk. Die Arbeitslöhne blieben sich seither gleich, Betriebsstörungen kamen nicht vor. Die Rübenschnitzel, welche ein gutes Viehsutter sind und im vorigen Winter eifrig gesucht wurden, finden dieses Jahr mäßige Abnahme- sie gehen zu 10 bis 15 Pfg. pro Ctr. weg. Die Urfache liegt daran, daß im vergangenen Jahre reichliche Futterstoffe: Klee, Gras, Dickwurzel, Weißrüben und Kartoffeln erzeugt wurden. Ob bei den gegenwärtigen schlechte« Zeiten diesmal eine Dividende erzielt werden kann, oder der Reservefonds herangezogen werden muß, läßt sich mit aller Sicherheit erst später entscheiden. Ueberall regt sich bei Nichtactionären die Lust, Rüben zu bauen- eS scheint jedoch, daß die Fabrik auf genügendes Rohmaterial bei ihren Actionären rechnen kann und daher für Kaufrüben wenig Bedürfntß hat. Hirzenhain. 24. Januar. Heute ereignete sich in de« Buderus'schen Hüttenwerk ein schwerer Unglücksfall. Ein Schleifstein, der in 1 Minute ca. 1200 Umdrehungen bat, zersprang und töbtete einen Arbeiter, während zwei andere erheblich verletzt wurden. Der Getödtete ist ein Familienvater auS dem nahegelegenen Orte Steinberg. Herr Medicinalrath Dr. Hauser von Büdingen vollzog unter Assistenz deS Hirzenhainer Arztes die Section. Der zerspringende Stein flog mit solcher Vehemenz auseinander, daß die Backsteinwand glatt durchschlagen wurde und die ProjectUe noch in eine Nachbarwand eindrangen. D. T. A. E. Echzell. 28. Januar. Kaisers Geburtstag wurde gestern hier in solenner Weise gefeiert. Sämmtliche hiesige Vereine und -war: Der Kriegerverein, die beide» Gesangvereine, der Musikverein und der Gewerbverein hatte» sich zusammengethan, um die Feier gemeinsam zu begehe« und dadurch eine schönere Wirkung zu erzielen. Unter de» Vortritt des hiesigen MusikoereinS, deffen Bläserchor seit seinem Bestehen die erfreulichsten Fortschritte gemacht hat, und mit farbigen Lampions versehen, zogen die Vereine nach de» t „Weißen Roß", welches als da» gemeinschaftliche Festloeal gewählt worden war. Patriotische Reden, mit Begeisterung । ausgenommen, Vorträge der Vereine, BaterlandSlieder unö | Produclionen de» JnstrumentalmusikvereinS wechselten mit J einander ab, und gestalteten den Abend zu einem sehr genußreichen. Einzelheiten hervorzuheben verbietet der Raum- Da» Hoch auf den Kaiser fand stürmischen Beifall. Ma« trennte sich spät und war sehr befriedigt von de» 8erlaufe weiter zu reden. Die heutige Haltung des CentrumS fei mit deffen bisheriger Haltung unvereinbar. Bei der Abstimmung wird der Antrag Barth gegen 6 Stimmen abgelehnt, dagegen der Antrag Boltz mit 20 gegen 7 Stimmen angenommen. Abg. Schädler (Ctr.) stimmt gegen den Antrag. Dr. Lieder (Ctr.) enthält sich der Abstimmung. Wie», 28. Januar. Mit ziemlicher Bestimmtheit wird hier in eingeweihten Kreisen behauptet, Fürst Lobanow werde der Nachfolger des Herrn v. GierS. Brnffel, 28. Januar. Gestern fand zu Ehren des deutschen Kaisers im Grand Hotel ein großes Banket statt, welchem der deutsche Gesandte mit dem Gesandtschaft-- personal, viele Notabilitäten und zahlreiche Mitglieder der deutschen Colonie beiwohnten. »rüffel, 28. Januar. In hiesigen politischen Kreisen zeigt man sich über die von der Regierung und der Sammer- mehrheit bewiesene Hartnäckigkeit, alle demokratischen Reformen zu bekämpfen und verschiedene Vorlagen einzubringen, welche eine anti-demokratische Tendenz haben, sihr beunruhigt. Paris, 28. Januar. Rammet tritt heute zusammen, um die Verlesung der Botschaft deS neuen Präsidenten ent» gegenzunehmen. Der Abgeordnete Goblet wird über die Amnestie interpelliren, doch wird diese Interpellation zwecklos sein, da Präsident Faute in der Kammer eine Amnestie mit Einschluß von Rochefort und Gerault Richard kundgeben wird. Man glaubt jedoch nicht, daß heute die ministerielle Erklärung in der Kammer erfolgen werde. Pari«, 28. Januar. In der heute in der Kammer vom Ministerpräsidenten Ri bot verlesenen Botschaft deS Präsidenten der Republik, Faure, wird erklärt, daß Letzterer mit Treue und Hingebung die Übernommene Pflicht erfüllen werde. Frankreich sei stark durch seine Rechtlichkeit, stolz auf seine Güter und zugänglich jeder edlen Idee. ES sei nicht der Sclave einer bestimmten Theorie, aber eS nehme Theil an allen die Geister bewegenden großen Problemen und suche die Lösung dieser Probleme getreu der Tradition und dem nationalen Genie. In dem Gedanke» der Versöhnung und der socialen Gerechtigkeit vereinigten sich alle guten Absichten, um durch republikanische Brüderlichkeit den materiellen und moralischen Wohlstand Frankreichs zu fördern. Frankreich dürfe stolz sein auf seine Armee und Marine und eS fühle sich stark genug, um laut seine Friedensliebe versichern zu dürfen. Frankreich besitze werthvolle Sympathien, welchen es treu zugethan bleiben werde. ES treffe Vorbereitungen, die Nationen zu großen Festen der Arbeit einzuladen. Dieselben sollen eine würdige Krönung deS zu Ende gehenden Jahrhunderts bilden. Zu dieser Einigung lade auch ich Sie ein, so schließt der Präsident die Botschaft, und bin sicher, der Wortführer unserer ganzen Demokratie zu sein. — Die Botschaft wurde von den Depu> tirten stellenweise mit Beifall aufgenommen. Pari». 28. Januar. Nach einer Mittheilunglder „Estafette" beabsichtigt Perier in den nächsten Tagen eine Broschüre, betitelt: Sechs Monate Präsident, zu veröffentlichen. In derselben sollen die vorgekommenen Ereignisse besprochen werden, unter ganz besonderer Berücksichtigung derjenigen, welche Perier veranlaßten, sich als Gefangener im Elys4e zu fühlen und welche ihn zu der Annahme berechtigten, daß ihm von gereifter Seite unaufhörlich Fallstricke gelegt wurden. London, 28. Januar. Die Morgenblätter veröffentlichen Telegramme aus Shanghai, wonach der General Notzu der japanischen Regierung mitgetheilt haben soll, daß sich an der Grenze von Kirin (Mandschurei) ein Tartare in die 6. Division der japanischen Truppen eingeschlichen und sich beklagt habe, daß die Chinesen die Bewohner der Mandschurei schwer mißhandelt hätten. Er sei beauftragt, den Japanern 6000 Mann HülfStruppen anzubieten zur Unterstützung beim Angriffe auf Mukden. Da» Anerbieten wurde von den Japanern abgelehnt, worauf der Tartare bat, die japanische Armee möchte sich über diese Verhältnisse orientirt halten. Petersburg, 28. Januar. An der Leiche deS verstorbenen Minister GierS wurde gestern Morgen ein feierlicher TrauergotteSdienst abgehalten. Der Czar forele der Großfürst Wladimir und feine Gemahlin, alle Mitglieder deS ReichSratheS, des diplomatischen CorpS, 'viele Generäle und sonstige hochgestellte Personen wohnten dem Gottesdienste bei. Neber den Tag der Beisetzung ist noch keine endgültige Bestimmung getroffen. Belgrad, 27. Januar. Die türkische Regierung hat nach Meldungen auS Constantinopel die bulgarischen Zo llaccif e- Maßregeln mit Repressivzöllen beantwortet, die einer Grenzsperre gleichkommen. Ernten Wird an Roggen und Weizen im Durchschnitt in den HauptverzehrS-LSndern auf den Kopf der Bevölkerung weniger producirt als in dem Abschnitte 1875/84. Trotz der geringeren.Production herrschen lächerlich niedrige Preise! Wie soll man dieses Räthsel lösen? Ohne Zweifel haben sich in den letzten Jahren die Berhältniffe der BolkSernährung in vielen stark bevölkerten Ländern geändert und zwar in der Richtung, daß die wohlhabenderen Klaffen Weniger Brod essen als früher, weil sie infolge vieler culi- narischen und sonstigen Fortschritte mehr Auswahl an Fleischspeisen, Fischen und feinen Gemüsen haben, während die Wirthschaftlich schlechter fituirten Bevölkerungsklaften deshalb verhältnißmäßig weniger Brod essen als früher, weil ihnen in den Kartoffeln und den mannigfaltigen auS dieser Nähr- pflanze bereiteten Speisen ein billiger Ersatz für daS Brod geboten wird. ES kommt dabei auch noch hinzu, daß der Kartoffelbau sowohl in Bezug auf feine Sorten und große Erträge in den letzten zehn Jahren in vielen Ländern, am meisten aber in Deutschland, Frankreich, Italien und Oesterreich, enorme Fortschritte gemacht hat, so daß man in guten und selbst in mittleren Erntejahren auf einem einzigen Morgen Feld die Speise-Kartoffeln (80 bis 120 Gentner) für den Jahresbedarf von vier bis sechs Familien baut, während bei Getreidebau ein Morgen Feld noch nicht einmal für eine einzige Familie genug Rom bezw. Brod für ein Jahr gibt. Daraus geht hervor, daß infolge der veränderten Verhältnisse in der Volksernährung die Nachfrage nach Getreide und Brod nicht nach dem Maßstabe der Volksvermehrung gestiegen, sondern eher etwas gesunken ist und daß deshalb das die Nachfrage weit übersteigende Angebot an Getreide entstanden ist. MW i ufttfit worben nisten 6omm bringen jU kön ließen, welche jinb, bie flößen aber Cflrgermei W Zeugniß bescheinigt ftiit bereit» auf M M« für tat anb Siirgemeist den trztlichen Al bett, fitem bil Mtn,« Du bezeichnete« strafbaren Handlung anzureize». 1 . (Ctr.) zieht einen in der vorige« Sitzung vom Centrum ge- Vollständigere auf längere Zeiträume gestützte statistische stellten Abänderungsantrag zu Gunsten der Form de» Anträge» Berechnungen haben neuerdings bewiese», daß btc Ursache der Boltz (natl.) zurück. Nach dem Anträge Boltz ist der § Illa wie folgt zu fassen: Die Strasvorschrifteu, die in § 111 für de» Fall der erfolglosen Aufforderung gelten, finden auch gegen Denjenigen Anwendung, welcher auf die im § 110 bezeichnete Weise ein Verbrechen oder ein der in dem angeführten Paragraphen vorgesehenes Vergehen in solcher Weise ober unter solchen Umständen als rühmlich oder erlaubt darstellt, daß die Darstellung geeignet ist, zur Begehung solcher strafbaren Handlungen zu reizen. Abg. Barth (frets. Der.) bezeichnet den Antrag Boltz als unannehmbar, er sei noch kautschukartiger als die Regierungsvorlage. Abg. Munckel (freif. Volksp.) bezeichnet den Antrag Boltz ebenfalls als unannehmbar. Abg. Stumm erklärt sich vorbehaltlich einer schärferen Fassung in zweiter Lesung für den Antrag Boltz. Abg. Leozmann (freif. VolkSp.) erachtet eS als nothwendig, ausdrücklich zu conftatiren, daß ein Compromiß hergestellt fei zwischen Zentrum und Conservativen, Reichspartei und Nationalliberalen. ES erscheine also fast überflllsfig, noch tMOtil «nd jprwtmuae» Sieben, bett 29. Januar 1895. vom Reichsgericht. Für den nach Eintritt ins Reichsgericht alsbald verstorbenen Dr. @ Unter ist OberlandeS- gerichtsrath Weller zum Reichsgerichtsrath ernannt. Militardienstnachrichte». v. Goßler, Generalmajor und Director des Allgemeinen Kriegsdepartements im Kriegsministerium, unter Beförderung zum Generallieutenant, zum Commandeur der Großh. Hess. (25.) Division ernannt. Arn dt, Port.-Fähnr. vom Inf.-Regt. Herzog Carl von Mecklenburg-Strelitz (6. Opstpreuß.) Nr. 43, in daS Inf.- Reg. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 versetzt. Iockusch, Pr.-Lt. vom Inf. Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, unter Entbindung von dem Comwando bet der Militär-Intendantur, in das 5. Rhein. Inf. Regt. Nr. 65 versetzt, v. Haustein, Pr.-Lt. ä. la suite deS Jnf.-RegtS. Nr. 132, unter vorläufiger Belassung in dem Commando als Erzieher bei dem Cadettenhause in Karlsruhe, in baß Inf. - Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 einrangirt. Weimer, Hauptm. und Comp.-Chef vom Inf.- Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, dem Regt., unter Beförderung zum überzähl. Major, aggregirt. gl le8, Hauptm. von demselben Regt., zum Comp. - Chef ernannt. K oettschau, Sec.- Lt. von demselben Regt., zum Pr.-Lt. befördert. Die Portepee - Fähnriche B u sch, Rieh l vom Inf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 zu SecondelieutenantS befördert. *♦ Zur Beachtung. Ein hiesiger Gärtner glitt am Sonntag auf dem Marktplatz auSj und brach ein Bein. Dieser Fall beweist, wie nothwendig daS Streuen thut, wenn auch nicht gerade Glatteis im Sinne des Wortes ist. Bedauerlicherweise stößt die Schutzmannschaft hierbei oft auf Hindernisse, indem manche Hausbesitzer erklären, es fei kein Glatteis und sich von der Polizei unnötiger Weise belästigt glauben. Sie bedenken dabei jedenfalls aber nicht, daß sie eventl. zu Schadenersatz bei einem derartige« Unglücksfall heranqezoqen werden können. - Bitte u» Kleider. Es finden sich gegenwärtig auf der Natural - Berpflegstation Handwerksburfchen ein, welche Angesichts der strengen Kälte mit allzu schlechten und dünnen Kleidern versehen sind. Sollten sich mildthätige Leute finden, welche abgetragene Kleider, auch Schuhe und Strümpfe zu verschenken haben, so empfiehlt eS fich, solche bei der ver- pflegftation (Polizeigebäude) abzugeben, damit sie nach Bedarf vertheilt werben können. DaS verschenken an einzelne Bettler empfiehlt fich nicht, weil diese, wie die Erfahrung gelehrt hat, oft gleich zum Trödler wandern. Alte» Bufeck, 27. Januar. Ende Dezember v. I. erschwindelte eine etwa 40 jährige unbekannte Frauen«- füttert die •r.lfl” -M ft. v. 8W ni-ir» H®' Mmh bei foütuaui btmbVf BUb(|*etel, ffieljiüb'« unb M ■n gegenwärtijen fiMJo K ‘«erbe« !«w, * V* W M * )m. UebeiuU «jt M ,u baue«; *** .Mm««™'611 fil tof* ** u« 5TÄÄ ® mit egenen w»’ untet ’n8ttÄ » re" : die Secti • .^Vl ev- , A.burtstoi Ile #1’ •„ me beit» WW"’ huerel« h«"° ber •**?** er «-®11” " 'n«««» i iu "ö «lSsercho* tiSgS- bgs& *%.*** veS Festes. Einigkeit «acht stark, kann man sagen, wen« man da- schöne Zusammenwirken der Gereiue überblickt. Technische Hochschule zu Darmstadt. Der Lehrer deS Freihandzeichnens und Aquarellmalens an der Technischen Hochschule, Professor August No ack, wurde zum ordentlichen Professor an dieser Schule ernannt. Füttert die Vöglein bei Frost, Reif, Eis und Schnee! Sie dankens im Sommer, der Hunger thut weh! Universitäts - Nachrichten. Greifswald, 28. Januar. Der Botaniker Prozessor Friedrich Schmitz ist beute gestorben. Literatur nnd Kanft — »Deutscher Soldatenhort", tllustrirte Zeitschrift für das deutsche Heer und die Marine. Hcrausgeber: General-Lieutenant z. D. H. v. Below. Preis pro Quartal 1.80 Mk. Verlag von Karl StegiSmund. Berlin Mauer straße 68. VI. Jahrgang Heft 12 erschien soeben. — DaS Geschlecht der Hohenzollern hat neben alle» anderen großen Verdiensten um daS deutsche Vaterland auch den, Sinn und Lust für daS edle Wa bwerk erhalten und auf die höchste Stufe gebracht zu haben. Die Abhandlung über »Die Hohenzollern als Jäger" in der heutigen Nummer unseres Blattes, welche wir der bekannten Jagdzettschrtft »St. HndertrrS* (Verlag Cöthen, Anhali) entnehmen, erbringt den Beweis dafür in bestimmten Daten, und zeigt uns die Mitglied r des erhabenen Herrscherhauses auch in ihrem Privatleben als ritterliche Kämp n. Wie tief aber der Sinn für die höheren Freuden der Jagd im besten Tbetle unseres Volkes wurzelt, beweist auch der hohe Abonnentenstand (ca. 11 000) des im Style unserer ersten illustrtrten Journale wöchentlich erscheinenden „St. Hubertus" (Preis pro Quartal 1,40 Mk. frei ins Haus), mit seinen großartigen, theilwetse in vielfarbigem Buntdruck hergestellten Illustrationen. Der Verlag sendet Jedem, der sich dafür interesfirt, berettwilligst Probenummern gratis und franco. #erfel>r, Land- rrnd volkswtrthschaft. »ietze«, 29. Januar. Marktbericht Hut dem heutigen «ochenmarkt kostete: Butter or. Pfd. X 0.80- 0,90, Hühnere er PT. Stück 7-9 X Käse pr. St- 5-8 X ÄSfetnctic pr. 6L 8 X Erbt-n pr. Liter 18 X Sinsen or. Liter 32 4, Ochsens pr. Pfd- 74 biS 78 4,Kub- u Rindfl pr. Pfd. 66-70 4, Schwein-fleisch pr. Pfd. 64—72 X Kalbfleisch pr. Pfd 60 - 66 X Hamnelfletfh pr. Pfd. 60—70 X Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,60-6,00 X, Weißkraut pr. Stück —X Zwiebeln pr. Eentner 3,00—3,50 X. — Jlmena«. DaS hiesige Thüringische Technikum wird tot «st«» Semester seines Bestehens von 142 Technikern besucht. Da» untere Semester betuchten 71 Techniker, unb hat dasselbe deswegen aetdeilt werden müssen. Die übrigen 71 Techniker sind von anderen ähnlichen Lehranstalten hirher übergetreten. Am 3. November 1894 fand in Gegenwart des Staatscommtsiar- Herrn Dr. Leidenfrost, ^oH?^0öi'cher Oberschulrath zu Weimar, die feieiltche E'öffnung der Anstalt statt. Die Festrede hielt Herr Electroteckntker Schmidt über die Entwickelung der Electrotech ik und ihre Bedeutung für die DaS Thüringische Technikum eignet sich ganz besonder» zur Ausbildung von Electrotechniketn und ist zu diesem Zwecke ein großartiges electrotechntsches Laboratorium (Practtkum) eingerichtet worden. Im Sommer 1895 soll für die Anstalt ein eigene« Schulhaus gebaut werden, das eine el ctrtsche Beleuchtung und eine Central- betzung erhalten wird. Das Sommer - Semester 1895 beginnt am 22. April, der Vorunterricht am 2. April; Anfragen und Anmeldungen sind rechtzeitig an die Directton zu richten, die auch bereilwilltgst jede wettere Auskunft ertbeilt. Henneberg-Seide — nur ächt, wenn dtrect ab meiner Fabrik bezogen — schwarz, weiß und farbig, von 60 Pf. bis Mk. 18 65 per Meter— glatt, gestreift, farrlrt gemustert, Damaste rc (ca. 240 oersch. Q'ial und 2000 versch. Farbe», Defsin« rc.), porto- end steuerfrei loe Haus. Muster umgebend. 197 Seiden-Fabrik G. Henneberg (k. k. Ho«.), Zürich. Bekanntmachung. Nachdem uns auch in diesem Jahre wieder ein Betrag zur Verfügung gestellt worden ist, um eine Anzahl armer scrophulöser Kinder im nächsten Sommer in der Kinderheilanstalt in Bad-Nauheim unter- bringen zu können, werden alle diejenigen Bewohner des Sparkasienbezirks Gießen, welche solche kranken Kinder haben und nicht selbst in der Lage Lnd, die Kosten bestreiten zu können, aufgefordert, sich bei ihrem Pfarramt oder Bürgermeisterei baldigst zu melden. Bei der Anmeldung ist ein ärzt- liche» Zeugniß vorzulegen, in welchem die Nothwendigkeit einer Badekur bescheinigt fein muß. — ES ist nicht ausgeschlossen, daß Kindern, welche bereits auf Kosten der Sparkasse eine Badekur durchgemacht haben, die Kosten für eine weitere Kur bewilligt werden können. — Die Pfarrämter und Bürgermeistereien ersuchen wir, uns die einlaufenden Meldungen mit den ärztlichen Attesten und einer Bescheinigung über die Bedürftigkeit der detr. Eltern bis längstens Ende Januar k. I. zusenden zu wollen. Gießen, am 3. December 1894. Die Direction des Spar- und Leihkasse-Vereins. __Grüneberg.___________________215 Bekanntmachung. Die Schuldverschreibungen der Stadt Hungen Nr. 5 und 6 ä JL 200 knd laut Tilgungsplan zum 1. April 1895 zur Rückzahlung ausgeloost worden. Diejenigen, welche die genannten Schuldverschreibungen in Händen haben, werden aufgefordert, das Capital bis zu dem genannten Tage an der hiesigen Gemeindekasse in Empfang zu nehmen, die Ver- linfung endet mit 31. März 1895. Hungen, im Januar 1895. Großherzogliche Bürgermeisterei Hungen. 313 Buttron. Mittwoch den 27. Februar, Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem bhstgenOrtsgricht die dem Wilhelm Steindach in Gießen gehörigen Immobilien: I Flur 27 Nr 19Cö7/103 — 557 qm Hof- raithe am kleinen Steinweg rechts, Flur 27 Nr. 196a®/10 — 108 qm Weg am alten Feld öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 16. Januar 1895. Großh. OrtSgericht Gießen. __I. A-: Bogt.________672 Dirnslag dr« 12. Februar, Nachmittags 3 Uhr, Soll auf dem hiesigen Ortsgericht die er Wittwe und Kindern oes Wilhelm Zhillman« in Gießen gehörige Hosraithe; Flur I Nr. 1108 - 69 qm beider Kirche iffent 11(6 meistbietend versteigert werden. Gießen, 23. Januar 1895. Großh. OrtSgericht Gießen. ___________I. A.: Bogt._________957 VkrjlkjgkrungMMk. Das Hotel zum Einhorn da- hier mit allen Nebengebäuden und Garten, sowie die Ackergrundstücke am Nahruvgsberge Flur XXXIII Rr. 66a und 66b, 67,5, 68,5 199, 200, 201, 292,9, vor dem Namen I. und L. Müller zu Gießen, werden Freitag den kK. Februar 1895, Vormittags IO Uhr, vor unterzeichnetem Gerichte im Juftiz- gebäude — Zimmer Nr. 18 — letzt- unbedingtem Zuschläge öffentlich versteigert. Die Zahlungsbedingungen können rm Termin vereinbart werden. Gießen, den 22. Januar 1895. Großherzogliches Amtsgericht. ________Seeger. 942 Die Stelle einer Kücheuwärterin ,m ^oßh. Gefängniß zu Mainz mit »mem Jahresgehall von 400 Mark «nb freier Kost und Wohnung ist zr besetzen. Geeignete Bewerberinnen wollen sich unter Vorlage ihrer Zeugnisse alsbald bei dem Unterzeichneten erstellen. Mainz, 19. Januar 1895. Der Erste Staatsanwalt. Ewald. 7861 Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. Montag, 4. Februar 1895, Vormittags 9'/, Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald, District Hochwarte, versteigert werden: 16 Eichenstämme mit 14,57 fm (darunter für Glaser geeignetes Holz), 3 rm Eichen-Nutzscheitholz, 492 „ Buchen-Schertholz, 45 „ Eichen- 1 „ Aspen- 180 „ Buchen-Knüppelholz, 21 „ Eichen- „ 6360 Wellen Buchen-Reifig, 250 „ Eichen- „ 113,5 rm Buchen Stockholz, 11 „ Eichen- n Die Zusammenkunft ist auf dem Anneroder Weg an der 8. Schneise. Gießen, den 28. Januar 1895. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 960 HolPechigemii in her fiirfil. Oberförstern Fich. Montag den 4. Aebrnar, von Vormittags 9,/2 Uhr an, sollen im District Fuchsstrauch versteigert werden: 177 rm Buchen-, 31 rm Eichen- Scheiter; 179 rm Buchen-, 76 rm Eichen-Knüppel; 83 rm Buchen-, 156 rm Eichen-Stöcke; 3900 Stück Buchen-, 3380 Stück Eichen W-llen. 1 Ättfer, ca- 0,25 fm bei 25 cm Durchm. und 37 Fichten-Derb und ReiSstangen — 1,25 fm. Die Zusammenkunft ist im District Fuchsstrauch beim Eichenschnittholz an der Bank. Lich, am 19. Januar 1895. 816_________Dr. Ät Schlachthaus. Freibank. [920 Heute und morgen Ochsenfleisch nicht ladenrein, pr. Pfd. 56Pfg.I Das Secretariat ist erledigt. Bewerber um diese Stelle belieben sich schriftlich an den Vorsitzenden zu wenden. Gießen, den 28. Januar 1895. Großherzogliche Handelskammer. I. V.: __________R. Scheel._______959 WWW in Glac6, Seide re., in verschiedenen Knopflängen, Glac6-Handschuhe schwarz, weiß und farbig, Winter -Kandschuhe aller Art empfiehlt billigst 951 J. H. 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Donnerstag, den 31. Januar, im F-stsaal (Wallthorstraße)^ Ansaug 7V, Uhr. Gastspiel von Mitgliedern der vereinigten Stadttheater in Frankfurt a. M.: Anna - Liese historisches Lustspiel von Hermann Hersch. Villets in ber Muflkalienbondlung Grnft Cstallter (Rudolph« Nachfolger), sowie an der «vendkasse r 1- Parqnet ,* 3.5 >, 2. Parquet und Balcon 1. Reihe X 2.25. Etndentenkarte« X 1. Gallerte X 1. 869 _________«ach Schloß der V-rst«llu«a 0«ntd«»»er»t«»««O._________ Oberhessischer Geschichtsverein. Mittwoch, den 30. d. Mts., Abends 8 Uhr präcise, Sitzung im Caf6 Ebel. Vortrag: Herr Privatdocent Dr. Tauer: „Museen in alter und neuer Zeit." Gäste von Mitgliedern eingeführt find willkommen. Der Borstanb. Im Kleidermachen in und außer dem Hause empfehle mich einem geehrten Publikum Gießens. Meine Thätigkeit in Frankfurt a. M. und Köln bürgt für tadellose Arbeit. 776 Hochachtungsvoll Bertha Schloß, Bleichstr. 15. Ragen innigsten Dank 943 Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise aufrichtiger Theilnahme bei dem Heimgange unserer unvergesslichen Mutter Frau Rendant Walther Wtw. Schweiz. Unfall - Verficherungs- Actien-Gesellschaft Winterthur. Unsere Agentur für Gießen und Umgegend ist zu vergeben. Offerten erbeten an die Generalagentur Darmstadt: 779 H. Thienemann, Waldstraße 34. Zur Anfertigung von Bauplänen, MeimWM dr. empfiehlt fich 784 G. Hamann, Architekt, Bahnhofstraße 2. Bängerkranz. Samstag, den 2. Februar, Abends 8 Uhr: Maskenball in Steins Saalbau. Der Eintritt ist nur gegen Vorzeigen der Geheimkarten pestattet. Die- selben können bei Herrn Carl Berg, Mäusburg 4, in Empfang genommen werden. 956 Der Borstand. 1887 ÖOOOOoOQOoOQaOOOOOOOOOÖOÖ Gesucht 945] Sin brave«, gediegene» al» 151601 Defterr. Tredtt-AclKn Darmst. Bk.rStctten 338.50 20 ffranken-St. Friseuse Dollar» ht (Molt 101.60 106.16 63.10 102 80 25 45 72/0 32.90 vTKs 16.23 2038 4.20 104 80 94.30 104 00 103.70 104 20 4Vie/e Oesterr. Silberrente 4°/o Ung. 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