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Der $iefte«er Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montag». 15. Gefrorenes (EtS) für den Hausgebrauch, als Himbeer-, Vanille-Eis ic. :c. mit ganz wenig Kosten herzustellen. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Gießener Anzeig er Aeneral-Mnzeiger. Amtliche* TheU. Bekanntmachung. Freitag, den 30. August 1895, Nachmittags 3 Uhr wird auf Louy's Felsenkeller (Westanlage) zu Gießen eine General - Versammlung des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen abgehalten werden. Alle Mitglieder des landwirthschaftlichen Bezirksvereins und der Ortsvereine, sowie alle Freunde der Landwirthschaft werden zu dieser Versammlung hierdurch freundlichst ein- geladen. Die Herren Bürgermeister werden ergebenst ersucht, den in ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern des Vereins von dieser Einladung Kenntniß zu geben und auf möglichst zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken. Tagesordnung: 1) Vortrag des Herrn Professors Dr. Pflug von Gießen über die Impfung mit Tuberculin. 2) Die Landesausstellung zu Gießen. Bewilligung von Wegvergütungen für nicht prämiirteS und nicht verkauftes Vieh von Ausstellern aus dem Kreise Gießen. Bewilligung von Preisen für Aussteller aus dem Kreise Gießen. 3) Vorlage der Rechnung des landwirthschaftlichen Bezirksvereins pro 1894/95. 4) Vorlage des Voranschlags des landwirthschaftlichen Bezirksoereins pro 1895/96. 5) Neuwahl des Ausschusses. 6) Nachträgliche Bewilligung einer Subvention für einen Schüler des Obstbau-Cursus und ähnliche Anträge. Gießen, den 10. August 1895. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. ____________Carl Jost, Rcgierungsrath i. P.____________ Bekanntmachung. Franz Süß, Besitzer der Frankfurter Obstsiederei und Conservenfabrik, beabsichtigt dahier einen zweitägigen Cursus über Conservirung des Obstes, Bereitung von Gelees und Marmeladen, Einmachen von Zwetschen, Birnen, Gurken, Zwiebeln, Mix-Picles, Bereitung von Beerenweinen und Obst-' essig u. s. w. abzuhalten, falls sich an dem Cursus mindestens 40 Damen betheiligen. Das Honorar für die Theil- nahme an dem Cursus beträgt pro Dame drei Mark. Diejenigen Damen, welche an dem Cursus Theil zu nehmen gedenken, werden ersucht, sich schriftlich bei Herrn Fabrikant Franz Süß in Frankfurt, Langestraße 49 oder dem Unterzeichneten anzumelden. Gießen, den 26. August 1895. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Carl Jost. Programm. 1. Grundzüge des Dörrens und Trocknens des Kernobstes, Verpackungsgeräthe und Verpackung des Obstes selbst. 2. Conservirung des Obstes sämmtlicher Früchte in Gläsern, Blechdosen und Flaschen. 3. Die Bereitung von Gelees, als Himbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Aepseln, Brombeeren. 4. Die Bereitung von Marmeladen sämmtlicher Früchte wie oben. 5. Die Bereitung von Heidelbeeren und Preiselbeeren als Compot mit und ohne Zucker, jahrelang aufzubewahren. ,, , 6. Obstsäfte (Limonaden) als Himbeer-, Johannis,, Citronen-, Ecdbeer-, Kirschen- mit und ohne Zucker, jahrelang aufzubewahren. 7. Herstellung von Obstpasten mit und ohne Zucker. 8. Apfel- und Traubenmost (süßen) von der Kelter weg, jahrelang in Flaschen natursüß aufzubewahren ohne jede Beimischung. . S. Das Einmachen von Zwetschen und Simen m Essig. 10. Essiggurken (naturgrün) herzuMen. 11. Das Einmachen von Senfgurken, Salzgurken, Zwiebeln, Mix-Picles. -. 12. Obstmark und -Säfte aus sämmtlichen Früchten hlt- bar aufzubewahren in Flaschen, Krügen, um zu jeder Jahreszeit im Winter, Frühjahr sich Geldes, Marmeladen Herstellen zu können. (Geldes durchsichtig). 13. Die Bereitung von Beerenweinen und Obstessig. 14. Bonbonsfabrikation, um für den eigenen Hausbedarf sich zu jeder Zeit Extract-Bonbons gegen Husten und Verschleimung oder Durst Herstellen zu können. Deutsches Reich. Berlin, 26. August, lieber die Rückkehr des Kaisers und der Kaiserin von Schloß WilhelmShöhe nach Berlin, resp. Potsdam, die voraussichtlich gemeinsam erfolgt, find anscheinend noch keine endgiltigen Dispositionen getroffen. Jedenfalls wird dieselbe aber in Hinblick auf die bevorstehende Sedanfeier am Berliner Hofe tm Laufe dieser Woche oder spätestens Sonntag früh erfolgen. Am Samstag Vormittag hatte der Kaiser einer Hebung der in der Senne bei Paderborn zusammengezogenen Cavalleriedivision beigewohnt; Abends i/t7 Uhr war der Monarch von diesem militärischen AuSfluge wieder in WilhelmShöhe eingetroffen. — Von der letzthin gemeldeten geplanten Einberufung einer „Jmmediat-Commission" durch den Reichskanzler, welche sich angeblich mit der Prüfung der Frage einer Vereinfachung der Kranken-, Unfall-und Invaliditäts- Versicherung zu beschäftigen haben würde, soll an unterrichteter Stelle noch nichts bekannt sein. Berliner Meldungen versichern, daß die erwähnte Frage zwar schon seit Jahren im Reichsamte deS Innern Erörterungen unterliege, daß aber bislang noch kein gangbarer Weg zu dieser Vereinfachung gefunden worden sei. Vielleicht interessire sich der Reichskanzler ebenfalls für dieses Problem, aber er würde gewiß nicht eine Lösung desselben versuchen, ohne sich, mit dem zuständigen Reffort in Verbindung zu setzen, letzteres sei aber bis jetzt noch nicht geschehen. — ES kann ohne Weiteres zugegeben werden, daß eine Vereinfachung der bestehenden socialpolitischen Gesetzgebung auf große Schwierigkeiten stoßen würde, aber an sich wäre eine solche Reform zweifellos höchst Wünschenswerth, es dürfte fich daher früher oder später als eine Nothwendigkeit Herausstellen, dieselbe trotz allen Schwierig- ketten doch endlich in Angriff zu nehmen. Neueste N^cheLchten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Mainz, 26. August. Der Kaiser verlieh dem com- mandirenden General deS 11. ArmeecorpS v. Wittich das Großkreuz des Rothen AdlerordenS, dem Gouverneur von Mainz, General v. Holleben, den Rothen Adlerorden erster Klaffe mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe, den Brigadegeneralen v. Bardeleben den Rothen Adlerorden zweiter Klasse und v. Meerscheidt-Hüllesem den Stern zum Kronenorden, dem Festungs - Commandanten Oberst Volk und dem Oberst P a p e n den Kronenorden zweiter Klasse. Berlin, 26. August. Einer alarmirenden Blätternachricht gegenüber wird authentisch festgeftellt, daß bei dem gesummten Gardecorps in den letzten heißen Tagen nur 4 Fälle von Hitzschlag vorgekommen seien, von denen keiner tödtlich verlaufen sei. Sämmtliche Kranken befinden fich auf dem Wege der Besserung. Am 22. dS. sei allerdings eine größere Anzahl von Erschöpfungsfällen vorgekommen, doch waren sie nur gewöhnlicher Natur und gefahrlos. Kronberg, 26. August. Der Kaiser ist soeben hier eingetroffen und von der Kaiserin Friedrich empfangen worden. Am Bahnhof hatten Krieger- und Militärvereine, sowie eine nach Tausenden zählende Menschenmenge Aufstellung genommen. Kronberg, 26. August. Das Kaiserpaar und die Kaiserin Friedrich unternahmen heute Nachmittag von 6 bis 7 Uhr eine Spazierfahrt nach Königstein und fuhren sodann durch das festlich geschmückte Cronberg nach Schloß FriedrichShof zurück. Wien, 26. August. Wie die „Neue Freie Presse" aus Sofia meldet, wurden die beabfichtigten großen Manöver, zu welchen viele Reservisten einberufen werden sollten, ab - bestellt. Die Instruction der Reservisten dauert während eines Zeitraums von 3 Wochen noch fort; doch haben irgendwelche zu Befürchtungen Anlaß gebende Ansammlungen von Truppen nicht stattgefunden. Rom, 26. August. Dem „Offervatore Romano" zufolge nahm der Papst das Amt eines Schiedsrichters in der zwischen Hayti und San Domingo schwebenden Grenz- streitfrage an. Rom, 26. August. Die „Agenzia Stefan!" meldet aus Palermo: In den Berichten der ausländischen Presse werde in übertriebener Art von einer Bauernbewegung auf Sizilien gesprochen. Es handle fich um die während der Nacht in Piana bei Greci angeschlagenen Manifeste, worin die Bauern aufgefordert werden, bessere Bedingungen für die landwirthschaftlichen Contracte anzustreben. Hierdurch seien jedoch weder Kundgebungen noch eine merkliche Erregung hervorgerufen worden. In Salaparuta, Provinz Trapani, und in Bucheri, Provinz Siracusa, sei eine Ser» theilung des Gemeindegutes versucht worden, ohne jedoch ernstere Unruhen Hervorzurusen; einfache Polizeimaßregeln genügten, um die Ordnung wieder herzustellen. Nachrichten aus Sizilien bestätigten, daß unter der Bauernschaft vollkommene Ruhe herrsche. Paris, 26. August. Die Polizei neigt gegenwärtig dec Ansicht zu, daß das Attentat auf Rothschild ein anarchistisches war. In Vic-sur-Cdre, Departement (Santal, wurde ein ehemaliger Lehrer, Namens Bort, verhaftet, angeblich, weil er der Urheberschaft des Attentates verdächtig erscheint. Depeschen de« Bure«u .Herold". Darmstadt, 26. August. Die Großherzogin reift mit ihrer Tochter Elisabeth zu längerem Aufenthalt nach Coburg ab. , Berlin, 26. August. Der Reichskanzler wird, tote die „Nordd. Allg. Ztg." hört, voraussichtlich am 9. oder 10. September aus Rußland hierher zurückkehren. Berlin, 26. August. Der Kaiser von Oesterreich wird auf seiner Fahrt nach Stettin Berlin nicht berühren, sondern den Hin- und Rückweg über Breslau nehmen. Ein kurzer Aufenthalt in Berlin oder Potsdam war nut für den Fall vorgesehen, daß die Kaiserin anwesend sei. Berlin, 26. August. Das Staatsministerium hat dem Vernehmen der „Nat.-Ztg." nach beschlossen, am diesmaligen Sedantage, 2. September, den in den Staatsbetrieben beschäftigten Arbeitern, welche am Feldzuge von 1870/71 Theil genommen haben, den ganzen Tag, und den übrigen den Nachmittag von 4 Uhr ob unter Zahlung des vollen Lohnes frei zu geben. — Die Firma Siemens L Halske, welche über 5000 Personen beschäftigt, hat ihren Arbeitern bekannt gegeben, daß am Sedantage nicht gearbeitet wird, die Löhne für diesen Tag jedoch bezahlt werden. Berlin, 26. August. Die „Nordd. Allg. Zig." wendet sich heute in einem Leitartikel mit sehr energischen Worten gegen die Aeußerungen deS „Vorwärts" und der socialdemokratischen Presse überhaupt anläßlich der Grundsteinlegung des Nationaldenkmals und der bevorstehenden Sedanfeier. Insbesondere weift die „Nordd. Allgem. Ztg." die Kritisirung der kaiserlichen Rede an die Veteranen Seiten« der betreffenden Blätter als ungehörig zurück und meint, der Kaiser habe fich angesichts der Haltung der Socialdemokratie im gegenwärtigen Augenblick ungewöhnlich milde ausgedrückt. Berlin, 26. August. Der Führer des Bundes der Land- wirthe, v. Plötz, beurtheilt in einem Artikel der „Kreuz- Ztg." das von agrarischer Seite vorgeschlagene Mittel zur Hebung der Getreidepreise, nämlich den Ankauf des Getreides Seitens der Proviantämter direct von den Producenten, abfällig und verwirft dasselbe als zu den kleinen Mitteln gehörig, verlangt aber kategorisch Währungs- und Börsenreform, sowie Verstaatlichung der Getreideeinfuhr. Nur durch diese Mittel könne der Landwirthschaft geholfen werden. München, 26. August. Katholikentag. Heute Vormittag fand in der Frauenkirche Pontificalamt statt und dann die erste geschlossene General-Versammlung im katholischen Cafino. Zunächst erfolgte die Wahl deS Präsidiums. Erster Präsident ist Dr. Eduard Müller-Coblenz, erster Vicepräfident Justizrath Dr. Frank-Fulda, zweiter Vicepräsident Rechtsanwalt Rump-München. Erster Schriftführer Herterich, v. Loewenstein zweiter, Amtsgerichtsrath Krebs-Lieberstadt dritter und Freiherr Moritz von und zu Frankenstein vierter. Im Ausschuß werden folgende Themata behandelt: Rechtsanwalt Dr. Porsch Breslau : Papst und römische Frage. Domcapitular Stieglhafer: Missionen und christliche CharitaS. Brandt-München: Sociale Frage. Dr. Freiherr v. Heeremann: Kirchliche Kunst. Professor Dr. Schnürer-Freiburg (Schweiz): Presse. Dr. Bach-München : Erziehung und Unterricht. Carl CustodiS-Köln: AeußereS und Bereinswesen. Zu Ehren- präfidenten des Ausschusses wurden gewählt Dr. Josef LingenS und Legattonsrath v., Köhler. Es wurden HuldigungStele- gramme an den Papst, den Prinzregenten und den Kaiser zu senden beschlossen. Rom, 26. August. Die Festlichkeiten zum 25jährigen Gedenktage der Einnahme RomS werden bereits am 17. September beginnen. Unter Anderem ist auch der Bau einer Brücke über den Tiber, welche den Namen Humbert I. erhalten soll, geplant. Ferner findet ein Fahnenfest statt, an welchem die Fahnen aller Regimenter Italiens zugegen sein werden. Paris, 26. August. Der bekannte russische Befehlshaber General Dragomtroff wird Rußland bei den großen französischen Manövern an der Ostgrenze vertreten, sich aber nicht den fremden Offizieren, sondern dem französischen Generalstabe anschließen. Madrid, 26. August. Bon verschiedenen Seiten wird behauptet, daß in Spanien neue Unruhen auSzubrechen drohen. Einige Jnsurgentensührer sollen von sEuba nach Spanien gekommen sein, um Unruhen hervorzurufen und um zu verhindern, daß neue Verstärkungen nach Cuba abgeheu. Ein Theil der Republikaner, an deren Spitze ein bekannter General steht, soll eine revolutionäre Bewegung vorbereiten. Die Regierung trifft geeignete Maßregeln und glaubt auf da- Heer vertrauen zu können. Bonbon, 26. August. In der vergangenen Nacht wurde eine Getreide- und Oel.Niederlage am Ufer der Themse in der Nähe der Brücke BlackfriarS durch eine Feuersbrunst total zerstört. Der Schaden ist enorm. Konstantinopel, 26. August. Der Generalgouverneur von Adrtanopel sandte einen Bericht ein, wonach das Gemetzel in Janikli ein schreckliches gewesen ist. Unter der Bande, welche aus Bulgarien gekommen war, befanden sich bulgarische Offiziere und Soldaten. Dieselben haben über 287 Häuser und 1200 Scheunen niedergebrannt, sowie eine Moschee. Bisher find 24 erschaffene Personen aufgefunden worden- 13 Personen sind tu den Flammen um- gekommeu. Nach Abzug der Mordbrenner wurden zahlreiche bulgarische Uniform-Mäntel vorgefunden. Newyork, 26. August. Am SamStag wurde eine Dynamitbombe auf der Nord-Pacific-Etsenbahn nieder« gelegt, welche jedoch glücklicherweise erst explodirte, als der Zug bereits darüber hinweggefahren war. Nur der letzte Wagen wurde zertrümmert, wobei eine Anzahl Beamte Verletzungen erhielten. WB. Potsdam, 27. August. Die Prinzessin Friedrich Leopold wurde heute Nacht von einem Prinzen entbunden. Der Krieg von 1870|71, geschildert durch Ausschnitte aus ZeitungS-Nummern jener Zeit. (Nachdruck verboten.) 28. August. Ein unterrichtetes Privatschretben aus Paris theilt mit, daß der Herzog von Gramont seine Abende im Jockeyclub zu Paris zubrtngt. Als ihn Jemand vor einigen Tagen fragte, wie er sich habe in diesen gefährlichen Krieg stürzen können, antwortete der Herzog, er habe den früheren Kriegsminister Leboeuf gefragt, ob er bereit sei. Dieser habe geantwortet: Ueber und über bereit (je suis archi-pret!) „Sonst," fügte der Herzog hinzu, „hätte ich mich wohl gehütet, zu einem Kriege wegen einer Sache zu rathen, welche zu verhindern eS zwanzig Mittel gab!" Diese characteristische und cynische Aeußerung macht jeden weiteren Eommentar überflüssig. 25. August. Straßburg brennt! In diese» Wort dräagt sich aller Schauer, alles Entsetzen, alle Herzbeklemmung zusammen, die wir in der vergangenen Nacht erleben mußten. Noch schmerzen mir die Augen vom Feuerschein, noch zittert mir dif Hand. So hat es geschehen müssen! Wieder ist eine Bartholomäusnacht — denn daS war die vergangene — mit Gräueln in die Geschichte eingegraben, aber nicht durch unsere Schuld. Wir sind in der Lage eines Mannes, der da» Duell verwirft und doch gezwungen wird, seinen Gegner niederzuschießen. Es mußte leider geschehen. Noch vorgestern boten wir dem Commaudanten von Straßburg an, er möge herauSkommen oder einen Vertrauensmann senden, um sich zu überzeugen, daß sein Widerstand vergebens und wir unS nur mit innerstem Schmerze dazu verstehen, auch nur einen Theil von Straßburg in Brand zu stecken. Der Commandant Uhrtch erwiderte: Eine Besichtigung unserer Stellungen würde bereits als eine erste Möglichkeit angesehen werden, daß er die Festung übergeben könne. Er aber sei entschlossen, sich bis zum letzten Mann und bis zur letzten Patrone zu vertheidigen. Nun hieß es gestern Mittag — und die breite Rauchsäule gab Zeugniß — daß Kehl aufs Neue von den Franzosen in Brand geschossen sei. Wir ver- dielten unß ruhig bis zum hereinbrechenden Abend. Die Feuersäule von Kehl loderte breit und stetS neu aufsteigend zum Himmel auf und fort und fort wurden von der Festung aus vrandkuqeln nachgesendet. Jetzt begann daS Feuer auf unserer Seite. Blitz auf Blitz, Schlag auf Schlag, es wurde kräftig erwidert. Da — es zündete in der Eitadelle! Die hereinbrechende Nacht zeigte jeden Feuerschein. Die Bomben stiegen auf und fielen nieder. Jetzt zündete eS in der Stadt, nördlich vom Münster. ES mußte auf reichlichen Brennstoff gefallen sein, denn sofort loderte eS hell auf. Bon nun an — wer kann eS beschreiben? — da und dort zündete eS- wir sahen vier, fünf Brandstätten, zwei verbanden sich und bildeten eine breite, verheerende Esse. Der Wind zog von Westen her und fachte die Flammen immer höher an, sie züngelten weiter. Im Geiste versetzten wir un» zu Denen, die in gewölbten Kellern wehklagend wachen, den Donner de» Geschützes hören, nicht wissen, wo eS brennt, vielleicht im Hause über ihnen. Und draußen in den Straßen muß man die Flammen gewähren lassen. Wer kann zu löschen versuchen, wo jeden Augenblick ein neues Geschoß auf ihn ntederfallen kann? Wie viele rufen nach den Ihrigen, suchen sie und sind wie verirrt im Heimatssorte. Welch ein Jammer, welch ein Elend! Wenn man den Herzschlag der Menschen zusammendrängen könnte, er müßte noch lauter, noch schneller, noch gewaltiger pochen, al» der dumpfe Schall der Geschütze, die unausgesetzt abgebrannt werden, au» dem Dunkel aufblitzcn, da — dort, mit dem Auge nicht wehr zu verfolgen. — Mitternacht war vorüber, al» wir un» endlich entschlossen, heimzukehren. Wir sahen einander wie in hellem Mondenschcine. Die Felder, die Weinberge waren beleuchtet, die weiße Kirche von Mundolsheim mit ihren weißen Grabsteinen. Plötzlich leuchtete e» noch Heller auf. Wir kehrten um. Jetzt, da wir die Flammen eine Zeitlang nicht gesehen, erschien sie un» breiter, gewaltiger und um sich fressend. Schwer war eß, sich von dem schaurig großen Schauspiele zu trennen, und doch mußte e» fein. Die Dorfbewohner, die unß begegneten, behaupteten genau zu wissen, welche Stadttheile von den Flammen verzehrt würden. Wir wollten ihnen gerne glauben, daß die Umgebungen des Münster», vor allem diese» selbst ungeschädigi sei. Der Himmel, leicht von Wo ken überzogen, leuchtete blutig roth. Man muß den Feuerschein weit über den Rhein, weit im Schwarzwalde gesehen haben. Wie viel tausend Herzen pochten in tiefster Bewegung in dieser Nacht. Diese Nacht ist mit entsetzlicher Flammetsichrift eingeschrieben in die Geschichte. Manche unter unß wollten glauben, daß der Eommandant Uhrich nun nachgeben, fernere Verwüstung vermeiden und die Thore öffnen würde. Leider habe ich Grund zu der Annahme, er werde sein Gloire Spiel weiter treiben, mit Hiuopferung von Gut und Blut Unschuldiger. Auf ihn allein fällt alle Schuld vor dem Weltgericht der Geschichte. E» wäre für unß Deutsche ein erhebender Moment geworden, wenn e» un« vergönnt gewesen wäre, in die unversehrte Stadt einzuziehen, die uns am Hellen Tage von Frankreich geraubt wurde. Berth. Auerbach i. d. „AugSb. A. Ztg." EoceU« ptwtajkß«. Gieße», den 27. August 1896. • * Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 24. August dem bisherigen Bezirksfeldwebel Franz Kissel vom BeztrkScommando Friedberg daS Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen geruht. * * Kaiserparade Bei dem gestrigen Vorbeimarsch deS Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm auf dem Paradeselde bei Mainz zog der Kaiser den Degen und führte daS Regiment dem Großherzog vor. Der Kaiser trug die Uniform deS Regiments. • • Seine Majestät der Kaiser und Ihre Majestät die Kaiserin passirten heute Vormitag 11 Uhr auf der Rückreise nach WilhelmShöhe mittelst Hofzuges die hiesige Station. ES fand nur ein Aufenthalt von 5 Minuten behufs Maschinenwechsels, aber kein Empfang statt. DaS vor dem Perron stehende Publikum bekam leider den Kaiser nicht zu sehen. Dagegen zeigte sich die Kaiserin von ihrem Wagen aus dem Publikum, welches ihre Grüße durch Hochrufe erwiederte. Ihre Majestät trug dunklen Hut und rothbraunen Reisemantel. * * Neues Theater. Bei gut besuchtem Hause fand gestern die zweite Vorstellung deS SensationS Drama» „Der Irre von Martaberg" statt. Die tadellose Aufführung deS interessanten Stückes fand stürmischen Beifall. Wie wir vernehmen, wird auf vielseitigen Wunsch Donnerstag Abend noch eine letzte Vorstellung stattfinden. * * Verhaftet. Gestern Nachmittag wurde ein dahier beschäftigter Arbeiter verhaftet und zweier in letzter Zeit dahier verübter Etnbruchsdiebstähle überführt. * * Keine Zengengebuhreu. In der jüngsten Sitzung der Strafkammer des Landgerichts zu Frankfurt a. M. erhielt ein Zeuge keinen Pfennig Entschädigung, obwohl er mit der Eisenbahn von auswärts gekommen war und erst Nachmittags zurückfahren konnte. Das kam daher, daß er einen Absatz der auf der Ladung vorgedruckten Bestimmungen nicht beachtet hatte. Auf den Ladungen steht nämlich: „Für den Fall, daß Sie den in dieser Ladung angegebenen Aufenthaltsort inzwischen verlassen haben, oder, daß Sie bis zum Termine noch Ihren Aufenthalt wechseln sollten, werden Sie aufgefordert, hiervon schleunigst Anzeige zu machen." Der betreffende Zeuge hat seinen ständigen Wohnsitz in Frankfurt, und hier hatte er auch die Ladung erhalten. Inzwischen hatte er eine militärische Dienstleistung abzumachen, so daß er von Kastel zur Verhandlung hierherfahren mußte. Weil er es aber unterlassen hatte, dem Gerichte Mtttheilung von dem Wechsel des Aufenthaltsortes zu machen, so blieb der ZustellungSort der Ladung maß- gebend, und dem Zeugen konnte eine Reiseentschädigung nicht gewährt werden. * * Hebet die Rückzahlung von Fahrgeld bei Nichtbenntzuug von Fahrkarten haben die deutschen Bahnverwaltungen sich geeinigt, bei nachgewiesener NichtauSnutzung von Fahrkarten daS Fahrgeld zu erstatten. Der Mangel des Coupirungs- zeichenS gilt nicht als Beweis, vielmehr ist der Nachweis der Nichtausnutzung durch eine auf der Karte selbst ertheilte Bescheinigung deS StattonSbeamten derjenigen Station, wo die Reise unterbrochen, oder von welcher au« die Weiterreise nicht fortgesetzt worden ist, zu erbringen. Die Fahrkarte ist hierauf an die Directton derjenigen Station, wo sie gelöst wurde, unter Angabe deS Grundes der Nichtbenutzung und Bezeichnung der Adresse einzusenden. Von dieser Ver- waltung wird alsdann die Rückerstattung deS zuviel be« zahlten Fahrgelde» an den Bezugsberechtigten, mit Abzug der etwa entstehenden Portoauslagen, veranlaßt. § Grunberg, 26. August. Der „Ludwig« markt", welcher am verflossenen Donnerstag hier abgehalten wurde, war ganz ungewöhnlich stark mit Schweinen befahren. Die seitherigen hohen Preise haben eben die Landleute veranlaßt, die Ferkelzucht sich angelegen sein zu lassen. Daher nun die starke Zufuhr an Jungschweinen auf den Märkten. Daß bei solchem starken Angebot die Preise stark fallen müssen, ist eine naturgemäße Folge. So wurde hier daß Paar Ferkel schon zu 18-20 Mark verkauft, ältere und bessere kosteten 25—30 und 30—40 Mk. Daß ist im Vergleich zum höchsten Stand der Ferkelpreise eine Preisdifferenz von einem vollen Drittel bi« zur Hälfte. Tambach, 24. August. Bei der am 21. August batjier stattgehabten GemeinderathSersatzwahl wurden die seither'ge» Gemeinderathßmitglieder, die Herren: Friede. Müll, Heinr. Konr. MattheiS und Tobias Schmidt wtedergewählt. A Alsfeld. 26. August. Die Einnahmen in der Ge- werbe-AuSstellung am gestrigen Sonntag betrugen an der Kaffe 1300 Mk., im Vorverkauf waren für Familien- und Dauerkarten 4000 Mk. vereinnahmt worden- verzapft wurden gestern am Eröffnungstag 25 Hektoliter Bier. Auch der heutige Besuch der Ausstellung ist befriedigend. Haupt- lehrer Traber mit Schülern der Gewerbeschule Gießen besichttgten heute die Ausstellung sehr eingehend. A Alsfeld, 27. August. Für Ausstellungsbesucher zur Nachricht, daß nach hier gelöste einfache Fahrkarten der Strecke Gießen-Gelnhausen, welche in der Ausstellung abgestempelt find, von heute an zwei Tage zur Rückfahrt Giltigkeit haben. -n. Bübingen, 25. August. Die gestrige General- Versammlung der hiesigen Spar- und Leihkasse beschloß, die Guthaben der Einleger nur noch bis zu 1000 Mk. mit 4 pCt., höhere mit 3l/t pEt. zu verzinsen. Der Zinsfuß für Hypothekschulden wurde von 4% auf 4 pEt. herabgesetzt. Die betheiliqten Gemeinden können dagegen im Bedarfsfall Geld zu 3»/i pCt. bekommen. L. Bi&berg, 25. August. Das Grumm etgraS auf den herrschaftlichen Wiesen in den Gemarkungen Wallernhausen, Lißberg, Eckartsborn und Ranstadt ist zur Versteigerung gekommen. Tine sachverständige Besichtigung und Abschätzung ging vorher. Der Stand be« Grase« ist von gering über mittelmäßig bi« gut. Der muthmaßliche Ertrag pro Morgen schwankt von 2 bis 3 Gentnern auf geringen, von 3 bi« 4 Gentnern auf mittelmäßigen und von 4 bis 5 Gentnern auf guten Lagen. Die Erlöse haben die Abschätzungssummen fast überall nicht unbedeutend überstiegen- in der Gemarkung Lißbevg wurde mehr als da» Doppelte der Abschätzungssumme erzielt. Die Versteigerung war gut und wurde sogleich genehmigt. Schotten, 26. August. Gestern fand die Eröffnung der Wirthschaft b eß LehrerheimS statt. Die Räume de« Hauses waren überfüllt, so daß auf den Veranden und im anliegenden Walde sich noch zahlreiche Gesellschaften niedergelassen hatten - die Zahl der Theilnehmer an der Eröffnung«- feier mag ca. 400 gewesen sein. Worms, 26. August. Oberhalb der Stadt wurden gestern drei zusammengebundene Leichen, eine« Manne«, einer Frau und eine« etwa 2jährigen Kinde«, ge- länbet. In einem Notizbuch de« Manne« fand sich der Name Michael Schanz au« Haingrund. Frkf. Ztg. A Mainz, 26. August. Der lang erwartete Besuch deS Kaisers in Mainz hat heute Morgen stattgefunden, und zwar {genau programmmäßig. Mittelst Sonderzug traf der Kaiser wenige Minuten vor 10 Uhr hier ein und fuhr direkt bi« gegen Mombach, wo er vor der Gastell'fchen Waggonfabrik von dem am Morgen hierher gekommenen Großherzog, dem Gommanbcur deS 11. Armeekorps, den höheren Offizieren sowie den Spitzen der Givilbehörden begrüßt wurde. Bei den BegrüßungSworten, welche der Kaiser an den hiesigen Oberbürgermeister Dr. Gaßner gerichtet hatte, sagte er, daß er lebhaft bebaure, die Stadt selbst, heute nicht besuchen zu können, daß er aber bei erster nächster Gelegenheit einmal kommen werde. Nach der Begrüßung, die in einem luftigen Zelt ftattfanb, stieg der Kaiser zu Pferd und ritt nebst Gefolge zu den Truppenübungen, die in einem BrigadeExercieren mit einer daran schließenden Gefechtsübung mit markinern Feinde bestand. Nach Beendigung der Parade bestieg der Kaiser gegen zwei Uhr wieder seinen Salonwagen und fuhr wenige Minuten nach zwei Uhr per LudwigSbahn an Mainz vorüber direkt zum Besuch der Kaiserin Friedrich nach Gronberg. Die Nachricht von der Hierherkunft des Kaiser», wie auch da« zu erwartende militärische Schauspiel hatte eine riesige Menschenmenge von hier und der Umgegend auf die Beine gebracht, die schon in den ersten Morgenstunden nach dem „großen Sande" wallfahrte. Doch da« nicht offiziell zugelaffene Publikum wurde größten- theilS sehr enttäuscht, indem dasselbe in Folge der Absperrungen einzig große Truppenmaffen zu sehen bekam. Ebenso war die Enttäuschung von den Menschenmaffen sehr groß, die dem Gerüchte Glauben geschenkt hatten, daß der Kaiser nach der Parade durch die Stadt retten würde, und infolge dessen den Bahnhof und die umliegenden Straßen lange umlagerten. rermtfcbtct. * Marburg, 23. August. DaS am Bahnhofe gelegene „Hotel Quentin" ging durch Kauf an den früheren Besitzer Herrn Prof. Paasche über - dasselbe soll bereits an Herrn Hotelier Weitzel verpachtet sein und derselbe demnächst den Betrieb eröffnen. — Nach Unterschlagung amtlicher Gelder war der Gemeinde-Einnehmer Meyer in Vöhl geflüchtet. Er wurde in New-Uork verhaftet und gestern durch die Bremer Polizeibehörde in baß hiesige Gesängniß eingeliefert. • Bozeo, 24. August. Der Bildhauer Johann Schild auß Meran stürzte bei einer Besteigung der Pulta in kti Laziser Bergen ab und trug schwere Verletzungen davon. * Laibach, 24. August. Der Ingenieur Hermann .Wunderlich aus Wien, der eine Ersteigung der hohen Eana in den Steiner Alpen unternommen hatte, ist ab- gestürzt. Er wurde erheblich verletzt, doch besteht keine Lebensgefahr. » Budapest, 26. August. Einer Meldung be« „Pesti Naplo" zufolge hat der Gorporal Alexander Weiß vom 26. Infanterie-Regiment in Römern seinen Gompagniechef während de« Exerciren« au« Rache erschossen. • «nf bet Hochzeitsreise ist, wie griechischen Blätter» au« Smyrna gemeldet wird, da« englische Ehepaar Leed« ** ich» «« 8«ml((en, jj’«Wft llt <« ,‘N« |ut '”‘en d« «ble, N-II, i„ u 1000 U ®« 81»» M hn» «°° le &, Akas 6^ i Dallm- jur «rr. ist tntntm auf |tt unb uon ie habru Hf utenb fib» ihr als la Bttfielgmv. tiffaiiag btt Mmt bt6 in unb im ttn nltbtx« höffnungfc ibt würben den, ririrt KinbrS, gt nb sich btt H tötete $tfu4 ftattgefunbfn, ivber^A inj ?in unb Mr GaftMm gekomwiM ittox^i bin ibrhürben bt- i)e bei Kaiser wer gerichtet Stabt selbst, -rfter nächster Begrüßung, ■ Kaiser zu bangen, ble schließenbeu ich Veenbi' Ht)i wirbrx ch grotiW . W ifot von bt latttnbt xnil enge von hm schon in bett e" wallfahrte. mrbe größten' . bet Adspeu- tkaw. Ebenso en sehr grob, ia§ der Kaiser t unb infolge sttaßeu lange tioft ifß iiheren Besitzt rrits an Her" . demnächst 6 finden sich die Oeconomie-Gebäude, als: eine Holzremise, eine Wagen- remise, ein Pferdestall für sieben Pferde und eine Kutscherstube, Rindvieh- und Schweineställe, eine Wagenhalle mit Dienerschaftswohnung, eine Scheune, eine Geschirrkammer rc. Die Hofraithe ist von einer 4 Meter hohen massiven Ringmauer umgeben. An das Schloß stößt ein mit einer 2 Meter hohen Mauer eingefriedigter Rutz- und Ziergarten von fünf Morgen Flächengehalt mit mehreren 100 Stück Bäumen des edelsten Kern- und Steinobstes. Schloß, Oeconomie-Gebäude und Gärten befinden fich im besten Zustande und können sie als ein Herrschaftssitz ersten Ranges bezeichnet werden; wie sich das Anwesen auch trefflich zu einem Oeconomie- hofe, einer Heilanstalt, einem Pfründnerhause, einer Sommerfrische rc. einrichten ließe. Das Besitzthum liegt am Fuße des TäunuSgebirgeS in der Nähe größerer wildreicher Waldungen und ist nur ’/* Stunden von dem berühmten Soolbad „Bad-Nauheim" mit einer Frequenz von 13 000 Kurfremden — Eisenbahnstation der Main Weser-Bahn — entfernt. Es kommen zuerst die Grundstücke im Einzelnen und dann zusammen zum Ausruf; auch kann die Hofraithe für sich abgegeben werden. Nähere Auskunft, insbesondere auch über die Versteigerungs-Bedingungen, ertheilt auf Wunsch das Großh. Heff. Ortsgericht Ober-Mörlen, von welchem auch .eine Copie des Situationsplanes der Hofraithe gegen Gebühr bezogen werden kann. Bad-Nauheim, den 24. August 1895. Großberzogliches Hessisches Amtsgericht Bad-Nauheim. Bauer. 7146 Stottern. Bezeuge hiermit, daß mein Sohn Heinrich in dem Sprachheil- Jnstitut Walther von seinem langjährigen schrecklichen Stottern in kurzer Zeit vollständig befreit wurde und ich dem Institute nicht genug danken kann. Frau Dorothea Schüssler, Effolderbach, Kreis Büdingen. dBftF Zu dem jetzigen Cursus werden noch Meldungen bis Mittwoch angenommen in der Bahuhofstr. 18, III. 7037 MWWMWW» Nur dieser eine Cursus. —■ Suppenwürze MAGGI5 Die leeren Original-Fläschchen von 65 Pfennig werden zu 45 Pfennig und diejenigen k Mk. 110 zu 70 Pfennig mit Maggis Suppenwürze nachgefüllt [6564 _ ist frisch eingetroffen bei: C. G Kleinhenn, Bahnhofstraße. SEDAN- FEIER 1895! SllWjllMnslWpchell 7,65 werden gefüllt und sind zu haben bet P, Jos. Mobs, Seifenfabrik. SC Bitte Bestellung rechtzeitig zu machen. Großh. Fachschule für Elfenbeinschnitzerei und verwandte Gewerbe zu Erbach i. O. Das Wintersemester beginnt Montag den 7. October. Lehr- fächer: Zeichnen und Modelliren, Schnitzen in Elsenbeiu und Holz, Borträge über plastische Anatomie, Stillehre und Materialienkuude, Unterricht in Buchsührung, Rechnen, Deutsch u. s. w. Schulgeld pro Halbjahr 10 Mark. Unbemittelten Schülern kann die Entrichtung des Schulgeldes nachgelassen, auch die Stellung der Zeichenmaterialien und die unentgeltliche Ueberlassung der Werkzeuge für die Dauer des Besuches der Schule bewilligt, sowie auswärtigen der Besuch der Schule durch einen Unterstützungsbeitrag erleichtert werden. Bei Gesuchen um Gewährung der einen oder anderen Art dieser Erleichterungen, welche bei dem Hauptlehrer einzureichen sind. werden neben der Vermögenslage des Schülers auch die Vermögensverhältnisie der Heimathsgemeinde oder das Vorhandensein geeigneter Stiftungsmittel in Betracht gezogen. Anmeldungen nimmt der unterzeichnete Hauptlehrer entgegen und ist auch zur weiteren Auskunftsertheilung bereit. Erbach, den 10. August 1895. Der Vorsitzende des AufsichtsratheS. Der Großh. Hauptlehrer. Limpert. Görig. Okffentiiche Mliuntmachiing nnb Aufforderung. Der Müller und Landwirth Wilhelm Hoffmann in Treis a. d. Lda. ist wegen Verschwendung entmündigt, Konrad Will III. und Wilhelm Dapper in Treis a. d. Lda. als feine Curatoren bestellt worden. Ohne Zustimmung dieser können Rechtsgeschäfte mit jenem gültig nicht abgeschlossen werden. Die Gläubiger des Wilhelm Hoffmann werden aufgefordert, ihre Forderungen binnen 14 Tagen, von heute an gerechnet, dahier anzumelden, andernfalls sie bei Feststellung des Vermögens Berücksichtigung nicht finden, und Nachtheile hieraus den Betheiligten erwachsen können. Gießen, den 23. August 1895. Großh. Amtsgericht Gießen. Stammler. 7084 Versteigerung. Mittwoch de« 28. El«g«st l. I., Nachmittags 2 Ubr, versteigere ich im Bieker'schen Saale dahier — Neustadt 55 — meistbietend gegen Baarzahlung: 1 Verticow, 2 viereckige Tische, eine Partte Filzhüte von verschiedener Art, 2 Nahmaschinen, 1 Büchergestell, 1 Sessel, 14 Bilder, 1 Sopha, eine Commode, 1 Secretär, 2 Regulateure, 1 Kleiderschrank, 2 goldene Damenuhr en ,H1 großes Oelbild, 1 Glas- schraxck. mehrere Biergläser, 6 eiserne Schwellen, 4 Buchenstämme. Gießen, am 26. August 1895. 7142 Sontrnm, Gerichtsvollzieher-Aspirant- Grummetgras, erster Güte, von mehreren Wiesen zu verkaufen. 7166 H. F. Nassauer. Kartoffeln 50 Kilo mit Sack Mk. 2.-, Zwiebeln 50 Kilo mit Sack Mk. 3.90 ab Frankfurt—Friedberg versendet gegen Nachnahme Jacob Stern-Simon, 1149 Friedberg, Hessen. Birnen (Kelterobstj, saure Sorten, kauft eentner» und waggonweise. Offerten unter B. N. besorgt die Exped. d. Bl. 7040 7166] Falläpfel (Gravenst ), Reineclauden, Mirabellen, Birnen z. v- Setteeswe-81. la. Speisekartoffeln liefert den Eentner zu Mk. Z.- frei ins Haus Chr. Hebe, Landwirth, 6343_________ZozelSgaste 9.________ Große Schellfische in EiSpackung frisch zu haben 5862)______________iw Feinste Schellfische in Eispackung per Pfund 18 Pfg. 710 Ed. Fnckert, Neuenbäuen 15. KeKigshöhe kann täglich Sand abgefahren werden. 80 und 50 Pfg. per Wagen. __________7159 Zeder Raucher versuche die Special-Marken Nr. 23 | Meritv- ä 6 Pfg. Nr. 31 j Cigarren ä 7 Pfg. Vorzügliche Sumatra-, Felix-, Brasil-, Vorstenland- und Havanna- Fabrikate ä 5—15 Pfg. 3447 T Ph. Weiler, T Havanna - Haus. Der Ausverkauf wegen Umzug nach Schulstraße 4 wird fortgefetzt. Ladeneinrichtung billig ab- zugebeu. 6516 Alex. Salomon & Cie. Ein neunjähriges Pferd mit Geschirr nebst zwei Federwagen und ein Oeconomiewagen zu verkaufen. Näheres in der Exped. d. Bl. 7062 HetegenheitsKauf! Einen großen Posten feines Damenschreibpapier in Cartons verkaufe ich mit 50 pCt. Rabatt. Karl Krebs, Buchhandlung, 7004 Schulstraße 10. C. Röhr & Co. 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Dieses Haarwasser enthält der damit angestellten Analyse zufolge durchaus keine den Haaren nacb- theilige Materien; ihre Bestandthelle find vielmehr solcher Art, daß von dem Gebrauche des Mittels eher ein wohl« thätiger Einfluß aufdaS Wachsthum der Haare zu erwarten ist und stedt daher ihrer Anwendung keinerlei Bedenken ent* gegen- 403 München, 7. September 1867. (L. S.) Dr. K K. Mttjlein. Zu haben ä 40 Pfg. u. Mk. 1.10 bei I. H. Fuhr, Sonnenstraße 25. Aermielyungen. Mansardenwohnung, bestehend au« fünf Ammern, Äücbe mit Wafferleitg., Bleich, Hat» und sonstigem Zubehör, an ruhige «u>e ver 1. October zu vermiethen. 69531 In meinem Hause, «sierwegkS, *? ,dnc n«u hergerichtete Wohnung - Hochmansarde und tret gelegen - von 4 Zimmern, 1 Cabinet, Bleichplatz rc. toj* 2n, fiente zu vermiethen. labere« bei A.^oeck. 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Während mir sonst leider zu leben schwer wurde, bin ich jetzt wieder leb^ntziroh, wofür ich meinen herzlichsten Dank hiermit sage, und werde e« nie unterlassen, Herrn Volbeding au's Wärmste zu empfehlen. 6885 Kran Heinr. »iese, Altena i. Westf., Werdohlerstraße. Zum Verkauf eines ganz neuen Automaten mit großer Anziehungskraft für Wirtschaften rc. ein durchaus energischer Mann gegen hohe Provision gesucht. Zu erfragen in der Exped. d. Bl. 7158 Ein tüchtiger junger Manu zum sofortigen oder baldig sten Eintritt als Reisender gesucht. Schriftliche Offerte» unter „Electra“ befördert die Exped. d. Gl._______ms 6990] Die gut eingeführte General-Agentur einer, Unfall- und Sterbekafseu- versicherung ist an einen rührigen Herrn sofort zu vergeben. Off. unter K. 578 an Rudolf Mosse in Darmstadt. 7164] Tüchtiger Schreinergeselle findet dauernde Arbeit bei _______H Sack, Große Mühlgasse 5. Lehrlingsgesuch. 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Nach c in amtritanifd dnknrtzttvert LapeLr Äusstrl hr RntgtTDtri rede und Wo1 erfolgte dn AI der awerilms den Amerikam licher Weise l nach Bremen Bttlia, 27 reifen bereits m noch dm ntutn Bnü». 21 an stbantagt bilde, wenn t battkn-Etcadri bie Stadt zur Berliu, rorpS am ! und Württemb Btrlin, 2‘ Meldung eines schäft bis zum uuch dem Syst thtx Binteimil Mta, 2 hat E dtn bitlflt vollen Löhne eiur glüi in SuSficht g Berlin, ist die Erne Präsidenten d »folgt. «erlin, . Vie Minister ‘it Dbtwafib Orfnito 1°ngene zu f Provinz 0 ^walstelle Ctnati aber «sglich u H, 27. 1 r®1 lvieden 7b daß »1.4'u wönnir n