«Haiti «V* "“«en, «eiben. -'-»"Äick-rci. rattmfct Süte uuh Ä’1'“ hlfeli. 1 Treppe hoch, ^urggraben). ll0| rwagen- cken liege empfiehlt Bloedner, elteriweg. Spiralfeder-^ orsets wlt sonst nut fihmvr imtn und Mtt, tm» . Faugmann Wwt.» Bahnhosstrahe 28. »getroffen: >ße Sendung *9en hierin , ■Wh 5* Ws •»‘äs M «* in «* 9r°6e SuSmith! n,|< , Herren- [■-Garderoben, *#?Ä ,ttfedern. . KM SM »pes, und schwarze igen, uetts. -mm Katz, Musburg 5. kfttten | xons, sowie die --rsMrui- ,ts"'EorstIls rechlichen Tpiral agen, gut s^' oster Auswahl. Gleich' uf eine WWÄ rffflitii verkaufe solche, ÄA»»ä Nr. 99 Drittes Blatt. Sonntag den 28. April 1895 Irr Kietzener -nzeigcr erschnnk täglich, mit Ausnahme dcS Montags. Dir Gießener Aamitienblätter roerbm drm Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Siebener Anzeig er Kenerat-Mnzeiger. Sßicrtcljäfnigcr irvonncmenLspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: ^.Änkstrahe IHr.1. Fernsprecher 51. Zlrnts- und 2lnzeigeblutt für den Ureis Gieszen. Aratisöeilage: Hießener Aamikienbkätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Aus den Verhandlungen der Zweiten \ Kammer der hessischen Stände. nn. Darmstadt, 26. April 1895. Die Sitzung wird um */, 10 Uhr eröffnet. Nach Verkündigung eines Antrages des Abg. Köhler, betr. den Bau der Oberhessischen Station Ober-Widdersheim, insbesondere den im Budget dafür vorgesehenen Betrag, wird in die Weiterberathung deö Gesetz-Entwurfs, die Organisation des Forftschutzes betr., eingetreten. Abg. HaaS-Offenbach kann sich nicht mit dem neuen Entwurf einverstanden erklären, da derselbe ebensowenig wie der im Januar d. I. abgelehnte seinen Beifall finde. Der von der Regierung eingeschlagene Umweg über den Finanzausschuß Erster Ständekämmer, auf dem die Vorlage jetzt wieder eingebracht worden, sei kein glücklicher und etn ungewöhnlicher. Den gestern von Herrn Oberforstrath Wtlbrand thm gemachten Vorwurf, als habe er kein Herz für die Forstwarte, müffe er zurückwelsen. Er set der Erste, der eine dringende Regelung und eine Fürsorge für die Gemeindeforstwarre wünsche. Durch Gewährung ausreichender Gehalte, Pension-- und Relicten-Versorgung, nicht aber durch Uebcrnahme der Forstwarte in den Staatsdienst set dies zu erreichen. Den Städten würde durch diese lieber» nähme ein Geschenk gemacht, nicht aber den Forstwarten. Abg. Schroeder empfiehlt Namens der Ausschuß- Minderheit wiederholt die Annahme des Entwurfs. Bei der Abstimmung wurde der grundlegende Art. 1 des Gesetzes mit 24 gegen 22 Stimmen angenommen, worauf sofort in die Einzelberathung eingetreten wurde. Die neue Gesetzesvorlage ist nicht blos redactionell, sondern auch materiell mehrfach abweichend von den früheren Vorlagen. Die hauptsächlichsten Aenderungrn finden sich in den Art. 6 und 7 des von der Regierung vorgelegten Gesetz-Entwurfs. Nach Art. 6 sollen die Besoldungen der mit Bestätigung der oberen StaatSforst- behörde angestellten Forstwane in Communal- und Privat- Waldungen zweiter Klaffe auf die Staatskaffe übernommen werden, und als Beitrag hierzu von den Betheiligten die gegenwärtig von ihnen für Forstwartgehalt bezahlt werdenden Beträge jährlich spätestens im Monat September an das Rentamt entrichtet werden. Art. 7 bestimmt, daß wo Feld- und Forstschutz seither vereinigt war, dieses Verhältniß thun- ltchst beibehalten werden soll. Es sollen sämmtliche Mehrkosten für bie neue Organisation der Forstwarte in Communal- und Privatwaldungen von der Staatskasse getragen und von den betheiligten Gemeinden und Privaten nur die . gegenwärtig von ihnen für Forstwartgehalte bezahlt werdenden Beträge weiterhin entrichtet worden. Die seitherige Organisation kostet 448 701 Mk., wovon der Staat 233 000 Mk. zugesichert. Die neue Organisation soll jährlich 473 073 Mk. kosten. Hierdurch käme ein Mehr von 24 000 Mk. weiter zu Lasten des Staates. Das Vorschlagsrecht der Gemeinden bei Anstellung von Forstwarten soll bleiben und soll ferner noch ausgedehnt werden auf alle Forftwarteien, in denen der Domantalbesitz weniger wie 25 Hectar beträgt. Seitens des Ausschuffes werden zu den einzelnen GesetzeS- Paragraphen VerbefferungS-Vorschläge gemacht. Nach einer den ganzen Morgen dauernden Debatte werden die einzelnen Artikel berathen und angenommen. Als über die Annahme der Gesetzes-Vorlage im Ganzen abgestimmt wird, ergibt sich, daß das ganze Gesetz wiederholt mit 24 gegen 23 Stimmen abgelehnt ist. Anschließend hieran wird ein Antrag des Abgeordneten HaaS, der Regierung zur Aufbefferung der Gehalte der Gemeinde-Forstwarte " 6000 Mark sofort zur Verfügung zu stellen, nach früherem Beschluß einstimmig angenommen. Damit wird die Sitzung um * 1122 Uhr geschloffen. Deutsches Reich. Halle, 24. April. Der 8. deutsche Handwerkertag nahm nach einem Vortrage des Abgeordneten Euler folgende Resolution über die politische Vertretung des Handwerks an: „1. Bei allen Wahlen ist thunlichst dahin zu wirken, daß mit Hülfe handwerkfreundlicher Parteien Candidaten auS dem Handwerk aufgestellt und gewählt werden; wo dies nicht möglich ist, da hat der Handwerker in allen Fällen und mit allen erlaubten Mitteln denjenigen Candidaten zu unterstützen, der voll und ganz für das Programm der deutschen Handwerker, insbesondere obligatorische Innung und Befähigungsnachweis, eintritt. 2. Der Handwerkertag hält nach wie vor die Gründung einer sogenannten Mittelstandspartei für überflüssig, ja schädlich, weil bereits Parteien mehr als genug bestehen und weil für die Forderungen deS deutschen Handwerks und Mittelstandes im Reichstag bereits eine große Mehrheit vorhanden ist. 3. Der Handwerkertag spricht den Wunsch aus, eS möchten diejenigen handwerkerfreundlichen Parteien, die eine größere Vertretung des Handwerks in Reichs und Landtag als eine unbedingte Nothwendigkeit seit langen Jahren erkannt haben, dem Handwerk bei den Wahlen Mandate mehr als bisher überlassen." Sitzung öcr Stadtverordneten am 25. April 1895. (Schluß ) Nachdem vor einiger Zeit beschlossen worden, der Frage wegenErrichtung kleinererWohnungen näherzutreten, auch dem zunächst sich practisch mit Errichtung solcher Wohnungen befaffenden Evang. Arbeiterverein geeignetes Gelände zum Preise von 2 Mk. per Meter überlasten worden, wurde Veranlassung genommen, die Sache zu begünstigen durch möglichste Ausnützung des Geländes, wofür auch geboten erschien die Anlage von Straßen unter Normalbreite. Hierbei wurde auS mancherlei Erwägungen es für zweckmäßig erachtet, diese Art Straßen auf die ganze Stadt zu ver- theilen, um das Entstehen von sog. Arbeitervierteln zu vermeiden. Als solche Straßen wurden zunächst ins Auge gefaßt 1) eine in einen größeren Baublock zwischen Goethe- und Bleichstraße einer- und Ludwigstraße und Stefanstraße andererseits zu legende, parallel zu letztgenannten beiden Straßen lausende Straße, 2) der in südöstlicher Richtung entlang der Oberhessischen Eisenbahnen, jenseits der lieber» führung führende Theil des Riegelpfades und 3) die Parallelstraße der Wolfstraße, zwischen Grünberger- und Licherstraße. Gegen die zu Jedermanns Einsicht aufgelegten Pläne wurde mancherlei Einspruch erhoben. Die unter 1) bezeichnete Straße sollte zwischen den Häusern des Herrn Architecten Huhn in der Goethestraße auslaufen, wogegen Herr Huhn deshalb Einspruch erhoben, weil er das hierbei in Betracht kommende Gelände zur Benutzung als Gärten für die Miether beider Häuser nicht entbehren könne. Die Versammlung beschloß auf Antrag der Baudeputation, dem Huhn'schen Einsprüche Folge zu geben und die von der Bieichstraße ans projectirte Straße etwa in der Mitte zu brechen und senkrecht nach der Stefanstraße hin auslaufen zu lasten. — Die bezüglich des Riegelpfades erhobenen Reclamationen betreffen lediglich Geländeentschädigungsansprüche seitens der Anlieger- hier wurde beschlossen, den Reciamationen feint Folge zu geben. — Gegen die Errichtung kleinerer Wohnungen an der projectirten Straße zwischen Grünberger- straße und Licherstraße (die Straße enthält 7 Baustellen auf jeder Seite) richten sich mehrere Eingaben, angesichts deren Herr Oberbürgermeister Gnauth ertön, er habe eS nicht für möglich gehalten, daß Einspruch gegen Errichtung von Arbeiterwohnungen überhaupt erhoben würden- in einer mit den Unterschriften der Mehrzahl an der Grünberger- und Licher- straße wohnenden Hausbesitzer versehenen Eingabe geben dieselben der Befürchtung Ausdruck, daß die seit Erbauung der Kaserne ohnehin geschädigte Umgebung noch mehr geschädigt und die Wohnhäuser an Werth verlieren müßten, wenn Atbeiterwohnungen in der Nähe errichtet würden. In einer zweiten Eingabe erklärt ein Theil der Unterzeichner, daß sie ihre Unterschriften zur ersten Eingabe gegeben hätten, ohne daß eine Berathung darüber stattgefunden- sie stünden nunmehr dem Vorhaben des evangelischen Arbeitervereins sympathisch gegenüber und wünschten der Sache guten Fortgang- die Frage, inwieweit die Hausbesitzer geschädigt würden, Feuilleton. Frankfurter Thealerdries. (Qr-.stnalbertcht des „Gießener Anzeiger".) Der Moli^re-CycluS. — Die Reueiustudirung der „Afrikanerin". Opern • Novitäten. Dr. M. Mit dem Moliöre-CycluS, der in dieser Saison zwei Mal an uns vorüberzog, hat die Frankfurter Bühnenleitung sich wiederum als em Institut gezeigt, das mit geschichtlichen Ueberlieferungen weisen Contact unterhält und das Gegenwärtige mit dem Vergangenen in Beziehung zu fetzen weiß, denn für das Lustspiel der Weltlitteratur bedeuten die Comödien Moliöres eine Vergangenheit, die eigentlich nur in formaler Hinsicht veraltet ist, in Vielem aber noch heute als Muster und Vorbild dastehen kann. — Die dis an die Garricatur streifende Uebertteibung, welcher der Dichter des „Tartüffe" sich so oft ergibt, läßt ihn von der modernen Technik überholt erscheinen, aber dafür steht er in der kühnen, unerschrockenen Zeichnung der Zeiiverhält- aiffe, im drastischen, pointirten Herausgreifen eines Sittenbildes noch immer ziemlich einzig in feiner Art da. Die Frankfurter Jnscemrung sorgte dafür, daß Stücke wie „Der eingebildete Kranke" und „Die gelehrten Frauen" auch t-uf ein modernes Publikum ihre Wirkung außüben konnten. Die Neueinstudirung der Meyerbeer scheu „Afrikanerin" gab Gelegenheit zu einer Reibe interessanter Vergleichspunkte zwischen der alten opera seria und der Nach > Wagner'schen Opernmusik. Was m der letzteren so auffällt, ist der Mangel an unmittelbarer Empfindung, das ängstliche Haushalten mit einem kleinen Schatz origineller Gedanken. Meyerbeer klagte schon zu vertrauten Freunden darüber, daß es ihm versagt . sei, eine Melodie lange fortzuspinnen. Aber gegen die kurz- athmigen Einfälle unserer Gegenwartscomponisten steht Meyerbeer als reicher Mann da. Das kann gerade die „Afrikanerin" lehren. Die Phantasie des Componisten hält durch 5 Acte vor und vermag jeden derselben mit einem besonderen musikalischen Treffer auszustatten. Die Zeiten, da sich unter dem zweiten Empire in Paris die ganze elegante Welt zum Genuß Meyerbeer'scher Opern drängte und die Plätze für gewöhnliche Menschenkinder kaum zu erschwingen waren, find freilich vorüber. Man reift jetzt diesen Werken, welche vor der Wagner'schen Aera als nicht mehr zu übertreffende Geniethaten angestaunt wurden, nicht mehr entgegen, man läßt sie ruhig an sich herankommen, und die Stimmung im Hause steigt über mittlere Temperatur selten hinaus. Aber eins fühlt man sofort: Gleich in den ersten ©eenen bringt unß der Componist den Kern der Sache nach. Trotz des vielen Beiwerks und des pompösen AusstattungFkramS, von welchem Meyerbeer einen so ausgedehnten Gebrauch in allen seinen Opern macht, gehen wir doch einem festen Ziele auf einer breit und sicher angelegten Bahn entgegen. Die „Afrikanerin" steht, was den melodischen Gehalt betrifft, den „Hugenotten" am nächsten. Der historische Vasco de Gama, welchen Herr Pichler als eine echt ritterliche Erscheinung auffaßt und vor allem gesanglich zur vollen Geltung bringt, kommt freilich nur im 1. Set von Seiten seiner Bedeutung als Weltumsegler, im Uebrigen nur in seinen Beziehungen zu zwei Frauen: Selica und JneS, in Betracht. Die Selica hat tn ihrem ganzen Fühlen und Gebühren zwar so gut wie garnichts von einer afrikanischen Prinzessin an sich, aber sie entfaltet alle die Eigenschaften einer glänzenden Opernheldin, und ohnehin sorgt eine Künstlerin wie Frau Schröder-Hanfstängl dafür, daß die Partie in allen i Acten die ihr zukommende Dordergrundsstellung behauptet. Alle Requisiten, welche die Ausstattung der „Afrikanerin" : erfordert, find in Frankfurt vorhanden, sowohl das große Seeschiff, das im 3. Act auf die Klippen getrieben wird, wie der die ganze Bühne einnehmende Manzanillobaum, unter dessen Giftblüthen Selica im 5. Act ihr Leben auShaucht. In der Erwerbung von Novitäten ist die Opern- leitung nicht saumselig gewesen. Aus letzter Zeit wären da zu erwähnen: Der Einacter „Enoch Arden" von Robert Erben, zweiten Capellmeister am Frankfurter Stadttheater, welcher das sinnige Idyll Tennysons in geschickter Bühnen- bearbeitung und in dem schlichten Ton des englischen Originals entsprechenden musikalischen Farben vorführt, ferner der „Barbier von Bagdad" des Peter Cornelius, jenes Meisterwerk, für welches schon Franz LiSzt während seiner Weimarer Dirigententhätigkeit so wann eingetreten ist, daß aber erst lange nach dem Tode des Componisten zu den verdienten Ehren gelangen sollte. Wir haben so wenig humorvolle Opernpartituren, und deshalb ist das Erscheinen eines musikalischen Lustspiels wie dieser „Barbier von Bagdad", dessen Stoff den Erzäh- lungen aus „Tausend und eine Nacht" entnommen ist und die Abenteuer eines geschwätzigen Barbiers betrifft, doppelt freudig zu begrüßen. D-e für eine Baßstimme geschriebene Partie des Barbiers hatte an Herrn Greef einen vorzüglichen Vertreter. Die übrigen Rollen erfreuten sich ebenfalls tüchtiger Kräfte. In Frankfurt gibt man die Oper in 2 Acten, wie sie auch ursprünglich vom Componisten angelegt worden ist, wogegen in Karlsruhe und Mannheim die Zusammenziehung in einem einzigen Act üblich ist. fdion heft eben btr Dinhschasten in andere Hände handelt 5 da» LancesfionSgesuch de« Maurermeister« Pfaff, welcher am Neubau der Oberbesi. Eifenbahnwerkstätte Speisen und Getränke zum Selbftfoüenpret« an die Arbeiter zu verab. reichen beabRthugtc, wird Mangel» eine» Bedürfniffe» (e» befinden sich in der Nähe mehrere Wirthschasren) nicht befürwortet. 1 bezeichnen sie al» offne, halten aber da» übrigbleibende Gelände seiner der Zuglust ausgesetzten Lage wegen für ungeeignet zur Errichtung eine» SiechenhauieS- sie geben schließlich der Versammlung anheim, zu erwägen, inwieweit-angesichts des WohnungSüberfluffeS die lediglich der Speculation ent- springende Erbauung neuer Wohnhäuser eingeschränkt werben könnte bezw. Neubauten nur dann zuzulassen seien, wenn ein Bedürsnlß vorliege. In einer dritten, während der Be- rathungen eingegangenen Privat-Eingabe wird gebeten, die Arbeiterwohnungen anderweitig anzulegen. ES wird auf Antrag der Baudeputation nach eingehender Berarhung beschloffen, den Reclamartonen keine Folge zu geben. Der Antrag beweise, so bemerkt Herr Oberbürgermeister Gn aurh, daß die Stadtverordnetenversammlung auf dem richtigen Wege sei, wenn sie dahin trachte, die Wohnungen möglichst zu vermischen und damit für die Folge derartigen Eingaben vorbeuge. Herr Löber bemerkt, daß anderweit genügend Gelände vorhanden fei, wogegen Herr Oberbürgermeister Gnauth in der Annahme, daß Herr Löber die nördlichen Siadttheile im Auge habe, erwiderte, daß sich die Speculation bereit- des fragl. Geländes bemächtigt, so daß selbiges schwerlich zu 2 Mk. zu haben sei. — Herr Wallenfels würde ebenfalls einer Verlegung zuMnmen und daS ganze Terrain event. für ein StechenhauS reserviren. — Herr Oberbürgermeister Gnauth bitont demgegenüber, daß nach Errichtung der Straße immer noch 33 000 Quadratmeter frei blieben- an das Gelände nach den Eichgärten hin könne nicht gedacht werden, so lange ein Bebauungsplan noch nicht vorliege. ES gelte auch, die Sache billig herzustellen und bald mit dem Bauen zu beginnen. — Herr Heyligenstaedt zog seinen vorher gestellten Antrag auf Weglaffung von Vorgärten in bezeichneter Straße zurück, nachdem ihm die Gründe, die für Anlage von 3 Mtr. breiten Vorgärten gesprochen, mitgetheilt worden. Dem vom Stadtbauamt vorgeschlagenen Längen-Nivellement wird zugestimmt unter Beibehaltung der Vorgärten. Zu dem folgenden BerathungSgegenstand, Wahl eines besoldeten Beigeordneten, liegt ein ausführlicher Bericht des Herrn Oberbürgermeisters vor. In demselben wird unter Darlegung der stetig steigenden Anhäufung der Geschäfte, unter Hinweis auf nothwendige, vom Bürgermeister persönlich zu bearbeitende Sachen dessen Entlastung für unumgänglich bezeichnet und eine Reihe von Geschäftszweigen vorgeschlagen, welche einem besoldeten Beigeordneten zu übertragen sein würden. Als solche sind in dem Bericht bezeichnet: da» gesammte Armenwesen, das gejammte Versicherungswesen, der Vorsitz im Gewerbegericht, die Geschäfte deS Standesamt», der Impfung und Rccrutirung, das Sühneverfahren, die Angelegenheiten der Reichs und Staatsbürger, die Mitwirkung bei der Steuerregulirung, das Brandver- sicherungSwefen, mit ihren mannigfachen Unterabteilungen. AuS dem in gewisser Beziehung begrenzten Wirkungskreise deS besoldeten Beigeordneten sei dessen Stellung nach Amts- dauer, Gehalt und sonstigen Anstellungsdedingungen auch so zu gestalten, daß nicht nur Anfänger, sondern womöglich auch solche Persönlichkeiten sich bewerben, welche bereit» auf eigene verantwortliche Thätigkeit verweisen können. AuS diesen und einer Reihe anderer Erwägungen in Bezug auf Amtszeit, Gehalt und Ruhegehalt, W.ttwen- und Waisenversorgung ist beantragt : 1) der Erlaß deS nachstehenden On-statM»: Auf Beschluß der Stadtverordneten-Bersammlung vom . . . und mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom . . . zu Nr. M. I. . . . wird hierdurch in Gemäßheit deS Art. 29 der Städte-Ordnung in der Fassung vom 26. Mat 1894 die Zahl der Beigeordneten für die Provmzial-Hauplftadt Gießen auf drei bemeffm und bestimmt, daß einer dieser Beigeordneten mit Besoldung angestellt werden soll- 2) die Bemessung der Amtszeit deS besoldeten Beige- ordneten auf zwölf Jahre, de» Gehalte» ähnlich wie in Worrn» (4500 Mk. AnfangSgehalt), deS Ruhegehaltes und der W itwen- und Waisenversorgung wie für die definitiv angeftellten Ge meinbebeamten der Stadt Gießen; 3) vorläufige Zustimmung der Stadtverordneten-Versammlung zu der vorgeschlagenen vertheilung der Geschäfte zwischen Bürgermeister und besoldetem Beigeordneten und Uederlaffung der Bestimmung über die Vertretung deS Bürgermeisters zunächst an den letzteren - 4) Ausschreiben der Stelle mit Beschränkung der Bewerbung auf solche, welche die hessische StaatSprüsung für den höheren Verwaltungsdienst ober für da« Richteramt bestanden haben. — Die zunächst mit der Angelegenheit betraute juristische Lorn- Mission berichtet au» ihrem Protokoll, daß sie den Vorschlägen deS Oberbürgermeisters beistimme, aber empfehle, bezüglich der GeschäftSvertheilung festzusetzen, daß eS dem Bürgermeister zu überlaffen sei, ob und inwieweit derselbe einzelne Amts- geschäfte oder Gruppen von Amtsgeschäften dem besoldeten Beigeordneten übertragen oder auS dem Reffort desselben an sich ziehen will - als AnfangSgehalt deS Beigeordneten soll vorgesehen werden der Betrag von 4500 Mk., Erhöhung um je 500 Mk. soll je nach Ablauf von 3 Jahren erfolgen - der Ruhegehalt soll berechnet werden nach Maßgabe der Bestimmungen über die Versetzung der staatlichen Civilbeamten in Ruhestand und zwar mit festem Recht deS Beigeordneten auch schon für die ersten fünf Jahre der Dienstzeit im städtischen Dienst. Gleiches solle gelten für die Wittwen- und Waisen- Dersorgung, wofür jedoch Beiträge nicht erhoben werden. Die Bewerbung soll nicht auf Hessen beschränkt werden. ES wird nach eingehender Besprechung, an der sich die Herren Schmall, Dr. Schäfer, Dr. Gutfleisch und Oberbürgermeister Gnauth beteiligen, im Sinne der CommissionSanträge beschloffen bezw. zugestimmt, daß ein dritter (besoldeter) Bel geordneter angestellt und die Stelle demnächst ausgeschrieben Mrd. Gr. Oberrechnungökammer hat bezüglich der Erhebung der Landeskirchensteuer beanstandet, daß nicht die Ist- Einnahme, sondern Pauschalsummen abgeüefert wurden, sowie zu Ungunsten der Stadt die Erhebungsgebühr und diejenige für Fertigung der Heberegister außer Berechnung geblieben. Von einer nachträglichen Einforderung des der Stadt während einer längeren Reihe von Jahren hierdurch entgangenen Be trage« soll auf Vorschlag der juristischen Commission, ob-oohl dieselbe die Rückiorderung für zulässig erachtet, abgesehen, vom 1. April 1895 aber eine 3*/0ge Hebgebühr zu Gunsten der Stadt berechnet werden. Durch Bejahung der Bedürfnißfrage werden die Gon- cessionSgesuche der Herren H. Kühne (Hoiel Einhorn) und Eugen ASprion (SpieS'iche Wuthschast in der Neustadl befürwortet, mit der Motivirung, daß es sich um Utbergang Cocalc» unfr prwimtcUw, Napperiearab, 26. April. Die Zufuhr anSar10 fseln au» der Sßeticrau ist eben eine sehr starke. Fast täglich kommen Wagen oott Rartoffdn ungefähren und finden raschen Absatz. D'e Qualität der zugeführten Knollen «ft eine sehr gute und beweist, daß man in der Äenerau eS wohl versteht, die Kartoffeln den Winter über in richtiger Weise auszude* wahren. Obgleich hier die Kartoffelvoriäibe meist noch so groß sind, daß sie neben dem sonstigen Verdi auch auch zum Stecken hinlänglich auSreichen würden, schafft man doch srische Setzkartoffeln an, weil man die Erfahrung gemacht hat, daß von richtiger Sortenwohl au6 anderer Gegend meist die Qualität und Quantität der zu erwartenden Erträge abhängt. Die hier am meisten beachteten Sorten find: gelbe Rosen. Magnum bonum und Weltwunder. Bezahlt wird durchschnittlich für den Doppelcenkner 6—6,50 Mk. A Au» dem Kreise Msfeltz, 26. April. Die Srwar- wng, die man bezüglich der diesjährigen Holzpre.se gehegt, findet bei den gegenwärtig im Gange befindlichen Holzversteigerungen ihre Bestätigung. DaS Brennholz ist im Durchschnitt um ein volle« Drittel de« Preise» theurer als im vorigen Jahre, verursacht wird diese Preissteigerung durch den starken verbrauch an Holz im diesjährigen lange dauernden Winter. DaS Nutz- und Werkdolz hat dagegen seine frühere Preisstufe beibehalten. Im Allgemeinen wird der Raummeter Buchenscheltholz mit 6—7 Mk. bezahlt, der Raummeter Buchenprügel mit 5—51/, Mk., der Raummeter Buchenreisig mit 1,50—2 Mk. erster Qualität, mit O,fcO—1,50 Mk. zweiter Qualität. Buchenstöcke kosten per Raummeter 3,50—5 Mk. Der Raummeter Tannenholz gilt bei Scheitholz 3—4,50 Mk., bei Rundscheit 4,50—5 Mk., bei Reisig 30—50 Pia. Permifdrtcs. • München, 25. April, vorgestern Nacht erschoß auf dem Kugelsang der Poften an der in jeder Beziehung ungefährlichen Melzlremise einen Soldaten vom 1. Infanterie- regiment. Dieser, ein BrauerSsohn auS Rosenheim, befand sich unter der Führung eine« Sergeanten auf Patrouille. Der Posten schoß, weil auf wiederholten Anruf wedkr Antwort noch Stillstand erfolgte. Der Soldat wurde über der Nase in die Stirn getroffen; er stürzte mit den Worten: „Gerade mich hat» treffen müssen!" nieder. ♦ „Gut so lang, wie a rechtschaffenes Bnfferl". Au- Bo zen im südlichen Tyrol wird von dem großen Erdbeben ein heitere- Stück mitgetheilt: „Wie lange hat der Erdstoß gedauert?" fragte ich eine frische Tyrolerin. — »So a Minute und mehr," meinte sie. — Al- Ich ihr aber auf meiner Uhr die Dauer einer Minute klar machte, entgegnete sie: „Na. aber gut so lang, wie a rechtschaffene- Busserl.* 3888 Gießen, den 26. April 1895. Fuhr, Hahn, Oberlehrer. Gnauth, O berbürgermeister. öffentlich verdungen werden. r l Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen auf dem Ttadtbauamt zur Einsicht offen, wohin Angebote auf vorgeschriebenem Formular bi« zum genannten Termin einzureichen sind. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 25. April 1895. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. lauLMMalll.vtrluchsfkld Drei Morgen grüner Roggen obigen Versuchsfeldes — Morgen Nr. 1, 3 und 5 — sollen an den Meistbietenden vergeben werden. • Die Äberntung hat bis 20. Mai d.J. zu geschehen. Taxe pro Morgen 30 Mk. Schriftliche Angebote werden bi« den 2 Mai, Nachmittags 5 Uhr, bei der unterzeichneten Stelle angenommen. Gießen, den 26. April 1895. Die Aufnahme der schulpflichtigen Kinder. Montag den 29. April d. I., Vormittags 10—12 Uhr findet in der hiesigen Volksschule und zwar in der Stadtknabenschule im Schulsaale Nr. 6,1. Stock, und in der Stadtmädchenfchule Zimmer Nr. 10, II. Stock, die Ausnahme der Kinder statt, welche bis zum 1. Mai d. I das sechste Lebensjahr zurückgelegt haben. Auch können an genanntem Tage auf Wunsch der Eltern oder deren Stellvertreter solche leiblich und geistig nicht unreife Kinder aufgenommen werden, welche bis zum 30. September d. I das sechste Lebensjahr vollenden. . ,8743 Bei der Anmeldung der Kinder ist der Impfschein vorzulegen und bei auswärt« Geborenen außerdem der Oeburt-schein mitzubringen. Gießen, den 24. April 1895. Für den Schulvorstand: Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Lindenstruth für 1895/96 liegt vorn 29. d. M. weitere acht Tage landauf dem Bureau Großh. Bürger- meisteret zur Einsicht der Betheiligten offen. Lindenstruth, den 26. April 1895. Verdingung. Das Legen von rd. 1OO qm Riemenbödeu aus Buchenholz in der höheren Mädchenschule soll Montag den 6. Mai d. I., Vormittags 11 Uhr, Aufgebot. In dem auf Antrag des Oberroß- arztes Maier zu Spurlauken durch Beschluß vom 10. October 1887 bezüglich der Partialobligationen der Actiengesellschaft Eisenwerke Buderus de dato Main-Weser-Hütte bei Lollar 20. April 1884 Lit. A. Nr. 3298 zu 1000 Mk. und Lit. L. Nr. 3216 zu 500 Mk. beide zu 5 °/0 jährlich verzinslich auf die Mitteldeutsche Creditbank als Gläubigerin lautend und von dieser mit Blankoindoffement weiterbegeben, eingeleiteten Aufgebots- Verfahren ist anderweiter Aufgebots- termin bestimmt auf Mittwoch, den 6. November 1895, Borm. 9 Uhr. In diesem hat der Inhaber der Urkunden seine Rechte anzumelden Großh. Amtsgericht. Neuenhagen. 3848 und jene vorzulegen, widrigenfalls deren Kraftloserklärung erfolgen wird. 8851 (tzrofth. Bürgermeisterei Lindenstruth Scheid. ü.rschner’s Lexicon ä Mark 3.—, ■Ind noch einige Exemplare abeugeben in der Expedition de» „tileeeener Anzeiger". Schnletraeee 7. Großh. Univerfitäts-Rentamt. __Weimer. 3835 IlMMaGhMS. Freibank. [3871 Heute und Montag: Ochsenfleisch nicht ladenrein, pr. Pfd. 50 PHg. Arbeitsversteigerung. OAfli Donnerstag, den 2. Ma! luug und scheuer, mitten im zur Cigarrensabnkation, Bäckerei ic. verkauft 3877 1 führrah u. 1 Zlrickmalchiit bei Eberh. Metzger MAGGI5 Geräumige Hosraithe mit darin befindlicher Oelmühle sowie Stal- J. Wellhöfer Licherstraße. Montag den 29. d. Mts., Nachmittag« 2 Uhr, „Postkcllcr". Empfehle MittagStisch \u 60 und 90 Ltamm Abendessen werben «arttftraße 82 III («ingane von ver Hintersette be« Hause«): Tische, Stühle, Letten, Schränke, Sopha, Eommobe, Spiegel, Bilber, Bücher, Kleider, Weißzeug u- s. w. versteigert. 3823 I. B. Auftrage: Schneider, Gericht«-Taxator. Klein <;j')mtkne« lUobilirn-Drrfltigrrung.> Eichenschcitholz und Hackspäne „ 138.79 „ 85.46 „ 35.30 Besten« empfohlen werden Maggi'« _ praktische Gteßddtznche« »nm spar» wird ertheUt. tarnen und bequemen Gebrauch ber Au ertragen in der Mufikalienhanblun» Suvoen-Würze. 2962 Gruft C««ai -Od) h°>, d°tz ®1«,tnb ®-ifi bk S-'b° Sich» * »Irt burd). < A, ft»,,, bifinbiidm 018 Bnmhsl, ift ’M» 'H--M »'i'taWittun, bl<8i»Wt«i lange C S 1,(11 dagegen 1 Allgemeinen wild ■J «■ Mit, b,r “v der Raummeter :r Qualität, mit djenftöde kosten per eter Tannenholz yh teil 4,50-5 3M., Nacht erichost au| jeder Beziehung un« vom 1. Jnfaoterie- >8 Rosenheim, befand nlen aus Patrouille, n Anruf medkr Aut« >lbat wurde über der le mit den Worten: der. ssenrS Bussetl". AuS dem großen Erdbeben inge hat der Erdstoß tyroltrfn. — ,So AIS ick ihr aber aus ix wachte, entgegnete chtschastenei Bussrri." 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Volbedtng in Düffel« dors, «SnigSallee 6, der mir sofort di? richtigen Mittel zur Heilung de« häßlichen Ausschlages meine« Kindes, der durch die Impfung berbetaesübrt wurde, sandte, sodaß das Kind durch dessen lobens- werlhe Behandlung von seinem AuSsatz in kurzer Zeit vollständig befreit war und |sich ganz wohl und munter befindet. Dem Herrn Dr. med. Volbedtng spreche ich hiermit für seine erfolgreiche Behand- ilung meinen öffentlichen Dank au« und möchte denselben allen Eltern, die daS gleiche Schicksal mb ihren Kindern erleben sollen, was aber Gott verhüten wolle, I bestens empfohlen haben Aulendorf (Württbrq.). 2097 Biersieder E. Reck. 183] Ein FamilienlogtS, 5 Zimmer und alles Zubehör (zweiter Stock), zu vermiethen. Bahnhofstratze 61. Prachtvoll gelegenes Haus (Billa) mit Garten z. Alleinbewohnen, alsbald zu vermiethen. 1672 G. Nauheimer. Franks. St. 3. 1225] Eine geräumige Werkstätte lpart.) nebst Stube und Küche per sofort zu vermietben große Mühlgasse 19. 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