189» Sonntag den 27. Oktober Zweites Blatt kk -K. 258 tarn, Amt-- und Anzeigeblatt für den Tkreis Giefzen. Hratisöeikage: Hießener Kamikienökatter. Die Uebergabe von Metz Versuche- Reich. 0 Lnaahmr von Anzeigen zu drr Nachmittag« für bte folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» vorm. 10 Uhr. Vierteljähriger Zvonae»e»tspret» t 2 Mark 20 Psg. rot» Bringerlohn. Durch die Post bezogt» 2 Mark 50 Psg. Ncdaction, Expeditto» ' und Druckerei: Zchutstratze Kr.1. Fernsprecher 51. f Bvrstavd. summten deutsch-französischen Kriege oar. - - ' *■ Nur war aber dieses bedeutsame Ergebntß erst nach Fe«illeton. Wochenbriese ane drr Rrsiden». (Ortginalbertcht deS „Gießener Anzeigers"). Z. Darmstadt, 23. Otober. Der erste Schnee. — Theater und Coucerte. — Einweihung der technischen Hochschule. Rach wochenlang andauerndem, reizendem, sonnigem Wetter mit milder TageStemperatur hat heute zum ersten Male der Winter dräuend unS sein mürrisch Antlitz gezeigt. Denn wenn auch in den letzten Tagen am Morgen sich aus Häusern und Bäumen in minder geschützten Lagen hier und da ein verrätherischcr weißer Schein zeigte, so ließ doch die bald sieghaft emporsteigende Sonne den Gedanken an die beginnende kalte Jahreszeit nicht auskommen. Heute deckt ein undurchdringlich Grau das weite Firmament, kem Sonnenstrahl vermag sich hindurch zu stehlen, sondern langsam, in großen Flocken kommt der erste Schnee vom trüben Himmel herab. Und wenn er auch nur kommt, um schleunigst wieder auf den nassen Straßen und Plätzen in den großen Wasserlachen sein kurzes Dasein zu beenden, so gibt er doch recht eigentlich schon den unangenehme« Vorgeschmack der nun be- ginnenden, sür den Naturfreund und Touristen außerordentlich trübseligen Zeit. Gerade der starke Contraft zwischen der seitherigen prachtvollen Witterung, die z. B. unseren hiesigen touristischen Vereinen noch am vergangenen Sonntag weite Sänge in den Odenwald gestaltete, und der jetzigen ungesunden, naßkalten Temperatur erhöht das unbehagliche Gefühl, da» das Scheiden vom Sommer stets erzeugt, nicht Verli«, 24. October. Auf dem Gebiete der inneren politischen Begebenheiten haben die letzte« Tage nicht viel des Neuen und BemerkenSwerthen gezeitigt. In den zuständigen Ausschüssen des BundeSratheS geht die Vorberalhung d-S allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches emsig weiter, doch dringt über diese 8“* wie nichts in die Otffentlichkeit. Auch hinsichtlich des Standes der wetteren Vorarbeiten zu der allmalich heran nahenden RetchStagssession in den verschiedenen ^Samtern läßt fick noch nicht viel Positives «ittheilen, Zeit wäre S wohl freilich, wenn endlich etwas Zuverlässiges Über den i . m u Aotehnvhpritmpn idk evmttv ruh. )uütrturc ,u Gorthe'S M von Prtfich ^ooiir" Imu) von W- 'Äs btt Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. jbr Leben für das Vaterland ließen, gilt es drum, an dem herangenahten 25jährtgen ErinnerungStage des 21. October zu gedenken und ihren Manen den Tribut pietätvoller Dankbarkeit zu zollen. Nicht vergeblich ist jedoch ihr Blut ge- floffen, der Boden, den sie damals durch ihren Heldentod erkämpft, er ist wieder deutsch geworden, und mit ihm die altehrwürdige Hauptstadt Lothringens selber. Stolz flattert auf ihren Wällen seitdem die deutsche Fahne, und hoffentlich wird Metz auch für alle Zukunft unser bleiben, ein Bollwerk gegen weitere AngrifiSgelüste von französi'cher Seite. Der tUhtxex Anzeiger erscheint täglich, Btt Ausnahme deS Montag». Die Siegener D«Mttte«StLlter «erden dem Anzeiger Bbchmtlich dreimal beigelegt. verMischteK. • Eisfeld, 24. October. Der von Loburg kommende Nachtzug der Werra Bahn fuhr auf der Strecke Eisfeld' Veilsdorf in eine Schafheerde und tödtete 85 Sch f - • Die „erste Berliner Studentin" hat noch vor ihrer Einschreibung einen „Commilitouen" gefunden, der fich in den „Burfchenschaftlichen Blättern" ritterlich ihrem „Beschützer anbietet. ES ist der „StudtosuS Quartenstecher , ein wohlbeleibter Sommilttone mit bierseligem Ausdruck - er h°, schnell die neue Situation erfaßt und begrüßt die Musen tochter also: „Komm her, mein Kind verehrte S udiosa 2u Dir als meinem Schützling laß mich reden, Autz Deiner W'ff nschaiten trock'ner Prosa Führ ich Dich ein ins akadem'sche Eden; Du bist nun mal vom schwächeren.Gerechte, Mein Arm ist stark, wenn auch mein Wechsel schwach, orch bin für Dich grad als Student der Rechte, Dein bester Schutz, trifft Dich ein Ungemach. Snfif wenig und obwohl der Wald noch grün belaubt ist und die Wiesen saftiger als vor einigen Monaten stehen, es lockt nicht mehr hinaus, mit dem Aufenthalt im Freien ist eö aus. Leer sind die Villen in der nahen Bergstraße geworden, ihre Bewohner sind wieder in die Residenz zurückgekehrt. Auch die Prinzlich Battenberg'schen Herrschaften haben ihr reizendes TuSculum auf dem Hetligenberg ver- laffen und hier in dem Palais am Loutsenplatz Wohnung genommen. Die Großh. Hofhaltung ist ebenfalls seit wenigen Tagen von dem in idyllischer Waldeinsamkeit vergrabenen Jagdschlößchen WolfSgarten nach dem hiesigen Neuen Palms verlegt worden. Ein neues Glied in der Reihe der großen musikalischen Darbietungen brachte der vergangene Montag in dem ersten Soueert der Grobherzoglichen Hof^ustk. Die Leistungen der genannten Capelle erfreuen sich hier eines so nnsgezeichntten Ruft!, ba& Ne von ihr gegebenen Brr- nnftnttungtn stell im Mltteipnnkte bei Interesses unserer hlestgen Musiksreunbe steh-n. Such bai (Sonceit am aRontag hatte ein so zahlreiches Publikum herbeigezogen, baß bte weiten Räume bei Großh. Hostheaterl nahezu auloerkaust waren. Dal bet Aufführung zu Grunbe Itegenbe ^ogr™» geigte zwei himmelweit von eiuanber verschiebene Bestanb- theile: Beethoven - unb Wagner. Bon bem erstgenannten Meister brachte bas Hosorchefter Ne begeiftetnbe »P°fi°r°l- symphonie- mit wahrhast gianzenber Btrtuost.at zu GehSr, währenb außer bet Einleitung zum 3. Arte iel ”%ana Häuser" unb bem Borsptel zu »Triston unb Jiolbe bte Werke bei Letzteren in bet gefeierten Wagnersangertn Frau Rosa Sucher eine hervorragende Jnterpretton fanden. Die geniale Künstlerin sang fünf Lieder von Wagner, daS wteberurn ausgestellt worben tst, unb bem foctalbemokratischen Canbtbaten ergeben. — Dte vollzogenen bübischen »v- georbnetenwahlen laffen fiw noch immer nicht genau übersehen, sie scheinen aber den Nationalliberalen die verloren gegangene absolute Mehrheit in der zweiten Kammer keines- wegS zurückgebracht zu haben. ia. T lktung Vorstand. n ein Emtnit-gelb [8967 US. btr: Gießener Anzeig er Henerat-Mzeiger. s-o •*’ I 81-CO :i’8 welche der Einschließung der Bazatn'schen Armee in den tn rar ein- i Mauern von Metz vorangegangen waren, hatten auch deutscher. - dem deutschen seitS furchtbare Verluste gefordert, und weiter verlangte auch sriebrich Karl von Preußen cnp.tuüne, bie Periode ber keE« SN.e bkrch AuNall- bamnll im deutschen Vaterlande überall | fo u”an^Qa^c!ltEn. W jener Tausende von w°ck»en Gebet ber Elisabeth aal „Tannhäuser« unb «Jiotbel Liebe» lob" unb errang bamtl einen geradezu enthusiastischen Bestall Hoffentlich begegnen wir ihr recht bald einmal in einer ihrer Wagner. Rollen aus unserer Hosbühne! Wal die sonst gen Veranstaltungen unsere» Kunsttnfttlmes in ber norangegnngemm Woche betrifft, so sei hier die am letzten Sonntag nach mehr iähriger Pause in neuer Einsludlrung wiederum gegebene Flotow'sche Oper .Indra'" besonders -rwadnt Wenn^ aleich gerade dies Werk des bekannten Componisten der Martha" nicht zu dem Besten gehört, was er schuf, und auch die Wiedergabe derselben nicht ohne kleine nffßl'che Zu- fälle abging, so fand eS doch ein zahlreiches und nicht minder dankbares Publikum. Die nächste Zeit wird wie man ört ein Gastspiel der Prevosti bringen, über ,as Ihnen dann eingehend Bericht zugeht. Für die am nächsten Montag stattsindendeu Sin» weihungSfeierlichkeiten unserer neuerbauten technischen Hochschule ist daS Programm nunmehr veröffentlicht. Es findet zur Vorfeier am Samstag Abend ein Fackelzua der Studirenden start. Am Samstag Abend oer- anstaltet die Stadt Darmstadt, die übrigens den ursprünglich in Aussicht gestellten Beitrag zu dem großen Commers von 200 auf 500 Mk. erhöht hat, ein BegrüßungSsest. Am Montag ist am Morgen Festzug, um 12 Uhr Festact tu der Aula, dem auch Se. Köntgl. Hoheit der Großherzog beiwohnt, und am Abend Feftcommers im „Orpheum . «tn Frühschoppen der Studirendeu am Dienstag beschließt die Feierlichkeiten. ftebenben 27. Dclober «erben fiinfunbjwanjig Jahre °er> floffen sein, baß bie Festung Metz mit ber in t^r ein- ze ehloffenen Armee Baznines bebingunglln» vor b-- * ' Heerführer Prinzen Friedrich Karl von Preußen «pitulirte ein Ereignitz, welches c»»....------ - Gleich dem Raube Straßburgs durch den „Sonnenkönig Ludwigs XIV. hatte auch der schon 130 Jahre früher erfolgte Verlust der ehemaligen Reichsstadt Metz an den wälfchen Erbfeind immer auf dem deutschen Volksbewuhtsein gelastet, mochte auch zeitweise die Erinnerung an schmachvollen Vorgänge inmitten deS langen Elends politischer und nationaler Zerrissenheit Deutschlands fast ausgelöscht erscheinen. Um so mächtiger war darum der Eindruck, den der Fall Straßburgs wie dte genau einen Monat spater erfolgte Uebergabe von Metz im Kriege Alldeutschlands gegen Frankreich allenthalben in unserem Vaterlande hervorriefen, man wußte, daß hiermit alteS, deutsches Land wieder zurück, gewonnen war, und überall herrschte Einigkeit darüber, daß Straßburg und Metz nunmehr für immer mit dem Mutter- laude vereinigt bleiben müßten. Aber aHerblngl übertraf bte militärische SBebeutung ber Zurückeroberung von Metz ganz erheblich Nejenige ber Capl° Motion Straßburgs. All bie starke Woselveste von ben beutfchen Waffen im Vereine mit einem mächtigen Bunde! genoffen, bem Hunger, bezwungen worben war, ba fiel mit idr auch Ne zweite große Armee bei bei Sebatt in ben Staub geworfenen kaiserlichen Frankreichs, noch 173,000 Mann | stark, in brutsche Gesangeaschast, ein Waffenersolg, ber wie jener von Sedan seine! Gleichen in ber «rieglgeschichte ber Völker suchte unb noch »u suchen bat. Zugleich würbe el jekt ber obersten deutschen Heerelsührung ermöglicht, bie bei Metz frei geworbenen bebeutenben Truppenmaffen nach bem Westen bei seinblichen Lanbel, vor Allem nach ber Loire ,u wer,en, wo bie inzwischen von Gambetta „an! bem Boden gestampften" Bolksheere ber neuen R-Publik i» bedrohlicher Stärke herangtwachsen waren. Die von ber Wofel in Eil- Märschen heranmarschirten Corps ber bisherigen Armee tßdtnen Friedrich Karl kamen eben gerade noch zurecht, um ber beutfchen «elagerungsarmee vor Part! ben Rücken nach verfchiedenen Richtungen hin wieber frei m“*en “nb( sranzösischen Versuche, von ber Provinz au! ber Houptstabt enblich Rettung ?u bringen, kräftigst zu »'«Ueln. Man kann barum gewiß sagen, baß ber Fall °°u?Metz bie Vor bebingung für bie Cap tulation ber französischen Hauptstabt selbe/ war unb so stellt wohl bas Ereigniß vom 27. Oetober tents-Müsik. tx« M Piff. Leib. Abends 8 Ui)t Durerl * w 1 Gichvtz, ’thle- Sonntag t tnSaafe be» »alt - 3« ich Comite. Witt. Abends 8 Uhr ””S Wenn irgend sich für Dich Beleid'aer fänden, Die ford're ich auf Scbläger und P'stolen, Du könntest doch mit Deinen zaiten Händen Unrnöß ich selbst Satisfactton Dir holen, Von Deinem Hutband wähl ich mir die Farben, Für die ich streite, die mir heilig sind, Und bol ich in dem Kamps mir blut ge Narben, , Sie heilen rasch, wenn Du mich pfl gst, mein Kino. ^Quartenstecher" kann jetzt bet schwerem Kater mit Ruhe wohl freutet), wenn tnunu) uw«» , dte Vorlesungen schwänzen, weiß daß seine ten Umfang des für den Reichstag bestimmten gesetzgeberischen btc Studiosa, genau den Vortrag niederschreibt Zu« Da» BttathungSstoffes bekannt würde. - Am 28. October wird ift cr bereit, die Gelehrige mit Kneipmysterten und Trink- der Colontalrath zu seiner neuen Session zusammen- ^ment vertraut zu machen: treten: in seinen Berathungen dürfte diesmal die Landfrage „®a§ murmelst Du? Du meinst Du v^egen, » Deutsch Ostafrika eine Hauptrolle spielen. - Dem Partei- 2BU Du Dich dankbar zeigst miredlem Mann? tage der Socialdemokraten in BreSlau ist am Sonntag und SA unbe^rgt-^ich pümp^Dtch manchmal an." oefoiat. ^n der Hauptsache wurde auf dem E'senacher serat finden wtr in einem Berliner Bla - „ p S Parteitage der Reformer ein neues Programm oufg'steüt. stock ist gestern „in Gedanker‘ fjnJ 0 ter - c^n Dortmund hat am Freitag die Ersatzwahl sondere Kennzeichen.Den Griff bttdet «n gsch tz 8 »um Reichstage stattgefunden, welche durch die Ungiltig- tn halber Naturgröße. Der ®fgerl muß keitSerklärung deS Mandats deS nationallcheralen Abgeord- dreijährigen Baumstammes.- - WaS für ein Gigerl m neten Möller, welcher bislang Dortmund im Reichstage zu diesem Knüppel gehören, vertrat, seitens der WahlprüfungScommiffon des letzteren -- nothwendig geworden war. Vermuthlich dürfte dte Nach-__ it 1895. jjb.lb SÜbetteote • 1(12ge Mör 2720 25 58 337.Vr An- 8853] Lieferung fraeoe jeder Bahnstation. im Kleiuverkauf: Mk. L— Neuling. 8598 H bei Abnahme graphien werden bestens und prompt besorgt. 842 Preise billigst. Berger’s [2551 Germania 8861 n&ttibtire. Cacao Deutschen Buchhandel.) 8713 bringt ihr Etablissement zur Herbst- und Winter-Saison in empfehlende Erinnerung. 8468 in Moselweine 387 M. Junker & Ruh-Öfen t s X Die vorzüglichen technischen und maschinellen Einrichtungen, die gewissenhafte Verwendung von nur guten und sind r- (Moquettes), •bgepaeete und auf 1.10 1.1* 1.15 n ft / glatt u. fa^onnlrt, bunt gewebte Plüsche 1 w Soeben erschien: Adre**buch d. deutsch. Zeitschriften und der hervorr. polit. Tageeblätter, 36. Jahrg. 1894. gr. 8°. 370 8. In Leinen geb. 4 M. baar. , Unbedingt weitaus das beste aller Ähnlichen Werke.* [Börsenblatt für den Wollrebe, Granit u. 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